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Full text of "Archiv fu?r die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bo?hmen / herausgegeben von den Beiden Comite?s fu?r die Landesdurchforschung."

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HARVARD UNIVERSITY 


LIBRARY 


OF THE 


MUSEUM OF COMPARATIVE ZOÖLOGY 


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ARCHIV 


für die naturwissenschaftliche 


LANDESDUROHFORSCHUNG 


von 


BÖHMEN 


herausgegeben von den 


BEIDEN COMITES FÜR DIE LANDESDURCHFORSCHUNG, 


unter der Redaction 


von 


PROF. Dr. С. KORISTKA und PROF. Dr. A. FRIČ. 


Siebenter Band. | 
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PRAG. | 

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Commissions-Verlag von Franz Rivnät. 


1891. 


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1. 


2, 


Inhalt des siebenten Bandes des Archives. 


Die Flechten der Umgebung von Deutschbrod. Von Jos Novák. 
Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. IV. Die Teplitzer 
Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Fric. 

Über die chemische Zusammensetzung verschiedener Ackererden und Gesteine 
böhmens und über ihren agronomischen Werth. Von Dr. Jos. Hanamann. 
Die tertiären Land- und Süsswasser-Conchylien des nordw. Böhmen. Von 
(Gottlieb Klika. 

Die Myxomyceten Böhmens von Dr. Lad. Čelakovský (Sohn). 
Geologische Karte von Böhmen. Section VI. Entworfen von Prof. Joh. 


Krejčí. Mit Erläuterung von Prof. Dr. Ant. Frič. 


Druck von Dr. Edv, Grégr in Prag. — Selbstverlag. 


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DIE СЕА 
DER UMGEBUNG VON DEUTSCHBROD 


NEBST EINEM VERZEICHNIS 


DER ÜBERHAUPT IN BOHMEN ENTDEGKTEN ARTEN, 


Verfasst von 


JOSEF NOVÁK, 


PROFESSOR AM K, К. GYMNASIUM ZU DREUTSCHBROD. 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN 
VII. Band, Nro. 1. (Botanische Abtheilung.) 


'p RAG. 
In Commission bei FR. RIVNÁG. 
1893. 


wer 


DAS. ARCHIV 


für die 
naturwissenschaftliehe Landesdurehforsehung von Böhmen 


I. bis V. Band: Redaktion von Prof. Dr. K. Kořistka und Prof. J. Krejčí, 
VI. Band u. s. w.: Redaktion von Prof. Dr. К. Kofistka und Prof. Dr. A. Frič, 


enthält folgende Arbeiten : 


ERSTER BAND. 


I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 


a)Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nördlichen Böhmen von Prof. Dr. Karl Kofistka. 

b) Erste Serie gemessener Höhenpunkte in Böhmen (Sect.-Blatt IL) von Prof. 
Dr. Kofistka. 

с) Hóhenschichtenkarte, Section IL, von Prof. Dr. Kořistka. Preis fl. 4'— 
Preis der Karte арр. a УЛУ ee QU RUP RU d. QUE D er e ОЮ 


II. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


а) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhältnisse des nórd- 
lichen Bóhmen von Prof. Johann Krejéf. 

b) Studien im Gebiete der bóhm. Kreideformation von Prof Ј. Krejčí. 

c) Palàontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der bóhm. 
Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Frič, 

d) DieSteinkohlenbecken von Radnic, vom Hüttenmeister KarlFeistmantel. 
BIS es ОЕ MU MN E T I rp M 


III. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Prodromus der Flora von Bóhmen von Dr. Ladislav Čelakovský. (I. Theil) 
DESR C S DU RO CI AT ase MO N MR Cw db Ree 


IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Verzeichniss der Käfer Böhmens vom Conservator Em. Lokaj. 

b) Monographie der Land- und Süsswassermollusken Bóhmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavík. 

с) Verzeichniss der Spinnen des nördlichen Bóhmen vom Real-Lehrer 
Emanuel Parta Bra... TE нина a E ET 


V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Analytische Untersuchungen von Рго Dr Hoffmann. Prois у уор ЖО JN 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V) geb. ......,......... fl. 9:— 


ZWEITER BAND. 


Erster Theil. 
L Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 


a) Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Iser- und des Riesen- 
gebirges und seiner südlichen und óstlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kofistka. 

b) Zweite Serie gemessener Hóhenpunkte in Bóhmen (Sect.-Blatt IIL) von Prof. 
Dr. Kofistka. 

с) Hóhenschichtenkarte, Section Ш., von Prof. Dr. Kofistka. 

d) Hóhenschichtenkarte des Riesengebirges von Prof. Dr. Koristka Preis 
dieser Abtheilung a M бүз EEE N EN 


IL. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. I. Theil enthàlt: 


a) Prof. Dr. Ant. Frič: Fauna der Steinkohlenformation Bóhmens. 

b) Karl Feistmantel: DieSteinkohlenbecken bei Klein-Prilep, Lísek, Stilec, 
Holoubkow, Mireschau und Letkow. у 

с) Jos. Väla und В. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen іп der Gegend 
von Prag und Beraun. 

d) В. Helmhacker: Geognostische Beschreibung eines Theiles der Gegend 
zwischen Beneschau und der Säzava. Preis uera P Da od 


DIE 


FLECHTEN DER UMGEBUNG VON WII 


NEBST EINEM VERZEICHNIS 


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DER ÜBERHAUPT IN BÖHMEN ENTDECKTEN ARTEN. 


Verfasst von 


JOSEF NOVÁK, 


PROFESSOR АМ K, К, GYMNASIUM ZU DEUTSCHBROD, 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTLICHEN LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 
(УП. Band, Nro. 1. Bot. Abtheilung). 


PRAG. 
KOMMISSIONS-VERLAG VON FR. RIVNÁC. — DRUCK VON Dr. EDV. GRÉGR. 


1893. 


Vorwort. 


Nachdem ich die Phanerogamen und die Gefäss-Kryptogamen der Um- 
gebung von Deutschbrod kennen gelernt hatte, fing ich vor 6 Jahren an, die Strauch- 
und Laubflechten, späterhin die Krusten- und Gallertflechten derselben Umgebung 
zu bestimmen. Die Fläche, auf der ich in der Deutschbroder Umgebung sammelte, 
misst etwa 100 km?; der höchste Punkt befindet sich ungefähr 512 m, und der 
niedrigste beiläufig 400 m oberhalb der Meeresfläche. Bei der Arbeit benützte 
ich das Werk „Kummer’s Flechten“, und das Werk von Rabenhorst; später wurde 
ich mit dem vorzüglichen, von Berth. Stein bearbeiteten Werke „Flechten Schlesiens“, 
sowie mit dem für Anfänger geschriebenen von Otto Müller und G. Papst heraus- 
gegebenen Buche „Flechten Deutschlands“ bekannt. 

Die Strauch- und Laubflechten hoffe ich vollkommen durchforscht zu haben. 
Meine Sammlungen enthalten 34 Strauch- und 43 Laubflechten mit zahlreichen Ab- 
arten und Formen. Von den Krustenflechten entdeckte ich 104 Arten mit ebenfalls 
zahlreichen Abarten und Formen, von den Gallertflechten 4 Arten. Vier Arten 
SCH neu, von denen ich drei Gyalecta Steinii, Arthropyrenia bohemica und Ticho- 
hecium Opegraphae benannte, die vierte Art entdeckte B. Stein auf einer ihm von 
Bi zugesandten Art und benannte dieselbe Cercidospira minima. Um vollkommene 
icherheit zu erlangen, dass die genannten Arten neu sind, ersuchte ich den Liche- 
ne Berth. Stein in Breslau um Beurtheilung, der auch bereitwillig die ganze 
ammlung revidirte und bestätigte, dass die genannten Arten neu sind, für welche 
Arbeit ich ihm herzlichen Dank sage. 

Se Zoe ich aus dem die schlesischen Flechten abhandelnden Werke erfahre, 
Mis uc iride von 150—500 m Höhe 280 Arten entdeckt worden, von welchen 
n оа dem Hügellande angehören. Nahe gelegener hoher Berge wegen 
йй. um ^ к Flechten mehr zugänglich als das Deutschbroder Hügelland, 
ken о ohen Bergen entfernt liegt; daraus schliesse ich, dass in der Um- 
ge ue? eutschbrod in derselben Höhe weniger Arten wachsen als in Schlesien. 

nen) Ich die ausschliesslich in niederer Gegend und in niedrigerem Hügellande 
wachsenden. Arten, welche der Umgebung von Deutschbrod fehlen, abrechne, 80 
ersehe ich im Vergleiche der Menge der in Schlesien entdeckten Flechten mit der 


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Anzahl der unserigen, dass nicht mehr viele Arten fehlen, damit die Umgebung 
von Deutschbrod vollkommen durchforscht sei. 

Manche von den Strauch- und Laubflechten setzen in der Umgebung von 
Deutschbrod keine Früchte an, und diese Früchte beschrieb ich auch nicht. Die 
Krusten- und Gallertflechten bestimmte ich sämmtlich mit Hilfe des Mikroskopes, 
und die Sporen, 48 Arten 650mal vergrössert, zeichnete ich und fügte sie dieser 
Abhandlung bei. 

In neuerer Zeit wurde durch die Theorie Schwendeners dieser Pflanzen- 
abtheilung besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Nur wenige Botaniker stimmen 
mit der Meinung Schwendeners nicht überein, dass die Flechten auf Algen schma- 
rotzende Pilze seien; da sie aber dagegen keine hinreichenden Beweise bieten, 
kann man daraus schliessen, dass die Theorie Schwendeners als allgemein geltend 
anerkannt werden wird. Dann wird es vollständig am Platze sein, einzelne Ab- 
theilungen solchen Pilzen zuzuweisen, mit denen sie, was die Früchte anlangt, 
übereinstimmen, wie es Schleiden schon vor einigen Jahrzehnten gemacht hat. 
Wenn wir aus den Flechten der Eigenheit wegen, dass sie mit Algen symbiotisch 
leben, eine selbstständige Abtheilung bilden, werden wir sie natürlich den Früchten 
gemäss nachstehend zusammenstellen: 

I. Gymnocarpe Flechten (Scheibenfrüchtige): 

A. Sporen einfach. 
B.  ,  getheilt. 
a) Sporen quer getheilt. 
B) эу nach verschiedenen Richtungen getheilt. 
П. Angiocarpe Flechten: 
4. Sporen einfach. 
бени getheilt. 
a) Sporen quer getheilt. 
b) „ nach verschiedenen Richtungen getheilt. 

So ein System wäre natürlicher als das Koerber’s, gegründet auf Thallus- 
verschiedenheiten; da aber die Strauch- und Laubflechten in manchen Gegenden 
keine Früchte ansetzen, ist die Eintheilung Koerber’s in Strauch-, Laub- und 
Krustenflechten vortheilhafter, sowie auch deswegen, dass der Anfänger die Flechten 
ohne Mikroskop in die Hauptgruppen eintheilen kann. Ich richtete mich in meiner 
Abhandlung nach dem System Koerber’s; darin finden sich nun einige Schwierig- 
keiten; so wissen wir z. B. von einigen Arten gar nicht, wohin sie einzureihen seien: 
die Gattung Cetraria zählen einige zu den Strauch-, andere zu don Laubflechten ; 
Physeia ciliaris ähnelt den Strauchflechten, die übrigen Arten von derselben Gattung 
aber den Laubflechten; Parmelia demissa und Candelaria concolor zählen einige 
wieder zu den Laubflechten, und die anderen zu den Krustenflechten. Die Gallert- 
flechten, die anfangs den Krustenflechten, wenn sie aber ausgewachsen sind, den 
Laubflechten ähneln, werden wegen der Eigenthümlichkeit des Thallus, dass er 
nämlich, mit Wasser durchtrünkt, gallertig anschwillt (Chromidien und Hyphen sind 
in der gallertigen Masse eingebettet), für eine besondere Abtheilung gehalten. Eine 
solche Masse fand ich aber auch in der Krustenflechte Acarospora fuscata F. 
smaragdula Whlbg. 


5 


Über die Flechten Böhmens eine Abhandlung zu liefern, ist mir bis jetzt 
nicht möglich gewesen. Ich kenne nur die Flechten der Deutschbroder Umgebung, 
der Umgebung von Sobotka und einen Theil der Flechten des Riesengebirges. Das 
Riesengebirge ist am besten durchforscht, am wenigsten Mittelböhmen und der 
Böhmerwald. Um die Durchforschung des Riesengebirges hat das grösste Verdienst 
Julius von Flotow (Fw., } 1858), Dr. б. W. Koerber (Kbr., geb. 1817) und Berth. 
Stein (St.), der nach einer 18jährigen Arbeit die „Flechten Schlesiens“ herausgab. 


Im Erzgebirge forschte besonders Rabenhorst (Rbst.), der aus verschie- 
denen Orten Böhmens Material bekam, welches er bearbeitete, wie: aus der Um- 
gebung von Reichenberg, Kaplitz und anderen Orten von den Herren: Stadtrath 
Siegmund, Forstmeister Schauta, Rentmeister Sachs, Mag. Chir. Kirchner und 
Pfarrer Karl, deren Namen ich einzelnen, von ihnen gefundenen Arten beifüge. 
Mit den böhmischen Flechten beschäftigten sich weiter Corda, Mann, der bei mancher 
Art bloss bemerkt, dass sie in Böhmen wächst, und Opiz, welcher die in Böhmen 
wachsenden Arten gegen Umtausch versandte und ein Verzeichnis der böhmischen 
Kryptogamen herausgab. In jüngster Zeit gab Alex. Bernard einen Schlüssel zur 
Bestimmung der Strauch- und Laubflechten der Umgebung von Täbor heraus. Ein 
Verzeichnis der ausserhalb der Umgebung von Deutschbrod entdeckten Flechten 
Schloss ich mit der Angabe des Fundortes und des Finders der Art meiner Ab- 
handlung an. 


Die Flechtensammlung aus der Umgebung von Deutschbrod schenke ich 
als Beleg zu dieser Abhandlung dem Wunsche des Universitäts-Professors Herrn 
Dr. Celakovsky zufolge dem böhmischen Museum, um die Flechtendurchforschung 
In meinem Vaterlande zu erleichtern. 


Deutschbrod, am 15. April 1886. 


Josef Novák. 


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I. Die Strauchfleehten der Umgebung von Deutschbrod. 


Man unterscheidet die Strauchflechten von den übrigen Flechten dadurch, 
dass ihr Thallus besonders nach einer Richtung fortwächst und allseitig gleichmässig 
berindet ist; er ist fadenförmig, cylóndrisch oder bandartig, strauchig verzweigt, nur 
an emer Stelle (mit geringen Ausnahmen) verschiedenen Gegenständen angewachsen. 

In der Umgebung von Deutschbrod kommt nur die Abtheilung mit. scheiben- 
fórmigen Früchten vor. 


Uibersicht der Familien. 


Usneaceae. "Thallus strauch- oder fadenfórmig, oval oder flach, allseitig 
berindet, den Gegenständen nur an einer Stelle mit den Hyphen angewachsen. 
Früchte breit, scheibenfórmig, von einem Thallus-Exeipulum, welches Chromidien 
enthält, umgeben. 


Cladoniaceae. Der ganze Thallus aus Thallusschuppen oder Blättchen und 
aus Thallusästehen gebildet. Trägt er Früchte, so ist er strauchig, fast oval, mit 
Hyphen befestigt, oder wächst er aus Thallusschuppen auf. Früchte sind gleich 
vom Anfang geöffnet, gewölbt bis kópfehenfórmig, der Chromidien entbehrend. 


Usneaceae. 


Uibersicht der Gattungen. 


A. "Thallus im Durchsehnitte oval. 


1. Usnea. Thallus mit fadenfórmigen, festen, leicht abschälbaren Mark. 
Früchte scheibenförmig, rundlich, mit keulenförmigen Sporenschläuchen, in denen 
je 8 einfache, farblose, ellipsoidische Sporen entstehen. 

2. Bryopogon. Thallus fast oval, mit lockerem, fadenförmigem Marke, von 
dem sich die Rindenschicht nicht abschält. Früchte schüsselfórmig, seitenständig. 
Sporen sehr klein, eirund, zu je 8 in einem Schlauche. 

3. Cornicularia. "Thallus oval oder zusammengedrückt-kantig, strauchig, 
mit lockerem, fadenartigem Marke, im Alter pflegt er röhrig zu sein. Rinde vom 
Marke nicht abschälbar. Rindenschicht knorpelig, hornartig. Sporen sehr klein, 
farblos, zu je 8 in einem Schlauche und einzellig. 


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В, Thallus bei allen unseren Arten bandförmig, selten oval-zusammen- 
gedrückt. 

4. Evernia. Thallus bandförmig oder kantig-rundlich. Mark locker-filzig, 
einförmig, oder von zäheren Fäden durchzogen. Rindenschicht dünn, aus sehr 
kleinen Zellen gebildet. Früchte schüsselförmig. Sporen einzellig, farblos, sehr 
klein, 8 in einem Sporenschlauche. 

5. Ramalina. Thallus band- bis blattfórmig, solid oder hohl, mit lockerem 
Marke. Rindenschicht grösstentheils knorpelig, aus verzweigten, verflochtenen, läng- 
lichen Fäden gebildet. Früchte seiten- oder endstündig, mit gleichfarbigem Thallus. 
Sporen zweizellig, farblos. 


Usnea Dill. 


1. U. barbata (L.) — Thallus dick-fadenfórmig oder strauchartig, hängend 
oder aufrecht, fast zühe, unregelmässig vielfach verzweigt, kahl oder von ungleichen 
glatten, gefransten Aestchen bewachsen. Früchte seiten- und endständig. Sporen 
ellihsoidisch. 

«) florida L. Thallus aufrecht, strauchig, glatt oder nur wenig rauh; 

f. Arte Ach. Thallus verkümmert, dicht bestaubt; 

8) dasypogon Ach. (pendula Kbr.). Thallus hängend, fadenförmig, rauh. 

Eine an Bäumen und auf altem Holz sehr gemeine Art. Am stattlichsten 
kommt sie auf Lürchen vor. 


Bryopogon Lk. 


2. B. jubatus (L.) — Thallus fadenfórmig, hüngend, einigemal gabelig ge- . 


theilt, grau bis braunschwarz, mit gleichfarbigen Spitzen. 
Sie wächst auf Bäumen und altem Holz, ist aber nicht so verbreitet wie 
Usnea. Stets steril. Am häufigsten wächst sie auf dem Berge Zboží. 


Cornieularia Ach. 


3. C. aculeata (Schreb.). (Cetraria aculeata Ет.). — Thallus aufrecht, 
strauchig, verflochten-verzweigt, oval oder unregelmässig kantig, braun oder schwarz- 
braun. Äste mit schwarzen Zähnen mehr oder minder besetzt. Die Fruchtscheibe 
mit dem borstig bewimperten Rande von derselben Farbe. 

Diese Art wächst in der Umgebung von Deutschbrod nur auf einigen 
Orten auf dürrem Boden. 


Evernia Ach. 


4. Е. prunastri (L.). — Thallus bandförmig, aufrecht oder hängend, beider- 
seits graugrün oder grauweiss oder grünweiss, vielfach gabelig getheilt, mit gabel- 
förmigen, linearisehen Enden. Die Rindenschieht ist nicht rissig. Früchte seiten- 
ständig, fast auf Stielen sitzend, mit hellbrauner Scheibe. Sporen entbehren des 
wasserreichen Randes. 

Früchte sind selten; die nichtfructifieirenden Stücke wachsen häufig an 
den Laub- und Nadelbäumen. Häufig auch an den Pflaumenbäumen, wovon ihr Name. 


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5. E. furfuracea (L.). — Thallus aufrecht, fast hängend, bandförmig, viel- 
fach gabelig getheilt. Auf der oberen Seite ist der Thallus grau oder braun 
(grösstentheils) dicht spreuig, auf der unteren Seite zuerst weiss, dann röthlich 
und endlich schwarz. 


Es ist eine an Bäumen, Zäunen und Dächern gemeine Art. In der Um- 
gebung von Deutschbrod ohne Früchte. Einige Stücke mit Früchten habe ich auf 
dem Ziegenrücken im Riesengebirge gefunden. 


Von der vorigen Art durch die Thallusfarbe leicht zu erkennen. Die. Ober- 
fläche scheint oft von den Auswüchsen wie spreuig oder kleiig zu sein. 


6. Е. divaricata (L.). — Thallus hängend, schmal-bandförmig, weich, beider- 
seits grünlich oder nur grauweiss, durch die querzersprungene Rinde gliederartig. 


In der Umgebung von Deutschbrod setzt sie keine Früchte an und gehört 
zu den seltensten Flechten. An Nadelbäumen bei Vlkov und Pelestrov. Von den 
übrigen Arten unterscheidet man sie leicht durch den rissigen, schmal-bandför- 
migen, feigen, langen Thallus. 


Ramalina Ach. 


7. R. fraxinea (L.). — Thallus hángend oder aufrecht, zühe, durch Netz- 
artige Nerven blatternarbig, graugrün und unregelmässig verzweigt. Früchte an 
jedem älteren Stücke auf einem Stiele zerstreut, fast ansitzend, mit hoher, spüter 
flacher Scheibe, mit hervorragendem Rande. 


«) ampliata (Schaer.). Thalluslappen unregelmässig, sehr breit, flach, tief 
blatternarbig. Früchte zerstreut, 


В) fastigiata (Pers.). Lappen kurz, gleich hoch, flach, bandförmig oder röhren- 
fórmig aufgedunsen. Früchte fast alle endständig. 
Gemeine Art an Laubbäumen sowie auch auf altem Holz. Die Abart f) 
ist in der Umgebung von Deutschbrod weniger häufig, doch nicht selten. 


8. R. calicaris (L.). (R. canaliculata Fr.). — Thallus aufrecht, zähe, schmal- 
bandartig bis fast oval, (grósstentheils) rinnig, graugrün und einigemal gabelig ge- 
theilt. Die Astenden sind unterhalb der nur endständigen Früchte sporenförmig, 
rückwärts umgebogen. Früchte mit einem verschwindenden Thallusrande. 


Nur einige Stückchen sind in der Umgebung von Deutschbrod an Bäumen 
gefunden worden. Bei Podébab an der Birke. 


Am meisten ähnelt sie der R. fraxinea 8) fastigiata, von der sie durch 
die erwähnten Charaktere leicht zu unterscheiden ist. 


9. R. pollinaria (Westr.). — Thallus aufrecht, weich, bandförmig, unregel- 
müssig getheilt, graugrün; unterseits etwas heller und stets von zerstreuten Sore- 
dienhäufchen bestaubt. Sie setzt in der Deutschbroder Umgebung keine Früchte 
an, ist aber eine an Bäumen, Felsen und altem Holz gemeine Art. Der Thallus 
ist blos etwa 3 cm lang. Von der folgenden Art unterscheidet man sie durch die 
breiteren Lappen, unregelmässige Verzweigung und minderen Glanz. Der Thallus 
dieser Art ist viel weicher als der der vorigen. 


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10. А. farinacea (L.). — Thallus hängend, durch die netzartigen Adern 
länglich gefurcht, gabelig getheilt, grünlichweiss, mit schmalen linealischen Ästen, 
mit zahlreichen, seitenständigen, elliptischen Soredien. An Bäumen, doch weniger 
häufig als die vorige Art. 


Sie hat unter allen unseren Arten die schmalsten Lappen. Charakteristisch 
für diese Art sind die elliptischen Soredienhüufehen. Früchte habe ich keine 
gefunden. 


Cladoniaceae. 


Vibersicht der Familien. 


1. Stereocaulon. Thallusstiele fest, mit festem Marke und dünner oft verschwin- 
dender Chromidien- und Rindenschicht. Thallusschuppen verschieden gestaltet, be- 
Sitzen ein festes Mark und eine bleibende Rinden- und Chromidienschicht, über- 
ziehen die Stiele oder sind auf der krustenförmigen Grundfläche angehäuft. 
Früchte sind nicht hohl und besitzen eine rothbraune Farbe. Sporen nadel- oder 
spindelförmig, 4- bis mehrmal septirt, wasserhell. 

2. Cladonia. Thallusstiele hohl, mit dünnem Marke und dünner, hie und 
da fehlender Rindenschicht. Thallusschuppen verschieden gestaltet (selten krusten- 
förmig), manchmal fehlend, auf der Grundfläche und Stielen zerstreut, mit geson- 
derter Rinden- und Chromidienschicht. 


Stereocaulon Schreb. 


А. Thallusstiele sehr dicht und ausdauernd-verfilzt. 


ll. St. tomentosum (Fr.). — Thallusstiele aufrecht, beinahe gabelig ver- 
zweigt, einzeln oder kleine Stöcke bildend, der Erde fast nicht angeheftet, sehr 
dicht grauweiss filzig, und oben mehr als unten von weisslichen oder grüngrauen, 
eingeschnitten-gekerbten Schuppen besetzt. Früchte klein, seitenständig, ausgewölbt. 
Sporen haarförmig, 3—Dmal septirt. 

In der Umgebung von Deutschbrod häufig genug. 


12. St. inerustatum (Flke.). — Thallusstiele aufsteigend, stockförmig, fest 
angewachsen, mit nach allen Seiten kreuzweise auseinander verlaufenden Ästen, 
sehr dichtfilzig. Thallusschuppen warzig, an der Basis weit von einander, oben 
angehäuft, bläulichgrau. Früchte endständig, mit mässig gewölbter Scheibe. Sporen 
haarförmig, 3—5mal septirt. 

Auf den Eisenbahndämmen den Steinen angewachsen ; auf dem Berge Zboží, 
in Hammer und anderswo häufig. 

D. Thallusstiele dünn-filzig, bald nackt. 

13. St. condensatum (Hoffm.). — Thallusstiele aufrecht, niedrig (1 cm), 
zeitweise fehlend, fest genug angewachsen, wenig ästig, anfangs dünn-weisslich- 
filzig, bald fast kahl. Die 'Thallusschuppen bilden an der Basis krustenförmige 
Stöcke, sind auf den Thallusstielen zerstreut und graugrün- oder weissgrau-farbig. 
Früchte endständig, mässig gewölbt. Sporen fein nadelfórmig, 3—7mal septirt. 


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Auf der Sanderde bei den Chlystover Felsen und am Ufer des Chotöborer 
Teiches kommt sie häufig vor, ist aber im Ganzen eine in der Umgebung von 
Deutschbrod seltene Art. 

Ладопіа Hoffm. 

A. Thallusschuppen kórnig, eine ausgedehnte Kruste bildend. 

14. Cl. pappiaria (Ehrh.). — Thallusschuppen warzigkörnig, eine grün- 
graue oder gelbbraune Kruste bildend. Thallusstiele anfangs warzig, später keulen- 
oder walzenförmig, sehr kurz, einfach oder mit einigen gleichlangen Ästen, sehr 
fragil, glatt oder warzig. Früchte klein, zuerst flach, später kugelförmig, mit ver- 
schwindendem Rande, rothbraun-farbig. 

Ich fand diese Art auf einigen Orten in der Umgebung von Deutschbrod. 
Am stattlichsten und häufigsten wächst sie in der Heide bei Bfevnitz. Da sie 
fragil ist, lässt sie sich nicht lang in der Sammlung erhalten. 

В. Thallusschuppen blattförmig. 

a) Thallusstiele becherförmig oder wenigstens oberhalb, wo sie auch Früchte 
tragen, keulenförmig verdickt. 
«) Früchte purpurfarbig. 
*) Thallusstiele nie deutlich becherförmig. 

15. Cl. Floerkeana (Ёт.). — Thallusstiele oft ganz auf der Oberfläche von 
grünen, auf der unteren Seite von reinweissen Thallusschuppen bedeckt. Dieselben 
sind schlank, einfach walzenfórmig oder in mehrere gleich hohe Äste eingetheilt, 
stets ohne Becher. Die Rinde bedeckt vom Anfang die Thallusstiele allseitig, 
spüter befindet sie sich nur an der Dasis, und endlich sind die Stiele nur von 
warziger, schuppiger bis grobkörniger, sich bróselnder Rindenschicht bedeckt. 

In der Deutschbroder Umgebung kommt sie häufig vor. Am meisten ähnelt 
sie der folgenden Art; von dieser unterscheidet man sie aber dadurch, dass sie 
durch die Kaliumlauge unveründert bleibt, Cl. macilenta aber gelb wird. 

16. CL. macilenta (Ehrh.). — Thallusschuppen nur am Grunde, auf der 
oberen Seite graugrün, unterseits weiss. Thallusstiele schlank, einfach walzenförmig, 
oder oben in mehrere Äste eingetheilt, manchmal unbedeutend becherförmig, gleich 
von der Basis grau- oder weiss-mehlig. Früchte verschwindend, auch eine Kappe 
bildend. 

Sie wächst an morschem Holz, zwischen Moos, nicht aber so hüufig wie die 
vorige Art. Durch die Kaliumlauge wird sie gelb. , 

** Thallusstiele gewöhnlich becherförmig, auch horn- oder keilförmig, 

17. (1. coccifera (L.). (Cl. cornucopioides L.). — Thallusblättchen am Grunde 
klein, gelbgrün, oberseits gelblichweiss, unterseits braungelb. Thallusstiele kurz, 
stark, sich allmälig becherförmig ausbreitend, grüngelb oder graugrün, anfangs 
rindig, glatt, dann körnig-warzig oder schuppig, oberhalb mehlig-staubig. Becher 
breit, regelmässig, mit grobgezähntem, oft sprossendem Rande; 

œ) communis Th. Fr. Thallusstiele glatt, warzig oder schuppig. 
В) pleurota Flk. Thallusstiele dicht graugelb-mehlig. Eine in der Umgebung 

von Deutschbrod häufig vorkommende Art. Seltener kommt die Abart p 

vor. Die Früchte sind von hartrother Farbe und werden, im Feuchten 

getrocknet, schwarz. 


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18. Cl. deformis (L.) (Cl. crenulata Flke.). — Thallusschuppen grundständig, 
blättrig, gross oder klein, grüngelb, unterseits weiss. Thallusstiele verlängert, sehr 
mächtig, selten keilfórmig, grösstentheils mit einem endständigen Becher, der Länge 
nach gespalten, an der Basis rindig, glatt oder gerunzelt, bräunlich, oberhalb gelb- 
grün, dicht schwefelgelb bestaubt. Becher schmal, regelmässig, mit aufrechtem, 
wenig gezahntem, fast nie sprossendem Rande. Zähne mit purpurfarbiger Frucht 
ausgeschmückt. 

Eine in der Umgebung von Deutschbrod seltene Art. In Nordböhmen in 
der Umgebung von Sobotka wächst sie häufiger. Oft ist sie der Länge nach ge- 
schlitzt, verunstaltet und darum deformis genannt. Am meisten ist sie Cl. cocci- 
fera pleurota ühnlich, besitzt aber keine so ausgebreitete Becher wie diese, und 
ist gelb-, wogegen diese weiss-bestaubt. 

19. Cl. digitata (L.). — Schuppen am Grunde blattförmig, zähe rundlich, 
gekerbt oder lappig; sie ist die grósste von allen Arten mit rothen Früchten. Die 
Thallusstiele wachsen aus den grundständigen Blättern fort, sind kurz und becher-, 
keil- oder hornförmig, unterseits berindet und gerunzelt-warzig, oberseits weiss- 
gelb oder weisslich-staubig. Becher nicht tief, mit einem nach Innen gekrümmten 
Rande oder randständigen, fingerfórmigen Auswüchsen. 

Diese Art ist in hiesigen Gegenden weniger häufig, und selten mit ent- 
wickelten Thallusstielen. Am häufigsten wächst sie im Walde bei Hammer am 
linken Ufer des Sazawa-Flusses. 

Durch die grossen grundständigen Blätter (etwa 1 cm lang), weiter durch 
die Form des Bechers, dessen Rand nach Innen gekrümmt ist oder randständige, 
fingerförmige Auswüchse besitzt — wovon ihr Name — wird sie von den übrigen 
sehr leicht unterschieden. 

ß) Früchte braun. 

а) Thallus vornehmlich aus Blättern, welche an Grösse die Schuppen aller 

übrigen Arten übertreffen, zusammengesetzt. 

20. Cl. turgida (Ehrh.) — Schuppen nur am Grunde, grossblättrig, auf- 
steigend, breitlappig, sehr zähe, graugrün, unterhalb weiss. Thallusstiele graugrün, 
glatt, lang walzenfórmig, becher- oder keilfórmig. Astenden mit abstehenden Spitzen. 
Früchte hellrothbraun, zeitweise verblichen. 

Ich habe diese Art nur auf zwei Orten in der Umgebung von Deutsch- 
brod und zwar im Walde bei Pelestrov und im Walde unter Hochtann gefunden. 
In Nordbóhmen im Hüra-Walde bei Sobotka sammelte ich diese Art auch. 

Die Blüttchen pflegen 2—4 em lang und 1—2 cm breit zu sein. Die Becher 
besitzen einen Grund, der aber durchbrochen zu sein pflegt; darum ist dieses 
Merkmalzeichen von keiner Wichtigkeit. 

В) Thallus aus Thallusschuppen von keiner so deutlichen Dlattform, indem 

die Schuppen weit kleiner sind, zusammengesetzt. 
* Becher mit Grund. 
t Thallusstiele fein mehlig-staubig, körnig oder durch gebröselte Rinde 
schuppig. 
© Thallusstiele feinmehlig. 


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21. Сі. cornuta (L.). — Thallusschuppen am Grunde klein-blattförmig und 
tiefgekerbt. Thallusstiele sehr schlank, einfach keil- oder walzenförmig, mit schmalen 
Bechern, am kleingezähnten Rande mit langen hornförmigen Auswüchsen. Thallus- 
stiele unterhalb glatt berindet, oberhalb von feinem Mehle bedeckt, grau oder grau- 
grün gefärbt. 

In Waldplätzen, zwischen Moos, an Säumen der Wälder in der Umgebung 
von Deutschbrod. Der folgenden Art sehr ähnlich, durch glatte Rinde in unterem 
Drittel sehr leicht kennbar. 


22. Cl. fimbriata (L.). — Thallusschuppen grundständig, wirklich schuppen- 
artig und gekerbt. Thallusstiele grösstentheils verlängert, mit feinem weissem oder 
hellgraugrünem Mehle (nie mit Kernen) dicht bestaubt, keil- oder becherförmig 
oder ästig, mit einigemal sprossendem Rande. Früchte dunkelrothbraun. 

Sie kommt sehr häufig an Rainen, Dämmen zwischen Moos an Säumen der 
Wälder und anderswo vor. Sie zeichnet sich durch Formverschiedenheit aus, wird 
aber durch die angegebenen Charaktere von allen leicht unterschieden. Am meisten 
ist sie der folgenden Art ähnlich. 

OO Thallusstiele durch die sich bröselnde Rinde körnig oder schuppig. 

23. Cl. cariosa (Ach.). — Thallusschuppen an der Basis klein-blattförmig, 
gekerbt, graugrün, auf der oberen Seite weiss. Thallusstiele kurz, stark, oberhalb 
verdickt und becherlos oder in mehrere gleichhohe Äste getheilt, anfangs glatt, 
dann körnig-warzig, von unten bis hinauf gitterartig durchbohrt. Früchte dunkel- 
braun, oft verschmolzen. 

Sie gehört zu den häufigen Arten in der Umgebung von Deutschbrod und 
scheint immer wie vermodert. Ich bemerkte, dass sie auf feuchteren Plätzen am 
Grunde zweimal längere Blättchen und fast keine Thallusstiele besitzt, was man 
als besondere Form aufstellen könnte. Früchte hellbraun. 


24. Cl. pysidata (L.). — Die grundständigen Schuppen sind klein-blatt- 
oder schuppenförmig. Stiele kurz, stark, umgekehrt kegelförmig, dutenartig, mit 
einem Becher endend, auf der ganzen Oberfläche deutlich berindet, körnig, schorfig, 
oder körnigmehlig. Becher regelmässig, zuweilen mit sprossendem Rande. Früchte 
hellbraun. 

a) neglecta (Flke.). Schuppen grundständig, klein, feiner und aufsteigend. Thal- 
lusstiele kurz, glatt oder schuppig. 

В) Pocilwm (Ach.). Blätter am Grunde gross, zähe, Thallusstiele klein, mit 
breitem, aber kurzem Becher, körnig oder schuppig. 


y) Chlorophaea (Wlke.) (C. fimbriata var. Kbr.) Schuppen am Grunde klein, 
zühe, Thallusstiele verlängert, kórnig-mehlig (nie vollkommen mehlig). 
Tt Thallusstiele berindet, nackt, auch blattartig. Blätter bei der Erde 
auch fehlend. 


25. Cl. degenerans Hike — Thallusschüppchen am Grunde klein, manchmal 
fehlend. Thallusstiele an der Basis schwarz, mit weissen Punkten und Flecken, 
oberhalb grünlich, weisslich oder bräunlich, anfangs glatt, dann warzig, mehr oder 
minder mit Blättchen überwachsen. Becher sehr unregelmässig, am Rande spros- 
send und zerschlitzt. 


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Sie wächst in Wäldern, an Waldsäumen und anderswo. Man kann einige 
verschiedene, sehr wenig ähnliche, aber wenig festgestellte Formen unterscheiden. 
Jedes Stück ist an der Basis schwarz, weiss punktirt oder fleckig, Becher immer 
unregelmässig, manchmal durch Sprossungen und Schlitzen undeutlich. 


26. Cl. gracilis (L.). — Schuppen an der Basis klein, zeitweise fehlend. 
Thallusstiele lang, glatt berindet, braun oder grünbraun, an der Basis schwarz, 
mit langem, schmalem oft sprossendem Becher. Früchte rothbraun oder braun. 


«) chordalis Vlke. (vulgaris Kbr.). Thallusstiele schlank, glatt, mit schmalem, 
sprossendem Becher, oder pfriemenfórmig. Schuppen am Grunde fehlen; 


f. aspera Hike, Thallusstiele mit Blättchen bewachsen ; 


B) hybrida Ach. Thallusstiele kürzer, stark, fast aufgedunsen, mit breiteren, 
auch einigemal sprossenden Bechern. 

Sie kommt in Wäldern häufig vor und man unterscheidet sie von der fol- 

genden Art durch die verhältnissmässig längeren Thallusstiele, breitere Becher 

und dass durch die Sprossung nur wenige Thallusstiele übereinander aufwachsen. 


27. Cl. verticillata (Hoffm.). — Thallusstiele kurz, stark, grünbraun, mit 
regelmässigen flachen Bechern, welche im Centrum, selten am Rande Sprossen; es 
Wachsen stets mehrere Stiele übereinander auf. Früchte braun. 

An sonnigen Plätzen zwischen Gras, an Süumen der Nadelwülder auf vielen 
Orten, nie aber in solcher Menge wie die vorige Art. Zeitweise befinden sich 
bis 5 Stiele übereinander. Früchte am Rande des Bechers wirtelig. 

** 'Thallusstiele der ganzen Länge nach hohl, scheidewandslos, Becher 
also grundlos. 


28. Cl. delicata (Ehrh.) (Cl. squamosa var. Kbr.). — Thallusschuppen am 
Grunde klein, dicht gruppirt, mit körnigem oder staubigem Rande, unregelmässig 
zerschlitzt. Thallusstiele klein, walzenförmig, fast durchscheinend, einfach oder 
oberhalb zerspalten, mit körnigem oder schuppigem Überzug. Früchte gruppirt, 
dunkelbraun. 

Im Hammer-Walde. Die Thallusstiele werden durch die Kaliumlauge-Re- 
agenz gelblich, wogegen sie bei Cl. caespiticia und Cl. squamosa unverändert bleiben. 


29. Cl. caespiticia Flke. (Cl. squamosa var. epiphylla Kbr.). — Thallus- 
Schüppchen am Grunde aufsteigend, kleinblättrig, kerbig, getheilt, dicht, rasenartig. 
Thallusstiele oft fehlend, sehr klein, einfach walzenförmig, nackt oder körnig-rauh, 
durchscheinend. Früchte zusammenverschmolzen, braunfarbig. 

Zwischen Moos im Hammer-Walde am linken Ufer des Sazawa-Flusses. 
Anderswo habe ich diese Art bis jetzt noch nicht gefunden. Stiele fast centi- 
meterhoch. 


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30. Cl. squamosa Hoffm. — Thallusschuppen bedecken die Thallusstiele 
oft vollkommen. Thallusstiele lang, einfach walzenfórmig oder unregelmüssig ver- 
zweigt, oder wenig deutlich becherförmig ausgebreitet, zuerst glatt, grubig, bald 
mit sich fasernder Rinde, so dass die Oberflüche spreuig ist. Becher mehrmal 
unregelmässig sprossend. Früchte schopfig angehäuft, flach, mit deutlichem Saume, 
später gewölbt, saumlos. Farbe der Früchte rothbraun. 


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Eine in der Deutschbroder Umgebung nicht häufige Art. Sie wächst im 
Hammer- und Dfevnitzer Walde. 

31. Cl. uncinata Hoffm. (Cl. cenotea Ach.). — Thallusschuppen nur grund- 
ständig und gekerbt. Thallusstiele lang, stark, einfach walzenförmig oder wenig 
ästig, keil- oder becherförmig, gewöhnlich ein wenig aufgedunsen, unterseits schuppig- 
warzig, oberseits grauweiss, fein mehlig. Becher gezähnt, oft sprossend, schmal, 
mit nach Innen gekrümmtem Rande. Früchte zusammenfliessend, hellrothbraun 
oder dunkelbraun. 

b) Thallusstiele strauchartig verüstelt, in Astachseln grösstentheils geöffnet. 


32. Cl. furcata (Huds.). — Schuppen grundständig, kleinblätterig, gekerbt, 
manchmal fehlend. Thallusstiele schlank, glatt, graugrün bis braun, mehr oder 
minder blüttrig, strauchartig verüstelt, mit gabelig endenden Astchen, zugespitzt. 
Fruchtästchen fast stets doldig gehäuft, Früchte braun; 

ei crispata (Ach.). Thallusstiele aufgedunsen, oft mit einem länglichen Schlitz, 
band- ойе becherfórmig, mit gerunzelt-geschlitztem Rande, von brauner 

Farbe und ein wenig mit Schuppen geschmückt. 

B) racemosa (Hoffm.). Thallusstiele schlank, stark, unregelmässig verzweigt, 
spiessfórmig, von Schuppen. (grósstentheils dicht) bewachsen, weissgrün. 
Form а) erecta Fw. Stiele aufrecht ästig. 
Form b) recurva (Hoffm.). Stiele aufsteigend und rückwärts umgewendet. 
y) subulata (L.). Thallusschuppen grósstentheils fehlend. Thallusstiele schlank, 
aufrecht, mehrmal gabelig getheilt, mit langen aufrechten, pfriemenfórmigen 

Enden. ; 

In Wäldern und an sonnigen Plätzen wächst sie häufig. Im Schatten ist 
sie von hellerer Farbe als an Sonnenplätzen, wo sie bis dunkelbraun ist. Am mei- 
sten der nachfolgenden Art ähnlich. 

33. Cl. rangiformis Hoffm. (Cl. pungens Ach.). — Thallusschuppen gekerbt, 
auf Stielen zerstreut, oft fehlend. Thallusstiele schlank, durchstochen, mit nach 
allen Seiten verlaufenden und verflochtenen Ästen, wodurch dichte Stöcke entstehen. 
Rinde glatt, weissgrün, graugrün oder bräunlich, gewöhnlich mit weissen, durch 
die sich abschälende Rinde entstandenen Punkten. 

Die häufigste Art in der Umgebung von Deutschbrod, überall auf dürrem 
Boden und oft mit der vorigen Art, deren Abart subulata (L.) sie am meisten 
ähnelt, zusammen. Auf sonnigen Plätzen besitzt sie eine hellere Farbe als auf 
schattigen Orten. 

Durch die Bildung von dichten Stöcken und weisse Punktirung lässt sie 
sich von der vorigen Art am leichtesten unterscheiden. 


C. Thallusschuppen fehlen. Thallusstiele strauchig. 


34. CI. rangiferina (L.). — Thallusstiele walzenförmig, strauchig, glanzlos. 
Astachseln undeutlich durchstochen oder zerrissen. Äste kurz, aufrecht oder abge- 
bogen, die sterilen Gipfelüste abgebogen hüngend, die fruchtbaren aufrecht. Früchte 
klein, gewölbt oder kugelförmig, hellbraun oder dunkelbraun. 


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a) vulgaris Schaer. 'Thallusstiele schlank, weiss oder grau, alle Äste nach 
einer Seite gewendet und umgebogen hängend, mit braunen Spitzen. 

| В) silvatica (L.). Thallusstiele schlank, strohgelb oder grüngelb, mit nach 

| allen Seiten hängenden Asten und mit Spitzen von gleicher Farbe. 


In Wäldern und an sonnigen Plätzen häufig. Abart 8) ist in der Umge- 
bung von Deutschbrod weniger hüufig. 


Die in Bóhmen entdeckten, in der Umgebung von Deutschbrod aber 
fehlenden Flechten. 


Usnea plicata L. Riesengrube im Riesengebirge (Fw.). 
» longissima Ach. Böhmerwald (Fw.). 
Bryopogon jubatum Ach. 


B) implexum Hoffm. Im Elbgrunde mit Früchten (Stein). 
Alectoria sarmentosa Ach. 
f. erinalis (Ach.) An Fichten bei Marienbad (Körber). 
з ochroleuca (Ehrh.) Im Riesengebirge häufig (Stein). Bei der Riesen- 
baude habe ich sie selbst gesammelt. 
$ nigricans (Ach.) Auf Gesteinen auf der Schneekoppe (Stein). 
Cornicularia, tristis (Web.) Schneekoppe (Mosig). 
Evernia vulpina (L.) Kesselkoppe im Riesengebirge (St.). 
Kamalina polymorpha (Ach.) Erzgebirge. 
T'hammnolia vermicularis (Sw.) Schneekoppe (Stein). Sterile Stücke habe ich 
selbst genug gefunden. 


Stereocaulon coralloides Е. Kesselkoppe im Riesengebirge (St.). 


5 denudatum Ylke. Von mir in der Riesengrube gesammelt. 
8 nanum Ach. Nach Mann’s Angabe bei Tetschen. 
"E cereolinum Ach. Von Mann unter den böhmischen aufgeführt. 


Cladonia cyanipes (Somft.) Im Riesengebirge. 

li bellidiflora (Ach.) Im Riesengebirge sehr häufig. Jeschken (Sieg- 

mund). 

» ‚Botrytes (Haq.) Falkenberg (Karl). 

» stellata (Schaer.) Kbr. Cl. uncialis (L.). Ich sammelte diese Art 
auf einigen Orten in Nordböhmen, z. B.: Im Walde bei den Prachover Felsen bei 
Jiéfn. In der Deutschbroder Umgebung habe ich sie bis jetzt noch nicht gefunden. 
Auch in den Borkovicer Wäldern bei Täbor (A. Bernard). 


T Sphaerophorus compressus Ach. Ich habe sie bei der „Hrubá Skála“ auf 
Felsen gesammelt. Nach Mann in Bóhmen verbreitet. 


Sphaerophorus coralloides Pers. Erzgebirge. Jeschken (Rbht.). 
% fragilis (L.) An der böhmischen Seite des Riesengebirges 
(Rbht.). Nach Kirchner auch im Böhmerwalde. Sterile Stücke habe ich im Riesen- 
gebirge selbst gesammelt. 


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Il. Die Laubfleehten der Umgebung von Deutschbrod. 


Thallus durch zwei vorherrschenden Wachsthumsrichtungen blattförmig und 
mittelst fester, zerstreuter Haftfasern, seltener durch eine Nabelscheibe verschie- 
denen Gegenständen angeheftet. Einige Laubflechten (Cetraria islandica, Physcia 
ciliaris), bei denen nur eine Wachsthumsrichtung vorherrscht, ähneln mehr den 
Strauchflechten als den Laubflechten; die verwandten Arten und theils auch die 
Anheftungsweise weisen aber auf die Gruppe hin, zu welcher sie am besten passen. 


Hypothallus fehlt. 
Übersicht der Familien: 


A. Scheibenfrüchtige. Die Fruchtschicht (hymenium) reisst den Thallus 
mittelst Exeipulum auf, entblösst sich und ist scheiben- oder schildförmig. 


Parmeliaceae. Thallus blattartig, anliegend oder aufsteigend, beiderseits 
berindet und mit festen Haftfasern befestigt. Früchte vom Thallus berandet. Im 
Thallusrande sind Chromidien enthalten. 


Peltideaceae. "Thallus blattartig, auf der unteren Seite unvollständig be- 
rindet oder ohne Rindenschicht, mit festen Haftfasern befestigt. Früchte schild- 
förmig, vom Thallus nicht berandet, in der Jugend aber von einem später zer- 
reissenden vom Thallus gebildeten Schleier bedeckt. 


Umbilicarieae. Thallus blättrig, beiderseits berindet, an einer einzigen 
Stelle (durch Nabel) den Gegenständen angeheftet. Früchte einfach oder kreis- 
faltig zusammengesetzt. 

B) Angiocarpi. Fruchtschicht (hymenium) verwandelt sich in eine weiche 
Masse (Kern), welche meist vom kohligen Excipulum bedeckt ist; im letzten ent- 
steht am Scheitel nur eine kleine Öffnung oder springt der Scheitel strahlenartig 
auf. Die Frucht ist kugelfórmig. 

Endocarpeae. Thallus blattartig, durch Nabel angewachsen. Früchte in den 
Thallus eingesenkt. 


Parmeliaceae. 


Übersicht der Gattungen. 


A. Sporen einzellig, wasserhell. 

Cetraria, Thallus blättrig bis strauchig, mit wenigen Haftfasern befestigt 
oder im Alter ganz frei. Früchte am Rande des Thallus oder schief randständig, 
dadurch anfangs der Rand auch schief. Sporen einfach, farblos, zu je 8 in keulen- 
förmigen Schläuchen. Spermatogonien in erhöhten Warzen oder kurzen Dornspitzen. 

Diese Gattung steht an der Grenze zwischen Strauch- und Laubflechten. 
Einige Arten ühneln durch ihren Habitus mehr diesen, die anderen jenen. Da 
aber alle wenigstens in der Jugend mittelst Haftfasern angeheftet sind, ist es besser 
sie den Laubflechten anzureihen. : 

Parmelia. Thallus blattartig, wagerecht ausgebreitet, seltener aufsteigend. 
durch Haftfasern angewachsen. Früchte auf der Oberfläche des Thallus zerstreut, 


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vom Thallus berandet. Sporen einzellig, farblos, zu je 8 in einem Schlauche. Spermo- 
gonien meist eingesenkt, zuweilen in vorstehenden Spitzen. 

Menegazzia. Thallus blattartig, mit der ganzen Unterseite bis auf einige 
Stellen fest angewachsen. Früchte auf der Thallusoberfläche zerstreut, schüssel- 
förmig, vom Thallus berandet. Sporen gross, einzellig, ungefärbt, zu 2—4 in einem 
Schlauche. Spermogonien eingesenkt. Von der Gattung Parmelia wird sie besonders 
dadurch unterschieden, dass in einem Schlauche 2—4 Sporen entstehen. Die mei- 
sten Lichenologen zählen sie zu der Gattung Parmelia. 

D. Sporen zweizellig. 


Physcia. Thallus blattartig, anliegend oder aufsteigend, mittelst Haftfasern 
angeheftet. Früchte der Thallusoberfläche ansitzend, vom Thallus berandet. Sporen 
Zweizellig, braun oder schwärzlich. Spermogonien eingesenkt. 


Xanthoria. Thallus blüttrig, anliegend oder aufsteigend, durch Haftfasern 
befestigt. Früchte auf der Thallusoberfläche sitzend, schüsselförmig und vom 
r D D LI e D D 
Thallus berandet. Sporen polarzweizellig, wasserhell, zu je 8 in einem Schlauche. 


Candelaria. Thallus kleinblättrig, aufsteigend, durch Haftfasern befestigt. 
МКП D m m D 
Früchte der Thallusoberfläche ansitzend, schüsselförmig und vom Thallus berandet. 
d H D ча € Ч Ч 
Sporen polarzweizellig, wasserhell; zu 16—32 in einem Schlauche. 


Cetraria Ach. 
A. Thallus strauchig, aufrecht, später der Erde nicht angeheftet, 
35. C. islandica (L.). — Thallus schmal-blattartig, mehrmal gabelig ver- 
Zweigt. Einzelne Theilchen rinnenfórmig, bisweilen bis fast röhrig eingerollt, mit 
manchmal mehr, manchmal weniger bewimpertem Rande. Farbe ist glänzend grün- 
braun bis kastanienbraun, oberseits heller als unterseits, an der Basis verblichen, 
gewöhnlich rothfleckig. Früchte randstündig mit rothbrauner Scheibe. 


L a) platyna (Ach). Thallus breit, wenig verästelt, mit fast flachen und 
nackten Rändern. 

L b) crispa (Ach.). Thallus schmal, vieltheilig, mit eingebogenen, bewim- 
perten Rändern. 

L c) subtubulosa (Fr.). Thallus schmal, wenig ästig, dicht bewimpert, durch 
die nicht nur eingebogenen, sondern auch zusammengewachsenen Ränder 
eine Röhre bildend. 

Die Form platyna wächst auf dem Berge Zboží, die übrigen Formen im 
Rozkoser Thale. Die Früchte sind in der Umgebung von Deutschbrod sehr selten, 


B. Thallus blattartig, aufsteigend oder anliegend, zeitlebens (gewöhnlich 
den Bäumen) angewachsen. 
а) Thallus gelb. 


36. C. pinastri (Scopoli). — Thallus beiderseits citrongelbfarbig, mit krausem, 
von gelben Soredien bedecktem Rande. ; 
In der Umgebung von Deutschbrod selten und stets ohne Früchte. Die 
meisten Stücke habe ich im Sprung an den Nadelbäumen gesehen. 
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b) Thallus grau bis braun. 

37. C. sepincola (Ehrh.) — Thallus angedrückt oder aufsteigend, glatt, 
braungrün bis kastanienbraun, auf der Unterseite heller. Lappen kurz, wellig 
oder gezähnt. 

f. chlorophylla (Humboldt). Lappen aufsteigend, auch aufrecht, heller, unter- 
seits fast weisslich, mit wellig-krausem und von weisslichen Soredien be- 
staubtem Rande. 

In der Umgebung von Deutschbrod wächst nur die Form chlorophylla 
(Humboldt), ist aber stets steril und selten. Ich habe sie gesehen an der Birke 
bei „Drätovna“, am Schindeldache im Klostergarten und mehrere Stücke in Leithen. 

38. C. glauca (L.). — Thallus breit-blattfórmig, aufsteigend, glatt, glänzend 
graugrün, unterseits glänzend braunschwarz mit hellerem Rande. 

f. fallax (Ach.). Unterseite weiss, oft braun oder schwarz gefleckt. Rand der 
Lappen mehr zerschlitzt. 

In der Umgebung von Deutschbrod ohne Früchte, aber weniger selten 
als die zwei vorigen Arten. Am häufigsten wächst sie an den Birken. Durch die 
Farbe ähnelt sie Parmelia perlata, wird aber von derselben durch das weniger ge- 
drungene Wachsthum, regelmüssigere Ausbreitung, weniger gerundete Lappen und 
die Unterseite, welche bei Parmelia perlata warzig oder wenigstens rauh und auch 
weniger glänzend ist, unterschieden. 


Menegazzia Mass. 


39. M. pertusa (Schrk.) |M. terebrata (Hoffm.)] (Parmelia pertusa). 
Thallus graugrün, kreisrund, mit der ganzen Unterseite angewachsen. Unterseite 
nackt, ohne Fasern, gerunzelt und schwarz mit zahlreichen eingesenkten, weissen 
Stellen. Lappen dicht nebeneinander, jeder in der Mitte wie mit einer Pfrieme 
durchbohrt. 

Sie hat keine Früchte. Es pflegen oft auf der Oberseite zahlreiche, weisse 
Soredien vorzukommen, und an alten Stücken ist die Thallusmitte vermodert. Ich 
habe viele Stücke bis jetzt aber nur in der Nähe der Burgstätte Rohovec an 
Tannen entdeckt. 


Parmelia Ach. 
A. Der trockene Thallus verschiedenartig grau gefärbt, (grüngrau, braungrau). 
a) Thallus auf der Unterseite ohne Fasern. 

40. P. physodes (L.). — Thallus häutig, angepresst, locker angewachsen, 
auf der oberen Seite graugrün, unterseits glatt, glänzend schwarzbraun. Lappen 
vielttheilig, flach genug, nicht durchbohrt; aufsteigende Enden aufgeblasen und oft 
von Soredien bedeckt. Früchte fast gestielt, mit hellrothbrauner Scheibe und dünnem, 
ganzem Rande. 

«) vulgaris (Kbr.). Lappen kürzer, dicht, oberseits einfarbig. 

Form labrosa (Ach.). Lappen aufsteigend, verbreitert, zurückgekrümmt, so- 

redientragend. 

Sie wächst an verschiedenen Bäumen, Zäunen und anderen Gegenständen 
und ist die häufigste Art. Früchte habe ich nur an Birken in Leithen und RoZhák 


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aufgefunden. Von allen Parmelien lässt sie sich, auch steril, leicht unterscheiden, 
nur mit der Gattung Menegazzia hat sie eine grosse Ähnlichkeit, wird sie aber 
von derselben durch die nicht durchbohrten Lappen unterschieden. 

b) Thallus unterseits (bisweilen locker) bewimpert. 

&) Unterseite bleichbraun. 

41. P. Borreri (Turn.). — Thallus häutig, anliegend, wellig gerunzelt, ober- 
seits graugrün, mit zahlreichen weisslichen Soredien in rundlichen Häufchen, am 
Rande glatt, glänzend braungrün, unterseits hellbraun mit zerstreuten, ein wenig 
helleren Fasern. 

f. marginata St. Thalluscentrum fast ohne Soredien, Lappen am Rande ein- 
wärts umgebogen und dicht mit Soredien bedeckt. 

In der Umgebung von Deutschbrod nicht häufig und stets ohne Früchte. 
Am meisten ist sie der Parmelia saxatilis und die Form marginata der Parmelia 
revoluta ähnlich, von denen sie besonders durch die Unterseite kennbar ist. Sie 


Wächst an Nadelbäumen im Rosendorf, Sprung, im Rozkoser Thale und an Erlen 
in Hammer. 


42. P, aleurites (Ach.). (Cetraria aleurites [Ach.]. — Thallus dünnhäutig, 
angedrückt, weissgrau, im Centrum schmutzig- oder rüthlichgrau, runzelfaltig, im 
Alter mehlig zerfallend; unterseits ganz bleichbraun mit wenigen, langen Wimpern, 
Lappen nackt mit aufsteigendem, gekerbtem Rande. 

In der Umgebung von Deutschbrod ohne Früchte und im Ganzen selten. 
An Nadelbäumen in Sprung am häufigsten. Eine der Parmelia hyperopta Ach. 
vollkommen ähnliche Art. Sterile Stücke werden nur durch die Oberseite, die bei 
der Parmelia aleurites hell, bei Parmelia hyperopta aber schwarz ist, unterschieden. 

8) Thallusoberflüche dunkelbraun bis schwarz, mit hellerem Rande. 

*) Thallus auf der Unterseite netzig-grubig. 


43. P. saxatilis (L). — Thallus häutig, angedrückt, oberseits graugrün, 
unterseits Schwarz, kurz und dicht schwarzfaserig. Lappenenden flach, ein wenig 
gerundet, am Rande seicht ausgeschweift. Früchte schüsselfórmig, von kastanien- 
brauner Farbe, mit gezühntem Rande. 

| Sie gehört zu den häufigsten Flechten an Bäumen, Felsen, Zäunen und 
Dächern, Früchte sind aber selten. Nur einige Stückchen mit Früchten haben meine 
Schüler bei der Burgstätte Ronovec und bei Stříbrná Hürka gefunden. Man kann 
Mehrere Formen unterscheiden, alle aber lassen sich darnach erkennen, dass der 
Thallus auf der Oberseite netzartig-grubig ist (wodurch. sie von ähnlichen Arten 
leicht zu unterscheiden ist) Am ähnlichsten ist sie der Р. Borreri. Parmelia 
tiliacea und revoluta ist mehr zähe und von hellerer Farbe. 

"*) Thallus nicht netzig-grubig. 

1) Thallus mit abstehenden und dem Substrat wenig anliegenden Lappen. 


44. P. revoluta (Flke.) — Thallus fast häutig, graugrün, unterseits braun- 
schwarz, mit kurzen, sehwarzen Fasern. Lappen gerundet, aufsteigend, mit nach unten 
gekrümmtem, eine Kappe nachahmendem, mit graugrünen Soredien dicht bestaubtem 


Rs Туһ D . ` m H H m 
m Früchte ansitzend, mit brauner Scheibe und dünnem, ein wenig gezähntem 
Rande. 


20 


An Erlen und Steinen in Hammer, an Erle bei Sidläk, an Birke in Leithen. 
Im Ganzen in der Umgebung von Deutschbrod sehr selten. Früchte habe ich blos 
auf einem Stückchen gefunden. Durch die Farbe, kreisartige Ausbreitung und 
zähen Thallus ähnelt sie am meisten Parmelia tiliacea, unterscheidet sich aber von 
derselben durch die am Rande zuruckgebogenen, mit Soredien bestaubten Lappen. 
Manche Stücke von Parmelia Borreri sind dieser Art sehr ähnlich, lassen sich aber 
durch die hellbraune Unterseite, die bei P. revoluta stets schwarz ist, leicht 
erkennen. 

45. Parmelia perlata (L.). — Thallus regelmässig kreisrund, derbhäutig, 
sraugrün, mit bräunlichen Rändern, auf der Unterseite glänzend braunschwarz mit 
helleren Rändern. Durch verkrümmerte Fasern unterseits warzig. Lappen gerundet, 
aufsteigend oder anliegend, nie aber angedrückt. Sie gehört zu seltenen Flechten 
der Umgebung von Deutschbrod und ist immer fruchtlos. Ich habe sie nur im Roz- 
koser Thale an Nadelbäumen und bemoostem Felsen und einige Stücke im Sprung 
gefunden. In Nordböhmen in der Umgebung von Sobotka ist sie gleichfalls selten; 
ich fand sie nur am Quaderstein bei dem Podseminsky-Teiche. 

Von P. revoluta durch die grösseren, nicht zurückgekrümmten Lappen sehr 
leicht kennlich. Durch ihren Glanz, Farbe und theils auch das Wachsthum ist 
sie Cetraria glauca am meisten ähnlich. 

Tf Thallus mit nicht aufsteigenden, dem Substrate angedrückten Lappen. 

46. P. tiliacea Hoffm. Thallus kreisförmig ausgebreitet, häutig und ange- 
drückt. Lappen gekerbt, oberseits weissgrau, glanzlos, unterseits braunschwarz, 
mit schwarzen Fasern. Früchte schüsselförmig, ansitzend, mit rothbrauner Scheibe 
und dünnem wellig-bogigem, ganz randigem oder nur wenig gezähntem Rande. 


Sie wächst in der ganzen breiteren Umgebung von Deutschbrod, gehört 
aber nicht zu häufigen Flechten. Am häufigsten an alten Schindeldächern in der 
Gesellschaft mit P. saxatilis und Physodes, von denen sie sich schon aus der Ferne 
durch die weissere Farbe unterscheidet. Unter allen grauen Flechten hat si den 
zähesten Thallus. Früchte fand ich nur auf einigen Orten, und zwar an der Eiche 
auf der Vítkova stráü, am Vogelbeerbaum an der Humpoletzer Strasse und am 
Vogelbeerbaum an der Rozkoser Strasse. 

В. Thallus gelbgrün oder gelblich. 

a) Thallus stark glänzend. 

47. P. conspersa, (Chrh.). — Thallus häutig, gerundet, anliegend, glatt, in 
der Mitte oft spreuig, hellgrünlichgelb, stark glänzend, unterseits matt-schwarz, mit 
dichten kurzen Fasern. Lappen flach. Früchte ansitzend, mit flacher, dunkel- 
brauner Scheibe mit nach Innen gekrümmtem, nicht getheiltem, später rissig-ge- 
zähntem Rande. 

An Gneis- und Granitfelsen in ganzer Deutschroder Umgebung häufig, 
mit zahlreichen Früchten. Von den angeführten Arten ähnelt sie am meisten 
P. caperata; von dieser aber durch den Glanz, sowie durch regelmässigere Thallus- 
ausbreitung und Anwesenheit der Früchte leicht zu unterscheiden. 


b) Thallus nicht glünzend. 


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48. P. caperata (L.). — Thallus ausgedehnt, selten kreisartig ausgebreitet, 
hüutig, anliegend, wellig-faltig, matt-hellgelb oder grüngelb, unterseits schwarz, 
warzigrauh oder kurz-dicht-faserig. Lappen an den Enden gerundet. 

In der Umgebung von Deutschbrod an Laub- und Nadelhölzern selten 
genug. Ebenfalls wächst sie in der Umgebung von Stok, Pfibislau und Chotébor. 


49. P. diffusa (Web.). — Thallus klein, häutig, anliegend, gleichmässig 
grüngelb oder bleichgelb, mit zahlreichen schwefelgelben Soredien, auf der Unter- 
Seite schwarz, dicht-faserig. Lappen sternartig ausgebreitet, gedrängt (etwa milli- 
meterbreit) und flach. 

Sie gehört in der Deutschbroder Umgebung zu seltenen Flechten und ist 
stets steril. Ich fand sie an Nadelbaumwurzeln auf dem Hochtann, im Sprung und 
auch an Kieferbaumstöcken bei Habry. Von beiden vorigen Arten durch ihre 
Kleinheit augenblicklich unterscheidbar. Sie ähnelt Parmelia hyporepta und aleu- 
rites, von denen sie sich durch gelbe Farbe unterscheidet. Durch zahlreiche, be- 
deutend grosse, rundliche, gelbe Soredienhäufchen, welche manchmal den ganzen 
Thallus wie gelbes Mehl bedecken, ist sie leicht zu erkennen. 

C) Thallus braungrün, gelbbraun auch braunschwarz. 

a) Thallus mit aufsteigenden Lappen und weit mehr zähe als der der 
folgenden Arten. 


50. P. acetabulum (Neck.). Thallus flachhandgross, fast lederartig, braun, 
am Rande braungrün oder graugrün, ein wenig glänzend, unterseits bleicher, mit 
Zerstreuten, kurzen Fasern. Lappen gerundet aufsteigend und am Rande auch 
ansitzend. Früchte gross, tief, rothbraunfarbig. 

Ich besitze einige Stückchen mit Früchten von Zdár. In der Umgebung 
von Deutschbrod fand ich sie fruchtlos nur auf drei Orten an Laubhölzern, in 
Nordböhmen bei Sobotka an Weide. Durch den zäheren Thallus und aufsteigende 
Lappen von beiden folgenden Arten unterscheidbar. Durch die Farbe manchen Stücken 
von Parmelia olivacea, welche an Laubbäumen wächst, ähnlich. Ihr Name rührt 
von den in der Jugend stark vertieften Früchten her. 

b) Thallus mit angedrückten Lappen. 


51. P. olivacea (1.). — Thallus häutig, angedrückt, schwach glänzend, 
breitlappig, olivengrün bis grünbraun, nackt oder durch Sprossungen wie bestaubt, 
unterseits schwarz mit helleren Rändern und dichten, kurzen Fasern. Früchte an- 
sitzend mit heller auch flacher, dem Thallus und dem dünnen, ungetheilten oder 
Schwach gezähnten und glatten Rande gleichfarbiger Scheibe. 

An Felsen sowie auch Bäumen häufig. 

An Bäumen pflegen oberseits hellere und unterseits hellbraune Formen 
vorzukommen. Ihre Oberfläche ist nie warzig, wodurch sie von der folgenden Art 
leicht zu unterscheiden ist. 


52. P. aspidota (Ach.) (Imbriearia aspera Mass. Kbr.). — Thallus häutig, 
glänzend, glatt oder gerunzelt, mit zahlreichen, gleichfarbigen, im Centrum ange- 
häuften Wärzehen. Früchte mit bedeutend grossem, mit Wärzchen besetztem 
Rande. Uibrigens bis auf die Grösse der Sporen mit der vorigen Art überein- 
stimmend. 


22 


Sie wächst an Bäumen. Mit zahlreichen Früchten an Birken in Leithen 
und an Vogelbeerbäumen an der Chotébofer Strasse. 


53. P. demissa Fw. [Placodium demissum Kbr., Imbricaria demissa (Fw., 
Kbr.). — Thallus kreisfórmig, häutig, mehr als bei beiden vorigen Arten ange- 
presst, in der Mitte einer Krustenflechte ähnlich. "Thallus grünbraun- auch grün- 
schwarzfarbig, im Centrum grau bereift. Lappen schmal, flach, am Rande wenig 
ausgebreitet, zipfelig ausgeschnitten. 

Früchte klein, dem Thallus gleichfarbig und mit ganzem, ungetheiltem 
Rande. Sporen wie bei den anderen Parmelien. 

Diese kleine Parmelie, etwa 2 cm im Durchmesser, bedeekt am Granit in 
Hammer einige m? grosse Fläche. Diese Art ähnelt mehr einer Krustenflechte als 
einer Laubflechte und wird dadurch unter jenen gewöhnlich angeführt. 


Physeia Fr. 


A. Fasern nur randständig. 

54. Ph. ciliaris (L.) (Hagenia ciliaris Esch., Anaptychia ciliaris). — Thallus 
aufsteigend und an einer einzigen Stelle angewachsen zu sein scheinend, unterseits 
rinnig, weisslich, oberseits gewöhnlich graugrün (weissgrau bis graubraun). Lappen 
mit zahlreichen, pfriemenfórmigen, gleichfarbigen oder schwarzen Wimpern. Früchte 
fast gestielt, mit braunschwarzer, anfangs graubereifter Scheibe. 

An älteren Pappeln, Espen und anderen Laubbäumen genug häufig. Sie 
ähnelt den Strauchflechten, zu denen sie auch gezählt. wird. Von den Laubflechten 
ühnelt sie am meisten der Abart Physcia stellaris adscendens Fr., welche wie eine 
verkrümmerte Physcia stellaris aussieht und am Rande auch faserig ist. 

D. Fasern auf der Unterseite wie bei der Gattung. Parmelia. 

а) Der angefeuchtete Thallus grün werdend. 

55. Ph. obscura (Ehrb.). — Thallus häutig, graugrün, braungrün, grössten- 
theils nicht bereift, gewöhnlich mit grünen Soredien, unterseits mit dichten, schwarzen 
Fasern. Früchte mit braunschwarzer, nicht bereifter Scheibe und ganzem, nicht 
gezähntem Rande. 

«) orbicularis (Neck.). Thallus gerundet, stark angepresst, graugrün oder 
braungrün, grösstentheils mit Soredien, unterseits dicht schwarzfaserig. 
Früchte mittelgross. 

Form eyeloselis (Ach.). Thallus braungrün, Lappen schmal, mit oft be- 

reiftem Rande. 

В) pulvinata (Kbr.). Thallus zühe, aus kleinen nackten, aufrechten und zer- 
schlitzten Lappen zusammengesetzt, dadurch fast krustig, von schwarz- 
brauner, unterseits hellerer Farbe. 

Häufig an Laubbäumen, seltener auf Steinen. Durch die dunkle Farbe 
nur der Art Physcia pulverulenta ähnlich, von derselben aber durch die grössere 
Thallusfestigkeit und nicht bereifte Früchte unterscheidbar. Von allen Arten ist sie 
durch grüne Soredien zu unterscheiden. Die Form eycloselis wächst häufig an 


Papeln an der Bfevnitzer Strasse, und Abart 8) an Wurzeln der alten Linde auf 


der Vítkova strán. 


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56. Ph. pulverulenta (Schreb.). — Thallus fast lederartig, grün- oder grau- 
braun, gewóhnlieh grau bereift. Unterseite schwarzfaserig. Früchte mit braun- 
schwarzer, gewöhnlich bereifter Scheibe und diekem Rande. 

а) allochroa (Ehrh.). Thallus derbhäutig, grau, angedrückt, soredienlos, un- 
terseits schwarzfaserig, mit langen, schmalen, gedrängten Lappen. 

B) pityrea (Ach.) (grisea Lam.). Thallus weniger derb, angedrückt, weissgrau, 
unterseits weiss mit zahlreichen Fasern, Lappen kurz und breit, am Rande 
und im Centrum oft soredientragend. 

y) fornicata (Wall) Thallus zähe, kleinblättrig, aufsteigend, Lappen ganz 
kurz, sich theilweise deckend, braun, mit grauweissen Soredien. 

Häufig an Laubbüumen sowie an bemoosten Felsen. Von den benach- 
barten Arten die bereiften Stücke leicht, die unbereiften durch die vorherrschende 
braune Farbe und mehr derben Thallus kennlich. Mit Hilfe des Mikroskopes kann 
man diese Art von der folgenden auch dadurch unterscheiden, dass die Sporen 
von Physeia pulverulenta in der Mitte bei der Scheidewand ein wenig zusammen- 
gezogen sind. 

b) Der befeuchtete Thallus ändert die Farbe nicht, bleibt grau oder 
wird grüngrau. 

57. Ph. stellaris (Lh.). — Thallus derbhäutig, weissgrau. oder blaugrau, 
unterseits weisslich, mit hell oder dunkel gefärbten Fasern. Früchte mit braun- 
nnm oft blaubereifter Scheibe und diekem, nicht getheiltem oder gezühneltem 

ande. — 


а) adpressa Th. Thallus kreisrund ausgebreitet, angedrückt, zühe, in der Mitte 
wellig gerunzelt. Die randständigen Lappen flach oder wenig gewölbt, 
mehr oder weniger von einander entfernt. 

В) adscendens Fr. Thallus unregelmässig ausgebreitet, aufsteigend, oft in ein- 
zelne Lappen aufgelöst. Lappen am Rande bewimpert, am Ende oft ka- 
putzförmig umgebogen. Selten mit Früchten, aber häufig an Laubbäumen. 
Diese Abart ähnelt mehr Parmelia ciliaris als stellaris. 

An Obstbäumen, Vogelbeerbäumen und anderen Laubbäumen häufig vor- 
kommend, weniger häufig auf Gesteinen. Die Sporen von dieser Art sind bei der 
Scheidewand nicht zusammengezogen, sind aber etwas kleiner und von läng- 
licher. Form. 


58. Ph. caesia (Hoffm.). — Thallus derbhäutig, angepresst, weisserau oder 
blaugrau, unterseits mehr bleich, mit zerstreuten Soredien. Die blaugrauen, fast 
kugeligen Soredienhäufchen sind wenigstens in Centrum stets vorhanden. Lappen 
linearisch, vielfach getheilt und gewölbt. Früchte selten, anfangs mit bereifter, 
bald aber nackter Scheibe mit dünem, fast ganzem Rande. 

Häufig an Gestein, seltener an altem, verarbeitetem Holz. Durch viele 
Soredien gewinnt sie die Form einer Krustenflechte. Am meisten der vorigen Art 
ähnlich, dureh die nie fehlenden Soredien am sichersten zu erkennen. 


Xanthoria Fr. 

59. X. parietina (L.). — Thallus kreisförmig ausgebreitet, anliegend, glanzlos, 
gelb bis orangenfarbig, unterseits, soweit das Licht Zutritt hat, heller, sonst weiss. 
Spärlich faserig. Lappen flach, rundlich, wellig gefaltet. Früchte zahlreich, dem 
Thallus gleichfarbig. 

f. rutilans Ach. (lobulata Flke). Thallus kleinblätterig, mit aufsteigenden, 
sehr kurzen, gekerbten Lappen. Früchte klein, oft gedrängt, dunkler als 
der Thallus. 

Vorzugsweise an Birken und Vogelbeerbäumen. An Bäumen und Mauern 

gemein. 

60. X. Iychnea (Ach.) (X. controversa Mass., Kbr.). Thallus unregelmässig 
ausgebreitet, zähe, kleinblütterig, aufsteigend bis aufrecht, mit wenig deutlichem, 
fettem Glanz. Lappen fingerförmig bis fiederig getheilt, oft soredientragend. Früchte 
dem Thallus fast gleichfarbig, diekrandig. 

а) pygmaea (Bory). Thallus ausgebreitet, mit schmalen, vielfach getheilten, 
am Rande zerrissen-gezähnten, oft mit Soredien bestaubten Lappen. Früchte 
selten. 

В) polycarpa (Ehrh.). Thallus mit ganz kurzen, fast knäuelartig gedrängten 
Lappen. Früchte sehr zahlreich, den Thallus bisweilen vollkommen be- 
deckend. 

An der Linde an der Vítkova stráü. An Eschen bei der Humpoletzer 
Strasse. Sie gehört zu den selteneren Flechten der Umgebung von Deutschbrod. 


Candelaria Mass. pp. 


61. C. concolor Deks. (C. vulgaris Mass., Kbr.) — Thallus kleinblütterig, 
fast schuppig, gelb, mit aufsteigenden, vieltheiligen Blüttchen, krausem, kórnig- 
staubigem Rande. Früchte kommen in der Umgebung von Deutschbrod nicht vor. 

In Hammer an alten Birken häufig genug, auch an Pappeln bei der heil. 
Trinität in Deutschbrod. Im Ganzen nicht häufig. 


Peltideaceae. 


Uebersicht der Gattungen. 


Nephromium. Thallus beiderseits berindet, unterseits aderlos. Früchte 
schildförmig, auf der Unterfläche der verlängerten Lappen angewachsen, schleierlos. 
Sporen spindelfórmig, 4theilig, fast wasserhell. 

Peltigera. Thallus nur oberseits berindet, unterseits deutlich geadert. 
Früchte schildfórmig, der Oberfläche der verlängerten Lappen angewachsen, in der 
Jugend von einem bald zerreissenden Schleier verhüllt. Sporen spindel- oder nadel- 
förmig, vier- bis vieltheilig, wasserhell. 


Nephromium Nyl. 


62. N. laevigatum (Ach.) (Nephroma laevigatum Kbr.). Thallus anliegend, 
ein wenig gerunzelt, eraubraun bis dunkelbraun, unterseits nackt oder fein run- 


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zelig-warzig, von hellbrauner bis dunkelbrauner Farbe. An den Lappenrändern pflegen 
blaugraue Soredien vorzukommen. Früchte habe ich nicht gefunden. 

An Steinen und Baumwurzeln in Hammer, Leithen und am Hochtann. 
Anderswo habe ich diese Art nicht gesehen. 

63. N. tomentosum (Hoffm.) (Nephroma tomentosum Kbr.). — Thallus dem 
der vorigen Art durch die Form sowie auch die Farbe ähnlich, unterseits aber 
fein und dichtfilzig. Früchte rothbraun. 

Ich habe nur wenige Stücke in Leithen vorgefunden. 


Peltigera Hoffm. 


A. Thallus unterseits weiss-aderig. 

64. P. canina (L.). — Thallus grossblätterig, anliegend, weissgrau oder 
braungrau, angefeuchtet dunkelgrün, glatt oder fein verfilzt, unterseits ganz weiss 
oder im Centrum bräunlich mit netzartig verbundenen, gleichfarbigen Adern und 
weissen Fasern. Früchte rundlich, später länglich, senkrecht angeheftet, an den 
Seiten rückwärts umgebogen und kastanienfarbig. 

Auf Wiesen, bei Wäldern und anderswo häufig. Am meisten Peltigera ru- 
fescens Hoffm. ähnlich, von derselben aber durch mindere Festigkeit, weisse Farbe 
Junger Lappen und Fasern, sowie auch durch die Grösse unterscheidbar. 

65. P. spuria (Ach.) (P. pusilla Fw., Kbr.) — Thallus gegen den der vo- 
rigen Art klein, aufsteigend, aschgrau, zähe, unterseits weiss oder weissgrau, mit 
Sleichfarbigen, dicken Adern und gleichfarbigen, spärlichen oder auch fehlenden 
Fasern, Lappen fingerartig getheilt, oben stark verschmälert, jeder Zipfel mit 
einer fast rundlichen, rothbraunen Frucht mit gezähntem Rande. 

Am Abhange bei der Pribislauer Strasse in Hammer auf Sandboden. Durch 
aufrechtes, kleines (1 cm hohes) Wachsthum von der vorigen Art leicht unter- 
scheidbar und mehr Peltigera venosa (L.) ähnlich. 

В. Thallus unterseits mit braunen Adern. 

a) Thallus durch die zusammenfliessenden, grauen Adern unterseits grau, 
mit spärlichen helleren Flecken. 

66. P. malacea (Ach.). — Thallus feucht, mehr als der der übrigen Arten 
Schwammig, grossblätterig, anliegend, mit aufsteigenden, meist eingerollten Rändern, 
grünbraun und angefeuchtet blaugrünfarbig. Rinde dick, leicht aufberstend. Früchte 
senkrecht oder quer ansitzend, dunkelbraun. 

Diese Art sammelte ich an den Chlystover Felsen, in Hammer unter Schenkel- 
hof und im Sprung. Früchte fand ich nur hinter Herlifa im Walde bei der Strasse. 

Durch die dunkle Unterseite von allen leicht, durch die Oberseite aber von 
manchen Arten fast nicht zu unterscheiden. 
b) Unterseite mit zahlreichen, durch deutlicher getrennte, graue Adern ent- 

Standenen Zwischenräumen (gewöhnlich längliche, weissliche Flecke). 

«) Früchte senkrecht. 

* 'Thallusoberseite warzenlos. 

07. P. rufescens (Hoffm.). — Thallus derb, grossblütterig (doch aber von 

kleineren Dimensionen als bei Peltigera canina), anliegend, mit aufsteigenden oder 


26 


krausen Rändern, feinfilzig, grau oder graubraun, im Alter nackt, braun. Rinde 
leicht berstend, Thallus unterseits weisslich, mit schwarzbraunen, . zusammenflies- 
senden Adern und graubraunen, filzigen Fasern. Früchte wie bei Peltigera canina 
und auch zahlreicher. 

Die häufigste Art in der Umgebung von Deutschbrod. Am meisten am 
Wartberg und an Rainen von Zabinec. Ausser den bei Peltigera canina aufge- 
führten Merkmalen unterscheidet sie sich von dieser durch die im trockenen Zu- 
stande bräunere Farbe, grössere Festigkeit und schmälere, an den Rändern krause 
Lappen. — 

68. P. polydactyla (Hoffm.). — Thallus grossblütterig, aufsteigend, glänzend 
glatt, bläulichgrau oder graubraun, angefeuchtet graugrün oder dunkelgrün, unter- 
seits mit schwärzlichen, im Centrum zusammenfliessenden Adern und dunklen 
Fasern. Lappen vieltheilig, die unfruchtbaren rundlich, die fruchttragenden viel- 
theilig, höher und fingerförmig getheilt. 

An sonnigen und bemoosten Plätzen. Am meisten an der Menouskova 
stráň und im Walde hinter Obéiny. Durch den Glanz und Glätte von anderen 
leicht unterscheidbar. Die sterilen Stücke sehr schwer, wogegen die fructificirenden 
Stücke durch die senkrechte Lage der rothbraunen Früchte von Parmelia horizon- 
talis leicht zu unterscheiden. Bei den sterilen Stücken muss man darauf Rücksicht 
nehmen, dass Parmelia horizontalis stattlicher ist, breitere, gerundete Lappen und 
stärkere zahlreichere Fasern besitzt als Parmelia polydaetyla. 

** "Thallusoberseite mit zahlreichen Warzen. 

69. P. aphthosa (L.). — Thallus (wie bei allen anderen bis auf die Parmelia 
malacea) zühe, grossblütterig, anliegend graugrün (angefeuchtet apfelgrün), glatt, 
mit breiten, gerundeten Lappen. Früchte rundlich, mit zerrissen-gezähntem Rande. 
Würzchen stielstándig. Am Spitalabhange und in Leithen. 

Im Ganzen selten. Durch zahlreiche Wärzchen auf dem Thallus von allen 
und dureh gróssere Dimensionen aller Theile von manchen unterscheidbar. 

B) Früchte wagerecht. 

10. P. horizontalis (L.). — Thallus grossblätterig, breitlappig, anliegend, 
glänzend glatt, bläulichgrau oder graubraun, angefeuchtet dunkelgrün, unterseits 
mit starken Fasern. Fruchtlappen verkürzt. Früchte gerundet, mit schwach ge- 
zähntem Rande. Unfruchtbare Lappen gross, rundlich. 

Am Abhange unter Schenkelhof, im Sommerwalde und häufiger in Leithen. 
Die fructificirenden Stücke durch die wagerechte Lage der Früchte von anderen 
leicht zu unterscheiden. Durch den Glanz am meisten Peltigera polydaetyla ühnlich. 

71. P. venosa (L.) (Phlebia venosa Wallr.). — Thallus einblütterig und klein 
(2—3 cm lang), aufsteigend, mit verschmülerter Basis, im Ganzen fächerförmig 
gekerbt, graugrün, angefeuchtet hellgrün, unterseits ohne Fasern. Früchte rundlich, 
graubraun, mit nicht getheiltem Rande. 

Diese seltene Art fand ich in der Terasse hinter der St. Salvator-Kapelle. 
Bei Schlappenz hat sie der Herr Pfarrer Stránský, im Rozkoser Thale und an der 
Vítkova вітай meine Schüler gefunden. Von Peltigera spuria durch die Farbe 
der Oberseite und durch die braunen Fasern auf der Unterseite leicht zu unter- 


scheiden. 


27 


Umbilicarieae. 


Uebersicht der Gattungen. 


Umbilicaria. "Thallus einblätterig, auf der Unterseite ohne Haftfasern. 
Sporen braun, nach mehreren Richtungen getheilt, zu je 1—2 in einem Schlauche. 

Gyrophora. Thallus einblättrig oder mehrblüttrig, unterseits nackt oder 
faserig. Früchte selten einfach, meist rillig zusammengerollt. Sporen nicht getheilt, 
Wasserhell, zu je 8 in einem Sporenschlauche. 


Umbiliearia Hoffm. 


72. U. postulata (L.) — Thallus einblättrig, häutig, am Rande zipfelig 
gelappt, graubraun, graubereift, mit zahlreichen, büschelförmigen Auswüchsen. 
Thallusunterseite ohne Fasern, mit zahlreichen, an Grósse variirenden, oberseits 
Tafeln bildenden Grübchen. 

In der Umgebung von Deutschbrod nur an den Felsen bei Podébab ge- 
funden. Thallus gewöhnlich bis 1 da breit, stets aber fruchtlos. Веі Chotěboř 
häufiger. 


Gyrophora Ach. 


A. Thallus unterseits grau. 

73. G. hirsuta (Ach.). — Thallus papierartig, fast schlaff, einblättrig, weiss- 
grau, bereift und feinrissig, unterseits hellrothbraun bis dunkelbraun, beim Nabel 
dunkler. Nur steril. 

Am Felsen bei Podébab gemeinsam mit Umbilicaria und Endocarpon mi- 
niatum. — 


74. G. cylindrica (L.). — Thallus (der bei Brod entdeckten Stücke) ein- 
blättrig, zipfelig-lappig, fast glatt, grau und grau-bereift, mit schwarzfaserigem 
Rande. Thallusoberfläche rothgrau mit spärlichen Fasern. Früchte sitzend, fast 
gerundet, unvollkommen entwickelt. 


An Steinen des Eisenbahndammes nur einige Stücke vorgefunden, die wahr- 
Scheinlich wie andere Bergpflanzen, z. B. auf demselben Damme durch zwei Jahre 
erschienenes Hieracium aurantiacum, von der Bahn herbeigeschleppt worden ist. 
Durch den bewimperten Rand von der vorigen unterscheidbar. 


B. Thallus auf der oberen Seite grünbraun bis schwarz, angefeuchtet grün 
Werdend. 


15. @. polyphylla (L.) — Thallus dünnhäutig, fragil, ein- oder mehr- 
blättrig, feucht braungrün, unterseits schwarz, glatt und nackt. In der Umgebung 
von Deutschbrod ohne Früchte. Von Studierenden bei Lipnitz (na Lipniei) gefunden ; 
in der näheren Umgebung von Deutschbrod habe ich sie sowie auch die folgende 
Art nicht gesehen. 


76. G. deusta (L.) (G. floceulosa [Wulf] Kbr.). — Thallus dünnhäutig, 
grünbraun oder grünschwarz, feucht braungrün, unterseits gerunzelt, feinschuppig. 
Ränder rückwärts umgebogen. Unterseite glatt, schwarz und grubig. 


Nur bei Lipnitz (na Lipnice) und steril. 


28 


Endocarpeae. 


Die Gattung : 


Endocarpon. Thallus einblättrig oder mehrblättrig, beiderseits berindet. 
Sporen nicht getheilt, wasserhell. 


Endocarpon Hedwig. 


11. E. miniatum (L.). — Thallus ein- oder mehrblättrig, mit gerundeten 
Lappen, sehr zähe, rothbraun oder graubraun, grau bereift, unterseits glatt oder 
warzig gerunzelt, hell- oder dunkelbraun. Mündung der im Thallus verborgenen 
Frucht schwarz, flach oder wenig gewölbt. 

In der Umgebung von Deutschbrod wächst sie an den Chlystover und Po- 
débaber Felsen. Ich fand sie auch bei Ronov in der Nähe von Pribislau und in 
der Umgebung von Selau (Zeliv). 


Die in Böhmen entdeckten, in der Umgebung von Deutschbrod aber 
fehlenden Laubflechten. 


Cetraria cuculata (Beel.). Im Riesengebirge häufig. Von mir selbst an 
der Schneekoppe gesammelt 
jà nwalis (L.). Gemeinsam mit der vorigen Art. 
» odontella Ach.. Jeschken bei Libenec (Dr. Schmidt u. Weicker). 
$ Jumiperina (L.). Ach. Von Mann unter den böhmischen angeführt? 
Sticta pulmonaria (L.). Bei Mährisch-/där. In der Umgebung von Tábor. 
(Alex. Bernard). 
» scrobiculata (Scop.). Im Walde bei Neu-Paka (Mann), bei Karlsbad 
(L. K.), bei Tábor (Alex. Bernard). 
» limta Ach. Riesengebirge (Kbr.), bei Tábor (Alex. Bernard). 
» herbacea Huds. Nach Man in Böhmen? 
Stictina silvatica (L.). Nach Mann in Böhmen? 
" fuliginosa (Dicks.) Reichenberg (Siegmund). Bei Tábor (Alex Bernard). 


Parmelia encausta (Sm.). Auf dem Kamme des Riesengebirges (Stein). 
Jeschken (Rbhrst.). Im Riesengrunde (Novák). 


» sinuosa (Sm.). An Bäumen im Elbgrunde (Stein). 

} saxatilis panniformis Ach. Jeschken (Rbhrst). 

y stygia (L.). Jeschken (Rbhrst). 

e var. lanata (11). Riesengrund (Novák). 

" fahlunensis (L.). Jeschken (Rbhrst) Im Riesengrunde von mir 
selbst gesammelt. 

f hyperopta Ach. Ich habe sie im Riesengebirge gesammelt und 


erkannt, dass in der Umgebung von Deutschbrod nur Parmelia 
aleurites wächst, welche jener sehr ähnlich. ist. 
Solorina crocea (L.). Schneekoppe (Mosig). Schneegrube (Limp.). 
» saccata (L.). Beide Abarten am alten Bergwerk. 
б » genuina Kbr. Beim Апраѓа (Fw., Kbr.), Teufelsgärtchen (St.), 


29 


Solorina saccata spongiosa Sm. (limbata Smf.). Am alten Bergwerk Fw., Kbr.). 
Gyrophora hyperborea (Hoffm.). Jeschken (Siegm.). Im Riesengebirge von 
mir selbst gesammelt, 
erosa (Web.). Jeschken (Rbhrst.). 
proboséidea (L.). Jeschken (Fw.). Im Riesengebirge häufig 
(Noväk). 
e spodochroa (Ehrh.) Böhmerwald (Rbhrst.). 
Abart depressa (Ach.). Häufig im Riesengebirge (Stein). 
Endocarpon fluviatile (Web.). Teufelsgärtchen (Lad.), an Steinen in der 
Aupa (Fw., Kbr.). 
Lenormandia viridis (Ach.). Schneekoppe (Stein). 
d Jungermanniae Dell. Riesengebirge. 


IL Die Krustenfleehten der Umgebung von Deutschbrod. 


Thallus mehr oder weniger krustig, mit der ganzen Basis angewachsen. 
Die höchst entwickelten Formen besitzen einen aus Schuppen Zusammengesetzten 
| Thallus, bei denen auch die Rindenschicht auf der unteren Seite mehr oder weniger 
entwickelt ist. Darauf folgen diejenigen, deren Thallus krustig und nur an der 
Peripherie lappig ist, und endlich die mit nur krustigem Thallus, denen die Rinden- 
schicht unterseits vollkommen fehlt. 
Uebersicht der Familien. 

A. Gymnocarpi. 

a) Die anfangs geschlossene Fruchtscheibe öffnet sich später mehr oder we- 
niger und ist gerundet (nur durch äusserlichen Einfluss oder durch das 

Alteı anders gestaltet). 

Pannarieae. Thallus kleinblättrig oder schuppig-krustig, beiderseits be- 
rindet. Chromidien blaugrün. Früchte mit eigenem Gehäuse und auch vom Thallus 
mehr oder weniger berandet. 

, `  Lecanoreae. Früchte anfangs geschlossen, später geöffnet, gerundet, scheiben- 
fórmig, mit einem Chromidien enthaltenden Thallusrande. Paraphysen gedrängt, 
aufrecht, wenig oder gar nicht verzweigt. 

Pertusarieae. Fruchtscheibe punktförmig, in Thalluswärzchen, selten schei- 
benartig erweitert und vom Thallus berandet, den vorigen ähnlich. Durch die kleine 
Fruchtscheibe aber und die schlaffen, verschiedenartig verästelten oder bogigen 
Paraphysen in schleimiger Masse kentlich. Durch die äussere Form ähneln viele 
von ihnen den Angiocarpen, lassen sich aber von denselben durch das weiche Exci- 
pulum und die weiche Subhymenialschicht unterscheiden. 

Lecideae. Früchte gleich vom Anfang an geöffnet, rundlich-scheibenartig, 
ohne Thallusrand. Im eigenen Gehäuse (Exeipulum) keine Chromidien vorhanden. 
Wenn aber der Thallus doch einen Rand bildet, so ist derselbe nicht ausdauernd. 


30 


b) Fruchtcheibe nur rundlich oder verlängert. 


Graphideae. Früchte strichfórmig oder unregelmässig rundlich oder fleck- 
förmig, einfach oder sternartig gruppirt. Kruste einfach, gelbgrüne, rothbraune 
oder braunrothe Chromidien einschliessend. 


B. Angiocarpi. Thallusschicht umwandelt sich in eine weiche Masse, 
welche von einem harten Excipulum bedeckt ist, in dem nur am Scheitel eine runde 
oder strahlige Offnung entsteht. 


Verrucarieae. Kruste einfórmig, grüne, durch Theilung fortwachsende Chro- 
midien enthaltend. 


Pyrenulaceae. Kruste einfach, gelbgrüne oder rothbraune Kettenchromidien 
enthaltend. 


Pannarieae. 


Gattung : 


Pannaria. "Thallus blättrig-schuppig, in der Mitte krustig werdend, auf 
bleibendem, blauschwarzem, deutlichem Protothallus fortwachsend. Sporen nicht 
getheilt (Nro. 1). 


Pannaria Del. 


78. P. brunnea (Sw.). "Thallus blüttrig-schuppig, graubraun bis dunkelbraun. 
Schuppen derb, tief zerschlitzt, gedrängt, schuppig-körnige Kruste bildend. Proto- 
thallus schwarz. Früchte eingesenkt, mit flacher, fast brauner oder schwarzbrauner 
Scheibe mit bleibendem, gezühntem Thallusrande. 

f. coronata (Hoffm.). Thallus körnig-schuppig, bläulichgrau oder grünlich- 

grau. Fruchtrand kórnig. 

Bisher nur auf dürrem Boden unter dem Pulverthurm bei Deutschbrod. 
Sporenzeichnungen 650mal vergrössert hinten (Nro. 1). 


Lecanoreae. 


Uibersicht der Gattungen. 


A. Früchte schlüssel- oder scheibenförmig. 

a) Thallus klein-blättrig-schuppig oder im Centrum krustig und am Rande 
lappig (Placoidineae). 

Gasparrinia. Sporen zu je 8, polarzweitheilig, wasserhell (Nr. 2). Thallus 
in der Mitte (grösstentheils) krustig, am Umfange blättrig-lappig. 

Placodium. Sporen zu je 8, ungetheilt, wasserhell. Thallus schuppig oder 
im Centrum krustig und an der Peripherie blüttrig. 

Acarospora. Sporen sehr zahlreich, ungetheilt, wasserhell. Früchte anfangs 
eingesenkt. Thallus blättrig-eingesenkt oder im Centrum krustig und am Rande 
schuppig oder krustig. 

b) Thallus einfórmig-krustig. Früchte ansitzend oder eingesenkt (Eulecanoreae). 


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31 


а) Sporen zwei-, vier- oder vieltheilig. 
* Sporen wasserhell. 

Callopisma. Sporen polarzweitheilig, farblos (Nr. 3 u. 4). Früchte mit 
eigenem Rande und bleibendem (nur bisweilen verschwindendem) Thallusrande. 

Lecania. Sporen viertheilig, farblos (Nr. 5 u. 6). Früchte eigenen Randes 
entbehrend, nur vom Thallus berandet. 

Haematomma. Früchte ansitzend bis eingesenkt, mit eigenem und Thallus- 
Exeipulum, welches aber bald verschwindet. Sporen wasserhell, vier- auch viel- 
theilig, haarförmig. 

Dimerospora. Sporen ellipsoidisch, quer zweitheilig, farblos (Nr. 7 u. 8). 
Früchte mit Thallusrande, eigenem Rande, oder auch randlos. 

** Sporen braunschwarz. 

Rinodina. Sporen braunschwarz, zweitheilig, selten viertheilig (Nr. 9—11). 
Früchte nur mit Thallusrande. 

В) Sporen einfach, ungetheilt. 

| Lecanora. Sporen farblos, nieht getheilt, klein (Nr. 12—15). Früchte 
srösstentheils nur mit Thallusrand, selten mit eigenem Rande. 

~ Aspicilia. Sporen ungetheilt, wasserhell (Nr. 16 u. 17). Früchte eingesenkt, 
anfangs oft mit krugförmiger, später fast flacher Scheibe. Chromidien einzeln, hell- 
grün, dünnhäutig. 

Ausserlich der Gattung Urceolaria ähnlich, durch Sporen aber leicht kenntlich. 

B. Früchte krugförmig (das Hymenium bedeckt die Basis der he 
verschmälerter kleiner Höhle) und eingesenkt. Thallus krustig. 

\ Gyalecta. Früchte krugförmig mit fleischigem (nie kohligem) Excipulum : 
Sporen farblos, quer- und längsgetheilt, erst viertheilig (Nr. 18). 

А Urceolaria. Sporen vieltheilig, nach mehreren Richtungen getheilt, dunkel 
gefärbt (Nr. 19). Früchte krugförmig, eingesenkt, mit eigenem, schwarz gewordenem 
Exeipulum, welches die Scheibe berandet; um den eigenen Rand zieht sich noch 
der Thallusrand herum. 


Gasparrinia Tornab. 


79. G. murorum (Hoffm.) (Amphiloma murorum Kbr.). Thallus angedrückt, 
kreisförmig verbreitert, mit dicken, gewölbten Lappen, im Centrum krustig-warzig, 
am Rande blättrig. Früchte anfangs mit vertiefter, später gewülbter, rothgelber 
Scheibe mit nicht getheiltem Rande. 

€) major (Whlbg.) (vulgare Kbr.). Thallus grösser, mehr derb, hellgelb bis 
dottergelb, oft fein bereift. 
B) miniata (Hoffm.). Thallus kleiner, rothgelb, nicht bereift. 

An alten Mauern in Deutschbrod. An Felsen in Bfevnic. An alten Zäunen 
EE Espen mit verkrümmertem Thallus. Die Sporen 650mal vergrössert hinten 
(Nro. 2). 


32 


Placodium Hill. 


80. P. saxicolum (Poll.). Thallus angedrückt, fest angewachsen, in der 
Mitte schuppig-rissig. Lappen gedrängt, flach, mit ausgeschnitten-gekerbten Rändern. 
Früchte im Centrum zahlreich, angedrückt, anfangs mit flacher, später gewölbter, 
gelbbrauner bis dunkelbrauner Scheibe und schlaffem, wellig gezähneltem Thallus- 
rande. — 

а) vulgare Кт. Thallus gelbgrün, nicht bereift, mit dünnem, blättrigem Rande. 

In der Umgebung von Deutschbrod an Steinen und alten Hölzern sehr häufig. 

An feuchtem Gestein Thallus schwächer und Früchte weniger. 

81. P. albescens (Hoffm.) (Lecanora galactina [Ach.] Kbr. Syst.) Thallus 
weinsteinartig, mehlig, angedrückt, weissgrau, im Centrum gerunzelt-warzig, an der 
Peripherie strahlend gelappt. Früchte in der Mitte angehäuft, mit flacher schmutzig 
rothbrauner oder blaugrauer, nackter oder dünn bereifter Scheibe und bleibendem. 
weisslichem, wellig-bogigem Thallusrande. 

An alten Mauern, besonders an der Klostermauer gemein. 


Acarospora Mass. 


82. A. discreta, (Ach.) (A. smaragdula Kbr. p. m. p.). Thallus fast knor- 
pelig, angedrückt, aufgedunsen-schuppig, grau oder sehwarzbraun. Schuppen unter- 
seits schwärzlich, rundlich, grösstentheils zu einer lockeren, rissipen Kruste ver- 
einigt. Früchte einzeln oder zu mehreren in jeder Schuppe eingesenkt, mit flacher, 
fast gleichfarbiger Scheibe und dickem, ungetheiltem Thallusrande, 

In der Umgebung von Deutschbrod an Gestein häufig. Sporen im Schlauch 
sehr zahlreich etwa 1 ш breit und 8—5 u”) lang. 

83. A. fuscata Schrad. Thallus knorpelig, locker anliegend, im Centrum 
rissig, an der Peripherie schuppig, graugrüu, graubraun bis dunkelbraun, schwach 
glänzend. Schuppen rund oder kantig-rund, unterhalb schwarz mit gedunsenem, 
gezähntem Rande. Früchte zu je 1—3 in jeder Schuppe eingesenkt, rundlich oder 
fast rillenfórmig, vom Thallus berandet. 

rufescens (Turn.) (A. smaragdulax vulgaris Kbr. pp.). Thallus dicker, matt- 

braun. Früchte eingesenkt, entweder dauernd punktförmig oder später ver- 

schiedenartig eckig. 
f. smaragdula (Whlbg.). Thallus gelbgrün oder graugrün. 

An Urgestein häufig; die Form smaragdula ist in der Umgebung von 
Deutschbrod weniger häufig. 

Von der vorigen Art an dem aufgedunsenen, aufgehobenen Rande der 
Schuppen, züheren Thallus und unregelmässigeren Früchten zu unterscheiden. 


Callopisma De Not. em. 


а) Viele Sporen im Schlauche (über 20). 
84. С. vitellina (Ehrh.) (Candelaria vitellina Mass., Kbr.). Kruste wein- 
steinartig, hellgelb oder dottergelb und dem weisslichen Protothallus angewachsen. 


vi u = 0'001 тт. 


88 


Früchte sitzend, mit flacher oder ein wenig gewölbter, gleichfarbiger oder schmutzig 
gelbgrüner Scheibe und mit hervorragendem, nicht getheiltem oder körnig ge- 
zähntem Rande. 

An verschiedenem Gestein, Mauern, altem, verarbeitetem Holze (die Schindel- 
dücher pflegen ganz gelb zu sein) sehr häufig. Dieser Art ähneln viele andere, 
keine von ihnen besitzt aber eine solche Menge von Sporen. 

b) Schläuche mit 8 Sporen. 


85. C. pyraceum (Ach.) (C. luteoalbum Kbr.). Kruste dünn, körnig-staubig, 
Weisslich bis schmutzig-grau, oft fehlend, auf weissem Protothallus. Früchte klein, 
erst eingesenkt, bald sitzend, mit flacher orange- oder dottergelber Scheibe und mit 
Weisslichem, dünnem, ungetheiltem, später verschwindendem Rande. Die Sporen 
650mal vergrössert hinten (Nr. 3). 


L holocarpum (Ehrh.) (C. aurantiacum var. Kbr.). Kruste fast fehlend, 
Früchte gedrängt, mit dunkel- orangegelber Scheibe und hellerem, ver- 
schwindendem Rande. 

An Pappeln und Espen häufig. Nur mit Hilfe des Mikroskopes von ähn- 
lichen Arten unterscheidbar. 


86. C. cerinum (Ehrh.). Kruste zusammenhängend, körnig-warzig, grau, 
dünn, auf blauschwarzem Protothallus. Früchte ansitzend, mit flacher, gelber 
Scheibe und dünnem, nicht getheiltem, grauweissem, ausdauerndem Thallusrande- 
А Einige Stückchen habe ich an einem Sperberbaume an der Humpoletzer 
Strasse und einer Espe an der Přibislauer Strasse gefunden. Von anderen Arten 
leicht dadurch unterscheidbar, dass der Thallusrand der Frucht ausdauert und 
anders gefärbt ist als die Scheibe. Sporen 650mal vergróssert hinten (Nr. 4). 

87. C. ferrugineum (Huds.) (Blastenia ferruginea Kbr.). Thallus dünn, zu- 
Sammenhängend, glatt oder warzig bis rissig, weissgrau bis schwärzlich, auf schwarz- 
srauem Protothallus. Früchte eingesenkt bis sitzend, mit flacher oder schwach 
Bewülbter, rostigrother, braunrother bis schwärzlicher Scheibe, mit gleichfarbigem, 
ausdauerndom, eigenem Rande und verschwindendem oder vollkommen fehlendem, 
Welssgrauem Thallusrande. 

obscurum Th. Fr. Kruste dünn, körnig bis rissig, dunkelgrau bis schwärzlich. 

Früchte klein, angedrückt, mit gelbrother, rostigrother, rothbrauner bis 

schwärzlicher Scheibe und grösstentheils mit bleibendem, dünnem eigenem 

Rande, ohne Thallusrand. Sporen fast wie bei der vorigen Art. 
наре Eine der Gattung Blastenia ähnliche Abart; in der ganzen Umgebung an 
Steinen häufig. 


Lecania Mass. 


~ , 88. L. syringea (Ach.) [L. fuscella (Schaer.) Kbr.]. Kruste sehr dünn, 
körnig-staubig, schmutziggrau oder weisslichgrau, bisweilen auch fehlend, auf 
weisslichem Protothallus. Früchte angehäuft, sitzend, klein, mit bald gewölbter, 
brauner bis schwärzlichbrauner, schwach-grau-staubiger Scheibe und nicht ge- 
theiltem, verschwindendem Thallusrande. Sporen bis zu 16 in einem Schlauche; 
dieselben 650mal vergrössert siehe hinten (Nr. 5). 


34 


An Pappeln und Espen häufig. Äusserlich einigen Flechten ähnlich, von 
denselben aber mit Hilfe des Mikroskopes leicht zu unterscheiden. Früchte fast 
0:5 mm breit. Paraphysen bräunlich und die Subhymenialschicht wasserhell. Sporen 
farblos oder schwach bräunlich und gewöhnlich nicht gekrümmt. 

89. L. Koerberiana Lahm. : Kruste dünn, körnig-schuppig oder körnig- 
staubig, grünbraun oder weissgrau, bisweilen fehlend, auf undeutlichem Protothallus. 
Früchte erst eingesenkt, dann sitzend, mit bald себе, nackter, braunschwarzer 
Scheibe und hellem, dünnem, bald verschwindendem Thallusrande. Sporen zu je 8, 
meist gekrümmt. Siehe die Sporen 650mal vergrössert hinten (Nr. 6). 

Gemeinschaftlich mit der vorigen Art an alten Pappeln an der Brevnitzer 
Strasse. Von der vorigen Art durch den fehlenden Reif, dunklere Scheibenfarbe, 
sowie auch ein wenig mächtigere Kruste unterscheidbar. Manche Sporen sind an 
den береп unbedeutend eingeschnürt. 


Haematomma Mass, 


90. IT. coccineum (Deks.). Thallus weinsteinartig, weiss oder hellgelblich, 
auf faserigem, weissem Protothallus. Früchte klein, eingesenkt, mit flacher oder 
ein wenig gewólbter, hell blutrother Scheibe, mit eigenem, undeutlichem Rande 
und grösstentheils mit mächtigem und staubigem Thallusrande. 

An Granitblócken in Hammer am linken Ufer des Sazava-Flusses genug 
häufig. Anderswo habe ich sie bisher nicht gesehen. 


Dimerospora Th. Fr. 

91. D. cyrtella (Ach.) (Diatorina sambucina Kbr.). Kruste zart, grössten- 
theils körnig-staubig, schmutzig graugrün bis weisslich, auf hellerem Protothallus. 
Früchte angepresst, klein, erst mit flacher Scheibe und dünnem, hellem Rande, 
später mit verschiedenartig gewölbter, gelbbrauner, rothbrauner bis fast schwarzer, 
randloser Scheibe. Sporen zu 8, 12—16, länglich bis fast spindelförmig, grade, 
1—5 u breit und 10—15 и lang. 

Äusserlich von der folgenden Art und von Bilimbia Naegelii schwer zu 
unterscheiden. Auf Pappelrinde gemeinschaftlich mit Leeania syringea und der 
folgenden Art. 

92, D. dimera (Nyll.) (Biatorina Kbr.). Kruste sehr zart, feinrissig, grau- 
weiss, auf weislichem Protothallus. Früchte angedrückt, klein, mit bald gewölbter, 
hellbrauner bis schwärzlicher Scheibe und dünnem, bald verschwindendem, hellerem 
oder gleichfarbigem Rande. Sporen zu je 8, meist gekrümmt, von elliptischer oder 
länglicher Form. (Siehe hinten die Zeichnungen 650mal vergrössert bei Nr. 8). 

Auf Pappelrinden, mit der vorigen Art gemein, Lecania syringea und Le- 
canora Hageni, sowie mit L. Sambuci gemeinschaftlich. Es ist bisweilen sehr schwer 
zu unterscheiden, wo der Thallus mancher von den ‚angeführten Arten endet. 
Früchte etwa 0:5 mm breit. Sporen stets zu 8, und nur wenige von ihnen grade. 
Scheidewand deutlich. Paraphysen gegen die Spitze rothbraun. Subhymenialschicht 
farblos. 


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35 


92. D. proteiformis. (Mass.). (Biatorina proteiformis Mass. Kbr.). Kruste 
ein wenig verdickt, weinsteinartig, körnig-warzig, rissig-getheilt oder staubig auf- 
gelöst, braungrün, graugrün bis weisslichgrün, auf undeutlichem Protothallus. Früchte 
klein, anfangs mit flacher, später flach gewölbter, gelblichbrauner, rothbrauner bis 
schwarzer, nackter oder bereifter Scheibe mit zartem Thallusrande. Sporen zu je 
З in einem Sporenschlauche, länglich und gerade. Die Form und Grösse der 650mal 
vergrüsserten Sporen siehe hinten (Nr. 7). 

An der Kirchhofmauer, an den Grundmauern der hölzernen Scheuer in 
Deutschbrod auf einigen Plätzen, nirgends aber häufig. Früchte bis 1 mm hoch. 
Paraphysen braun. 


Rinodina Ach. 


94. R. exigua (Ach.) (R. metabolica [Fr.] Kbr.). Kruste zart, kórnig-warzig 
oder fast, rissig, weissgrau oder graubraun, oft ohne Protothallus. Früchte klein, 
mit bald gewölbter, braunschwarzer, von hellerem, verschwindendem "Thallus be- 
'andeter Scheibe. Sporen klein, zu je 8 in einem Schlauche; 650mal vergrössert 
Siehe hinten (Nr. 9). 

pyrina (Ach.) (exigua Kbr.) Auf Daumrinden. Kruste staubig-körnig, 

weissgrau oder schmutziggrau, mit schwarzer Scheibe mit grauem und 

gezühntem Rande. 

maculiformis Hepp. An altem Holz. Kruste sehr dünn, staubig, schmutzig 

braun, oft fehlend. Früchte gruppirt, oft eckig, mit brauner Scheibe und 

braunem Rande. 
i Gemeine Art an Nadel- sowie Laubbäumen und altem, verarbeitetem Holz. 
Ausserlich einigen Arten ähnlich. 

95. R. sophodes (Ach.) (R. horiza Kbr.). Kruste genug mächtig, oft fast 
kreisförmig ausgebreitet, graubraun oder grünbraun, von sehwarzem Protothallus 
berandet, Früchte im Thalluscentrum, angedrückt; mit flacher, schwarzer Scheibe 
und nicht getheiltem, ausdauerndem Thallusrande. Sporen klein, an beiden Enden 
stumpf, zweizellig, zu je 8 in einem Schlauche. 

Fd Eine in der Umgebung von Deutschbrod seltene Flechte. Ich habe nur 
einige. Stückchen an Sperberbäumen der Chotébofer Strasse gefunden. Von R. exigua 
wird diese Flechte durch die dunklere Kruste, den deutlichen Protothallus, von dem 
816 berandet, ist, und durch die nur in der Form variirenden Sporen unterschieden. 


_ 196. R colobina (Ach.) (R. leprosa Schaer. — R. virella Kbr.). Kruste zart, 
kürnig-staubig, graugrün bis schwarzgrün, auf fast gleichfarbigem Protothallus. 
I rüchto Sehr klein, angepresst oder eingesenkt, mit flacher, schwarzer Scheibe und 
dickem, ungetheiltem, bleibendem Thallusrande. Sporen. klein, zweizellig. 

An Weiden und Birken in Brevnic. 

Mikroskopisch lüsst sie sich von den übrigen dureh die blaugrünen, bei 
den anderen wenigstens am Ende brüunlichen Paraphysen unterscheiden. Sub- 
hymenialschicht wasserhell. Sporen 7—9 u breit und 15—20 и lang. 

97. R. Conradi Kbr. Kruste dünn, körnig-staubig, bräunlich oder grau- 
Srün auf undeutlichem Protothallus. Früchte sitzend, mit bald gewülbter. braun- 


э: 
n 


schwarzer Scheibe und fast nicht getheiltem, graubraunem, verschwindendem Thallus- 
rande. Sporen bedeutend gross, vierzellig. Siehe die Sporen 650mnl vergrössert 
hinten (Nr. 11). 

Auf Boden bei der Strasse hinter der St. Salvator-Kapelle. Anderswo 
habe ich sie bisher nicht gefunden und dortselbst nur einige Stückchen. Junge 
Sporen zweizellig. 

98. R. confragosa (Ach.). Kruste weinsteinartig, warzig bis rissig-getheilt, 
weislichgrau bis grüngrau, mit durchscheinendem, schwarzem Protothallus. Früchte 
sitzend oder eingesenkt, mit schwach gewölbter, schwarzer Scheibe und aus- 
dauerndem, dickem, hellem, fast nicht getheiltem Thallusrande. Sporen zu je 8. 
Siehe die Zeichnung der 650mal vergrösserten Sporen hinten (Nr. 10). 


atrocinerea (Fw.). Kruste aus braungrauen, gedrängten und flachen Warzen 
zusammengesetzt. Früchte angedrückt, meist mit flacher Scheibe und dickem 
Rande. 

Auf Amphibolit in der Terasse hinter der St. Salvator-Kapelle bei Deutschbrod, 


Lecanora Ach. 


A. Thallusfarbe weiss, weissgrau, grau oder graugrün. 

99. L. atra (Hinds.). Kruste weinsteinartig, körnig oder warzig, im Alter 
zersprungen, weisslich oder grau. Früchte zahlreich, mit dunkelschwarzer, glän- 
zender Scheibe und ganzrandigem, nicht getheiltem oder wenig gekerbtem, diekem, 
ausdauerndem Thallusrande. Sporen eiförmig, zu je 8 in einem Schlauche. Para- 
physen violett. Krusten gewöhnlich dick, flachhandgross und grösser. Mikroskopisch 
durch die violetten Paraphysen von anderen Arten sehr leicht unterscheidbar. 
Ohne Mikroskop lässt sie sich auch an den grossen, schwarzen, zahlreichen Früchten 
»rkennen, deren Scheibe nur bei den ganz alten Stücken gewölbt ist. 

In der ganzen Umgebung an Felsen gemein. 


100. L. sordida Pers. (Zeora sordida Kbr.). Kruste weinsteinartig, rissig, 
weisslich oder grauweiss, auf weissem  Protothallus. Früchte eingesenkt oder 
sitzend, mit flacher, später gewölbter, verschiedenartig gefärbter (schwärzlicher, 
gelblicher, grauer bis schwarzer) und weisgrau bereifter Scheibe mit dünnem nicht 
getheiltem, später von der Scheibe verdrängtem Thallusrande. Sporen elliptisch, 
zu je 8 in einem Schlauche. 


In einigen Abarten an Felsen gemein. Von den übrigen Arten durch die 
erwähnten Charaktere leicht unterscheidbar. Wunderbar kamen mir die schwarzen 
Scheiben dieser Art an Steinen im Hohlwege hinter der St. Salvator-Kapelle vor, 
in denen ich die schmarotzende Flechte Celidium varians (Dav.) erkannte. 


101. Г. caesioalba Kbr. Kruste dünn, staubig-warzig, weisslich, oft fehlend. 
Früchte sitzend, klein, mit flacher, hellbrauner bis schwärzlicher, dicht blaugrau 
bereifter Scheibe und mächtigem, dauerndem, in der Regel ein wenig gezähneltem 
Rande. Sporen klein, zu je 8 in einem Schlauche, elliptisch. 

An Mauern in Deutschbrod gemein. Gemeinsam mit Placod. albescens, 
von dem sie durch die kleineren Früchte und den zärteren Thallus zu unterscheiden 


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23 


ist. Früchte etwa 0:9 —0°6 mm breit, bisweilen gruppirt, manchmal einzeln. Sporen 
4—7 p breit, 10—14 u lang. 

102. L. subfusca (L.). Kruste ungleichmässig körnig-warzig oder rissig 
getheilt, übrigens glatt genug, von meist weissgrauer Farbe. Früchte gelbroth, hell- 
braun, dunkelbraun bis schwarz, mit ausdauerndem, ganzrandigem, nicht getheiltem 
Thallusrande. Siehe hinten die 650mal vergrösserten Sporen (Nr. 12). 

allophana Ach. (8 distans 1. allophana Kbr.). Kruste ungleichmässig run- 

zelig oder körnig-warzig, weisslich oder weissgrau. Früchte sitzend, 1 bis 

3 mm breit, mit flacher oder schwach gewölbter, brauner bis braun- 

schwarzer Scheibe und gekerbtem, verbogenem Rande. 

f. Parisiensis (Nyl.). Auf Baumrinde. Scheibe braunschwarz bis schwarz. 
Auf der Scheibe oft die Flechte Pharcidia congesta Kbr. 

gangalea (Ach.). L. subfusca var. lainea (Fr.) Kbr. Kruste gleichmässig, 

dick, rissig gefeldert, schmutzig weisslichgrau, Früchte angepresst, etwa 

l mm breit, mit mässig gewülbter, schwärzlicher Scheibe und nicht ge- 

theiltem Rande. 

coilocarpa (Ach.) (L. subfusca o vulgaris Kbr. pp.) Kruste dünn, ungleich- 

mässig körnig-runzelig, weisslichgrau. Früchte angedrückt, etwa 1 mm 

breit, mit vertiefter bis flacher Scheibe von schwarzbrauner oder schwärz- 

licher Farbe, mit meist nicht getheiltem Rande. 
f. pinastri (Schaer.). Kruste fast staubig, aschgrau, gelblichgrau oder 
grüngrau. Früchte etwa 0'5 mm breit, mit müssig gewölbter Scheibe. 
argentata (Ach.) Kruste zart, glatt oder ganz flach-warzig, weisslich. 

Früchte sitzend, 1—1:5 mm breit, mit flacher oder mässig gewölbter, roth- 

brauner Scheibe und ungetheiltem Rande. 

f. flavescens (Smf.) (L. subf. var. chlaronea Kbr.). Scheibe von hellgelb- 
rother Farbe. 

Gemeinsam mit L. pallida in der Umgebung von Deutschbrod die häufigste 
und an Abarten reichste Art. Vorzugsweise auf Baumrinde, auch aber an altem, 
verarbeitetem Holz und Steinen. 

103. L. pallida (Schreb.). [L. albella (Pers.)| Kruste glatt oder runzelig- 
Warzig, dünn, weiss oder weissgrau, auf weisslichem Protothallus. Früchte mit 
flacher oder gewülbter, weissgrauer, blassrothgelber bis dunkelbrauner, mehr oder 
Weniger dicht bereifter Scheibe mit nicht getheiltem, bleibendem oder verschwin- 
dendem Thallusrande. Sporen zu je 8 in einem Schlauche, eifórmig. Das Innere 
mit dem der vorigen Art übereinstimmend. 

«) sordilescens (Pers.) [Z. pall. о) albella (Hoffm.) Kbr.]. Früchte 0:5—1:5 mm 
breit, mit flacher, hell fleischröthlicher, weiss bereifter, deutlich berandeter 
Scheibe. 

B) cinerella (Flke). Früchte 0'3—1 mm breit, mit bald gewölbter und dann 
nicht, berandeter, hell fleischröthlicher bis schmutzig brauner, weiss be- 
reifter Scheibe. 

y) angulosa (Schreb.). Früchte bis 1 mm gross, gruppirt und dadurch eckig. 
mit flacher oder schwach gewölbter, schmutzig gelber bis hellbrauner, be- 
reifter oder fast nackter Scheibe. 


ji 
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Sie gehört zu den häufigsten Flechten und bedeckt die Rinde besonders 
der Laubbäume. Der vorigen Art sehr ähnlich und von derselben nur durch die 
bereifte Scheibe unterscheidbar. 

104. Г. intumescens (Rbtsch.). Kruste dünn, fast häutig, geglättet, später 
zartrissig, weisslich und vom schwarzen Protothallus berandet. Früchte sitzend, 
zerstreut, in der Jugend flach, dann linsenfórmig gewölbt und fast durchseheinend. 
Scheibe fleischröthlich bis dunkelbraun, bisweilen fein bereift, mit dickem, rein 
weissem, nach Innen gekrümmtem Rande, der später auch gekerbt zu sein pflegt. 
Sporen zu je 8 in einem Schlauche, eifürmig. 

Auf glatter Rinde, besonders der Laubbüume. Am meisten ähnelt sie Lec. 
subfusca, an der glatten Kruste aber, und aufgedunsener, fast durchscheinender 
Scheibe, und dickem weisslichem Rande wirst du sie erkennen. 


105. L. scrupulosa Ach. Kruste zart, grau oder weisslich, oft körnig oder 
rissig, auf schwärzlichem Protothallus. Früchte gruppirt, blassbraun oder schwarz- 
braun, nackt oder weisslich bereift, mit ganzrandigem oder fast ganzrandigem, 
weisslichem 'Thallusrande. Sporen länglichelliptisch und stets nur zu.8 in einem 
Schlauche, wodurch sie am besten von Lecanora Sambuci zu unterscheiden ist. 

An Pappeln in Deutschbrod viele Stücke beisammen, anderswo weniger 
häufig. — 

106. Г. Sambuci (Pers.) (L. scrupulosa Fr.). Kruste sehr dünn, staubig- 
kórnig, weissgrau, oft fehlend, auf zartem, weisslichem Protothallus. Früchte klein, 
angedrückt, gruppirt, mit flacher, nackter, rothbrauner Scheibe und hervorragendem, 
gezühntem, weissem, bleibendem Thallusrande. Sporen mehr als zu 8 in einem 
Schlauche, von elliptischer Form. 

Auf glatter Rinde der Laubbüume. Sporen 5—7 u breit und 9—12 u lang. 


107. L. Hageni (Ach.). Kruste dünn, warzig oder staubig-warzig, grau- 
weiss, bisweilen auch fehlend. Früchte klein, angedrückt, gruppirt, mit flacher 
oder gewölbter, schmutzig gelbbrauner bis dunkelrothbrauner, nackter oder blau- 
grau bereifter Scheibe mit dünnem, nicht getheiltem oder gezühntem, weisslichem 
Thallusrande. Die Form und Grösse der 650mal vergrösserten Sporen siehe hinten 
(Nr. 15). Sporen zu je 8 in einem Schlauche. 

Vorzugsweise an Pappeln häufig und der vorigen Art ähnlich. Die Anzahl 
und Form der Sporen ist bei dieser Art eine andere. 

B. Thallusfarbe verschiedenartig gelb. 

a) Thallusrand bleibend. 

108. L. varia (Ehrh.) (L. varia «) vulgaris Kbr.). Kruste kórnig-warzig 
oder rissig-warzig, hellgrüngelb oder schwefelgelb. Früchte sitzend, gewöhnlich mit 
flacher, gelblicher (blassgelber, gelbrother auch gelbbrauner) Scheibe und deutlichem, 
gradem, bleibendem, oft bogig geschlängeltem Rande. Sporen elliptisch, zu je 8 in 
einem Schlauche. 

An alten Schindeldächern und alten Zäunen sehr ‚häufig. Sporen 5—6 u 
breit, 9—11 pn lang. Durch den Fruchtsaum leicht von ähnlichen Arten unter- 
scheidbar. 


b) Thallusrand später verschwindend. 


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109. L. petrophila Th. Fr. (Zeora orosthea Kbr.) (Lecanora orosthea Ach.). 
Kruste dick, bestaubt, rissig, hellgrüngelb oder braungelb, auf weissem Proto- 
thallus. Früchte angedrückt, mit flacher oder mässig gewölbter, schwärzlicher bis 
selbbrauner, nackter oder ein wenig grau bereifter Scheibe mit dünnem, gleich- 
gefürbtem und verschwindendem Rande. Die Sporen siehe hinten 650mal ver- 
grössert (Nr. 15). 

An Gneis und Granit in Hammer bei Deutschbrod. 

110. L. sulphurea (Hoffm.) (Zeora sulphurea Kbr.). Kruste weinsteinartig, 
Toni, von schmutzig grünlicher Farbe, auf undeutlichem gleichfarbigem Proto- 
thallus. Früchte anfangs eingesenkt, dann angedrückt, mit braungrüner bis schwarz- 
grüner, bisweilen grün bereifter, bald mächtig gewölbter Scheibe und zartem, gelbem, 
verschwindendem Thallusrande. 

An Gneis und Granit in der ganzen Deutschbroder Umgebung. Der vorigen 
Art ähnlich, durch die Kruste. und Früchte zu unterscheiden. 

111. L. symmicta Ach. (L. varia var. symmieta Kbr.). Kruste staubig 
körnig oder staubig aufgelöst, hellgrüngelb, auf weissem Protothallus. Früchte an- 
gedrückt oder sitzend, mit bald gewölbter, gelblicher oder grünsehwärzlicher Scheibe 
mit dünnem, verschwindendem Rande. 

112. L. effusa (Pers.) Kruste körnig oder warzig, graugrün, bisweilen 
fehlend. Früchte aufsitzend mit róthlicher bis dunkelrothbrauner Scheibe. Die 
650mal vergrösserten Sporen siehe hinten (Nr. 14). An Föhren im Sprung. 

Von L. varia und Symmicta, denen sie am meisten ähnelt, wirst du sie 
dureh die jungen, stets schwärzlichen Früchte unterscheiden. 


Aspieilia (Mass.) Th. Fr. 


113. A. calcarea (L.). Kruste weinsteinartig, auch aber mehlig, zusammen- 
hängend bis tief rissig, am Rande oft blattartig-lappig, rein-weiss, bläulich-weiss 
bis schmutzig sraugrün, auf weisslichem Protothallus. Früchte anfangs tief ein- 
gesenkt, krugförmig, hohl, später sich wölbend, mit weiss oder bläulich bereifter, 
flacher und schwarzer Scheibe und eigenem, dunklem Rande, der von dem ein- 
fachen oder runzelig geschlängeltem 'Thallusrande sich abhebt. Sporen gross. 

Sie wächst an Mauern in Deutschbrod und an Terassen bei Deutsehbrod 
"nd ist nicht häufig. Sporen 15—20 u breit und 18—30 и lang. 

114. A. gibbosa (Ach.). Kruste weinsteinartig, höckerig und rissig, weiss- 
grau, schmutzig grüngelb bis schwarzgrau, auf hellgrauem Protothallus, Früchte 
anfangs eingesenkt, krugfórmig, spüter heraustretend, mit vertiefter oder flacher, 
nackter, schwarzer Scheibe und bleibendem oft bogig geschlängeltem Thallusrande, 
Sporen zu je 4—8, gross. Häufig an Felsen. Der folgenden Art sehr ähnlich, 
lässt sich aber leicht darnach erkennen, dass ihre Farbe durch Kalilauge unver- 
ändert, bleibt, oder brüunlich wird, wogegen die der folgenden Art gelb wird. 


115. A. einerea L. Kruste weinsteinartig, rissig, weissgrau bis grau, auf 
schwarzem Protothallus. Früchte erst eingesenkt, dann heraustretend, mit bald 
flacher, schwarzer, nackter Scheibe und ausdauerndem, dünnem, nicht getheiltem 
Thallusrande. Sporen gross, zu je 8. 


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Weniger häufig als die vorige Art, doch aber in der Umgebung von Deutsch- 
brod an Felsen gemein. Durch Kalilauge wird der Thallus gelb, später roth. 

116. A. bohemica Kbr. Kruste weinsteinartig, warzig oder rissig, weissgrau, 
auf zartem Protothallus von derselben Farbe. Früchte gróstentheils gruppirt, ein- 
gesenkt, mit flacher oder mässig gewölbter Scheibe mit ausdauerdem, hervortre- 
tendem, dünnem, weissgrauem Thallusrande. Früchte klein, zu je 8. Siehe die 
Sporen 650mal vergrössert hinten (Nr. 16). 

Sehr zahlreich an Felsen bei Ranteich in der Nähe von Deutschbrod und 
als Seltenheit auch am Sperberbaume unweit von demselben Felsen. An den mehr 
entfernten Sperberbäumen habe ich kein einziges Stückchen gefunden. 

117. A. complanata (Kbr. sub Lecanora). Früchte klein-schuppig oder rissig. 
Schuppen flach, unregelmässig eckig bis gekerbt, gruppirt oder zerstreut. Krusten- 
farbe bläulichgrau oder bräunlichgrau. Protothallus von schwarzer Farbe. Früchte 
klein, fast vollkommen in den Schuppen eingesenkt. Scheibe flach oder ein wenig 
gewölbt, rothbraun bis schwarz, mit eigenem, dünnem, oft verschwindendem Rande 
und diekem Thallusrande. Sporen klein, zu je 8. Siehe die Sporen 650mal ver- 
grössert hinten (Nr. 17). 

Diese Art mit vollkommen entwickelten Früchten habe ich an den Gneis- 
steinen in der Terasse bei der Schleifmühle in Deutschbrod entdeckt. Die Stücke 
mit entwickelten Früchten ähneln mehr der Gattung Lecanora als Aspicilia, Bisher 
wurde sie in Böhmen nur an der mittleren Ader des Basaltes der kleinen Schnee- 
grube entdeckt (Kbr.). 


Gyaleeta Ach. 


118. G. Stein Novák. Kruste dünn, warzig-uneben, weissgrau oder grau, 
auf Protothallus von derselben Farbe. Früchte in der Jugend krugförmig einge- 
senkt (ein wenig tiefer als bei der Art Aspicilia) spüter angedrückt, mit flacher 
bis fast gewölbter, körnig-rauher, braunschwarzer, in feuchtem Zustande braun- 
rother Scheibe. Eigener Rand dünn, sowie der Thallusrand, welcher in der Jugend 
hervortritt, später aber verschwindet. Sporen zu je 8 in einem Schlauche, elliptisch, 
farblos, sich in der Jugend zuerst quer, dann der Länge nach theilend und endlich 
unregelmässig getheilt. Siehe die Sporen hinten (Nr. 18), 650mal vergrössert, in 
verschiedenen Entwickelungsstadien. 

Ich habe diese Art auf der Heide hinter Parknau bei Chlystov gefunden 
und zur Ehre des schlesischen Lichenologen Berthold Stein benannt. Paraphysen 
sind zusammengeklebt, farblos, oberhalb gelbbraun mit breiter, kórniger, gelbbrauner 
Decke. Excipulum gelbbraun und die Subhymenialschicht wasserhell. Sporen 10 bis 
12 u breit und 18—22 u lang. 


Urceolaria Ach. 


119. U. seruposa (L.). Kruste weinsteinartig, rissig oder staubig aufgelöst, 
von weisslicher bis schmutzig dunkelbrauner Farbe, auf weisslichem Protothallus. 
Früchte eingesenkt, mit heller, schwarzer, meist bereifter Scheibe mit eigenem 
Rande, der anfangs von aufgedunsenem, gezähntem, verschwindendem Thallusrande 
bedeckt ist. Die 650mal vergrösserten Sporen hinten (Nr. 19). 


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Eine auf Boden und an Felsen in der ganzen Umgebung häufige und 
von anderen leicht unterscheidbare Flechte. 


Pertusarieae. 


Die Gattung: 


Pertusaria. Sporen nicht getheilt, farblos, meist mit dicker, oft mehr- 
schichtiger Zellenhaut. Früchte scheibenförmig geöffnet, mit Thallusrande oder 
punktfórmig und in Thalluswarzen eingesenkt. 


Pertusaria DC. 


190. P. communis DC. Kruste fast häutig, runzelig-warzig, rissig, grau- 
grün oder schmutzig grau, auf weisslichem Protothallus. Früchte einzeln oder einige 
beisammen, in kugeligen Thalluswarzen eingesenkt, mit sehr winziger, punktfórmiger, 
dunkelgraugrüner oder schwürzlicher Scheibe. Sporen zu je 1—2 in einem Schlauche. 

а) pertusa (L.). Kruste fast hüutig, mit zahlreichen Fruchtwarzen. Soredien 


fehlend. 
B) variolosa Wallr. Kruste gewöhnlich steril, in zahlreiche, weisse Soredien 
aufgelöst. 


i An Bäumen in der ganzen Umgebung. Die Abart variolosa häufiger. P. per- 
usa habe ich blos an Tannen gesehen. 


Lecideae. 


Übersicht der Gattungen. 


A. Scheibe von heller Farbe, Excipulum hell und weich. 
a) Früchte sitzend (Biatorineae). 
«) Sporen farblos. 
* Sporen nicht getheilt. 
Biatora. Schläuche enthalten wenige, farblose und nicht getheilte Sporen 
(Nr. 20). Fiuchtscheibe hell oder dunkel. Exeipulum weich, Subhymenialschicht 
farblos oder wenigstens hell. 
** Sporen 2- bis vieltheilig. 
e Biatorina. Schläuche enthalten wenige farblose und zweitheilige Sporen. 
Fruchtscheibe hell oder dunkel, Exeipulum weich, Subhymenialschicht farblos oder hell. 
Bilimbia. Sporen länglich bis spindelfórmig, parallel vier- bis vieltheilig 
(bisweilen nur zweitheilig), farblos (Nr. 21 u. 22). Exeipulum weich. 
Bacidia. Sporen grade, nadelförmig, parallel vieltheilig, farblos (Nr. 23 
u. 24). Exeipulum wachsartig. 
i Scoliciosporum. Sporen gekrümmt, spiralig eingerollt, nadelförmig, zwei- 
theilig bis parallel vieltheilig, farblos (Nr. 25). Excipulum weich. 
8) Sporen braun (bräunlich). 
Abrothallus. Fruchtscheibe dunkel, Exeipulum undeutlich, Thallusschicht 
gefärbt. Sporen ellipsoidisch, quer zweitheilig, braun (Nr. 26). 
b) Früchte gestielt (Baeomyceae). 


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Baeomyces. Sporen spindelförmig, farblos, nicht getheilt oder undeutlich 
quer-zweitheilig. Früchte gestielt, fast kugelig, von buschigem Schleier verhüllt. 
innen von spinnwebigem Gewebe ausgefüllt und darum hohl erscheinend. 

Sphyridium. Sporen länglich, nicht getheilt, farblos. Früchte gestielt, hut- 
förmig, nackt, innen flach. 

D. Scheibe dunkel, meist schwarz, Exeipulum. und |Subhymenialschicht 
erüsstentheils dunkel, oft kohlig (Euleeidineae). 

а) Sporen nicht getheilt. 

«) Sporen zu je 8 in einem Schlauche. 

Lecidella. Sporen farblos, nicht getheilt, ellipsoidisch (Nr. 27). Frucht- 
scheibe schwarz. Subhymenialsehicht hellbraun oder dunkelbraun, nie kohlig-schwarz. 

Lecidea. Sporen farblos, nicht getheilt, ellipsoidisch. Fruchtscheibe schwarz. 
Subhymenialschicht schwarz, Kohlenartig. 

8) Sporen zahlreich, klein. 


Sarcogyne. Sporen farblos, nicht getheilt, zahlreich in Schläuchen (Nr. 28). 
Früchte aufsitzend, mit schwarzem (entweder allseitig oder wenigstens aussen aus- 
gebildetem) und deutlichem Exeipulum. Kruste (meist) unbedeutend. 

b) Sporen. getheilt. 

а) Sporen zweitheilig. 

Catocarpus. Sporen quer zweitheilig, farblos bis dunkel, mit dieker, wasser- 
reicher Aussenschicht, ellipsoidisch (Nr. 29). Exeipulum (meist) schwarz, kohlenartig. 

Buellia. Sporen ellipsoidisch, quer zweitheilig, dunkel, ohne wasserreiche 
Aussenschicht (Nr. 30), Exeipulum dunkel, oft kohlig. Chromidien grün, sich durch 
Theilung vermehrend. 

Poetschia. Sporen ellipsoidisch, quer zweitheilig, dunkel, wasserreicher 
Schleimschicht entbehrend (Nr. 31). Exeipulum dunkel, meist weich. Chromidien gelb 
oder gelbroth, sich durch Sprossung und nicht durch Theilung vermehrend. 

В) Sporen mehrtheilig. 

Diplotomma. Sporen parallel viertheilig, auch aber nach einigen Richtungen 
getheilt, dunkel gefärbt, wasserreicher Aussenschicht entbehrend (Nr. 32). Exeipulum 
braun, oft noch vom Thallus berandet. Subhymenialschicht braun. 

lhizocarpon. Sporen parallel viertheilig oder nach einigen Richtungen ge- 
theilt, ellipsoidisch, farblos bis dunkel, mit dicker, wasserreicher Aussenschicht 
(Nr. 88—85). Excipulum (meist) kohlig, j 

Arthrosporum, Sporen länglich, parallel viertheilig, farblos, ohne wasser- 
reiche Aussenschicht (Nr. 36). Fruchtscheibe schwarz. | Subhymenialschicht hell. 


Biatora Fr. 


A. Früchte in der Jugend mit Thallusrande. 

121. B. coarctata (Sm. (Zeora coarctata Kbr.). Kruste weinsteinartig, weiss- 
grau oder grüngrau, auf undeutlichem, weisslichem Protothallus. Früchte sitzend 
oder eingesenkt, mit flacher oder gewölbter; im feuchten Zustande fast durchschei- 


48 


nender, rother bis schwarzer Scheibe, mit dünnem, braunem oder schwarzem Rande, 
der noch von ausdauerndem: oder. verschwindendem, nach Innen eingebogenem, ge- 
wöhnlich rissig-gezähntem Thallusrande . berandet ist. ‚Sporen rund bis eiformig. 
bisweilen ein wenig brüunlich, 6—12 u breit, 12—15 ш lang. 

i An Urgebirgsgestein in der ganzen Umgebung, nicht aber sehr häufig. 
Kruste verschiedenartig dick, ebenfalls der Thallusrand. Mikroskopisch leicht zu 
erkennen. 

D. Früchte nur mit eigenem Rande; Thallusrand fehlt. 

: 122. В. granulosa (Ehrh. 1785). [B. decolorans (Hoffm.) Kbr.] Kruste 
kórnig-warzig, oft staubig aufgelóst, weisserau oder graugrün, auf weisslichem Proto- 
thallus, Früchte angedrückt, mit erst vertiefter, bald flacher, später gewölbter 
Scheibe von erst fleischröthlicher, später rothbrauner oder schwarzer Farbe und 
ШШ eigenem erst hellem und hervortretendem, dann später undeutlichem Rande. 
Sporen länglich-elliptisch, 4—7 u breit und 8—16 w lang. Dieselben 650mal ver- 
grossert hinten (Nr. 20). 

Auf der Heide bei Chlystov unweit von Deutschbrod. 


123. B. obseurella (Smt) (В. -phaeostigma Kbr.) Kruste sehr dünn, oft 
oe körig, 'weislichgrut erünlichgrau oder egrünliehbraun, auf weisslichem 
othallus. Früchte klein, angedrückt, erst mit flacher, dünn berandeter, bald 
Sewülbter, nicht berandeter, braunschwarzer oder schwarzer Scheibe, die ange- 
узар sich braunroth färbt. ‚Sporen länglich-elliptisch, 3-4 breit und 8 bis 

4 u lang. 

In der Umgebung von Deutschbrod bei Pifhon an Lärchenbäumen. 

' Früchte nur etwa 0:2—0:3 mm gross, Exeipulum bräunlich, Subhymenial- 
Schicht farblos, Paraphysen oberhalb verdickt und grünbraun, übrigens farblos. 

i 124. B. lucida (Ach.). Kruste körnig-staubig oder mehlig, gelb oder grün- 
lichgelb, auf weisslichem Protothallus. Früchte angedrückt, klein, mit bald gewölbter, 
gelber und nicht berandeter Scheibe. Sporen walzenförmig oder länglich keulen- 
lórmig, 1—2 ш breit, 4—1 и lang. 

An Felsen im Hammer am linken Ufer des Sazawa-Flusses mit Früchten, 
gewöhnlich aber steril wie gelbes Mehl an Felsen und Bäumen. 

125. B. ambigua Mass. (D. tabescens Kbr.). Kruste, zart, grauweiss, grau- 
gelb oder helleraugrün, meist von schwarzem Protothallus berandet. Früchte an- 
gedrückt, mit flacher oder ein wenig gewölbter Scheibe von, unrein heller oder 
dunkelrothbrauner bis braunsehwarzer Farbe, mit dünnem, erst hervortretendem, 
Später verschwindendem, dunklem Rande. Sporen eifürmig, 6—8 u breit, 12 bis 
16 u lang. 


In der ganzen Umgebung von Deutschbrod, besonders an Tannen und Buch- 


© 


bäumen häufig. Der Art Leeidella olivacea sehr ähnlich und von derselben eigentlich 
nur durch die Farbe der Früchte zu unterscheiden. Paraphysen farblos, bräunlich, 
grün, oben und unten bisweilen gelblich, Subhymenialschicht hellgelb oder rothbraun. 

196. D. uliginosa (Schrad.) Kruste meist dünn, körnig oder staubig, 
dunkelgrünbraun, rothbraun bis schwarz, auf braunschwarzem Protothallus. Früchte 
klein, angedrückt oder fast eingesenkt, mit flacher, später gewülbter, braunschwarzer 


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oder schwarzer Scheibe und mit eigenem, dünnem, verschwindendem Rande von 
derselben oder ein wenig hellerer Farbe. Sporen eiförmig, elliptisch oder länglich 
elliptisch, 8—8 u breit und 8—17 u lang. 

An verwittertem Gneis bei der Schleifmühle in Deutschbrod mit zahlreichen 
Früchten. 


Biatorina Mass. 


127. В. Ehrhartiana (Ach.) (Biatora Ehrhartiana Kbr.). Kruste dünn, 
körnig oder runzelig-warzig, strohgelb, gelblichweissgrau, auf weisslichem Proto- 
thallus. Früchte angedrückt, erst mit flacher, dünn berandeter, später gewölbter, 
randloser Scheibe von grüngelber oder hellröthlichgelblicher Farbe. Sporen länglich 
bis fast stabfirmig, 2—3 u breit, 7—10 u lang. 

Diese Art habe ich an Nadelbäumen gefunden und gewöhnlich einzellige, 
bisweilen aber auch zweizellige Sporen bemerkt. 


128. B. tricolor (With.) [B. Griffithii (Sm.) Кг. |. Kruste genug mächtig 
und fast rissig oder körnig-warzig bis kórnigstaubig oder fehlend, graugrün oder 
weisslichgrau, auf weisslichem Protothallus. Früchte angedrückt, mit flacher oder 
gewülbter, bisweilen bereifter Scheibe von bläulichrothbrauner bis braunschwarzer 
Farbe. Sporen länglich-elliptisch oder fast spindelförmig, 3—4 u breit, 8—16 u lang. 

An alten Birken genug häufig. Von einigen ähnlichen Arten nur mikro- 
skopisch unterscheidbar. Exeipulum nicht tief, mächtig und ebenfalls die Subhy- 
menialschicht. Paraphysen oberhalb gelblich oder dunkelbraun. 


Bilimbia D. N. 


129. B. Naegelii (Hepp.) (B. faginea Kbr.) Kruste dünn, uneben, körnig, 
oft rissig aufgelöst, weisslichgrau oder graugrün, auf hellem Protothallus. Früchte 
angedrückt oder sitzend, mit flacher, später gewölbter Scheibe von fleischröth- 
licher, rothbrauner bis schwarzer Farbe. Rand dünn, heller gefärbt als die Scheibe, 
vollkommen verschwindend. Subhymenialschicht farblos. Sporen länglich bis fast 
spindelfórmig, (meist) viertheilig. Siehe die Sporen 650mal vergrössert hinten 
(Nro. 21). 

Auf Ahornrinde, an Espen in Hammer. Sporen selten 6—Stheilig, in der 
Jugend nicht getheilt oder zweizellig. Paraphysen oben violettbraun bis schwärzlich. 
Sporen selten mehr als 0:5 mm breit. 


130. В. hypnophila (Ach.) [B. sphaeroides (Smf.) 1. muscorum (Sw.) Kbr. 
pp. et 2. terrigena (Fw.) Kbr.] Kruste ausgedehnt, warzig-körnig oder staubig, 
weisslich, grünlich oder grau, auf weisslichem Protothallus. Früchte angedrückt 
oder sitzend, erst mit vertiefter, später stark gewölbter bis kugelfórmiger Scheibe, 
anfangs von hellfleischröthlicher, später verschiedenartig brauner bis schwarzer und 
bisweilen gleich vom Anfang von schwarzer Farbe. Rand an junger Frucht bemerklich. 
Subhymenialschicht fast farblos bis dunkelrothbraun. Sporen spindelförmig oder 
länglichspindelförmig, 4—12theilig. Siehe die Sporen 650mal vergrössert hinten 
(Nro. 22). 

f. atrior Stitzb. Früchte bald gewölbt, gleich vom Anfang schwarz. 


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An bemoosten Mauern іп Deutschbrod nur die Form atrior Stitzbg. genug 
häufig vorkommend, am meisten an der alten Kirchhofmauer. Die im Schatten 
wachsenden Arten sind von hellerer Farbe. 

131. B. trisepta (Naeg.) |B. milliaria (Fr. pp. min.) Kbr.]. Kruste ausge- 
breitet, kórnig-staubig, grünlich oder grau, auf weisslichem Protothallus. Früchte 
angedrückt, mit stark gewölbter bis halbkugeliger, nicht berandeter Scheibe von 
schmutzig grünbrauner bis schwarzer Farbe, Subhymenialschicht farblos bis braun. 
Sporen schmal-spindelförmig bis fingerförmig, 4theilig. 

f. saprophila Kbr. Kruste mächtig, meist staubig, braungrün. Subhymenial- 
schicht (grösstentheils) braun. 

Auf sich abschälender Rinde eines alten Ahorns an der Humpoletzer Strasse. 


Bacidia De Not. 


132. B. rubella (Whrh.). Kruste kórnig oder schuppig-warzig, bisweilen 
fehlend, graugrün oder weisslichgrün, auf weisslichem Protothallus. Früchte sit- 
zend, mit flacher, später gewölbter, nackter oder dünn bereifter Scheibe von hell 
Ziegelrother Farbe, mit hellerem, dickem, später verschwindendem eigenem Rande. 
: An Birnbäumen im Klostergarten und alten Weiden in Bfevnic. Sie gehört 
a der Umgebung von Deutschbrod zu den häufigen Flechten. Sporen nadelförmig, 
З bis 4 u breit, 50—100 ш lang. 

| 133. B. rosella (Pers.). Kruste dünn, körnig bis körnig-staubig, zuweilen 
bis riSsig, weisslichgrün bis schmutzig graugrün, auf Protothallus von derselben 
Farbe, Früchte aufsitzend, mit vertiefter, später flacher, dünn weiss-bereifter Scheibe, 
Von fleischröthlicher oder rosenrother Farbe und mit eigenem, dickem, hellerem 
und ausdauerndem Rande, Die Sporen 650mal vergróssert siehe hinten (Nr. 23). 

Diese Art habe ich bisher nur an Buchbäumen unweit von Steken gesehen. 


134. B. muscorum (Sw.) (Raphiospora viridescens Mass., Biatora protensa 
Kbr.) (Arthrorapis viridescens Rb.). Kruste feinkörnig, fast häutig, graugrün oder 
weisslichgrün, auf undeutlichem Protothallus. Früchte angedrückt-sitzend, mit 
braunschwarzer oder schwarzer, erst flacher, bald mächtig gewölbter und höcke- 
riger Scheibe mit zeitlich verschwindendem und schwarzem Rande. Die Sporen 
650mal vergrössert siehe hinten (Nr. 24). 

An absterbenden und vermodernden Pflanzen, auf nackter Erde in der Um- 
sebung von Deutschbrod häufig. 


Scoliciosporum Mass. 


135. S. compactum Kbr. Kruste genug dick, ein wenig körnig, grauschwarz, 
schwarzgrün oder schwarz, auf schwürzlichem Protothallus. Früchte angedrückt, 
mit Schwarzer, erst flacher, später gewölbter Scheibe mit erst dünnem und glän- 
zendem, später aber vollkommen verschwindendem Rande. Paraphysen oben blau- 
grün, dunkelgrün oder grünschwarz. 

Sie wächst in der Umgebung von Deutschbrod auf vielen Orten, wird aber 
leicht übersehen, weil der Thallus anderen morschen Arten ähnlich ist. Auch an 


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alten Schindeldächern, wo sie deutlicher ist‘ als am Gestein. Die Sporen im 
Schlauche schwach vergrössert und aus dem: Schlauche hervortretend,  480mal ver- 
grössert siche hinten (Nr. 25). 


Abrothallus De Not, 


136. A. parmeliarum (Smf.) (А. Smithii Pul.). Schmarotzende Art. Früchte 
hervorragend, im Alter sitzend, mit bald flacher, bald gewölbter bis kugeliger, 
nicht glänzender, schwarzer oder braunschwarzer, oft graugrün 'bereifter, rauher, 
randloser Scheibe. Paraphysen schmutzig braungrün. Sporen 8—5 u breit, 10—12 u 
lang, grünbraun. Dieselben 650mal vergróssert siehe hinten (Nr. 26). 

Auf Thallus von Parmelia; conspersa am Ufer des Chot&borer Teiches. 


Baeomyees Pers. 


187. B. roseus Pers. Kruste ausgedehnt, zusammenhängend, warzig oder 
höckerig, weisslich, auf graugrünem Protothallus. Früchte fast rund, rosenroth, auf 
weissem, ovalem, kräftigem Sticle. 

Eine gemeine Art, deren Kruste auch einige m? Erde bedeckt. Von allen 
leicht unterscheidbar. 


Sphyridium Flot. 


138. 5. byssordes (L.). Kruste ausgedehnt, körnig-schuppig, kleinkörnig bis 
fast staubig, am Rande fast schuppig. Farbe der Kruste graugrün oder weissgrün, 
auf weissem Protothallus. Früchte ein wenig gewölbt, auf seitlich zusammenge- 
drückten, röthlichen Stielen. Scheibe im Ganzen von rothbrauner Farbe. 

In der ganzen Umgebung auf Erde häufig. Der vorigen Flechte ähnlich, 
durch den anders gefärbten und hohlen Stiel kenntlich. 


Lecidella Kbr. 


139. L. pungens (Kbr. sub Biatora). Kruste dünn, körnig oder schuppig, 
weissgrau oder weisslich, auf undeutlichem Protothallus. Früchte sitzend, mit 
vertiefter oder flacher, rauher, schwarzer oder rothbraunschwarzer Scheibe, die 
angefeuchtet rothbraun wird, mit dickem, glänzend schwarzem, anfangs hervortre- 
tendem, später verdrängtem Rande. Sporen eiförmig, berandet. 

Häufig an Gneis und auch auf der Erde wie ein Überzug von vermo- 
dernden Flechten. Paraphysen farblos, oben ein wenig grün, Subhymenialschicht 
gelbbraun. 

140. L. pilularis (Dav teste Th. Fries) [L. goniophila (FIke) Kbr.]. Kruste 
fast weinsteinartig, warzig gefeldert, warzig bis fast fehlend, graugelblich, grau- 
grünlich oder grünlichbraun, auf undeutlichem Protothallus. Früchte angedrückt, 
anfangs mit flacher, dick berandeter, bald verschiedenartig. gewölbter, randloser, 
nackter und schwarzer Scheibe. Sporen eifórmig-elliptisch, mit schmalem Rande, 
1—9 u breit und 12—15 u lang. 

An Gneis in der Umgebung und auch an der Klostermauer in Deutschbrod. 
Subhymenialschicht farblos, Paraphysen roth, oben schwarz. 


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47 


141, L. sabuletorum: (Behreb.). Kruste. weinsteinartig, körnig-warzig oder 
rissig, weisslich, weissgrau oder schmutzig-grau. Früchte mit schwarzer; meist flacher 
Scheibe und dünnem, dauerndem Rande. Sporen in aufgedunsenen, keulenfórmigen 
Schläuchen, elliptisch, dünn berandet. Siehe sie hinten 650mal vergróssert (Nr. 21). 
Paraphysen oben schón blaugrün. 

enteroleuca (Fr.) (Lecidella enteroleuca Kbr. L. elaeochroma. v. achrista 

Smf.). Kruste kórnig warzig, schuppig bis fast staubig, weisslichgrau, grün- 

lichgrau oder- schmutzig-erau, auf schwarzem Protothallus. Früchte an- 

gedrückt-sitzend, mit flacher, lange und dauernd berandeter Scheibe. 
f. olivacea (Hoffm.).[Kbr. als Art.|. Kruste graugrün, von schwarzem 
Protothallus berandet und durchkreuzt. 
Auf Daumrinde sehr häufig. Die häufigste ist die Form olivacea. 


Lecidea (Ach.) Kbr. 


142. L. fuscoatra (L.) |L. fumosa (Hoffm.) Kbr.], Kruste weinsteinartig, 
rissip, mit flachen oder hohlen, braunen oder grauen Theilchen, auf deutlichem, 
schwarzem Protothallus, welcher bisweilen die Kruste umsüumt. Früchte ange- 
drückt, anfangs mit flacher und dünn berandeter, schwarzer, nackter, blüulich be- 
Teifter, später aufgedunsener und randloser Scheibe. Sporen elliptisch bis fast 
länglich, 5—7 ш breit und 10—bis 15 ш lang. 

An Gneis auf vielen Orten, auch auf nackter Erde an dem Damme. des 
Chotébofer Teiches. Paraphysen oben grünlich, ganz oben schwarz, Exeipulum und 
Subhymenialschicht schwarz, kohlig. Schläuche schmal-keulenförmig. 

143. L. macrocarpa (DC.). Kruste weinsteinartig, feinrissig, meist dünn, 

zuweilen fast fehlend, weisslich, weissgrau oder schmutzig graubraun, grössten- 


; 144. L. cerustulata Ach. Kruste sehr dünn, weinsteinartig, zusammen- 
hüngend oder zerstreut-warzig, bis fast rissig, grau, weisslich- oder gelblichgrau, 
oft auf undeutlichem, schwarzem Protothallus. Früchte klein, angedrückt-sitzend, 
meist mit elänzender, nicht bereifter, schwarzer, fast dauernd flacher und dünn 
berandeter oder im Alter gewölbter und randloser Scheibe. Sporen elliptisch oder 
länglich-elliptisch, 6—9 ш breit, 12—20 y lang. 
An verschiedenem Urgebirgsgestein in der Deutschbroder Umgebung ver- 

breitet, aty 

| Paraphysen grün, oben braun. Von L. maerocarpa durch die kleinen Früchte 
leicht unterscheidbar. Exeipulum und Subhymenialschicht braunschwarz. 


Sarcogyne (Flot.) Mass. 
145. S. pruinosa (Sm.). Kruste weiss, meist fehlend, krustig-mehlig, weisslich 
oder grau, feinrissig, auf undeutlichem Protothallus. Früchte angedrückt oder fast 


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48 


eingesenkt, rund, mit schwarzer oder ein wenig röthlicher, blau bereifter, selten 
nackter Scheibe, mit dünnem, dauerndem, im Alter bogigem Rande. Subhymenial- 
schicht fast farblos. 

f. macroloma Hike, Fruchtscheibe dicht bereit, Rand bereift und aufge- 

dunsen. 

An der Mauer bei der hl. Dreifaltigkeit in Deutschbrod und an den Kapellen 
auf der Kalvarie. Exeipulum aussen braunschwarz, innen hell. Subhymenialschicht 
gelblich oder farblos. Paraphysen verleimt, oben braun. Sporen elliptisch, 2 u breit, 
4—6 u lang. 

146. S. clavus DO. (S. privigua В) Clavus Kbr. — Stereopeltis macrocarpa 
De Not.) — St. Carestiae De Not.). Kruste undeutlich. Früchte mittelgross, kurz- 
gestielt, rundlich oder bogig geschlängelt, erst mit vertiefter, später flacher, schwärz- 
licher oder dunkelrothbrauner, nackter Scheibe mit schwarzem, meist dauerndem, 
anfangs dickem, später sich verschmülerndem, rissig-warzigem Rande. Subhymenial- 
schicht schwarzbraun oder rothbraun. 

An Granit in der Terasse beim Kirchhof und unter dem Felde ,na Pren- 
pfru®. Der verkohlte Stiel steckt in den Granitrissen und man sieht nur die Frucht 
ohne Thallus. Die Sporen 650mal vergrössert siehe hinten (Nr. 28). 


147. S. regularis Kbr. Kruste dünn, graubraun, oft fast fehlend. Proto- 
thallus undeutlich. Früchte aufsitzend, rund, anfangs mit flacher, bald halbkugelig 
gewölbter, schwarzbrauner Scheibe und dünnem, glattem, anfangs hervortretendem, 
später verschwindendem, schwarzem Rande. Subhymenialschicht braun. 

Paraphysen oben gelbbraun. Sporen an einem oder beiden Enden mit 
öliger Masse, 15—2 u breit und 3—4 ш lang. An Gneis beim Kirchhof in 
Deutschbrod. 

148. S. simplex (Dav.) (S. privigna «) simplex Kbr.). Kruste undeutlich. 
Früchte klein, angedrückt, fast stets bogig, bisweilen seitlich zusammengedrückt 
und gekrümmt, mit verbogener oder rauher, schwarzer Scheibe und dickem, her- 
vortretendem, dauerndem, aufgedunsen-kórnigem Rande. Subhymenialschicht farblos. 

An Granit in der Umgebung von Deutschbrod ziemlich verbreitet. Früchte 
viel kleiner, unregelmüssiger als die der vorigen Arten. Stets macht sie den Ein- 
druck einer eingetrockneten Flechte. Sporen 1—2 p breit und 3—6 u lang. 


Catocarpus Kbr. em. 


149. C. badioater (Flke.) (Buellia badioatra Kbr.). Kruste weinsteinartig, 
rissig oder warzig, braun oder rothbraun, auf schwarzem Protothallus. Früchte 
eingesenkt, die Kruste nicht überragend, mit flacher, nackter, schwarzer Scheibe 
und dünnem, hervortretendem, schwarzem Rande. Sporen zeitlich braun. Die Sporen 
650mal vergrössert siehe hinten (Nr. 29). 

An Gneis bei der Schleifmühle und anderswo genug häufig. 


Buellia De Not. 


150. B. myriocarpa (DC.) [B. punctata (Ach.) Kbr.] Kruste körnig oder 
körnig-staubig, hellgrau, weisslich oder graugrün, bisweilen auch fehlend, auf weiss- 


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49 


lichem Protothallus. Früchte klein bis sehr klein, angedrückt, mit flacher oder 
sewölbter, berandeter oder randloser, schwarzer Scheibe. Sporen 4—8 u breit und 
9—16 u lang. 
a) punctiformis (Hoffm.). Kruste dünn, zuweilen fast fehlend, weisslich oder 
hellgrau. 
B) chloropolia (Wr... Kruste dick, körnig, graugrün oder schmutzig grünlich. 
Sehr häufig an Nadel- und Laubbäumen, sowie auch an altem Holz. Para- 
Physen braun, oben bräuner. Früchte 02—06 mm gross. Sporen im Ganzen 
elliptisch, an der Scheidewand oft zusammengezogen. 

151. B. parasema (Ach.). Kruste glatt, warzig-körnig, rein weiss oder 
Weisslich, auf schwarzem Protothallus. Früchte aufsitzend, mit flacher, glänzend 
oder nicht glänzend schwarzer Scheibe und dünnem, fast bleibendem, glänzend 
schwarzem Rande oder mit gewölbter, randloser Scheibe. Sporen 5—10 u breit 
und 15-30) и lang. Dieselben 650mal vergrössert siehe hinten (NT 490) 

а) disciformis (Fr.) (B. parasema а) tersa Kbr.). Kruste weiss oder hell- 
grau. Früchte 1—2 mm gross. 
B) microcarpa Schaer. Kruste weiss oder hellgrau. Früchte sehr klein, bis 

Wm. gross, 

In der Deutschbroder Umgebung vorzugsweise an Sperber- und Buchbäumen, 
SEH aber häufig. Die Abart ß) an Fichte in Leithen. Subhymenialschicht braun. 
Paraphysen oben braun; ich habe aber auch grünliche gesehen. 


Poetschia. Kbr. em. 


| 152. P. arthonioides Fée [Buellia Ricasolii (Mass.) Kbr.]. Kruste kórnig- 
Schuppig, ziemlich diek, von grauweisser Farbe. Früchte eingesenkt, später aufsitzend 
inne dh vertiefter, später gewölbter Scheibe. Subhymenialschicht braun. Sporen 
18, In der Mitte stark zusammengezogen, 4—5 ш breit und 10—15 u lang. 


Ns " „з ` ` e . б 
z Sie wächst an Linden bei der hl. Anna, ist aber sehr klein geblieben, mit 
^Werg-F'rüchten. 


Diplotomma Fw. 


їй ө там D. athroum (Ach.). Krave sehr dünn, zerstreut, körnig-warzig oder 

vina “ x: rotothallus weisslich. ‚Früchte angedrückt oder aufsitzond, mit meist 

Т о Iwarzer, glanzloser Scheibe und dünnem, schwarzem Rande. Sporen pa- 

teilig. Dieselben 650mal vergrössert, siehe hinten (Nr. 32). 

€) pharcidia (Ach.) [D. populorum Mass. Kbr.]. Kruste weiss oder weissgrau, 

Früchte aufsitzend, mit bald gewölbter und nicht berandeter, zuweilen fein 
bereifter Scheibe. 

Àn glatter Rinde der Laubbüume. An einer Rosskastanie bei der hl. Tri- 


nität, an P : 
‚ ап Espe und Pappeln bei Wassermann in Deutschbrod. 


mehlig nip w Gees (Hoffm.). Kruste fast weinsteinartig, oder ein жара 
ади, en weiss oder grauweiss, oft auf undeutlichem, schwarzem Proto- 
dichte E ichte SES eingesenkt oder im Alter hervortretend, mit schwarzer, 

augrau bereifter, erst flacher und von Thallus berandeter, später mächtig 


4 


БО 


gewülbter und nackter Scheibe. Sporen sich quer und nach anderen Richtungen 
einigemal theilend und braun. 

epipolium (Ach.) |margaritaceum (Smf.) Kbr.]. An Steinen. Kruste mehr 

weinsteinartig, feinrissig und rein weiss. Scheibe flach, bereift und lange 

vom "Thallus berandet. 

In der Umgebung von Deutschbrod habe ich bisher nur die Abart D. albo- 
atrum epipolium sichergestellt und zwar an Gneis bei der Schleifmühle, wo sie ge- 
meinschaftlich mit Aspicilia complanata wächst und an der Mauer des Kloster- 
gartens in Deutschbrod. 


Rhizocarpon Ram. 


A. Eurhisocarpon Stitzbg. em. Sporen zeitlich braun oder schwarz werdend. 
a) Kruste grün oder gelb. 

155. R. geographicum (L.). Kruste weinsteinartig, rissig, von hellgrün- 
gelber oder hellgelber Farbe, auf schwarzem Protothallus. Früchte nackt, schwarz, 
schmal berandet, über die Kruste nicht hinreichend. Sporen zu je 8 im Schlauche, 
bald schwarz werdend, 11—18 u breit und 20—35 u lang. 

An Gneis, Granit und Amphibolit sowie an anderem Urgebirgsgestein in 
der ganzen Deutschbroder Umgebung. In einigen Formen vorkommend. 

156. R. viridiatrum (Flke.). Kruste weinsteinartig, rissig, einzelne Felderchen 
aufgedunsen und grüngelb gefürbt, auf schwarzem Protothallus. Früchte bald über 
die Kruste hervortretend, mit schwarzer, nackter, anfangs flacher, fast, unberandeter, 
bald sich wölbender und randloser Scheibe. Sporen zu je 8, erst farblos, dann 
braungrün und endlich schwarz, 6—9 u breit, 15—22 y lang. 

Ich habe sie nur an den Chlystover Felsen hinter Perknau gefunden, dort 
aber viele Stücke. Die Hyphen bleiben durch Jod unverändert, bei der vorigen 
Art werden sie aber blau. Durch die über die Kruste hervortretenden und dieselbe 
überragenden Früchte von der vorigen Art leicht zu unterscheiden. 

b) Kruste weisslich, grau bis braun. 


157. R. grande (Flke.) [R. petraeum form. grande Kbr.?] Kruste wein- 
steinartig, warzig, grau oder brüunlich, auf schwarzem Protothallus. Früchte an- 
fangs mit flacher, dünn bereifter, bald aber gewölbter und randloser, nackter, 
schwarzer Scheibe. Sporen zu je8 in einem Schlauche und bald schwarz werdend. 
Die Sporen 650mal vergrössert, siehe hinten (Nr. 35). 

An Urgebirgsgestein im Hohlwege bei der St. Salvator-Kapelle habe ich 
einige Stücke gesehen. Die Kruste von diesen Stücken ist nur weissgrau. Anderswo 
habe ich diese Art bisher nicht gesehen. 


B. Siegertia Kbr. em. Sporen lange farblos bleibend. 

158. R, atroalbum Arn. [R. petraeum Kbr. о) vulgare Fw. Kbr. pp. R. 
distinctum Th. Fr.] Kruste weinsteinartig, kleinrissig oder auch warzig-rissig. 
Felderchen flach oder wenig gewölbt, grau, graubraun oder rothbraun, auf schwarzem 
Protothallus. Früchte klein, aufsitzend, mit flacher oder ganz wenig gewólbter, 
sehr dünn berandeter oder randloser, nackter und schwarzer Scheibe. Früchte zu 


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je 8 in einem Schlauche, farblos oder hellgrün, 12—15 u breit, 24—32 u lang. 
Siehe dieselben hinten (Nr. 33). 

An verschiedenem Urgebirgsgestein in der Deutschbroder Umgebung häufig. 
Bei den an den Chlystover Felsen vorkommenden ist die Kruste grau gefärbt, bei 
denen an den Felsen bei Ranteich nur rothbraun, wodurch die Formen zu unter- 
Scheiden sind. 


159. R. obscuratum (Ach.). Kruste weinsteinartig, dünn und kleinrissig. 
Felderchen flach, chocoladenfarbig oder brauner, auf schwarzem, gewöhnlich nicht 
deutlichem Protothallus, Früchte eingesenkt oder aufsitzend, mit flacher, nackter, 
Schwarzer Scheibe mit dauerndem, dickem, schwarzem und nacktem Rande. Sporen 
zu je 8, lange farblos, 10—20 и breit und 25—50 u lang. Siehe dieselben 650mal 
vergrössert hinten (Nr. 24). 

f. Iavatum (Fr.) (R. petraeum В) lavatum Kbr.). Kruste weisslich, durch eisen- 
haltigen Stoff gelbbraun gefärbt. In der Umgebung von Deutschbrod mit rothbrauner 


Scheibe. 


Sie wächst in der Umgebung an Urgebirgsfelsen, seltener aber als die 
vorige Art, der sie, was die Farbe anbelangt, nahe kommt, durch den dicken, 
eigenen Rand von derselben leicht zu unterscheiden ist. Die Form lavatum (Fr.) 
habe ich nur bei der St. Salvator-Kapelle gesehen. 


Arthrosporum Mass. 


160. A. accline (Fw). Kruste dünn, körnig-warzig, weissgrau oder grau- 
d auf weisslichem Protothallus. Früchte angedrückt, mit schwarzer, flacher 
Scheibe mit dünnem und meist dauerndem Rande. Die meisten Sporen sind ge- 
krümmt, 
An glatten Rinden der Laubbüume. In Deutschbrod an Ahornen an der 


Prager Strasse und anderswo. Ohne Mikroskop von Lecidella enteroleuca fast nicht 
Zu unterscheiden. 


Graphideae. 
Uebersicht der Gattungen. 


4. Exeipulum deutlich, oft kohlig, mit meist deutlich hervortretendem 
Kruste (grösstentheils) gut entwickelt (Opegrapheae). 

a) Sporen farblos, 4- bis mehrtheilig. 

Opegrapha, Sporen länglich elliptisch bis spindelförmig, parallel 4- bis 
lig, farblos (Nr. 38 u. 39). Excipulum kohlenartig oder dunkelbraun. 
linearisch (selten rundlich). Kruste einförmig, anfangs oft unterrindig. 
Sporen vieltheilig. 

Zwackhia. Sporen lang-lanzettlich, parallel vieltheilig, farblos. Früchte 


Rande, 


mehrthei 
Früchte 


verzogen, tundlich oder strichfórmig. Exeipulum kohlenartig. Kruste anfangs 

unterrindig, später oberflächlich, einförmig. 

E M Sporen länglich, parallel vieltheilig, farblos (Nr. 37). Exeipulum 
15. Früchte strichförmig. Kruste anfangs unterrindig. 


4% 


52 


B. Exeipulum undeutlich, ohne eigenen Rand. Kruste (meist) spärlich 
entwickelt, oft nur unterrindig (Arthonieae). 

Arthonia. Sporen länglich-elliptisch, spindelförmig, oder puppenförmig (die 
eine Hälfte dicker als die andere), selten zweitheilig, meist parallel vier- bis mehr- 
theilig, farblos (Nr. 40 bis 41). Früchte fleekenartig, rund, rundlich oder strich- 
förmig, ohne Excipulum. Kruste einförmig, bisweilen unterrindig. 

Celidium.  Epiphyten. Früchte rund oder fleekartig. Exeipulum weich, 
oft undeutlich. Sporen ellipsoidisch, parallel viertheilig, farblos. 


Opegrapha Humb. 


161. ©. varia (Pers.). Kruste dünn, bisweilen unterrindig, weiss, weisslich 
oder graugrün, graubraun oder grünbraun. Früchte aufsitzend, unregelmässig rund, 
elliptisch oder linearisch, mit schwarzer, nackter oder bereifter, meist rhombischer 
Scheibe und schwarzem, anfangs mächtig hervortretendem, später fast verschwin- 
dendem Rande. Sporen fingerförmig oder breit spindelfórmig, 4—6theilig. Siehe 
hinten die 650mal vergrösserten Sporen (Nr. 38). 

pulicaris (Hoffm.). Früchte fast elliptisch, mit vertiefter Scheibe und nach 

Innen eingebogenem Rande. 

An Laubbäumen häufig, weniger häufig an Nadelbäumen. Die angefeuchtete 
Kruste riecht nach Veilchen. 


162. O. vulgata (Ach.). Kruste dünn, weisslich, grauweiss oder eraubraun. 
Früchte vortretend oder aufsitzend, mit kurz-linearischer, sehr schmaler, nackter 
Scheibe und eigenem, die Scheibe fast vollkommen bedeckendem, schwarzem und 
glanzlosem Rande. Sporen schmal spindelförmig, 6—8theilig. 

An Nadelbäumen gemein, 

163. O. herpetica (Ach.). Kruste ausgebreitet, erst unterrindig, dann sehr 
dünn krustig oder spärlich körnig, graubraun oder grünbraun. Protothallus unter- 
rindig. Früchte hervortretend, sehr klein, anfangs punktförmig, dann unregelmässig 
rundlich, elliptisch oder kurz-linearisch, mit flacher oder krumm gefurchter, 
schwarzer, glanzloser Scheibe und dünnem, anfangs zusammenfliessenden, später 
fast ganz zurücktretenden, schwarzen und glanzlosen Rändern. Sporen finger- oder 
spindelförmig, viertheilig. Siehe dieselben hinten 650mal vergrössert (Nr. 89). 

An Laubbäumen und Tannen gemein. Die Kruste riecht nach Veilchen. 


Zwackhia Kim, 


164. Z. involuta (Wallr. sub Graphis) (Opegrapha involuta Aut.). Kruste 
anfangs unterrindig, dann erst auf der Oberfläche erscheinend, fast häutig, dünn 
schuppig bis feinkörnig, von rothbrauner, schmutzig grünlicher bis grünbrauner 
Farbe. Früchte sehr klein, hervortretend, fast eingesenkt oder angedrückt, un- 
regelmässig rundlich, elliptisch oder ganz kurz linearisch, mit vertiefter bis flacher, 
nackter, mattschwarzer, im Alter körnig-rauher Scheibe, und schwarzem, anfangs 
aufgedunsenem, nach Innen eingebogenem, später fehlendem, bisweilen bis zurück- 
tretendem, warzig-faserigem Rande. 


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53 


An Tannen im Sommerwald. Von Opegrapha herpetiea und vulgata nur 
mikroskopisch zu unterscheiden. 


Graphis Adans. 


165. G. scripta (L.). Kruste anfangs unterrindig, meist bald hervortretend 
und dünn, von weisslicher oder weissgrauer Farbe. Früchte einfach oder verästelt, 
einzeln oder gruppirt, krumm gefurcht, gerade oder gekrümmt, lang-linearisch, mit 
Tinnenförmiger, schwarzer, nackter oder blaugrau bereifter Scheibe und hervor- 
retenden, parallelen, mächtigen, schwarzen Rändern und bisweilen mit weissem 
Thallusrande. Sporen lünglich, 3—12theilig. Dieselben 650mal vergrössert siehe 
hinten (Nr. 37). i ' 

An Baumrinde wächst sie häufig. 


Arthonia Ach. 


| 166. A. vulgaris Schaer. Kruste anfangs unterrindig, später oberflächlich, 
dünn, von weisslicher, weissgrauer oder grüngrauer Farbe. Früchte eingesenkt, 
nregelmässig rundlich oder strichförmig und meist sternartig gruppirt, mit flacher 
i а gewölbter, dnnkelschwarzer Scheibe. Sporen viertheilig. Siehe die- 
‚en 650mal vergrössert hinten (Nr. 40). 
f. Swartziana Ach. Kruste weisslich. Früchte rund, mit gewölbter Scheibe. 
Eine an Laubbäumen häufige Art. 


eg 167. A. minutula Nyl. (A. dispersa Schrad. nec Duf. A. epipasta Kbr. et 

sil Plur. recent nee Ach.) Kruste anfangs unterrindig, später oberhalb der Rinde, 

lin zart, weisslich oder weissgrau. Früchte klein, angedrückt, rundlich, lang- 
T | M ag DH " D a е 
" isch, einfach oder verzweigt, mit sehr schmaler, schwarzer Scheibe. Sporen 

meist ZWeitheilig. 

A ‚An glatten Rinden der Laubbüume häufig. Die Sporen 650mal vergróssert 

stehe hinten (Nr. 41). 


168. A. populina Mass. (A. punetiformis Mass. Kbr.). Kruste meist stets 


unterrindio жөн KE шы ` 
UE a wenn oberflüchlich feinhüutig, grauweisslich oder graubraun. Früchte 
d nos а А А gë Sek 

188 auch unterrindig, dann eingesenkt, fleckenartig-rundlich oder elliptisch, 


mit, Schwarzer, glanzloser und flacher Scheibe. Sporen 4—-6theilig. 

An glatter Rinde einer jungen Linde an der Vítkova stráň. Subhymenial- 
Kaum bemerklich, farblos. Schläuche birnförmig. Eine grünschwarze Schicht 
die farblose Hymenialschicht. ' 


Schicht ] 
deckt 


Celidium (Pul.) Kbr. 


169. C. varians (Dav.) (Celidium grumosum Kbr. — Biatora verrucarioides 
— Arthonia varians et A. elaucomarina Nyl.). Früchte rundlich-fleckenartig, 
iu flacher, später mässig gewölbter, glatter oder ein wenig rauher Scheibe 
ы um bci glanzlos. Sporen More bis fast puppenförmig (die 
90 u ans achtiger als die andere, wie bei den Puppen), 4—6 u breit und 14 bis 
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54 


Auf der Scheibe der Art Lecanora sordida häufig. 
Vorzugsweise bei der St. Salvator-Kapelle bei Deutschbrod. 


Verrucarieae. 


Die Gattungen : 


4. Paraphysen zerfliessend. 

Lithoicea. Früchte in die Kruste fast ganz eingesenkt oder von derselben 
überdeckt. Exeipulum doppelt, äusseres Thallus-Exeipulum und eigenes, inneres 
an der Basis offenes Excipulum mit deutlich durchbohrtem Scheitel. Paraphysen 
zerfliessend. Sporen ellipsoidisch, nicht getheilt, farblos. Siehe hinten Nr. 42. 


Verrucaria. Früchte aufsitzend oder halb eingesenkt. Exeipulum einfach, 
kohlig, unten offen, am Scheitel warzig oder einfach durchbohrt. Paraphysen zer- 
fliessend. Sporen ellipsoidisch, nicht getheilt, farblos. 

3. Paraphysen deutlich. 


Thrombium. | Excipulum einfach, weich. Paraphysen fein und deutlich. 
Sporen ellipsoidisch, nicht getheilt, farblos. Schläuche walzenförmig. 


Lithoicea Mass. 


170. L. nigrescens (Pers.) (Verrucaria fuscoatra Wallr. Kbr.). Kruste dünn, 
weinsteinartig, fast zusammenhängend oder rissig, grünbraun, dunkelbraun bis 
dunkelschwarz, auf undeutlichem Protothalus von derselben Farbe. Früchte Klein, 
fast kugelig, ganz eingesenkt, nur mit der warzigen, später durchbohrter Mündung 
hervorragend. Die elliptischen Sporen 650mal vergrössert siehe hinten (Nr. 42). 

In Deutschbrod an alten Mauern häufig genug. 


Verrucaria (Wigg.) Mass. 


171. V. muralis Ach. Kruste weinsteinartig, rissig oder wulstig-warzig 
oder verschiedenartig staubig bis fast fehlend, weisslich, auf deutlichem, weisslichem 
Protothallus. Früchte klein, aufsitzend, mit eingesenkter Basis, halbkugelig, schwarz, 
bisweilen grauweiss bereift, mit undeutlich eingedrücktem und fein durchbohrtem 
Scheitel. Sporen eiförmig oder breit-elliptisch, 6—8 u breit und 12—16 u lang. 

Eine an alten Mauern gemeine Art. 


Thrombium Wallr. 


172. Th. epigaeum (Pers.). Kruste dünn, ausgetrocknet, fast staubig, wenn 
feucht schmierig-gallertig, grünlichgrau, auf undeutlichem Protothallus. Früchte 
klein, braunschwarz, fast kugelig, halb eingesenkt, mit vorragendem, abgeflachtem, 
deutlich durchbohrtem, im Alter zerfallendem Scheitel. Sporen länglich-elliptisch, 
5—6 u breit, 18—21 u lang. 

Eine auf dürrem Sandboden gemeine Art. Nach dem Regen sind die Früchte 
deutlicher, und die Kruste schmierig. Früchte sehr zahlreich und nach Entleerung 
der Sporen niedergesunken, so dass der untere Theil wie eine Kruchtscheibe aussieht. 


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55 


Pyrenulaceae. 


Die Gattungen. 


Pyrenula. Sporen ellipsoidisch, parallel viertheilig, gefärbt (siehe Nr. 43). 
Exeipulum einfach, schwarz. Paraphysen deutlich. 

Arthropyrenia. Sporen keil- oder eiförmig, quer zweitheilig oder puppen- 
förmig (die eine Hälfte dicker als die andere), parallel 4—6theilig, farblos (Nr. 44). 
Exeipulum einfach, dunkel. Paraphysen grösstentheils undeutlich, zu einer bäu- 
Schichten Masse vereinigt. 
А Tichothecium. Eine parasitische Gattung. Excipulum einfach, schwarz. 
Paraphysen im Scheine zerfliessend. Sporen ellipsoidisch, qner zweitheilig, gefärbt 
(Nr. 45), 

Cercidospora. Exeipulum einfach, dunkel und weich. Paraphysen deutlich. 
Sporen spindelförmig oder fast elliptisch, quer-zweitheilig, farblos. 
Pharcidia. Epiphytisch. Exeipulum einfach, weich, schwarz. Paraphysen in 
Schleim zerfliessend. Sporen stabförmig, quer-zweitheilig, farblos. Siehe hinten 
die Zeichnung (Nr. 46). 


Pyrenula Ach. 


y 173. P. nitida (Schrad.) Kruste zusammenhüngend, häutig-knorpelig oder 
Tissig, mattglänzend, grünlichbraun, golbbraun bis dunkelrothbraun, selten weisslich, 
bisweilen auf undeutlichem, manchmal auf braungrünem Protothallus, welcher die 
Kruste umsäumt. Früchte mittelgross, anfangs vom Thallus verhüllt, später auf- 
sitzend, halbkugelig, braunschwarz oder schwarz, mit eingedrückter Öffnung. Sporen 
länglich-elliptisch oder länglich, 4—5 u breit und 16—21 u lang, hellrothbraun. 
Dieselben vergrössert siehe hinten (Nr. 43). 

Auf glatten Buchrinden im Leithen und bei Stöcken. Früchte zahlreich, bis 
1 тт gross und lange von der Kruste verdeckt. 


Arthropyrenia Mass. 

A. Sporen zweitheilig. 

4 174. A. analepta (Ach.) Kbr. Kruste fast nur unterrindig, selten ober- 
flächlich, zerstreut feinkörnig und grau. Früchte vortretend, zerstreut, mattschwarz 
oder fast glanzlos, verschieden gross, abgeflacht halbkugelig, mit verbreiteter Basis. 
Oeffnung undeutlich multerartig und sehr klein. Sporen zweitheilig, eiförmig, in 
der Mitte zusammengezogen, 3—4 ш breit und 12—15 u lang. 

: An glatten Rinden der Laubbäume, z. В. an der grauen Erle an der Kal- 
varie bei Deutschbrod. 

175. A. stenospora Kbr. Kruste nur unterrindig. Früchte auftretend, zer- 
streut und klein, schwarz elanzlos und meist durch Krusten- und Rindentheilchen 
Yerunreinigt, abgeflacht halbkugelig, mit multerartiger und meist deutlicher Offnung. 
Sporen zweitheilig, fast stabförmig, 3 u breit, 14—18 u lang. 

An junger Rinde der Laubbäume in der Umgebung von Deutschbrod. 

D. Sporen vier- und mehrtheilig. 


56 


176. A. bohemica Noväk. Die Kruste bildet einen dünnen und weissen 
Uiberzug, welcher glatt und ein wenig glänzend ist. Früchte schwarz, fast glanzlos, 
halbkugelig bis kegelförmig, bisweilen ein wenig verbogen, aufsitzend, am Scheitel 
sich durch kleines Loch öffnend. Sporen länglich, zweizellig, auch aber vierzellig, 
an den Scheidewänden zusammengezogen, farblos, zu je 8 in walzförmigen, im 
Alter keulenförmigen Schläuchen, 8—4 u breit und 14—18 u lang. Paraphysen 
ganz deutlich, 

An Rinde alter Pappel in Deutschbrod. Siehe die Sporen 650mal und einen 
Schlauch schwach vergrössert hinten (Nr. 44). 


177. A. Persoonii Mass. (A. punctiformis Hepp. et Aut. plur an Pers. ?). 
Kruste meist dauernd unterrindig, selten oberflächlich und dann fein, weissgrau. 
Früchte klein oder sehr klein, mattschwarz, angedrückt, halbkugelig mit zerflies- 
sender Basis oder abgestutzt halbkugelig, meist mit fein durchbohrter Mündung. 
Sporen anfangs zweitheilig, bald viertheilig, zuweilen 6—Stheilig, länglich, oft quer- 
runzelig, 3 ш breit, 11—15 u lang. 

An Laubbäumen. Erle bei Wassermann in Brod. 


Tiehotheeium Fw. 


178. T. pygmaeum Kbr. Ein Schmarotzer. Früchte sehr klein, fast glänzend 
schwarz, ganz oder fast eingesenkt, kugelig, mit undeutlich-multerartiger, sehr 
feiner Mündung. Sporen zu 24—36, elliptisch, oft in der Mitte ein wenig zusam- 
mengezogen, dunkelbraun, 3 u breit, 6—8 u lang. 

Auf der Kruste der Gattung Lecidea an der Klostermauer. 

179. T. Opegraphae Noväk. Früchte fast ansitzend, klein, auf der Kruste 
zerstreut, glänzend schwarz, kugelig, mit nicht multerartiger Öffnung. Sporen zu 
je 8, im Ganzen eiförmig-elliptisch (länglieh-elliptisch bis eiförmig mit nicht gleich 
grossen Zellen), anfangs farblos, später von graublauer bis brauner Farbe. Die 
älteren Sporen sind bei der breiten Scheidewand zusammengezogen. 


Die Sporen 650mal vergrössert siehe hinten (Nr. 45). Diese neue Art ent- 
deckte ich auf der Kruste der Gattung Opegrapha aus Leithen bei Friedenau. 


Cercidospora Kbr. 


180. C. minima Stein. Epiphytisch. Früchte so klein, dass sie nur durch 
die Luppe zu sehen sind, glänzend schwarz und fein durchstochen. Sporen zu je 8, 
wasserhell, quer-zweitheilig, länglich-elliptisch, mit bisweilen ungleichen Hälften, 
bisweilen mit Ölkörperchen, viertheilig erscheinend, 8—10 u breit und 20—25 u 
lang. Schläuche meist rübenförmig, Paraphysen sich bald krümmend und ver- 
schwindend. Subhymenialschicht graubraun und Exeipulum braunschwarz. 

Diese Art entdeckte B. Stein auf der von mir benannten Art Gyalecta 
Steini. Zugleich gestattete er mir, dass ich die mir mitgetheilte Beschreibung 
dieser Art veröffentlichen kann. Die Art Gyalecta Steini Novák wurde bisher nur 
auf der Heide hinter Perknau entdeckt. 


Phareidia Kbr. 


181. Ph. congesta Кт. Epiphytisch. Früchte winzig, gruppirt, schwarz 
glanzlos, warzig oder kugelig, Mündung undeutlich. Sporen stabförmig, zweitheilig, 
25u breit und 8—12 u lang. Die Sporen 650mal vergrössert, siehe hinten (Nr. 46). 

Auf der Scheibe der Art Lecanora subfusca an Sperberbäumen an der 


Humpoletzer Strasse häufig genug vorkommend. 


IV. Gallertflechten der Umgebung von Deutschbrod. 


rm m D D D . 39 D 
T | Thallus (grösstentheils nicht geschichtet), Chromidien und Hyphen in galler- 
lger Masse eingeschlossen, welche im Feuchten mächtig anschwillt und einer Gal- 
lerte ähnelt, 


Collemaceae. 


Die Gattungen: 


~” Bynechoblastus. Sporen quer-zweitheilig oder parallel-vier- auch mehrtheilig, 
länglich-elliptisch oder spindelförmig, farblos, mit eigenem, bisweilen auch thallo- 
dischem Rande. Ohromidien einzeln oder rosenkranzfórmig. Thallus meist blatt- 
artig. Rindenschicht undeutlich. 

f Leptogium. Sporen ellipsoidisch, meist nach einigen Richtungen getheilt, 
ML UM 47 hinten). Exeipulum doppelt. Chromidien rosenkranzförmig. Thallus 

artig. Rindenschicht deutlich. 
S NA Thallus blattartig, selten krustig oder fast fehlend. Rindenschicht 
ТЫП, Chromidien einzeln oder rosenkranzfórmig. Früchte schüsselförmig, 
sich he lus berandet. Früchte ellipsoidisch, erst parallel viertheilig, meist aber 
^ zeitlich unregelmässig theilend und farblos (Nr. 48). 


Synechoblastus Trev. 


ZE Etgen Ach, Thallus dünnhäutig, grossblütterig, schmutzig dunkel- 
орав : гаш, unterseits grünlichgrau oder blaugrau, blattartig gelappt. 
idit: ud breit und gerundet, blasig aufgedunsen, ‚nackt oder dichtkörnig, mit 
E a tem oder undeutlich gekerbtem Rande. Früchte angedrückt sitzend, 
iih ner a flacher, braunrother ане und dünnem, oft ‚gekerbtem, anfangs 
Ша T eingebogenem, hellgrünem Rande. Sporen spindelfórmig, meist 6—1- 
"B: (—9 u breit, 22—28 u lang. 
Ты Ап Steinen im Thale bei ,Certüv stolek“ unweit von Chotebor und an 
sen bei Ronov hinter Pribislau. 
Leptogium Fr. 


183. L. sinuatum (Huds.) [L. scotinum (Ach.) Nyl.]. Thallus häutig, klein- 
‚ lockerrasig, netzadrig, blaugrau oder graubraun, angefeuchtet dunkelgrün. 


blütte rig 


Zeep 


|| 
| 
| 


58 


Blättchen gerundet, bisweilen dachziegelig gruppirt, mit ungetheilten oder seicht 
gekerbten Rändern. Früchte klein, aufsitzend, mit rothbrauner, flacher Scheibe, 
gleichfarbigem, vortretend aufgedunsenem, erst nach Innen eingebogenem, eigenem 
und bald zurücktretendem thallodischem Rande. Sporen elliptisch, bald unregel- 
mässig vieltheilig, 16—15 u breit und 24—40 u lang. Siehe die Sporen 650mal 
vergróüsseit hinten (Nr. 47). 

Auf feuchter, spärlich bewachsener Erde. Im Hohlwege bei der Pfibislauer 
Strasse, welcher auf die Kalvarie führt. Am Abhang bei der Schleifmühle. Durch 
die ungetheilten Lappen am leichtesten von den verwandten Arten zu unterscheiden. 

184. L. tenwissimum (Deks.). [L. spongiosum (Sm.) Nyl]. Thallus derb 
genug, sehr kleinblütterig, so dass dichte Rasen oder fast Krusten entstehen, von 
grünlicher oder schwärzlichbrauner Farbe. Blättchen linearisch, anliegend oder 
aufsteigend, zerschlitzt getheilt, mit aufrechten, fingerförmig gespalteten Enden. 

Bei der St. Salvator-Kapelle unweit von Deutschbrod an nur von Flechten 
und Moosen bewachsenen Plätzen, gemeinschaftlich mit Rinodina Conradi. Früchte 
habe ich keine gesehen, es genügen aber sterile Stücke zur Bestimmung der Art. 


Collema Hoffm. 


185. С. pulposum (Bernh.). Thallus lederartig, grossblätterig, im trockenen 
Zustande grünlich-schwarz, braunschwarz bis schwarz, feucht dunkelbrauugrün, stark 
quellend. Früchte aufsitzend, gross genug (mit Rande bis 2 mm im Durchmesser), 
mit erst vertiefter, später flacher bis mässig gewölbter Scheibe von rothbrauner 
bis braunschwarzer Farbe, mit dickem, ungetheiltem oder körniggekerbtem Thallus- 
rande. Sporen eiförmig oder zugespitzt-elliptisch, parallel-viertheilig, selten un- 
regelmässig in wenige Theile getheilt, 6—10 u breit und 12—22 u lang. Siehe 
dieselben hinten 650mal vergrössert (Nr. 48). 

In des Umgebung von Deutschbrod kommt nur die Abart C. pulposum 
granulatum Sw. vor und zwar nur bei den Scheuern an der Prager Strasse mit 
zahlreichen Früchten. 

An der Laureta bei Jičin kommt die Abart C. nudum Schaer. vor. 


Die in Böhmen entdeckten, in der Umgebung von Deutschbrod aber 
fehlenden Krustenflechten. 


Pannaria conoplea Ach. (P. rubiginosa var. conoplea Kbr.). 
In der Umgebung von Karlsbad (Bbhst.). 
Pannaria lepidota (Smf.) (Massalongia carnosa ß) lepidota Kbr.) An Basalt der 
kleinen Schneegrube. 
microphylla (Sw.). An Basalt der kleinen Schneegrube (Sw.). 


HI 


Psoroma hypnorum (Hoffm.). ei deaurata (Ach.). Nur am Ziegenrücken. 
G'yalolechia nivalis Кът. An Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr.) Unter der 
Kapelle auf der Schneekoppe (Kbr.) 
» epixantha (Ach.) (G. subsimilis Th. Fr.) Uiber Moosen am Basalt der 
kleinen Schneegrube. 
Placodium concolor (Wam.) Teifelsgärtchen (Stein). 


59 


Placodium gelidum (L). In der Gegend von Heida (Bbhst.). 
n circinatum (Pers.). 
В) myrrhina Ach. Am Milleschauer (Rbhst.). 
Acarospora flava (Bell.). 
el chlorophana (Whlbg.). Schneekoppe (Ludwig) und Felsenwand des 
Teufelsgürtchens (Stein). 
Fritzea lampropora (Kbr.) (Psora lamprophora Kbr.) Basalt der kleinen Schnee- 
grube (Kbr.). 
Callopisma, aurantiacum (Lghlft.). Nach Mann in Böhmen. 
ND variabile (Pers.). In Bóhmen nach Rabenhorst an mehreren Orten. 
Dimerospora rugulosa (Hepp.) (Biatora rugulosa Hepp. Biatorina rugulosa Kbr.). 
Elbegrund (Stein). 
Rinodina turfacea (Wnbg.). Uiber Moosen am Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr.). 
» Biatorma Kbr. Am Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr.). 
|» »  punnarioides Kbr. Am Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr). 
Lecanora tephraea Kbr. An Gneis der Schneekoppe (Kbr.). 
» bicincta Ram. (Leora Stenhammari (Kbr.. An Felsen im Riesengebirge 


(Stein). 
» nigrescens (Th. Fr.). An Granit der kleinen Sturmhaube (Stein). 
» badia (Pers.) f. pallida Tw. An den Felsen von der Schneekoppe zum 


Riesengrund (Kbr.). 
» frustulosa (Deks.). Am Basalt der kleinen Schneegrube (Fw. Kbr.). 
Mosigia gibbosa (Ach.) (Lecanora Bockii Fries). Riesengrund im Riesengebirge 
(Fw. Kbr.). 
Ochrolechia tartarea (L.) Massal. Krumau (Kirchner), Rothenhaus (Sachs), Jeschken 
(Rabenhorst). 
» pallescens (L.) parella (L.). Bei Zinnwald in Böhmen. 
Haematomma elatinum (Ach.). An Tannen im Riesengebirge nicht seltene Art (Stein). 
Aspieilia tenebrosa (Fw.) (Leeidella tenebrosa (Fw.)]. Jeschken bei Reichenberg. 
» verrucosa (Ach.). Uiber Moos am Basalt der kleinen Schneegrube im 
Riesengebirge (Kbr.). 
» aquatica (Fr.) An überflutheten Felsen im Riesengrunde (Fw. Kbr.). 
Kesselkoppe (Stein). 
» alpina (Smf.) (A. cinereorufescens Kbr.). 
f. ochracea Кт. Auf Magnetkies im Riesengrunde (Kbr.). 
CES. microlepis Кт. Am Basalt der kleinen Schneegrube. 
Jonaspis svaveolens (Ach.) (Aspicilia svaveolens Kbr.). Kesselkoppe im Riesenge- 
birge (Stein). 
n chrysophana (Kbr. sub Aspicilia). Am Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr.). 
» odora (Ach.) (Aspicilia odora Kbr.). Aupafall (Fw. Kbr.). Teufelsgürtehen 
(Stein). 
Gyalecta. Fritzei Stein. An überfluthetem Granit eines Baches an der Westseite 
der Kesselkoppe (Stein). 
n exanthematica (Smith.). Auf Kalk am St. Laurentius-Berg (Mann). 
Secoliga biformis Kbr. Am Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr.). 


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60 


Secoliga Friesii (Fw.) Kbr. An morschen Wurzeln alter Fichten am Wege oberhalb 
des Arsenikschachtes im Riesengrunde (Fw. Kbr.). 
"Thelotrema lepadinum Ach. An Fichten und Tannen in der böhmischen Schweiz 
(Rbhst.). 
Phialopsis rubra (Hoffm.). Nach Mann in Böhmen verbreitet. Bei Alt-Leipa auf 
abgestorbenen Moosen (Schauter). 


Pertusaria communis DO. f. areolata (Ach.) ID. rupestris (DC.) Kbr.]. Im bóhmi- 
schen Erzgebirge (Rabenhorst). 
levoplaca (Ach.). Schluckenau (Karl) Kuschwarda im Böhmerwalde 
(Kirchner), Alt-Leipa (Schauter). 
ji oculata (Deks.). Auf dem Gipfel der Schneekoppe (Kbr.). 
corallina (L.). (P. ocellata 8) coralina (Ach.) Kbr. Mit Früchten auf 
dem Gipfel der Schneekoppe (Stein). 


^ ocellata (Wallr.. An den Weckelsdorfer und Adersbacher Felsen (Kbr. 
Fritze). 
is glomerata (Ach.). Am Basalt der kleinen Schneegrubo. 


Varicellaria, rhodocarpa (Kbr. sub Pertusaria). Auf nackter Erde und über Moosen 
am Hohen Rad (Fw.). 
Bellonia. Russula Kbr. Am Basalt der kleinen Schneegrube. 


Catolechia pulchella (Schrad.) [C. Wahlenbergii (Ach.) Kbr.]. Gr. Sturmhaube (Haus- 
knecht). Riesengebirge (Weigel) An den Abhängen der Schneekoppe 
nach dem Riesengrunde (Kbr. St.). 

Psora lurida (Sw.) Bei Kaplitz (Kirchner). 

» decipiens (Ehrh.). Riesengebirge (Weigel) Lausek (Kirchner). Schlossberg 
bei Teplitz (Rabenhorst). 

Schaereria cinereo-rufa, (Schaer.). [Sch. lugubris (Fr.) Kbr.]. Kesselkoppe (St.). 


Thalleodoma squalescens (Nyl.). Catillania sphaeralis Kbr. Auf Moos in Felsspalten 
der Schneekoppe (Kbr.). Kesselkoppe (Stein). 
» candidum (Web.) Im Riesengebirge (Weigel). 
Strangospora moriformis (Ach.) (St. trabicola Kbr.). Alte Bretterzäune im Ausgang 
des Riesengrundes (Kbr.). 
Bacidia carneola (Ach.). Zinkenstein, Eichwald (Rabenhorst). Nach Mann in Böhmen 
verbreitet. 
»  nwundata (Fr.). Kbr. Kesselkoppe im Riesengebirge (St.). Die kleine Schnee- 
grube (St.). 
Arthroraphis flavovirescens (Borr.) Th. Fr. In Böhmen soll sie verbreitet sein (Rbst.). 


Dilimbia sphaeroides (Dcks.) Th. Fr. — B. sphaeroides Kbr. 1. muscorum Kbr. 
p. p. min. Bei Teplitz (Sachs), Kaplitz (Kirchner), Reichenberg (Siegmund). 


e sabulosa Кт. Schneekoppe (Kbr.). Elbegrund (Fritze). 
* coprodes Kbr. @) seposita Th. Fr. Auf Kalk im Riesengrunde (Stein). 
» obscurata (Smf.) [В. sphaeroides 1. muscorum (Sw.) Kbr. pp.] Uiber 
Moos in der kleinen Schneegrube (Stein). 
Biatorina synothea (Ach.). Nach Mann in Böhmen verbreitet. 
» pineti (Schrad.), Reichenberg (Siegmund). 


61 


Biatorina pyracea Kbr. B. luteoalba (um. Bei Prag (Corda). Man gibt keinen 
Fundort an. 
Biatora fusca (Schaer.) (B. vernalis Kbr.) у) tristior Nyl. (Lecidea riphaea Kbr.). 
Auf dem Gipfel der Schneekoppe (Kbr. 56.). Teufelsgärtchen (St.). 
» ` «aenea (Duf.) (Lecidella atrobrunnea Kbr. œ) aechumena Kbr.) Auf dem 
Gipfel der Schneekoppe (Fw. Kbr.). 
» leucophaea (FIkl.. In den Thälern des Riesengebirges an Urgebirgsfelsen 
(Stein). 
» . fusca Schaer. Uiber Moosen auf dem Gipfel der Schneekoppe (Kbr. St.). 
» Laureri Fw. Die Felsen im Riesengrunde (Laurer u. Flotow). 
»  geochroa Kbr. Auf nackter Erde auf den alten Treppenstufen der Schnee- 
koppe (Kbr.). 
» mollis (Wbg.). (B. rivulosa Kbr. p. p.). 
f. albescens Kbr. Teufelsgärtehen (Kbr.). 
» lygaea (Ach, UD, rivulosa 8) Kochiana (Hepp). Kbr. pp.]. Auf dem Gipfel 
der Schneekoppe (Stein). 
» . cinnabarina (Smf.) Im Riesengebirge (Fw.). 
» . Siebenhaariana Kbr. Basalt der kleineu Schneegrube (Siebenhaar). 
» . quernea Decks. (Pyrrhospora quernea Kbr.). An Tannen im Riesengebirge (Fw). 
»  hewola Kbr. [В. conglomerata (Heydn.). Kbr. Elbegrund (Stein). An Vacci- 
nium uliginosum am Elbefalle. 
gibberosa (Ach.) (B. conglomerata Heydn.). 
b) ligneraria Kbr. Elbegrund (Stein). 
» Cadubriae Mass. An Fichten im Riesengrunde (Kbr.). 
» trachona (Ach.). Im Riesengrunde (Kbr.). 

Lopadium pezizoideum Ach. В) muscicolum Smf. (Kbr.). Uiber Moosen an Felsen 
oberhalb des kleinen Teiches im Riesengebirge (Siebenhaar). 
Bphyridium speciosum Kbr. Auf sandiger Erde in der kleinen Schneegrube (Kbr.). 

Stenhammara turgida (Ach.). Fw. Кт. Felsen im Teufelsgärtchen. 
Вива, stellulata (Dayl.) (B. spuriaß ) minuluta К, An Felsen des Schneekoppen- 
gipfels. 
»  pa«rasema Ach. muscorum (Schaer.) (B. bryophilla Kbr.).. An Moosen in Fels- 
spalten unter dem Gipfel der Schneekoppe (Kbr.). 
a ` chloroleuca Кт. Elbegrund (Stein). 
Catocarpus Koerberi St. Teufelsgärtchen (Kbr.). 


» polycarpus (Hepp.). Basalt der kleinen Schneegrube, an Granit des 
kleinen Teiches (Stein). 
» chionophilus Th. Fr. (Rhizocarpon geograficum (L.) var. alpicolum Кт, 


p. p). In der kleinen Schneegrube (St.). 
lhizocarpon. Montagnei (Fw.) Kbr. Karlsbad und Kamnitz (Rbhst.). 
» calcareum (Weiss.) «) Weisii (Mass.) (Siegertia calcarea Kbr.). Kies- 
graben an der Schneekoppe (Fw.). Teufelsgärtchen und Elbegrund 
(EW: ЖИ). 
Rhizocarpon postumum Nyl. An Rollsteinen des Basaltes der kleinen Schneegrube 
(Stein). 


EEE 


62 


Lecidella coniops (Wahlenb.?) Schaer. L. sabuletorum «) lalypea (Ach.). Bei Kaplitz 


(Kirchner). 
goniophila (Е1К.). Schaer. Auf Granit am Schöninger auf dei Schlossruine 
Maidstein (Kirchner). 


Leeidella polycarpa He, Im südlichen Böhmerwalde. Fohrenhan (Kirchner). 


spilota Fr. An der Schlossruine bei Maidstein (Kirchner), bei Teplitz 
(Mann). 

Armeniaca (DC.). Um die Sehneekoppe (Fw.). 

bullata Kbr. Auf dem Schneekoppengipfel (St.). 

aglaea (Smf.). Felsen des Riesengebirges (St.). 

nodulosa Kbr. Gneis der Schneekoppe (Kbr.). 

Mosigi? (Hepp.). Im Riesengebirge nicht selten (Stein). 

distans (Kmphbr.). Der Schneekoppengipfel (Kbr.), 

marginata (Schaer.). Am Abhang der Schneekoppe nach Riesengrund (Fw.). 
theoides (Smf.). An einem Magnetkiesblocke im Riesengrunde von v. Flotow 
gefunden. 

alboflava Kbr. Basalt der kleinen Schneegrube. 

Sudetica (Kbr.). Glimmerschiefer an der Schneekoppe (Kbr.). Kesselkoppe 
(Stein). 

lapicida (Ach. non Kbr.). L. polycarpa Kbr. p. max. p. Teufelsgärtchen 
(Stein). 

silacea, (Ach.). |L. lapieidia (Fr.) Kbr.|. An eisenschüssigem Gestein im 
Riesengrunde (Fw.). 

lithophila (Ach.). f. arenaria Kbr. |Sarcogyne arenaria Крг. |. Adersbacher 
Felsen (Kbı.). 

plana Lohm. Granit der kleinen Sturmhaube (Stein). 

turgidula Fr. pulveracea Th. Fr. An abgestorbenen Stämmen im Riesen- 
grunde (Stein). 

neglecta Nyl. Auf Moos auf dem Gipfel der Schneekoppe (Kbr.). 
assimilata Nyl. infuscata Th. Fr. Schneekoppe und Kesselkoppe (Stein). 
aretica (Smf.). Schneekoppe (Fw. Kbr.). Holes Rad (Stein). Schneegruben 
(Fw. Kbr.). Kleiner Teich (Kbr.). 

verrucula (Norm.) (Biatora turfosa Mass. Kbr.) An morschen Pflanzen. 
Schneekoppengipfel (Kbr.). Schneegruben (Fw.). 


Lecidea cinereoatia Ach. (L. contigua Fr.) f. suberelacea Arn. Basalt der kleinen 


7 


Schneegrube (St.). 

spevrea Ach. f. trullissata (Kmphbr.) (Porphidia trulissata (Kmphbr.) b) mi- 
crocarpa Kbr.). An den Felswänden des Teufelsgärtchens (Kbr.). Felsen unter 
dem Gipfel der Kesselkoppe (Stein). 


Lecidea macrocarpa (DO.). В) tumida Mass. Basalt der kleinen Schneegrube. 


» 


» 


» 


» 


» 


superba Кт. Basalt der hleinen Schneegrube (Kbr.). Teufelsgürtchen (Stein). 
ventricosa Flke. Schneekoppe (Fw. Kbr.) Kesselkoppe (Stein). 

silvicola Fw. An Urkalk im Riesengrunde (Fw.). 

monticola Schaer. Kalk im Riesengrunde (Iw.). 

Jurana Schaer. Kalk im Riesengrunde (Fw.). 


68 


Lecidea crassipes Th. Fr. (Helocarpon crassipes Th. Fr. olim. ). An morschen Moosen 
am Aufstiege aus der kleinen Schneekoppe (Stein). 
»  albo-coerulescens (Wulf.). Bei Kaplitz (Kirchner) Nach Mann soll sie in 
Böhmen verbreitet sein. 
Mycoblastus sanguinarius (L.). Hauensteiner Revier (Оріс). Im Riesengebirge an 
Bäumen und Felsen (Kbr.). 
Sporastatia testudinacea. (Ach.). [Sp. Morio (Fr.) Kbr.]. œ) palleus (Mont.). 8) cora- 
cina Smf. An Steinen der Schneekoppe (Fw. Kbr.). 
» cinerea (Schaer.) (Gyrothecium polysporum Nyl). Gneis und Granit 
im Riesengebirge, Schneekoppe (Kbr.). Grosser Teich und die kleine 
Sehnee grube (Stein). 
Placographa xenophona Кт. An Granitfelsen bei dem kleinen Teiche (Kbr.). Basalt 
1 der kl. Schneegrube (St.). 
Lecanactis Dilleniana (Ach.). Glimmerschiefer im Teufelsgärtchen (Stein). 


Opegrapha sacicola Ach. Goldenkron (Kirchner). 
rupestris (Pers.). (Lecidea saxicola Ach. Opegrapha gyrocarpa Fw.). 
i œ) arenaris Kbr. Adersbach (Fw. Kbr.). 
Schismatomma pericleum Th. Fr. (Sch. dolosum Kbr. Lecidea dolosa Ach.) Im 
Riesengebirge häufig. In der sächsischen Schweiz in Böhmen (Rbst.). 
Arthonia sorbina Кт. An einem abgestorbenen Ebereschen-Stamme im Riesen- 
grunde (Kbr.). 
» cinereopruinosa Schaer. An Tannen bei der Tafelfichte (Fw.). 
» gregaria (Weig.). Kbr. [А. cinnabarina (DC.) Rbst.] Bei Kaplitz in 
\ Böhmen (Kirchner). 
Trachylia arthonioides (Ach.). An schattigen, feuchten Plätzen in Adersbach (Kbr.). 
Weckelsdorf (Stein). 
“со иж iympanellum (Ach.). An Fichten bei Marienbad (Flotow.). 
» stegonellum Ach. Karlsbad (Kbr.). Böhmerwald (Gattinger). 
» Neesii Fw. Bei Johannesbad (Flotow ?). 
Sphictrina microcephala (Sm.). (Sph. Anglica Nyl). Adersbach und Weckelsdorf 
i; (Kbr.). Schluckenau (Karl). 
Calicium subtile Ach. (C. parietinum Ach.). An entrindeten Buchen im Elbegrunde 
(Stein). 
» nigrum (Schaer.) Kbr. An alten Fichten bei der Tafelfichte. 
» pusillum Ach. Karlsbad (L. K.). Niemenser Park (Schauter). 
» quercinum (Pers.). Karlsbad L. К. 
» hyperellum Ach. Karlsbad, Marienbad (Krb.). 
Cyphelium brunneolum (Ach.). Riesengebirge (Fw.). 


Coniocybe gracilenta Ach. Karlsbad, am Keilberg. 


» pallida (Pers.) Fw. Karlsbad (L. R.). 


Endopyremium rufescens (Ach.). Kesselkoppe (Stein). Basalt der kleinen Schnee- 
grube (Kbr.). 

Catopyrenium cinereum (Pers.). Gipfel der Schneekoppe in den Vertiefungen um 
die Kapelle (Kbr.). Altes Bergwerk (St.). 


64 


Microglaena sphinctrinoides Nyl. (Weitenwebera sph. Kbr.). An Felsen bei dem 

kleinen Teiche (Kbr.). 

leucothelia Nyl. Über absterbenden Moosen und Pflanzenresten auf der 

Schneekoppe (Kbr.). 

Sphaeromphale clopimum (Wbg.) (Stigmatomma elopimum Kbr.) f. lithinum (Ach.). 
(Stigmatomma spacideum Kbr.) Am Basalt der kl. Schneegrube. 

Sphaeromphale fissa (Payl.) f. elegans (Wallr. Kim. als Art). Aupafall, Elbefall 
(Kbr.), in einer Wasserrinne der Kesselkoppe (St.), am Basalt der 


kl. Sehneegrube (Kbr.). f. umbrosa Stein. An überfluthetem Granit 


der Kesselkoppe (Stein). 
Polyblastia scotinospora (Nyl.) (P. monstrum Kbr. f. eerustacea). Teufelsgärtchen (St.). 


Thelidium diaboli (Kbr. sub Verrucaria). (Sagedia aeneovinosa Anzi. Th. pyreno- 
phorum Kbr.) An zeitweise überfluthetem Granit des Schneegrabens am 
Brunnenberge (Stein), sowie auch im Teufelsgärtehen (Kbr. St.). 

Thelidium pyrenophorum (Ach.). Im Teufelsgürtchen die kleinfrüchtige Form, im 
Schneegraben die grossfrüchtige f. alpina. 

Lithoicea margacea (Whg.). Verrucaria margacea (Wbg. Kbr.). An überflutheten 
Steinen im Riesengrunde (Kbr.), im kleinen Teiche (St.). 

Verruceria Dufomei DC. Kbr. An Kalkfelsen im Riesengrunde (Fw.). 

plumbea Ach. An Kalkfelsen im Riesengrurde (Fw. Kbr.). 

letabrosa Kbr. An feuchten Wänden des Basaltes der kl. Schneegrube 

(Кт. BU 

Lithoicea chlorotica (Ach.). Hepp. An hohem Gebirge verbreitet. In Nordböhmen 
(Er Karl). 

Thrombium Collemae Stein. Auf der Scheibe von Collema furorum am Basalt der 

kl. Schneegrube (St.). 

Microthelia analeptoides Bayl. An den Stämmchen von Daphne Mezereum am Basalt 

der kl. Schneegrube (Stein). 

Microthelia micula (Fw.). Bei Moxdorf in Böhmen (Holl.) 


Segestrella lectissima Fr. Basalt der kleinen Schneegrube (Stein). 


Sagedia Koerberi (Fw.). œ) major Kbr. An feuchten Granitfelsen des hohen Ge- 

birges beim kleinen Teich (Fw. Kbr.). 

Sagedia chlorotica Ach. Altes Bergwerk im Riesengrund (Stein). 

grandis Kbr. Am Basalt der kl. Schneegruhe (Khr. Stein). 

abietina Кт. Buchen im Elbegrunde qei St. Peter (St.). 

parvipuncta Stein. Auf der Kruste von Thelidium diaboli Kbr. an über- 

rieselten Felswänden im Schneegraben des Brunnenbirges. 

Pyrenula incrustans Кт. Über morschen Laubmoosen am Basalt der kl. Schneo- 

grube (Kbr.). 

Arthropyrenia disparsa Lahm. Auf der Kruste von Callopisma ferruginea var. fe- 
stiva und Lecanora subf. v. margaritacea am Basalt der kl. Schnee- 
grube (St.). 

Leptorhaphis Steinii Kbr. Auf der Kruste von Lecanora frustulosa am Basalt der 

kl. Schneegrube (Stein, Kbr.). 


7 


H 


» 


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» 


» 


65 


Leptorhaphis Koerberi Stein. Auf der Kruste von Körberiella Wimmeriana am Ba- 
salt der kleinen Schneegrube (Stein). 

Phaeospora rimosicola (Lght.). (Xenosphaeria rimosicola Kbr.). Auf der Kruste von 

Rhizocarpon calcareum im Täufelsgärtchen (Stein). 

Tichothecium gemmiferrum (Tayl.). (Microthelia propinqua Kbr.. Auf der Kruste 
von verschiedenen Lecidea-Arten im Riesengebirge (Stein). 

Tichothecium stigma Kbr. Auf der Kruste von Fritzea lamprophora am Basalt der 
kl. Schneegrube (Kbr.). 


Die in Böhmen entdeckten, in der Umgebung von Deutschbrod aber 
fehlenden Gallertflechten. 


Lecothecium corallinoides (Hoffm.). Am Glimmerschiefer der Kesselkoppe im Riesen- 
gebirge (Stricker). 
Atichia glomerulosa (Ach.) (A. Mosigii Fw.). «) Mosigii (Fw.). An uralten Tannen- 
wipfeln der Tafelfichte (Mosig). 
Physma compactum Kbr. (Lempholemma compactum Kbr.). Bei Reichenberg (Sieg- 
: mund). Karlsbad (L. K.). 
Synechoblastus conglomeratus (Hoffm.). Trosky. Von mir mit zahlreichen Früchten 
gefunden. 
Synechoblastus Lawreri (Fw.) Kalkfelsen im Riesengrunde unter dem Gipfel der 
| Schneekoppe (Fw. Kbr.). Altes Bergwerk im Riesengrunde (Stein). 
Synechoblastus Jlaccidus Ach. f. abbreviatum Who, Am Basalt der kleinen Schnee- 
grube (Stein). 

Collema pulposum Bernh. «)nudum Schaer. Im Riesengrunde und anf der Schnee- 
: koppe (Kbr.). 
Collema furvum Ach. Basalt der kleinen Schneegrube (Stein). Nach Mann bei Prag? 

» microphyllum (Ach.). Schlossgarten bei Teplitz (L. K.). 

» . byssinum (Hoffm.). Nach Mann in Böhmen. 

» multifidum (Scop.). Schaer. Nach Mann bei Prag. 
Leptogium minutissimum Plke. Bei Niemens und Alt-Leipa (Schauta). 

» satwrninum (Dicks.). Th. Fr. Rothenhaus (Sachs), Mallotium saturninum 
(Deks.). 

Synalissa ramulosa Fr. Collema synalissum Ach. Nach Mann in Böhmen. 


Verzeichnis der Gattungnamen 


der Flechten in der Umgebung von Deutschbrod. 


Abrothallus . . 


Acarospora . 


Amphiloma . . . 


Anaptychia . . 


Arthonia . 
Arthopyrenia 


Arthrorhaphis. . . » . e 
Arthrosporum , . 


Aspicilia . 
Bacidia 


Baeomyees . . «« 


Biatoria 
Biatorina . . 


Burma 


Blastenia 


Bryopogon .. . 


Buellia 
Callopisma 
Candelaria 
Catocarpus . 
Celidium . 
Cercidospora 
Cetraria 
Cladonia 
Collema 
Cornicularia . 
Dimerospora 
Diplotómma 
Endocarpon . 
Evernia. . 


Gasparrinia . . 


Graphis . 
Gyalecta 
Gyrophora 
Haematomma 
Hagenia 
Imbricaria . 
Lecania. . . 


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Opegrapha . Coo ERN К . 61, 52 
Pannaria . ill veo dU 
Parmelia weten dr a v 010,18, 98 
Ре DOSE S es th LN e ass 24, 25 
Tobi EIS e cn di ec ins e aries a 
ШЕШШ ip оа Ж ch 37, 55, 57 
Phlebia . e er, Vo ovs 46 
ЖУЙЕ. А ыша. RD Ke 
Placodium à e Trio аи 22, 80, 82 
РО ШЖК А шк et 42, 49 
О # $3 «1 1100. 
ШЕШШ aie ettet Mere VOIR. S 7 8,15 
Rhaphiospora Yin AA, 
Rhizocarpon -s is ea e 1 vo 42, 50 
Tuned RC e uito pei n e 31, 35 
БАЛОО ДӨ un. ko o arp) a К Мони 42, 47 
Scoliciosporum s e s e sis o se o 41, 45 
SPUY o e nie К ж кее 42, 46 
Stereocaulon ...... Lé E TE, 
Sterdopelus ss as a tee а 48 
Synechoblastus . » e. sses 57 
MN deal $a u.a ви KC 54 
Tichothecium . 55, 56 
UMDIROATIE e o з eoe ho ds ‚ч. Ыт 
Urceolaria ..... en es 31, 40 
ЛИЕ nn S . . . 6, 7, 15 
Verrucaria . . © БА 
ЭШНЕ ne бэ и anne 17, 24 
ПШ wo oe own . ‚ 86, 39, 42 
ТҮШЕ le KIK зч Ch 51, 52 


U. Theil enthält: 


Dr. Em. Воїіску: Petrographische Studien an den Basaltgesteinen Böhmens 
Preis o t d a ues. ol 
I. Abtheilung zusammen) geb. fl. 10°— 


ZWEITER BAND. 
Zweiter Theil. 


Ш. Botanische Abtheilung. Dieselbe enthält: 
Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský (II. Theil) 
Preis | ROME ЖОО 


IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Prof. Dr. Ant. Frié: Die Wirbelthiere Bóhmens. 
(PA " \ i pie Flussfischerei in Bóhmen. 
SUN $ | ^ Die Krustenthiere Bóhmens. Ргев....... fl.3:— 


V. Chemische Abtheilung. 


Prof. Dr. Em. Boricky: Über die Verbreitung des Kali und der Phosphorsáure 
am in den Gesteinen Bóhmens. Preis ..... Н Pm 
reis der ganzen zweiten Hälfte des zweiten Bandes OU, IV 


DRITTER BAND. 


I. Topographische Abtheilung. 


Verzeichniss der in den J. 1877—1879 vom k. k. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 
bestimmten Höhen von Böhmen herausgegeben von Prof Dr. Karl Kořistka und 
Major R. Daublebsky von ӨХ ӨӨ ur nen a E Т SA fi. 1:80 


I. Heft, Petrographische Studien an den Phonolithgesteinen Bóhmens von 
Proc DRUMS BOTOKS PION o 200) aa ros Ge f. 1— 


П. Heft, Petrographische Studien an den Melaphyrgesteinen Bóhmens von 
її Pref, DE Bü BOMOEY. Өн als m s abenn EE ааа 8..1: 
I. Heft. Die Geologie des böhmischen Erzgebirges (L Theil) von Pros. Dr, 

Gustav Laube. Preis. ee e PO ET RL. (A a ere. dA ae 


III. Botanische Abtheilung. 
Prodromus der Flora von Bóhmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský. (Ш. Theil 


Юша РИШ... уз Шоо PUR NIE EK fl. 2:40 

IV. Zoologische Abtheilung. 
L Heft. Die Myriopoden Bóhmens von EN Rosicky: Press. ven 0 UE 
IL Heft. Die Cladoceren Bóhmens von Bohuslav НЕП, Preis QUU. EL QUU 


V. Chemisch-petrologische Abtheilung. 
Elemente einer neuen chemisch-mikroskopischen Mineral-und Gesteinsanalyse 


WO Pron Dr Boriaky DIS. yoo е NY шук» mM fi. 1:40 
vVIERTER BAND. 


No. 1. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. Die Weissen- 
berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Frič. Preis. .... f. 3'— 


No. 2, Erläuterungen zur geologischen Karte der Umgebungen von Prag von 
J. Krejčí und К. Helmhacker ......... INA Eu o. s cad Hs б 
No. 3. Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. 
(IV. Theil) Nachträge bis 1880. Vurzeiohniss und Rogister. ... . se > oe He 240 
No. 4, Petrologische Studien an den Porphyrgesteinen Bóhmens von Prof. Dr. 
Em. Boficky uu ur Volo sq AE SON URN Oe QW oria OH К 
No. 5. Flora des Flussgebietes der Cidlina und Mrdlina von Prof. Ed. Wu, ^ir e 
No. 6. 


Der Hangendflótzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von Carl 
Feistmantel. Mua NM EL Vas OC E i 


WE Ө ‚ 2— 


FÜNFTER BAND. 


No. 1. Erläuterungen zur geologischen Karte des Eisengebirges (Železné hory) 
und der angrenzenden Gegenden im östlichen Böhmen von J. Krejéí und 
R. Helmhacker vdd, secl o eO er CRGA. ALERT end, pst e ҮТ Beer 
Studien im Gebiete der bóhmischen Kreideformation. IIL Die Iser- 


No. 2 

schickten. VonDe Aston FER. ev. E lh. voe Up. De MUS E 
No. 3. Die mittelbóhm. Steinkohlenablagerung von Carl Feistmantel . .f. 1:20 
No. 4. Die Lebermoose (Musci Hepatici) Böhmens von Prof Jos. Dědeček, fl. 1'— 
No. 5. Orographisch-geotektonische Übersicht des silurischen Gebietes im 


mittleren Bóhmen. Von Johann Krejčí und Karl Feistmantel. . . fl. 2— 
No. 6. Prodromus der Algenflora von Bóhmen. I. Th. Von Dr. A. Honsgirg. fl. 1:40 


SE CES E BAND. 


No. 1. Über die Torfmoore Böhmens in naturwissenschaftlicher und national- ` 


ökonomischer Beziehung mit Berücksichtigung der Moore der Nachbar- | 
{ länder. Von Dr. Fr. Sitensky. I. Abth. Naturwissenschaftlicher Theil. . e .f. 280 | 
No. 2. Die Süsswasserbryozoen Böhmens. Von Josef Kal kn. у; v X. 120 


No. 3. Grundzüge einer Hyötographie des Königreiches Böhmen. Von Dr. F. J. 8 
Studnička VN du Ent e tudinis cte caius ET iE | 
No. 4. Geologie des böhmischen Mrzgebirges. IL Theil. Von Dr. Gustav C. Laube. 
fl. 250 
No. 5. Untersuchungen über die Fauna der Gewässer Böhmens. L Metamorphose |] 
der Trichopteren. I. Serie, Von Fr, Klapálek exi ОЛА EEN, a M i 
No. 6. Prodromus der Algenflora von Böhmen, I Th. Forts. Von Prof. Dr. Anton I 
Hansgirg . . | ү» i " di ‚ҮШ. 38— 


SIEBENTER BAND. 


No. 1, Die Flechten der Umgebung von Deutschbrod von Jos. Novel us 
No. 2. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation, IV. Die Teplitzer. 
Schichten. Von Prof. Dr. Ant, Frič. Be EE CORR SEN E, | о: t 
No. 3. Über die chemische Zusammensetzung verschiedener Ackererden und 
Gesteine Böhmen’s und über ihren agronomischen Werth. Von Dr. Jos, 
Hanamann pli к у Уча e De ti. Ee, e 
No. 4. Dietertiären Land- und Süsswasser-Conchylien des nordw. Bóhmen von 
Gottlieb Klika . nm ede EE ы MEME е СОД) 
No. 5. Die Myxomyceten Böhmens von Dr. Lad. Celakovsky (Sohn). . . . Ж. 120 
No. 6. Geologische Karte von Bóhmen. Section VI. Entworfen von Prof. Joh. Krejčí. 
Mit Erläuterung von Prof. Dr. A. Frič. Preis . “не е RE АК ТЫҢ ЖЩ) 


ACHTER BAND. 


No. 1. Übersicht der Thätigkeit der naturw. Landesdurchforschung v. J. 1864 
bis 1890 von Prof. Dr. K. Kořistka pia A A u E D TURIS ДЕ 
No. 2, Untersuchungen der Fauna d. böhm. Gewässer. IL Fauna d. bühm. Teiche 
von Jos. Kafka TO MH UR AOT EU н PO IE ND EC 
No. 3. Monographie der Ostracodon Bóhmens. Von Wenzel Vávra .» fl. 260 
No. 4. Prodromus der Algenflora von Böhmen. Zweiter Theil. Von Prof. Dr. Anton 
Hansgirg . BE qu I VUE DW NN E VE Fe E EE D EC 
No. 6. Untersuchungen über die Fauna der Gewässer Böhmens. I. Metamorphose 
der Trichopteren. II. Serie. Von Prof. EN врие а 


Gleichzeitig mit diesem Hefte werden die Titel und Inhaltsverzeichnisse 
zum IV. V. VI. und УП. Band allen Jenen ausgeliefert, welche im 
Besitze aller dieser Bände sind. 


Druck von Dr. Ed. Grögr in Prag 1898. — Selbstverlag. 


о О АМ 


im Gebiete der 


ШШШ KREIDERORMATION 


Palaeontologisohe Untersuchungen der einzelnen Schichten 


IV. 
Die Teplitzer Schichten. 


VON 


Prof. Dr. AN T. FRIČ. 


Mit 167 Textfiguren. 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL, LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 
(ҮП. Band, Nro. 2.) 


ыы О. 
'PRA 6. 
In Commission bei FR. RIVNÄG, 
1889. 


| DAS ARCHIV 


für die 
naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Böhmen 
| unter Redaktion von 


Prof, Dr. К. Kořistka und Prof. J. Krejčí 
enthält folgende Arbeiten : 


ERSTER BAND. 


I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung (Terrain und Höhenverhältnisse). 
Dieselbe enthàlt: 

a)Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nördlichen Böhmen von Prof. Dr. Karl Kořistka. 
139 Seiten Text, 2 chromolith. Ansichten, 1 Profiltafel und 11 Holzschnitte. 

b) Erste Serie gemessener Hóhenpunkte in Bóhmen (Sect.-Blatt IL) von Prof. 
Dr. Kořistka. 128 Seiten Text. 

с) Höhenschichtenkarte, Section IL, von Prof. Dr. Kořistka. Diese Karte enthält 
die in dem Text a) beschriebene Situation. Sie ist 58 Centimeter lang, 41 Centimeter hoch, 
im Massstabe von 1:200.000 gezeichnet, und es sind die allgemeinen Höhenverhältnisse 
durch Schichtenlinien von 25 zu 25 Meter und durch verschiedene Farben ausgedrückt. 
Preis fl 4— Preis der Karte app. . . . - «4 ATIS ае аи fl. 1:60 


| Il. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhältnisse des nörd- 
lichen Böhmen von Prof. Johann Krejčí. 37 Seiten Text, 7 Holzschnitte. 

b) Studien im Gebiete der böhm. Kreideformation von Prof. J. Krejéf. 
142 Seiten Text, 1 chromolith. Ansicht, 39 Holzschnitte. 

с) Paläontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der bóhm. 
Kreideformation sowie einiger Fundorte in anderen Formationen von 
Dr. Anton Frič. 103 Seiten Text, 4 chromolith. Tafeln, 9 Holzschnitte. 

d) DieSteinkohlenbecken von Radnic, vom Hüttenmeister Karl Feistmantel. 
120 Seiten Text, 40 Holzschnitte, 2 Karten der Steinkohlenbecken von Radnic und Bras. 
PU e 0 o9 LA NOI ROS PE LE MURS De dm eO EL WORT en, ae fl. 4:50 


IH. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Prodromus der Flora von Böhmen von Dr. Ladislav Öelakovsky. (I. Theil.) 
TUS SSH Tosi Preis va uo vos LOU PET bd VEI duy V NOE VS qo fl. 1:— 


IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Verzeichniss der Käfer Bóhmens vom Conservator Em. Lokaj. 78 Seiten Text 

b) Monographie der Land- und Süsswassermollusken Böhmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavik. 54 Seiten Text und 5 chromolith. Tafeln. 

c) Verzeichniss der Spinnen des nördlichen Böhmen vom Real-Lehrer 
Emanuel Barta. 10 Seiten Tert РӘ, doe oe een. fl. 2— 


V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 16 S, Text. Preis 25 kr. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V.) geb. ........ АИ fl. 9'— 


H 


ZWEITER BAND. 
Erster Theil. 


1. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung (Terrain- und Höhenverhältniss 
Dieselbe enthält: 
a)Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Iser- und des Riesen- 


gebirges und seiner südlichen und östlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kořistka 128 Seiten Text, 2 chromolith. Ansicht., 1 Profiltafel und 10 Holzschnitte. 


SIEUDMTEN 


im Gebiete der 


BÖHMISCHEN KREIDEFORMATION. 


ШИШИ Untersuchungen der более Schichten, 


IV. | 

l 

D H D | 

Die Teplitzer Schichten. | 

ii 

| 

Von | 

Prof. Dr. ANT. FRIO. | 

| 

Mit vielen Textfiguren. | 

| 

| 

(Archiv der naturw. Landesdurchforsehung von Böhmen.) | 
Vil, Band Nr. 2. (Geolog. Abtheilung.) | 

e —==)°{>— | 

PRAG. 

Commissions-Verlag von Fr. Rivnát. — Druck von Dr. Ed. Grégr. | 
1889. 1 

| 

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VORWORT. 


Ais weiteren Schritt der monographischen Bearbeitung der einzelnen Schichten 
der bühm. Kreideformation übergebe ich hiemit die vierte Studie: Die Teplitzer 
Schichten, s 
In dieser Arbeit stellte ich mir als Hauptaufgabe den palaeontologischen 
kter der so bezeichneten Schichten zu praecisiren und die Vertheilung der 
hier vorkommenden Arten, je nach den einzelnen Lagen sicherzustellen. 

Ebenso trachtete ich durch genaue Profilaufnahme das Liegende und Han- 
sende dieses Horizontes ins Klare zu bringen und namentlich das Verhältniss der 


Serschichten zu den Teplitzer Schichten durch gewichtige palaeontologische That- 
Sachen klar darzulegen. 


Chara 


Die Aufgabe wurde mir dadurch erleichtert, dass in neuerer Zeit mehrere 

Weitere Gruppen der böhm. Kreidepetrefacten monographisch bearbeitet wurden, 
50 die Spongien und Anthozoön durch Herrn Dr. Ph. Počta, die niederen Crustaceen 
durch Herm J, Kafka, während die vorbereitenden Studien auch über die Echino- 
dermen von Prof. Dr. Ottomar Novák und über Gastropoden und Pelecypoden von 
<m Wal. Weinzett] mir viele Belehrung brachten. Nur die Foraminiferen harren 
noch immer einer gründlichen Bearbeitung und werde mich demnach in folgendem 
Nur auf die Darstellung der grösseren typischen Arten beschränken müssen. 
Die Illustrirung des kritischen Verzeichnisses wurde durch die Fortschritte 
Chemigraphie sehr erleichtert und für die praeeise Durchführung der zahl- 
reichen Figuren bin ich der Firma Angerer und Goeschel in Wien zu besonderem 
Danke verpflichtet. 


der 


In der Citirung der Literatur hatte ich mich auf das nóthigste zu beschränken 


Und richtete mich dabei durch die Rücksicht auf unsere einheimischen Freunde der 


H D D . an : m DH D D 
Palaeontologio welchen die grösseren Werke nicht zugänglich sind, bei denen 
Ich aber voraussetzen kann, dass ihnen die im Archive erschienenen Studien über 


E 


) Die cenomanen Perutzer und Korycaner Schichten wurden im I. Bande, die turonen 
erger und Malnitzer Schichten im II. Bande, die untersenonen Iserschichten im V. Bande 
8 Archives für Landesdurchforschung von Böhmen veröffentlicht. 


Weisser 


1* 


GE 


PS 


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die Weissenberger und Malnitzer Schichten, sowie die über die Iserschichten vor- 
liegen. Ebenso kann ich voraussetzen, dass sie das Reussische Werk, sowie das 
Elbthalgebirge von Geinitz eher sich werden verschaffen können als die kostspieligen 
Werke von Goldfuss und D'Orbigny. Auch kann ich voraussetzen, dass die in den 
Bibliotheken der Lehranstalten öfters anzutreffenden Arbeiten über die Reptilien 
und Fische, über Cephalopoden und Crustaceen der böhm. Kreideformation werden 
leicht consultirt werden können. Desshalb citire ich in Nachfolgendem nur die oben 
erwähnten, leicht zugänglichen Werke, weil man in denselben dann die übrigen 
Literaturnachweise und Synonime findet. 

Aus Rücksicht auf den einheimischen Sammler wurde auch manche Art abge- 
bildet, deren Bild schon anderwärts zu finden ist, aber in solchen Fällen wählte 
ich meist Stücke von neuen Fundorten, von denen die Fundschicht genau bekannt ist. 

Um das Bild der Fauna der Teplitzer Schichten vollständiger bieten zu können, 
nahm ich in nachstehende Arbeit auch die in Geinitz Elbthalgebirge von Strehlen und 
Weinböhla angeführten Arten auf, in der Ueberzeugung, dass sie bei emsigem 
Sammeln auch bald in den in Böhmen aufgeschlossenen Teplitzer Schichten werden 
nachgewiesen werden. 

Solche Arten, die bisher nicht in Böhmen gefunden wurden, setzte ich in 
Parenthese und liess sie im kritischen Verzeichniss mit kleinerer Schrift setzen. 
Dadurch wird die tabellarische Uebersicht, die ich weiter unten gebe, zugleich ein Re- | 
gister der bisher in Sachsen in den Teplitzer Schichten an den genannten Fundorten . 
aufgefundenen Arten, wie es meines Wissens noch nicht zusammengestellt wurde. ` 

Die Zeit zur Zusammenstellung nachfolgender Arbeit konnte ich, bei Ueber- | 
häufung mit anderweitigen Berufspflichten, nur mit grosser Mühe abgewinnen und | 
wenn ich nun doch zur Veröffentlichung schreite, so geschieht es in der Ueber- 
zeugung, dass zur Bearbeitung der bóhmischen Kreideformation eine Kraft designirt 
werden sollte, die sich dem Gegenstande vollkommen widmen kónnte. 

Da bei der mir bevorstehenden Arbeit der Organisirung des neuen Museums 
die Gefahr bestand, dass meine bisherigen Erfahrungen über die Teplitzer Schichten 
bei weiterem Aufschub gar nicht zur Publication kämen, so veröffentliche ich sie 
so wie sie sind, und rechne dabei auf das nachsichtige Urtheil der Leser. 


PRAG im October 1888. 


Dr. A. Frič. 


L Charakteristik und Gliederung der Teplitzer Schichten. 


Die Teplitzer Schichten wurden von Prof. Reuss grösstentheils als 

in berer Plänerkalk“ beschrieben.") Einen Theil derselben führt er als unteren 
anerkalk von Koschtitz an, einen anderen als Plünermergel von Kystra; beide 
letzteren werden wir als zum unteren Niveau der Teplitzer Schichten gehörig 
erkennen, 

Da die Ausdrücke oberer Plünerkalk, unterer Plänerkalk und Plänermergel 
а verschiedenaltrige Ablagerungen gebraucht wurden, entschloss sich 
Ge Krejéf und ich, diejenigen Schichten, die durch Terebratula subrotunda Schl. 
(T. semiglobosa Aut.) charakterisirt sind, nach dem am besten aufgeschlossenen 
Terrain bei Teplitz „Teplitzer Schichten“ zu benennen. In Nachstehendem wird 
mehr auf die Gruppirung und das Vorkommen von wichtigen Arten als auf petro- 
Sraphische Eigenthümlichkeit, ob mehr kalkig oder merglig, Rücksicht genommen 
Werden, 

. Die Verzeichnisse von Petrefacten, welche Reuss aus dem Plänerkalke an- 
führt) enthalten Arten aus zwei sehr verschiedenen Horizonten, nämlich dem C en о- 
man aus den Localitäten Weisskirchlitz, den Schillingen bei Bilin und dann aus 
viel Jüngeren dem untersten Senon angehörigen von Teplitz und Koschtitz etc., 
Wosshalb auch das Verzeichniss auf die damalige Zeit sehr reich ausfiel. 

Ebenso enthält das Reussische Verzeichniss der aus dem Plänermergel her- 
stammenden Arten ***) auch die Vorkommnisse von zwei im Alter sehr verschiedenen 
Torizonten. Der Plänermergel von Kystra, Pätek, Koschtitz, Horenz und Kautz 
gehört dem unteren Niveau der Teplitzer Schichten an, während der Plänermergel 
N Luschitz, Priesen, Wollenitz und Grabern, den viel jüngeren Priesener Schich- 
en angehört, 

Reuss bemerkte schon die Verschiedenheit der zwei Reihen von Fundorten, 
wusste sich aber dieselbe nicht zu erklären und vereinigte die Vorkommnisse beider 
M einem Register. 

Der Habitus der Teplitzer Schichten erinnert sowohl in petrographischer als 
auch in faunistischer Hinsicht an die Weissenberger Schichten, namentlich an den 
Wehlowitzer Pläner. Merglige und mehr feste kalkige Bänke wechsellagern, da 


*) Reuss: Geognost. Skizzen aus Böhmen. Die Kreidegebilde des westl. Böhmens. Prag 
» Pag. 17. 

**) Reuss: Versteinerungen der B. Kreideformation IL, pag. 121. 
""*) Reuss: Geogr. Skizzen 1844, pag. 43. 


1844 


d 


6 


wie dort, nur ist hier bei den Teplitzer Schichten die Farbe des Gesteins mehr 
grau und der Kalkgehalt bedeutender. 

Jedenfalls haben sich die Teplitzer Schichten unter ganz ähnlichen Verhält- 
nissen aber in einer späteren Periode wie die Weissenberger abgelagert. Quader- 
sande kommen darin nirgends vor. Grosse Ammonites peramplus, Nautilus sublae- 
vigatus, Haifischzähne und Inoceramen sind das erste, was bei einem flüchtigen 
Besuche eines Steinbruches in die Augen fällt und an die obenerwähnten älteren 
Schichten erinnert. 

Sobald man emsiger zu sammeln beginnt, so begegnet man bald Arten, welche 
hier zum erstenmale auftreten und unter diesen ist es vor allem die Terebra- 
tula semiglobosa, Aut. (subrotunda Schl.), welche im mittleren Theile 
das bezeichnendste Petrefact ist. Dann trifft man Micraster, Holaster, zahlreiche 
Schwämme und manche Mollusken, die man in den älteren Schichten vergebens 
suchen möchte, 

Klein ist die Zahl der speciell für die Teplitzer Schichten bezeichnenden 
Arten und diese sind zumeist selten. Abgesehen von den Foraminiferen sind es 
hauptsächlich folgende sicher bestimmte Arten, welche hier zum erstenmale auftreten: 


Lamna acuminata, Ag. Lima granulata, d’Orb. 
Otodus serratus, Ag. Lima divaricata, Duj. 
Ptychodus latissimus, Ag. Pecten squamula, Lam. 
Acrodus affınis, Reuss. Plieatula nodosa, Duj. 
Acrodus triangularis, Gein. Plieatula radiata, Goldf. 
Sphaerodus tenuis, Reuss. Crania barbata, v. Hag. 
Ammonites subtricarinatus, d'Orb. Terebratula semiglobosa, Saw. 
Helicoceras polyplocus, d'Orb. Lepralia pediculus, Reuss. 
Belemnites Strehlensis, Fr. Pollieipes Koschticensis, Kf. 
Aptychus radiatus, Fr. Bairdia depressa, Kf. 
Pleurotomaria pespectiva, Mant. Cythere ornatissima, Reuss. 
Trochus amatus, Gein. Cythere Geinitzi, Reuss. 
Turbo decemcostatus, Reuss. Oythere reticulata, Kf. 
Turbo Steinlai, Gein. Oythere gracilis, Kf. 
Aporhais stenoptera, Goldf. Cythere cuneata, Kf. 

Acteon ovum, Duj. Cythere nodifera, Kf. 
Isocardia sublunulata, d'Orb. Cythere serrulata, Bosq. 
Jardium deforme, бейш. Jythere elongata, Gein. 
Cardium bipartitum, d'Orb. Cytherideis laevigata, Roem. 
Cardium alutaceum, Münst. Cytherella ovata, Röm. 
Cardium semipapillatum, Reuss. Cytherella Muensteri, Reuss. 
Jardita tenuicosta, Saw. Cytherella asperula, Reuss. 
Атса Geinitzii, Reuss. Lupeites granulatus, Fr. 
Arca striatula, Reuss. Micraster breviporus, Ag. 
Mytilus Cottae, Rómer. Micraster cor testudinarium, Gf. sp. 
Modiola tetragonus, Reuss. Holaster planus, Mant. 


Inoceramus Cuvieri, Saw. Offaster coreulum, Goldf. 


1 
Psolus sp., Poč. Phymatella intumescens, Röm. 
Nephthya cretacea, Poč. Ventriculites Zippei, Reuss. 
Parasmilia centralis, Reuss. Coeloptychium Friči, Poč. 


Phymatella elongata, Reuss. 


Beachtung verdient auch der negative Charakter dieser Fauna im Vergleich 
mit den älteren Schichten, denn verschwunden ist der in den Weissenberger und 
Malnitzer Schichten häufige Ammonites Woolgari, Lima elongata ist selten geworden, 
Protocardium hillanum fehlt. 

Keine Spur der Trigonien und knotigen Pholadomien der Iserschichten ist 
aufzufinden und verschwunden sind die zahlreichen Bryozoen und die Serpula 
Socialis, Von den für die Iserschichten bezeichnenden Echinodermen ist keine 
emzige in den Teplitzer Schichten wiederzufinden. 

Ein Orientationschema der Lagerung der Teplitzer Schichten, welches für 
ganz Böhmen Giltigkeit hätte, lässt sich nicht zusammenstellen, denn in der west- 
lichen Hälfte Böhmens begegnen wir einer bedeutenden Mächtigkeit und Verschieden- 
heit der Schichten, während in der östlichen Hälfte (von Melnik ostwärts) wir die 
Teplitzer Schichten nur durch eine etwa 1 Meter mächtige Mergelschichte ver- 
treten finden. 


Schema der Schichtenfolge im westlichen Böhmen. 


Wir müssen hier zuerst einige Bemerkungen über die petrographische Be- 
Schaffenheit vorausschicken und dann erst die palaeontologischen Horizonte andeuten. 
Die Teplitzer Schichten sind in ihrem unteren Theile meist gelbliche oder 
Sraue Mergel, welche oft den Semitzer Mergeln*) oder den Baculitenthonen der 
Priesener Schichten zum Verwechseln ähnlich sind und zur Bildung des Namens 
»Plänermerg el“ Veranlassung gegeben haben und besonders im Egergebiet 
bedeutend mächtig sind. In der Teplitzer Umgebung dürften sie bloss durch die 
Unter der „Grundschicht“ liegenden Letten vertreten sein. (Vergl. Settenzer Profil 
Nro. 20.) Man trifft diese Plänermergel meist nur an Berglehnen und in Schluchten 
ап, In Steinbrüchen sind sie selten entblósst und meist von dem Schutte ganz verdeckt. 
: Der mittlere Theilist am meisten kalkreich und wird als sog. Kórper 
m den Steinbrüchen ausgebeutet, um zu Kalk gebrannt zu werden. 

Der obere Theil wird immer ürmer an Kalkbünken, die mit mergeligen 
Schichten wechsellagern, bis sie allmählig in dünnplattige klingende Pläner über- 
gehen, die das Hangende der Teplitzer Schichten bilden und das Liegende der 

"lesener Schichten darstellen. 

. Im Einklange mit dieser petrographischen Verschiedenheit finden wir auch 
die Vertheilung der Petrefacten verschieden. 

| Der untere Theil ist durch Vorherrschen der Terebratulina rigida, der 
Mittlere durch Terebratula semiglobosa, der obere durch Rhynchonellen chara- 
kteristisch, Eingehender betrachtet finden wir nachstehende Schichtenfolge: 


*) Vergleiche Weissenberger und Malnitzer Schichten pag. 8. 


e 


Das Liegende der Teplitzer Schichten ist in dem Egergebiet eine 
rauhe oder ,scharfe* Schichte, welche viele Spongien enthält, namentlich: 
Pleurostoma Bohemicum, Amorphospongia rugosa, 
Cratieularia vulgata, dann grosse Exemplare von 
Ostrea semiplana mit aufgewachsenen Bryozoen. 
Die Schliffprobe zeigt zahlreiche Nadeln von Kie- 
selspongien, namentlich von Geodia communis und 
von Hexactelliden. Von Foraminifera ist wenig 
darin, namentlich sind Globigerinen und kleine 
Textillarien selten, welche in anderen Schichten 
überwiegen. 

Diese Schichte ist zugünglich bei der Lene- 
Vin. i ДИН Kr CREE; schitzer Ziegelei, in den Lehmbrüchen zwischen 


Schichte von Leneschitz. Laun und Malnitz, sowie bei der Podhrazmühle 
1. Spongien-Nadel (Geodia). 2. Hexa- bei Slavétin. 
ctinellide. 3. Globigerina. 4. Textil- i 
laris." Б. Orfstellatin. Nun folgt der erste Horizont: der des 


Plänermergels von Kystra. Dies sind graue 
Mergel mit sparsamen, schlecht erhaltenen Petrefacten. Fischschuppen, nicht sicher 
bestimmbare Bivalven und Foraminiferen herrschen vor. Auf den von diesen Mergeln 
gebildeten Berglehnen, welche von Wasserfurchen durchzogen erscheinen, kann man 
oft sehr viele Petrefacten sammeln, aber dieselben entstammen den hóher oben 
liegenden Horizonten. 


Die Schlemmprobe zeigt sehr viele Textilaria globulosa, Globigerinen selten, 
dann Rosalina amonoides Reuss. 


Ich fasse unter der Benennung des Plänermergels von Kystra diejenigen 
grauen und braunen Mergel zusammen, welche unterhalb dem Niveau der Kosch- 
titzer Platten liegen. Diese Schichten sind entblósst bei der Podhrazmühle unweit 
Slavétin, sowie am Fusse der Berglehne bei Kystra. Bei Koschtitz sind sie nur 
bei sehr niedrigem Wasserstande zugänglich. 

Der zweite Horizont ist derjenige der Koschtitzer Platten, in welchem 
ausser zahlreichen Terebratulina gracilis grosse Foraminiferen, Haifisehzühne und 
Ostracoden vorkommen. 

Es sind dies fingerdicke Platten, deren Oberfläche Tausende von kleinen 
Petrefacten trágt, die theils lose darauf liegen, theils, namentlich die grösseren, 
damit fest verbunden sind, so dass sie an die Dudley-Platten des englischen Silurs 
erinnern. 

Ausserdem ist die ganze Fläche mit mikroskopischen Foraminiferen, Globi- 
gerinen, Textillarien etc. bedeckt. Die Darstellung von Fig. 2. ist mehr vom male- 
rischen Standpunkt ausgeführt, um den Reichthum an Petrefaeten zu zeigen, ohne 
Anspruch auf exactes Detail der einzelnen Arten zu machen, 

Diese Anhäufung von Petrefacten auf eine dünne Schicht ist nicht leicht zu 
erklären. Entweder erfolgte die Ablagerung in einer stillen Bucht allmählig durch 
lange Zeit hindurch oder sanken die im Wasser suspendirten Thiere plötzlich zu 
Boden in Folge einer Veränderung des Gasgehaltes des Wassers (vielleicht in Folge 


9 


einer Erruption). Jedenfalls sieht man, dass dieses schöne und reiche Leben plötzlich 
aufhörte, da über den Platten eine meterdicke Bank festen Gesteins zu liegen 
kommt, in der nur Fucoiden wahrzunehmen sind. 

Obzwar man nicht überall den Reichthum an Petrefaeten auf eine einzige 
Schichte concentrirt findet wie in Koschtitz, so ist doch dieser Horizont bei Teplitz, 


А! 
m Z a # xd p 


Fig. 2. Koschtitzer Platte 4mal vergrössert. Gezeichnet von K. Neumann. 1870. 

n Vesmír“, тоё. V. str. 240, výkres čís. 90. o Haifischzahn Oxyrhina angustidens. 

b Terebratulina gracilis. Ar Dorsalschale. е Bairdia subdeltoidea. d Flabellina elliptica. 

e Flabellina Cordai? f Frondicularia inversa. g Cristellaria sp. A Frondicularia Cordai. 

i Frondicularia striatula. j Haplophragmium irregulare, Б Nodosaria Zippei. 1 Nodo- 
saria annullata. m Nodosaria obscura. n Planorbulina polygraphes. 


Bilin, Podhraz, Popelz etc. durch das häufige Auftreten der Terebr. gracilis kennt- 
ich, Dadurch will ich nicht behaupten, dass dieser kleine Brachiopode nicht 
auch in höheren Schichten vorkommen sollte, doch geschieht dies dort meist nur 
Vereinzelnt, Von der Oberfläche der Koschtitzer Platten genommene Schlemmprobe 
Zeigt Unmassen von Globigerinen, Textillarien, Cristellarien, dann Spongiennadeln 
Und Schalen von glatten und verzierten Ostracoden. 


Verzeichniss der für den Horizont der Koschtitzer Platten 
charakteristischen Petrefacten. 


In dieses Verzeichniss nehme ich ausser den in unserer Sammlung befindlichen 
Arten auch alle diejenigen auf, welche Reuss aus dem sog. „unteren Pläner kalke 
von Koschtitz“ anführt, weil dieselben von ihm hauptsächlich auf den Kosch- 
titzer Platten gefunden wurden. 


Oxyrhina angustidens, Reuss. Otodus appendiculatus, Ag. 
Lamna acuminata, Ag. Otodus serratus, Ag. 
Lamna subulata, Ag. Otodus semiplicatus, v. Münst. 


Lamna raphiodon, Ag. Corax heterodon, Reuss, 


a, 


10 


Spinax rotundatus, Reuss. 
Ptychodus mammillaris, Ag. 
Acrodus affınis, Reuss. 

Acrodus triangularis, Gein. 
Hybodus cristatus, Ag. 

Pyenodus complanatus, Ag. 
Pyenodus eretaceus, Ag. 
Pyenodus serobiculatus, Reuss. 
Sphaerodus tenuis, Reuss. 
Gyrodus mammillaris, Ag. 
Enchodus Haloeyon, Ag. 
Saurocephalus marginatus, Reuss. 
Terebratulina gracilis, Schotth. 
Dairdia depressa, Kf. 

Bairdia arquata var. faba, Reuss. 
Dairdia modesta, Reuss. 

Dairdia subdeltoidea, v. Münst. 
Cytherideis laevigata, Róm. sp. 
Cytherideis perforata, Róm. sp. 


Cythere elongata, Reuss. 
Cythere serrulata, Вов. 
Cythere nodifera, Kf. 
Cythere euneata, Kf. 
Cythere gracilis, Kf. 
Cythere reticulata, Kf. 
Oythere Geinitzi, Reuss. 
Oythere ornatissima, Reuss. 
Cytherella asperula, Reuss. 
Cytherella Münsteri, Róm. sp. 
Cytherella ovata, Róm. sp. 
Pollieipes glaber, Röm. 
Pollieipes Bronni, Röm. 
Pollieipes Koschticensis, Kf. 
Cidaris Reussi, Gein. 
Antedon Fischeri, Gein. 
Psolus sp., Poč. 

Nephthya cretacea, Poč. 


Von Foraminiferen fast alle, die weiter unten in der tabellarischen Uebersicht 
angeführt sind. 

Der dritte Horizont ist der eigentliche obere Plänerkalk im engeren 
Sinne des Wortes, für welchen ich die Bezeichnung „Hundorfer Kalkstein‘ 
vorschlagen würde und welcher die grossen Ammonites peramplus, den Spondylus 
spinosus und die Terebratula semiglobosa führt. 


Verzeichniss der für den Hundorfer Kalkstein bezeichnenden 
Petrefacten. 


Oxyrhina Mantelli, Ag. 
Otodus appendiculatus, Ag. 
Corax heterodon, Reuss. 
Ptychodus latissimus, Ag. 
Nautilus sublaevigatus, D'Orb. 
Nautilus rugatus, Fr. et Schl. 


Ammonites subtricarinatus, D'Orb. 


Ammonites peramplus, Mant. 
Ammonites Austeni, Sharpe. 
Scaphites Geinitzi, D'Orb. 
Helieoceras polyplocus, D'Orb. 
Belemnites Strehlensis, Fr. 
Pleurotomaria linearis, Mant. 
Pleurotomaria perspectiva, Mant. 
Turbo decemeostatus, Reuss. 


Turbo Steinlai, Gein. 
Trochus amatus, Gein. 
Acteon ovum, Duj. 
Cardium deforme, Gein. 
Cardita tenuicosta, Sow. 
Arca Geinitzi, Reuss. 
Arca striatula, Reuss. 
Mytilus Cottae, Róm. 
Inoceramus Drongniarti, Park. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Inoceramus latus, Mant. 
Lima granulata, D'Orb. 
Lima Hoperi, Mant. 
Spondylus spinosus, Goldf. 
Ostrea semiplana, Sow. 


11 
Ostrea frons, Park. Pollieipes glaber, Róm. 
Crania barbata, v. Hag. Serpula gordialis, v. Sch. 
Crania spinulosa, Niles. Cidaris subvesieulosa, D'Orb. 
Terebratula semiglobosa, Sow. Mieraster breviporus, Agass. 
Enoploelythia Leachi, Mant. Micraster cor testudinarium, Goldf. 
Dairdia subdeltoidea, Münst. Holaster planus, Mant. 
Oytherella ovata, Róm. Ventrieulites angustatus, Röm. 
Loricula pulchella, var. gigas, Fr. Ventrieulites radiatus, Mant. 


Von den grösseren Foraminiferen sind die häufigsten : 


ER DH . DH . 
Cristellaria rotulata, D'Orb. Frondicularia angusta, Nilss. 
Flabellina elliptica, Nilss. 


.. Die kleinen Foraminiferen müssen erst gründlich studirt werden, sie bilden 
90—90*/. des ganzen Gesteins. 

Man findet den Hundorfer Kalkstein in geringer Mächtigkeit, aber um so 
belehrender bezüglich der Lagerung an der Berglehne bei Kystra, dann in halber 
Höhe der steilen Uferwand bei Koschtitz. Ausserdem in den zahlreichen Stein- 
brüchen bei Teplitz, bei Leitmeritz, ÓtZkowie u. s. w. 

Den vierten Horizont bilden die Rhynchonellenschichten, welche die 
schwächeren Kalkbänke und das merglige Gestein der höchsten Lagen der Teplitzer 
Schichten darstellen. 

Anstehend fand ich sie deutlich oberhalb den Schichten mit den grossen 
\mmoniten und oberhalb den Schichten mit Micraster und Scaphites an der 
Schluchtlehne in Popelz bei Libochovic. (Siehe Profil weiter unten.) Bei Koschtitz 
geben sie an den verwitterten und abgeregneten Berglehnen (in der Richtung gegen 
Laun hin) Gelegenheit Hunderte von Rhynchonellen zu sammeln, unter denen alle 

arletäten ; Cuvieri, octoplicata, Mantelliana und pisum in zahlreichen Uebergängen 
zu finden sind. In Popelz entstammt dieser Rhynchonellenschichte auch Turbo 
decemeostatus, Reuss. 

‚_ Es ist zu hoffen; dass auch in der Vertheilung der Foraminiferen ein Unter- 
Schied zwischen den hier angedeuteten 4 Horizonten zu konstatiren sein wird. 

Die Unterscheidung dieser 4 Horizonte ist als erster Versuch anzusehen im 
’ereiche der Teplitzer Schichten den einzelnen Artgruppen ihre eigentliche Lager- 
Stätte zu fixiren und es wird Aufgabe der Localsammler sein, die Richtigkeit 
dieser Auffassung zu prüfen und dann entweder zu bestátigen oder zu verbessern. 
NM edenfals will ich dadurch Anregung geben zur genauen Praecisirung der 

chicht für jedes einzelne Petrefact. 

Von den Arbeitern eingekaufte Stücke sowie die auf den alten abgeregneten 
Halden aufgelesenen können da nicht massgebend sein, sondern man muss durch 
Öfteren Besuch der Steinbrüche und eigenhändiges Hämmern bestrebt sein, einen 


ichtigen Einblick in die Vertheilung der Arten je nach den einzelnen Schichten 
zu er] 


angen, 


12 


Bei der weiter unten folgenden Schilderung der verschiedenen Localitäten 
wird man vielfache Bestätigung meiner Ansicht finden, aber in manchen Fällen 
wegen Mangel an gehörigem Aufschlusse in Unsicherheit bleiben. 

Das Hangende der Teplitzer Schichten sind im westlichen Böhmen meist 
direkt die braunen und blauen Thone der Priesener Schichten, welche dort, wo sie 
feucht liegen, nirgends einen Anhaltspunkt geben, eine scharfe Grenze zwischen 


r 


den höchsten Teplitzer und tiefsten Priesener Schichten zu ziehen. 


Dort aber, wo sie hoch und trocken liegen, dort nehmen die tiefsten Lagen 
der Priesener Schichten den Charakter von weissen klingenden Inocera- 
menplänern an, in welcher Form sie dann im östlichen Böhmen eine weite 
Verbreitung bis auf die mährische Grenze hin haben. 


Dass ich diese weissen Inoceramenpläner nicht mehr zu den Teplitzer Schichten 
rechne, hat palaeontologische Gründe, weil ich bei Chotzen in denselben Ammo- 
nites d'Orbignyanus nachwies, und auch im übrigen ihr microseopischer Cha- 
rakter ganz anders ist als derjenige der Teplitzer Schichten. 

Im westlichen Böhmen fand ich dieselben z. B. bei Teplitz am weissen Wege, 
am Fusse des Schlossberges, dann am Trippelberg bei Kutschlin, oberhalb des 
Gaubenhofes bei Leitmeritz, am Wege nach Michelsberg, sowie auf den Anhöhen 
von Zidowee, Sovice ete. in der Raudnitzer ( тесеп. 


Schema der Teplitzer Schichten im östlichen Böhmen. 


Von der senkrechten über die Stadt Melnik von Nord nach Süd gezogenen 
Linie beginnend, finden wir im östlichen Böhmen die Teplitzer Schichten schon nie- 
mals in der Art entwickelt, wie wir es bei Teplitz und an der Eger von Laun 
abwärts fanden. 


Hier sind sie sehr wenig mächtig und schwer kenntlich, so dass man bei 
flüchtiger Beobachtung annehmen könnte, dass in dieser Gegend auf die Iserschichten 
direkt die Priesener Schichten zu liegen kommen. 


Um so konstanter findet man sie aber überall bis nach Mähren hin auf der 
Basis der klingenden Inoceramenpläner in Form von etwa 1 m mächtigen, meist 
gelblichbraunlichen feuchten Mergeln, die ungemein reich an Foraminiferen, na- 
mentlich Haplophragmium irregulare sind und von grösseren Petrefacten 
bloss Terebratula semiglobosa liefern. 


Sie verrathen sich oft durch Führung von Wasser, indem sie dasjenige auf- 
halten, was durch die Inoceramenpläner herunter sickerte. 


In Steinbrüchen sind sie selten entblösst und meist vom Abraumgestein verdeckt. 


Als Localitäten zum Studium dieser Verhältnisse empfichlt sich besonders Repin, 
dann Racany bei Poděbrad, Leitomyschl und vor allem Abtsdorf bei Böhm. Trübau. 


Die Gliederung und Lagerung der Teplitzer Schichten in Böhmen dürfte aus 
nachfolgenden drei übersichtlichen Tabellen zu ersehen sein: 


18 


ee S 


A. Schema der Lagerung der Teplitzer Schichten bei Teplitz und am 
Fusse des Erzgebirges. 


Шаб ^ | Weiche Baculitenthone oder klingende Ino- | | 
еи USETE MEE ' ceramenpläner der Priesener Schichten. | 
| Die höchsten Lagen des Profils von Set- | 
V. Horizont der Rhynchonellen | bene MY Be | 
d | Di GE und der Körper des Set- | 
Ш. AP ` Die E І | 
Horizont von Hundorf tenzer Profils, Nro. 8—17. | | 
i | Grundschicht und Klötzelschicht des Profils | | 
IL Нон SES | Grundschicht und Klötzelschicht des Profils | | 
Horizont von Koschtitz . | vón Setten " | 
I. Hour von Ped PONI Unzugänglich. (Nro. 20 von iu: Bettens) | | 
me ; | 
Liegendes?. E Ne NUR | Sandige Lagen. | | 
| 
В. Schema der Lagerung der Teplitzer Schichten im Egergebiete. | 
рела Weiche Baeulitenthone oder klingende Ino- | 
Eram usd Y ceramenpläner der Priesener Schichten. | 
ТҮ Hort $ | Die höchsten Lagen bei Kystra, Koschtitz 
| Iorizont der Rhynchonellen und Popelz. | 
; Be "s : КТ | 
Шоо. m Die Ammonitenschichte von Kystra, Kosch- | 
Horizont von Hundorf titz und Popelz. 
"EN Geer: i р i | 
1 i Die Koschtitzer Platten und Terebratulina | 
II. Horizont von Koschtitz Ji : : | 
ШАЛУ : A gracilis Schichten bei Laun. | 
Die Plänermergel von Kystra und darunter | 
I. Horizont von Kystra die „scharfe“ Schichte in Leneschitz und 
EN bei der Podhrazmühle. 
Brendan. о Malnitwer Schichten. 
С. Schema der sr. Schichten im östlichen Böhmen. | 
Hangendes d Weisse klingende Inoceramenplüner o. graue | 
Белер, Pläner mit Ammonites D'Orbignianus. 
IV. Ноа der Rıynehonellen ? 
III. Horizont von Hundorf | Graue und bräunliche Mergel mit Tere- | 
Gs bratula semiglobosa und Haplophrag- | 
IL. Horizont von Koschtitz х | mium irregulare. | 
vx onte IJ Ma ЫНЫ, E [ 
I. Horizont von Kystra . . . ? 1 
E MM Bryozoenschichten und Ti 'igonia -Sc hichten 
REINER (mit Callianassen) der Iserschichten. 


14 


Il. Beschreibung der im Bezirke der Teplitzer Schichten 
untersuchten Localitäten. 


Die orientirenden Ausflüge nach Localitäten, wo die Teplitzer Schichten zu- 
günglich sind, fallen in die verschiedenen Jahrgünge der systematischen Landes- 
durchforschung, in denen nur wenige Profile gründlicher aufgenommen werden 
konnten, und zwar: 

1864 Teplitz Graupen. 

1865 Gaubenhof bei Leitmeritz. 
1868 Popelz bei Libochovic. 

1869 Der Sovice-Berg bei Raudnitz. 
1870 Umgebung von Laun. 

Eingehende Detailaufnahmen von Profilen und Kinsammlung von Petrefacten 
mit präciser Notirung der Lagerschichte wurden durchgeführt: 

1882 Mariaschein, Laun, Koschtitz, Kystra und der Sovice-Berg 
bei Raudnitz. 

1884 Abtsdorf, Teplitz, Bilin, Mariaschein, Laun, Kystra, Popelz. 

1885 Podiebrad, Wolfsberg, Teplitz. 

1886 Chlomek bei Jungbunzlau. 

Im Ganzen wurden an 40 Localitäten untersucht und an 950 Arten in mehreren 
Hundert Exemplaren den Museumssammlungen eingereiht. 

Die ersten Versteinerungen aus den Teplitzer Schichten erhielt unser Museum 
in den vierziger Jahren von Prof. Reuss, damals Brunnenarzt in Bilin. Der Hand- 
schrift nach zu urtheilen, kamen auch mehrere Stücke durch Grafen Kasp. Stern- 
berg und Prof. Zippe hinzu. 

Seit dem Beginn der Landesdurchforschungs-Arbeiten war ich bemüht, durch 
Einkäufe in den Kalkbrüchen der Umgebung von Teplitz, sowie bei den Herren 
Seifert und Fassel, unsere Sammlung zu vervollständigen. Einen namhaften Zu- 
wachs erhielt dieselbe durch die von Dr. Curda aus Postelberg geschenkten Petre- 
facten aus der Gegend von Laun. Das P 'achtexemplar des Ammonites subtricari- 
natus aus Keblic bei Lobositz erhielt das Museum von Herrn Tsehinkel zum 
Geschenk, den Ammonites Austeni erhielt ich vom Gymnasium in Mariaschein im 
Tausche. Auch von Dr. Holub erhielt das Museum einen seltenen Belemniten. 
Das Riesenexemplar des Amm. peramplus schenkte der Grundbesitzer Herr Zahálka 
in Popelz bei Libochovic. 

Im Einsammeln waren mir behilflich Herr Seehars, Oberlehrer in Mariaschein, 
t Herr Mann, Oberlehrer in Holtschitz, Herr Prof. Barta in Leitomyschl, Herr Feigl, 
Lehrer in Laun, Herr Hellich, Bürgermeister in Podiebrad. 

Auch machten mir Prof. Waagen und Prof. Laube, die unter ihrer Leitung 
stehenden Sammlungen, mit grösster Zuvorkommenheit zugänglich. Mehrere gute 


15 


Stücke aquirirte ich aus der Verlassenschaft des leider zu früh verstorbenen Prof. 
Raffelt in Leitmeritz. 

Allen diesen Herren s; ge ich meinen besten Dank. 

. Die Originale zu den Reussischen Beschreibungen und Abbildungen befinden 
sich theils im Nationalmuseum zu Pest, theils im Hofmineralienkabinet in Wien, 
Sind aber nicht als abgebildete Stücke bezeichnet. 

Den grössten Theil des vorliegenden Materials sammelte ich aber selbst mit 
meinem damaligen Petrefactensammler J. Staska, später mit dem Museumsassistenten 
Term Dr. Ph. Роёќа, welcher mich durch zwei Jahre auf den Exeursionen begleitete. 
Bei Anfertigung der Detailprofile wurden die Petrefacten mit genauer Angabe ihrer 
Lagerstätte versehen. 

| Von allen besuchten Localitäten wurden auch Handstücke der einzelnen 
Schichten und Schlemmproben eingesammelt, welche das Material zur mikroskopi- 
Schen Untersuchung boten und noch auf lange hin brauchbares Material für spätere 
Studien liefern werden. i 
. B0 kam in den letzten dreissig Jahren eine Sammlung aus den Teplitzer 
Schichten in unserem Museum zu Stande, welche ein ziemlich vollständiges Bild 
der F auna derselben giebt und in nachfolgendem verarbeitet werden soll, wohl aber 
auch fernerhin die Basis zu speciellen Monographien bieten wird. 


1. Die Umgebung von Teplitz. 


T In der Umgebung von Teplitz sind die uns beschäftigenden Schichten in zahl- 
jn Steinbrüchen aufgeschlossen und namentlich ist eine fast ununterbrochene 
en ок in der ‚Richtung von Settenz-Hundorf-I )008ch anzutreffen, Welche m 

ds d demselben Schichtencomplexe arbeiten. Selten sind aber diese Stein- 
Fee 80 geöffnet, dass sie zum genauen Studium der sämmtlichen Lagen der 
"eplitzer Schichten geeignet wären. Meist wird nur der mittlere Tract ausgebeutet, 
= Abraum beseitigt und die tieferen Schichten entweder gar nicht be- 

er man findet sie mit Schutt verdeckt oder unter Wasser. 

Selten findet man auch im Bruche oder beim Kalkofen einen erfahrenen Mann, 
He die einzelnen Lagen richtig zu bezeichnen weiss und auch Andeutungen 
"Der die Fundschicht der grösseren Petrefacten zu geben im Stande ist. 

Ich war bei meinem Besuche von Settenz im Jahre 1884 so glücklich, in 
| n Beziehungen günstige Umstände in Pickhardt's Kalkbruch zu finden und 
rachte daselbst längere Zeit zu und nach wiederholtem Besuche und andauerndem 
s Achsuchen in den einzelnen Lagen gelang es mir Daten zu sammeln, welche zur 
"IsammenstelTun p des genauen Profiles führten, an welchem die Vertheilung der 


Wichtio ‚ ; i 
Xiesten Petrefaeten versuchsweise angedeutet ist. 


beide 


In Beziehung auf die Benennung der einzelnen Lagen fand ich eine ziemliche 
instimmung in allen übrigen Kalkbrüchen, nur sind für gewisse Schichten 
7weierlei Benennungen im Gebrauche. Die Bezeichnungen der Nro. 12—17. 
all überein. 


Uebere 
oft 


stimmten über 


— 


16 


Ackerkrume 


‚ Ziegellehm 


Abraumschichten 


Rothschicht 


Wilder Stein 


Dreiviertelschicht 


Körper od, Starkschicht 


Eisenschicht 


Backöfen 


48. j - | Klötzelschicht 
19 @ |Grundschicht 
Letten 


Fig. 3. Profil der Teplitzer Schichten im Pickhardt's Steinbruche bei Settenz mit einer versuchs- 
weisen Andeutung der in den einzelnen Schichten vorwaltenden Versteinerungen. 
Aufgenommen 13. August 1884. 


17 


Та. Ackerkrume, 15. Diluvialer Ziegellehm. 2a. Tiefere Schichte von Ziegellehm mit grobem 
Gerölle untermischt. 25. Oberste graue Mergelschicht. 3a. Abraumschichte weiss mit Fischresten. 
3b, Abraumschichte, graue Mergelschicht. 4. Plattige Plänerschicht mit Pyenodus. 5. Graue 
Lettenschichte. 6. Stärkere Bänke von Plänerkalk. 7. Mergelschicht. 8. Plänerkalk mit Scyphia 
angustata und Terebratula semiglobosa. 9. Mergelschichte. 10. Plünerkalk mit Amorphosp. rugosa, 
an der Basis riesige Spongiten. 11. Mergelschicht. 12. „Rothschicht“, Plänerkalk mit Schuppen 
von Osmeroides und mit Chondriten. 13. Wilder Stein. 14. Dreiviertelschichte; oberste Lage des 
16 равон ‚3m. 15. Körper oder Starkschicht 2j m. Nautilus rugatus, S Spondylus spinosus. 
die senschicht. Hauptlager von Ammonites peramplus. 17. „Backöfen“, Plünerkalk, in welchem 
уб Srossen Haifischwirbel vorkommen. 18. Klötzelschicht in senkrechte Säulchen spaltender 

anerkalk mit sehr wenig Petrefacten, 19. Grundschicht mit sehr häufiger Terebratulina gracilis. 

20. Letten. Feuchte Mergelschicht, unter welcher Sand liegen soll. 


| Ich gehe nun zur Jeschreibung der Schichtenfolge im Pickhardt’s Kalkbruche 
über und glaube, dass auch in allen anderen Brüchen nach anhaltenderer Beobach- 
tung ähnliche Schichtenfolge wird nachgewiesen werden. 

Zu oberst liegt eine bis 1m mächtige dunkle Ackerkrume (1 а), darunter 
gelber Ziegellehm (1 0) mit grossen zahlreichen Lósskindeln und mit sroben Geröll- 
SEN in den tieferen Schichten (2a) Am Contacte mit den Mergelschichten 
tinden sich sehr grosse walzenförmige, verschieden geformte Concretionen, welche 
ш Inneren eine harte quarzige Beschaffenheit zeigen. 

Die höchste Lage der Teplitzer Schichten bildet hier eine zerbröckelte Kalk- 
о, die nach oben und unten von mergligen Lagen begrenzt wird (2b, 3b) 
ie е Trümmer von Fischresten führt. (Diese rechnet man bis zu Nro. 10. 

“Ols zu den Abraumschichten.) 

Die nun folgende 1 m mächtige Schichte (4) enthält plattige, auf der Ober- 
оно Kalke, die am Bruche weisslich, etwas ins röthliche spielend, sich 
еп. Ple sind auch reich an Fischresten (z. В. Рус- 
a der бе ‚zeigt, dass sie zur Hälfte aus 
einzeln. m von Foraminiferen bestehen, unter denen 
В Xobigerinen eingestreut sind. 

1. SC? merglige, bröckli ge, graubräunliche Schichte (5), 
THAM von der nächstfolgenden Lage festeren Gesteins 
nor DOS ea bei der Schlemmung als m 
NEE ege unter denen die MEL 80° la 
т "m ‚en. Einzelne lobigerinen und Cristellarien sind 
da sowie unreine rauhe Nadeln untermischt. 


fläche 


l'igur 4.) Pig. 4. Schlemmprobe der 
Di А on А Schichte Nro. 5. des Setten- 
10 starke Abraumschichte (6) ist von plän- zer Profils. Vergr. 50mal. 


"ger Besch 
Meist rostg 
Schliff z 
Schichte w 


affenheit, von Farbe grau, die Spaltflächen 

elb. Scheint der Hauptfundort der kleinen Rhynchonellen zu sein, Der 

eigt zur Hälfte unreinen Detritus, zur Hälfte Foraminiferen. Diese 

ird auch zu Kalk gebrannt. 

әш schwachen Mergelschicht folgt eine 14 m mächtige Lage (8) von 

"A Sch alksteinbänken, welche reich x Ventriculites angustatus und 

Exemplare Lis ошо рова ist. Von Rhynchonellen kommen PE grosse 

Ho ER i ee Das ( Ee, ist ein gelblich und отап gefleckter Pläner, welcher 

іскен i kelgrauen Chondriten durchsetzt ist, in welchen die Steinbrecher Aehn- 
it der „hebräischen Schrift“ erkennen. Der Dünnschliff zeigt die 


ә 
2 


с; 


ees e 


Esseg 


18 


Hälfte aus Detritus, die andere Hälfte aus sehr kleinen Textillarien, bei denen 
einzelne Kammern mit schwarzer Masse erfüllt sind. 

Nach einer mergligen Zwischenschicht (9) folgen zwei stärkere Kalkstein- 
bänke (10), welche Achilleum rugosum (var. elliptica) führen und an der Basis 
sehr grosse flache Spongiten enthalten, welche an den 
Spongites gigas Fr. (Weissenberger Schichten pag. 75.) 
erinnern. Der Schliff zeigt 3 Foraminiferen, unter 
denen die genug häufigen grösseren Formen die Kam- 
mern mit Brauneisenstein erfüllt zeigen. 

Mit der unter einer Lettenschichte (11) liegenden 
festen Bank der Rothschicht beginnt die Schichtenfolge 
des eigentlichen besten zum Kalkbrennen verwendeten 
Gesteins. Diese Bank erhielt den Namen „Roth- 
schicht“ (12), weil die Kluftflächen mit einer über 
Fig. 5. Schliff des Kalksteins 1 mm dicken Schichte von rostrothen Brauneisenstein 

der Schichte Nro. 10. des (un ; ү 
Settenzer Profils. Vergr. 50mal, bedeckt sind, wodurch sie schon von weitem auffallen. 
Der Schliff zeigt zur Hälfte Foraminiferen, die. 
Grundsubstanz ist unrein mit vielen Brauneisensteinkörnern. Die Textillarien und 
Globigerinen klein und mittelgross, sehr viele Kalknadeln und Fragmente grösserer 
Versteinerungen. 

Die Schlemmung zeigt grosse und kleine Foraminiferen in ziemlich gleichem 
Verhältnisse und repräsentiren dieselben viel mehr Gattungen als die höheren Schich- 
ten aufweisen. Ausserdem findet man in der Schlemmung sehr viele kurze dicke, 
im Inneren unreine Kalknadeln. 

Auf die Rothschicht folgt nach unten hin der sogenannte Wilde Stein (13). 
Dies ist eine 60 em mächtige Schichte von schwärzlich (nieht bläulich) grauem, 
rauh anzufühlendem Gestein, das frisch gebrochen für den Laien auch wie Kalkstein 
aussieht, aber gar nicht zum Brennen taugt. Die Arbeiter bezeichnen ihn als 
klanglos und schwer, er verwittert in flache schalige Kugeln, welche auf den Halden, 
dem Regen und der Hitze ausgesetzt ganz zerfallen. 

Der Schliff zeigt nur etwa 4 Foraminiferen, von denen wenige ganz sind, 
hie und da sehr grosse Globigerinen. Die Grundsubstanz unrein, ungleich. 

Die Schlemmung zeigt viel mittelgrosse Textillarien und einzelne Crosse 
Globigerinen, Cristellarien, sowie Ostracodenschalen von wahrscheinlich neuen Arten 
Ausserdem sind ganz feine Stacheln von Echiniden häufig. 

Nun folgen sechs Kalksteinbünke (Nro. 14—19.) von verschiedener Mächtigkeit 
und Beschaffenheit, welehe alle zum Kalkbrennen ausgebeutet werden. Die oberste 
Lage wird Dreiviertel-Schicht genannt (14) wegen der constant beobachteten 
Mächtigkeit von з Ellen alten Maases (etwa 50 cm). Darunter kommt die 25 m 
mächtige Starkschicht (15) auch Körper genannt. In derselben kommt Nautilus 
rugatus vor und hier ist der Spondylus spinosus am häufigsten. Das Gestein ist 
schwer, die Spaltflächen meist nur rostgelb, die Masse grau und gelblich gefleckt. 

Der Schliff zeigt, dass nur etwa 4 aus kleinen Foraminiferen besteht, deren 
Kammern rein (nicht mit Brauneisenstein erfüllt) sind. Grosse Foraminiferen sind spar- 
sam eingestreut und die Grundmasse enthält feine zahlreiche Drauneisensteinkórner: 


19 


Auf diese Schichte beziehen sich die chemischen Analysen, welche bei Gele- 
Senheit der im Jahre 1883 zu Teplitz abgehaltenen Ausstellung zugänglich waren 
und von denen ich hier ein Beispiel wiedergebe. 


Analyse des Kalkes aus den Stückkalkwerken von Karl 
Endisch in Loosch bei Dux. Angeführt vom k. k. Bergrath {| 
Adolf Patera. {| 


Probe Nro. 3. 
Kieselsäure ^ ‚ 15.0 
Eisenoxyd КОЙ ТАШ О as 29.09/, in Salzsäure 
n 
ОООО a Duet lósliche Thone. 
RTE (20 nouas mm Spur 


Kohlensaure Kalkerde . . . . 70.5 


n. A0]; 4 gung 
: Talkerde . . . Spur 16.4 АЙ Salzsäure | 
, Eisenoxydul 5.9 | lösliche Bestandtheile. | 
ОЙ | 
98.4 | 


Der Kalk soll vorzügliche Dienste bei Wasserbauten leisten und wird in 

eite Umgebung von Teplitz und nach Sachsen verführt. 

Ka a SE Looscher Kalkwerken irn jührlich bis 800.000 Centner ора 

Ww Кш Der Kalk wird auf 2fache Art dioe entweder „trocken“, 

erfallen “ausatz von wenig Wasser (100 Liter auf 10 Centner Kalk), wodurch das 
zu Pulver erzielt wird, oder „nass“ mit viel Wasser. 


C ie үү 


Festi Die Teplitzer Kalkwerkgesellschaft liess auch Druck- und Zugproben über 
ВОО DEEN | VUES 
Igkeit des Mörtels vornehmen, deren Resultate aus beigefügter Tabelle er- 


sichtlich sind. 


30tägige Probe ` | 90tägige Probe 


Teplit Theil Kalk | 1 Theil Kalk! 1 Theil Kalk | 1 Theil K: 
zer Kalk 1 Theil Kalk | 1 Theil Kalk|1 Theil Kalk | 1 Theil Kalk 
4 2 Theile Sand | 3 Theile Sand 12 Theile Sand |8 Theile Sand 


Kilogramm рег Cl Centimeter || 


ү 


D. [Grosse Würfel. ^ 6.89 10.88 29.8 18.2 
ruck-Proben . ү "ОШО, ji 3 ET тоат ET à ; 

c... 'Kleine Würfel .| 20.88 | 26.70 65.2 46.9 

le sc v? Dur тд 1.15 15.9 10.5 


Nun folet die festeste Bank, die sogenannte Eisenschichte (16); diese 


Wird | 1 
von den Arbeitern überall als das Hauptlager der grossen Exemplare von H 


D 14 
е peramplus bezeichnet. Bie ist wenig mächtig (6—8 em), ungemein d 
9; Schwer zu zerschlagen, zeigt die Spaltflächen rostroth. 
ге Schliff lässt sie als die reichste an Foraminiferen er- 
: denn derselbe zeigt fast gar nichts anderes als kleine Textillarien und 


kb 
4 


20 


Globigerinen, die gewiss 90°), der ganzen Masse betragen (Fig. 6.). Grössere 
Foraminiferen sind selten, aber auffallend sind hellgrüne (Glauconit?) Körner. 

Unter der Eisenschicht liegt die 1 m starke Lage; 
welche „Backöfen“ (17) genannt wird. Sie ist grau 
und gelblichweiss schäckig und in derselben konsta- 
tirte ich das Vorkommen der grossen Wirbel von Oxy- 
rhina Mantelli. 


9 


miniferen, hie und da Reste grósserer Petrefacten und 


miniferen sind meist rein. 


Fig. 6. Schliff der Eisen- ^ heh e Ko Yr 
schichte Nro. 16. des Settenzer eine senkrechte Zerklüftung in unregelmässige Säul- 


d » . zer D 1 
Die PM AS ut mike chen, wesshalb sie ,Klótzelschicht^ (18) genannt | 


Vergrósserung aus lauter Globi- — wird. Das Gestein ist compacter als die höher lie- í 
gerinen u. Textillarien bestehend. venden mehr kreidigen Kalke, die Spaltecken scharf. 


Das Gestein klingt unter dem Hammer. 


sind sparsam eingestreut. 

Die Ursache der Säulchenbildung mag die sein 
dass diese Schichte auf harter Unterlage liegt und 
die ganze Wucht der höheren Schichten zu tragen hat: 


: i А Von besonderem Interesse ist die letzte der feston ` 


Fig. 7. Schliff der Grundschicht Kalkbänke, welche Grundschicht genannt wird (19) 
Nro. 19. des Settenzer Profils. ў Р А Vo i rt? " m 
Vergr. 50mal. Man ist überrascht durch die Häufigkeit der Tere- 
bratulina gracilis und wird unwillkührlich zur Paralle 
lisirung der Grundschicht mit den Koschtitzer Platten geführt. Auch sind darit 
die Ostracoden, Bairdia subdeltoidea und depressa auffallend häufig. Von grosset 
Foraminiferen, Cristellaria rotulata und Frondicularia angusta. 


Das Gestein ist gleichmässig weissgrau compact (erinnert an den lithographi | 


schen Stein), hat fast muschligen Bruch mit scharfen Kanten. 
Der Schliff zeigt sich als zur Hälfte aus Textillarien und Globigerinen mit 
reinen Kammern bestehend. 


Das Liegende der schwer zugänglichen Grundschicht soll grauer Letten (20) | 


sein, der auf sandigen Schichten liegt. (Die Sicherstellung des Liegenden der "Гері 
tzer Schichten bei Settenz dureh Abtäufung eines kleinen Schachtes wäre im Interesse 
der Wissenschaft sehr wünschenswerth.) 


In einem der weiter westlich gelegenen Steinbrüche bei Loosch liegt übe! 


den im Piekhardt’s Steinbruch geschilderten Schichten noch eine an 2 m mächtig? 


Lage von lettigem Plänermergel, welche wahrscheinlich schon den Priesener Sehiclr | 


ten angehórt. 


Die Schlemmung zeigt zwar auch viel Textillarien und Globigerinen, aber f 


hat im Ganzen doch einen von den Schlemmungen der tieferen Teplitzer Schichte” 


Am Schliff zeigen sich 2 der Masse aus Fora-! 
zahlreiche Spongiennadeln. Die Kammern der Fora- f 


Die unter den Backöfen liegende Schichte zeigt! 


Grössere Petrefacten konnte ich nicht darin finden: ` 
Der Schliff besteht etwa zur Hälfte aus kleinen Fora- | 
miniferen und deren Trümmer; grosse Globigerinen й 


Жу 


21 


abweichenden Charakter, indem mehrere Gattungen auftreten, die wahrscheinlich 
Schon als für die Priesener Schichten bezeichnend sich herausstellen werden. 

Ein ganz anderes Aussehen hat das Hangende der Teplitzer Schichten in der 
Niederung zwischen dem Sandberg und dem Schlossberg, östlich von Teplitz. An 
dem sogenannten „Weissen Weg“ zieht sich eine Schlucht, in welcher man von 
unten aufsteigend zuerst Schichten mit Terebratula semiglobosa antrifft, dann höhere 
mit Micraster breviporus; weiter sind blättrige Lagen mit Achilleum rugosum 
Mitra, Dentalium, dann graue Kalke mit Terebratulina chrysalis, womit meiner 
Ansicht nach, hier die Teplitzer Schichten abschliessen. 

Die nun folgenden weissen klingenden an Inoceramen reichen Plattenkalke, 
betrachte ich als die untersten (hier trocken liegenden) Lagen der Priesener Schichten. 
Ich fand hier ein Fragment einer Scheere des interessanten Krebses Stenocheles*), 
Welcher im gleichen Niveau auch in den weissen Inoceramenkalken bei Repin auf- 
Sefunden wurde, 

Der allgemeine palaeontologische Charakter der Teplitzer Schichten in der 
Umgebung ‚von Teplitz ist aus nachstehendem Verzeichniss zu ersehen, das ich 
lér ohne Angabe des speciellen Fundortes der einzelnen Arten gebe. 

.. Ich thue das desshalb, weil bei den wenigsten Stücken der genaue Fundort 
Sicher festzustellen war und weil es dem Palaeontologen für die Beurtheilung eines 
ZuSammenhängenden Schichtenkomplexes gleichgiltig sein kann, ob der oder jener 

teinbruch zur Catastralgemeinde Loosch oder Hundorf gerechnet wird. 


Verzeichniss der in der Umgebung von Teplitz, namentlich bei 
Settenz, Hundorf und Loosch gefundenen Petrefacten. 


Plesiosaurus sp.? Zehenglieder. Ammonites peramplus, Mant. 
Otodus appendiculatus, Ag. Ammonites Austeni, Sharpe. 
Oxyrhina Mantelli, Ag. Helieoceras polyploeus, D'Orb. 
Lamna subulata, Ag. Scaphites Geinitzii, D'Orb. 
Corax heterodon, Reuss. Daeulites (undulatus), Fr. 
Ptychodus latissimus, Ag. Aptychus complanatus, Gein. 
Ptychodus mammillaris, Reuss. Turritella multistriata, Reuss. 
Pyenodus serobiculatus, Reuss. Pleurotomaria linearis, Mant. 
Pyenodus cretaceus, Ag. Pleurotomaria perspectiva, Mant. 
Hypsodon Lewesiensis, Ag. Turbo decemeostatus, Reuss. 
Cladocyelus Strehlensis, Gein. Turbo Steilai, Gein. 

Enchodus 1 Ialocyon, Ag. Trochus amatus, Gein. 
Osmepoides Lewesiensis, Ag. Rostellaria Burmeisteri, Gein. 
Вегух ornatus, Ag. Mitra Roemeri, D'Orb. 
Lepidenteron longissimum, Fr. Acteon ovum, Duj. 

Nautilus sublaevigatus, D'Orb. Isocardia сгеќасеа, Goldf. 
Nautilus rugatus, Fr. et Schl. Isocardia turgida, Reuss. 
Nautilus galea, Fr. et Schl. Jardium deforme, Gein. 


* A BEN х ; 
) Crustaceen der bóhm. Kreideformation, pag. 40. 


22 


Cardium alutaceum, Münster. 
Cardita parvula, Münster. 
Jardita modiolus, Nilss. 
Cardita tenuicosta, Sow. 
Mutiella Ringmerensis, Gein. 
Eriphyla lenticularis, Goldf. 
Nueula semilunaris, v. Buch. 
Nucula pectinata, Sow. 

Arca subglabra, D'Orb. 

Arca Geinitzii, Reuss. 
Mytilus Cottae, Róm. 
Teredo, sp. 

Gastrochaena amphisbaena, Gein. 
'anopaea gurgitis, Brongn. 
Venus ovalis, Sow. 

Venus Goldfussi, Gein. 
Venus parva, Sow. 

Corbula eaudata, Nilss. 
Perna, sp. ? 

Inoceramus Brongniarti, Park. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Inoceramus latus, Mant. 
Inoceramus Cripsii, Mant. 
Lima Sowerbyi, Gein. 

Lima dichotoma, Reuss. 
Lima Hoperi, Mant. 

Lima elongata, Sow. 

Lima (ef. aspera.) 

Pecten serratus, Nilss. 
Pecten cretosus, Defr. 
Pecten Dujardinii, Römer. 
Vola quiquecostata, Sow. 
Spondylus spinosus, Sow. 
Spondylus latus, Кош. 
Plieatula inflata, Sow. 
Exogyra lateralis, Reuss. 
Ostrea hippopodium, Nilss. 


Ostrea semiplana, Sow. 

Crania barbata, v. Hag. 
Terebratula semiglobosa, Sow. 
Terebratulina gracilis, Schl. 
Terebratulina chrysalis, Schl. 
Rhynchonella plicatilis, Sow. 
Hippothoa desiderata, Nov. 
Membranipora confluens, Reuss. 
Membranipora elliptica, v. Hag. 
Berenicea confluens, Röm. sp. 
Lepralia pediculus, Reuss. 
Enoploclythia Leachii, Reuss. 
jairdia subdeltoidea, v. Münst. 
Dairdia depressa, Kf. 

Pollieipes glaber, Róm. 

Serpula biplicata, Reuss. 

Serpula depressa, v. Münst. 
Serpula gordialis, v. Schl. 

Serpula pustulosa, Gein. 

Serpula rotula, Goldf. 

Cidaris subvesieulosa, D'Orb. 
Phymosoma radiatum, Schl. 
Micraster eor testudinarium, Goldf. 
Micraster breviporus, Ag. 

Holaster planus, Mant. 

Craticularia subseriata, Röm. 8р. 
Ventriculites angustatus, Röm. 
Ventriculites radiatus, Mant. 
Ventrieulites Zippei, Reuss. sp. 
Ventrieulites cribrosus, Phill. sp. 
Plocoscyphia labyrinthica, Reuss. 
Plocoscyphia pertusa, Gein. 
Rhizopoterion cervicorne, Goldf. sp. 
Phymatella elongata, Reuss. sp. 
Cliona Conybeari, Brongn. 
Amorphospongia globosa v. Hag., Sp. | 
Achilleum rugosum, Reuss. var, elliptic? 


Von Foraminiferen führe ich nur eine Anzahl der grösseren häufigeren Forme! 
Die kleineren müssen erst monographisch bearbeitet werden. 


Nodosaria Zippei, Reuss. 
l'rondicularia angusta, Nilss. 
Flabellina elliptica, Nilss. 


Textillaria grosse und kleine Arten M 
den Schlemmungen und Sehliffen. 
Globigerina marginata ete. etc. 


Cristellaria rotulata, D'Orb, 


28 


2. Un gebung von Osseg, Judendorf, Rosenthal und Mariaschein. 


Am Fusse des Erzgebirges trifft man die Teplitzer Schichten in gehobener 
Lage als den nördlichen Rand der Mulde an, deren südlichen Rand wir bei Teplitz 
kennen gelernt haben und deren Centrum von der Braunkohlenformation ausge- 
füllt ist, 

Die einzelnen Lagen sind hier mehr kalkig, die mergligen Zwischenmittel 
Schwächer. Die meisten Steinbrüche, in denen sie entblösst sind, wurden bereits ver- 
lassen, weil die Gewinnung des Kalksteins hier wegen viel Abraum schwieriger und 
kostspieligor ist, als bei Teplitz. Der palaeontologische Charakter ist ganz derselbe 
Wie bei Teplitz aber ich fand keine günstige Gelegenheit ein ähnliches Profil auf- 
nehmen zu können wie bei Settenz. 

Ein Kalkbruch war vor einigen Jahren bei Osseg geöffnet am Fusse des 
ee »Strobnitz^ und ich fand in der Sammlung des Stiftes zu Osseg eine 
еше von dort stammenden Arten, die mit den gewöhnlichen Vorkommnissen der 

eplitzer Kalkbrüche übereinstimmen. 


Verzeichniss der im Kalkwerke am Fusse der Strobnitz bei Osseg 
aufgefundenen Arten. Nach der im Stifte daselbst aufbewahrten 


Sammlung. 
Oxyrhina Mantelli, Ag. Venus sp. 
Oxyrhina angustidens, Reuss. Inoceramus Drongniarti, Park. 
Otodus semiplicatus? v. Münst. Inoceramus Cripsii? Mant. 
Corax heterodon, Reuss. Lima Hoperi, Mant. 
Nautilus sublaevigatus, D'Orb. Spondylus spinosus, Sow. 
Helicoceras Reussianum, D'Orb. Exogyra lateralis, Reuss. 
Mitra Roemeri D'Orb. Ploeoscyphia labyrinthica, Reuss. 
Pleurotomaria linearis, Mant. Pleurostoma bohemicum, Zitt. 
Cardita tenuicosta, Sow. Ventriculites sp. n.? 


Eriphyla lenticularis, Goldf. 

Wiederholt in verschiedenen Jahren besuchte ich die Reihe von Steinbrüchen, 
Welche in der Linie Judendorf-Rosenthal-Graupen und Mariaschein zu treffen ist, 
Sammelte auf den Halden und kaufte von den Arbeitern, und revidirte die Samm- 
ungen in der Schule sowie im Kloster zu Mariaschein, worauf ich das Vorkommen 
von nachfolgenden Arten sicherstellte: 


Verzeichniss der in den Teplitzer Schichten bei Mariaschein und 
Rosenthal aufgefundenen Arten. 


Corax heterodon. Helicoceras polyplocus. 
Oxyrhina angustidens ? Helicoceras Reussianum. 
Ammonites peramplus. Scaphites Geinitzii. 
Ammonites Austeni. Pleurotomaria linearis. 


Nautilus sublaevigatus. Turbo decemeostatus. 


| 
| 
| 
| 
| 


24 


Aporrhais megaloptera. 
Mitra Roemeri. 

Acteon ovum. 
Dentalium eidaris. 
Cardium deforme. 
Mutiella Ringmerensis. 
Tellina concentrica. 
Venus Goldfussi. 

Arca Geinitzii. 
Gastrochaena amphisbaena. 
Inoceramus Brongniarti. 
Inoceramus Cuvieri, 
Lima Hoperi. 

Spondylus spinosus. 
Spondylus latus. 


Pecten serratus. 

Ostrea hippopodium. 
Exogyra lateralis. 
Terebratula semiglobosa. 
Terebratulina gracilis. 
Terebratulina chrysalis. 
Rhynchonella plicatilis. 
Holaster planus. 
Micraster cf. cor anquinum. 
Micraster breviporus. 
Ventriculites angustatus. 
Ventriculites cribrosus. 
Coeloptychium Fričii. 
Enoploclythia Leachi. 


Unter den vor Jahren eingesammelten Handstücken lassen sich die typischen 
Formen des Settenzer Profils wiedererkennen, namentlich die an Chondriten reiche 
Schicht 8., die Starkschicht 15. und die Grundschicht 19. 


3. Umgebung von Bilin. 


In der durch die Arbeiten von Reuss klassisch gewordenen Umgebung von 
Bilin sind es namentlich drei Localitäten, welche uns als zu den Teplitzer Schichten 


gehörig beschäftigen werden. 


Vor allem ist es der Sauerbrunnberg bei Bilin, welcher Reuss so viel lieferte, 
aber gegenwärtig durch Waldkultur dem Palaeontologen unzugänglich wurde. Ein 
etwas bedenklicher 'Besuch der Localität überzeugte mich, dass hier der tiefste 


Horizont der Teplitzer Schichten, von Alter der Plänermergel von Kystra und dem- 


jenigen der Koschtitzer Platten ansteht. 


Dafür spricht auch das nach Reuss zu- 


sammengestellte Verzeichniss der Petrefacten, unter denen die Terebratulina gra- 


cilis die häufigste Erscheinung ist. 


Nueula semilunaris. 
Pecten curvatus. 
(Pecten subaratus). 
Spondylus latus. 
Ostrea semiplana. 


Terebratulina gracilis. 
Pollicipes conicus. 
Serpula granulata. 
Antedon Fischeri. 
Cystispongia verrucosa. 


Amorphospongia globosa. 


Die höheren Lagen der Teplitzer Schichten findet man in der Fortsetzung der 
den Sauerbrunnberg bildenden Berglehne beim sog. Ganghof, hier sind tiefe Wasser- 
risse, auf deren abgeregneten Flächen ich eine Reihe von Arten auflöste, welche 
den mittleren Horizont der Teplitzer Schichten bezeichnen. 


95 
Ich fand daselbst: 
Inoceramus Brongniarti. Plocoseyphia labyrinthica. 
Zei © р 
Terebratula semiglobosa. Amphithelion tenue. 
Cidaris subvesiculosa. Rhizopoterion cervicorne. 
Trochosmilia laxa. Chonella sp. 


Die dritte Localität in der Nähe Bilins ist der Kutschliner Berg, den 
Reuss vielfach als Fundort von Petrefacten aus den Teplitzer Schichten anführt. 
Dieselben Stammten meist aus den daselbst geóffneten Steinbrüchen, die den so 
Körper (Nro. 15 des Settenzer Profils) ausbeuten. 

Ich glaube hier die Hauptglieder der Teplitzer Schichten wiedererkannt zu 
haben und gebe ein schematisches Orientationsschema zum Verständniss dieser 
interessanten Localität. (Fig. 8.) 


o 
D 


Fig. 8. Schema der Schichtenfolge am Trippelberge bei Kutschlin. 


2. Cenomanes Rudistenkonglomerat. Selten zugängliche Kluftausfüllung im Gneiss. 

Schichten, unterer Koschtitzer Horizont mit kleinen Terebratulina gracilis. 4. Teplitzer 

B. p егег Horizont mit Terebratula semiglobosa (etwa Nro. 15. des Profils von Settenz). 

i lattenpläner mit Inoceramen. 6. Tertiaerschichten mit Blattabdrücken und selteneren Fisch- 
resten. 7. Trippel. Diatomaceenschichten mit häufigen Fischen. 


1. Gneiss, 
Br [Г 

3. Teplitzer 
Schichten m 


Die Basis des Berges besteht aus Gneiss (1), in dessen Klüften seinerzeit 
Reuss das Hippuritenkonglomerat (2) mit Petrefacten der Korytzaner cenomanen 
Chichten aufgefunden hat. Dasselbe ist selten zugänglich. 

. Direkt darüber liegen merglige Schichten mit zahlreichen kleinen Terebra- 
tulina gracilis (3) und glaube ich, dass dieselben den Plänermergeln von Kystra 
und den Koschtitzer Platten im Alter gleichkommen. Dann folgen mächtigere Kalk- 
änke (4), welche im Steinbruche zeitweise abgebaut werden und die typischen 
ersteinerungen Pleurotomaria linearis, Spondylus spinosus etc. liefern. 

Die höheren Lagen der Schichte (4) sind mehr kalkarm, dürften dem Rhyn- 
chonellenhorizont entsprechen und gehen nach oben in klingende Inoceramenpläner 
(5), über, die wir als Liegendes der Priesener Schichten auffassen. Darauf liegen 
lie Diatomaeaeen Schiefer (6) der Tertiärformation mit zahlreichen Blattabdrücken 


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und den Schluss der Schichtenfolge bildet 
der sogen. Trippel (7) mit zahlreichen Fisch- 
abdrücken und Insektenresten. 

Die genaue Durchführung der ange- 
deuteten Gliederung der Schichtenfolge der 
Teplitzer Schichten am Kutschliner Berge 
dürfte für einen in der Nähe wohnenden 
Palaeontologen eine lohnende Aufgabe sein. 

Südlich bei Bilin wurde in neuerer Zeit 
auch ein Kalkbruch geöffnet, der aber die 
Teplitzer Schichten noch wenig entblösste, 
um dort ein eingehenderes Studium zu er- 
möglichen. 


4. Umgebung von Laun. 


An den Egerufern oberhalb und unter- 
halb Laun finden wir die Teplitzer Schichten 
an vielen Orten dem genaueren Studium zu- 
gänglich und in manchen Beziehungen er- 
halten wier hier einen besseren Einblick in 
ihre Lagerung und in die Vertheilung der 
Petrefacten als in der Teplitzer Gegend. 

Sie liegen in der Niederung der Eger 
und fallen mässig gegen Norden, gegen das 
eruptive Mittelgebirge ein, wobei ihre Schich- 
ten, namentlich die kalkigen Lagen immer 
mächtiger werden. (Vergl. Profil Fig. 9.) 

Schreiten wir von dem Hochplateau bei 
Perutz „Bytiny“ (B), welches auf permischer 
Unterlage die Perutzer, Korycaner und Weis- 
senberger Schichten trägt, herab, so treffen 
wir bei Slavötin (5) noch eine Scholle von 
Weissenberger Plänern und dann bei der Pod- 
hrazmühle auf den Mallnitzer Grünsanden (1) 
und der Launer Knollenschicht (2) die tiefsten 
Lagen der Teplitzer Schichten (3—4), weiter 
hin gegen den Egerfluss kommen die mittleren 
Teplitzer Schichten darauf zu liegen (5—6) 
und bilden den oberen Theil der Berglehne 
bei Kystra (K). 

Am Egerufer selbst bei Koschtitz (А) 
trifft man die tieferen Lagen (4) nur bei 
niedrigem Wasserstand entblösst und zugäng- 
lich und die Uferlehne wird hauptsächlich 


n2 
kel 


von den Ammoniten (5) und Rhynchonellenschichten gebildet. (Von der Podhraz- 
mühle angefangen werden in der Gegend gegen Koschtitz hin die Teplitzer Schichten 
von Pyropconglomeraten bedeckt.) 

\ In der Richtung gegen den Weinberg bei Wunitz (V) werden die Teplitzer 
Schichten ‚von vielen abwechselnd grauen und bräunlichen Lagen der Priesener 
Schichten bedeckt (7), welche am Gipfel des genannten Berges eine festere kalkige 
Plattenschicht bilden (8). 

Dieses quer dureh das Egerthal geführte Profil kann 80 E ope 
Normale angesehen werden für die Lagerung der Teplitzer Schichten von Malnic 
über Laun und Koschtitz bis über Libochovic gegen Brozan hin. 

Ich schreite nun zur Schilderung von einigen Localitäten westlich von Laun, 
welche aber nicht so belehrend sind, als die zwischen Laun und Libochovie gele- 
dé H 1 i 
Senen, die weiter unten beschrieben werden sollen. 


Rechtes Egerufer von Malnitz bis Laun. 


Die von Reuss erwähnten und als arm an Petrefacten bezeichneten kleinen 
Ablagerungen bei der Hasina Mühle (südlich von Malnitz) und bei Malnitz*) ge- 
hóren dem unteren Niveau der Teplitzer Schichten an, bieten aber wegen ungenü- 
Sendem Aufschlusse wenig Gelegenheit zu einem eingehenderen Studium, wie wir 
es anstreben, 

Eine viel bessere Localität zum Studium der tieferen Lagen der Teplitzer 
Schichten ist eine Anhöhe oberhalb der Malnitzer Grünsandsteinbrüche, welche 
auf der älteren Generalstabskarte als ,Lehmbrüche^, auf der neuesten 

e1sser Berg bezeichnet ist. 

Ueber die Lagen, welche unmittelbar auf dem Grünsand (2) liegen, führt ein 

eg und sind dieselben auch durch den Schutt der höheren Lagen verdeckt und 
daher schwer zugänglich. 

к vfi dee taher ier, welcher ziemlich viel Petre- 
facten enthält : | 


Lamna sp. Pecten Nilssoni. 
oprolith. Spondylus spinosus. 
Lepidenteron. Ostrea hippopodium. 
Lima Hoperi. Ostrea semiplana. 


Terebratulina gracilis. 
o 


| Nun folet ein sehr feiner bläulicher Mergel mit rostiger Oberfläche (4), welcher 
ast gar keine grösseren Petrefacten enthält. 

А Die Schlemmung zeigt sehr viele Foraminiferen, unter denen ausser Texti- 
B auch verschiedene Arten von Nodosarien und andere Gattungen vorkommen. 
Jas hellgrüne Mineral tritt hier ebenfalls auf. 


мА 


*) Weissenberger Schichten Seite 56, Profil Nro. 14. 


28 


Die mit 5 bezeichneten Schichten sind das Bereich des Achilleum. Sie werden 
durch eine etwas festere Bank in eine obere und eine untere Hälfte getheilt. Die 
mergligen Schichten unter der festeren Bank (Da) zeichneten sich durch ungemein 
häufige Fischreste (Trümmer) aus und enthielten ausserdem Arca subglabra und 
gute Exemplare von Frondicularia angusta. 

Die festere Bank (55) enthält sehr zahlreiche grosse Achilleum bisquitiforme 
Fr, von der wir auf ursprünglicher Lagerstätte Exemplare bis 30 cm auffanden. 
Auf der Unterseite dieser Achilleum sind fest angewachsen: Ostrea vesicularis, 
Exogyra lateralis, Terebratulina gracilis, grosse Nodosarien, Cristellarien und Fron- 
dieularien sowie Ostracodenschalen. 


b 


а 


| 
| 


Fig. 10. Profil der Anhöhe ,,Lehmbrüche* zwischen Laun und Malnitz. 
1. Typischer Grünsand (Rasäk), der in den unter der Anhöhe gelegenen Steinbrüchen ausgebeutet 
wird. 2. Glauconitischer Pläner mit Coprolithen und Austern, 3. Graue Mergelschichte fein glau- 
conitisch. 4. Sehr feiner brüunlicher Mergel mit rostiger Oberfläche. Petrefactenleer. 5. Schichten 
mit Achilleum. 55. Die eigentliche Lage der grossen Achilleum. 6. Weisse merglige Schichte mit 
Frondieularia angusta und kleinen Austern. 7. und 8. Petrefactenarme Schichten, welche an die 
Baculitenthone erinnern. 


Die darüber folgenden Mergel (5c) enthielten: Fischschuppen, Mutiella Ring- 
merensis, Exogyra lateralis, Ostrea semiplana (mit aufgewachsener Membranipor: 
depressa Hag.), Terebratulina gracilis häufig, Terebratulina chrysalis, Pleurostoma 
bohemicum und Achilleum rugosum. 

Die Schlemmung der Schichte 5 zeigte 4 Spongiennadeln und Echiniten- 
stacheln, dann grosse Foraminiferen der Gattungen Cristellaria, Globigerina, be- 
dornte Ostracodenschalen und das grüne Mineral. 

Ueber der Achilleum-Schichte folgen weisse Mergel (6), deren Schlemmung 
sich als reich an glatten und dornigen Ostracodenschalen und rauhen Kalknadeln 
erweist; von Foraminiferen sind wenige vorhanden, aber die meist grossen Exemplare 
gehören sehr verschiedenen Gattungen an. Dann folgt eine graue und eine gelblich- 
weisse (7, 8) Lage von Mergeln, welche sehr arm an grösseren Petrefacten sind, 
deren Schlemmung aber eine ungeheuere Masse von kleinen Foraminiferen lieferte. 


29 


Obgleich sie dem Aussehen nach schon sehr den Baculitenthonen der Priesener 
Schichten ähnlich sehen, dürften sie doch noch zum unteren Niveau der Teplitzer 
Schichten gehören und im Alter den Koschtitzer Platten nahe kommen. 


n In Laun selbst fand ich im Jahre 1870 an dem steilen Egerufer, wo jetzt 
die Zuekerfabrik steht, auch die unteren Lagen der Teplitzer Schichten zugänglich 
(Vergl. Weissenb. Sch. p. 61. Fig. 16.), fand daselbst auch das grosse Achilleum 
bisquitiforme, dann die Lima divaricata, welche wir später als auch für die tieferen 
Lagen bezeichnend erkennen werden. Diese Schichten neigten sich in östl. Richtung 
immer mehr zum Flusse und waren weiter hin von dem Plünermergel von Alter 
der Koschtitzer Schichten bedeckt. 


Linkes Egerufer von Leneschitz bis Laun. 


А Oberhalb der Ziegelei in Leneschitz (nördlich vom Meierhofe Neuhof) finden 
Sich die tiefsten Lagen der Teplitzer Schichten durch Graben und Wasserrisse 
3) (\ IQ 1 A LES | m H u 
Sie liegen auf etwas glauconitisehen Plänern, die ich noch als zu den 

alnitzer Schichten gehórig betrachte. (Vergl. Weissenb. Schichten p. 50.) 

Es ist eine tiefe Lage von rostfarbigen, sandigen, rauh anzufühlenden Plänern, 
welche viele Cratieularia Zitteli Poč. enthält, dann folgt eine brüunliche Mergel- 
Rr mit Pleurostoma bohemieum und vielen grossen Ostrea semiplana. Die 

chlemmung liefert grosse Mengen von Foraminiferen der Gattung xlobigerina 

rn : D . . d a at . D „ 
ч Textillaria sowie Spongiennadeln. Die nun folgende bläuliche Schichte enthält 
as Achilleum bisquitiforme Fr. und rugosum var. elliptica. 

Die Reihenfolge schliesst hier mit weisslichen Mergeln ab. 

Im ganzen sind es hier dieselben Schichten wie auf den Lehmbrüchen am 
rechten Egerufer und ein intensives Studium beider Localitäten wird deren Ueber- 
Cinstimmung wohl noch klarer hervorheben. 
| Schwieriger ist die Deutung der unterhalb Leneschitz am Egerufer anste- 
lenden dunkelgrauen plünrigen Schichten, die bloss vom Flusse aus und diess noch 
sehr schwierig zugänglich sind. Ich untersuchte dieselben an einer Localität „Mo- 
Tickä strái* bei ausgiebiger Hilfe des Schwimmmeisters von Laun Herrn Forst. 
5 Es lassen sich an den daselbst in einer Höhe von etwas 6 m anstehenden 
Chichten drei Niveau unterscheiden. 
| 1. Am Flussufer sind zu unterst dunkelgraue Mergel wahrscheinlich vom Alter 
der H А T d "А. | d 
er Plünermergel von Kystra. Dann folgen blassgraue plünrige Mergel mit sehr 
Wenig Petrefacten und mit schwarzen Fucoidenstengeln. 

T Darauf liegen die dunkleren, an Petrefaeten reichen Schichten in der Mäch- 
Igkeit von etwa 1 m, welche folgende Arten lieferten: 


Schuppen von Osmeroides. Dentalium polygonum. 
Rissoa Reussi. Nucula pectinata. 
Voluta elongata, D’Orb. Cardita tenuicosta. 
Cerithium fasciatum. Rhynchonella plicatilis. 


Frondicularia angusta. 


30 


Die Schlemmung der mergligen Schichten ergab eine grosse Menge von Tex- 
tillaria und Globigerinen von kleiner und grosser Form, dann Planorbulina ammo- 
noides, Cristellaria ovalis, Nodosaria ete. sowie Ostracoden-Schalen und Spongien- 
Nadeln. 


Weiter stromabwärts treten die Teplitzer Schichten vis a vis Laun unterhalb 
des Dorfes Dobroméfic auf. Sie sind wenig aufgeschlossen, aber die zugänglichen 
gelblichen Pläner sind voll von kleinen Petrefaeten, welche auf das Niveau der 
Koschtitzer Platten erinnern. 


Weiter oben am Fusse des Berges Hoblik sind auch an einer Stelle die 
tiefsten Lagen der Teplitzer Schichten zugänglich und entsprechen wahrscheinlich 
den sog. Plänermergeln von Kystra und den Koschtitzer Platten. Ich fand daselbst: 


Cladocyelus Strehlensis, Schuppe. Terebratulina gracilis, sehr häufig. 
Osmeroides Lewesiensis, Schuppe. Nodosaria Zippei. 

Cyelolepis Agassizi, Schuppe. l'rondieularia angusta. 
Fischwirbel. Cristellaria rotulata etc. 


Am Fusse des südlichen Abhanges des Rannay-Berges sind auch an Wasser- 
rissen und abgeregneten Lehnen Petrefacten der Teplitzer Schichten zu finden, doch 
fand ich diese Localitäten für nicht genug günstig zum eingehenden Studium. Von 
ähnlichen Fundorten bei Króndorf (Kfténov) erhielt ich in neuerer Zeit von Prof. 
Feigel in Laun eine Reihe schóner Petrefacten aus den Teplitzer Schichten, aber 
ohne genauere Angabe der Fundschichte. 

So gibt es noch am linken Egerufer in der Richtung über Wunitz und Brozan 
sehr viele Stellen, wo die Teplitzer Schichten aufgeschlossen sind, aber die Auf- 
zühlung aller kann nicht Aufgabe vorliegender Arbeit sein, welche sich auf gründ- 
licheres Studium gut aufgeschlossener und somit belehrender Profile beschränken 
muss, welehe den Charakter der in dieser Gegend abgelagerten Schichten bezeichnen. 


5. Umgebung von Kystra und Koschtitz. 


Behufs der Erlangung der richtigen Einsicht in den Bau und die Gliederung 
der Teplitzer Schichten in der Umgebung des durch Reuss Arbeiten klassisch ge- 
wordenen Ortes Koschtitz, muss man mit dem Studium der Loecalitäten in der 
Richtung des auf Seite 26 gegebenen Profils in der Ordnung Podhrazmühle, Kystra, 
Koschtitz beginnen. 

Ich war zuerst bemüht das Liegende der Teplitzer Schichten sicher zu stellen 
und untersuchte die Schlucht, welche sich von VeltéZ gegen die Niederung „v Luhu“ 
hinzieht. 


Hier traf ich nur mächtig aufgeschlossene Plünermergel von Kystra (Nro. 4. 
des Profils) mit sehr mangelhaft erhaltenen Petrefacten, konnte aber deren Bezie- 
hung zu den tieferen Schichten nicht eruiren. Erst im Jahre 1882 traf ich in einer 
mehr óstlich gelegenen der oben erwühnten parallelen Schlucht bei der Podhraz- 
mühle einen sehr günstigen Aufschluss, zu dessen Schilderung ich nun übereehe. 


31 


Profil bei der Podhrazmühle nördlich von Slavetin. 


Schreitet man von Slavétin, das an der Strasse von Laun nach Perutz gelegen 
ist, in nördlicher Richtung einem kleinen Bache entlang gegen die Eger hin, so 
gelangt man zur Podhrazmühle. Am Bache, östlich von der Mühle steht der typi- 
sche Grünsand an, der bei Čenčic und Malnitz die tiefste Lage der Malnitzer 
Schichten bildet (vergl. Weissenb. und Malnitzer Schichten) und hier auch die 
gewöhnlichen Petrefacten: Protocardia Hillana, Ammonites peramplus etc. führt. 
(Profil Fig. 11—1.) 

Darauf folgen plänerige Schichten, aus welchen drei festere Petrefaeten führende 
Bänke hervor "agen, die wohl den Launer Knollen entsprechen dürften. In den 
unmittelbar auf dem Grünsande liegenden Schichten fand ich folgende Arten: 


Fischwirbel. Lima pseudocardium. 
Pleurotomaria seriatogranulata. Ostrea hippopodium. 
Lithodomus spatulatus. Exogyra lateralis. 
Modiola capitata. Magas Geinitzii. 
Inoceramus Brongniarti. Bairdia subdeltoidea. 
Lima elongata. Sristellaria rotulata. 
Lima multicostata. Flabellina elliptica. 


Die erste feste Bank (2) lieferte: 

Schuppe von Osmeroides lewesiensis. Eryphila lenticularis. | 

Nautilus sublaevigatus. Nucula peetinata. | 

Dentalium ? Xervillia solenoides. | 
Ostrea hippopodium. 


Die zweite festere Bank (3) enthielt: 


Schuppen von Osmeroides. Dentalium glabrum. 
Ammonites Woolgari. Dentalium cidaris. 
Scaphites Geinitzii. Mutiella Ringmerensis. 
Turritella sp. Siliqua truncata. 


Ostrea hippopodium. 
| Sehr reich an Petrefacten erwies sich die dritte feste unterhalb des Fahrweges 
е | \ / : 
Seegene Bank (4) und glaube ich darin bereits ein Aequivalent der Malnitzer 
‚ve " H . D 
Vellanenschichte zu erkennen. (Vergl. Weissenb. Schichten, pag. 58.) 
leh sammelte daselbst: 


Ammonites peramplus jun. Crassatella protraeta. 
Turritella multistriata. Astarte acuta. 

Turbo 8p. Eryphila lenticularis. 
Aporrhais megaloptera. Nucula pectinata. 
Natica (Roemeri). Leda siliqua. 

Ауе] lana Archiaciana. Pectunculus lens. 
Dentalium eidaris. Modiola capitata. 
Cardium pustulosum Tellina semicostata. 
Isocardia sublunulata ? Venus ? 


32 


Avicula anomala. Pecten Nilssoni. 

Inoceramus Brongniarti. Pecten curvatus. 

Lima Sowerbyi. Pecten Dujardinii. 

Lima septemcostata. Spondylus spinosus. 

Lima tecta. Ostrea hippopodium. 

Lima pseudocardium. Anomia radiata. 

Lima elongata. Rhynchonella plicatilis (gallina), 35 mm. 
Pecten laevis, Pollicipes. 


Bairdia subdeltoidea. 


Oberhalb des Fahrweges trifft man eine sehr feste, etwas glauconitische Bank, 
welche sich sehr rauh anfühlt und am mikroskopischen Schliff sich als sehr reich 
an Spongiennadeln erweist. Ich nenne dieselbe die „scharfe Schichte“ (5). 


Fig. 11. Profil bei der Podhrazmühle nördlich von Slavétin (unweit Laun). 


1. Blockiger Grünsand der Malnitzer Schichten. 2. und 3. Testere Plänerschichten vom Alter 

der Launer Knollen. 4. Petrefactenreiche Plünerschichte mit grossen Rhynchonellen. 5. Scharfe 

Spongienschichte. 6. Festere Schichte in grauen mergligen Lagen mit Terebratulina gracilis Tep- 

litzer Schichten. (Orientationsprofil Fig. 9—4.) 7. Bräunliche plastische Schichten. 8. Pyropensande. 
9. Ackerkrume. 


Dieselbe enthielt: Viele unbestimmbare Bivalven. 
Lepidenteron. Spondylus spinosus, 
Crassatella arcacea. Ostrea semiplana. 

Pectunculus lens. Scyphia sp. 


Der Schliff zeigte wenig Foraminiferen, unter denen Globigerina sehr selten 
war, von Textillarien sind meist grosse Formen und sehr wenig kleine wahrnehmbar. 
Unter den Spongiennadeln erkannte Herr Роба diejenigen von Geodia communis 
und Fragmente von Hexactinelliden. 


33 


Es ist dies dieselbe Schichte, welche wir bei Leneschitz und auf den Lehm- 
brüchen als das Lager von Craticularia vulgata, Pleurostoma bohemicum, Achilleum 
rugosum haben kennen gelernt. 

Ich halte die „scharfe Schichte“ für das unmittelbare Liegende der 
Teplitzer Schichten. Darüber liegen mürbe Mergel, auf deren Oberfläche lose 
Exemplare von Ostrea semiplana und Achilleum rugosum herumliegen und in der 
darauf liegenden festeren Bank (6) findet sich sehr häufig die Terebratulina 
gracilis, weshalb ich diese für eine Andeutung der sog. Koschtitzer Platten und 
der „Grundschicht“ des Profiles von Settenz (pag. 16) halte. 

Die Schlimmungen der Schichte (6) zeigten im Ganzen spärliche Foramini- 
feren, unter denen Textillaria globulosa häufig, Globigerinen dagegen selten waren. 
Auch wurde darunter Rosalina amonoides constatirt. 

Die letzte festere Bank (7) besteht aus plastischen Thonen und erwies sich 
als sehr arm. 

Die Schlämmung der Schichte (7) zeigte ein Fragment der für die Koschtitzer 
Platten bezeichnenden stachligen Ostracoden, von Foraminiferen die Textillaria glo- 

"losa in sehr kleinen Exemplaren. 

Ueber den auf die Schichte (7) foigenden Mergel liegen bis 2 m mächtige 
Yropensande (8), [in denen wirklich ein Pyrop hier vor einigen Jahren von Herrn 
1860 gefunden wurde], dann Ackerkrume (9). 


Profil an der Berglehne von Kystra. 


: Gelangt man von der Podhrazmühle auf die Egerniederung ,v Luhu*, wo 
on Wiesen nach Norden hin von dem Vegetationssaume des Egerflusses ab- 
grenzt werden, so sieht man zur rechten Hand eine lange steile Berglehne, die 
Sich bis zum Orte Kystra hinzieht. 

Dies ist eine für das Verständniss der Teplitzer Schichten sehr wichtige 
‚Vcalität, denn hier sind die einzelnen Schichten noch wenig mächtig und liegen 
m schöner Reihenfolge von den Malnitzer angefangen aufeinander. 

Gleich am Umbuge des Weges, *) unterhalb desselben gegen den Bach hin, 
Stehen die an Petrefacten reichen Schichten an, die wir am Profile von Podhraz 
als die höchsten Malnitzer mit 4 bezeichnet haben. Sie fallen steil am Bachufer 
ab und enthielten ausser mehreren kleinen Petrefacten auch einen grossen Ammo- 
nites peramplus, der ganz mit zahlreichen Exemplaren der Lima divaricata be- 
Wachsen war. 

ы darauf folgenden шап enthalten : sehr viel verwitterte Behwefellcies- 
n. ns Platten (zum Theil an der Oberfläche in Brauneisenstein und Gyps 
m elt). Auf den abgeregneten Flüchen liegen viele Ostrea semiplana und 

Srosse Achilleum bisquitiforme. 

Jedenfalls ist dies die „Scharfe“ Schichte Nro. 5 des Profils von Podhraz, 
10. 5 des Profils der Lehmbrüche. 


*) Das Profil ist stark verkürzt und die Schichten 4, 5 mehrere Schritte vom Wege abwärts. 
3 


Oberhalb des Weges am Fusse der Berglehne stehen die eigentlichen „Pläner- 
mergel von Kystra“ von Reuss an (6), enthalten Fischschuppen, Foraminiferen 
und undeutliche Bivalven. Sie sind von dem Schutte der höher liegenden Schichten 
verdeckt und in den in sie einschneidenden Furchen liegen ausgewaschene Petre- 
facten, deren ursprüngliches Lager die oberhalb gelagerten Schichten 8, 9 bildeten. 

In der oberen Hälfte der Berglehne trifft man Schichten mit auffallend vielen 
Terebratulina gracilis, welche hier den Horizont der Koschtitzer Platten andeuten CC 

Aus beiden diesen Schichten rühren die Petrefacten her, welche Reuss als im 
Plänermergel von Kystra vorkommend angibt. 


Fig. 12. Berglehne bei Kystra. (Nummern anschliessend an diejenigen des Profils bei der Podhraz- 
mühle. Der Theil unter dem Wege stark verkürzt.) 
4. Petrefactenreiche Avellanenschichte (Malnitzer Schichten). 5. Scharfe Spongienschichte mit Achil- 
leum bisquitiforme. 6. u. 7. Schichten mit Terebratulina gracilis. (Plänermergel von Kystra, Reuss.) 
8. Feste Plänerkalkschichte mit riesigen Ammoniten, (Plünerkalk von Kystra, Reuss.) 9. Schwächere 
Plänerkalkschichte, auf welche weissliche, mürbe Schichten mit Micraster breviporus folgen. 
10. Pyropensande, 11. Ackerkrume. 


Verzeichniss der im Plänermergel von Kystra (Profil-Nro. 6. und 14 
vorkommenden Petrefacten. 


Ptychodus mammilaris? Kleiner Neben- Rissoa Reussi, 

zahn. Dentalium sp. 
Aulolepis Reussi. Schuppen. Cardita tenuicostata. 
Osmeroides Lewesiensis. Nucula semilunaris. 
Fischkiefer mit langen Spitzen-Zahnen. Nucula pectinata. 
Fischwirbel. Avicula anomala. 
Turritella Noegerathiana. Gervillia solenoides. 
Natica vulgaris. Pecten Dujardinii jun. 


Aporrhais stenoptera. Pecten Nilssoni. 


Pecten squamula. Bairdia subdeltoidea. 
Ostrea Proteus. Frondieularia inversa. 
Ostrea hippopodium var. vesicul. Frondicularia angusta. 
Exogyra lateralis. Flabellina elliptica. 
Terebratulina gracilis. Xistellaria rotulata. 
Pollicipes glaber. Haplostiche sp. 


Abies minor, Vel. Blattnadeln. 


Oberhalb dieser grauen Plänermergel gewahrt man schon von weitem eine 
feste hervorragende Plänerkalkschichte (8), welche das mittlere Niveau der Teplitzer 
Chichten andeutet und der Eisenschicht (16) des Settenzer Profils entsprechen dürfte. 

Es ist dies der Hauptsitz der riesigen Exemplare von Ammonites peramplus, 
eren Wohnkammern eine reiche Fundgrube für kleinere Petrefaeten namentlich für 
Саре ist. Diese Schichte ist diejenige, welche Prof. Reuss als oberer Plänerkalk 
von Kystra anführt und die beim Dorfe gleichen Namens zuweilen zum Kalkbrennen 
nutzt wird. 

Ich fand in dieser Schichte: Corax heterodon, Ammonites peramplus grosse 
“xemplare häufig, Scaphites Geinitzii, Baculites sp., Cardita tenuicostata. 

Auf mürbere Schichten folgt eine ähnliche ganz schwache feste Bank (9), 
Worauf dann weissliche plastische Mergel folgen, die dem „Körper“ des Settenzer 
rofils sowie den höheren Schichten entsprechen dürften. 
Micraster breviporus ist hier häufig und mehr in den tieferen Lagen zu 
: n, während Micraster cf. cor testudinarium in den höheren Lagen und zwar 
Seltener vorkómmt. Dann traf ich hier Terebratula semiglobosa und in den 
!öchsten Lagen die Rhynchonella plicatilis. 
Es Den Schluss der Schichtenfolge bilden die Pyropensande (10) und die Acker- 

ne (11), 


finde 


Profil der steilen Berglehne am linken Egerufer oberhalb Kosehtitz. 


Von Kystra gelangt man nach Abschneidung der bis gegen Pätek hin reichen- 
usbiegung der Eger, über Radonitz und Wolenitz an das steile linke Egerufer 
vor Koschtitz, eine der berühmtesten und interessantesten Localitäten im Bereiche 
der Teplitzer Schichten. 
Durch sehr niedrigen Wasserstand des Flusses begünstigt, konnte ich hier 
Chiehtenfolge im Jahre 1868 genau untersuchen und das Niveau der Kosch- 
"шег Platten sicherstellen. 
Schon Reuss unterschied hier einen unteren Plänerkalk *) nämlich die Kosch- 
Wie ш к ous oberen Eeer et ra en Sunny 
: | mit Terebratula semiglobosa, welche dem mittleren Niveau der Teplitzer 
Chichten entsprechen. 


den A 


die g 


titzer 


* 


Schicht 


) In den meisten anderen Fällen bezeichnete Reuss mit dem Worte „Unterer Plänerkalk“ 
D von cenomanem Alter, z, В. die von Weisskirchlitz etc. 
8* 


36 


Ich fand nun die Schichtenfolge nachstehend: 

Die Basis der Wand (bei höherem Wasserstande unzugänglich) bilden graue 
Plänermergel, welche im Alter dem Nro. 6. des Profils von Kystra entsprechen (1). 
Darauf folgt die merkwürdige Anhäufung von Petrefacten, die an eine dünne etwas 
festere Mergelschichte angeschmiegt sind und unter dem Namen der Koschtitzer 
Platten (2) bekannt sind. (Ueber deren Entstehung vergleiche pag. 8.) 

Ausser Unmassen von Foraminiferen und Ostracoden ist es von grösseren Petre- 
facten namentlich die Terebratulina gracilis, die diesen Horizont bezeichnet. 


Fig. 13. Berglehne am linken Egerufer bei Koschtitz. 0. Egerfluss. 


1. Plänermergel (etwa der Nro. 6. des Profils von Podhraz entsprechend). 2. Lage 

der Koschtitzer Platten; ein Theil derselben an der Unterseite eines abgestürzten 

Blockes der Schichte 3. 3. Mächtige, bloss Fucoiden führende Bank. 4. Plünerkalk 

mit riesigen Ammonites peramplus. Fundort der Loricula pulchella var. gigas. 

5. Schichten mit Terebratula semiglobosa. 6. Rhynchonellen-Schichten. 7. Pyropen- 
sand. 8. Gelber Ziegellehm. 9. Ackerkrume. 


Die Platten bleiben bei dem Herabstürzen der darüber liegenden mächtige! 
Bank (3), an deren Unterseite haften und müssen sorgfältig abgelöst, dann vor- 
sichtig gewaschen und getrocknet werden. Das Waschen muss in einem Gefässe 
geschehen, da der Rückstand einen wahren Schatz für mikroskopische Untersuchung 
bietet. — Das Verzeichniss der hier vorkommenden Arten gab ich auf Seite 9 
aber dasselbe dürfte keinen Anspruch auf absolute Vollkommenheit machen. 


37 


Ober den Platten liegt eine etwa 1 m hohe Bank von gelblichem festem 
Plänergestein, das nur dichotomisch sich theilende Fucoidenstengel enthält (3). 

Darüber folgen kalkige, grosse flache Knollen bildende Kalke (4), aus denen 
oft riesige Ammonites peramplus hervorragen oder theilweise darin noch stecken, 
während die von ihnen abgebrochenen Fragmente am Ufer herumliegen. Diese 
Wohnkammern der Ammoniten lieferten uns eine Menge der grossen Exemplare 
von Scaphites Geinitzii, dann das Prachtexemplar von Loricula pulchella var. 
sigas sowie Mytilus Cottae. 

Etwas höher liegende Bänke (5) enthalten vorherrschend die Terebratula 
semiglobosa sowie zahlreiche Micraster breviporus, Spondylus und andere Arten, 
die im „Körper“ des Settenzer Profiles ihren Sitz haben. 

Nach oben hin werden die Schichten immer dünner und mürber und enthalten 
auftallend viele Rhynchonellen (6). Diese Schichten sind weiter Strom aufwärts 
АП mehreren Orten auf abgeregneten Lehnen sowie auf flachen Hutweiden entblösst, 
po dann die Rhynchonellen in grosser Menge auf der Oberfläche liegen untermischt 
mit den Bestandtheilen der Pyropensande, die auch an der steilen Wand des Kosch- 
ützer Profils auf den Rhynchonellenschichten liegen (7). 

Eine etwa 2 m mächtige Lage von gelbem Ziegellehm (8) und schwarze Acker- 
ume (9) schliessen hier die Reihenfolge. 


Verzeichniss der in Koschtitz oberhalb der Koschtitzer Platten (im 
@gentlichen oberen Plänerkalke, Nro. 11—15. des Settenzer Profils) aufgefun- 
denen Arten. 


Ptychodus mammilatus. Mytilus Cottae. 


Corax heterodon. 
Coprolithen. 

Nautilus rugatus. 
Nautilus sublaevigatus. 
Ammonites peramplus. 
Seaphites Geinitzii. 
Baeulites sp. 
Belemnites Strehlensis. 
Turritella multistriata. 
Aporrhais Reussi. 


Cerithium pseudoclathratum. 


Dentalium cidaris. 
Acmea sp. 

Isocardia sublunulata. 
Cardita tenuicosta. 
Astarte acuta. 
Nucula pectinata. 
Arca Geinitzii. 

Arca undulata. 

Arca striatula. 


Lima Sowerbyi. 

Lima elongata (selten). 

Lima Hoperi. 

Lima granulata. 

Lima divaricata. 

Pecten Nilssoni. 

Pecten curvatus. 

Ostrea hippopodium var. vesicularis. 
(Riesenexemplar von 8 cm Breite. An- 
satzfläche 4 cm und 6 cm.) 

Ostrea semiplana. 

Exogyra lateralis. 

Mehrere nicht sicher bestimmbare Bi- 
valven. 

Terebratula semiglobosa. 

Terebratulina gracilis (selten). 

Terebratulina chrysalis. 

Loricula pulchella, var. gigas. 

Pollicipes. 

Enoploclythia ? 


D 
€ 


teren Besuche des Ortes 


38 


Bairdia subdeltoidea. Ventrieulites angustatus. 
Micraster breviporus. Pleurostoma seyphus. 
Micraster ef. cor testudinarium. Flabellina elliptica. 
Cidaris subvesiculosa. Cristellaria rotulata. 
Ventrieulites radiatus. Abies. 


6. Umgebung von Libochovie und Lobositz. 


Am rechten Egerufer gegenüber von Libochovic liegt das Dorf Popelz ganz 
auf Teplitzer Schichten und schon vor Jahren erhielt ich daselbst vom Grundbesitzer 
Herrn Zahálka ein riesiges Exemplar von Ammonites peramplus, das gegenwärtig 
die geologische Sammlung unseres Museums ziert. 


rendes Profil (Fig. 14.). 


nun verschütteten Steinbruche herrührt, 


CA 


Fig. 14. Profil der oberen Hälfte der Teplitzer Schichten am Bache östlich im Dorfe 
Popelz bei Libochovic. 


1. Schichte mit Scaphiten und Micraster. 2. Festere petrefactenarme Schichte. 

3. Rhynchonellenschichte. 4. Klingende Schichte mit rostrothen Fucoiden. 5. Harte 

Schichte mit breiten Fucoiden. 6. Graue und braune Mergel mit Fischschuppen. 

7. Braune festere arme Schichte., 8. Feste runde Concretionen führende Schichte am 
neuen Wege von Popelz nach Osten hin gut zu beobachten. 


In einem Steinbruch unterhalb des Baches wurde das weiter unten abgebildete riesige 
Exemplar des Am. peramplus gefunden. 


Ich stellte sicher, dass der grosse Ammonit aus einem gelegentlich geöffneten, 
welcher noch tiefere Schichten enthlösste, 
als die am Profil verzeichneten, Es waren dies jedenfalls dieselben, die wir am 
Koschtitzer Profil mit 4 bezeichnet haben. Somit sind die in der Schlucht ent- 
blóssten den Nro. 5. und 6. entsprechend, was sich auch aus der Vertheilung det 


Petrefaeten ergiebt. 


Ich fand nun bei einem spä- 
in einer gegen Osten hin gelegenen Schlucht ein beleh- 


89 


An der im Ganzen aus grauem Mergel bestehenden schroffen Schluchtlehne 
lassen sich 8 festere, meist nur wenige Centimeter mächtige Schichten wahrnehmen, 
die durch 1—2 Meter starke mürbe Schichten von einander getrennt sind. 

Die tiefste (1) lieferte Scaphiten und Micraster; die folgende (2) war leer, 
Während die durch ein Gestrüpp bezeichnete (3) sich als eine Rhynchonellenschichte 
erwies und Turbo decemcostatus enthielt. 

Die nächst höhere (4) war eine klingende, mit rostrothen Fucoiden besetzte, 
an welche sich eine bedeutend feste Lage (5) mit breiten Fucoiden anschloss. 

Die nach oben folgenden Schichten ähneln schon bedeutend den Priesener 
Baculitenthonen (6) sind graue und braune Mergel mit Fischschuppen, (7) eine 
festere petrefactenarme Schicht. 

| Die 8. Lage ist durch runde Coneretionen charakteristisch, deren ich etwas 
Weiter nach Osten hin an einem neu angelegten Wege mehrere Reihen beobachten 
"inte, ohne aber in denselben deutliche Petrefacten aufzufinden. 
| Die Knollenbildung scheint hier eine ganz locale Erscheinung zu sein, die 
Ich anderwärts nirgend so entwickelt wiederfand. 

Ohne genauere Angabe der Fundschicht besitzen wir folgende im Jahre 1865 
Sesammelte Arten: 


Corax heterodon. Ventriculites radiatus. 
Cardium alutaceum. Ventrieulites angustatus. 
Tellina concentrica. Guettardia trilobata. 
Cardita tenuicosta. Tragos globularis. 
Ventrieulites Zippei. Leptophragma fragilis. 


Bevor wir diese Gegend verlassen, mag noch erwühnt werden, dass auch in 
an Pyropensanden, welche bei Dlažkowitz gewonnen werden, Petrefacten aus den 
Өрлөг Schichten auf secundärer Lagerstätte vorkommen und findet man derer 
w dem kleinen Museum zu Trebnitz eine hübsche Sammlung. 

CG Namentlich sind es Brachiopoden, Terebratula semiglobosa, Rhynchonella pli- 
Сав, Terebratulina gracilis und chrysalis, dann Fragmente grosser Inoceramen- 
Schalen etc., die dort zusammen mit den aus den jüngeren Priesener Schichten 
3 ammengen in Brauneisen umgewandelten kleinen Petrefacten vorkommen. 

.. Dieses Vorkommen ist für unser Studium der Teplitzer Schichten von neben- 

Sächlicher Bedeutung. 

е Von grösserem Interesse sind die in neuerer Zeit aufgeschlossenen Kalkstein- 
"üche bei Čižkovic und Vrbitschan. ") 

К ‚Schon im Jahre 1860, als uns vom Herrn Tschinkel aus den Steinbrüchen bei 
ШИ das Prachtexemplar von Ammonites subtricarinatus eingesandt wurde, 
suchte ich die dort aufgeschlossenen Teplitzer Schichten, fand aber sehr wenige 

Andere Petrefacten. 

TUM e neuerer Zeit untersuchte ich namentlich die Aufschlüsse bei Čižkovic und 

iu M ү ‚hier nur das mittlere und obere Niveau der T eplitzer Schichten zugänglich 

ШШ, төше günstige Gelegenheit zur Praecisirung der N undschicht einzelner Arten 
| nden ist. Die in nachstehendem Verzeichniss aufgezählten Arten sind theils 


) Ueber die neueren Publikationen des Prof. Zahälka über diese Gegend vergl. weiter unten. 


40 


von den Arbeitern gekauft, theils auf den Halden des Abraumgesteines aufgelesen 
und theils von mir, Herrn Dr. Pocta und Herrn Bukovský durch tagelanges Klopfen ` 
aus dem zum Brennen aufgeschichteten Kalkstein aequirirt, der namentlich dem | 


„Körper“ sowie den Rhynchonellenschichten gehörte. 
Eine Sache ist hier auffallend, dass nämlich die Terebratulina gracilis auch in 
den höheren Schichten häufiger vorzukommen scheint als an den bisher beschriebenen 


Localitäten. 


Verzeichniss der in den Kalkbrüchen bei Oixkovic aufgefundenen | 
Arten.*) 


Otodus appendiculatus. 
Oxyrrhina Mantelli. 

Corax heterodon. 

* Pyenodus complanatus. 
Coprolithes. 

Schuppen von Aulolepis Reussi. 
Schuppen von Cladocyelus Strehlensis. 
Ammonites peramplus. 
Nautilus sublaevigatus. 
Scaphites Geinitzii. 

Baeculites sp. 

Helicoceras Reussianum. 
Aptychus radiatus. 

Aptychus eretaceus. 

* Natica vulgaris. 

* Pleurotomaria linearis, Mant. 
Turbo decemcostatus. 
Trochus amatus. 

Cerithium pseudoclathratum. 
Turritella sp. 

Acteon ovum. 

* Cardium allutaceum, Goldf. 
Eriphyla lenticularis. 
Isocardia sp. 

Nucula pectinata. 

Inoceramus Cuvieri. 
Inoceramus Brongniarti. 
Lima Sowerbyi. 

Lima Hoperi. 

Lima elongata. 

Lima granulata. 


*) Die mit einem Stern bezeichneten Arten befinden sich in der Sammlung des He 
Vincenz Zahälka, Prof. in Raudnitz, die übrigen in der Sammlung des Museums zu Prag. 


Pecten Dujardinii. 

Pecten curvatus. 

Spondylus spinosus. 

Spondylus latus. 

Ostrea hippopodium, var. vesicularis. 

Ostrea semiplana. 

Exogyra lateralis. 

Terebratula semiglobosa, Sow. 

Terebratulina gracilis. 

Terebratulina chrysalis. 

Rhynchonella plicatilis, var. pisum, vat 
Cuvieri, var. Mantelli. 

* Magas? 

?* Orania barbata? 

* Membranipora curta, Nov. 

* Membranipora irregularis, v. Hag. 

* Membranipora elliptica. 

* Membranipora tuberosa. 

* Hippothoa. 

* Berenicea radians. 

Serpula gordialis. 

* Serpula granulata. 

Pollicipes glaber. 

* Pollicipes sp. 

Bairdia subdeltoidea. 

Mieraster eor testudinarium. 

Micraster breviporus. 

? Holaster planus. 

Phymosoma radiatum. 

Adaris Reussi. 

Antedon Fischeri. 


rm 


41 


Cratieularia subseriata. * Oyrtobolia Morchella. 
Leptophragma fragilis. * Astrobolia acuta. 
Pleurostoma bohemicum. Chonella sp. 

Ventrieulites angustatus. * Doryderma ramosa. 
Ventriculites radiatus. Phymatella intumescens. 
Ventrieulites eribrosus. * 2 Tremabolites megastoma. 
Plocoseyphia labyrinthica. Amorphospongia globosa. 
Rhizopoterion cervicorne. Achilleum rugosum. 

* ? Oyrtobolia formosa. Oristellaria rotulata. 

* Oystispongia verrucosa. Picea calcarea. 


7. Umgebung von Leitmeritz. 


Die Teplitzer Schichten behalten hier noch über den Elbefluss hinüber den 
Charakter, wie wir ihn bei Teplitz und im Gebiete der Eger beobachtet haben. 

Es sind aber wenig Orte, wo man hier ein gutes Profil studieren könnte, 
denn alle die Anhöhen nach Osten von Leitmeritz, wo diese Schichten anstehen 
oder vielmehr wo wir voraussetzen, dass sie anstehen, sind durch Weingärten ganz 
Unzugänglich und wo man doch längs eines Weges einzudringen sucht, findet man 
nur die von den höchsten Schichten herabgefallenen klingenden Inoceramenpläner, 
die schon zu den Priesener Schichten gehören. 

Ueber die tiefsten Lagen der Teplitzer Schichten wurde ich durch ein Petre- 
fact belehrt, welches Herr Ig. Ant. Gaube, Civilingenieur in Leitmeritz auf der 
Ausstellung zu Teplitz ausgestellt hat und das er mir gefälligst zur näheren Unter- 
Suchung eingesandt hat. 

Dasselbe stellt einen glatten Steinkern von olivenbrauner Masse dar, welche 
Sanz derjenigen gleichkömmt, wie sie die Petrefacten-Steinkerne ап dem Contacte 
der Iser- und Teplitzer Schichten beim Friedhofe in Chotzen aufweisen. (Vergleiche 
Iserschichten pag. 54.) 

| Das Exemplar rührt aus einem Steinbruche in der Flur „Augeste“ bei 
Leitmeritz aus einer Tiefe von 6 m her. 

. Die einzige Localität, wo man sich von der Uebereinstimmung der hier ent- 
Wickelten Schichten, mit denen von Teplitz überzeugen kann, ist der Kalksteinbruch 
beim Gaubenhofe nördlich von Leitmeritz am Wege nach Michelsberg gelegen. 

chon im Jahre 1865 untersuchte ich hier Schichte für Schichte und erkannte, 
dass die tiefsten Lagen reich an Terebratulina gracilis sind. Die in der Regel 
Zugünglichen Lagen sind an 4m mächtige „Hundorfer Kalke*, welche dem Körper 
(15) des Settenzer Profils entsprechen. 

Auf den Kalkschichten liegt eine etwa 1 m mächtige Lage von bläulichem 
erdigen Gestein, das reich an Chondriten ist und dem „Wilden Stein“ (Nro. 14 des 
Bettenzer Profils) entspricht. 

Die nun folgenden hóheren Lagen entsprechen den Abraumschichten von 
Betten: (Nro. 11 у. 


Verzeichniss der im Kalkbruche am Gaubenhofe bei Leitmeritz 
aufgefundenen Petrefacten. 


Otodus appendiculatus. 
Oxyrhina Mantelli. 
Pyenodus sp. 
Cladocyclus Strehlensis. 


Ein Fischzahn neuer Gattung. 


Scaphites Geinitzii. 
Baculites sp. 
Aporrhais Reussi. 
Turritella sp. 
Cardita tenuicosta. 
Mutiella Ringmerensis. 
Nucula pectinata. 
Nucula semilunata. 
Venus ovalis, 

Lima Hoperi. 
Spondylus spinosus. 


Spondylus latus. 
Ostrea hippopodium, var. vesicularis. 
Exogyra lateralis. 
Terebratula semiglobosa. 
Terebratulina gracilis. 
Rhynchonella plicatilis. 

a) grosse Exemplare der var. octo- 

plicata. 

b) mittelgrosse var. Cuvieri. 

c) var. Mantelliana. 
Serpula gordialis. 
Phymosoma granulosum. 
Micraster breviporus. 
Micraster ef. cor anguinum. 
Pleurostoma bohemieum. 
Amorphospongia globosa. 


Cristellaria rotulata. 


Oben in der Richtung nach Michelsberg gehen die Teplitzer Schichten all- 
mählig in den weissen klingenden Inoceramenplüner über, der dann in der ganzen 
Gegend óstlich von Leitmeritz die Gipfel der Anhóhen einnimmt. 

Diese Anhóhen, welche mächtige Lagen der Teplitzer Schichten bergen, sind 
dem Geologen fast ganz unzugänglich, da ihre Lehnen, wie schon oben erwühnt 
wurde, mit Weingürten bedeckt sind. In der Ackerkrume gewahrt man nur Bruch- 
Stücke der höchst gelegenen Inoceramenpläner, aus denen auch die stufenförmigen 
Absätze und die Grenzmauern der Weinberge gebildet’ sind. 

Nur zufällige Aufschlüsse beim Strassen- oder Bahnbau dürfen dem Local- 
geologen in der Zukunft Gelegenheit bieten, hier die Schichtenfolge genauer con- 
statiren zu können. 

Es scheint übrigens, dass in östlicher Richtung hin die Teplitzer Schichten 
schon keine mächtigeren Kalkbänke führen, sonst würde man ihnen zu lieb doch 
hie und da einen Steinbruch angelegt haben. 


8. Umgebung von Raudnitz. 


Ich untersuchte die Umgebung von Raudnitz 1868 und 1869, namentlich 
die Localitäten Židovec und den Sovice-Berg bei Brozänka. Das Profil der letztge- 
nannten Localität fand verkleinerte Aufnahme in dem ersten Band des Archivs p. 105. 

Als ich mich mit dem Studium der Teplitzer Schichten speciell zu befassen 
begann, erkannte ich, dass hier keine so belehrenden Aufschlüsse vorhanden sind 
als bei Teplitz und Koschtitz und dass es nur einem Localsammler gelingen kann, 
nach und nach Material zu sammeln, aus dem man die Vertheilung der Petrefacten 


48 


nach einzelnen Schichten ersehen könnte, Ich munterte daher den mich einmal 
begleitenden ehemaligen Schüler Herrn Professor Zahälka aus Raudnitz auf, er 
möge zur Förderung meiner Arbeit die Petrefacten der Teplitzer Schichten in der 
Umgebung von Raudnitz mit genauer Berücksichtigung der Fundschichte sammeln. 

Derselbe unterzog sich dieser Aufgabe mit seltenem Eifer in der ganzen Um- 
Schung von Raudnitz und veröffentlichte die gewonnenen Resultate selber. Ich kann 
Mich daher hier kürzer fassen und werde mich auf meine eigenen Beobachtungen 
beschränken und im Detail auf die Publicationen des Prof. Zahálka verweisen.*) 

Die Teplitzer Schichten haben in der Gegend von Brozan und Raudnitz einen 
meist plànermergligen Charakter und die in den Steinbrüchen zugänglichen Schichten 
entsprechen dem Körper sowie den Abraumschichten des Settenzer Profils. In den 
höchsten Lagen kommen bei Rohatec nach Prof. Zahälka schöne Spongien der 
Gattungen Thecosiphonia vor und werden diese Lagen von ihm als zu den Priesener 
Chichten gehörig angeführt; da aber unter den in dieser Spongienschicht vor- 
kommenden Arten die Terebratula semiglobosa aufgezählt wird, welche das 
typischste Leitfossil der Teplitzer Schichten ist, das noch nie in echten Priesener 
Chichten vorgefunden wurde, so ist zu ersehen, dass die Spongienschichte von Rohatec 
Noch zu den Teplitzer Schichten zu rechnen ist. Auch von den übrigen der aufge- 
fundenen Petrefacten ist keines, das nicht in den Teplitzer Schichten vorkommen 
Würde, dagegen nicht eine einzige für die Priesener Schichten speciell charakte- 
Tistische Art. 

; Meine Auffassung wird erst in der nächsten Studie über die Priesener Schichten 
ihre ausführliche Begründung finden. 
j Der Beweis, dass in dieser Gegend nur die hóchsten klingenden Inoceramen- 
Pläner zu den Priesener Schichten gehören, kann nicht hier, sondern weiter nach 
esten in ihrer Fortsetzung durchgeführt werden, wie ich es schon weiter oben 
P. 12. angedeutet habe. 

Für das Studium des Liegenden der Teplitzer Schichten ist von hervorragender 
edeutung der am rechten Elbeufer gegenüber von Raudnitz gelegene Soviceberg, 
Welcher durch seine aus dem Terrain hervorragende Form zum Studium seines 
#168 von weitem auffordert. 

Ich machte von dieser Localität bereits Erwähnung in den Weissenberger 
Schichten p. 84. und in den Iserschichten p. 76. und will jetzt ein zusammen- 
"Ingendes Bild der hier obwaltenden Verhältnisse entwerfen. 

. Der Soviceberg ist ein inselfórmiger Rest der Kreidebalagerungen, welche 
einst als zusammenhängende Decke die Niederung zwischen Leitmeritz, Brozan 


I *) бепёк Zahálka, První zpráva o geologických poměrech výšiny Brozanské. Krajina mezi 
“Vosicemi, Čížkovicemi a Lukavcem. (Zprávy o zasedání král. české společnosti nauk ze dne 
31. Hina 1884.) 8 geologickou mapou a prüfezem. 

C. Zahálka, Geologie výšiny Rohateck6 u Roudnice n. L. (Zprávy o zasedání král. české 
Společnosti nauk 1885, str. 353.) 
б б, Zahálka, Druhá zpráva о geologických poměrech vysočiny Brozanské. Krajina mezi 
ižkovicemi, Lukavcem, Libochovicemi a Budyni. (Věstník král. české společnosti nauk 28. ledna 
1887.) H geologickou mapou a průřezy. 


44 


und Raudnitz einnahm. Hier weisen die Teplitzer Schichten zum letztenmale eine 
bedeutende Mächtigkeit auf, wie sie weiter östlich nicht wiederkehrt. 
Der südliche Abhang in der Richtung gegen den Elbestrom hin gestattet die 
Schichtenfolge von den tiefsten Lagen an bis zum Gipfel des Soviceberges zu verfolgen. 
Ата rechten Elbeufer beim Dorfe Brozánek findet man die Wehlowitzer Plüner, 
welche sich von der Anhöhe des langen Plänerzuges zwischen Gastorf und Weg- 


EN 


k 
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358 


V 


Fig. 15. Schematisches Profil des Sovice-Berges hei Brozánek nordöstlich von Raudnitz. 


1. und 2, Graue glauconitische Pläner mit Callianassen bohemica. 3. Festere glauconitische Bank. 
4. und 5. Braune Plüner mit Arca subglabra. (Weissenberger und Malnitzer Schichten.) — 6. San- 
dige Knollenpläner der Bischitzer Uebergangsschichten. 7. Sandige Felder den zerfallenen Koko- 
finer Quadern entsprechend. (Iserschichten.) — 8. Graue Mergel vom Alter der Plänermergel von 
Kystra und der Koschtitzer Platten. 9. Festere Bänke vom Alter des Körpers des Settenzer 
Profils. 10. Höchste (Rhynchonellen) Lage der Teplitzer Schichten [Abraumschichten des Profils 
von Settenz]. (Teplitzer Schichten.) — 11. Klingende Inoceramenpläner. (Liegendes der Priesener 
Schichten.) 12. Diluvialgerólle. 


städtl allmählig bis zum Flussufer herabgesenkt haben (Profil Nro. 1., 2.) in Form 
von grauem, stark glauconitischen Gesteine, welches folgende Arten von Petre- 
facten lieferte: 


Callianassa (bohemica ?). Eriphyla lenticularis. 
Ammonites Woolgari. Leguminaria truncatula. 
Baculites sp. Inoceramus Brongniarti. 
Natica Gentii, Lima elongata. 


Exogyra lateralis. 


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45 


Eine festere, stark glauconitische Bank (3) dürfte als das Aequivalent des 
Malnitzer Grünsandes aufzufassen sein, da die daselbst vorkommenden Exemplare 
von Arca subglabra und Eriphyla lenticularis ganz dasselbe flachgedrückte Aus- 
Sehen haben, wie in den Steinbrüchen bei Čenčic und Malnitz. Oberhalb dieser 
Bank treten Quellen zu Tage. 

Darüber folgen etwa 12 m braune Plüner, wahrscheinlich vom Alter der Launer 
Knollen (4, 5), welche Enoploclythia Leachii, Arca subglabra und Spongien enthielten. 

16 weiter oben anstehenden mehr sandigen Plüner führen drei Reihen von Knollen- 
lagen (6), die sehr reich an Turritellen sind, die ich früher als Turritella Fittoniana 
auffasste, welche aber auch zu T. Noegerathiana (Goldf.) gehören könnten. 

Die übrigen darin aufgefundenen Arten weisen darauf hin, dass wir es hier 
den tiefsten Iserschichten, mit den Bischitzer Uebergangsschichten zu thun 
haben, wie sie weiter östlich überall an der Basis des ersten Kokofiner Quaders 
auftreten. Ich fand darin: 


mit 


Natica lamellosa. Arca subglabra. 
Avicula sp. Inoceramus sp. 
Isocardia gracilis. Lima pseudocardium. 
Pholadomya aequivalvis. Ostrea semiplana. 


Rhynchonella plicatilis. 

Die Kokořiner Quader, die nun dem Alter nach folgen sollten, stehen hier 
zwar nicht als massige Felsen an, sondern verrathen ihre Gegenwart in zerfallenem 
stande in den sandigen Feldern (7), welche die Anhöhe des eigentlichen Sovice- 

erges umgeben und den Boden der armseeligen Fährenwäldchen bilden, welcher 
am Wege von Wette] nach Raudnitz den Wanderer ermüdet. 

Die untere Hülfte des aus dem Terrain hervorragenden Sovice-Berges bilden 
бтапе Mergel (8), welche durch Vegetation total unzugänglich sind und von denen 
Wir nach den stellenweise häufigen Terebratulina gracilis schliessen können, dass 
810 dem Plänermergel von Kystra entsprechen und in ihren höheren Lagen den 

orizont der Koschtitzer Platten bergen. Nach oben werden die Pläner weisser 
und fester, verrathen sich durch die Führung von Terebratula semiglobosa als zum 
Oberen Niveau der Teplitzer Schichten gehörig (9). 
In den obersten Lagen (10) tritt ähnlich wie an der Lehne bei Kystra der 
Micraster cor testudinarium auf und ganz allmählig gehen die Schichten 
ch oben in die klingenden Inoceramenkalke über (11). Dieselben werden von 
diluvialem Gerólle bedeckt. 


breito 
na 


9, Umgebung von Melnik und Repin. 


. Auf den breiten Rücken der durch labyrintische 'Thäler zerklüfteten Iser- 
Schiehten, die sich in westlicher Richtung von Melnik hinziehen, liegen mergelige 
und kalkige Ablagerungen in kleinen isolirten Inseln, welche in der Regel Veran- 
aSsung zu einer Ansiedelung gaben, weil sie zur Anlegung von Brunnen auf diesen 
st wasserarmen Hochplateau Gelegenheit boten. So bei Hostin, Vysoká, Repin, 
Slivno und Lieben. 


son 


46 


In der Nähe dieser Ortschaften findet man nur gelegentlich ausgebeutete, meist 
verlassene Steinbrüche, in denen die weissen und grauen plünrigkalkigen Platten 
gewonnen wurden, aus denen fast alle diese Ortschaften erbaut sind. 

Diese weissen klingenden Plattenpläner sind reich an Inoceramen, an zer- 
drückten Echiniden, an Scaphiten und Foraminiferen, mit einer Erhaltungsweise, 
wie wir sie in den Baculitenthonen der Priesener Schichten zu sehen gewöhnt sind. 

Sie mögen der Basis der Priesener Schichten angehören und werden eingehend 
erst in der nüchsten Monographie besprochen werden. 

Es sind dies dieselben Schichten, die wir im westlichen Böhmen als das Han- 
gende der Teplitzer Schichten kennen gelernt haben. 


Fig. 16. Profil im Steinbruche des Herrn Pixa Nro. 35. in Hostin nördlich 
von Byschitz. 


1. Lettige Mergel mit Haplophragmium irregulare. (Teplitzer Schichten). 2. Bläuliche 

Plattenpläner. 3. Feste Bank, die als Baustein gewonnen wird. 4. Plattenpläner 

(Kridlák) 5. Die dünnsten weissen Plattenpläner mit Callianassa brevis. (Priesener 
Schichten tiefste Lage.) 6. Sehr schwache Ackerkrume. 


Bei einem flüchtigen Besuche dieser Steinbrüche gewahrt man nichts anderes 
als diese Plattenpläner und könnte meinen, dass dieselben direkt auf den Iser- 
schichten liegen. Ist man aber so glücklich, eine gut und frisch aufgeschlossene Stelle 
zu finden, so gewahrt man, dass die Basis der Plattenpläner eine etwa 1 m mächtige 
Schichte eines grauen plastischen Thones bildet. 

Diese Schichte stellt im ganzen östlichen Böhmen das Aequivalent der Teplitzer 
Schichten dar und man kann sie in verschiedener Mächtigkeit über Jungbunzlau, 
Königgrätz, Leitomyschl bis Abstdorf verfolgen. 

Zu dieser Auffassung gelangte ich vor Jahren auf Grundlage der Lagerungs- 
verhältnisse, aber lange wollte es nicht gelingen den palaeontologischen Beweis für 
diese Behauptung zu liefern. Aus nachfolgender Schilderung wird man nun erkennen, 
dass jetzt kein Zweifel über das palaeontologische Alter bestehen kann und dass 
wir hier sicher den Teplitzer Horizont vor uns haben. 

Als Beispiele für die hier herrschenden Verhältnisse wähle ich nur 2 Localitäten. 

Vor allem ist der Besuch der Anhöhe von Hostin (östlich von Melnik, nördlich 
von Byschitz) zu empfehlen, wo die uns beschäftigenden Schichten nahe am Orte 
in zahlreichen kleinen Steinbrüchen entblösst sind. Die tiefste Lage, die selten un- 


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47 


verdeckt anzutreffen ist, sind gelblichbraune plastische Mergel (Fig. 16. 1), welche bei 
der Schlämmung eine Menge der für die Teplitzer Schichten bezeichnenden Foramini- 
eren aufweisen, namentlich das grosse Haplophragmium irregulare, welches 
das Niveau der Koschtitzer Platten andeutet. — Alle darüber liegenden Schichten 
gehören zu den Inoceramenplänern, welche ich in der nächsten Studie über die Prie- 
Sener Schichten genauer behandeln werde und hier nur auf die Profilerklärung verweise. 

Ganz dieselben Verhältnisse trifft man bei Vysoká an, dann zwischen Jenikov 
und Stem, bei Slivno u. s. w. Bei Vysoká muss unter den Teplitzer Schichten 
die glauconitische Contactschichte mit den Iserschichten liegen (vergl. Iserschichten 


Fig. 17, Profil der Anhöhe von Repin, aufgenommen von Herrn Jos. Jansa, Lehrer in Repin. 


8. Basalt, Dül. Das Thal unterhalb Repin. — 1. Erster Kokofiner Quader. 2. Zwischenplüner. 
e стене Kokofiner Quader. 4. Trigonienschichten. 5. Rhynchonellenlage. (Iserschichten.) — 
‘ Selber 0 


ten Mergel mit Terebratula semiglobosa und Haplophragmium irregulare. (Teplitzer Schich- 
У 7. Weisse klingende Inoceramenpläner. (Priesener Sch.) 8. Diluvialer Lehm u. Ackerkrume, 


pag. 54.), denn ich erhielt von dort die typischen glatten, olivenbraunen Steinkerne 
durch Herrn Ph. C. Bukovský, doch werden dieselben nur gelegentlich auf Feldern 
Sefunden und die Contactschichte steht nirgend an. 

Bezüglich des Liegenden ist die Gegend von Repin sehr belehrend und ich 
5000 hier ein Profil, das Herr Jos. Jansa, Lehrer in Repin, nach dem Muster der 
А Meinen Kreidestudien üblichen Profile angefertigt hat. 

In dem engen Thale „Dül“ unterhalb Repin stehen die beiden Kokoriner 
Quader (1, 3) an, getheilt durch einen Zwischenpläner (2), darauf folgen die Trigo- 
Nienschichten (4) und eine an Rhynchonellen reiche Lage (5); darauf liegen gelblich 
raune plastische Mergel der Teplitzer Schichten, in denen ausser zahlreichen 
| 'raminiferen, besonders Haplophragmium irregulare, auch vier Exemplare 
те» 'atula semiglo bosa aufgefunden wurden (6). Diese Mergel haben 

srosse praktische Bedeutung für Repin, da sie auf der Höhe des Ortes das 
nlegen von Brunnen ermöglichen, während im Thale „Dùl“ Noth um Wasser ist. 
Das Hangende der Teplitzer Schichten sind hier wieder die plattigen klingen- 
10ceramenpläner, die aber selten zugänglich sind und behufs Bauten nur mittels 


den T, 


llen gewonnen werden, Die Decke der Kreidegebilde bilden zweierlei Diluvial- 


nd dann die Ackerkrume. 


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48 
10. Umgebung von Benätek und Jungbunzlau. 


Von Benätek besitzt unser Museum seit alten Zeiten einen Zahn von Ptychodus 
latissimus in einem Gesteine, das sehr an dasjenige von Hundorf erinnert. Ich 
konnte eine ähnliche Schichte in Benätek nirgend gewahr werden und falls hier 
nicht ein Irrthum bezüglich des Fundortes obwaltet, so wäre es möglich, dass 
beim Graben von Gründen zu einem Gebäude in der am Plateau gelegenen Partie 
von Benátek einmal die Teplitzerschichten entblósst wurden und hier der grosse 
Fischzahn aufgefunden wurde. 

Unweit von Benátek beim Dorfe Sedlee fand ich an der Basis der Priesener 
Schichten eine Lage mit zahlreichen Austern, welehe hier das Niveau der Teplitzer 
Schichten andeuten dürften. Es ist dies eine stark glauconitische grobe Sandkörner 
enthaltende Contaetschichte zwischen den höchsten Iserschichten und den tiefsten 
Teplitzer Schichten, ähnlich wie am Friedhofe bei Chotzen. Es kann daher eine 
Mischung von Petrefaeten beider Schichten hier nicht überraschen. Die Gastropoden 
finden sich als olivenbraune glatte Steinkerne der Gattungen Mitra und Aporrhais 
mit vielen Eindrücken nach Serpularóhren, ausserdem fand ich Exogyra conica, 
Inoceramus - Schaalenfragmente, Magas Geijnitzii, Serpula gordialis, Achilleum 
rugosum var. elliptica. 

Die Schlämmung lieferte: Frondieularia inversa, Textillaria conulus, dann die 
Gattungen: Nodosaria, Globigerina, Cristellaria, Dentalina, Planorbulina. *) Von 
Ostracoden: Cytherella ovata, C. Münsteri, Bairdia subdeltoidea, was alles auf den 
Horizont von Koschtitz hinweist. 

Diese glauconitische Contactschicht wird in dieser Gegend bei Bezno durch 
Áckerung aufgewühlt und die Steinkerne der grósseren Petrefacten wurden vom 
Lehrer Herrn Vanék eifrig gesammelt und unserem Museum eingesendet. 

Sehr schwierig sind die Teplitzer Schichten auch am Fusse des Chlomek- 
Berges bei Jungbunzlau zu eruiren. 

Schreitet man von Jungbunzlau nach Süden gegen Bezdééín über die höchsten 
Lagen der Iserschichten, so gewahrt man vor dem Fusse des Chlomek-Berges eine 
Welle im Terrain, welche die Teplitzer Schichten bergen dürfte, aber dieselbe ist 
von Vegetation ganz verdeckt und nur in einem Wasserrisse gelang es mir etwas 
von dem bräunlichen plastischen Mergel zu sammeln, welcher reich an Foramini- 
feren ist und sehr an denjenigen erinnert, der am Platteau bei Melnik die Teplitzer 
Schichten vertritt. 

Die tiefste Schichte, die am nördlichen Abhange des Chlomek-Berges gut zu- 
günglieh ist, zeigt viele grosse Foraminiferen, welche wir in der Regel in den 
Inoceramenplänern bei Melnik und Repin finden und werden der Basis der Priesener 
Schichten entsprechen. 

Die Schichte mit loser Ostrea semiplana dürfte auch weiter gegen Turnau 
gelegentlich den Teplitzer Horizont zu eruiren helfen. Aus einer Mittheilung 


*) Das gründliche Studium der Foraminiferen wurde soeben von einer jüngeren Kraft in 
Angriff genommen und dürfte in nicht zu langer Zeit die Kenntniss dieser kleinen Thierformen 
vervollständigen. 


> 
eo 


Meines der Wissenschaft so früh entrissenen 5g 
Freundes Dr. U. Sehlónbach entnahm ich seiner E. SCH 
Zeit, dass an den damals frisch entblössten Bö- S SEKR 
Schungen der Bahn zwischen Bakov und Turnau A PRU 
diese Östreenschichte zu bemerken war. z FE 
“ы: 
3 8898 
ll. Umgebung von Podiebrad. а Hgg 
o ©. 
Östlich von Podiebrad erhebt sich aus x cin. 
der Elbeniederung der Wolfsberg (Vo&kovrch), d p. T BB 
eme isolirte Scholle von jüngeren Kreideablage- 9 = S 25 
rungen, welche weiter nördlich ein zusammen- S 4 558 
"ngendes Plateau in der Richtung gegen Jičín, MO SS 
dann östlich bis an die Landesgreuze bei Abts- E d PEL 
dorf bildet, a 
. Zur Orientirung über die Frage, wo hier E Е Я 
die Teplitzer Schichten zu suchen seien, nahm ri e ER Е 
Ich das Profil von Podiebrad über den Wolfs- = Ж SES | 
berg bis nach Königstadtl auf (Fig. 18.), wobei mo dus E | 
Ich ausgiebig von Herrn Hellich, Bürgermeister Е E 3 SE | 
Yon Podieb гай, unterstützt wurde, dessen Petre- pg ЕЕЕ 
factensammlung die Belege für meine Auffassun- 8 E prt | 
Ben enthält, s Aa Bg | 
Ueber die Schichten, auf denen die ge- T SÉ ЕЕЕ | 
nannte Stadt selbst steht, belehrte mich eine tiefe = M 55 | 
chacht bei der Ringhofer’schen Fabrik [unweit PG y | 
Чеш Bahnhofe] (Fig. 18. 1.), welche graue e $ bës | 
-ergel vom Alter der Semitzer Mergel und fe- ES 3 Së | 
stere Knollen, welche die Dřinover Knollen der = я EB. H 
eISSenberger Schichten hier vertreten, lieferte. È DR g% | 
1 den Mergeln fand ich Schuppen von Osmeroides E Kr P S 8 
CH Cyelolepis Agassizi, dann Spondylus spino- = 8 Be | 
SUS, Cristellaria rotulata, Frondicularia angusta E Fa E | 
ud viele Gattungen von Foraminiferen. uci Е & | 
‚ Einen weiteren Einblick in die Schichten- M d 1 MN | 
E gewährt ein Steinbruch „Skalka“ bei E 2 E d | 
SCH (2), wo das Einfallen der Schichten 4 CE B | 
Sen Nordost hin, unter den Wolfsberg deutlich "9 S d 
cine adbchmen ist, Die entblössten Plüner haben m 2 | 
lächtigkeit von 8m und es ist die tiefste = N 


[S] › 4 ` 3 © 
A Dank bloss, welche als Baustein verwend- б уя 
| nl | б, Fee = Se 
ut 186, während die höheren Lagen an der Luft 3 Я | 
‘erfallen. & 5 | 
In der tiefsten Bank liegen oben flache М 3 


deckte Welle im Terrain vielleicht den Iser 


1. Semitzer Mergel und D 


ШИТ ў | 
Se Knollen, welche die meisten der von 


nern 


| 
| 


50 


diesem Fundorte bekannt gewordenen Petrefacten geliefert haben. Die Sammlung 
des Herrn Hellich enthält von hier: 


Nautilus sublaevigatus. Lima Sowerbyi. 

Aporrhais Reussi var. megaloptera. Lima pseudocardium. 

Mutiella Ringmerensis. Pecten Reussi. 

Pinna decussata. Peeten Dujardinii, häufig und gross. 
Inoceramus Brongniarti. Spondylus spinosus. 

Lima Hoperi. Ostrea semiplana. 

Lima multicostata. Ventriculites radiatus. 


Frondicularia angusta. 

Nach dieser Fauna zu urtheilen, haben wir hier die Wehlowitzer Plüner der 
Weissenberger Schichten vor uns. 

Jüngere Schichten treffen wir in zahlreichen kleinen Steinbrüchen nórdlich von 
dem ,Laner Kanal* (pr) entblósst (3). Es sind dies weissliche plattige Plüner, deren 
Gesammterscheinung an den plattigen Grünsand von Malnitz erinnert, nur das hier 
weniger grüner Glaukonit vorhanden ist. Hier ist der Fundort von schónen Exem- 
plaren des Ammonites Austeni, von welchem ich nach einem von hier stam- 
menden Exemplare schon die Abbildung gegeben habe (Cephalopod. d. D. Kreide- 
formation, Taf. 6.) und von dem zahlreiche Exemplare in der Sammlung des 
H. Hellich vorliegen. 

Ausserdem fanden sich grosse Ammonites peramplus, ein grosser Helicoceras, 
Scaphites Geinitzii, Natica Roemeri, Cardium pustulosum, Arca subglabra, 
Oyprina quadrata, Lima elongata, Lima dichotoma, Ventriculites radiatus. 

Ich glaube hier die Malnitzer Schichten wieder zu erkennen. 

Auf ähnliche Schichten stósst man auch in Gräben östlich vom Wolfsberg 
und an den Ufern der „steklä struha* bei Odfepes, wo Herr Hellich folgende 
Arten sammelte: 


Nucula sp. Pecten levis. 

Inoceramus Brongniarti. Pecten curvatus. 

Pecten pulchellus. . Ostrea hippopodium, var. vesicularis. 
Pecten Nilsoni. Zahlreiche Cristellarien. 


Von hier an bis zum Fusse des Wolfsberges sind die Schichten so gründlich 
von Feldern bedeckt, dass nicht die geringste Gelegenheit zu deren Studium ge- 
boten erscheint. Doch sieht man hier im Terrain eine Welle (N), welche die Vertreter 
der Iserschichten bergen dürfte, was erst gelegentlich beim etwaigen Graben eines 
Brunnens oder bei einem Bahnbau wird entschieden werden können. 

Am Wolfsberg selbst sind an der entblössten Südseite die Teplitzer Schichten 
durch herabgerutschte Inoceramenpläner ganz verdeckt, und um die Lagerung der- 
selben zu studiren, muss man weiter nördlich die steile Berglehne bei Raéany und 
Vrbice untersuchen. Hier bilden sie die Basis der Lehne in Form von bräunlichen 
Letten, welche zur Bildung von Quellen beitragen und zu egyptischen Ziegen 
(vepfovice) verarbeitet werden (5). Sie sind reich an Fischschuppen und die Schläm- 
mung lieferte viele kleine Echinitenstacheln, dann glatte und bedornte Ostracoden- 
schalen sowie die gewöhnlichen kleinen Formen von Foraminiferen, welche in den 
Teplitzer Schichten in der Regel vorkommen. 


51 


Die Inoceramenpläner von grauer Farbe (6) sehr arm an andere Petrefacten 
nehmen den grössten Theil der Anhöhe ein und erst ganz oben sind die weissen 
klingenden Inoceramenpläner in einer Reihe kleiner Steinbrüche geöffnet (7). 

Diese lieferten am Wolfsberg den interessanten Krebs Stenocheles eso- 
Sinus, dann Callianassa brevis, zahlreiche flachgedrückte Scaphiten und Echiniden 
Der häufigste Inoceramus scheint I. latus zu sein. Es tritt hier eine Erscheinung 
deutlich hervor, dass nämlich die Inoceramenpläner in östlicher Richtung immer 
mehr an Mächtigkeit zunehmen. Während die Teplitzer Schichten in Form von 
braunen Letten sammt den grauen und weissen Inoceramenplänern bei Hostin und 
Repin kaum 2—3 m mächtig waren, haben sie hier am Wolfsberg das 10fache. 

In der Richtung von Chlumec und Königgrätz ist immer weniger Gelegenheit 
den Teplitzer Horizont zu verfolgen und nur östlich von Königgrätz bei Svinarek 
Sammelte ich an der hier vortretenden Lehne auf abgeregneten Flüchen Petre- 
acten, die den Teplitzer Schichten angehören. 
| Weiter nördlich bei Smiřic fand ich am Wege nach SmrZov Schichten mit 
erebratulina eraeilis anstehend, welche dem Teplitzer Horizont angehóren dürften; 
Ste lieferten auch Serpula gordialis, Terebratula chrysalis, Plicatula nodosa. 

Beide diese Localitäten empfehle ich der Beachtung von Localsammlern. 


12. Umgebung von Chotzen, Leitomysehl und Abtsdorf. 


Dei Chotzen glaubte ich die Teplitzer Schichten an der oft erwähnten 
Оба beim Friedhofe suchen zu sollen und führte den hier anstehenden ocker- 
selben Letten in dem dortigen Profile (Iserschichten pag. 55.) als Teplitzer Schichten 
mit Fragezeichen an. Die Schlämmung zeigte keine Spur von Foraminiferen und 
°8 ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Letten der Tertiärformation des Wiener 
eckens angehört, welcher bei Triebitz und Landskron von Mähren nach Böhmen 
Seine Ausläufer entsendet. 

Ueber die Lagerung der Teplitzer Schichten in der Umgebung von Leito- 
Nyschl gab ich ein Profil in der Studie über die Iserschichten pag. 74. Am 
‚Mtacte der Iserschichten mit den hier mächtig entwickelten Priesener Schichten 
legen graue merglige Letten, in welchen Prof. Bärta die Terebratula semiglobosa 
nachgewiesen hat. Die Fundstelle liegt in Leitomyschl selbst am linken Flussufer, 
TS die Strasse nach Polička umbiegt und waren daselbst die Schichten bei Gelegen- 
| eines Baues kurze Zeit zugänglich. Die Exemplare des genannten Brachiopoden 

In unserer Sammlung aufbewahrt. 

К шее: erkennt man die Lagerung der Teplitzer Schichten in den Stein- 
„чеп von Abtsdorf (Fig. 19.). Auf den an Callianassen reichen und von 

Öhlungen nach Spongien durchlöcherten Iserschichten (1, 2) liegt eine knotige 

Stgelbe (3) und eine glauconitische Contactschichte (4) mit olivenbraunen glatten 

Pinkernen von Petrefacten, wie am Friedhofe bei Chotzen. Darauf liegt eine 

үл graue merglige Schicht, welche in ihrer unteren Lage nahe der Contact- 
ichte die Terebratula semiglobosa als Seltenheit führt. 


to 


A 


| 
| 


52 


Die Schlämmung lieferte ein grosses Exemplar der Nodosaria Zippei, dann 
Nodos. cylindracea, grosse Globigerinen und Cristellarien, sowie die Gattungen 
Rotalina und Bulimina. 

Die letzte Schichte sind hier weisse klingende Inoceramenpläner (6). 

Ich fand einen guten Aufschluss in dem Steinbruche hinter dem Hause Nro. 248, 
von dem ich das Profil gebe. Noch deutlicher fand ich dieselben Lagerungsver- 


H 


Fig. 19. Profil im Steinbruche hinter dem Hause Nro. 248 in Abtsdorf. 


1. Iserschichten mit Callianassen. 2. Iserschichten mit Höhlungen nach Spongien. 
3. Knotige rostige Lage. 4. Glauconitische Contactschichte wie am Friedhofe bei 
Chotzen. 5. Graue Mergel der Teplitzer Schichten mit Terebratula semiglobosa in der 
Nähe der Schichte 4. 6. Klingende weisse Inoceramenpläner der Priesener Schichten. 


hältnisse im Killer’s Sandsteinbruch, den ich späteren Forschern zum Detailstudium 
empfehle. Die Callianassenschichten haben da eine Mächtigkeit von 8 m, die beiden 
Contaetschichten 1 m, die merglige Teplitzer Schichte 4 m, die klingenden Inocera- 
menpläner 11 m. 

Wenn ich nun die Reihe der geschilderten Localitäten überblieke, zu deren 
richtigem Verständniss ich erst in den letzten Jahren gekommen bin, kann ich 
mich nicht des Wunsches erwühren, alle die Orte von neuem besuchen und noch 
genauer untersuchen zu können. Dies muss wohl der nächsten Generation von 
Palaeontologen überlassen werden und ich werde mich elücklich Schützen, falls mir 
das Schicksal es gestatten wird, noch die Priesener und Chlomeker Schichten in 
ähnlich bindiger Weise wie die älteren Schichten zu behandeln. 


Ш. Tabellarische Uebersicht 


der in den Teplitzer Schichten aufgefundenen Petrefacten. 


(Die eingeklammerten Arten sind bisher nur aus Sachsen bekannt.) 


Reptilia. 


lao: P : 
(1 lesiosaurus Bernardi. Owen.). 
lesiosaurus sp.? . . 


H . H 


Р1всев. 


Selachii. 


(Chimaera Agassizi. Buckland.) - 
(Chimaera Mantelli. Buckland.) - 
Xyrhina Mantelli. Ag. 
Xyrhina angustidens. Reuss. 
amna acuminata. Ag 
amna subulata. Ag.. . 
“ana raphiodon. Ag. . . 
Otidanus microdon. Ag.). 
todus appendiculatus. Ag. 
Otodus semiplicatus. v. Münst. . 
Otodus serratus. Ag.» 
Orax heterodon. Reuss. . . 
Pinax rotundatus. Reuss. — 
i chodus mammillaris. Ag. 
fychodus latissimus. Ag. 
tychodus decurrens. Ag. 
Crodus affinis. Reuss. . © - 
Crodus triangularis. Gen, . 
Hybodus cristatus, Ag, in... 


H D DH 


Ganoidei. 


Pyenodus cretaceuS 4g. . - 
yenodus complanatus. Ag. 
yenodus serobieulatus. Reuss. - 
Sphaerodus tenuis. Reuss. 
^yrodus mammillaris. Ap 


lemilampr onites Steinlai. Gein. ) 


lemicyclus Strehlensis. Gein.) 


H 


Perutzer Schichten 
Koryeaner Schichten 


Weissenberger Sch. 


Malnitzer Schichten 


Iser-Schichten 


Teplitzer Schichten 


— 


Priesener Schichten 


Chlomeker Schichten | 


Strehlen 


Strehlen 
Strehlen 


Strehlen 


Strehlen 
Strehlen 


| 
| 
VW 
| 


54 


Teleostei. 


Enchodus Haloeyon. Ag. . . 
Osmeroides Lewesiensis. Ag. . 
(Osmeroides divaricatus. Gein.) . 
Cyclolepis Agassizii. Gem. . - i 
Aspidolepis Steinlai, dein. . i 
Saurocephalus mé weinatus. Reuss sp. | 
(Saurocephalus lanciformis. Harlan.) | 
(Saurocephalus? dispar. Hebert.) . 
Hypsodon Lewesiensis. Ag.. . 
Oladocyclus Strehlensis. Gein. . 
(Acrogramatolepis Steinlai. Gein.) 
Beryx ornatus Ay. u: 
Lepidenteron longissimum. Ar. 


Mollusca. 


;ephalopoda. 


Nautilus sublaevigatus. D'Orb. 
Nautilus rugatus. Fr. et Schi. . - 
Ammonites subtricarinatus. D’Orb, 
Ammonites peramplus. Mant. 
Ammonites Austeni. Sharpe. 
Scaphites Geinitzii. D'Orb.. . 
Helicoceras Reussianum. Fr. 
Helicoceras polyplocus. D’Orb. 
Daculites undulatus. D’Orb.? . 
Belemnites Strehlensis. m.  . 
Aptychus cretaceus. Münst.. . . 
Aptycinis radiatus, и 
Aptychus complanatus. Gein, . 


Gastropoda. 
Turritella multistriata. Reuss. . - 
Turritella Neogerathiana. Goldfuss 
Scala decorata. Gein.. - . 
Natica vulgaris. Reuss. . - - d 


Natica Gentii. JA eA asc et, 
Rissoa Reussi. Gein. . . SC 
| Pleurotomaria linearis. Mant. Cds 
| Pleurotomaria perspectiva. Mant. . 
| Turbo decemeostatus. Reuss. 
Turbo Steinlai. Gein.. 


Perutzer Schichten 


Korycaner Schichten 


КЕКЕ ЕГ 


Weissenberger Sch. 


Malnitzer Schichten 


+ 14H 


Iser-Schichten 


EFLLELFLIEBERBI 


Teplitzer Schichten 


Priesener Schichten 


Chlomeker Schichten 


| 


Strehlen 


Strehlen 
Strehlen 


| Strehlen 


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E E le, Ba Eu = e 
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а Ы Ё А мна © 


ES 


Trochus amatus. Gem. . . . .|—|—|— 
Aporhais stenoptera. Golf. . .|—|—|— 
Aporhais Reussi. Gem sp. . » .|— | —|+ 
Mitra Römeri. pom. . . . .|— — + 
Cerithium pseudoclathratum. Róm.|— | — | — 
(Patella angulosa. Gem) . . .|—|—,— 
Кей, ovum: Du. u . s s. s р 
Dentalium Cidaris. Gem. . . .|— —|— 


HHHH 
А1 
| 


— || Strehlen 


| 


аса 
| 


| 
HS 


Pelecypoda. 


Isocardia cretacea. bebes Een 


Eriphyla lenticularis. бод. .|— 
ucula semilunaris. о. Buch. . il em 

e HEI, pectinata. Sow. . . + «|—|-F 

Pectunculus SIE | 

Arca Subglabra. D'Orb. . . « rb 
rea Geinitzü. Reuss. ЙОКО ЖОЕ |— 
009 Striatula. Boven « . .» + 170 

16a undulata. Zeus. ^. + +. 1 


Inna ? , eo — | — 


аан КЫ -H E u 
Isocardia sublunulata. Don. . | — 1—1 + + | — 
Socardia, Aire lo yir) е О ы Kell 
Cardium deforme. Gein. |. . «| — | — | — | -+ — ] 
'ardium bipartitum. oeh, . .|—|—|— T lr | 
Cardium alutaceum. Minst. . .|—|— | — kel — | 
Cardium semipapillatum. Reuss. .|— | — | — bi | 
Cardium lineolatum. Reus.. . .|— | — | — + | — 
Cardita parvula. Матай, « « . .|—|—|— +| — 
Cardita modiolus? Niue р emm Irre 
‚ardita tenuicosta. Sow.. . . .|—|—|— ne | 
КЕӨ acitau kenn. css EE N | 
Tutiella Ringmerensis. Gen. . .|—|—|-- — | 


Mytilus Cottad. Bim. нр 
astrochaena amphisbaena. Gein, | — 


| 
| 
PIIP ЕЕ Т КЕ 
Lekt EE I EE Eed 


| 
М Im var. eingulata. Zr. '.|— | — К | 
Nodiola ПЧ ОЛИ ои | ed l „ы | 
malopaea, Gurgitis. Dun cg Pam omen | de d — |. 


ellina concentrica. Bou, al | — | — 
Snus laminosa. Ле... .—|—|—||— 
enus ovalis. Sun .... ln an In | 
enus Goldfussi. б»... || — — 
Venus Reussiana. Gen) . . .|—|—|—,|— 
Corbula ЙШНДЕ, o узш сш ы шш 
Gervillia solenoides. Оў... lr pes GE 


Strehlen | | 


| 
| 
| 
li 
| 


Perna ? sp. 


Inoceramus Brongniarti. Ре а 


Inoceramus Cripsii. Mant. 
Inoceramus Cuvieri. Sow. 
Inoceramus latus. Mant. . 
Lima Sowerbyi. Gein. 

Lima granulata. D'Orb. . . 
Lima divaricata. Dw. . . 
Lima semisuleata. Nils. . 
Lima Hoperi. Deshayes. . . 
Lima dichotoma. Reuss. . . 
Lima elongata. Sow. . . . 
Pecten Nilssoni. Goldf. . 
Pecten squamula. Тат. 
Pecten serratus. Nils. . . 
Pecten cretosus. Def». 
Pecten Dujardinii. móm.. 
Pecten curvatus. Gein. ; 
Vola quinquecostata. Sow. sp. 
Spondylus spinosus. Goldf. . 
Spondylus latus. Бот, . 
Plicatula nodosa. Duj. . 
Plicatula inflata. Sow. . . 
Plicatula radiata. боду... 
(Plicatula granulosa. Gein.) 
Exogyra lateralis. Reuss. — . 
(Exogyra conica. Sow.) 
Ostrea Proteus. Heus. . . 
Ostrea semiplana. Sow. . 
Ostrea hippopodium. Nilss. 
Ostrea frons. Park. . . . 
Anomia semiglobosa. Gein. . 
Anomia subtruncata. D'Ovb. 
Anomia subradiata. Reuss. 
Anomia immitans. Fr. . . 


Brachiopoda. 


Crania barbata. v. Hag. . . 
Crania spinulosa. Nilss.. . 


| Terebratula semiglobosa. Sow. 
| Terebratulina gracilis. Schlott. 


| Terebratulina chrysalis. Schlott. 
Rhynchonella plicatilis. Sow. 


H 


H 


Perutzer Schichten 


zt 


ЕТТЕ ТТТ | Koryeaner Schichten 


Teer 


Weissenberger Sch. 


rEEEEEI EL TL BG 1]  G M MMMÉIEEIEHEEIHEEIIEEF I GI 


EFF 


Malnitzer Schichten 


EEELEFTI 


КЕРГЕ 


л IF 


Iser-Schichten 


d 
+ 


+14145 


Segel EE 


Teplitzer Schichten 


-— 


] 


| 
== 
1 


| Priesener Schichten 


| Chlomeker Schichten 


Strehlen 
Strehlen 


Bryozoa. | 


Perutzer Schichten 


Hippothoa desiderata. Now — . .|— 
embranipora confluens. Reuss. .|— 
Membranipora depressa. e. Haag. | — 


Membranipora elliptica. v. Haag. . | — 


Jerenicea confluens. Am. Sp. 4 lr 
epralia pediculus. Reuss. . . .|— 


Crustacea. 


Lupeites granulatus. Fr. . . .|— 


Enoploelytia Leachi. Ma». . .|— 


^Mlianassa BE AN Max е 
Cytherella ovata. Rom. . . lz 
Cytherella Münsteri. Reuss.. . . | — 


N | 
Ytherella asperula. Reuss. . . .|— 


Oytherella вр... . . 


yl 


There ornatissima. Heus.  . .|— 


ythere Geinitzii. Reuss. e e PN 


Cythere reticulata. Kafka. 


yere gracilis. Kafka. . . .|— 


Oythere (ШӨ Ө уа o re 


"ythere nodifera. Kafka. . . .|— 
Jthere serrulata. Bos. . . .|— 


AE 
Cythere elongata. Gein. . 


j к | л 
“Ytheridea perforata. Röm. sp.. . | — 


| 


Ytherideis laevigata. Röm. sp. .|— 
airdia subdeltoidea. Must. . .|— 


airdia modesta. Sous... .|— 
Bairdia arquata, var. faba. Reuss. | quum 


Jairdia depressa. Kafka. . . d 
ollieipes Koßticensis. Kafka. . | 
Olne: glaber. Röm. | 
"Ollieipes conicus. Reuss. | 
Ollieipes Bronni. Rm. . . - 1 
Scalpellum angustatum. Dix.) | 
Orlcula pulchella. Sow. var. gigas. 

he 


Vermes. 


Serpula umbilicata. о. Hag.. . .|— 


Serpula macropus. Sow.) 


Serpula biplicata. Reus. . . d TE 
9rpula depressa. v. Münst.. . .|— 


Korycaner Schichten 


ssenberger Sch. 


Weis 


Malnitzer Schichten 


Iser-Schichten 


Teplitzer Schichten 
Priesener Schichten 


| 
| 


MES 
| 


Es 


| 


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Chlomeker Schichten 


Strehlen 


Strehlen 


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| | | 
| Serpula gordialis. v. ser. . . .|— + +++ + |—|— 
| Serpula pustulosa. Gein. . | | 
| Serpula rotula. Golf . . . .|—.|—,—,—|—|4-.—|— 
| Serpula granulata. Sow.. . . .——|—|—|—|-Ь|]—|—| 
| (Serpula ampulacea. воо.) . . .|—|--|—|— |+ | -| — |— | Strehlen 
| 
| Echinodermata. er 
| | | 
| ЙК НЕДЕН eebe ler e + | Less Less (lt Lager ан 
| Cidaris subvesiculosa. Dor. . .|— | — | —|—|+1+1—|—. 
| Phymosoma radiatum. Sorigs.. .|— —|—|—,|-4-|4-|—|—| 
| | Micraster cor testudinarium. богау, | —- |—|— | —|—|4-|— [= 
| | Micraster breviporus. Agasz . .|—|—,—|—|— | УЬ | — Dora 
| Holaster planus. Mant. sp. . : .|—|—|—|—,—|--|—.— 
| Offaster (cf. corculum.) Goldf.sp. . [mpm ае рар 
| Stellaster quinqueloba. богау, эр. .|— | — |— | — | — +1 
Mesoerinus Fischeri Gen, apes . | — | — | — | — — д | — — 
| Psolus sg. ....... EE EENEG ЕЕЕ 
| Anthozoa. 
| Nephthya eretacea. Ба... .|—|— | — | —– =i 
| Micrabatia coronula. Go sp. | —– 4 | | – |У 1- 1 —– 
| 'arasmilia centralis. Mant. sp. . | —-|-|-' -|+[—|— 
Coelosmilia ? laxa. M. E. et Haime. .\— + | — | — | — | 4 | -- | — 
Porifera. 
Oraticularia. vuledta, ox. 1 SEENEN | — ei 
| Craticularia subseriata. Röm. sp. .| — 114 1—1 lu 
| Leptophragma striatopunctatum. — ee Sut а 
Jm. 8р. | 
Leptophragma fragilis. Бот, sp. с | жс we [с койыш ны 
| Pleurostoma. bohemicum. Zig .\—|—|-- 1—4 | | | 
Pleurostoma scyphus. pap . . .|— 1 — 1 — | —- en | _|_ 
Pleurostoma ramosum. Gerster вр. .| — | +1 — — | — || |. 
Guettardia stellata. Micha . . \-|+|—-1-1—\+|1— —| 
Ventriculites angustatus. Rem | | | 4 1—14 |+ | BEN Р) 
Ventrieulites radiatus. Мав. . i — | —– | —– | —– 4+1 1 + 
Ventrieulites Zippei. Reuss sp. . | — | — | — — Lal Gs dd 
Ventrieulites eribrosus. Prill. sp. . | — | — — 1—1 
Ventriculites marginatus. Рона, | == = Io шш шш ln lo 
Ventriculites convolutus. Hinde. .—|——|—|—|- ||... 
| Plocoscyphia labyrinthica. Reuss sp. px dome | +|— | St SEN | 


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Plocoseyphia labrosa. Smitt sp. кү et Ey | SE | — | — 
Hocoscyphia pertusa: бет... Alm HI | 
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Ithizopoterion cervicorne. Goldf. sp. | | — | = |— | — | +|+ | —! 
Cystispongia verrucosa. än, sp. «| — | + |— | — |1 | —| 
| Coeloptychium Friči. Роа. lr — -\- -- + | | 
| Doryderma ramosa. Mant. sp. « +1 +|—-|1—-|—-|+|+1— | 
| Phymatella intumescens. ёт. ар. |— | — | = | | — +-1—|—| 
Phymatella elongata. Rus ар... || lz | | r|—|— 
Thecosiphonia erecta. Pa. . | | || || || 
Попа Оопурейті, Seng, e 5 sl) # I || Hm 
Amorphospongia globosa. v. Hag.sp. | — | | == | — | — |4 | — | — 
Achilleum rugosum, var. elliptica — | — |+ | —-|+1 | 
Achilleum оО, er. | | ee 
Spongites saxonieus. бењ. . . — +141141 1 
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Foraminiferae. | j | 
(Lagena globosa. Мм) © . .|—|—|—|—|—|-Е|— | || Strehlen : 
odosaria Zippel. Reuss. "ele less [кә [же -—-Ó[ ыы el 
(Nodosaria bactroides. Reuss.) . GECKEN — | — | | + | — | — || Strehlen 
odosaria inflata. Reuss) | | | | | — |+ | — | — || Strehlen 
Odosaria obscura. Reus. . - | EE bell EECH el Kl Kees | 
odosaria paupercula. Reuss. оону ааа уш ш шр | 
odosaria amphioxys. Sege), .|— | — | | — | — cb lr 
Kaosarta: füsula. Bes)“. I el 1 eler d 
NOUOSATIA acicula, дов) Iren | 
ШЕН А egent), Жиза) 9-00 E ne | 
üdosurin АЙША. Дар) «| == ee | 
Odosari: soleseens. Reuss С lr — ln | zb lz | — | 
losaria obsolescens Reuss.) a Strehlen | 
odosaria multilineata. Reuss) | — | — — 1—14 | | | 
Odosaria oligostegia. Леша). | | | | рр | { 
odosaria discrepans. Reus). . || — | —– | | | | =ч | | 
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odosaria strangulata. Reus) | —|— | | ш | | | | 
Nodosaria cognata. Reuss.) . T | une е ке Zeen ыыы ын | 
Odosaria annulata, ез... .— | | | | — rs bond | 
\odosaria Lorneiana. D'Órb . | | 1 | | |4 | | == l 
Nodosaria peracuta. Reuss) « .|—|—,--|—|—|--|— |— | Strehlen 
Odosaria nodosa. D’Orb. . . j| кш т Ee | 
Nodosaria gracilis. D'Ovb.) | Pers | чк |с l—| | 
| (ү dosaria sororia. Бем). 61 Les KI | - He kin a с ДЕК \ 
(Nodosaria communis. Reus) . +, — |— ||| — |- + |— |}Strehlen | 
wodosaria deflexa. Reus.) . . . | — Een а leed Ben | | 
| (Nodosaria legumen. Reuss.) . | | дн. ба и) d 
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Nodosaria aculeata. D’Ord.. . .|— | —|—|—|—|--|—|-—| Strehlen 
(Glandulina cylindracea. Reuss) .| — (== |==] +) E | Strehlen 
(Glandulina mutabilis. Reuss.) . .| — Lon Usaz sc а 
Vasmulinma costmlatar dom Ти ala Leg ш жын] ы | 
Frondicularia angusta. Nils. . .|—|— | Liz —|—-| 
Frondicularia canaliculata. Reuss. . | — | — (йр. esi case See 
Frondieularia marginata. Reus. .|—, — | — | — | — |+ | — | — | 
Frondieularia angustissima. Reuss. | — | — | SEELEN 
Frondicularia trisulca. Nils. . .|—- — ues e es оа — | 
Frondieularia simplex. Heus. . .|— | — | — | — | — |4 | — | — | Strehlen 
Frondicularia striatula, Reus . .|—|— — Les —- | | | — 
Frondicularia tenuis. Reuss. . —|-| — — +1 —– | — 
Frondicularia microsphaera. Se A EE — || Strehlen 
Frondieularia inversa. Reuss, . .|—|—|—,—|—|-4-|—|— | Strehlen 
Frondieularia Cordai. Res . .|—,|—|— | — 1—14 | — 
Frondieularia d'Archiacina. роњ, | — | — | –- Le 1—14 | —|— 
Flabelliua тирове, D'Om. oV уг Lage Usel mti 
Flabellina elliptica. Nis. . . .|—|—|--|--|—|--|4-|1—| 
Flabellina Baudouiniana. D'Orb. .|— | — | -- | — —|-2 | ZE 
(Flabellina ornata. Reus) . . .|—|—|—|—|—|--|— | — | Strehlen 
‚ Cristellaria elongata. DOrd. . .|—|—|-— | — |4| — | — 
| Cristellaria ovalis. Rus. . .|— [ск г | ещ ШЕН 
Cristellaria denticulata. Reus. .|—|—|—|— наои нея Strehlen 
Cristellaria compressa. och,  .|— | mte mm mi le Lala | салы [каң | ЧС си) 
(Cristellaria recta. D Orb). e e Ur lz Uz Les La |— — 
Cristellaria Schlónbachi. Reus. .|—|—,—|—|— |. | — | — | Strehlen 
(Cristellaria Kirsteni. Reuse.) . .|—|—|—|—|— |4 | — | — | Strehlen 
(Orlatellarla- navicula. Dor, у. у | | | а e ES 
(Cristellaria intermedia. meus.) .| — | — | | |— | 4| -+| — | Strehlen 
(Cristellaria oligostegia. Reuss.) .| — ее —| |—|— | 
(Cristellaria lobata. Хез). . .|—|—|—|—|—1|--|—1|— 
;ristellaria rotulata. Ро. . .|— --|-- 141-1 141 — | Strehlen 
(Cristellaria nuda. Reuse) . . .|—,—|— —|—|--|—|— 
(Cristellaria lepida. Reuss.) . . == | —|—|—|—|--|—|-—| Strehlen 
(Polymorphina globosa. v. М, m) — ||| -|- | — "n Strehlen 
(Polymorphina lacrima. Reuss) .|—|—|—,—]|-— —|-— 
(Polymorphina horrida. Reuss.) .|— | — | — | -- | — ишш Kaas 
Bulimina D'Orbignyi Reus . | | | | — | — == | — | Strehlen 
(Bulimina intermedia. Reuse) . .|— | — —|—|—|-L-14-|—| 
Dulimina Preslii. Ress. . . . .|—,—,—|—|— || [ш 
Dulimina Murchisoniana. ро, .|—|—|—|—|— —|— 
Bulimina truncata. Reus. . . .|-—|—,—|—|— —|— 
| Bolivina tegulata. Reus. . . .|—|—,—|—|— Ime] Birehlen 
| Textillaria conulus. Reus. . . .|— |— | —|— “шыш ye 


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Textillaria Baudouiniana. D’Orb. ‚| bell kl E EE EEN 
Globigerina eretacea. D'Orb. . ае | -+ | — 1—4 | — 1 — | 
Globigerina marginata. Zeus. . .|—|—|—|— pue x sn коту 
Planorbulina ammonoides. Reuss. . | — | — | —|—|—|—|—|—|iStrehlen 
(Planorbulina polyraphes. Reuss.) . | — | — e EE |4 — 
Planorbulina lenticula. Reuss) . — | — | — I+ | 4 | — 
Rotalia umbilicata. D'Orb . . .|—|— | ж Ксы кш Ed ced лч 
Rotalia nitida. Reuss . ‚злу wmm se est | e ш» 
(Cörmuspira cretacea. Bus). .|—|— —|-—|—|-4-|-F|— 
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(Haplophragmium aequale. аот, вр.) — | — BEL 1—1 — 
(Haplostiche foedissima. Rews) .\— | — | — | — lk — | 
(Haplostiche dentalinoides. Reuss.) | — | — — | — Lg + |—| | 
ШИ н tricarinate Ban... 1 HI —|— |(Strehlen | 
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| Verneuillina Münster), Zus) .|— — | — | — [шж imas суйт | | 
| Ataxophragmium variabile. Don. | — | — | — —|— | +1 — | — | 
Ei йш Partsühi Béwn) ess Le ЫН | on 
| ОБАА eoncinnuti. Zeus. a om e | m e F|—|—| 
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| Nonionina compressa. Róm.. . .|— —|—|—|—|-4- | —|—| 
| Truneatulina laevigata. Róm. . .|— | — caudam ar un | ym | 
| || | | | | | 
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| | | | | 


Das Verhältniss der in den Teplitzer Schichten nachgewiesenen 328 Arten zu 
den in den anderen Kreideschichten Böhmens vorkommenden lässt sich gegenwärtig 
Nur mit Ausschluss der Foraminiferen durchführen, denn die von den letzteren 
Aus den Teplitzer Schichten in Böhmen und Sachsen von Reuss angeführten Arten 
laben meist eine viel grössere verticale Verbreitung, als man bisher annahm. Zahl- 
reiche Schlämm- und Schliffproben aus allen Schichten der böhm. Kreideschichten, 
Welche behufs der neuen Verarbeitung unserer Foraminiferen gemacht wurden, 
Weisen darauf hin. 

Somit bleiben zur Vergleichung 232 Arten aus den Teplitzer Schichten übrig, 
von denen 48 schon in den cenomanen Korycaner, 71 in den Weissenberger, 45 in 
Чөп Malnitzer, 49 in den Iserschichten vorkommen. Es bleiben dann 134 Arten, 


Im 
I 
| 
14 
| 


62 


welche zum erstenmale in den Teplitzer Schichten auftreten. Davon wurden 16 
Arten bisher nur in Sachsen (Strehlen und Weinböhla) angetroffen; somit sind in 
jöhmen 118 Arten in den Teplitzer Schichten neu auftretend. Wie viele davon 
dann in die jüngeren Priesener Schichten übergehen, wird erst nach der neuen 
Verarbeitung der letzteren klar hervorgehen. 

Ueber die Zulässigkeit der Parallelisirung mit dem französischen Turon und 
Senon habe ich mich bereits früher (Weissenberger Schichten pag. 7.) ausgesprochen 
und will hier nur beifügen, dass die übliche Bezeichnung der Teplitzer Schichten 
als Turon gewiss noch fraglich ist. 

Der Umstand, dass die Iserschichten, welche sicher unter den Teplitzer 
Schichten liegen, entschieden senone Formen wie Trigonia limbata und Pholadomya 
nodulifera führen, deutet darauf hin, dass diese Frage durchaus nicht als gelöst zu 
betrachten ist. 


63 


IV. Kritisches illustrirtes Verzeichniss der in den Teplitzer 
Schichten vorkommenden Versteinerungen. 


Dieses Verzeichniss ist zur Orientirung und Einführung in die palaeontolo- 
gische Wissenschaft zusammengestellt, und zwar in bündiger Kürze, welche bei 
den Publikationen der Landesdurchforschung zu beobachten ist. (Vergl. Weissen- 
berger Schichten pag. 95.) 

Es bringt kurze Hinweisungen auf die palaeontologischen Hauptwerke und 
auf specielle Monographien ohne den ganzen Balast der Synonymik mitzuschleppen. 
Bei Arten, wo ich diesen Hinweis in meinen Schriften über die Weissenberger, 
Malnitzer und Iserschichten bereits gegeben habe, verweise ich hier auf die be- 
treffenden Stellen. 

Die Abbildungen beschränken sich nicht bloss auf neue Arten, sondern bieten 
auch Darstellungen von den charakteristischen Leitpetrefacten, deren die Freunde der 
Palaeontologie, denen die grossen Werke unzugänglich sind, am meisten brauchen. 

Arten, von denen ich in den früheren Monographien bereits Figuren gegeben 
habe und die in den Teplitzer Schichten in ganz ähnlicher Form auftreten, habe 
ich nicht von neuem abgebildet und verweise auf die dort gegebenen Abbildungen. 


M ` e D H 
Fig. 20. Plesiosaurus Bernard, Owen. Fig. 21. Plesiosaurus? sp. aus den Teplitzer 
‚Von Strehlen bei Dresden. Schiehten von Loosch. Natürl. Grösse. 
Copie nach Geinitz. Natürl. Grüsse. a von unten, b von der Seite, c von hinten. 


(Plesiosaurus Bernardi, Owen.) (Geinitz, Elbthalgeb. П. pag. 230. Taf 43. Fig. 
19-2485.) 20: 

Ich gebe die Abbildung dieses Saurierzahnes, der in den Teplitzer 

Schichten in Strehlen und Weinböhla in Sachsen vorgefunden wurde, um 

die einheimischen Sammler auf diese Art aufmerksam zu machen. 

Plesiosaurus? sp. Fig. 21. 

Mehrere Zehen eines grossen Sauriers wurden vom f Herrn Mann, 

Oberlehrer in Holtschitz bei Brüx, im Looscher Steinbruche aufgefunden. 


64 


(Chimaera Agassizi, Buckland.) (Geinitz, Elbthalgeb. II. pag. 206. Taf. 39. Fig. 8—10.) 
(Chimaera Mantelli, Buckland.) (Geinitz, Elbthalgeb. II. pag. 206. Taf. 39. Fig. 11—12.) 
Beide Arten kommen im Plänerkalke bei Strehlen vor, sowie in der 
englischen Kreide. (Der einheimische Sammler möge ausser dem eitirten 
Werke bezüglich des Aussehens der Gattung auch vergleichen Frič Reptil. 
u. Fische der böhm. Kr.-Form. pag. 17. Fig. 40. und Vesmír IX. pag. 64. 
Fig. 22.) 

Oxyrhina Mantelli, Ag. (Reuss I. pag. 5. T. III. Fig. 1—6, Fr. Rept. u. Fische 

pag. 7. Fig. 12., pag. 18. Fig. 41.) — Fig. 22. 

Diese bekannte, weit verbreitete Haifischart kommt in den Teplitzer 
Schichten überall vor, wo dieselben in grösserem Maasstabe ausgebeutet 
werden und die Zähne erreichen eine Länge von 45 mm. Wir besitzen den- 
selben aus den verschiedenen Kalkbrüchen bei Teplitz, dann von Laun, Ko- 
schtitz, OiZkovie u. s. W. 

Zu der Art gehören wahrscheinlich die grossen Wirbel, die im Kalk- 
bruche bei Loosch in letzterer Zeit häufiger vorkommen und bis 85 mm 
Durchmesser besitzen. Auch glaube ich, dass die grösseren Coprolithen, von 
denen ich Fig. 22. ein Fragment abbilde, zu dieser Art gehóren. 

In neuester Zeit wurde die Zugehórigkeit der grossen Wirbel zu Oxyrhina 
von Dassani direkt nachgewiesen (Memorie della Societa Italiana delle Science. 
Napoli. 20. 2. 88), indem derselbe an einem Exemplare von Castellavazzo 
(Museum von Pavia) die Zähne neben der wohlerhaltenen Wirbelsäule vorfand. 


Fig. 23. Lamna acu- Fig. 22. Сорго, der wahrscheinlich Fig. 24. Lamna subu- 
8 I , g 


minata, Ag. der Oxyrhina Mantelli angehórt. Aus den lata, Ag. 


Teplitzer Schichten von CiZkovic. 


Oxyrhina angustidens, Reuss. (Reuss I. pag. 6., 7. Taf. Ш. Fig. 7—10. Frič, 
Rept. u. Fische pag. 8.) 
Kommt auf den sogenannten Koschtitzer Platten vor. — Geinitz führt die 
Art auch von Strehlen an. Wir besitzen dieselbe von Osseg und Teplitz. 
Lamna acuminata, Ag. (Reuss I. Fig. 8. Agass. Vol. 3. Taf. 37. Fig. 54., 57. 
Frič Rept. u. Fische pag. 9.) — Fig. 23. 
Reuss führt diese Art von Koschtitz an, ohne eine Abbildung zu geben. 
Ich gebe hier Fig. 23. eine Copie der Figur bei Agassiz, um unsere Sammler 
auf diese Art aufmerksam zu machen. Wir besitzen diese Art nicht und 
wissen auch nicht, wohin das Original gekommen ist. 


65 


Lamna subulata, Ag. (Reuss II. pag. 100. Taf. 14. Fig 25. Frié Rept. u. Fische 
pag. 9.) — Fig. 24. 
Reuss führt die Art von Koschtitz und von Kautz an. Kommt häufig im 
Plünerkalke von Strehlen und Weinböhla vor. 


Lamna raphiodon, Ag. (Reuss І. pag. 7. Taf. Ш. Fig. 34—36. Frič Rept. und 
Fische pag. 10. Fig. 17. Frič Weissenberger Schichten pag. 97. Fig. 34.) 
Kommt auf den Koschtitzer Platten vor, jedoch viel seltener als dies in 
den cenomanen Korycaner Schichten der Fall es ist. Geinitz führt sie auch 
von Strehlen an. 
(Notidanus mierodon, Agass.) (Geinitz Elbthalgeb. IL. pag. 210. Taf. 40. Fig. 1.) 
Fig. 95. 
xeinitz führt diese Art von Strehlen an und ich mache hiemit die ein- 
heimischen Sammler auf diesen interessanten Haifischzahn aufmerksam. 


dai ИШ med 
"s UL, csl anl a Уз oe 


Fig. 25. Notidanus mi- Fig. 26. Fragment der Wirbel- Fig. 27. Coprolith aus dem Pläner- 
erodon, Ag. ваше eines Haifisches aus dem kalke von Hundorf. Wahrschein- 
Plänerkalke von Loosch. Wahr- lich zu Otodus appendiculatus ge- 

scheinlich zu Otodus appendieu- hörig. Natürl. Grösse, 


latus gehörig. Natürl. Grösse. 


Otodus appendiculatus, Ag. (Reuss I. pag. 5. Taf. Ш. Fig. 92—99. IT. pag. 99. 
Geinitz Elbth. I. pag. 294. Taf. 65. Fig. 6. 7. Frič Rept. und Fische pag. 5. 
Fig. 5.) — Fig. 26. und 27. 

Gehört zu den häufigen Erscheinungen in den Teplitzer Schichten, ist 
aber schwer sicher zu bestimmen, wenn die Seitenzähnchen abgebrochen sind. 
Ich gebe auch die Abbildung eines Fragmentes der Wirbelsäule, das ich bei 
Loosch sammelte und von dem ich glaube, dass es dieser Art angehört. 

Otodus semiplicatus, v. Münster. (Frič Rept. und Fische pag. 7. Reuss I. pag. 5. 
Taf. III. Fig. 20. u. 21.) 

Reuss führt die Art von Koschtitz an. Einen deutlich gefalteten Neben- 
zahn, welcher dieser Art angehören dürfte, fand ich in der Sammlung des 
Stiftes Osseg und rührt derselbe aus dem jetzt verlassenen Kalkwerke am 
Fusse der Strobnitz her. Derselbe ist 7 mm breit und hoch, trägt auf der 
flachen Seite 4 Falten, die bis zur halben Höhe reichen und zwischen welche 
sich unten kleinere einlegen. Die gewölbte Seite ist glatt. Die längere 
Kante ist fein gezähnelt, die kürzere trägt unten zwei grobe Zacken. Dieser 
Rest deutet auf ein viel grósseres Exemplar, als es bisher von dieser Art 
bekannt ist. 


66 


Otodus serratus, Ag. (Reuss I. pag. 5. Frič Rept. u. Fische pag. 7.) — Fig. 28. 
| Wurde von Reuss nur einmal in den Teplitzer Schichten von Koschtitz 
a vorgefunden. 

ү | Corax heterodon, Reuss. (Reuss I. pag. 3. Taf. Ш. Fig. 49—71. Frič Rept. und 
a Fische pag. 11. Fig. 23. Weissenb. Schichten Seite 96. Fig. 35.) 
Eine häufige Erscheinung überall, wo der Plänerkalk der Teplitzer 
Schichten gewonnen wird oder gut entblösst ist. Wir besitzen ihn von 
Koschtitz, Teplitz, Kystra, Osseg ete. 

Spinax rotundatus, Reuss. (Reuss pag. 8. Taf. IV. Fig. 12—14.) 

Reuss führt diesen Haifisch-Flossenstachel aus den Teplitzer Schichten 
| von Koschtitz an. Ез sind dies glatte Stacheln, deren Bestimmung Reuss 
nur als provisorisch bezeichnet. — Spinax marginatus Reuss erwies 

sich als ein Zahn von Saurocephalus. 


Fig. 28. Otodus serratus, Fig. 29. Ptychodus mammi- 


Ag. : laris? Ein kleiner Seiten- 
Fig. 30. Ptychodus latissimus, Ag. zahn aus der vordersten 
Aus den Teplitzer Schichten am Eger- Partie des Kiefers v. Hun- 

ufer bei Koschtitz. Ansicht von oben. dorf. (Coll. Raffelt.) 


Ptychodus mammillaris, Ag. (Reuss I. pag. 2. Taf. II. Fig. 11—18. Frič Rept. 
u. Fische pag. 14. Fig. 38.) — Fig. 29. 

Diese Art scheint den tieferen Lagen der Teplitzer Schichten anzuge- 
hören, indem sie Reuss als häufig auf den sogenannten Koschtitzer Platten 
anführt. Seltener ist sie in dem mittleren Niveau, welches in den Kalk- 
brüchen bei Teplitz ausgebeutet wird. Aus diesem stammt der Fig. 29. abge- 
bildete kleine Nebenzahn, der blos eine gróssere Falte trügt. 

Ptychodus latissimus, Ag. (Reuss I. pag. 1. Taf. II. Fig. 5—8. Frič Rept. u. 
Fische pag. 15.) — Fig. 30. 

Diese prachtvolle Art kommt in den mittleren Lagen der Teplitzer 
Schichten vor, etwa in Nro.15. des Profils von Settenz. Es kommt die Art 
selten in den Kalkbrüchen von Settenz, Loosch und Hundorf vor und eine 

| prachtvolle Gruppe, die wahrscheinlich einem Individuum angehórt und die 
| aus dem Settenzer Steinbruche des Herrn Pickhardt stammt, wurde dem К. К. 
Hofmineraliencabinete zu Wien von t Lehramtskandidaten Raffelt aus Leit- 
meritz geliefert. — Unser Museum erhielt von dem eifrigen Sammler Herrn 
Fassel in Teplitz (Bóhm. Saal) ein grosses Exemplar dieser Art, welches wahr- 
scheinlich zu der Raffelt’schen Gruppe gehört. Ausserdem besitzt unser Museum 
aus Sternbergs Zeiten ein Exemplar aus Denatek an der Iser, was darauf hin- 
deuten würde, dass auf den Iserschichten daselbst irgendwo der Plänerkalk 


67 


der Teplitzer Schichten liegt, der nur gelegentlich bei Grundgrabungen ent- 
blösst werden dürfte. Mein Nachsuchen daselbst war vergebens. — Reuss 
führt die Art auch von Koschtitz an. 

Piychodus decurrens, Ag. (Reuss I. pag. 1. Taf. U. Fig. 10. Frič Rept. u. Fische 
pag. 14. Fig. 34.) 

Diese Art ist kleiner als latissimus und durch die Verzweigung der Rippen 
an den Seiten des Zahnes charakteristisch. Reuss führt dieselbe von Hundorf 
und Koschtitz an. 

Aerodus affinis, Reuss. (Reuss I. pag. 1. Taf. II. Fig. 3—4. Frič Rept. u. Fische 
pag. 15.) — Fig. 81. 
Aerodus triangularis, Gein. (Reuss I. pag. 2. Taf. II. Fig. 14., 16. Frič Rept. 
u. Fische pag. 16. Fig. 38.) — Fig. 32. 
Reuss führt beide Arten aus den Teplitzer Schichten von Koschtitz an. 


(iy шү, 


i 


Fig. 31. Aerodus affinis, Fig. 32. Acrodus triangula- Fig. 33. Hybodus cristatus, 
Reuss. ris, Gein. Reuss. Von Koschtitz. 
Natürl. Gr. (Nach Reuss.) 


Hybodus eristatus, Reuss. (Reuss I. pag. 2. Taf. II. Fig. 20. Frié Rept. u. Fische 
pag. 13. Fig. 27.) — Fig. 33. 
P Diese Art wurde von Reuss nur einmal in Koschtitz gefunden. 
yenodus eretaceus, Ag. (Fri& Rept. u. Fische pag. 22. Taf. П. Fig. 1—4.) 
Reuss führt diese Art unter dem Namen P. rhomboidalis nnd P. sub- 
deltoideus aus dem unteren Niveau von Koschtitz an. Ich fand einen schönen 
Unterkiefer aus dem Teplitzer Kalke von Loosch in der Sammlung des T Ober- 
lehrers Mann in Holtschitz bei Komotau. 
Yenodus complanatus, Ag. (Frič Rept. u. Fische pag. 21. Taf. П. Fig. 5.) 
Wird von Reuss aus den Teplitzer Schichten von Koschtitz angeführt 
Wo sie im tieferen Niveau auf den Koschtitzer Platten (unterer Plänerkalk 
von Reuss) vorkam. 
nodus serobieulatus, Reuss. (Frič Rept. u. Fische pag. 22. Taf. II. Fig. 6., TE 
Reuss führt diese Art aus Koschtitz an. Das geologische Cabinet der 
deutschen Universität in Prag besitzt einen grossen Pyenoduskiefer von Hun- 
dorf, dessen Zähne mit ähnlichen Grübchen besetzt sind, wie man es ТР, 
scrobiculatus als bezeichnend hält. Eine nähere Beschreibung dieses Restes 
Ba sehr wünschenswerth. Ge 
erodus tenuis, Reuss. (Reuss Geogn. SK. П. pag. 220., 257. Fric Rept. u. 
Fische pag. 24.) 
оо Von Reuss auf den Koschtitzer Platten eg E Ve | 
18 mammillaris, Ag. (Reuss I. pag. 9. Taf. VIT. Fig. 28. Frič Rept. u. 
Fische pag. 25.) 
Von Reuss auf den Koschtitzer Platten gefunden. 


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Б* 


68 


(Hemilampronites Steinlai, Gein.) (Elbthlgb. II. pag. 220. Taf. 44. Fig. 3, 4.) — Fig. 34. 
Selten im Plänerkalke von Strehlen. 
(Hemieyelus Strehlensis, Gein.) (Elbthlgb. П. pag. 220. Taf. 45. Fig. 1.) — Fig. 35. 
Vereinzelt im Plünerkalke von Strehlen. 
Enchodus Halocyon, Ag. (Reuss І. pag. 13. Taf. IV. Fig. 65. u. 66. Frič Rept. 
und Fische рар. 35. Taf. 7. Fig. 1—4.) 
Diese Art, welche bei uns im Wehlowitzer Fischpläner der Weissenberger 
Schichten ihr eigentliches Lager hat, wird von Reuss auch aus den Teplitzer 
Schichten von Hundorf und Koschtitz angeführt. Nach Geinitz war dieselbe 
in früheren Zeiten in Strehlen häufig. 
Osmeroides Lewesiensis, Ag. (Frič Rept. und Fische pag. 32. Taf. VII. Fig. 5, 6. 
Taf. VII. Fig. 1.) — Fig. 36. 
Einzelne Schuppen kommen zuweilen vor, aber namentlich häufig decken 
dieselben die röhrenförmigen Körper, welche wir weiter unten unter dem 
Namen Lepidenteron besprechen werden. 


Fig. 34. Hemilampronites Fig. 35. Hemicyclus Streh- Fig. 36. Osmeroides Lewe- 
Steinlai, Gein. — ` lensis, Gein. siensis, Ag. 
Vergrössert. Nach Geinitz. ^ Vergróssert, Nach Geinitz. Vergrössert. 


(Osmeroides divaricatus, Gein.) 
Geinitz führt diese Art, welche sich durch bedeutendere Grösse von der 
vorigen unterscheiden soll, aus Strehlen an. 
Aulolepis Reussi, Gein. (Frič Rept. und Fische pag. 34. Fig. 59.) 
Diese kleinen, dünnen, runden Schuppen kommen ebenfalls auf dem 
Lepidenteron vor. 
(Aspidolepis Steinlai, Gein.) (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 234. Taf. 46. Fig. 4.) 
Vereinzelnt im Plänerkalke von Strehlen. — Fig. 37. 
Saurocephalus ? marginatus. [Spinax Marginatus, Reuss.] (Geinitz Elbthalgeb. Il. 
pag. 222. Taf. 43. Fig. 3—8.) — Fig. 38. 
Dieser Zahn wurde von Reuss in Koschtitz gefunden und für einen 
Flossenstachel angesehen. Geinitz bildet mehrere von Strehlen ab. Auch 
führt er von demselben Fundorte 


(Saurocephalus laneiformis, Harlan.), 

(Saurocephalus dispar, Hebert.) an, welche viel kleiner sind und nicht die schief 
abgestutzte Spitze haben. Ein Rest, an dem ähnliche Zähne in Verbindung 
mit dem Kiefer stehen würden, hätte bedeutenden Werth für die Lösung der 
Frage. In neuerer Zeit wurde die erstere Art sowohl in den Iserschichten von 
Vinar, sowie auch in den Priesener Schichten von Chotzen vorgefunden. 


Нурвойоп Lewesiensis, Ag. (Geinitz Elbthalgeb. II. Taf. 42. Taf. 43. Fig. 1., 2. 
Frič Rept. u. Fische pag. 40. Taf. 6.) 

Zahlreiche Reste führt Geinitz von Strehlen an. 

Cladoeyelus Strehlensis, Gein. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 224. Taf. 45. Fig. 
2—9. Frič Rept. u. Fische pag. 44. Fig. 66.) — Fig. 39. 

Die grossen Schuppen dieser Art kommen bei uns in Bóhmen in den etwas 
jüngeren Plattenplänern vor, welche wir aus später darzustellenden Gründen 
schon zu den Priesener Schichten zählen. Geinitz führt sie von Weinbóhla 
und Strehlen, sowie aus den Baculitenthonen (Priesener Schichten) von 
Zatschke bei Pirna an. Aus den Teplitzer Schichten in Böhmen besitzen 
wir diese Schuppen von Hundorf. 

(Acrogrammatolepis Steinlai, Gein.) (Elbthalgeb. IL. pag. 223. Taf. 45. Fig. 22.) 
Figur 40. 

Ich gebe die Abbildung dieser seltenen Schuppe nach Geinitz, um die 

einheimischen Sammler darauf aufmerksam zu machen. 


Fig. 37. Aspidolepis Fig. 38. Sauroce- Tig. 39. Cladocyclus Streh- Fig. 40. Aorogrammato- 
Steinlai, Gein. phalus margina- lensis, Gein. lepis Steinlai, Сей. 
Opie nach Geinitz. tus, Reuss. Copie nach Geinitz. 


Beryx ornatus, Ag. (Reuss pag. 12. Frič Rept. und Fische pag. 43. Taf. V. 
1195/95. 8.) 

Reuss führt einen grósseren Rest aus den Teplitzer Schichten von 
Kutschlin an und einzelne Schuppen von Koschtitz. Ein schönes Fragment 
befindet sich in der geologischen Sammlung der deutschen Universität in 
Prag. Ein fast ganzes Exemplar soll nach Aussage der Arbeiter von einem 
Privatsammler in Brüx angekauft worden sein. 

Lepidenteron longissimum, Fr. (Frič Reptilien und Fische pag. 19.) 

Ich erwähne hier des wurmartigen Gebildes blos darum, weil seine 
Oberfläche mit zahlreichen Fischschuppen bedeckt ist, deren genaues Studium 
einer späteren Zeit aufbewahrt bleibt. Osmeroides, Cyelolepis, Beryx ete. 
kommen darauf neben Fischknochen vor. In meiner Auffassung als Wurm- 
rühre wurde ich neuerdings durch Exemplare bekräftigt, welche im inneren 
nur leere Steinmasse enthielten und nur die Oberfläche mit Schuppen be- 
deckt zeigten. Wir besitzen solche Röhren von Hundorf und den meisten 
gut aufgeschlossenen Localitäten. 


70 


Nautilus sublaevigatus, d'Orb. (Frič et Schlönbach Ceph. pag. 21. Taf. 12. Fig. 1.) 
Kommt in den Teplitzer Schichten im mittleren Niveau vor, aber viel 
seltener als in den Weissenberger und Malnitzer Schichten. An seiner Ober- 
fläche findet man oft zahlreiche Austern, Serpulen und den Bohrschwamm 
Cliona Conybeari. Wir besitzen denselben von Settenz-Hundorf. 
Nautilus rugatus, Fr. (Frič et Schlónbach, Cephalopoden pag. 23. Taf. 19. Fig. 2. 
Tat. 10. FI. 2.) 
Kommt selten und meist sehr verdrückt in Hundorf und Koschtitz vor. 
Reuss führt ihn unter dem Namen N. elegans Sow. an, ohne ihn näher zu 
beschreiben und abzubilden. Derselbe ist durch die grobe Berippung vom 
N. sublaevigatus leicht zu unterscheiden. 
Ammonites (Schloenbachia) subtricarinatus, d'Orb. (Frič et Schlónbach, Cepha- 
lopoden, pag. 26. Taf, 1. Fig. 1—3.) 
Von dieser Art, welche eigentlich erst in den viel jüngeren Chlomeker 
Schichten häufiger auftritt, ist in den Teplitzer Schichten bis her nur ein 
Prachtexemplar von 34 cm Durchmesser gefunden und zwar in den nun- 
mehr verlassenen Kalkbrüchen zwischen Wrbiéan und Keblitz bei Lobositz. 
(Geschenk des Herrn Tschinkel in Lobositz.) 


Fig. 41. Ammonites peramplus, Mant. Fig. 42. Ammonites Austeni, Sharpe. 
Photographie des Exemplars von CiZkovic. Aus dem Teplitzer Sch. v. Mariaschein. 
Natürl Grösse 84 cm. } natürl Grösse. Nach einer Photogra- 


phie gezeichnet. 


Ammonites (Pachydiscus) peramplus, Mant. (Frič et Schlönbach Ceph. pag. 
38. Fig. 8. Taf. 1—4.) — Fig. 41. 
Der Riese unter unseren Ammoniten kommt hauptsächlich in den tieferen 
Lagen des mittleren Niveaus vor (vergl. Profil Fig. 3. Nro. 16.). Das grösste 
Exemplar von Popelz bei Libochowitz hat einen Durchmesser von 84 cm, 
eine Breite der Mündung von 20 cm. Ein ähnliches Exemplar von Óizkovic 
bei Lobositz hat bei gleichem Längendurchmesser die Mündung 28 cm breit. 
Diese Art tritt überall auf, wo der Plänerkalk der Teplitzer Schichten gut 
an einer Thallehne entblösst ist oder in Steinbrüchen ausgebeutet wird. 


11 


Die Wohnkammer der grossen Exemplare enthält in der Regel eine Menge 
kleiner Petrefacten, so z. B. fand ich in Koschtitz in einer derselben das 
Prachtexemplar der Loricula (Crustaceen der bóhm. Kreideformation Taf. I.), 
viele Exemplare des Scaphites Geinitzii, dann Mytilus etc. — Unsere 
Sammlung besitzt Exemplare von Hundorf, Gaubenhof bei Leitmeritz, von 
Popelz und vielen anderen. 

Ammonites (Desmoceras) Austeni, Sharpe. (Frič et Schlönb. Cephalopoden 
pag. 36. Taf. 6. Fig. 12.) — Figur 42. 

Das abgebildete Exemplar erhielt unser Museum als Geschenk vom Stifte 

S. J. zu Mariaschein bei Teplitz. Dasselbe hat einen Durchmesser von 
55 cm und seine Windungen sind viel gewölbter als diejenigen bei den Exem- 
plaren aus den Weissenberger und Malnitzer Schichten. 


Re. 44. Helicoceras Fig. 43. Scaphites Gei- Fig. 45. Helicoceras polyplocum, D’Orb. 
‚eussianum, Gein. Von nitzii, D’Orb. Von Hundorf. } natürl. Grösse. 
ÍZkovie bei Lobositz. Natürl.-Grösse v. Maria- 

Natürl, Grösse, schein. Ansicht von vorne. Ansicht von hinten. 


Scaphites Geinitzii, D'Orb. (Frič et Schlönbach Cephal. pag. 42. Taf. 13. Fig. 7., 
8., 10., 12. Taf. 11. Fig. 11.) — Figur 48. 
Kommt in verschiedener Grösse vor. Das abgebildete Exemplar stellt 
die mittelgrosse Form dar. In den Wohnkammern des Ammonites peramplus 
von Koschtitz fand ich Exemplare bis zu einer Länge von 55 mm. 
Helicoceras Reussianum, Gein. [H. armatum, D'Orb.] (Frié et Schlönbach, Ceph. 
pag. 47. Taf. 14. Fig. 14—19. Taf. 16. Fig. 9.) — Fig. 44. 
Windungsfragmente kommen in Hundorf, Čížkovic und Kystra vor, 
reichen aber kaum zur sicheren Bestimmung der Art aus. 
Helicoceras polyploeum, D'Orb. [Turrilites polyplocus, Gein.] (Frič et Schlónbach, 
Ceph. pag. 48. Geinitz Cher. pag. 67. Taf. 18. Fig. 1.) — Fig. 45. 
Das schöne abgebildete Exemplar von 80 mm Länge befindet sich in 
der Sammlung des deutschen Polytechnieums in Prag und wurde mir von 
Prof. Waagen gefälligst zur Abbildung geliehen. Sonst sind selbst Fragmente 
in Hundorf selten. 
Baeulites undulatus, D'Orb.? (Frič et Schlönbach, Cephal. pag. 49.) 
Schalenlose Steinkerne von Baculiten, welche dem Faujassi var. bohemica 
sehr nahe stehen, finden sich auch hie und da namentlich in Koschtitz, 


== тз 


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12 


Gaubenhof, Kystra etc., sind aber kaum zu einer genauen Bestimmung 
tauglich. Geinitz führt einen ähnlichen Rest unter dem Namen Dac. bacu- 
loides, Mant. von Strehlen an. 
Belemnites Strehlensis, Fr. (Frič et Schlónbach, Ceph. pag. 18. Taf. 16. Fig. 
10—12, 17a.) — Fig. 46. 
(Belemnitella plena, Blainw., var. Strehlensis.) (Frič, bei Geinitz Elbthalgebirge, II. 
pag. 180: Taf 3 Bigi 18,) 
Wir besitzen blos ein einziges Exemplar dieser schlanken Art, welche un- 
serer Sammlung vom Afrikareisenden Dr. Holub geschenkt wurde, der in seinen 
Studienjahren eifrig in der Umgebung von Laun Petrefacten gesammelt hat. 


| ч RE A b Ў ht 
Fig. 46. Belemnites Streh- Fig. 47. Aptychus radiatus, Fr. Von Ölökovie. 
lensis, Fr. А. Natürl, Grösse. B. 31mal vergrössert. C Frag- 
Von Koschtitz. Natürl, Gr, ment der Schale stark vergrüssert. 


Aptychus eretaceus, Münster. (Geinitz Elbthalgeb. IT. pag. 193. Taf. 35. Fig. 5.) 
Von diesem Aptychus, welchen wir in Böhmen in Verbindung mit Sca- 
phites gefunden haben, bildet Geinitz auch ein grosses Exemplar aus den 
Teplitzer Schichten von Strehlen ab. Ein zukünftiger Monograph der Aptychen 
wird wohl zu prüfen haben, ob diess nicht eine andere Art ist als die, 
welche dem Scaphites Geinitzii angehört. 
Aptychus radiatus, n. sp. — Fig. 47. 

Aus dem Plänerkalk der Teplitzer Schichten von Čížkovic bei Lobositz 
besitzen wir einen 13 mm langen Aptychus, der ziemlich stark gewölbt ist 
und dessen vorspringende Anwachsstreifen zur Hälfte mit radialen Rippchen 
besetzt sind. Die Innenfläche ist glatt. Wahrscheinlich gehört dieser Aptychus 
einem Baculiten an, 


78 


Aptychus complanatus, Gein. (Frič et Schlönbach, Oeph. pag. 51. Taf. 14. 

Fig. 9., 10. Reuss 1. pag. 25.) 
Von dieser Art ist es nicht festgestellt, ob sie wirklich aus den Teplitzer 
Schichten stammt. 
Turritella multistriata, Reuss. (Frič, Weissenberger Schichten pag. 103. Fig. 58.) 
Scheint in den tieferen Lagen der Teplitzer Schichten häufiger vorzu- 
kommen als in den höheren. 

Turritella Noeggerathiana, Goldf. (1843. Goldfuss, Petref. Germ. Ш. pag. 107. 
Taf. 197. Fig. 1. 1880. Frič, Weissenberger Schichten pag. 108. Fig. 39. 
Iserschichten pag. 94. Fig. 56. Turrit. Fittoniana, Münst.) 

Selten im unteren Niveau von Kystra. Die Exemplare aus den Teplitzer 
Schichten sind nicht genug gut erhalten, um die Frage zu entscheiden, ob 
diese Art zu Noeggerathiana oder Fittoniana gehört. 

Scala decorata, Gein. (Weissenberger Schichten pag. 105. Fig. 41.) 

Selten im Plänerkalke von Čížkovic. 


а 


Fig. 48. Pleurotomaria linearis, Mant. Aus dem mittleren Niveau der Teplitzer 
Schichten von Hundorf. 


a. Von oben. b. Von der Seite. c. Windungsfragment. 


Natica vulgaris, Reuss. (Natica lamellosa, Röm. Frič Weissenbergerschichten, 
pag. 105. Fig. 43.) 

Wird von Reuss aus dem tieferen Niveau (Plänermergel) von Kystra 
angeführt. Die verdrückten und schalenlosen Exemplare lassen kaum eine 
sichere Bestimmung zu. Die von Reuss als Litorina rotundata, Sow. ange- 
führte Art dürfte auch hierher gehören. 

Natica Gentii, Sow. (Geinitz Elbthalgebirge. II. Taf. 29. Fig. 12—14. Frič Weissen- 
berger Schichten pag. 106. Fig. 45.) 

Kommt in sehr mangelhaften Exemplaren bei uns in den Teplitzer 

Schichten und dann in Strehlen vor. 


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74 


Rissoa Reussi, Gein. (Frié, Weissenberger Schichten pag. 106. Fig. 46.) 

Nach Reuss selten im tieferen Niveau von Kystra. 

Pleurotomaria linearis, Mantell. — Fig. 48. 

Ist eine der wenigen für die Teplitzer Schichten bezeichnenden Arten, 

welche überall, wo dieselben gut zugänglich sind, vorkommt. 
Pleurotomaria perspeetiva, Mant. (1874. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 166. 
Taf. 29. Fig. 11.) — Fig. 49. 

Diese Art zeichnet sich von der vorigen durch höhere abgerundete Um- 
gänge und durch engeren Nabel aus. Sie kommt blos als Steinkern bei 
Hundorf, Settenz, Loosch, Mariaschein vor. Geinitz führt sie von Strehlen, 
Weinböhla und von Oppeln in Oberschlesien an. 

(Reuss führt noch Pl. sublaevis, Gein. als sehr selten von Koschtitz 
an. Ohne Vergleichung des Originals ist ein Urtheil darüber nicht möglich- 
Ebenso ist es nicht zu entscheiden, was Reuss unter P1. gurgites Bron- 
gniart gemeint hat, die er von Hundorf und Kutschlin anführt.) 


а b 


Fig. 49. Pleurotomaria perspectiva, Mant. Von Hundorf. 
a. Von vorne, b. Von unten. 


Turbo decemeostatus, (v. Buch.) Reuss. Solarium decemcostatum, Reuss. (Verst. 
pag. 48. Taf. X. Fig. 1., 2. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 164. Taf. 29. Fig. 98.) 
— Fig. 50. 
Diese Art kommt selten in Hundorf und Čížkovic vor. 
Trochus amatus, Gein. (1874. Geinitz Elbthalgeb. II. 2, pag. 164, Taf. 29. Fig. 7.) 
Von dieser Art, welche Geinitz von Strehlen und von vielen anderen 
Localitüten in Deutschland anführt, besitzen wir blos ein Fragment von Hundorf. 
Turbo Steinlai, Gein. (Elbthalgeb. II. pag. 164. Taf. 99. Fig. 9.) — Fig. 51. 
Kommt häufig, nach Geinitz, in Strehlen vor, aus Böhmen sind bisher 
blos 2 Exemplare aus der Sammlung des + Oberlehrers Mann in Holtschitz 
bei Komotau bekannt. 


15 


Die Rostellarien sind in den Teplitzer Schichten so mangelhaft erhalten, dass 
deren Bestimmung meist ganz unmöglich ist. Reuss führt R. Parkinsonii 
von Hundorf an, deren Vorkommen daselbst unwahrscheinlieh ist. 

Rostellaria (calcarata) stenoptera, Sow. (Aporhais.) Rostellaria stenoptera, Goldf. 
— Fig. 52. 

Reuss führt sie aus dem unteren Niveau (Plünermergel) von Kystra an, 
wir besitzen von dort nur ein mangelhaftes Exemplar. Ich gebe eine Abbildung 
aus jüngeren Schichten, um die Sammler darauf aufmerksam zu machen. 


Fig. 50. Turbo decemco- Fig. 51. Turbo Steinlai, Fig. 52. Rostellarla (Apor- 
Status, Reuss. Von OfZkovioc. Gein. Von Hundorf. hais) stenoptera, Goldf. 
Natürl. Grósse. Natürl. Grösse. 


Rostellaria (Aporhais) Reussi, Gein. Var. megaloptera. (Elbthalgeb. pag 169. 
Taf. 30. Eig. 9—11. Vesmir ХШ. pag. 7.) 
Geinitz führt die Art als häufig aus dem Plänerkalke von Strehlen und 
Weinböhla an; wir besitzen nur schlechte Exemplare von Koschtitz. 
Cerithium pseudoclathratum, D’Orb. (1874. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 175. 


Taf. 81. Ер, D.) 
Führt Geinitz von Strehlen an. Wir besitzen es von Kosc 


(Patella angulosa, Gein.) Führt derselbe als auf den Schalen von Hamiten etc. 
vorkommend an. 


hitz und CíZkovic. 


Fig. 53. Acteon ovum, Duj. Von Hundorf. Natürl. Grösse. 


D 


Acteon ovum, Dujardin. (Reuss I. pag. 50. 1874. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 
176. Taf. 29. Fig. 16., 17.) — Fig. 53. 
Selten in Hundorf, Kutschlin und Üfzkovie, nach Geinitz in Str 
Dentalium Cidaris, Gein. (Frič Weissenb. Schichten pag. 112. Fig. 63.) 
Kommt in Koschtitz im mittleren Niveau vor. 
Isocardia eretacea, Goldf. (Reuss II. 2. Taf. 42. Fig. 29.) — Fig. 54. 
Diese Steinkerne kommen selten in Hundorf vor und es ist 
entscheiden, ob manche derselben nicht zu Cardium deforme gehóren. 


ehlen. 


schwer zu 


16 


Isocardia sublunulata, D’Orb. (Isocardia lunulata, Róm. bei Reuss II. pag. 2. 
Taf. 40. Fig. 17. Frič Weissenb. Schichten pag. 114. Fig. 68.) 
Mangelhafte Steinkerne besitzen wir von Koschtitz und Sulevic. 
Isocardia turgida, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 2. Taf. 40. Fig. 16.) — Fig. 55. 
Kommt nach Reuss selten als Steinkern in Hundorf vor. Unsere Sammlung 
besitzt nichts ähnliches und es wären diese unschönen Reste, welche meist 
von Sammlern verschmüht werden, dennoch eifriger zu sammeln, damit man 
mehr Sicherheit in Bezug auf ihre Deutung gewinnt. 


Fig. 54. Isocardia oretacea, Goldf, 


Fig. 55. Isocardia turgida, 
Copie nach Reuss. 2 natürl. Grösse. 


Reuss. Steinkern. Copie nach 
Reuss. Natürl. Grösse, 


Cardium deforme, Gein, (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 64. Taf. 17. Fig. 8.) — Fig. 56. 

Aus der Reihe der rauhen Cardien führt Reuss das Cardium pustulosum 

als häufig von Hundorf an. Geinitz sondert die in den Teplitzer Schichten 

bei Strehlen vorkommende Form als Car. deforme ab und legt Gewicht darauf, 

dass auf der Vorderseite stärkere Rippen mit schwächeren abwechseln. Wir 
besitzen die Art von Hundorf, Rosenthal, Mariaschein etc. 


Fig. 56. Cardium deforme, Сеш, Von Hundorf. 
Natürl. Grösse, 


Cardium bipartitum, D'Orb. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 64, Tal: 17. Fig. 21. 
Taf. 18. Fig. 5.) — Fig. 57. 


Diesen länglichen Steinkern besitzen wir von Koschtitz, Sulevic, Čížkovic 
und Odřepes. 


77 


Cardium alutaceum, Münster. (Geinitz Elbthalgeb. II. 1. pag. 65. Taf. 18. Fig. 
6. 7. Reuss Verstein. II. pag. 1. Goldfuss Petref. Germaniae II. pag. 220. 
Taf. 144. Fig. 5.) — Fig. 58. 
Eine für die Teplitzer Schichten sehr bezeichnende Art, die nicht 
selten in Hundorf und Strehlen vorkommt. 
Cardium semipapillatum, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 1. Taf. 40. Fig. 12.) 
— Fig. 59. 
Kommt sehr selten im unteren Niveau bei Kystra vor, um dann später 
in den Priesener Schichten wiederzukehren. 


E : 
EEPE CG 


Fig. 57. Cardium, bipartitum, Fig. 58. Cardium alutaceum, 
D’Orb. Von Cižkovic. Münst. Von Hundorf. 
Natürl. Grösse. Natürl, Grösse, 


Fig. 60. Cardita parvula, Münst. 
Reuss. a. natürliche Grösse von Copie nach Goldfuss. 
Kystra. 5. Schalenstück vergr. 


Cardium lineolatum, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 1. Taf. 35. Fig. 17.) 

Eine kleine Art, die mit 90—100 sehr feinen gerundeten Rippen geziert 
ist. Nach Reuss selten im unteren Niveau der Teplitzer Schichten (Pläner- 
mergel) von Patek. Wir besitzen die Art von Sulevic. 

Cardita parvula, Münst. (Goldfuss Taf. 133. Fig. 13. Reuss Verstein. IL pag. 3.) 
= Fig.: 60. 

Reuss führt die Art als sehr selten von Hundorf und Kutschlin an, ohne 
dieselbe abzubilden. Ich mache hiemit durch die Kopie nach Goldfuss auf 
diese Art aufmerksam, damit entschieden werden kann, ob diess nur, wie 
Geinitz meint, cine kleine Cardita tenuicosta oder eine selbständige Art ist. 


18 


'ardita modiolus, Nils. (Reuss Verstein. II. pag. 3. Taf. 37. Fig, 13.) — Fig. 61. 
Ein sehr zweifelhafter Steinkern von Reuss aus dem Plänerkalk von 

| Hundorf angeführt. 

] Cardita tenuicosta, Sow. (Geinitz Elbthalgeb. II. 1. pag. 60. Taf. 17. Fig. 11—13. 

br Reuss Verstein. II. pag. 4. Taf. 33. Fig. 16.) — Fig. 62. 

| Eine für die Teplitzer Schichten sehr bezeichnende Form, welche überall 

Fl zu finden ist, wo dieselben gut aufgeschlossen sind. Wir besitzen sie von 

Hundorf, Koschtitz, Kystra, Popelz, Sulevic und zwar aus dem mittleren Niveau. 


Fig. 61. Cardita modiolus, Nilss. Fig. 62. Cardita tenuicosta, Sow. 
Copie nach Reuss. Von Hundorf. 


Astarte acuta, Reuss. (Frič Weissenb. Schichten pag. 115. Fig. 73.) 

Selten im Plünerkalke von Koschtitz. 

Mutiella Ringmerensis, беш. (Elbthalgeb. Il. pag. 61. Taf. 16. Fig. 11—13. 
Frié Iserschichten pag. 101. Fig. 64.) 

Die unter diesem Namen aus den Teplitzer Schichten angeführte Art 
bezieht sich auf eine Menge verschieden verdrückter schalenloser Steinkerne, 
an denen man sehr selten etwas von der radialen Verzierung wahrnimmt. Sowohl 
die Gattungs- als Artangehórigkeit ungewiss. 

Eriphyla lenticularis, (Goldf.) Stol. Lucina lenticularis. (Frič Weissenb. Schichten 
pag. 117. EIR 49) 

Kommt selten und schlecht erhalten in den Teplitzen Schichten von 
Koschtitz und Hundorf vor. 

Nucula semilunaris, v. Buch. (Reuss II. pag. 7. Taf. 34. Fig. 14—16. Frič 
Weissenb. Schichten pag. 117. Fig. 80.) 

Selten in Kystra, Hundorf, Sauerbrunnberg bei Bilin, Leitmeritz ete. Ob 

1 die aus dem Plänermergel von Kystra von Reuss angeführte N. producta, 

Nils. wirklich eine selbständige Art ist, wird erst ein späterer Monograph 

entscheiden können. Geinitz führt noch von Strehlen eine sehr ähnliche Art 

| an, N. sublineata, Gein. (Elbthalgeb. II. рар. 58. Taf. 17. Fig. 6—8.) 


4 Nucula pectinata, Sow. (Frič Weissenb. Schichten pag. 117. Fig. 79.) | 

| Häufig in Hundorf, Kutschlin, Koschtitz, Kystra etc. 

| Pectunculus sp. 

a Wir besitzen aus den Teplitzer Schichten blos ein mangelhaftes Exemplar 
eines Pectunculus von Čížkovic, das eine nähere Bestimmung nicht zulässt. 
Reuss führt aus Kystra Deet, reticulatus und insculptus an, über die man 
sich ohne Vergleichung der Originale kaum ein sicheres Urtheil bilden kann. 

; Arca (Cueullaea) subglabra, D'Orb. (Frié Weissenb, Schichten pag. 119. Fig. 85. 
Iserschichten pag. 103. Fig. 67.) 

Schlecht erhaltene Steinkerne, welche aber immer nach der vom Wirbel 

nach unten sich ziehenden Furche zu erkennen sind, kommen in Hundorf, 
Kutsehlin ete. vor. 


79 


Area Geinitzii, Reuss. (Verstein. II. pag. 11. Taf. 34. Fig. 31. Geinitz Elbthalgeb. 
II. pag. 55. Taf. 16. Fig. 7., 8) — Fig. 63. 
Selten im Plänerkalk von Koschtitz, Hundorf, sowie in Strehlen. 


а b 


Fig. 63. Arca Geinitzii, Reuss. Von Hundorf. 
a. natürliche Grösse. b. vergrösserte Hälfte. 


Arca striatula, Reuss. (Verstein. IL. pag. 12. Taf. 34. Fig. 28.) — Fig. 64. 
Nach Reuss nicht selten im unteren Plänermergel von Laun (unteres 
Niveau der Teplitzer Schichten). Wir besitzen ein schönes Exemplar von 
Hundorf, ein anderes aus der Sammlung des 1 Oberlehrers Mann in Holtschitz 
bei Komotau. 
Arca undulata, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 12. Taf. 34. Fig. 33., 39.) — Fig. 65. 
Diese kleine Art führt Reuss als selten aus dem Plänermergel von Kystra an. 
Pinna decussata, Goldf. (Frič Weissenb. Schichten pag. 120. Fig. 86.) 
Die Gattung Pinna kommt meines Wissens nirgend in den Teplitzer 


Schichten vor. Reuss erwähnt blos Spuren davon aus dem oberen Plänerkalk 
von Chlum bei Bilin. 


Fig. 64. Arca striatula, Reuss. Fig. 65. Arca undulata, Reuss. 
Von Hundorf. Natürl. Grösse. Copie nach Reuss vergrössert. 


Mytilus Cottae, Róm, (Reuss Verstein. II. pag. 14. Taf. 33. Fig. 4. Geinitz Elb- 
thalgeb. I. 1. pag. 214. Taf. 48. Fig. 4—8.) — Fig. 66. 
Kommt selten im Plänerkalke von Hundorf, Mariaschein, Koschtitz vor. 
Ich fand grosse Exemplare in der Wohnkammer eines riesigen Exemplars 
von Ammonites peramplus. 
Gastrochaena amphisbaena, Gein. (Frič Weissenb. Schichten pag. 122. Fig. 93.) 
He ене 
Die normale Form dieser Bohrmuschel kommt häufig in den Teplitzer 
Schichten vor. Namentlich findet man Fragmente auf den abgeregneten Halden 
der Steinbrüche. Ausserdem findet man Fragmente, welche vorspringende 


| 


80 


Querringe zeigen, und welche ich vorderhand als varietas cingulata be- 
zeichnen will. 
Modiola tetragonus, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 15. Taf. 33. Fig. 6.) — Fig 68. 
Nach Reuss selten im Plänerkalke von Brozan; wir besitzen blos das 
abgebildete Exemplar. 


4 b 
4 
Е rrt 
KAMA. bas 
Fig. 66. Mytilus Cottae, Römer. Fig. 67. Gastrochaena amphisbaena, 
Von Koschtitz. а, natürl. Grösse. b. ein Gein, var. cingulata Fr. 
Fragment stark vergrössert. Von Hundorf. 


Fig. 68. Modiola tetragonus, Reuss. Von Brozan. 
Copie nach Reuss. 10mal vergrössert. 


Fig. 69. Venus ovalis, Sow. Von Hun- Fig. 70. Venus Goldfussi, Gein, 
dorf. Natürl. Grösse. Copie nach Reuss, Von Hundorf. 


Panopaea Gurgitis, Brongniart. (Frič Weissenb. Schichten pag. 125. Fig. 100.) 
Nach Reuss selten im Plünerkalke von Hundorf. Die genaue Lager- 
schichte unbekannt. 
Tellina concentrica, Reuss. (Frič Weissenb. Schichten pag. 126. Fig. 103.) 
Selten und schlecht erhalten in Popelz, bei Libochowitz und Kystra. 
Venus ovalis, Sow. bei Reuss. (Nucula concentrica, Geinitz.) (Reuss II. pag. 21. 
Taf. 34. Fig. 22.) — Fig. 69. 
Nicht sehr häufig bei Hundorf und Kutschlin. Geinitz vereinigt diese 
Art mit V. faba. 


81 


Venus Goldfussi, бей. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 67. Taf. 18. Fig. 16., 17.) 
— Fig. 70. 
Selten im Plänerkalke von Hundorf, Mariaschein, Čížkovic und Strehlen. 
(Venus Reussiana, Gein.) (Elbthalgeb. П. pag. 66. Taf. 18. Fig. 14., 15.) 
Ist eine niedrigere breitere Abünderung der V. faba und kommt selten 
bei Strehlen vor. 
Corbula caudata, Nils. (Frič Weissenb. Schichten pag. 128. Fig. 107.) 
Selten im Plänerkalke von Hundorf und Strehlen. 
Gervillia solenoides, Det. (Frič Weissenb. Schichten pag. 129. Fig. 109.) 
Selten im Plänerkalke von Mariaschein und Kystra. 
Perna? — Fig. 71. 
Ein räthselhaftes, leider sehr fragmentäres Petrefact, das ich selbst in 
den Steinbrüchen bei Hundorf sammelte, zeigt eine dünne blättrige Schale, 
welche auf der Innenflüche vertiefte Rippenfurchen trügt, welche am Stein- | 
Кетпе hervorspringende Positive hinterliessen. Es erinnert theils an die Gattung 
Perna, theils an Placuna, bei welcher letzteren auch solehe hohle Rippen auf 
der Innenflüche, wenn auch nicht so scharf randig vorkommen. 


Fig. 71. Perna? sp. Aus dem Plänerkalke von Hundorf. Natürl. Grósse. 
a. Rippen am Steinkerne. 0. Tiefere concentrisch geschichtete Lage. 
c. Rauhe Oberschichte. 


Fig. 72. Inoceramus Brongniarti, Park. o. Schlossstück. 5. Schalenstück. 


Inoeeramus Brongniarti, Park. (Geinitz Elbthalgeb. II. Taf. 11. Fig. 3-10. 


Taf. 13. Fig. 3. Frič Weissenb. Schichten pag. 130. Fig. 111.) — Fig. 72. 
6 


82 


Die häufigste und am sichersten bestimmte Art, welche bedeutende 
Dimensionen in den Teplitzer Schichten erreicht hat, wie man nach den 
mehr als 1 cm dicken stängligfaserigen Schalenfragmenten und grossen Schloss- 
Stücken mit gekerbten Ligamengrübchen schliessen kann. Sie ist durch die 
Rechtwinkligkeit und durch das schraffe Abfallen des vorderen Randes be- 
zeichnend. Ueberall in den Teplitzer Schichten, z. B. in Hundorf, Osseg, 
Mariaschein, Rosenthal, Sulevic etc. 

| Inoceramus Cripsi, Mant. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 49. Taf. 13. Fig. 11—15.) 
| — Fig. 73. 
| Unser bestes Exemplar, das ich in nat. Grösse abbilde, stimmt in der | 
Form mit der von Geinitz Taf. 13. Fig. 12. als In. Cripsi dargestellten Figur. | 
Aehnliche Exemplare besitzen wir von Hundorf. 
(Inoceramus labiatus, Gein.) 
| Das Vorkommen dieser für die Weissenberger Schichten so bezeichnenden 
| Art in den Teplitzer Schichten ist sehr unwahrscheinlich. Die von Reuss 
angeführten Exemplare dürften sich auf schmale Formen von I. latus be- 
ziehen, bei denen die Wirbel nicht wesentlich über den Schalenrand vor- 
treten. Geinitz behauptet, dass davon in Strehlen nur jüngere verkümmerte 
Exemplare vorkamen. (Wohl kaum sicher bestimmbare.) 


{ пш " llt, B 
Fig. 73. Inoceramus Cripsi, Mant. Fig. 74. Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Von Hundorf. Natürl. Grösse. Von Hundorf. Natürl. Grösse, 
Unten Querprofil. J, f". Querprofil. 


Inoceramus Cuvieri, Sow. (Geinitz Elbthalgeb. II. 1. pag. 48. Taf. 13. Fig. 6—8. 

Reuss Verstein. II. pag. 25.) — Fig. 74. 
Bestimmbare Exemplare von Inoceramen sind in den Teplitzer Schichten 

in Bóhmen selten und unter denen glaube ich nur wenige als sicher zu 
L Cuvieri gehórig erkannt zu haben. Ich gebe von einem die Abbildung, 
welche sowohl mit der von Schlüter als sicher Cuvieri erkannten Figur bei 
Goldfuss Taf. 111. Fig. 1., sowie mit dem von Geinitz aus Strehlen abge- 
bildeten Exemplare übereinstimmt. 

ү | Inoceramus latus, Mantell. (Geinitz Elbthalgeb. II. 1, pag. 45. Taf. 13. Fig. 4., 

5) — Pig, 75, 


\ 
| 


83 


Diese Art zieht Schlüter zu Inoceramus orbicularis, Münster. Ich be- 
schränke mich darauf, die Abbildung eines Exemplars von Hundorf zu geben, 
welches Geinitz als die schmale Form von I. latus bezeichnet und auf Taf. 
13. Fig. 5. abbildet. Solche Exemplare mögen früher als I. labiatus aus den 
Teplitzer Schichten angeführt worden sein. 

(Inoceramus striatus, Mantell.) 

Von dieser bei uns im Cenoman (Korycaner Schichten) typisch vorkom- 
menden Art erwähnt Geinitz, dass sie in Strehlen in kleinen spärlichen 
Exemplaren vorkommt. Auch Reuss führt die Art von Hundorf an. Wir be- 

| Sitzen nichts, was wir mit Sicherheit als zu dieser Art gehörig bezeichnen könnten. 
Lima Sowerbyi, Gein. (Frič Weissenb. Schichten pag. 133. Fig. 120.) 

Selten im Plänerkalke von Hundorf. 

Lima granulata, Desh. (Goldfuss Petref. Germ. П. pag. 88. Taf. 103. Fig. 5. 
Reuss Verstein. II. pag. 32. Taf. 38. Fig. 21.) — Fig. 76. 

Selten im Plünerkalke von Čížkovic bei Lobositz. Reuss führt die Art 

aus den jüngeren Schichten von Priesen und Werschowitz an. 


Fig. 75. Inoceramus latus, Mantell. Fig. 76. Lima granulata, Desh. 
Von Hundorf. Natürl. Grösse. a. Schale von Ofzkovic бта! vergróssert. 
J, f". Querprofil. b. Querschnitt durch die Rippenverzie- 


rung stark vergróssert, 


Lima divaricata, Duj. (Geinitz Elbthalgeb. I. pag. 205. Taf. 42. Fig. 18.) — Fig. 77. 
Diese Art sieht im Gesammthabitus sehr ähnlich derjenigen, welche ich 

in den Weissenb. Schichten pag. 130. Fig. 113. unter dem Namen L. tecta, 
Goldf. angeführt habe. Sie unterscheidet sich nach Geinitz von derselben 
dadurch, dass die Rippen gekörnt sind und in der Mitte der Schale unter 
einem Winkel nach links und rechts auseinander gehen und sich überdies 
theilen. (Vergl. Fig. 77.) Ich fand diese Art ziemlich häufig in Koschtitz und 
Kystra in den Schichten, welche die grossen Ammoniten führen, auf deren 


Schalen sie sich festsetzten. 
6* 


84 


Lima semisulcata, Nils. (Frič Weissenb. Schichten pag. 131. Fig. 115.) 

Selten im Plänerkalke von Sulevic. 

Lima Hoperi, Mant. (Frič Weissenb. Schichten pag. 136.) — Fig. 78. 

Eine der häufigsten Erscheinungen überall, wo die Teplitzer Schichten 
gut aufgeschlossen sind. Bei jungen gehen die radialen Linien über die ganze 
Schale, bei alten findet man sie blos am Wirbel und an den Seitenründern. 
Wir besitzen die Art von Hundorf, Mariaschein, Koschtitz, Kutschlin, Kystra 
und Öfäkovie. 

Lima dichotoma, Reuss. (Reuss Verstein. IL pag. 35. Taf. 38. Fig. 10. Frič 
Iserschichten pag. 115. Fig. 86.) 

Diese in den Iserschichten häufige Art wurde ursprünglich von Reuss 

nach einem Exemplare von Hundorf beschrieben. 


Fig. 77. Lima divaricata, Duj. Fig. 78. Lima Hoperi, Mant. 
Bruchstück der Schale vergróssert. Von Hundorf. Natürl. Grösse. 


ч E 
Fig. 79. Pecten squamula, Lam. Fig. 80. Pecten seratus, Nilsson. 
Aus dem Plänermergel von Kystra. Von Mariaschein. Fragment der Schale 
5mal vergróssert. vergrógsert. 


Lima elongata, Sow. (Frič Weissenb. Schichten pag. 131. Fig. 116.) 
Selten im Plänerkalke von Hundorf. 
Pecten Nilssoni, Goldf. (membranaceus, Zittel.) (Frič Weissenb. Schichten pag. 185. 
Fig. 124. Iserschichten pag. 116. Fig. 88.) 
Diese Art besitzen wir von Koschtitz, Kystra, Sulevie, Leitmeritz (Gau- 
benhof). Sie kommt meist in den mergligen, an Fischschuppen reichen Lagen vor. 
Pecten squamula, Lam. (Reuss Verstein. II. pag. 27. Taf. 39. Fig. 12.) — Rio u 
Wir besitzen von dieser Art ein einziges Exemplar aus dem Pläner- 
mergel von Kystra. Reuss führt Exemplare aus den jüngeren (Priesener) 
Schichten von Luschitz und Priesen bei Laun an. 
Pecten serratus, Nils. (Reuss Taf. XXXIX. Fig. 19.) — Fig. 80. 


85 


Von diesem Pecten aus der Gruppe des Р. acuminatus und serratus 
besitzen wir aus den Teplitzer Schichten kein genügendes Material, nachdem 
die Artfrage gelöst werden könnte. Reuss führt denselben aus den Teplitzer 
Schichten von Kutschlin an. Wir besitzen ein Exemplar von Rosenthal, von 
dem ich ein Fragment mit Vergrösserung der Schalenskulptur abbilde. 

Pecten eretosus, Defr. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 34. Taf. 10. Fig. 5., 6.) 

Geinitz führt die Art aus dem Plänerkalke von Strehlen, Weinböhla, 
sowie aus Hundorf an. Wir besitzen blos ein mangelhaftes Exemplar von 
Sulevic, von dem es nicht sicher ist, ob es nicht ein junger P. serratus, Nils. ist. 

Pecten Dujardinii, Röm. (Frič Weissenb. Schichten pag. 137. Fig. 129.) 
Nicht selten im Plänerkalke von Koschtitz, Čížkovic, Hundorf, Popelz etc. 


nm ef A 


el 


Fig. 81. Spondylus spinosus, Gold. Von Hundorf. 
| 1 natürl. Grösse. 


Pecten curvatas, Gein. (Frič Weissenb. Schichten pag. 135. Fig. 127.) 
Nicht häufig in Koschtitz und Kystra. 
(Pecten subaratus, Nils.) (Reuss II. pag, 29. Taf. 39. Fig. 16.) 

Reuss führt diese Art als sehr selten aus dem oberen Plänerkalke des 
Sauerbrunnberges bei Bilin an. Sowohl die Selbständigkeit der Art, welche 
dem P. pulchellus (Weissenb. Schichten pag. 135. Fig. 130.) ähnelt, sowie die 
Fundschichte sind zweifelhaft. 

(Reuss führt auch P. asper aus dem oberen Plänerkalke von Hundorf 
an. Das Vorkommen dieser typisch-cenomanen Art in den Teplitzer Schichten 
ist sehr unwahrscheinlich und es ist die Untersuchung der Reussischen Ori- 
ginale früher vorzunehmen, bevor man die Thatsache als sicher hinstellt.) 

a quinquecostata, Sow. (Frič Iserschichten pag. 117. Fig. 90.) 
" Diese Art besitzen wir.von Sulevie, Rosenthal und Hundorf. 
Pondylus spinosus, Goldf. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 31. Taf. 9. Fig. 1—3.) 
== КО 81, 
Eine der häufigsten Versteinerungen der Teplitzer Schichten, welche 
ihr Hauptiager im mittleren Niveau hat. Meist werden Exemplare mit ab- 


Vol 


86 


gebrochenen Spitzen oder blosse Steinkerne vorgefunden, namentlich auf den 
| abgeregneten Berglehnen, wo sie dann auf tieferen Schichten liegen, aus 
denen sie aber nicht stammen. Wir besitzen die Art aus Hundorf, Koschtitz, 
1 | Rosenthal, Mariaschein, Čížkovic etc. 
| | Spondylus latus, Röm. (Frič Weissenb, Schichten pag. 138.) — Fig. 82. 

A Steinkerne finden sich in Hundorf, Kutschlin, Popelz, Čížkovic, Sulevic etc. 
|| Bei Spondylen sollten vorsichtig auch die negativen Lager gesammelt werden, 
da man an denselben die Bewaffnung der Aussenseite studiren kann. 
Plieatula nodosa, Duj. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 32. Taf. 9. Fig. 5. Reuss 
Verstein. П. pag. 37. Taf. 31. Fig. 16., 17. Pl. pectinoides, Sow.) — Fig. 83. 

Selten bei „Podhorní újezd“ unweit Chlumec, gesammelt von Herrn Vincenc 
Šandera und bei Kiténov unweit Laun, gesammelt von Herrn Lehrer Feigel. 


| Plieatula inflata, Sow. (Reuss Verstein. II. pag. 37. Goldfuss Petref. Germ. Il. 
| pag. 102. Taf. 107. Fig. 6.) — Fig. 84. 
Reuss führt die Art als selten im Plänerkalke von Kutschlin und Hundorf 
an, ohne eine Abbildung zu geben. 
a 
ү | | 
a b в 
Fig. 82. Spondylus latus, Römer. Von Hundorf. Natürl. Grosse, 
а, Schalenfragment vergróssert. b, Oberschale. c. Unterschale. 
а S D 
WII 
1 Fig. 83. Plicatula nodosa, Duj. . Fig. 84. Plicatula inflata, Sow. 
31 4mal vergróssert, Copie nach Goldfuss. Natürl. Grösse, 


а. Unterschale. b. Oberschale. 
Von Podhorní újezd, 


Plicatula radiata, Goldf. (Reuss Verstein. II. pag. 37. Goldfuss Petref. Germ. Il. 
pag. 102. Taf. 107. Fig. 7.) 
| Reuss führt dieselbe aus dem unteren Niveau von Koschtitz an. 
| (Plicatula granulata, Gein.) (Elbthalgeb. П. pag. 32. Taf. 9, Fie. 4.) 
Geinitz führt die Art als auf Micraster angewachsen von Strehlen an. 
Die Abbildung macht auf mich den Eindruck einer Crania. 
Exogyra lateralis, Reuss. (Frič Weissenb. Schichten pag. 140. Fig. 136.) 
Häufig in Hundorf, Mariaschein, Kystra, Koschtitz, Čížkovic etc. (Geinitz 
führt auch Exogyra conica, Sow. als selten von Strehlen an.) 


[| Ostrea Proteus, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 41. Taf. 27. Fig. 12—27.) — Fig. 85: 
i Diese Reussische Art umfasst wahrscheinlich die ganz jungen Stadien 
verschiedener Austernarten. Bei fleissigem Sammeln dürfte es möglich sein, 


87 


ganze Reihen von Uebergängen zu Ostrea hippopodium oder zu О. semi- 


plana zu finden. 
Ostrea semiplana, Sow. (Frič Weissenb. Schichten pag. 141. Fig. 138.) 
Eine der häufigsten Arten in den Teplitzer Schichten, deren Schalen 


meist auf den abgeregneten Halden der Steinbrüche herumliegen. 


АМУ 


Fig. 85. Ostrea proteus, Reuss. Fig. 86. Ostrea frons, Park. 
Von Kystra. Natürl. Grösse. 


Copie nach Reuss. Natürl. Grösse. a. von Sulevic. b. von Kröndorf. 


Ostrea hippopodium, Nils. (Fri& Weissenb. Schichten pag. 140. Fig. 137.) 
Häufig mit der vorigen Art auf abgeregneten Halden und Berglehnen. 
Ostrea frons, Park. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 30. Taf. 8. Fig. 12.) — Fig. 86. 
Selten in Sulevic bei Lobositz und in Kiténov bei Laun (Lehrer Feigel.) 
Anomia semiglobosa, Gein. (Frič Weissenb. Schichten pag. 142. Fig. 141.) 
Selten bei Hundorf. 
(Anomia subtruncata, D’Orb.) (Frič Weissenb. Schichten pag. 141. Fig. 139.) 
Nach Geinitz bis 3 cm gross aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Anomia subradiata, Reuss. (Frič Weissenb. Schichten, pag. 148. Fig. 143.) 
Selten bei Koschtitz. 
Anomia immitans, Fr. (Erič Weissenb. Schichten pag. 142. Fig. 140.) 
Selten bei Hundorf. : 
Crania barbata, v. Hag. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 28. Taf. 8. Fig. 1., 2. Crania 
Ignabergensis, Schl) — Fig. 87. 
Geinitz führt diese Art von Strehlen und Hundorf an. 


Fig. 87. Crania barbata, v. Hag. Copie nach Geinitz. 
a. Oberschale. b. Unterschale. 


Crania spinulosa, Nils. (Reuss П. pag. 53.) : | 
Wird von Reuss aus den Teplitzer Schichten von Wunitz (unweit Koschtitz) 
angeführt, aber nicht abgebildet. j 
Terebratula semiglobosa, Sow. (T. subrotunda, Schl. Gein. Elbth. П. pag. 23.)- Fig. 88. 
Kommt hauptsächlich im mittleren Niveau der Teplitzer Schichten vor 
und ist überall häufig, wo dieselben aufgeschlossen sind. Von besonderem 


88 


Interesse sind Exemplare, welche im Hangenden der Iserschichten in Repin, 
Leitomischl und Abtsdorf gefunden wurden und im östlichen Böhmen den 
Horizont der Teplitzer Schiehten zu erkennen helfen. 


x 


Fig. 88. Terebratula semiglobosa, Sow. Natürl. Grösse. Von Hundorf, 
«. Bauchseite. 5. Rückenseite. c. Von der Seite. d. Von hinten. 


Terebratulina gracilis, v. Schlotheim. (T. rigida, Sow. Geinitz Elbthalgeb. II. 
pag. 24. U. Schlönbach Krit. Studien über Kreidebrachiopoden, Palaeonto- 
graphica ХШ.) — Fig. 89. 

Kommt besonders häufig im untersten Niveau der Teplitzer Schichten 
vor; 80 z. B. in der sog. Grundschicht in Settenz (vergl. pag. 16.), dann 
am Fusse (!) des Sauerbrunnberges bei Bilin und in den tiefsten Schichten 
des Plünerkalkes am Kutschliner Berge. Die meisten in Sammlungen vor- 
liegenden Exemplare sind auf abgeregneten Halden gesammelt ohne genaue 
Angabe der Fundschichte. 

Terebratulina chrysalis, Schl. (T. striatula, T. Faujassi. Reuss II. pag. 49.) — Fig. 90. 

Selten im Plänerkalke von Hundorf; häufiger in Čížkovic. 


b: Шы 
Fig. 89. Terebratulina gracilis, Fig. 90. Terebratulina chrysalis, Schl. 
v. Schlotheim. Von Kröndorf. Von Čížkovic. 
Rhynchonella plicatilis, Sow. (Geinitz Elbthalgeb. IT. pag. 26. Taf, 7. Fig. 5—15. 
Frié Iserschichten pag. 123. Fig. 100. var. Cuvieri. Fig. 101. Mantelliana.) 
— Fig. 91. 


89 


Kommt in mehreren Varietäten vor, die als oetoplicata, Cuvieri, Man- 
telliana und pisum, früher als Arten, angeführt wurden. Diese Rhynchonellen 
kommen in einem hóheren Niveau als die Ter. semiglobosa vor, was ich 
an den Profilen von Koschtitz und Popelz (pag. 38.) nachzuweisen Gele- 
genheit hatte. 


Fig. 91. Rhynchonella plicatilis, Sow., var octoplicata. Von Kröndorf. 
Natürl. Grösse. a. Rüchenseite. b. Hintere Ansicht. 


Die Bryozoen der b. Kreideformation wurden in neuerer Zeit von Dr. Ottomar 
Novák bearbeitet und in den Abhandlungen der kais. Akademie in Wien veróffentlicht. 
Die im Nachfolgenden gegebenen kleinen Abbildungen sind mit Einverständniss des 
Autors aus diesem Werke genommen. Viele Arten sind nach Exemplaren aus den 
cenomanen Korycaner Schichten gezeichnet, aber da sie ebenso in den Teplitzer 
Schichten vorkommen, so wird dies wohl kaum etwas schaden. 

Ich beziehe mich in der Bezeichnung nur auf genanntes Werk, wo die übrige 
Synonimik und ausführliche Beschreibung zu finden ist. (Die von Bezděkov bei 
Raudnitz angeführten Arten Proboscina intermedia und Diastopora acupunctata, Nov. 
gehören nicht den Teplitzer, sondern den Weissenberger Schichten an.) 


Hippothoa desiderata, Nov. (Novák pag. 10. [86]. Taf. 1., 2.) — Fig. 92. 
Aus den Teplitzer Schichten von Hundorf auf Micraster. 


b 


Fig. 92. Hippothoa desiderata, Nov. а. Vier Tafeln eines 
Beeigels mit aufgewachsener Hippothoa in natürl. Grösse. 
b. Ein Exemplar vergrössert. 


Membranipora confluens, Reuss. (Novák pag. 11. [87]. Taf. Ш. Fig. 17., 18.) 
— Fig. 93. 
Selten in Hundorf. 
Membranipora depressa, v. Hag. (Novák pag. 12. [88]. Taf. II. Fig. 9. 10.) 
— Fig. 94. 


nn 


| 
d 
| 
I 
| 


90 


Auf Ostrea semiplana im tiefsten Niveau der Teplitzer Schichten in den 
Lehmbrüchen bei Laun. 


Membranipora elliptiea, v. Hag. (Noväk pag. 13. [89]. Taf. II. Fig. 11—16.) 
— Fig. 95. 


Auf Micraster aufsitzend in den Teplitzer Schichten von Hundorf. 


Fig. 93. Membranipora confluens, Reuss. 
a. In natürlicher Grösse auf einem Seeigel. b. Vergrössert. 


Fig. 94. Membranipora depressa, v. Hag. 
Vergróssert, 


Fig. 95. Membranipora elliptica, v. Hag. 
Von Hundorf. Vergrössert, 


Fig. 96. Berenicea confluens, Römer. Fig. 97. Lepralia pediculus, Reuss. 
Vergrössert, Von Hundorf. Vergrössert. 


Berenicea confluens, Röm. sp. (Novák pag. 22. [98]. Taf. 4. Fig. 19—22.) — Fig. 96. 
Auf Austern aufgewachsen im Plänerkalke von Hundorf und Kutschlin. 

Lepralia pediculus, Reuss. (Novák pag. 17. [93]. Taf. I. Fig. 12.) — Fig. 97. 
Kommt auf Micraster in Hundorf und Strehlen vor. 


91 


Lupestes granulatus, Fr. (Die Crustaceen der böhm. Kreideformation von Dr. A. 
Frič und J. Kafka pag. 49. Taf. 10. Fig. 8. Textfigur Nro 71.) 

Ein sehr mangelhaft erhaltenes Schild einer pellagischen Krabbe, welches 
durch die Verzierung der Schale die Verwandtschaft zur Gattung zeigt. Aus 
den Teplitzer Schichten von Rohatec, nördlich von Raudnitz. 

Enoploclythia Leachii, Reuss. (Frič und Kafka, Crustaceen pag. 27. Taf. 9. Fig. 9. 
Textfigur Nro. 46—-52.) 

Die Exemplare aus den Teplitzer Schichten von Hundorf, Kutschlin, Kystra 
und Strehlen weichen nicht von denen aus den Weissenberger Schichten ab. 

(Das Vorkommen der Gattung Callianassa in den Teplitzer Schichten ist 
sehr zweifelhaft, denn blos Reuss erwähnt kleiner Scheeren aus dem Pläner- 
mergel von Koschtitz, ohne davon eine Beschreibung oder Abbildung zu geben.) 

Cytherella ovata, Róm. sp. (Cytherina complanata, Reuss. Elbthalgeb. II. pag. 151. 
Taf. 28. Fig. 4., 5.) — Fig. 98. 
Häufig im Plünerkalke von Koschtitz und Kutschlin. 


a b c а b 
Fig 98. Cytherella ovata, Röm. sp. Fig. 99. Cytherella Münsteri, Róm. spe 
a. u. b. nach Reuss, c. eine ovale Form a. u. b, nach Reuss. 


von Koschtitz. 50mal vergróssert, 


Cytherella Münsteri, Róm. sp. (Cytherina parallela, Reuss. Frič und Kafka pag. 
18. Fig. 41.) — Fig. 99. 
Nicht selten in den Teplitzer Schichten bei Koschtitz, namentlich in dem 
Schlümmmaterial, das beim Waschen der Koschtitzer Platten gewonnen wurde, 
welche Bemerkung für alle von Koschtitz angeführten Ostracoden gilt. 


Fig. 100. Cytherella asperula, Reuss. Fig. 101. Cytherella? sp. 
Vergrósserte Reussische Figur. Von Koschtitz. 50mal vergrössert. 


Cytherella asperula, Reuss. (Cytherina asperula, Reuss. Frič und Kafka Crusta- 
ceen pag. 19. Fig. 42.) — Fig. 100. 
Einzeln in den Teplitzer Schichten von Koschtitz. 


92 


Cytherella (?) sp. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 19. Fig. 43.) — Fig. 101. 

Auf den Koschtitzer Platten kommen zahlreiche Schalenbruchstücke vor, 
welche sehr wahrscheinlich auch einer, nicht näher bekannten Ostracodenart 
angehören. Ich gebe in Fig. 101. eine Abbildung von einem solchen Bruch- 
stücke, auf welchem der Schalenrand und die in Reihen geordneten Grübchen 
auf der sonst glatten Oberfläche der Schale zu sehen sind. Derselbe weist 
darauf hin, dass diese Ostracodenart im Verhältnisse zu den übrigen Kreide- 
ostracoden von einer sehr bedeutenden Grösse war. 


Fig. 102. Cythere ornatissima, Reuss. Fig. 103. Cythere Geinitzi, Reuss. 
Copie nach Reuss. Von Koschtitz. Copie nach Reuss. 


Cythere ornatissima, Reuss. (Frič und Kafka pag. 15. Fig. 30.) — Fig. 102. 
Ziemlich häufig in den Teplitzer Schichten von Koschtitz, seltener bei 
Kystra. 
Cythere Geinitzi, Reuss. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 15. Fig. 31.) — Fig. 103. 
Ziemlich häufig in den Teplitzer Schichten von Koschtitz. 


a b с a b 
Fig. 104. Cythere reticulata, Kafka. Fig. 105. Cythere gracilis, Kafka. 
50mal vergróssert. а. Seitenansicht. 50mal vergróssert, Von Koschtitz. 
b. u. c. Dauchansichten von 2 versch. a. Seitenansicht, b. Bauchansicht. 
Exemplaren. 


€ 


Cythere reticulata, Kf. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 15. Fig. 82.) — Fig. 104. 
Nicht selten, aber meist abgerieben in Koschtitz. 

Cythere gracilis, Kf. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 16. Fig. 33.) — Fig. 105. 
Ziemlich häufig im Schlämmmateriale von Koschtitz. 

Cythere cuneata, Kf. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 16. Fig. 35.) — Fig. 106. 
Selten in Koschtitz. 


Cythere nodifera, Kf. (Frič und Kafka Crustaceen. — Fig. 107. 
Selten in Koschtitz. 
Cythere serrulata, Bosq. (Cytherina cornuta, Reuss. П. pag. 105. Taf. 24. Fig. 
20., 21. Frič und Kafka Orustaceen pag. 16. Fig. 36.) — Fig. 108. 
Selten in den Teplitzer Schichten von Koschtitz und Brozan. 


F'ig. 106. Cythere cuneata, Fig. 107. Cythere nodifera, Fig. 108. Cythere serrulata, 
Kf. 50mal vergrüssert von Kf. 50mal vergrössert von Bosq. Original 50mal vergr. 


Koschtitz. a. Seitenansicht. Koschtitz. a. Seitenansicht. б. Bauch- 
b. Bauchansicht. ansicht. 


Fig. 109. QCythere elongata, Reuss sp. Fig. 110. Cytheridea perforata, Róm. 
Copie nach Reuss. Copie nach Reuss. 


k 
H 


y 


d 
Fig. 111. Cytherideis laevi- Fig. 112. Bairdia subdeltoi- Fig. 113. Bairdia modesta, 
gata, Röm, sp. dea, Münst. Von Koschtitz. Reuss. Original nach einem 
50mal vergróssert. Exemplare von Koschtitz. 


Y 
Cythere elongata, Reuss. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 17. Fig. 37.) — Fig. 109. 
\ Selten in Koschtitz; war bisher nur aus Sachsen bekannt. 
Cytheridea perforata, Róm. sp. (Cytherina Hilseana, Röm. Frič und Kafka Crus- 
taceen pag. 17. Fig. 38.) — Fig. 110. 
C In Koschtitz, Króndorf, Strehlen und Weinbóhla. | | 
'Ytherideis laevigata, Róm. sp. (Cytherina attenuata, Reuss. Frič und Kafka 
Crustaceen pag. 17. Fig. 39.) — Fig. 111. 
In Koschtitz, Strehlen und Weinbóhla. 


| 
| 
| 
d 


94 


Bairdia subdeltoidea, v. Münst. (Frió und Kafka Crustaceen pag. 13. Fig. 23.) 
— Eig. 112. 
Sehr häufig in dem Schlämmmaterial von Koschtitz, ebenso in Strehlen 
und Weinböhla. 
Bairdia modesta, Reuss. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 13. Fig. 24.) — Fig. 113. 
Häufig in Koschtitz, kommt bereits in den Semitzer Mergeln der Weissen- 
berger Schichten vor. 
Bairdia arcuata, var. faba, Reuss. (Cytherina faba, Reuss. Frič und Kafka Cru- 
staceen pag. 13. Fig. 25.) — Fig. 114. 
Findet sich schon in den Weissenberger Schichten bei Semitz, in den 
Teplitzer bei Koschtitz, in den Priesener bei Luschitz und Priesen. 


Fig. 114. Bairdia arcuata, Fig. 116. Pollicipes Kosti- Fig. 115. Bairdia depressa, 
var. faba. censis, Kf. Tergum v. Ko- Kf. Von Koschtitz, 
Copie nach Reuss, Schtitz, 4mal vergróssert. 50mal vergrössert, 


Fig. 117. Pollicipes glaber, Römer. 
c Carina, ¿ Tergum, s Scutum, s? obere Laterale (nach Reuss), c? Carinolaterale, r? Rostrolaterale, 
1 unteres Laterale. Alle 4mal vergrössert. 


95 


Bairdia depressa, Kf. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 14. Fig. 26.) — Fig. 115. 
Die Form der Schale ist der von Cytherella Münsteri, Róm. sp. ähnlich. 
Sie ist jedoch verhältnissmässig breiter und die Rückenansicht zeigt einen 
noch grósseren Unterschied in der Wólbung, da die Schalen dieser Art sehr 
gleichmäsig und flach gewólbt sind. Wie bei den übrigen Bairdien ist auch 
hier die Oberfläche der Schale glatt und glänzend. Diese Art kommt ziemlich 
oft bei Koschtitz vor. 
Pollicipes Kosticensis, Kf. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 11. Fig. 19.) — Fig. 116. 
In dem unteren Niveau der Teplitzer Schichten bei Koschtitz. 


Fig. 119. Pollieipes conicus, 

Reuss. Copie nach Reuss. 

o von oben, b v. der Seite, 
c Querschnitt. 


Fig. 121. Loricula pulchella, 
var. gigas Pr, ` 
Natürl. Gróse v. Koschtitz. 


Fig. 118. Pollicipes Вгоппі. 
Carina 4mal vergróssert. 
а von oben, b von der Seite, 
c Querschnitt. 


Q 


Fig. 120. Scalpellum angustatum, Dix. бта] vergróssert. ` 
a von der Seite, b von oben, c Querschnitt, d in natürlicher Grösse. 


Pollicipes glaber, Dom, (Frič und Kafka Crustaceen pag. 8. Fig. 13.) — Fig. 117. 
. Häufig in den Teplitzer Schichten in Koschtitz, Kystra, Hundorf, in 
Strehlen und Weinböhla. Ich gebe von dieser Art die Abbildung von Exem- 
plaren aus den cenomanen Korycaner Schichten, welche kaum von denen 
aus den Teplitzer abweichen. 
ipes Bronni, Róm. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 9. Fig. 14.) — Fig. 118. 
Pollici ‚Selten in den Teplitzer Schichten von Kosehtitz. c BIRDS 
-Apes conicus, Reuss. (Verstein. I. pag. 17. Taf. V. Fig. 13. Frič und 
Kafka Crust. pag. 11. Fig. 21.) — Fig. 119. 


Pollie 


96 


Reuss beschrieb die Art nach einer einzigen Carina vom Sauerbrunn- 
berge bei Bilin. 
(Scalpellum angustatum, Dix. sp.) Frič und Kafka Crust. pag. 6. Fig. 8.) — Fig. 120. 
Diese Art besitzen wir blos aus den Korycaner Schichten, aber Geinitz 
führt sie auch aus den Teplitzer Schichten von Strehlen und Weinbóhla an. 
Lorieula pulchella, Sow. var. gigas, Fr. (Frič und Kafka Crustaceen pag. 3. Taf. 1. 
Fig. 1.) — Fig. 121. 
Das Prachtexemplar dieses schönen Cirripeden wurde 1865 von meinem 
+ Petrefactensammler Staska in der Wohnkammer eines riesigen Ammonites 
peramplus gefunden. Der Ammonit stammte aus dem mittleren Niveau der 
am linken Egerufer vor Koschtitz entblóssten Teplitzer Schichten und ent- 
hielt ausser der Loricula noch riesige Exemplare von Scaphites Geinitzii, 
Mytilus Cottae und vielen anderen Petrefacten. Die emsige Verarbeitung 
der Wohnkammern grosser Ammoniten und Nautilen ist sehr zu empfehlen. 
(Serpula umbilicata, v. Hag.) (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 202. Grundriss Taf. 16. 
Fig. 94.) 
Nach Geinitz aufgewachsen auf Inoceramen, Spondylen und Terebratulen 
in Strehlen. 
(Serpula maeropus, Sow.) (Iserschichten pag. 129. Fig. 115.) 
Nach Geinitz bis 5 cm lang in Strehlen. 
Serpula biplicata, Reuss. (Reuss I. pag. 18. Taf. V. Fig. 23.) 
Durch stärkere Falten der Anwachsstreifen charakterisirt. Nach Reuss 
auf Micraster in Hundorf. 
Serpula depressa, v. Münst. (Reuss I. pag. 18. Taf. 5. Fig. 28.) 
Nach Reuss auf Rhynchonella von Hundorf aufsitzend. 


Fig. 122. Serpula gordialis, v. Schl. Von Króndorf in natürl. Grósse. 


Serpula gordialis, v. Schl. (Reuss I. pag. 19.) — Fig. 122. 

Von dieser veründerlichen Art führt Reuss die var. infibulata von Hundorf 
und var. implieata von Brozan an. Das abgebildete schóne Exemplar erhielt 
das Museum von Herrn Feigel, Lehrer in Laun; es stammt aus den Терле! 
Schichten von Króndorf. 

Serpula pustulosa, Gein. (Reuss I. pag. 19. Taf. V. Fig. 25. Geinitz Elbthalgeb: 
IL pag. 201. Taf. 87. Fig, 5.) 

Diese durch einen gekräuselten Kiel und dreieckigen Querschnitt kennt- 

liche Art kommt auf Inoceramus Brongniarti aufgewachsen in Hundorf und 


Strehlen vor. 


97 


Serpula rotula, Goldf. (Reuss I. pag. 18. Taf. XIII. Fig. 94.) 

Diese kleine flache Serpula sieht einem zusammengedrückten Ammoniten 
ähnlich. Sie ist involut, am Rücken gekielt, an den Seiten mit einer flachen 
F'urche versehen. Feine koncentrische Linien zieren die Oberfläche. Auf Spon- 
dylus spinosus aufgewachsen selten in Hundorf und Kutschlin. 

Serpula granulata, Sow. (Reuss I. pag. 20. Taf, ХШ. Fig. 96.) 

Durch 12 erhabene feine Längskerben kenntlich. Sehr selten im oberen 
Plänerkalke am Sauerbrunnberge bei Bilin. 

(Serpula ampullacea, Sow.) (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 200. Taf. 37. Fig. 6—9.) 

Geinitz führt die Art aus dem Plänerkalke von Strehlen an. Reuss nur 
aus den cenomanen Schichten in den Schillingen bei Bilin. 


Die Revision der Eehinodermen wurde von Dr. Ot. Novák vorgenommen, 
Welcher eine grössere Monographie über dieselben in den Abhandlungen der k. böhm. 
Gesellschaft der Wissenschaften zu veröffentlichen begonnen hat. Die Zeichnungen 
Sind nach seinen zur Publication vorbereiteten Tafeln verfertigt. (Vergl. Dr. Ot. 

Оук: Studien über Echinodermen der böhm. Kreideformation Nro. 1. Abhandl. 
der k, bóhm. Gesell. der Wissenschaften VII. Folge, 2. Band 1887.) 


Fig. 193, Cidaris Reussi, Gein. Fig. 124. Cidaris subvesiculosa, D'Orb. 
on Strehlen. Copie nach Geinitz. Von Hundorf. Copie nach Geinitz. 
“ natürl Grösse, b. vergrössert, a. Ganzes Exemplar. 5. Abulacralplatte vergrössert. 
ШҮ Querschnitt. { c, Stachel vergrössert. 


Cidaris Reussi, Gei ülbthalgeb. II. pag. 7. Taf. 2. Fig. 5. und 6.) — Fig. 193. 
1, Gein. (Elbthalg pag f 
Einzelne Stacheln führt Reuss von Koschtitz, Geinitz von Strehlen und 
Weinböhla an. 


98 


Jidaris subvesieulosa, D'Orb. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 6. Taf. 2. Fig. 1. 
bis 4.) — Fig. 124. 
Das abgebildete Exemplar von Hundorf befindet sich in der Sammlung 
der Bergakademie zu Freiburg. Einzelne Stacheln sammelte ich beim Gang- 
hof unweit Bilin. 


b d f 


Fig. 125. Phymosoma radiatum, Schlüter. (Cyphosoma radiatum Sorign.) 

a. Ganzes Exemplar in natürl. Grösse von unten. 0. Von der Seite. 

с. Stachel in natürl. Grösse. d. Vergróssert von der Seite. e. Von unten, 
J. Ambulacralreihe vergrössert. 


Fig. 126. Micraster cf. cor. testudinarium, Goldf. 
a. Von oben. b. Von der Seite. Natürl. Grösse. 


Phymosoma radiatum, Schlüter. [Cyphosoma radiatum Sorign.] (Geinitz Elbthal- 
geb. IL. pag. 9. Taf. 2. Fig. 7.) — Fig. 125. 

Der eingebürgerte Namen Cyphosoma wurde in Phymosoma geändert, 

da sich ersterer als bereits einem Insekte vergeben erwies. 


Stacheln nicht 
selten in Hundorf, Strehlen ete., ganze Exemplare seltener. 


99 


Micraster ef. cor testudinarium, Goldf. sp. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 11. 
Taf.4. Fig, 1-4.) — Pie, 196. 

Gehört einer höheren Lage an als der Micr. breviporus, was man an 
der Berglehne bei Kystra wahrnehmen kann. Die Art wurde früher als 
Mieraster cor anquinum angeführt (Reuss II. pag. 56.), welcher aber viel 
Jüngeren Schichten der oberen weissen Schreibkreide angehört und in seiner 
typischen Form nie in Böhmen gefunden wurde. Uebrigens finden sich in 
Frankreich zwischen beiden Arten Uebergänge, welche selbst Fachmänner 
nicht mit Sicherheit zu dieser oder jener Art zu stellen wissen. 


Fig. 127. Micraster breviporus, Ag. In natürlicher Grösse. Häufig meist ohne 
Schale in Hundorf. a. Von oben. 5. Von unten. c. Von der Seite. 


Micraster breviporus, Ag. [Micraster Leskei des Moulins.] (Geinitz Elbthalgeb. 
Ib pig. AR, = Fig. 127, 

Derselbe scheint einem tieferen Niveau anzugehören als M. cor testudi- 
narium, wie ich mich namentlich an der Berglehne von Kystra überzeugte. 
(Vergl. Profil auf Seite 34.) 

(Ananchytes ovata. Echinocorys vulgaris.) |Vergl. Novák Studien pag. 9.] 

Diese Art wurde vielfach als in Böhmen in den Teplitzer Schichten 
vorkommend angeführt. Eine genaue Untersuchung der Exemplare zeigte, 
dass dies sämmtlich Holaster planus ist. Dennoch findet man den wahren 
Echinocorys zuweilen bei den Händlern in Teplitz, aber diese Exemplare 
rühren aus der weissen Schreibkreide von Rügen her, welche in den Teplitzer 
Fabriken vielfach verarbeitet wird. 

Holaster planus, Mant. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 9. Taf. 3. Fig. 2., 3. Anan- 
chytes ovata bei Reuss II. pag. 56.) — Fig. 128. 

Diese Art wurde früher unter dem Namen Ananchytes ovata vielfach 
aus Böhmen angeführt. Sie unterscheidet sich von derselben durch dünnere 
Schale und durch abweichende Stellung des Afters. A. ovata gehört einem 
viel jüngeren Niveau der weissen Schreibkreide an und ihr Vorkommen in 
Böhmen ist sehr unwahrscheinlich. Meist verdrückte Exemplare im Pläner- 
kalke von Hundorf, Kutschlin, Sauerbrunnberg bei Bilin ебе. 


Ké 


100 


Offaster (ef.) coreulum, Goldf. (Ananchytes corculum Reuss IT. pag. 56.) — Fig. 129. 
Reuss führt die Art als selten im oberen Plänerkalk von Pokratitz an, 
ohne eine Abbildung zu geben. Das abgebildete Exemplar befindet sich in 

der geol. Sammlung des deutschen Polytechnikums zu Prag. 


o 
А020 
Fig. 128. Holaster planus, [Mant. Von Mariaschein. 

a. 1 natürl. Grösse. b. Scheitel stark vergróssert. 


Fig. 129. Offaster (cf.) согсшит, Goldf. Von Hundorf. 
a. Von oben. b. Von unten. c. von der Seite. d. Vergrösserte Ambulacralplatten. 


Stellaster quinqueloba, Goldf. sp. (Geinitz Elbthalgeb. IT. pag. 17. Taf. 6. Fig. 7.) 
— Fig. 130. 
Geinitz führt die Randplatten von Strehlen an, wir besitzen sie von 
Popelz bei Libochovic. 
Mesoerinus Fischeri, бейш. sp. (Antedon Fischeri, Geinitz Elbthalgeb. II. pag 
18. Taf. 6. Fig. 9—12.) — Fig. 181. 
Diese Seelilie wurde früher unter dem Namen Bourguetierinus aus 
Böhmen angeführt (Reuss П. pag. 59. Taf. XX. Fig. 28—33.) und soll nach 


101 


Carpenter der Gattung Mesocrinus angehören. Reicheres Material wird 
wohl diese Zweifel lösen. Wir besitzen bisher nur Süulenglieder. Reuss 
führt sie aus den Teplitzer Schichten von Kutschlin, Kröndorf, Koschtitz 


und dem Sauerbrunnberg bei Bilin an. 


EM 


Fig. 130. Stellaster quinqueloba, Goldf. Fig. 131. Mesocrinus Fischeri, Gein. sp. 
8p. Randplatten in natürl. Grósse von Vergróssertes Süulenglied. 
Popelz bei Libochovic, Copie nach Geinitz. 


Psolus? sp. Počta. (Sitzungsber. d. kais. Akad. der Wiss. Juli 1885.) — Fig. 132. 
Seltene Bruchstücke dieser gitterförmigen Kalkkörper, die denjenigen 

der jetzt lebenden Holothuriengattung Plosus sehr ähnlich sind, fanden sich 

im Schlämm-Materiale, das von den Koschtitzer Platten abgewaschen wurde. 


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Fig. 132. Psolus? sp. Počta. Fig. 133. Nephthya cretacea, Poóta. 
Kalkkórperchen einer Holothurie von Aus dem unteren Niveau v. Koschtitz, 
Koschtitz. 110mal vergróssert. 25mal vergróssert. 


Fig. 134. Mierabacia coronula, Godf. вр, Fig. 135. Parasmilia centralis, Mant. sp. 
Von Zidovic bei Raudnitz. a. Natürl. 
Grösse. b. Querschnitt vergróssert. 


Nephthya eretacea, Poóta. (Sitzungsber. d. kais. Akademie der Wiss. in Wien. 
Band ХСП. pag. 8. Taf. 1. Fig. 7. Pocta die Anthozoén der böhm. Kreide- 
formation. Abhandl. der К. bóhm. Gesell. der Wiss. VIL Folge. Band 2.)— 
Fig. 133. 


102 


Die Seleriten dieses Polypen wurden bei der Untersuchung des durch 
Abwaschen der Koschtitzer Platten gewonnenen Materiales vom Museums- 
assistenten Herrn Kafka gefunden und Herrn Počta zur Beschreibung übergeben. 

Micrabaeia eoronula, Goldf. sp. (Pocta Anthozoön pag. 32. Fig. 12. und 13.) — 
Fig. 134. 
Ist aus den Teplitzer Schichten von Postelberg, Wollenitz bekannt. 
Parasmilia centralis, Mant. sp. (Poéta Anthozoén pag. 43. Fig. 20.) — Fig. 135. 
Selten im Plänerkalke bei Zidovie unweit Raudnitz. 
Coelosmilia ? laxa, M. E. et Haine. (Poéta Anthozoön pag. 42.) 
Ein Querschnitt im Gestein fraglichen Alters von Neudörfel bei Teplitz. 
Craticularia vulgata, Poč. (Pocta Beitr. z. К. d. Sp. I. pag. 15. Fig. im Texte A 
Taf. I. Fig. 7. 9 0.) — Fig. 136. 


Fig. 136. Craticularia vulgata, Poč. Natürliche Grösse. 


ADARNA U 


Fig. 137. Craticularia subseriata, Röm. Fig. 138. Pleurostoma bohemicum, Zitt. 
Von Čížkovic. Natürl. Grösse. Von Leneschitz. Natürl Grösse, 


Cratieularia subseriata, Röm. sp. (Scyphia subseriata, Róm. Kreide. pag. 9. 
Taf. III. Fig. 8. Reuss Kreide. pag. 75. Taf. XVIII. Fig. 7. Pocta Beiträge 
Ш. pag. 33.) — Fig. 137. 
Selten in Hundorf, Kutschlin und Čížkovic. 
Leptophragma striatopunetata, Röm. sp. (Röm. Kreidegeb. pag. 9. Taf. III. 
Fig. 7. Poéta Beitr. І. pag. 18.) 


103 


In den „scharfen“ Schichten, welche das Liegende der Teplitzer Schichten 
bilden, oberhalb der Ziegelei in Leneschitz, sowie von Čížkovic. 
Leptophragma fragilis, Róm. sp. (Scyphia, Róm. Kreidegeb. pag. 8. Taf. III. 
Fig. 11. Pocta Beitr. III. pag. 34. Taf. I. Fig. 26.) 
Häufig in den Teplitzer Schichten nördlich von Raudnitz, Čížkovic, 
Hrobce, Zidovie, Rohatce. Gesammelt von Prof. Zahálka. 
Pleurostoma bohemicum, Zitt. (Zitt Studien über fossile Spongien I. pag. 48. 
Počta Beitr. z. K. d. Sp. I. pag. 21. Fig. im Texte 7. Taf. IT. Fig. 7.) — Fig. 138. 
Häufig in den tiefsten Lagen der Teplitzer Schichten zusammen mit 
Achilleum rugosum in Leneschitz, in den Lehmbrüchen bei Laun, dann bei 
Michelsberg bei Leitmeritz und in Čížkovic. Auf den abgeregneten Halden 
der Steinbrüche wird es oft gesammelt. 
Pleurostoma seyphus, Poč. (Beitr. z. K. d. Sp. pag. 21. Fig. im Texte 8. Taf. II. 
Fig, 4.) — Fig. 139. 
Das einzige Exemplar aus den Teplitzer Schichten von Koschtitz erhielt 
unser Museum von Prof. Dr. Ott. Noväk zum Geschenk. 


Fig. 139. Pleurostoma scyphus, Poöta. Von Koschtitz. Natürl. Grösse. 


Pleurostoma ramosum, Gerster sp. (1881. Gerster Nova Acta pag. 23. Tah T. 
Fig. 1—5.) 
Selten in Bruchstücken bei Leneschitz und Čížkovic. 
Guettardia stellata, Mich. (Počta Beitr. I. pag. 24.) — Fig. 140. 

Römer führt die Art aus Böhmen von Malnitz an, wo es wohl auch 
aus der „scharfen“ Schichte der Lehmbrüche herrühren dürfte. Wir besitzen 
ein einziges Exemplar von Mariaschein. 

Guettardia trilobata, Dom. sp. (1864. Dom, palaeontographica pag. 14. Taf. V. 
Fig. 8. Poéta Beitr. z. K. d. Sp. I. pag. 23. Fig. im Texte 9.) 

Der vorigen ühnlich, aber nur dreilappig. Aus den „scharfen“ Schichten 

an der Basis der Teplitzer in Leneschitz. 


| 
| 


104 


Ventrieulites angustatus, Röm. (Seyphia angustata, Reuss. Verstein. II. pae. 74. 
Taf. ХҮП. Fig. 11. Elbthalgeb. П. pag. 1. Taf. I. Fig. 8. Pocta Beitr. I. 
pag. 80.) — Fig. 141. 

Eine der häufigsten Erscheinungen in den Teplitzer Schichten, wo sie im 
mittleren Niveau dem sog. „Körper“ ihr I lauptlager hat. Auf abgereeneten 
Halden und Berglehnen findet sie sich häufie. Im festen Gestein trifft man 
oft ihre zierlichen Querschnitte in Schwefelkies verwandelt. Localitäten: 
Kutschlin, Hundorf, Mariaschein, Rosenthal, Leneschitz, Koschtitz, Čížkovic 
und überall, wo die Teplitzer Schichten gut aufgeschlossen sind. 


Р а 
Fig. 140. Guettardia stellata, Mich. Fig. 141. Ventriculites angustatus, Röm. 
Von Mariaschein. Natürl. Grösse. Von CiZkovic. Natürl. Grösse, 


a. Ganzes Exemplar. 5. Querschnitt, 
c. Kine Masche vergróssert. 


Fig. 142. Ventrieulites radiatus, Mant. Fig. 143. Ventrieulites eribrosus, Phill. 
Von Kystra. Natürl. Grösse, Sp. Von Teplitz, Natürl. Grösse, 


105 


Ventrieulites radiatus, Mant. (Reuss Kreide. pag. 74. Taf. XVII. Fig. 14. 
Geinitz Elbthalgeb. П. pag. 3. Poéta I. pag. 32.) — Fig. 142. 
Häufige Bruchstücke in den Teplitzer Schichten von Hundorf, Koschtitz, 
Popelz, Kutschlin, Kystra, Čížkovic ete.; auch in Strehlen und Weinböhla. 
Ventrieulites Zippei, Reuss. sp. (Reuss Kreidegeb. pag. 76. Taf. ХУШ. Fig. 5. 
Poéta Beitr. I. 32.) 
Ähnlich dem radiatus, aber mit regelmässigen rhombischen Vertiefungen. 
Selten in den Teplitzer Schichten von Kutschlin und Hundorf. і 
Ventrieulites eribrosus, Phill. sp. (1883. Hinde Catal. pag. 113. Taf. XXVL 
Fig. 2. Pocta Beitr. Ш. pag. 34. Ventr. radiatus var. subeylindrica Pocta 
І. pag. 88. — Fig. 148. 
Bisher ein einziges Exemplar in den Teplitzer Schichten von Hundorf. 


Fig. 144, Ventriculites marginatus, Poč. Fig. 145. Plocoscyphia labyrinthica, 
Von Kystra. Natürl. Grösse, Reuss. Verkiestes Exemplar. 
Von Hundorf. Natürl. Grösse. 


Ventriculites marginatus, Poč. (Beitr. III. pag. 34.) — Fig. 144. 
Die Art kommt in ziemlich verschiedenen Grössen in den Teplitzer 
Schichten nördlich von Raudnitz, in Čížkovic, Rohatec und Zidovie vor. 
Ventrieulites convolutus, Hinde. (Hinde Catalogue of fossils Sponges pag. 110. 
Taf. XXV. Fig. 5. 5a. Poéta über 2 neue Spongien pag. 3. Sitzungsber. der 
К. bóhm. Gesells. d. Wissensch. 1885.) 
p Blos ein Fragment bekannt von Sulevie bei Lobositz, 
locoseyphia labyrinthica, Reuss. (Reuss Kreideverst. pag. 77. Taf. XVII. 
Fig. 10. Počta Beitr. z. K. d. S. I. pag. 36.) — Fig. 145. 
Häufig meist verkiest wird der Schwamm auf den Halden der Teplitzer 
Schichten oder fest im Plänerkalke eingewachsen vorgefunden. Fundorte: 
Plo Kutschlin, Hundorf, Čížkovic ete. 
COsCyphia labrosa, Smitt. sp. (1848. Annals pag. 368. Taf. 6. Fig. 4. Pocta 
Beitr. III. pag. 85.) 
Ein Exemplar von Čížkovic befindet sich in der Sammlung des Prof. 
Zahálka in Raudnitz. 


D 
n 


106 


Plocoseyphia pertusa, Gein. (Pocta über 2 neue Spongien. Stzgsber. der k. b. 
Gesell. d. Wiss. 1885. pag. 3. Elbthalgeb. I. pag. 26. Taf. 2. Fig. 5. Taf. 3. 
Fig.1.) — Fig. 140. 

Selten in Settenz und Hundorf. 

Rhizopoterion cervicorne, Goldf. sp. (Siph. cerv. Goldfuss I. pag. 18. Taf. VI. 
Fig. 11. Siph. cerv. Reuss Verst. pag. 73. Taf. XVI. Fig. 15. Taf. ХҮШ 
Fig. 2. Pocta Beitr. III. pag. 36.) — Fig. 147. 

Fragmente der Stängel sind aus den Teplitzer Schichten bekannt von 
Hundorf, Kutschlin, Zabovfesk und Chudovlic. 


Fig. 146. Plocoscyphia pertusa, Gein. Fig. 147. Rhizopoterion cervicorne, 
Von Hundorf. Natürl, Grösse. Goldf. sp. Von Zabovresk. Natürl. Grösse. 


Fig. 148. Coeloptychium Friói, Po&ta. Von Mariaschein.  natürl Grösse. 


Cystispongia verrucosa, Reuss sp. (Manon verrucosum. Verst. d. bóhm. Kr. Il. 
pag. 77. Taf. XX. Fig. 6. Poóta Beitr. Ш. pag. 36. Taf. I. Fig. 29. ab.) 

Reuss führt die Art aus den Teplitzer Schichten vom Sauerbrunnberge 
und von Kutschlin an. Prof. Zahálka besitzt ein Exemplar von Čížkovic. 

Coeloptychium Friéi, Poč. (Beitr. z. K. d. Sp. I. pag. 41. Fig. im Texte 19.) 
— Fig. 148. 
Ein einziges Exemplar aus den Teplitzer Schichten von Mariaschein. 
Doryderma ramosum, Mant. sp. (Mantell G. Yorkshire pag. 162. Taf. XV. Fig. 11. 
Spongia ramosa Reuss. Verst. I. pag. 79. Taf. 20. Fig. 7., 8. Poéta Beitr. 
Il. pag. 80.) 

Nach Reuss nicht selten in den Teplitzer Schichten von Kutschlin und 
am Sauerbrunnberge bei Bilin. Wir besitzen sie von Čížkovic. Die Fragmente 
sind meist durch Verwandlung in Schwefelkiese zur Unkenntlichkeit verändert. 

Phymatella intumescens, Dom. sp. (Róm. Spongitarien pag. 26. Taf. XI. Fig. 1. 
Poéta Beiträge II. pag. 33.) 

In den Sammlungen der böhm. Universität zu Prag sind zwei in Schwefel- 

kiess verwandelte Exemplare von Koschtitz. 


107 


Phymatella elongata, Reuss sp. (Siphonia elongata Reuss, Kr. II. pag. 73. Taf. 
XLIII. Fig. 4. Pocta Beiträge Ш. pag. 32.) — Fig. 149. 
Aus den Teplitzer Schichten von Kutschlin und Hundorf. Unser Museum 
besitzt kein Exemplar, aber mehrere sollen aus Böhmen in der geol. Samm- 
lung zu Breslau sich befinden. 


Theeosiphonia erecta, Pod. sp. (Jerea errecta Pocta. Vesmír XIV. pag. 35 


Qo e 
Pocta Beiträge III. pag. 37. Textfigur Nro. 11. Taf. I. Fig. 30.) — Fig. 150. 
Aus den höchsten Lagen der Teplitzer Schichten von Rohatec nörd- 


lich bei Raudnitz. Das abgebildete Prachtexemplar befindet sich in der 
Sammlung des Prof. Zahálka. 


i. 149. Phymatella elongata, Fig. 150. Thecosiphonia erecta, Poóta sp. 


euss, вр. Copie nach Reuss in Von Rohatec in j natürl, Grüsse. 
3 natürl. Grösse, 


Fig. 151. Cliona Conybeari, Bronn sp. Copie nach Geinitz. Nal, Grösse. 


Cliona Conybeari, Bronn sp. (Poéta Beiträge Ш. pag. 13.) — Fig. 151. 


Auf der Oberflüche der Steinkerne von Ammoniten und Nautilen finden 
sich Erhabenheiten, von denen man behauptet, dass sie einem Bohrschwamme 
angehören. Die beweisenden Kieselnadeln wurden aber bisher nicht gefunden. 


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108 


Amorphospongia globosa, v. Hag. sp. 
(Tragos globularis, Reuss.) (Reuss Verst. II. pag. 78. Taf. XX. Fig. 5. Geinitz 
Elbthalgeb. II. pag. 4. Taf. 1. Fig. 2.) — Fig. 152. 

Diese Schrotkorn ähnliche Gebilde, welche bisher für Schwämme ge- 
halten wurden, sollen nach den neuesten Untersuchungen von Munier Chalmas 
Früchte von eigenthümlichen Algen sein. — Auf dem vergrösserten Durch- 
schnitte zeigt sich eine Rindenschichte, welche aus einem dichten Gewebe 
von Nadeln zu bestehen scheint. Im Inneren wechseln lichte und dunkle 
radiale Streifen. Die lichten Streifen scheinen auch ein Geflechte von Na- 
deln zu sein, welche ebenso wie die der Rinde kalkig sind. Die dunklen 
Streifen sind mit erdiger Masse oder mit Schwefelkies gefüllt. Findet sich 
auf den abgeregneten Halden oder an Derglehnen, wo die Teplitzer Schichten 
entblösst sind. Reuss führt sie von Kutschlin| vom Sauerbrunnberg bei 
Dilin an, Geinitz von Strehlen und Weinbóhla; wir besitzen sie von Hundorf, 
Čížkovic und Gaubenhof. 


BAER 
p 
Fig. 52. Amorphospongia globosa, v. Hag. sp. Von Gaubenhof. 


а. Ganzes Exemplar іп natürl. Grösse. b. Querschnitt. c. Radialer Schnitt 
6mal vergrössert. d. Oberfläche vergróssert. 


Achilleum rugosum, Reuss, var. elliptica. (Reuss Verst. II. pag. 79. Taf. XX. 
Fig. 4. Počta Beiträge III. pag. 32.) — Fig. 153. 

Das Achilleum rugosum kommt bei uns in zwei Formen vor, von welchen 
ich die eine als var. elliptica anführe und die andere als selbstündige Art 
Ach. bisquitiforme. Die var. elliptica ist 
stets kleiner und auf beiden Enden zugespitzt, 
von der Längsfurche, die auf der gewölbten 
Fläche sich hinzieht, gehen rechts und links 
Runzeln nach aussen und hinten. Die Unter- 
fläche ist flach und rauh. Am Querschnitt fand 
Pocta viele Foraminiferen und stellenweise 
horizontale Schichtung. (Von der Reussischen 
Abbildung lässt sich nicht entscheiden, welche 
von beiden Formen hat zur Darstellung kom- 
men sollen.) — Diese Art hat eine gróssere 
verticale Verbreitung als die andere. Früher 
war sie nur aus den Teplitzer Schichten von 
Kutschlin und vom Sauerbrunnberg bei Bilin fons P reg d 
bekannt. Ich traf sie schon in den Semitzer schitz in natürlicher Grösse. 


109 


Mergeln der Weissenberger Schichten, dann namentlich häufig in йеп „schar- 
fen“ Lagen an der Basis der Teplitzer Schichten in Leneschitz, in den Lehm- 
brüchen bei Laun und bei Kystra etc. Sie liegen in der Regel auf den abge- 
regneten Halden und Berglehnen und werden von Sammlern leicht übersehen. 


Achilleum bisquittiforme, Fr. — Fig. 154. 

Dieses grosse Achilleum kommt an der Basis der Teplitzer Schichten 
vor und konnte ich in den Lehmbrüchen bei Laun ganz genau die Lager- 
schichte sicherstellen. (Vergl. Profil auf Seite 28, Fig. 10.) Dasselbe hat 
im Ganzen die Form eines Bisquitts (alter Form), das eine Ende ist schön 
abgerundet und oben mässig gewólbt, unten etwas coneav und mit zahl- 
reichen Austern, Foraminiferen ete. bewachsen. Der mittlere Theil; ist ver- 
engt, der hintere ausgebreitet und sich flach verlierend. Die Runzeln ziehen 
sich über die ganze obere Seite und lassen längs der Achse einen Streifen frei. 
Länge 24 em. Ich fand die Art häufig, aber immer nur den abgerundeten Vorder- 
Шеп in den Lehmbrüchen bei Laun, in Leneschitz oberhalb der Ziegelei. 


а b 


Fig. 154. Achilleum bisquittiforme, Fr. Von den Lehmbrüchen bei Laun. 
a, 4 natürlicher Grösse. b. Der Vordertheil von unten. Natürl. Grósse. 
1. Ostrea semiplana. 2. Terebratulina gracilis. 3. u. 4. Ostrea hippopodium. 5. Nodo- 
Saria Zippei. 6. Cristellaria. 7. Frondicularia inversa. 8. Dentalina. 9. Junge Ostrea. 
10. u. 11. Bairdia subdeltoidea. 


Spongites saxonieus, бейш. (Frič Iserschichten pag. 134. Fig. 128.) 
Diese noch immer räthselhaften Gebilde kommen in den Teplitzer 
N 1 D D hr Im 
Schichten nur selten und in unkenntlichen Bruchstücken vor. 


d 
b 


110 


Die Foraminiferen der böhmischen Kreideformation harren noch immer einer 
monographischen Bearbeitung und meine wiederholten Versuche jüngere Kräfte zur 
Lösung dieser Frage anzueifern, blieben ohne Erfolg. Es ist auch einzusehen, dass 
es dankbarere Zweige naturwissenschaftlicher Arbeit gibt als die Kreideforaminiferen, 
wo man nach langer emsigen Arbeit zu dem Resultate kommt, dass manche Gat- 
tung und Art kaum von jetzt lebenden Formen abweicht. 

Ich beschränke mich daher in Nachfolgendem auf die bildliche Darstellung der 
grösseren häufigeren Formen und von den kleineren gab ich nur von einigen Gat- 
tungen ein Dild und verweise im Uebrigen auf die neuere Reussische Arbeit in 
Geinitz Elbthalgebirge. 

Bei der Sichtung des Materiales und Zeichnung der Exemplare, sowie bei der 
sehr schwierigen Anfertigung von Dünnschliffen des mürben Plünergesteins war mir 
Herr Dr. Ph. Počta behilflich. 

Der sich wiederholende Umstand, dass von Strehlen Arten angeführt werden, 
die in Böhmen nur in den jüngeren Priesener Schichten nachgewiesen wurden, dürfte 
sich folgendermassen erklären lassen. Entweder sind die von Strehlen eitirten Fora- 
miniferen aus einer der hóchsten Lagen der dortigen Steinbrüche, welche den Prie- 
sener Schichten entsprechen, oder ist dort in den Teplitzer Schichten intensiver 
gesammelt worden als in Böhmen. 

(Lagena globosa, Montg.) (Reuss Elbthalgeb. I. pag. 78. Foram. d. Kreidem. von 
Lemberg pag. 22. Taf. I. Fig. 2.) — Fig. 155. 
Sehr selten in Strehlen. 


Fig. 155. Lagena globosa, Montp. 
Nach Reuss stark vergrössert. 


Fig. 157. Nodosaria annulata, Reuss. Fig. 156. Nodosaria Zippei, Reuss. 
6mal vergrössert von Koschtitz. 6mal vergróssert. 


Nodosaria Zippei, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 25. Taf. ҮШ. Fig. 1—3. Elb- 
thalgeb. II. pag. 79.) — Fig. 156. 

Sehr hüufig und bis 12 mm lang in den Teplitzer Schichten, namentlich 

auf den sog. Koschtitzer Platten. Hundorf, Kutschlin, Koschtitz, Króndorf etc. 


Bä 


(Nodosaria baetroides, Reuss.) (Elbthalgeb. pag. 80.) 
Sehr selten in Strehlen. 
(Nodosaria inflata, Reuss.)  (Elbthalgeb. pag. 80.) 
я Selten in Strehlen und Weinböhla. 
Nodosaria obseura, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 26. Elbthalgeb. pag. 81.) 
Naeh Reuss im Plünermergel von Kystra. Sehr selten in Strehlen. 
Nodosaria paupercula, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 26. Taf. XII. Fig. 12. Elb- 
thalgeb. II. pag. 81. Taf. II. Fig. 5—7.) 
Sehr selten im Plänermergel von Koschtitz, sowie in Strehlen undWeinböhla. 
(Nodosaria amphioxus, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 82. Taf. 20. Fig. 8.) 
Sehr selten іп Strehlen. 
(Nodosaria fusula, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 82. Taf. 20. Fig. 9.) 
Selten im Plüner von Strehlen. 
(Nodosaria acicula, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 82. Taf. 20. Fig. 10.) 
Sehr selten im Pläner von Strehlen. 
(Nodosaria Naumani, Reuss.) (Elbthalgeb. 16% pag. 82. Taf. 20. Fig. tL) 
Sehr selten im Pläner von Strehlen. 
(Nodosaria affinis, Reuss.) [Nicht N. aft, D’Orb.] (Elbthalgeb. П. pag. 83. Taf. 20. 
Fig. 12. Reuss Verst. I. pag. 26. Taf. 13. Fig. 16.) 
Sehr selten im Pläner von Weinböhla. In Böhmen in den jüngeren Prie- 
sener Schichten. 
(Nodosaria obsolescens, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 83. Taf. 20. Fig. 14.) 
Sehr selten im Pläner von Strehlen. 
(Nodosaria multilineata, Reuss) (Elbthalgeb. II. pag. 83. Taf. 20. Fig. dU 
Sehr selten im Pläner von Strehlen. In Böhmen in den Priesener Schichten. 
(Nodosaria oligostega, Reuss.) (Reuss Verst. І. pag. 27. Taf. 13. Fig. 19., 20. 
Elbthalgeb. pag. 83. II. Taf. 20. Fig. 15—18.) 
Nicht selten bei Strehlen, sehr selten bei Weinbóhla. 
(Nodosaria diserepans, Reuss.) (Reuss Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissenschaften, 
Wien. Band 40. pag. 40. Taf. 3. Fig. 7.) 
Durch Ungleichheit der Kammern ausgezeichnet; sehr selten im Plüner 
von Strehlen. 
(Nodosaria distineta, Reuss.) (Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wissenschaften, Wien. 
Band 40. pag. 40. Taf. 2. Fig. 5.) 
Selten im Plüner von Strehlen. 
(Nodosaria strangulata, Reuss.) (Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wissenschaften. Band 
40. pag. 41. Taf. 2. Fig. 6.) 
Sehr selten im Plüner von Strehlen. 
(Nodosaria cognata, Reuss.) (Reuss Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wissenschaften, 
Wien. Band 40. pag. 39. Taf. 1. Fig. 9.) 
Sehr selten im Plüner von Strehlen. 
Nodosaria annulata, Reuss. [Dentalina annulata, Gümbel.] (Reuss Verst. I. pag. 27. 
Taf ҮШ. Fig. 4, 67. Taf. ХПІ. Fig. 91) — Fig. 107. 
Sehr häufig auf den Koschtitzer Platten, dann im Plänerkalke von Kutsehlin, 
Wollenitz, im Plänermergel von Kystra, Brozan ete. 


— 


112 


Nodosaria Lorneiana, D’Orb. (Reuss Verst. I. pag. 27. Taf. 8. Fig. 5. Elbthalgeb. 
II. pag. 86.) 
In den Teplitzer Schichten von Koschtitz und in Weinböhla. 
(Nodosaria peraeuta, Reuss.) (Reuss Elbthalgeb. II. pag. 86. Taf. 20. Fig. 21.) 
Selten im Pläner von Weinbóhla. 
Nodosaria nodosa, D'Orb. [Dentalina nodosa, D'Orb.] (Reuss Verst. I. pag. 28. 
Taf. 28. Fig. 13. Elbthalgeb. II. pag. 86. Taf. 13. Fig. 22.) 
| Nach Reuss im Plänermengel von Kystra. Selten im Pläner von Strehlen 
| und Weinbóhla. 
(Nodosaria gracilis, D'Orb.) [Dentalina gracilis, D'Orb.] (Reuss Verst. I. pag. 27. 
Taf. 8. Fig. 6. Elbthalgeb. П. pag. 86.) 
Selten im Pläner von Strehlen, in Böhmen in den jüngeren Priesener 


| Schichten. 
| (Nodosaria sororia, Reuss.) (Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wissensch., Wien. Band 


40. pag. 186. Taf. 2. Fig. 8.) 
Selten im Pläner von Strehlen. 
(Nodosaria communis, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 28. Taf. XII. Fig. 21. Elb- 
thalgeb. IT. pag. 87. 
Nicht selten im Pläner von Strehlen, in Böhmen in den jüngeren Prie- 
sener Schichten. 
(Nodosaria deflexa, Reuss.) (Reuss Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wischensch., Wien. 
Band 46. Taf. 2. Fig. 19.) 
Sehr selten im Pläner von Strehlen. 
(Nodosaria legumen, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 28. Taf. 13. Fig. 23. und 24: 
Elbthalgeb. II. pag. 88. Taf. 20. Fig. 22.) 
Nicht selten im Pläner von Strehlen. 
Nodosaria aculeata, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 28. Taf. 12. Fig. 29. Elbthal- 
geb. II. pag. 88.) 
Nicht selten, aber immer zerbrochen im Plünermergel von Kystra und 
in Strehlen. 
Glandulina eylindracea, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 25.) 
Sehr selten im Plänermergel von Kystra. 
(Glandulina mutabilis, Reuss.) (Sitzungsber. der k. Akad. d. Wissensch. Wien. 
| Band 46. рас. 58. Taf. 5. Fig. 7—11.) 
| Selten im Pläner von Strehlen. 
‚ Vaginulina costulata, Róm. sp. (Marginulina costulata Reuss I. pag. 28. Taf. 13. 
| Fig. 25. Elbthalgeb. П. pag. 90. Taf. 20. Fig. 24.) 
Nicht häufig im Plänermergel der Teplitzer Schichten in Kystra. 
Frondieularia angusta, Nills. (Reuss I. pag. 29. Taf. VIII. Fig. 13. und 14. 
Elbthalgeb. pag. 91. Frič Weissenb. Schichten pag. 149. Fig. 153.) 
| Sehr häufig in den mergligen und kalkigen Lagen der Teplitzer Schichten 
| in Koschtitz, Kystra eto. 
Frondieularia apiculata, Reuss. (Reuss Verst. І. 30. Taf. УШ. Fig. 24.) 
| Sehr selten im unteren Niveau der Teplitzer Schichten in Koschtitz. 


S 


118 


Frondieularia canaliculata, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 30. Taf. ҮШ. Fig. 20., 21.) 
Selten in Koschtitz, Strehlen und Weinböhla. 
Frondieularia marginata, Reuss. (Verstein. d. b. Kr. I. pag. 30. Taf. XII. Fig. 9. 
Reuss Sitzungsber. Wien. Band 40. Taf. 50. Fig. 3. беш. Elbthalgeb. II. 
pag. 93.) 
Selten in den Teplitzer Schichten in Böhmen, sowie in Weinböhla. 
(Frondieularia angustissima, Reuss.) (Sitzungsber. der k. Akad. d. Wissensch. 
Wien. Band 40. pag. 197. Taf. 4. Fig. 6.) 
Selten in Weinbóhla. 
Frondieularia trisulea, Nils. (Reuss I. pag. 30. Taf. VIII. Fig. 22.) 
Selten im Plänermergel von Koschtitz. 
Frondieularia simplex, Reuss. (Verst. I. pag. 31. Taf. VIII. Fig. 30.) 
Sehr selten im unteren Niveau von Koschtitz. 
Frondieularia striatula, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 30. Taf. ҮШ. Fig. 23. 
Taf. 8. Fig. 23. Taf. 48. Fig. 11. беш. Elbthalgeb. II. Taf. 21. Fig. 2.) 
Sehr selten im Plüner von Strehlen und Weinböhla sowie in Koschtitz. 


J 
v AN 
"n 1 D D kel D H ne H 
Fig. 158, Frondicularia in- Fig. 159. Frondicularia Cordai, Fig. 160. Flabellina ellip- 
Oma] „ersa, Reuss. Reuss. tica, Nilss. н 
1а] vergr. von Koschtitz. бта] vergrössert von Koschtitz. бта] vergr. von Koschtitz. 


Frondicularia tenuis, Reuss. (Reuss I. pag. 30. Taf. 8. Fig. 25. Geinitz Elb- 
thalgeb. П. pag. 94. Taf. 21. 18.97 
Sehr selten im Pläner von Koschtitz. 
(Frondieularia mierosphaera, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 94. Taf. 21. Fig. 4.) 
Brong: Sehr selten im Pläner von Weinböhla. | ar 
leularia inversa, Reuss. (Reuss Verst. Т. pag. 31. Taf. 8. Fig. 15—19. 
Ten 18, Fig. 42. Geinitz Elbthalgeb. II. Taf. 21. Fig. 5—7.) — Fig. 158. 
Selten im unteren Niveau der Teplitzer Schichten in Koschtitz, dann in 
Strehlen und Weinböhla. 
rondicularia Cordai, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 81. Taf. 8. Fig. 26—98. Taf. 
13. Fig. 41. Taf. 24. Fig. 38. Reuss Denkschriften d. k. Akad. Wien. Band 7. 
Taf. 25, Fig. 8.) — Fig. 159. 
Häufig in Koschtitz und Kystra. Selten in Strehlen und Weinböhla. 


8 


114 


(Frondieularia d’Archiaeina, D’Orb.) (Reuss Verst. d. b. Kreid. I. pag. 31. Taf. 
13. Fig. 39. Elbthalgeb. pag. 96.) 
Selten und schlecht erhalten in Weinböhla. 
Flabellina rugosa, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 33. Taf. ҮШ. Fig. 31—34., 68. 
Taf. ХШ. Fig. 49—58. Elbthalgeb. pag. 98.) 
Sehr gemein im Schlämmmaterial der Koschtitzer Platten. 
Flabellina elliptica, Nilss. [Flabellina cordata, Reuss. (Reuss Verst, I. Taf. 8. 
Fig. 37—46., 78. Elbthalgeb. pag. 97.) — Fig. 160. 
Sehr gemein in den Teplitzer Schichten und neben Cristellaria und 
Frondicularia wegen ihrer Grósse mit freiem Auge zu erkennen. 
Flabellina Baudouiniana, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 32. Taf. 8. Fig. 36. 
Elbthalgeb. pag. 99.) 
Selten im Plänerkalke von Koschtitz, in Strehlen und Weinböhla. 
(Flabellina ornata, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 32. Taf. 13. Fig. 48.) 
In Sachsen, in Strehlen, in den Teplitzer Schichten, in Böhmen bisher 
nur in den jüngeren Priesener Schichten. e 


Fig. 161. Cristellaria ovalis, Reuss. Fig. 162. Cristellaria rotulata, D'Orb. 
6mal vergróssert von Koschtitz. 6mal vergrössert von Koschtitz. 


Cristellaria (Marginulina) elongata, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 29. Taf. XIII. 
Fig. 28—32. Elbthalgeb. pag. 100.) 
Reuss führt die Art aus den Teplitzer Schichten von Kystra, Geinitz 
von Strehlen und Weinbóhla an. 
Cristellaria ovalis, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 34. Taf. 8. Fig. 49. Taf. 12. 
Fig. 19. T. 13. Fig. 60—68. Gein. Elbthalgeb. IL Taf. 22. Fig. 6—11.) — 
Fig. 161. 
Häufig in den Teplitzer Schichten von Koschtitz, Kutschlin etc., danh 
in Strehlen und Weinböhla. 
Cristellaria denticulata, Reuss. (Reuss Verst. I, pag. 30. Taf. VIII. Fig. 12.) 
Sehr selten im unteren Niveau der Teplitzer Schichten von Ковер. 
(Cristellaria compressa, D'Orb.) [Marginulina compressa, Reuss.] (Elbthalgeb. II. 
pag. 101. Reuss Verst. I. pag. 29. Taf. 13. Fig. 33.) 
Selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla; in Böhmen bisher nu 
in den Korycaner und Priesener Schichten. 
(Cristellaria reeta, D’Orb.) (Reuss Verst. I. pag. 33. Elbthalgeb. II. Taf, 22. Fig. 2., 8, 
Nicht selten im Pläner von Strehlen. 
(Cristellaria Sehloenbachi, Reuss.) (Elbthalgeb. IL pag. 102. Sitzungsber. der К. 
Akad. der Wissensch. Wien. Band 46. pag. 65. Taf. 6. Fig. 14. und 15.) 
Aus dem Pläner von Weinböhla. 


115 


Selten im Pläner von Strehlen. 
(Cristellaria navicula, D’Orb.) (Verst. d. b. Kr. 1. pag. 34. Taf. 12. Fig. 27. Elb- 
thalgeb. II. pag. 102.) 
Selten in Strehlen, bei uns bisher nur in den jüngeren Priesener Schichten 
gefunden. 
(Cristellarla intermedia, Reuss.) (Reuss Verst. 1. pag. 88. Taf. ХШ. Fig. 57. u. 58. 
| Elbthalgeb. II. pag. 103. Taf. 22. Fig. 4. u. 5.) 
| Sehr seltene Jugendexemplare von Weinböhla, in Böhmen aus den 
| jüngeren Priesener Schichten. 
| (Cristellaria oligostegia, Reuss.) (Reuss Elbthalgeb. II. pag. 103. Sitzungsber. der 
| К. Akad. der Wissensch. Wien. Band 40. pag. 213. Taf. 8. Fig. 8.) 
| 


| (Cristellaria Kirsten), Reuss.)  (Elbthalgeb. II. pag. 109.) 


Sehr selten in Strehlen. | 
(Cristellaria lobata, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 104. Taf. 22. Fig. 12. Taf. 28. Fig. 1.) | 
Sehr selten im Plüner von Strehlen. | 
Cristellaria rotulata, D'Orb. (Reuss Verst. L pag. 34. Taf. ҮШ. Fig. 50., 70. | 
Taf. XII. Fig. 25.) — Fig. 162. 
Sehr häufig auf den Koschtitzer Platten und auch in allen übrigen Lagen 
| der Teplitzer Schichten. Kommt in allen Schichten der böhmischen Kreide- 
formation vor. 
(Cristellaria nuda, Reuss.) (Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch., Wien. Band 44. 
pag. 328. Taf. VI. Fig. 1—3. Elbthalgeb. П. pag. 106. Taf. XXIII. Fig. 2., 3.) | 
Selten im Plüner von Strehlen. 
| (Cristellaria lepida, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 106. Taf. XXIII. Fig. 4.) | 
Nicht selten im Pläner von Weinböhla. 
| (Polymorphina lacrima, Reuss.) (Verst. d. b. Kreidef. І. pag. 40. Taf. XIII. Fig. 
83. Taf. XII. Fig. 6. Elbthalgeb. II. pag. 107.) 
| Nicht selten im Pläner von Strehlen. 
| (Polymorphina horrida, Reuss.) (Reuss Verst. II. pag. 110. Taf. XLIII. Fig. 14. 
| Elbthalgeb. pag. 107.) 
| Sehr selten in Weinbóhla. | 
| Polymorphina glomerata, Röm. (Reuss Verst. I. pag. 40. Taf. XII. Fig. 32.) 
Nicht selten in Koschtitz. 
(Polymorphina globosa, v. Münst. sp.) (Elbthalgeb. II. pag. 107. Reuss Verst. Б | 
рар. 40, Taf. ХШ. Fig. 82.) f 
| Nicht selten im Pläner von Strehlen. 
Bulimina D'Orbignyi, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. ХШ. Fig. 74.) 
| Nach Reuss ziemlich häufig im Plänermergel von Kystra. 
| (Bulimina intermedia, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 37. Taf. 13. Fig. 71. Elb- | 
| thalgeb. II. pag. 108.) | ; | 
Häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla, in Böhmen in den Pric- | 
sener Schichten von Luschitz. 
Bulimina Preslii, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. ХШ. Fig. 72.) 


` A ^| u : ap its » Ple 
Selten im Schlämmmaterial der Koschtitzer Platten. 
gr 


| 
| 


116 


Bulimina Murchisoniana, D’Orb. (Reuss Verst. I. pag. 37. Taf. УШ. Fig. 69., 
12. Taf. XIII. Fig. 70.) 
Selten in den Teplitzer Schichten von Kutschlin und Koschtitz. 
Bulimina truncata, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 37. Taf. ҮШ. Fig. 73.) 

Sehr selten in Koschtitz. 

Bolivina tegulata, Reuss. (Virgulina tegulata, Reuss. Verst. I. pag. 40. Taf. 13. 
Fig. 81. Elbthalgeb. II. pag. 109. Taf. 23. Fig. 6.) 

Im Plünermergel von Kystra, selten. Häufig im Pläner von Strehlen, 
selten in Weinbóhla. 

Textilaria eonulus, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. VIII. Fig. 59. Taf. XIII. 
Fig. 75. Elbthalgeb. II. pag. 110.) 

Häufig in Kystra und Strehlen. 

Textilaria globulosa, Reuss. (Textilaria globulosa Reuss. Т. pag. 39. Taf. XII. 
Fig. 28.) — Fig. 163. 

Diese kleine Foraminifere ist die häufigste Erscheinung in den Schläm- 
mungen der Teplitzer Schichten. Dieselbe wurde von Reuss in seinem Werke 
Versteinerungen der bóhm. Kreideformation beschrieben und abgebildet, aber 
merkwürdiger Weise in der neueren Verarbeitung der Foraminiferen in Gei- 
nitz Elbthalgebirge gar nicht erwähnt. Aus Versehen wurde sie in der 
pag. 61. gegebenen tabellarischen Uebersicht ausgelassen. 


Fig. 163. Textilaria globulosa, Reuss. Fig. 164, Globigerina cretacea, D’Orb. 
Aus den Teplitzer Schichten von Repin. Gezeichnet von Jar. Perner. 
Gezeichnet von Jar. Perner. 110mal 60mal vergrösgert. 
vergrössert. 


Textilaria praelonga, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 39. Taf. XII. Fig. 14. Elb- 
thalgeb. П. pag. 111. Taf. 23. Fig. 7. und 8.) 
Sehr häufig in Koschtitz. Selten in Weinbóhla. 
Textilaria obtusangula, Röm. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. VIII. Fig. 58.) 
Häufig in den Teplitzer Schichten von Kutschlin. 
Textilaria turris, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 39. Taf. УШ. Fig. 76. Elbthalgeb. 
II. pag. 110.) 
Selten im untersten Plünerkalk (Koschtitzer Niveau) von Kutschlin. 
Textilaria Baudouiniana, D'Orb. (Textilaria Partschi, Reuss Verst, pag. 39. Taf. 39. 
Taf, XIII. Fig. 80.) 
Selten im Plänermergel von Kystra. 
Globigerina eretacea, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 36. Taf. VIII. Fig. 55. Elb- 
thalgeb. II. pag. 112.) — Fig. 164. 
Selten im unteren Niveau von Koschtitz und ebenfalls selten in Strehlen. 


| 


117 


Globigerina marginata, Reuss sp. (Rosalina marginata, Reuss Verst. T. pag. 36. 
Taf. VIII. Fig. 54. und 74. Taf. XIII. Fig. 68. Elbthalgeb. II. pag. 112.) 
Sehr häufig im Plänermergel von Kystra, Koschtitz und Kutschlin, in 
Strehlen und Weinbóhla. 
Planorbulina ammonoides, Reuss. (Rosalina ammonoides, Reuss. Verst. I. pag. 36. 
Taf. 13. Fig. 66. Elbthalgeb. П. pag. 114. Taf. 23. Fig. 9.) 
Nicht selten im Plänermergel von Kystra und im Pläner von Strehlen. 
(Planorbulina polyraphes, Reuss.) (Rotalina polyraphes, Reuss. Verst. I. pag. 35. 
Taf. 12. Fig. 18. Elbthalgeb. II. pag. 114. Taf. 23. Fig. 10.) 
Selten im Plüner von Strehlen, in Bóhmen in den jüngeren Priesener 
Schichten. 
(Planorbulina lenticula, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 35. Taf XII. Fig. 17. Elb- 
thalgeb. II. pag. 115. Taf. 28. Fig. 11.) 
Selten im Plüner von Strehlen, in Bóhmen in den Priesener Schichten 
von Luschitz, Rannay etc. 
Rotalia umbilicata, D'Orb. var. nitida Reuss. (Rotalia nitida, Reuss. Verst. I. 
pag. 35. Taf. 8. Fig. 52. Elbthalgeb. pag. 116. Taf. 23. Fig. 12.) 
Sehr vereinzelnt im unteren Niveau von Koschtitz. Gemein im Pläner 
von Strehlen. 
(Cornuspira eretacea, Reuss.) (Operculina eretacea, Reuss. Verst. І. pag. 35. Taf. 13. 
Fig. 64. und 65. Elbthalgeb. pag. 117.) 
Sehr selten im Plüner von Strehlen, in Böhmen in den jüngeren Schichten 
von Luschitz und Priesen. 


Fig. 165. Haplophragmium irregulare, Róm. sp. Von Koschtitz 6mal vergróssert. 


Haplophragmium irregulare, Röm. sp. (Spirolina inaequalis, Reuss. Verst. I. 
pag. 35. Taf. 8. Fig. 62., 66., 75. Elbthalgeb. pag. 119.) — Fig. 165. 

Eine der bezeichnendsten Arten für die Teplitzer Schichten. Sehr häufig 

im unteren Niveau derselben, namentlich auf den Koschtitzer Platten. In 

grossen, typischen Exemplaren auch in den von mir als zum Teplitzer 

Horizont gehörigen Mergeln, die im.óstlichen Böhmen auf den Iserschichten 
liegen, namentlich in Repin. Auch häufig in Strehlen und Weinböhla. 


(Haplophragmium aequale, Röm. sp.) (Elbthalgeb. IL. pag. 120.) 
Selten im Pläner von Strehlen. 


118 


(Пар10ѕііеће foedissima, Reuss.) (Dentalina foedissima, Reuss. Sitzungsber. der К. 
Akad. der Wissensch. Band 40. pag. 189. Taf. 3. Fig. 2. und 3. Elbthalgeb. 
II. pag. 121. Taf. 24. Fig. 1—8.) 

Im Pläner von Strehlen. 
(Haplostiche dentalinoides, Reuss.) (Elbthalgeb. IT. pag. 121. Taf. 94. Fig. 4—6.) 
Häufig im Pläner von Strehlen. 
Tritaxia tricarinata, Reuss. (Textilaria tricarinata, Reuss. Verst. I. pag. 39. 
Taf. 8. Fig. 60. Elbthalgeb. П. pag. 122.) 
Sehr gemein im unteren Niveau in Koschtitz, seltener bei Kystra. Auch 
sehr häufig in Strehlen und Weinböhla. 

(Verneullina Bronni, Reuss.) (Reuss Verst. I. рас. 38. Taf. 12. Fig. 3. Elbthal- 
geb. II. pag. 123.) 

Nicht selten im Pläner von Strehlen, in Böhmen in den Priesener 
Schichten von Luschitz. 

(Verneullina Münsteri, Reuss.) (Textilaria triquetra, Reuss. Verst. I. pag. 39. 

Taf. 13. Fig. 77. Elbthalgeb. pag. 124.) 
Selten im Pläner von Strehlen, in Böhmen in den Priesener Schichten 
von Luschitz. 
Ataxophragmium variabile, D’Orb. (Bulimina variabilis, Reuss. Verst. I. pag. 37. 
Taf. 8. Fig. 56., 76. und 77. Elbthalgeb. pag. 124.) 
Häufig im unteren Niveau in Koschtitz, Kystra und im oberen von 
Kutschlin; ebenso gemein im Pläner von Strehlen. 

(Plecanium Partschi, Reuss.) (Textilaria Partschi, Reuss. Sitzungsber, der kais. 
Akad. der Wissensch. Wien. Band 40. pag. 233. Taf. 14. Fig. 6. [icon mala]. 
Elbthalgeb. II. pag. 126. Taf. 24. Fig. 13.) 

Ziemlich häufig in Strehlen. 

(Plecanium concinnum, Reuss.) (Textilaria concinna, Reuss. Verst. II. pag. 109. 

Taf. 24. Fig. 54.) 
Reuss führt die Art aus den cenomanen Schichten von Weisskirchlitz 
an. Nach Geinitz häufig im Pläner von Strehlen. 
Gaudryina rugosa, D’Orb. (Reuss Verst. 1, pag. 38. Taf. 12. Fig. 15., 24. Elb- 
thalgeb. II. pag. 126.) 
Selten im Plänermergel von Kystra, ziemlich häufig im Pläner von 
Strehlen. 
Nonionina compressa, Röm. (Reuss Verst. I. pag. 35. Taf. VIII. Fig. 51.) 
Nach Reuss häufig in Hundorf, Kutschlin und Koschtitz. 


Pflanzenreste. Reste von Pflanzen kommen in den Teplitzer Schichten 
eigentlich gar nicht vor, denn das, was bisher von dort angeführt wurde, ist sehr 
fraglich oder ist mit thierischen Resten in enger Beziehung. Die Chondriten, von 
welchen Geinitz zwei Arten anführt, werden von manchen als Produkte von im 
Schlamm bohrenden Würmern angesehen. Abies minor sind längliche Haufen von 
Blattnadeln und Coniferen, welche vielleicht von einem terebellaartigem Wurme 
zum Aufbau des Gehäuses verwendet wurden. Es bleiben nur die für manche 


| 
| 


119 


Schichten bezeichnenden sich dichotomisch theilenden Fucoidenstängel, von denen 
ich eine Abbildung gebe. 
Chondrites Mantelli, A. Römer. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 231. Taf. 46. Fig. 
6. und 7.) — Fig. 166. 
Nicht selten in Hundorf, Nach Geinitz vereinzelnt im Plänerkalke von 
Strehlen. 


S y ik ADR 
"ger, 4 


Fig. 166. Chondrites Mantelli, A. Römer. Von Hundorf. Natürl. Grösse. (Raffelt.) 


Chondrites fureillatus, A. Römer. (Geinitz Elbthalgeb. I. pag. 304. Taf. 67. | 
Fig. 7. IL Taf. 406. Fig. 5.) 

Ist eine zartere oft dichotomisch sich theilende Form, welche zuweilen 
manche Dünke ganz erfüllt, zum Beispiel in Settenz die Schichte 8. 

Abies minor, Velenovsky. (Die Gymnospermen der bóhm. Kreideformation Seite 33. 
ФА Vo Eg. 14. ud 1D. lab VIL. ME, 14 

Nicht selten findet man längliche Anhäufungen von Blattnadeln dieser 
Conifere in den Kalken der Teplitzer Schichten, z. B. in Hundorf und in 
Čížkovic. Dieselben dürften von einem Wurme zum Aufbaue seiner Röhre 

А benutzt worden sein, während die Zweige am Ufer lagen. 
Fucoides 3 dichotomus, Fr. — Fig. 167. 

Gewisse Bänke des Plänerkalkes, die sonst arm an Petrefacten sind, 
führen zahlreiche diehotomisch sich theilende schlanke Stängel, die an den 
Theilstellen erweitert sind und wahrscheinlich Fucoiden angehören. Nament- 
lich fand ich dieselben in der festen Bank, welche in Koschtitz auf die 
petrefactenreichen Platten folgt. Vergl. Profil Fig. 13. 3. 


Fig. 167. Fucoides diehotomus, Fr. Natürliche Grösse von Koschtitz. 


Alphabetisehes Verzeichniss der angeführten Localitüten. 


Abtsdorf . 
Bakov . 
Denátek 

Bilin, Ganghof 


Bilin, Sauerbrunnberg 


Brozánek 
Budin . 
Chotzen 
Čížkovic 


Dobromčřic (Lawn) 


Gaubenhof . 
Hostin 
Hundorf . 
Judendorf 
Jungbunzlau 
Königgrätz . 
Koschtitz 
Króndorf 
Kutschlin 
Kystra 


Vorwort 


Seite 51 | Laun 


. 49 | Lehmbrüche rt 
. 48 | | Leitmeritz 41 
. 25 | Leitomyschl i Aor 
. 24 | Leneschitz, Morickä stráň 29 
‚ 44 | Leneschitz, Ziegelei ‚ 29 
‚ 48 | Libochovic „88 
. 51 | Lobositz . ‚ 88 
. 40 | Loosch VE 
30 | Malnitz мо POP rA 
. 41 | Malnitz, Hasina Mühle . 27 
20 Mariaschein 29 
‚ 15 | Melnik , 46 
.28 Odfepes . 50 
. 48 | Osseg . . 28 
. 51 | Patek bei Podiehrad . 49 
. 95 | Podhrazmühle . "bs 
. 90 | Podiebrad . 49 
. 25 | Popelz 38 
. 33 | Račany 


D 


INHALT. 


D 


I. Charakteristik und Gliederung der Teplitzer Schichten N 
Schema der Schichtenfolge im westlichen Böhmen 
Schema der Teplitzer Schichten im östlichen Böhmen 


IL. Beschreibung der im Bereiche der Teplitzer Schichten untersuchten Localitäten . 
. Umgebung 
. Umgebung 
. Umgebung 
. Umgebung 
. Umgebung 
j. Umgebung 


9. 
10. 
ds 
1.2, 
III. Tabellarische Uebersicht der in den Teplitzer Schichten aufgefundenen Petrefac ies 1 
IV. Kritisches illustrirtes Verzeichniss der in den Teplitzer Schichten ege 


Umgebung 
Umgebung 
Umgebung 
Umgebung 
Umgebung 
Umgebung 


Versteinerungen 


von 
von 
von 
von 
von 
von 
von 
von 
von 
von 
von 
von 


TODD NV qn ‚ 


Osseg, Judendorf, Rosenthal und Mariaschein | 


Bilin . 

ШЕШШ r, a 

Kystra und Koschtitz 
Libochovic und Lobositz 
Leitmeritz . 

Raudnitz I4 
Melnik und еріп. 
Benätek und Jungbunzla 
Podiebrad . . 


u 


Sedlec 
Settenz 
Smiřic 


Smržov 


Sovice-Berg 
Svinarek 


Teplitz 
Turnau 
Vrbice 
Vysoká 


Weisser Berg bei Laun . 
‚49 


Seite 26 | Rannay-Berg 
Repin . 
Rohatee 
Rosenthal 
Raudnitz 


Wolfsberg 


Ohotzen, Leitomyschl und  Abisilont ; 


50 | Židovec 


D 


Seite 30 


D 


47 
‚ 48 


28 


‚42 
‚48 
Lo 
„01 


‚48 
50 
cL 
. 49 
. 50 
. 4T 


27 


. 42 


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| 


| 
i 
{ 
| 


b) Zweite Serie gemessener Höhenpunkte in Böhmen (Sect.-Blatt IIL) von Prof. 
Dr. Kořistka. 84 Seiten Text. 

с) Hóhenschichtenkarte, Section IM, von Prof. Dr. Kořistka. (Diese Karte 
enthält die in dem vorstehenden Text angegebene Situation im Massstabe von 1 : 200.000). 

d) Höhenschichten des Riesengebirges von Prof. Dr. Kořistka im Maasstabe 
von 1:100.000. Preis dieser Abtheilung . ...... E А fl. 4:50 


II. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. I. Theil enthält: 


p Dieser Theil enthält 448 Seiten Text, i1 Tafeln, 18 Holzschnitte und 2 део], ^ win 
Pr C e aH ir MO n e CURE Een (o H 4— 


П. Theil enthält: 


Dr. Em. Воїіску: Petrographische Studien an den Basaltgesteinen Böhmens 
mit 294' Saten Lest und: 8: ДА. Preis: coo od E es fl. 3:50 


Preis der ganzen ersten Hälfte des zweiten Bandes (I. und II. Abtheilung zusammen) geb. fl. 10:— 


ZWEITER BAND. 
Zweiter Theil. 
ШІ. Botanische Abtheilung. Dieselbe enthält: 
Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský (П. Theil) 
288 Seiten Text und 1 Tafel. Preis... ... ET e ME PR Re" а, fl. 260 
IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


b Prof. Dr. Ant. Frié: Die Wirbelthiere Bóhmens. 


» e " " Die Flussfischerei in Bóhmen. 
в) E s d 5 Die Krustenthiere Bóhmens. 
Mit 1 Tafel, 100 Holzschnitten, 972 Seiten Text. Preis .. .. ... ... .. H. 3— 


V. Chemische Abtheilung. 


Prof, Dr. Em. Bořický: Über die Verbreitung des Kali und der Phosphorsäure 
Preis in den Gesteinen Böhmens. 58 Seiten Text. Preis. . «5 60 KE 


der ganzen zweiten Hälfte des zweiten Bandes QUE LV it ү, Abth. zusammen) geb. fl. 5— 


DRITTER BAND. 
L Topographische Abtheilung. 


Verzeichniss der in den J. 1877—1879 vom k. k. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 
estimmten Höhen von Böhmen herausgegeben von Prof Dr. Karl Kořistka und 
Major R. Daublebaky von Sterneck mit i Kate 9. иаи fl. 1:80 


U. Geologische Abtheilung: 


L Heft, Petrographische Studien an den Phonolithgesteinen Bóhmens von 
IL Het Prof Dr. Em. Boficky mit 2 chromolith. Tafeln, 96 Seiten Text. Preis. . fl. 1— 
` Мей, Petrographische Studien an den Melaphyrgesteinen Bóhmens von 
Ш. H Prof. Dr. Em. Boficky mit 9 chromolith. Tafeln. 88 Seiten Text. Preis fl. 1’— 
“Чей, Die Geologie des bóhmischen Erzgebirges (L Theil von Prof. Dr. 
muster Laube mit mehreren Holzschnitten und einer Profiltafel. 216 Seiten Text 

reis 


Ш. Botanische Abtheilung: 


Pr x " 
Fodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Celckovsky. (II. Theil. 
Schluss.) ОШО OONA ТӨХ BEEN VS NN Qe v ш, у, fl. 2740 


IV. Zoologische. Abtheilung : 


I Heft. Die Myriopoden Böhmens von F. V. Rosický mit 24 Holzschnitten. 44 Seiten 
| . "avr Preiss V. ды, IA E ЛЕ ТА peA anau ко ш? ы idino, БШ 
| II. Heft. Die Oladoceren Böhmens von Bohuslav Hellich mit 20 Holzschnitten. 
| 100 '60 1 


189. Su Rost un vols Coa EN Have edid Wen Ta PU IBOL | 


| V. Chemisch-petrologische: Abtheilung : 


Elemente einer neuen chemisch-mikroskopischen Mineral- und Gesteinsanalyse 
von Prof Dr. Bofickf mit 3 Holzschnitten. und 2 lith. Tafeln. 80 Seiten Text. fl. 1:40 


vVIiERTER BAND. 


No.1. Studien im Gebiete der böhmischen‘ Kreideformation. Die Weissen- 
berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Frió mit 155 Holzsehnitten. 
15d Runon Такы PARDA od en we EENEG D. 3° 

No. 2. Erläuterungen zur geologischen Karte der Umgebungen von Prag von 
J. Krejéí und В. Helmhacker mit 1 Karte, mehreren Profilen und Holzschnitten fl. 4:50 

No. 3. Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský. 
(IV. Theil.) Nachträge bis 1880. Verzeiehniss und Registers :3. .: mio. ee 2:40 

No. 4, Petrologische Studien an den Porphyrgesteinen Bóhmens von Prof. Dr. 
diac Flog о. ГЫП OA e ap A odes olere peo e Mi шр. Ue tiq diis UM 

No. 5. Flora des Flussgebietes der Cidlina und Mrdlina von Prof. Ed. Pospíchal. 


— 
H 


No. 6. Der Hangendflötzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von Carl 
шеша ӨП a s iei er LOO EE 


FÜNFTER BAND. 


No. 1. Erläuterungen zur geologischen Karte des Eisengebirges (Zelezn6 hory) 
und der angrenzenden Gegenden im östlichen Böhmen von J. Krejéí und 


R Helmbacker . ... NEL NN GT N. EN шй 
No. 2. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. ШІ. Die Iger- 


schichten. Von Dr. Anton Frič. Mit 152 ОКТОС e KE ууу, efl; 0: 
No. 3. Die mittelbóhmische Steinkohlenablagerung von Carl Feistmantel. Mit 
Vr oed ne ENEE NM 
No. 4, Die Lebermoose (Musci Hepatici) Bóhmens von Prof. Jos. Dédeéek. fl. 1’— 
No. 5. Orographisch-geotektonische Übersicht des silurischen Gebietes im 
mittleren Böhmen. Von Johann Krejčí und Karl Feistmantel, Mit 1 geolog. 
Karte und vielen Holzschnitten . . . . A NOR d Cen 
No. 6. Prodromus der Algenflora von Böhmen. Erster Theil enthaltend die Rhodo- 
phyceen, Phaeophyceen und einen Theil der Chlorophyceen. Von Dr. Anton Hanse u 
fl... 1 


SECHSTER BAND. 


No. 1. Die böhmischen Torfe vom naturhistorischen und wirthschaftlichen 

Standpunkte. Von Prof. Fr. L. Sitensky. (Die deutsche Ausgabe noch nicht vollendet.) 

No. 2. Die Süsswasserbryozoen Böhmens. Von Josef Kafka. Mit 91 Abbildungen 

ee EE, E 

No. 3. Grundzüge einer Hyötographie des Königreiches Böhmen. Nach mehr: 

jährigen Beobachtungsergebnissen von 700 ombrometrischen Stationen entworfen. von Dr. 

Е. J. Studnička.. Mit einer Karte und mehreren Holeschnitten ua u. ей 15 

No. 4. Geologie des böhmischen Erzgebirges. Von Dr. Gustav C. Laube. II. Theil. 

Geologie des östlichen Erzgebirges oder des Gebirges zwischen Joachimsthal-Gottesgab 

und der Elbe. Mit 6 Landschaftsbildern, 7 geolog. Durchschnitten, 5 Abbildungen im Td 

fl. 25 

No. 5, Untersuchungen über die Fauna der Gewässer Bóhmens von Fr. Elan gä 
я. Г 


No; 6. Prodromus der Algenflora von Böhmen. Erster Theil enthaltend die Rhodo- 
phyceen, Phaeophyceen und Chlorophyceen. Von Prof. Dr. Anton Hansgirg . fl. д 


SIEBENTER BAN D. 


No. 2. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation, IV. Die Teplitzer 
Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Frič. Mit 167 Textfiguren. 


Druck von Dr. Ed. Grégr in Prag 1889. — Selbstverlag 


| 
{ 
| 
| 


Uber die chemische Zusammensetzung 


verschiedener 


Aekererden und Gesteine Böhmens 


und 


über ihren agronomischen Werth, 


VON 


Dr. JOS. HANAMANN, 


Vorsteher der agriculturchemischen Versuchsstation Lobositz, wirklichem Mitgliede der böhmi- 
schen Landesdurchforschung, Correspondent der К. К. geologischen Reichsanstalt, wirkl. Mitgliede 
der meteorologischen Gesellschaft etc., etc. 


Mit mehreren Tafeln. 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN, 
(ҮП. Band, Nro. 3.) 


E 
X 
"PRA OG 
In Commission bei FR. RIVNÁG. 


| DAS ARCHIV 
für die 
naturwissenschaftliche Landesdurehforsehung von Böhmen 


unter Redaktion von 


| Prof. Dr. К. Kořistka und Prof. J. Krejčí 
| enthält folgende Arbeiten : 


ERSTER BAND. 


I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung (Terrain und Höhenverhältnisse). 
| Dieselbe enthält: 
а) Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nördlichen Böhmen von Prof Dr. Karl Kořistka. 
139 Seiten Text, 2 chromolith. Ansichten, 1 Profiltafel und 11 Holzschnitte. 
b) Erste Serie gemessener Hóhenpunkte in Bóhmen (Sect.-Blatt IL) von Prof. 
Dr. Kofistka. 128 Seiten Text. 
c) Hóhenschichtenkarte, Section IL, von Prof. Dr. Kofistka. Diese Karte enthàlt 
die in dem Text «) beschriebene Situation. Sie ist 58 Centimeter lang, 41 Centimeter hoch, 
d im Massstabe von 1:200.000 gezeichnet, und es sind die allgemeinen Höhenverhältnisse 
dl durch Schichtenlinien von 25 zu 95 Meter und durch verschiedene Farben ausgedrückt. 
| Preis Я. 4— Preis der Кайеар.......... iy hi E ий fl. 1°60 


Il. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


1 a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhältnisse des nórd- 
| lichen Böhmen von Prof. Johann Krejčí. 37 Seiten Text, 7 Holzschnitte. 

b) Studien im Gebiete der bóhm. Kreideformation von Prof J. Кгејёї. 
hi 142 Seiten Text, 1 chromolith. Ansicht, 39 Holzschnitte. 

4 c) Palàontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der böhm. 
| Kreideformation sowie einiger Fundorte in anderen Formationen von 
| Dr. Anton Frič. 103 Seiten Text, 4 chromolith. Tafeln, 9 Holzschnitte. 

d) Die Steinkohlenbecken von Radnic, vom Hüttenmeister Karl Feistmantel. 
120 Seiten Text, 40 Holzschnitte, 2 Karten der Steinkohlenbecken von Radnic und Bra, 
TUO S Eis EE E E УТ IRE OU TRAE E . fl 4:50 


III. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 
Prodromus der Flora von Böhmen von Dr. Ladislav Celakovsky. (I. Theil.) 
102 Seno DON ШИШ ve ee No Eon eh TW Mes ee f. 11— 
IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Verzeichniss der Käfer Bóhmens vom Conservator Em. Lokaj. 78 Seiten Text 

b Monographie der Land- und Süsswassermollusken Bóhmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavík. 54 Seiten Text und 5 chromolith. Tafeln. 

c) Verzeichniss der Spinnen des nórdlichen Bóhmen vom Real-Lehrer 
ииет Barta 10 Solon" ШӨ DEENEN re nenne fl. 2— 


. V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 16 S, Text. Preis 25 kr. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. І. bis V) geb. .......... E OO gian or 


ZWEITER BAND. 
Erster Theil. 


1. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung (Terrain- und Höhenverhältnisse) 


Dieselbe enthält: 
a) Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Iser- und des Riesen- 
gebirges und seiner südlichen und östlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kořistka. 128 Seiten Text, 2 chromolith. Ansicht., 1 Profiltafel und 10 Holzschnitte. 


D 


Uber die chemische Zusammensetzung 


verschiedener Ackererden und Gesteine Bölmen’s 


und 


über ihren agronomischen WVerth. 


Von 


Dr. JOS. HANAMANN, 


Vo 
TSteher der agriculturchemischen Versuchsstation Lobositz, wirklichem Mitgliede der böhmischen Landesdurchforschung, 
Correspondent der k, k, geologischen Reichsanstalt, wirkl. Mitgliede der meteorologischen Gesellschaft etc., etc. 


Mit mehreren Tafeln. 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 
(УП, Band, Nro. 3.) 


PRAG. 
In Commission bei Fr. Rivnáé. — Druck von dr. Ed. Grégr. 


1890. 


Einleitung. 


Nachdem schon mehrere Agrieultur-Chemiker des vorigen Jahrhunderts auf 
den entschiedenen Nutzen der chemischen Bodenuntersuchungen hingewiesen hatten, 
dürfte wohl Davy der Erste gewesen sein, der Bodenanalysen vornahm. In den 
dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts trug. wesentlich Schübler zur Weiterentwicke- 
lung der Bodenuntersuchungen bei, doch legte er nach dem damaligen Standpunkte 
der Wissenschaft in erster Linie den im Wasser löslichen Bodenbestandtheilen und 
unter ihnen ganz besonders dem Humus grossen Werth bei. Doch wusste man nicht 
einmal den Humus richtig zu bestimmen. 

Man glühte den Boden, der Glühverlust war Humus. Damals glaubte man, 
dass die Pflanzenwurzeln nur die im Wasser löslichen Stoffe, insbesondere den 
Humus aufzunehmen vermögen und dass der Humus die Pflanzen mit Kohlenstoff 
versieht, während wir jetzt positiv wissen, dass es die Kohlensäure der Luft thut, 
doch erinnerte Schübler stets daran, dass es bei Bodenuntersuchungen nothwendig 
Sei, auch die schwerlóslichen Stoffe in den Erden zu berücksichtigen. 
| Die epochemachenden Lehren Liebigs, die aber schon in Sprengels Arbeiten 
Sich aussprachen, mussten auch für die Entwickelung der Methode der chemischen 
Bodenanalyse von Bedeutung werden. Es wurde die innige Beziehung zwischen 
den mineralischen Nährstoffen und dem Gedeihen der Pflanzen erkannt und nament- 
lich auf die Bestimmung der Phosphorsäure, des Kalis, Kalkes etc., welche durch 
Starke Mineralsäuren aus dem Boden ausgezogen werden, grosser Werth gelegt. Von 
Sprengel rühren gute Methoden zur Bestimmung einzelner Bodenbestandtheile her; 
er empfahl die Untersuchung des Ober- wie Untergrundes, doch legte schon 
Sehübler mehr Gewicht wie Sprengel auf die Form des Vorkommens der einzelnen 
Bestandtheile in der Ackererde. Bous ssingault wollte nur den Gehalt der Erde an 
Thon, Sand, Kalk und Humus durch die Bodenanalyse ermittelt haben. Die alte 
Unthersuchungsmethode erfuhr durch ihn keine Verbesserung. Durch die über Ver- 
anlassung des preussischen Landesökonomie-Collegiums ausgeführten zahlreichen 
Bodenuntersuchungen wurde der Werth der Bodennalyse nicht erkannt, weil jeder 


Chemiker nach einer anderen Methode arbeitete und daher die e Werthe 
1* 


4 


unter einander nicht vergleichbar waren. Daher drang 2. Wolff aus Hohenheim 
auf eine Einigung, nach welcher Methode Böden untersucht werden sollen. 

E. Wolff legte mit Recht hohes Gewicht auf die Formen, in denen die 
einzelnen Pflanzennährstoffe im Boden vorkommen, verlangte die Untersuchung von 
vier bis fünf Bodenauszügen mit immer stärkeren Lösungsmitteln, zuletzt die Analyse 
des aufgeschlossenen Rückstandes, wodurch aber die Untersuchung sehr complizirt 
und ihre Durchführung zeitraubend wird. 

Knop’s Methode eröffnete neue Gesichtspunkte. Schlösing gab eine prácisere 
Trennungsmethode der mechanischen Bodengemengtheile. Er ist der Erste, welcher 
eine genaue Thonbestimmungsart beschreibt. Liebig legte der Bodenanalyse hohen 
Werth bei, indem er die Landwirthe zu überzeugen sich bemühte, dass sie vor 
allem wissen müssen, welche Nährstoffe der von ihnen bewirthschaftete Boden den 
Culturpflanzen in assimilirbarer Form überschüssig zu bieten vermag und an welchen 
er relativ Mangel leidet. Von den letzteren führe er seinem Boden zunächst 80 
viel zu, bis der Mangel getilgt ist, und ersetze dann von ihnen alljährlich durch 
Zukauf eine ebenso grosse Quantität, wie er mit seinen verkäuflichen Producten aus 
der Wirthschaft ausführt. 

Um diese Ersteren braucht er sich so lange nicht zu kümmern, als ihr 
Ueberschuss vorhält. Der Angelpunkt jedes Fortschrittes im Ackerbaue ist nach 
Liebig der, dass man lernt, aus den natürlichen Quellen soviel Stickstoffnahrung 
zu schöpfen, als man braucht. Tausende von Thatsachen lehren, dass das möglich 
ist. Unter allen Umständen hat es der Landwirth als seine erste und wichtigste 
Aufgabe zu betrachten, dass er eben so hohe und immer steigende Ertrüge erzielen 
lernt ohne Zukauf der theueren Salpetersäure und des theueren Ammoniaks. Das 
war der Kern der Liebig'schen Lehre. 

Leider hat die Wissenschaft die Bodenanalyse noch nicht dahin ausge- 
bildet, dass sich mit Hilfe derselben die Menge des in einem Boden vorhandenen 
disponiblen Nührstoffeapitals klar und richtig bestimmen lüsst; von dem Moment 
an, wo diese Kenntniss geboten sein wird, vermag man die Praxis des Ackerbaues 
auf wahrhaft rationeller Grundlage zu betreiben. Wenn heute die mechanische 
Bodenanalyse einen besseren Credit geniesst, liegt der Grund nur darin, dass man 
leichter findet und besser weiss, was fruchtet, als hier. Die Elemente, welche die 
Grundlage der Pflanzennahrung bilden, kommen in dem Erdboden in sehr verschie- 
denen Verbindungen vor, welche leicht, schwer oder gar nicht assimilirbar sind, die 
physiologisch als mehr oder minderwerthig oder auch als gänzlich werthlos gelten 
müssen. Die einfache Bestimmung der Summe, in welcher diese Stoffe in einem 
fraglichen Boden auftreten, erlaubt noch kein Urtheil darüber, ob derselbe in Bezug 
auf das Pflanzenwachsthum als reich oder arm ausgestattet zu betrachten ist; denn 
es kommt vorzüglich darauf an, den physiologisch wirksamen Stickstoff, das Kali 
ete. kennen zu lernen. 

In der vorliegenden Abhandlung sind die Resultate mehrjühriger Unter- 
suchungen, welche sich auf den Boden, das wichtigste Besitzthum des Landwirthes 
beziehen, niedergelegt. In einer Zeit, wo man immer und immer wieder den Schwer- 
punkt der Bodenuntersuchung in die blosse Erforschuug seiner physikalischen Eigen- 
schaften legt; manche geradezu behaupten, der Boden bestimme seine Vegetation 


5 


u im untergeordneten Masse durch seine chemische Beschaffenheit, vielmehr durch 
Seme physikalischen Eigenschaften, diese seien für den Ernährungsprocess der 
flanzen von hoher Wichtigkeit und für die Ausbildung nutzbarer Pflanzensubstanz 
von dem grössten Einfluss; in einer Zeit, wo Bodenphysiker geradezu behaupten, 
dass die physikalische Analyse mit Hilfe des Mikroskops und mineralogischer Kennt- 
11880 die chemische Bodenanalyse in den meisten Fällen zu ersetzen im Stande ist, 
könnte es Wunder nehmen, so viel Fleiss auf physikalisch-chemische Bodenanalysen 
verwendet zu schen. 
Mit Recht rief diesen Verfechtern einer einseitigen Bodenuntersuchung 
Professor Braungart in seinen sehr interessanten „geobotanisch-landwirthschaftlichen 
anderungen durch Böhmen“ zu, dass die citirte Anschauung schwerer Irrthum sei, 
dem nur der Umstand einigermassen entschuldigend zur Seite steht, dass er sehr 
allgemein verbreitet, ist, > 
| Gelegentlich eines Besuches des nordböhmischen Sandsteingebirges spricht 
Sich Braungart folgendermassen aus: „An diese Felsenpforten sollte man in grossen 
ettern schreiben: fliehet hier, Botaniker, denn hier gibt es keine Pflanzen, aber 
auch, kommet herein, für alle jene, welche in der physikalischen Natur des Bodens 
das Wichtigste Agens der lokalen Pflanzenvertheilung gefunden zu haben glauben. 
„An Physikalischen Standorten fehlt es nicht, aber an Pflanzen!“ Nach dem Besuche 
er Herrschaft Wittingau sagt er: „dass der Boden geradezu mit seinen zahlreichen 
Physikalischen Bodenschattirungen vom Flugsande bis zum Letten, in allen Stufen, 
en, wie die zahlreichen sorgfältigen chemischen Analysen dieser Böden ausge- 
А der Versuchsstation Lobositz beweisen, nur der Mangel an Kalk gemein- 
Эъ wie nicht leicht ein anderes Gebiet berufen zu sein scheint, endgiltiges 
9Weismaterial zu Gunsten einer ebenso im wissenschaftlichen wie im praktischen 
mne bedeutsamen Frage zu liefern und so auch auf böhmischer Erde den Nach- 
weis für die herrschende Irrlehre beizubringen.“ Verfasser hat nur noch beizu- 
"Ben, dass in den soeben angeführten Wittingauer Böden eine eben so grosse Ar- 
Muth an löslicher (kohlensaurer und humussaurer), mitunter auch an der gesammten 
na constatirt wurde, und dass daher auch der Dolomit, welcher auf den 
| ich Schwarzenberg’schen Besitzungen in Cheynov vorkommt und den der durch- 
zs hte Besitzer gegenwärtig im grössten Massstabe abbauet, brennt und m 
un Pier Felddüngung nach Wittingau führen lässt, dort E Wunder wirkt ; 
ҮШ Чег Worte des dortigen Herrschaftsleiters Busta. zu bedienen. Die mittel- 
. Igen Ernten, welche die Hülsenfrüchte von jeher auf dieser Herrschaft gaben, 
19 Unsicherheit, mit welcher der Rothklee in diesen kalireichen Böden fortkommt, 
аз inbefriedigende Wachsthum und Gedeihen der Kleegattungen überhaupt, veran- 
assten den durchlauchtigsten Besitzer mit der Ergründung der Ursachen dieser 
16 landwirthsehaftliche Production beeintrüchtigenden Erscheinung an seine agro- 
mische Versuchsstation näher heranzutreten, und die vor vielen Jahren in dieser 
Ichtung vorgenommenen Untersuchungen und gewonnenen Ergebnisse hat Verfasser 
Unter dem Titel: „Beiträge zur Kenntniss der Ackererden in Leitmeritz im Jahre 
| “ veröffentlicht und die Mittel angegeben, durch welche zunächst der Kleebau 
gehoben werden könnte, welcher bei üppigerem Gedeihen weiter die Aufschliessung 
und Verwerthung der Bodenschätze des Untergrundes, sowie die Ausnützung der 


n 


6 


Pflanzennährstoffe der Atmosphäre in der rentabelsten Weise vollbringt. Es fehlte 
wohl nicht in früheren Jahren an Versuchen die Wittingauer Felder zu kalken, 
aber einmal traten sie vereinzelt auf, das anderemal waren es nicht die geeigneten 
Kalke, welche man benützte. Ueberhaupt wurde die Kalkung für unrentabel ge- 
halten, weil man das Dungmaterial aus grossen Entfernungen beziehen musste. 


Durch die zahlreichen Bodenanalysen kam aber Ueberzeugung in die prak- 
tischen Gemüther, an Stelle planlosen Herumtappens trat methodisches Versuchen, 
allgemeinere und intensivere Benützung der angerathenen Mittel, über deren Qua- 
litàt und Verwendbarkeit die Untersuchung des Chemikers entschieden hatte, und 
so wurden die Schätze, welche die Natur in weisser Fürsorge im Schoosse angren- 
zender Gesteine niedergelegt hatte, an denen der Landwirth lebenslang vorüberging, 
ohne deren Wichtigkeit für die Verbesserung seiner wirthschaftlichen Existenz 7 
ahnen, an's Licht gezogen und dem bedürftigen Boden einverleibt, der sich hiefür 
sehr dankbar zeigte und blühende und lohnende Culturen, wie sie vordem nicht 
bestanden, hervorbringt. Coutejean,*) ein Schüler des berühmtesten Vorkümpfers 
des physikalischen Einflusses, nämlich Thurmann’s, sagte sich, nachdem er lange an 
den Ansichten Thurmann's festgehalten und bedeutende Studien in beinahe ganz 
Frankreich und namentlich in dem Centralalpenplateau angestellt hatte, von den 
Anschauungen seines Lehrers los und nachdem er die neue Lehre mit dem Eifer, 
welcher aus einer aufrichtigen Ueberzeugung und aus dem Einflusse hervorgeht, 
welchen stets ein hervorragender Lehrer äussert, an Thatsachen prüfte, sah er sich 
zu folgenden Bemerkungen veranlasst: „Wenig gesehen habend, glaubte ich an den 
physikalischen Einfluss des Bodens, noch mehr beobachtet habend, bin ich ein 
Parteigenosse der entgegengesetzten Meinung geworden.“ 

Die erschöpfende Ergründung der wirkenden Ursachen mag noch für Jahr- 
hunderte ein Problem der Naturforschung sein und wenn die gegenwärtigen Boden- 
analysen nicht allen Anforderungen entsprechen, so darf man nicht glauben, dass 
der grosse Fleiss, den man auf die Bodenuntersuchung verwendet hat, vergeblich 
gewesen ist. Vollkommen werden unsere Ansichten über die Natur des fruchtbaren 
Bodens niemals sein, stets wird sich in den Untersuchungsmethoden die Erkenntnis® 
der Zeit wiederspiegeln, zu der man nach und nach auf dem Gebiete der Pflanzen“ 
physiologie gelangte. Damit sind wir weit entfernt, den physikalischen Einfluss auf 
das Gedeihen der Gewächse läugnen zu wollen; denn ein Mangel an bodenkonsti- 
tuirenden Stoffen ist gleichbedeutend mit einer dauernden Entwerthung, die wenn 
sie behoben werden sollte, wenn nicht überhaupt unmöglich, doch meist einen solche? 
Aufwand von Mühe, Zeit und pekuniären Opfern erheischt, dass dadurch die Renta- 
bilitàt geradezu in Frage gestellt ist. Derartige Unternehmungen werden nur dann 
lohnend sein, wenn sich die zur Verbesserung des Ober- oder Untergrundes geeignet? 
Erdart unter oder über denselben befindet, so dass sie auf billige Weise durch de? 
Pflug und andere Ackerwerkzeuge vermischt werden kónnen. Im anderen Falle 
wird man sich in der Wahl der anzubauenden Pflanzen nach der ‚physikalischen 
Beschaffenheit des Bodens richten müssen. 


*) Braungart, die Wissenschaft in der Bodenkunde 1876. 


Hilgard *) sagt mit Recht, „dass gewisse Eigenthümlichkeiten der Flora 
und vor Allem gewisse wünschenswerthe Resultate des Ackerbaues fast immer im 
Zusammenhange mit einem verhältnissmässig hohen Kalkgehalte des Bodens stehen. 
Die Gegenwart eines bedeutenden Kalkgehaltes offenbart sich aber nicht allein in 
den Spezies der Bàume und Krüuter, sondern auch oft besonders deutlich in den 
Eigenthümliehkeiten der individuellen Entwickelung derselben Spezies. Zu den 
flanzen, deren Vorkommen oder Vorwiegen als sicheres Zeichen eines hohen Kalk- 
Sehaltes gelten kann, gehören in den südwestlichen Gebieten der Vereinigten Staaten 
2. В. der Tulpenbaum, die Linde, die wilden Pflaumen ete. Die Bedeutung des Vor- 
kommens der meisten dieser Pflanzen ist dem Farmer so geläufig, dass er sich 
damach sein Urtheil über den Boden bildet. Umgekehrt dient die Anwesenheit 
anderer Pflanzen allgemein dazu, den Werth des Bodens, welchem sie angehören, 
herunterzudrücken, indem sie thatsächlich den Mangel oder die Abwesenheit des 
Kalkes anzeigen.“ Hilgard erläutert das Gesagte an zwei Eichenarten. Dasselbe 
Was für die genannten Eichen gilt, hat auch im Allgemeinen für andere Baumarten 
und Pflanzen Geltung, welche weit verbreitet sind und auf verschiedenen Bodenarten 
vorkommen. Ein hoher Kalkgehalt befördert im Ganzen einen niedrigen aber gedrun- 
Senen compacten Wuchs und reiche Tragbarkeit. Die Abwesenheit des Kalkes 
dagegen bewirkt sogar in Böden, die sonst eine gute Zusammensetzung haben, 
emen dünnen Wuchs und geringe Tragfähigkeit. „In grossem Massstabe zeigt sich 
dieselbe Erscheinung auch an den niedrigen gedrungenen Baumformen in den 
Vasserarmen Gebieten von Kalifornien und Oregon. Dieselben sind nur zum Theil 
Cine Folge des Sonnenbrandes, zum grössten Theil eine Folge des hohen Kalkgehaltes 
Jener Böden, welcher sich in Folge der Geringfügigkeit der Niederschläge dort in 
Viel stärkerem Grade angehäuft hat, als in Böden, welche einer stärkeren Aus- 
Augung durch meteorische Niederschläge ausgesetzt sind“. 
Sowie die mechanische und physikalische Beschaffenheit, so darf auch die 
chemische Zusammensetzung der Böden nieht nebensächliche Berücksichtigung finden. 
Jeder, welcher sich mit Bodenuntersuchungen befasst hat, gibt zu, dass 
der Boden nicht allein durch seine chemische Zusammensetzung, sondern auch 
durch seine physikalischen Eigenschaften von grossem Einfluss auf die Entwickelung 
"nd das Leben der Pflanzen ist. Wenn auch Feuchtigkeit und Wärme die üppige 
Entwickelung der Pflanzen wohl vorzüglich bedingen, wenn auch manche Cultur- 
Danzen einen wesentlich sandigeren, andere einen bindigeren Boden vorziehen, 
ш gedeihen sie doch nur üppig, wenn sie alle zu ihrer Ernährung nothwen- 
digen Stoffe in ausreichendem und aufnahmsfähigem Zustande vorfinden, und 
vor dem Einfluss der ihrem Gedeihen abträglichen und geradezu schädlichen Stoffe 
bewahrt bleiben. Schon Sprengel der Vorkämpfer Liebig’s sagte in seiner 1837 
erschienenen Bodenkunde, dass ausser der chemischen Untersuchung des Bodens 
auch die Erkenntniss seines physikalischen Verhaltens von hervorragender Bedeutung, 
die Art der Gesteine, woraus der Sand zusammengesetzt ist, von Wichtigkeit sei 
"nd dass eine gründliche Bodenuntersuchung auch den Untergrund in das Bereich 
ihrer Betrachtung ziehen muss. Wie oft findet man physikalisch überaus ähnliche 


Le € 


*) Nobbe's landwirthschaftliche Versuchsstationen 1887. 


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| 


Thonböden, die hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung sehr verschieden 
sind. Sandböden der Tertiärformation sind physikalisch den Diluvialsandböden 
vollkommen ähnlich und chemisch ist die Bodenbeschaffenheit durchaus verschieden. 
So liessen sich noch viele Beispiele anführen. Nach zahlreichen Analysen schwankt 
der Gehalt der Aceidite und Basite der so ungemeincomplizirten krystallinischen 
Gesteinsbildungen nach ihrer chemischen Verwandtschaft in folgenden Grenzen: 


Aceidite Basite 
Kieselsäure . . . 2. 54— 799... 10. 42 689), 
Tionerdei ,. 0.00002 10628 RT 


Eisenoxyduloxyd. te s. ОВО), apro Фат 
КЕЙШ rais Fe Qood 0 oo aoh, 19408 do 


» 


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РАНЕЕ. tin Da "éi ОРА БТ те оО pat 


Manganoxydul . . . . 00—05, . . . . . 00—05,, 

Für деп Agrieulturchemiker ist es von Wichtigkeit, dass innerhalb der 
beiden Gruppen der krystallinischen Gesteine die Unterschiede der Gesteinstypen 
mehr in den Struktur- und Altersverschiedenheiten als in der chemischen Zusammen- 
setzung begründet sind. Dagegen sehen wir, in: welchen weiten Grenzen schon in 
den Gesteinen und wie wir weiter wissen, schon bei einer und derselben Gesteinsart 
sich die wichtigsten Pflanzennährstoffe bewegen; um wie viel grösser werden jene 
Unterschiede in den Verwitterungsprodukten derselben und in den von diesen Ge- 
steinen abstammenden metamorphosirten Verbindungen sein, so dass man, wenn 
man auch die geognostische Abstammung der Boden kennt, die chemischen Be- 
standtheile, welche in ihnen vorherrschen werden, zwar vermuthen, aber nicht 
vorhersagen kann so, dass die chemische Bodenanalyse hiedurch entbehrlich 
werden würde. Da der Ertrag eines Feldes aber von dem in minimalster Quantität 
im Boden vorhandenen Nährstoffe, wie Liebig gezeigt hat, sich abhängig erweist, 
so ist es klar, dass gerade die in geringster Menge im Boden vorhandenen Nähr- 
stoffe auch das grösste Interesse für den Landwirth besitzen. Aus diesen Erörte- 
rungen geht also zur Genüge hervor, dass der Landwirth auch die Qualität und 
Quantität der im Boden vorhandenen Nährstoffe kennen lernen muss und dass die 
Bodenanalyse auch in dieser Richtung genügenden Aufschluss geben soll. 


Die Fruchtbarkeit eines Bodens ist daher — abgesehen von klimatischen 
Verhältnissen — abhängig von seiner chemischen, wie von seiner mechanischen und 


physikalischen Beschaffenheit. Die chemische Beschaffenheit ist nicht nur bedingt 
durch die Art und das gegenseitige Verhältniss der Bestandtheile, sondern auch 
durch den Löslichkeitszustand und die Bindungsweise derselben. 

Soll daher eine Analyse Aufschluss nicht nur über den Reichthum, sondern 
auch über die Fruchtbarkeit eines Bodens geben, so muss sie alle oben genannten 
Punkte nach Möglichkeit in Betracht ziehen. Zwar gelingt es im Laboratorium 
nicht, die Lösungsmittel ganz in derselben Weise einwirken zu lassen, in welcher 
sie in der Natur wirken, auch gestattet uns die physikalisch - chemische Unter- 


| 
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S 


Suchung kaum genügenden Aufschluss über die verschiedenen Arten der Bindung 
der Stoffe im Boden zu geben, welch’ Letztere sich z. D. darin äussert, dass ein 
noch ganz uncultivirter Boden, obgleich er an und für sich die einer Pflanzenart 
nüthigen Stoffe enthält, doch desshalb noch nicht fähig ist sie zu ernähren, während 
er andere Pflanzen von gleichem oder selbst grösserem stofflichen Bedürfniss schon 
zu ernähren vermag. Bindung der Stoffe ist somit der Widerstand, welchen der 
Boden der Abgabe gewisser Bestandtheile an die Pflanzen entgegensetzt, ein Wider- 
Stand, der von manchen Pflanzen besiegt, dagegen von andern nicht überwunden 
Wird und der erfahrungsgemäss mit der Cultur des Bodens abnimmt. So lange man 
den Boden einfach als den Trüger der Pflanzen ansah, wurde die chemische Unter- 
Suchung des Bodens sehr vernachlässigt, weil man einzig und allein den physika- 
lischen Eigenschaften einen wichtigen Einfluss auf die Vegetation zuschrieb. Heute 
Möchte man noch läugnen, dass die chemische Natur des Bodens die Pflanzen- 
Produktion, d. h. die Ernten beeinflusst, und doch spielt die chemische Natur des 
odens in allen Fällen eine deutlich wahrzunehmende, in gewissen Fällen sogar eine 
entscheidende Rolle. 
i Ohne Zweifel üben auch die physikalischen Eigenschaften einen beträcht- 
lichen Einfluss auf die Entwickelung der Pflanzen aus, aber sie allein können uns 
keine genügende Kenntniss einer Erde und ihrer Beziehungen zu den Ernten ver- 
Schaffen. Wenn nun zwar auch die chemische Analyse des Ackerbodens nicht im 
Stande ist, alle Fragen zu lösen, die man an sie in landwirthschaftlicher Beziehung 
Fichten kann, so ist doch nicht zu verkennen, dass dieselbe, wenn sie nach be- 
stimmten feststehenden Grundsätzen ausgeführt wird, die einen Vergleich der Ana- 
sen untereinander zulassen, unsere Kenntnisse eines Bodens wesentlich befördert 
Und eine Anzahl Fragen aufklärt, die ohne sie vollständig dunkel geblieben wären. 
Der Zweck der Bodenanalyse ist stets der, zu erfahren wie reich der 
Boden an gewissen Nährstoffen ist, welche fehlen, welche in geringer Menge, welche 
im Überflusse vorhanden sind. Die absolute Menge des einzelnen Pflanzennährstoffes 
estimmt zwar nicht allein die Höhe der Ernte, aber es kann für den Landwirth 
nicht gleichgiltig sein, ob er sehr kleine oder überraschend grosse Mengen werth- 
voller Pfanzennührstoffe in seinem Boden angehüuft hat und auf Kosten derselben 
das umlaufende Nährstoffecapital in der billigsten Weise ergänzen kann; und da 
die Analyse lehrt, dass der Landwirth häufig mit Bodenarten zu thun hat, die bis 
3% Kali und bis 20%, Kalk enthalten, also auf Tausende von Jahren mit Kali 
Oder Kalk versehen sind, so wird es sich in solchen Fällen mehr darum handeln, 
die billigsten Mittel ausfindig zu machen, um das in verschiedenen Zuständen der 
lichkeit und Bindung vorhandene Kali in assimilirbare Formen überzuführen, als 
diesen Dungstoff von Aussen zuzuführen. Es hat also die Bestimmung der absoluten 
enge einzelner Nährstoffe ebensoviel Werth, als die Bestimmung jener Mengen in 
verschiedenen sauren Bodenauszügen, welche jetzt schon und welche in nächster 
Zeit für die Pflanzen aufnehmbar sind. 

Den von mehreren Seiten empfohlenen essigsauren Auszug konnte der Ver- 
fasser sich nicht entschliessen auszuführen, da er nur die Arbeit, welche so schon 
eme sehr bedeutende war, vermehrt hätte, ohne dass sich, wie vergleichende Unter- 
Suchungen verdünnter, kalt erhaltener salzsaurer und heisser essigsaurer Auszüge 


10 


zeigten, die Möglichkeit eines besseren, allgemein giltigen Vergleiches der ausgezo- 
genen Bodenbestandtheile herausstellte. Zehnprocentige, kalte salzsaure und salpeter- 
saure Bodenauszüge entsprachen daher dem vorliegenden Zweck und wurden neben 
heissen salzsauren Auszügen dargestellt. Ein Auszug mit Kohlensäure erschien dem 
Verfasser sehr problematisch, ein Wasserauszug völlig ungenügend, wenn es darauf 
ankommt zu bestimmen, ob die vorhandene Menge annähernd nicht nur dem mo- 
mentanen Bedürfnisse genügt, sondern den Pflanzen für einen längeren Zeitraum 
zur Verfügung zu stehen im Stande ist. 

Schon Liebig sagt in seinem klassischen Werke „Die Naturgesetze des 
Feldbaues*: „Wenn man Ackererde kalt mit Salzsäure 24 Stunden in Berührung 
stehen lässt, so nimmt diese eine gewisse Menge Kali etc. auf. Behandelt man die 
Erde mit kochender Salzsäure, so erhält man das Doppelte bis Achtfache und nach 
vorhergegangener Aufschliessung mit Flusssäure den ganzen Kaligehalt der Erde“. 
„Ohne einen Irrthum zu begehen, wird man voraussetzen können, dass die von 
kalter Salzsäure der Erde entziehbaren Pflanzennährstoffe am schwächsten angezogen 
sind und ihrer Form nach den physikalisch gebundenen am nächsten stehen, jedenfalls 
so nahe, dass sie durch die gewöhnlichen Verwitterungsursachen sehr leicht in 
diese Form der Verbindung übergehen können !“ 

Es besteht aber noch ein grosser Unterschied zwischen den Bodenaus- 
zügen, welche mit kalter concentrirter und denjenigen, welche mit kalter mässig 
und sehr stark verdünnter Salzsäure dargestellt werden. Es scheint 10%, Salzsäure 
diesem Zwecke am meisten zu dienen, wenn es sich um die Ermittelung des zu- 
gänglichen Kalis, und 109, Salpetersäure, wenn es sich um diejenige der zugüng- 
lichen Phosphorsäure handelt. Die mit kochender Salzsäure aus dem Boden ausge- 
zogenen Bestandtheile der Ackererde enthalten vorzugsweise jene zeolithartigen 
Verbindungen, die sich in jedem guten Ackerboden in beständiger Zersetzung und 
Auflösung befinden, wenn auch die Pflanzennährstoffe, welche sie enthalten, erst in 
fernen Zeiträumen in den aufnehmbaren, physikalisch gebundenen Zustand über- 
gehen. Ihre Mengen kennen zu lernen, ist ebenfalls von der grössten Wichtigkeit, 
und sie müssen in einer vollständigen Bodenanalyse Berücksichtigung finden. 

Um annähernd die Gesammtmenge der Phosphorsäure zu erhalten, ist die 
Behandlung der Erde mit kochender concentrirter Salpetersäure oder Königswasser 
unentbehrlich, sie kann mit Vortheil nach der von Gasparin angegebenen Methode 
vorgenommen werden. 

Die Phosphorsäure ist derjenige Pflanzennährstoff, welcher meist nur in sehr 
geringen Quantitäten im Boden vorzukommen pflegt und an dem es oft sehr mangelt, 
während alle übrigen Nährstoffe in verhältnissmässig grosser Menge vorhanden sind. 
Unter gewissen Verhältnissen kann also der Phosphorsäuregehalt des Bodens als 
Massstab seiner Ertragsfähigkeit dienen. Wir werden sehen, dass auch der Kalk 
und die Magnesia auf ein Minimum im Boden herabsinken können, auf eine Menge 
in welcher sie kalkbedürftige Pflanzen nur nothdürftig zu ernähren vermögen. 

Die Stickstoffquellen fliessen in so ungleichen Zeiten und Mengen, dass sie 
in unseren Breitegraden als wesentlicher Beitrag zur Stickstoffnahrung für die 
Pflanzen niemals mit Sicherheit in Rechnung gestellt werden können. Ja häufig ist 
der Verlust an Stickstoff in den Wässern, welche die Drainage aus dem Boden ent- 


11 


fernt, grösser als die Stickstoffmenge beträgt, welche durch die Atmosphäre dem 
Boden zugeführt wird. Ganz ungelöst ist die landwirthschaftlich hochwichtige Frage, 
ob die oberirdischen Organe insbesondere der perennirenden Leguminosen den gebun- 
denen Stickstoff der Atmosphäre und in welcher Menge zu entziehen vermógen, so 
dass wir die richtige Erkenntniss der täglichen Erfahrung, dass für unsere hóheren 
Wirthschaftlichen Ansprüche beide Quellen der Atmosphäre und des Bodens nicht 
hinreichend und ihre Zufuhr im Dünger neben den Mineralstoffen stets unsere 
Hauptaufgabe bleiben wird, auch heute noch festhalten müssen. 

Ein Hektar Feld ist gleich 1 Million Quadrat-Dezimeter. Auf '/, Meter 
Tiefe macht dies 5 Millionen Kubikdezimeter oder mindestens 5 Millionen Kilo Erde. 

| Ein zehntel Procent Phosphorsäure beträgt auf 1 Meter Tiefe = 5000 
Kilo, wo der Gehalt der rohen Ackererde unter 5, оо Procent == 0'05°/, Phosphor- 
säure oder 2500 Kilo fällt, da wird man auf die Deckung des Phosphorsäurebe- 
darfos der Pflanzen von Aussen her bedacht sein müssen, denn von dieser Menge 
ist kaum die Hälfte bis ein Fünftel momentan disponibel oder in kalter 10% Sal- 
Petersäure löslich. In der Wittingauer Tertiärformation kommen Felder vor, welche 
wie Mühlhof, Purkrabsky pr. ha kaum 2500 Kilo Phosphorsäure auf 75.000 Kilo Kali 
enthalten. 

Erreichbar sind davon aber für die nächste Zukunft kaum 500 Kilo Phos- 
Phorsäure und 5000 Kilo Kali, weiter 3000 Kilo Kalk und 250 Kilo Bittererde. 
Dies gibt statt wie bei einem idealen Normalboden auf 1 Phosphorsäure, 2 Kali, 
12 Kalk, 1 Bittererde: auf 1 Theil Phosphorsäure, 10 Kali, 6 Kalk, !/, Bittererde. 
Die Phosphorsäure, die Bittererde und Kalk im Minimum oder auf 2 Kali nur 0'2 
Phosphorsäure, 1:2 Kalk und 0'2 Bittererde. 

Ein Hectar Feld soll aber, um eine gute Weizen- und Rübenernte zu geben, 
auf die Tiefe der Wurzeln nach Liebig 5—10.000 Kilo Kali und 2000—5000 Kilo 
Phosphorsäure im aufnehmbaren Zustande enthalten. Diese Forderung ist aber eine 
entschieden übertriebene, wie die Pflanzennährstofimengen verschiedener Säureextrakte 
Sehr fruchtbarer Böden beweisen, welche viel geringere Quantitäten enthalten. 
Freilich erfüllen die bezeichneten Lösungsmittel des Bodens nicht ganz ihre Auf- 
gabe, denn wir wissen, dass im Boden nicht nur Wasser, Kohlensäure oder eine 
Organische Säure, sondern auch eine Anzahl von Salzen die Lösung der im Boden 
vorhandenen Nährstoffe vermitteln; wir wissen ferner, dass die Pflanze sich nicht 
Passiv bei der Aufnahme der ihr nothwendigen Nährstoffe verhält, sondern selbst 
zur Löslichwerdung der für sie erforderlichen Nahrung beiträgt. Aus einem richtig 
durchgeführten Vergleich von Bodenanalysen lässt sich aber selbst ein Zusammen- 
hang zwischen chemischer Zusammensetzung und Ertragsfähigkeit des Bodens nicht 
verkennen, er kann aber nur bei jenen Substanzen hervortreten, die im Boden nicht 
im Ueberfluss, sondern nur in so geringer Menge vorkommen, dass die Pflanze im 
Verhältniss zu den übrigen Pflanzennährstoffen nicht soviel von ihnen vorfindet, 
m sie aufzunehmen im Stande ist, sondern mehr oder weniger Mangel an ihnen 
eidet. 


Lange, bevor es eine Agriculturchemie gab, bestand bereits das Kalken der 
Thonböden, und ohne ein vergleichendes Studium der Ackerböden konnte die volle 
Bedeutung des Kalkes für den Boden kaum erkannt und gewürdigt werden. Selbst 


12 


die später von den Agriculturchemikern aufgestellte Behauptung, „der Kalk macht 
reiche Väter, aber arme Söhne“, war nicht geeignet der vermehrten Verwendung 
des Kalkes Bahn zu brechen, indem dieser Satz alle jene Landwirthe von dessen 
Benützung abhielt, welche nicht Pächter waren oder über genügende Düngermengen 
u geboten. Gewisse Eigenthümlichkeiten der Flora kalkreicher Gebiete konnten erst 
y dann erkannt und begehrenswerthe Resultate in der Landwirthschaft erzielt werden, 
il wenn dem Studium des Bodens, welches gerade die hiezu berufenen Agricultur- 
chemiker vornehm ignorirten, mehr Aufmerksamkeit geschenkt und die Bodenana- 
lysen im Zusammenhang mit Vegetationsversuchen und statistischen Zusammen- 
stellungen der Bewirthschaftungsergebnisse dieser Böden betrachtet wurden. 

Die nachhaltig fruchtbarsten Ackerböden des herrschaftlichen Grossgrund- | 
besitzes, welehe wenig oder gar nicht gedüngt werden und in den fruchtbarsten 
Landstrichen Böhmens liegen, wie der Schelchowitzer, Malnitzer, Wehinitzer Boden, 
sind von Natur aus sehr reich an den wichtigsten Pflanzennährstoffen und an auf- 
L| geschlossenen Silikatbasen. Aus einigen hundert Dodenanalysen der herrschaftlichen 
1 Feldfluren geht hervor, dass jene Ackerbóden zu den an Phosphorsüure sehr armen | 
| zu rechnen sind, welche von 0'01—0'05°/,, zu den sehr reichen, welche 0:20—0:50"/o 
| Phosphorsüure des Rohbodengewichtes enthalten. 
| Es stellt sich der Durchschnittsgehalt an Phosphorsäure in 100 Gewichts- 
theilen der Erden und in 100 Kilogrammen folgendermassen heraus: 


| An in kalter verdünnter Salpetersäure löslicher Phosphorsäure. 
In Procenten: In 100 Kilogrammen: 
| Sehr arme Boden, . Spur —0017 /; и Spur — 10 Grm. 
| Arme Böden. . 0:01—0:00. . . . . . 10 grm — 50 n | 


i Reiche Böden. 0:05—010. .....50 , —100 


» 


Gesammtphosphorsáure : 

| In Procenten: In 100 Kilogr.: 

| des Rohbodens. 

| An Phosphorsäure sehr arme 0*01—0:05 oder 10— 50 grm. 
Armen. "tap T 0:05—0:10 „ 50—100 
de Ge | 0:10—0:20 „ 100—200 
Беш rocher", ИИ J 0:20- 0:50 „ 200—500 


| An Kalkerde: 


In Procenten: In 100 Küogr.: 
| des Rohbodens, 
| An Kalkerde sehr arme 0:01— 0:05 oder 10— 50 grm. 
АШ ие Je 0'05— 0:20 „ 50— 200 
Kalkhaltige ... 8 DEUS РУВО ОУ 
Kalkreiche. . . | 2:00—15'00 ,  2000—15000.., 
Es ist noch festzusetzen, was man unter niedrigem und hohem Kalkgehalt 
| des Bodens zu verstehen hat; oft schon wurde erwähnt, dass der Beobachtung nach 


» 


| 
| 


18 


Чег Kalkgehalt, wenn er sich in der natürlichen Flora deutlich ausprägen soll, um 
i höher sein muss, je thoniger der Boden ist. So findet man auf sehr schwerem 
Thonboden noch bei 0:509/, Kalk keine Kalkpflanzen, während Sandboden schon 
bei 0°15°/, Kalkwuchs zu zeigen beginnt, leichter Lehmboden etwa bei 0:259/. 
Jeder Boden, dessen Kalkprozentsatz über O*759/, geht, zeigt Kalkwuchs, und wenn 
der Gehalt auf 2:0 steigt, scheint das Maximum der speziellen Wirkung erreicht 
Zu Sein; d. h. grössere Mengen bringen keine auffallendere Wirkung hervor. Es 
Ist daher faktisch einfach unrichtig, wenn ein ,Kalkboden* erst dann als solcher 
Senannt wird, wenn der Gehalt über 2°), steigt, so dass Säuren Aufbrausen bewirken. 
Die wesentlichen Eigenschaften eines solchen Bodens werden schon mit 
viel kleineren Mengen erreicht. 


An in kalter 10%, Salzsäure nach 24 Stunden lösl. Kali. 


In Procenten: In 100 Kilogrammen: 
BUE. 40. eg | д 0'01—0:02 oder 10— 20 grm. 
Reihe . ..... $9 008—010 „ 30-10 , 
mer PROBE е" E 020—040 „ 200- 400 „ 


An löslichem Kali (in heisser cone. Salzsäure). 


In Procenten: In 100 Kilogr.: 
0:05—0:09 oder 50— 90 grm. 
010—0:20 , 100— 200 „ 
080—040 , 800— 400 , 
040—060 , 400— 600 , 
010—100 „ 700—1000 , 


Sehr arme . are 
AO e ае 
Beinahe reiche . . . | 


Böden 


Reiche . ... 
Sehr reiche 


An Gesammtkali (in Flusssäure und Salzsäure). 
In Procenten: In 100 Kilogr.: 


Бей arme, чү, | 0:9—0:5 oder 200— 500 grm. 
Ade A. et xb E: 05—10 , 500—1000 , 
Reichen ‚au al amd [5 10—20 „  1000—2000 „ 
Sehr reiche . . 30—40 „ 8000—4000 , 


Liebig hielt eine Stickstoffdüngung bekanntlich für überflüssig und erkannte 
erst am Ende seines Lebens seinen Irrthum, welcher darin bestand, dass er den 
Besammten gefundenen Stickstoffgehalt des Bodens für activ hielt, während nur ein 
Sehr kleiner Theil desselben in Wirklichkeit zu activen Stickstoffverbindungen 
Verwest, welche sich in verschieden thätigen Böden in unterschiedlichen Mengen 
m jedem Jahre bilden. Immerhin wird ein grösserer Stickstoffgehalt der Feinerde 
auf grössere Humusmengen im Boden schliessen lassen und auf die Fähigkeit des 
Bodens auch grössere disponible Mengen activen Stickstoffes den Pflanzenwurzeln 
ur Verfügung stellen zu können. 

Der organische Stickstoff bildet den Vorrathsstickstoff, welcher jedes Jahr 
(nach Schlösing ungefähr 2°), Stickstoff), die assimilirbaren Verbindungen der Pflanze 
liefert, mehr oder weniger, je nach Klima, Witterung, Bodenbeschaffenheit, immerhin 


14 


nur einen sehr geringen Bruchtheil, wie aus zahlreichen Düngungsversuchen her- 
vorgeht. Noch weniger genügen gewissen Culturpflanzen mit kurzer Vegetationszeit 
die atmosphärischen, in den Niederschlägen herabfallenden, gebundenen Stickstoff- 
mengen, so dass sich selbst Ackerböden mit bedeutenden organischen Stickstoff- 
vorräthen für eine Düngung mit Salpeter, Ammoniak oder Stallmist in den meisten 
Fällen sehr dankbar verhalten und unter allen Umständen noch ein viel grösserer 
Vorrath an geeigneten Stickstoffverbindungen in dem Nährboden vorhanden sein 
muss, damit die Pflanzen eine landwirthschaftlich lohnende Entwickelung zeigen. 

Der geringste Stickstoffgehalt eines Bodens ist 0:05—0'109/, Bodenarten 
mit solchen Stickstoffmengen müssen aufgeforstet werden, mögen die wirthschaft- 
lichen Bedingungen ihres Standortes welche immer sein, sie sind nicht genügend 
mit Stickstoff versorgt. 

Ein Blick auf die Zusammenstellung unserer Stickstoffgehalte der Feinerden 
von guten Ackerböden zeigt, dass eine Ackererde auf 20—30 cm Tiefe als stick- 
stoffarme gelten wird, wenn sie enthält an: 

Stickstoff in Procenten im 100 Kilogramm: 
Stickstoffarm . . . .0'05—0'10 oder 50—100 grm. 
Stickstoffhaltig . . . .0:10—0'15 „ 100—150 , 
Stickstoffreich . . . .0:16—0:20 , 160—200 , 
Sehr reich. . . . . .0:80—0'900 , 300—900 „ 

So grosse Stickstoffmengen, wie sie die vierte Reihe gibt, findet man in 
den Alluvionen ehemaliger Teiche und Moorbóden, in Kirchhofböden und Garten- 
erden, in der russischen Schwarzerde etc., und sie bedingen, wenn sie auch einen 
grösseren Vorrath an mineralischen Nährstoffen der Pflanzen besitzen, die grosse 
und nachhaltige Fruchtbarkeit dieser Bóden. 

Je tiefere Bodenschichten man auf Stickstoff untersucht, um so geringere 
Mengen findet man. In den vom Pfluge nicht mehr berührten Bodenschichten, 
unterhalb eines halben Meters sind in den Ackerböden nur noch 0:02 bis 0:09 
Procent, im Mittel 0:04 Stickstoff in der Feinerde enthalten. 

Der organische Stickstoff ist der Hauptfactor jenes Capitals, welches der 
Verpächter dem Pächter leiht, die Zinsen sind durch jenen Antheil von Salpeter 
und Ammoniakstickstoff vertreten, welcher sich jedes Jahr aus dem Vorrathsstick- 
stoff bildet. 

Aus den Versuchen von Lawes und Gilbert, Deherain’s mit Ackererden und 
Jouliess mit natürlichen Wiesen, sowie aus den Versuchen mehrerer anderen Forscher 
geht zur Genüge hervor, dass wenn auch der Verlust und Gewinn an Stickstoff 
in den Ackererden dem Verlust und Gewinn an Kohlenstoff im Humus nicht pro- 
portional ist, dass für die beiden genannten Stoffe doch eine gesetzmässige Be- 
ziehung besteht, so dass mit der Menge des Kohlenstoffes die Stickstoffmenge, auch 
umgekehrt, mit der Stickstoffmenge, die Kohlenstoffmenge steigt oder fällt. 

Aus nachfolgenden Untersuchungen geht weiter hervor, dass im Allgemeinen 
die Ackerbóden um so fruchtbarer sind, je mehr sie bei gutem physikalischen Ver- 
halten feinerdige Bestandtheile enthalten, je mehr leicht verwitterndes pflanzen- 
nährendes Material sie besitzen, je grössere Absorptionen sie bei gleichzeitiger Ge- 
genwart grösserer Mengen von Sesquioxyden zeigen, je mehr aufgeschlossene Silicat- 


15 


basen sie enthalten, je weniger leicht lösliche Magnesiasalze in ihnen vorherrschen, 
Je grösser die Glühverluste derselben sind, je mehr Stickstoff sie enthalten, mit einem 
Worte, je mehr sie sich in ihrer Zusammensetzung dem „Schelchowitzer Boden“ 
nähern. Solche Erden sind nicht nur vorübergehend, sondern nachhaltig fruchtbar, 
Sie bringen ungedüngt sehr hohe Erträge hervor und bedürfen nur eines ihrer 
Mischung zusagenden Klimas und einer nach diesem sich richtenden entsprechenden 
Unterlage, um die denkbar höchsten Erträge zu Tage zu fördern. 


Vorliegende Definition eines fruchtbaren Bodens darf nicht missverstanden 
werden. Es giebt Bodenarten, welche grosse Mengen Feinerde enthalten oder beinahe 
ganz aus ihr bestehen und doch nicht fruchtbar sind; ja unter den hier angeführten 
Böden ist die Krendorfer „Dürrwiese“ gleich ein solcher Boden. Nichts fehlt ihm, 
um fruchtbar zu sein, als eine Verminderung seines Bittersalzgehaltes. Würde die 
Tauptmasse einer Feinerde aus Talkerde bestehen, so ist dem Landwirthe mit der 
vielen Feinerde wenig geholfen. Nur von einem richtigen gegenseitigen Verhältniss 
Zwischen Sand oder Gesteinskörnchen und Thon, Kalk, Talk, Humus, von einem 
gewissen Grad der Verwitterung der feinerdigen Masse hängt die Fruchtbarkeit 
des Bodens ab. Aus völlig verwitterten Gesteinen bestehende Böden sind arm und 
unfruchtbar, Sie haben die wesentlichsten Pflanzennährstoffe verloren. Ebenso exi- 
Stiren Böden, welche grössere Mengen aufgeschlossener Basen und doch kleine Ab- 
Sorptionen, und umgekehrt, kleine Mengen auflöslicher Basen und sehr hohe Ab- 
Sorptionen zeigen, woraus wir deutlich sehen, dass diese wichtige Eigenschaft der 
Erden nicht, allein von der Menge der aufgeschlossenen Dasen, sondern auch von 

er Feinheit und der Menge der Thontheilchen und von dem Verwitterungszustand 
einer Erde abhängt. 


А Die Silikate bilden den Hauptbestandtheil der meisten Bodenarten, doch 
gibt es auch unter den angeführten Erden einige, die 20 bis 30 Prozent kohlen- 
Sauren Kalkes in ihrer Feinerde enthalten. 


| Der nach der Schlösing’schen Methode ermittelte Thongehalt der Acker- 
böden wechselt in den verschiedenen Bodenarten von 3 bis 35%, des natürlichen 
Bodens, Sandböden werden solche sein, die 3 bis 109/, sandige Lehmböden, die 
10 bis 1594, Lehmböden die 15 bis 20%, Thonböden die bis 28°, und strenge 
Thonböden, die bis 359, Thon enthalten. Doch kommt es sehr auf die Menge des 
gleichzeitig vorhandenen kohlensauren Kalkes an, welchen Grad der Plastieität ein 
Boden zeigt; denn seine Bündigkeit kann schon bei kleineren Thonmengen weit 
Srósser sein, als sie in der innigen Kalkthonmischung bei weit grösseren Mengen 
des letzteren zu sein pflegt. Sandbóden mit ein Prozent Kalkkarbonat können schon 
als kalkreich gelten, während ein Thonboden erst bei einem doppelt 80 hohen 
Kalkgehalt diese Bezeichnung verdienen wird. 


à Die Menge des an Kieselsäure gebundenen Thonerde-Eisenoxydes beträgt 
in leichten Erden 8 bis 10%, in mittleren 12 bis 16%, in reichen 16 bis 20, in 
Sehr reichen Erden 90 bis 30%, der Feinerde. Die Menge der Monoxyde bewegt 
Sich in leichteren Erden zwischen 1 bis 3°/,, in mittleren zwischen 3 bis DP scum 
reichen und sehr reichen Böden zwischen 5 bis 8"/, des Feinbodens. 


16 


Unter den untersuchten Böden haben wir ferner solche, die zum grössten 
Theile aus Quarz, dann aber auch solche, welche aus Feldspath, Glimmer, überhaupt 
aus kalireichen Substanzen bestehen. 

Die Tertiärböden uuterscheiden sich von den übrigen Böden durch einen 
hohen Quarzgehalt, der durchschnittlich bis gegen 70%, beträgt. Viel Feldspath 
und Glimmer enthalten die Gneisböden und der Boden des Rothtodtliegenden. 

Eine hohe hygroskopische Feuchtigkeit deutet gewöhnlich auf einen grös- 
seren Humusgehalt des Bodens. Der Humus macht den Thonboden lockerer, den 
Sandboden bindiger, beeinflusst günstig die wärmehaltende Fähigkeit beider Böden. 

Die wasserhaltende und wasserleitende Fähigkeit des Bodens, die Capilla- 
rität und Absorption ete. werden von dem Grad der Verwitterung der Silicate 
bestimmt. Wir haben es mit Böden zu thun, die nur 0:3*/, bis 6°, hygroskopische 
Feuchtigkeit zurückhalten und mit Böden, die nur 2 bis 8%, gebundenes 
Wasser in ihrer Feinerde enthalten, mit Erden, die eine Absorption von 30 bis 50 
und mit solchen, die eine von 100 bis 118, ja deren Silicate darin 149 besitzen- 
Der Humusgehalt wechselt bei den Mineralbóden von 1 bis 39/,, ausnahmsweise 
erreicht er 4 und mehr Prozente; bei den Moorböden steigt er bis auf 13°, der 
Feinerde, wohl auch noch hóher, woher es kommt, dass der Glühverlust mancher 
Feinerde über 209/, beträgt. 


Untersuchungsmethode. 


Zur Trennung der verschiedenen mechanischen Glieder des Bodens be- 
dienten wir uns verschiedener Siebe und zwar des drei Millimeters-, des ein und 
des 0'5 Millimetersiebes, und trennten auf trockenem Wege alle gróberen sandigen 
Gemengtheile des Bodens von den feineren Bestandtheilchen, welche man Feinerde 
nennt, zum Unterschiede von den grobsandigen Mineralien, die unter dem Namen 
Bodenskelett angeführt wurden. 

Auf diese Art erhält man die Glieder des Bodenskelettes in drei verschie- 
denen Grössen als: Grobes Gestein, welches grösser ist als der Koriandersamen, 
Mittelkies, welcher die Grösse des Rübensamens und Feinkies, welcher nicht einmal 
die Grösse der Hirse besitzt, und ermittelt in reingewaschenem und dann getrock- 
netem Zustande ihre Gewichtsmengen. Die oben besprochene Feinerde trennt man 
durch Schlämmen weiter in zwei Theile, in einen sandigen und einen thonigen 
Theil; letzteren nennt man fälschlich Thon. Kein Schlümmapparat entspricht, wenn 
es darauf ankommt, nicht nur Theilchen von verschiedener Feinheit, sondern auch 
gleicher Beschaffenheit von einander getrennt zu erhalten, den Anforderungen der 
Wissenschaft. Der grossen Unvollkommenheit der Schlämmanalyse half zwar theil- 
weise Schlösing ab, indem er ein Verfahren zur Trennung des Thones vom Sande, 
eine Trennungsmethode auf mechanisch-chemischem Wege ersann, vermöge welcher 
man in den strengsten Böden nicht mehr als 20%, Thon findet. Trotzdem ist der 
praktischen Dodenanalyse mit der genannten Methode nicht gedient, weil, wenn 
auch der feinste Sand niemals die Eigenschaften des Thones, jener Verbindung von 
kieselsaurer Thonerde mit Wasser zeigen kann, welehe wir ,Thon* nennen; doch 


| 


— 


17 


derselbe auch die Funktionen eines plastischen Bindemittels erfüllen kann in dem 
Masse, als seine Feinheit zunimmt, wenn er sich auch niemals so entschieden 
ballon, knetten und formen lüsst, wie der befeuchtete Thon.*) Verfasser bediente 
Sich daher der Knop'schen Methode zur Bestimmung nicht des Thones, sondern der 
thonigen Feinsten Gemengtheile der Ackererden. Man hat dann Skelet, Feinerde 
und zwei wesentliche Glieder der Feinerde und die ganze unveründerte Feinerde, 
Welehe der Analyse unterworfen wird. Die Schlämmanalyse macht uns den Boden 
durchsichtig und das Mikroskop gestattet die einzelnen Skeletglieder nicht nur 
leicht zu bestimmen, sondern sich auch von der Beschaffenheit und Reinheit der 
abgeschlimmten Massen überzeugen zu können. Einen grossen Werth wird man 
aber der Schlämmanalyse überhaupt nicht beilegen dürfen. 
Schon Hilgard zeigte und Verfasser kann es bestätigen, dass konische 
Schlimmgefüsse ganz unrichtige Resultate ergeben, ebenso alle Methoden, welche 
das Absetzen der Erde aus einer bestimmten Höhe des Wassers in bestimmter Zeit 
"Mr Grundlage nehmen. Osborne kritisirte in einem englischen Fachblatte die ge- 
Yauchlichsten mechanischen Bodenuntersuchungen und kam zu dem Ergebnis, dass 
auch die Schöne’sche (Berliner) Schlämmmethode nur bei sandigen Böden, wie sie 
in der Provinz Brandenburg vornehmlich vorkommen, bei Böden, die sehr wenig 
hon und Stoffe von grosser Feinheit enthalten, richtige Resultate ergebe, bei 
umus und thonreichen Lehmböden aber unrichtig sei und dass der Fehler 8—14^/, 
tragen könne. 
Auch bietet diese Methode in technischer Hinsicht, in Bezug auf Zeiter- 

Sparnis ete, keine Vortheile vor dem Becherverfahren, welches diesen mechanischen 
nalysen zu Grunde liegt. Doch wurde auch da, wo es bemerkt ist, die Schlösing’sche 

ethode versucht und angeführt. 

| Die in der lufttrockenen Erde zurückbleibende Wassermenge nennt man 
die hygroskopische Feuchtigkeit der Erde. Sie ist um so grösser, je poröser und 
Umusreicher die Erden sind. Das hygroskopische, das chemisch gebundene Wasser, 
Welches aus den Ackererden erst bei heftiger Glühhitze entweicht, und der aus 
dem Kohlenstoffgehalte der Erde berechnete Humus bilden zusammen den Glüh- 
verlust, Ein hoher Glühverlust ist ein gutes Prognostikon für eine Ackererde. Das 
chemisch gebundene Wasser gehört in den meisten Fällen den wasserhältigen Sili- 
aten an, Meistens sind diese in Salzsäure löslich. Die Bestimmung des Humus 
“ann auch durch Verbrennen der organischen Substanz mit Chromsäure und Sal- 
Petersäure, Entwickelung der Kohlensäure und Auffangen derselben in Barytwasser 
Seschehen. Aus dem kohlensauren Baryt wird der Kohlenstoff der Kohlensäure, aus 
on nach dem Verhältniss 6: 10 der Humusgehalt auf Procente der lufttrockenen 
m 3 berechnet, genauer durch die Elementaranalyse bestimmt. Unter SE geen 
К 10 starkgeglühte und mit kohlen saurem Ammon behandelte, hierauf wieder mit 
Ohlensäure gesättigte lufttrockene Feinerde zu verstehen. 
S Die Bestimmung der Sulfate geschah durch Kochen der Erde mit Salz- 
шге und Wägung des schwefelsauren Baryts. Die Bestimmung der Carbonate 
da in der Art vorgenommen, dass man die Feinerde mit dem gleichen Gewicht 


8 


| D : ` ; ` : » A 
) Ausserdem gibt diese Methode im mechanischen Theile keine genügenden Trennungen 
ч. kann durch die chemische Behandlung eine Veränderung der Bodentextur herbeiführen. 


ә 


18 


sehr feingeriebenen chlorsauren Kali’s mischt und durchfeuchtet, dann in einem 
Tiegel rasch erhitzt, die geglühte Erde nach dem Erkalten mit etwa zweiprocen- 
tiger Salzsäure auszieht, in dieser Lösung nach dem Ausfällen der Sesquioxyde 
Kalk und Talkerde wie gewöhnlich präcipitirt und wägt. Die chemische Analyse 
der Feinerde wird in bekannter Weise durchgeführt: Das Kali wird in der salz- 
sauren wie flusssauren Lösung der Erde genau bestimmt. Die Phosphorsäurebe- 
stimmung geschieht nach vollständiger Abscheidung der Kieselsäure und Zerstörung 
der organischen Substanzen nach Sonnenscheins-Methode, in bekannter Art und 
Weise. Der kieselsaure Thonrückstand wird bestimmt, indem man 2 gr. Erde mit 
50 Cn. einer Salzsäure, die in 100 gr. genau 5 Gewichtstheile Chlorwasserstoff ent- 
hält und für jedes Prozent kohlensauren Kalk's und Talkerde 0:87 grm. Chlorwasser“ 
stoff mehr enthält und zur Trockene abdunstet. Dann übergiesst man mit 100 Ол. 
Wasser, fügt 1—2 gr. kryst. Chromsäure hinzu, kocht bis aller Humus zerstört 
ist, giesst nach dem Erkalten 20 Cn. gewöhnlicher conc. Salzsäure dazu, mischt, 
filtrirt, wäscht aus, trocknet, glüht, wägt diesen Rückstand. Der von der Salzsäure aus- 
gezogene Theil des Bodens wird als löslicher, die Zeolithe enthaltender Bestand- 
theil der Ackererde angeführt. Die Absorptionsbestimmung wird in der von Knop") 
angeführten Weise vorgenommen, indem man 100 gr. lufttrockene Ackererde mit 
10 grm. Kreidepulver mischt und 200 Kubikcentimtr Salmiaklösung hinzufügt, die 
in 200 Cn. 1 gr. trockenes Salmiak enthält. Nach mehrtägigem Stehen und häu- 
figem Schütteln der Erden wird filtrirt und bestimmte Mengen des Filtrates im 
Azotometer mit unterbromigsauren Natron behandelt, die Menge des entwickelten 
Stickgases gemessen, welche in der Flüssigkeit vor und nach der Vermischung mit 
Ackererde enthalten war, und aus der Differenz die absorbirte Stickstoffmeng® 
berechnet. 

Der Quarzgehalt der Feinerde wurde in der von Knop angegebenen Art 
bestimmt, dass die mit Salzsäure und Natron ausgekochte Erde geglüht und hierau 
mit saurem, schwefelsauren Kali geschmolzen, nach dem Erkalten ausgewaschen 
und das zurückbleibende Gestein geglüht wird. Der gewogene Rückstand ist ziemlich 
reiner Quarz. Die Kieselsäure kann durch Kochen mit Soda vom Quarz getrennt 
werden. Handelt es sich um die Ermittelung der leichter oder schwerer löslichen 
Kali- und Phosphorsäuremengen der Erden, so wird ein kalter und heisser salzsaure! 
Auszug bereitet und in jedem derselben nach den besten analytischen Methoden 
die Bestimmung dieser Körper vorgenommen. 

Die Geologie lehrt uns, dass die Stoffe, welche den Körper einer Fein 
erde ausmachen, sich auf folgende wenige Glieder reduciren lassen: 

Apatite 
Phosphate Ferrophosphate 
Chloride { Kochsalz 
Glaubersalz 
Anhydrit 
Sulphate Bittersalz 
Gyps 


*) Die Bonitirung der Ackererde Leipzig 1871. 


19 


; Kalkerde 
Carbonate \ Talkerde 
Silikate u. ( Sesquioxyde (Thonerde, Eisen-Manganoxyd), 
Sec Monoxyde (Natron, Kalk, Magnesia, Kali). 


Nur ausnahmsweise gibt es Feinerden, welche mehr oder weniger als 19/, 
ihres Gewichtes entweder von Bittersalz, Eisenvitriol, kohlensaurem Natron oder 
grössere Quantitäten von Chloriden enthalten und durch diesen Gehalt an leicht- 
löslichen Salzen unfruchtbar sein können. 

Jeder Boden enthält ausser Thon, Sand, noch Bestandtheile zeolithischer 
Natur, welche aus wasserfreien Feldspathen durch Wasseraufnahme bei der fort- 
Schreitenden Verwitterung hervorgegangen sind, einen grósseren Grad von Lóslich- 
keit in Salzsäure besitzen und zu den spass pe pies EE des Dodens in 
Beziehung zu stehen scheinen. Die Zeolithe sind aber auch in schwücheren Süuren, 
wie Essigsäure, Humussäure und Kohlensäure löslich, wenn auch die ы 
langsamer vor sich geht. Die aufgelösten Bestandtheile des Zeolithen gehen nicht 
wieder aus der Lösung in ihre ursprüngliche Gestalt zurück, nur unter ganz be- 
Sonderen Verhältnissen kann es stattfinden. Die durch die Zersetzung des Zeolithen 
frei werdende Kieselsäure hat die Eigenschaft, sich in Soda zu lösen. Ziemlich 
leicht werden die kalihaltigen Zeolithe im Boden zersetzt. 

Die salzsauren Auszüge der Ackererden enthalten vorzugsweise jene zeolith- 
artigen Bestandtheile des Bodens, die sich in jedem guten Ackerboden in bestän- 
diger Zersetzung und Auflösung befinden. Ihre Menge und das Quantum der in 
ihnen enthaltenen wichtigsten Pflanzennährstoffe zu kennen, ist ebenfalls von der 
Brössten Wichtigkeit und deshalb dürfen sie in einer vollständigen Bodenanalyse, 
welche neben den physikalischen Eigenschaften auch den Zustand, in welchem sich die 
wichtigsten Nährstoffe des Bodens befinden, angeben soll, nicht unberücksichtigt bleiben. 

Der Thon der Bodenarten wird durch verdünnte Salzsäure und Salpeter- 
Säure nicht, wohl aber durch Kochen mit cone. Schwefelsäure vollständig zersetzt. 
Das, was nach der Einwirkung all dieser chemischen Lösungsmittel von dem Boden 
übrig bleibt, sind die noch nicht verwitterten Mineralstoffe der Ackerböden. 

Es kommen aber auch Substanzen im Boden vor, die nicht als Nährstoffe 
für die Pflanzen änzuschen sind, doch aber für dieselben unverkennbar eine gewisse 
Bedeutung besitzen. 

Die chemische Bodenanalyse hat somit weiter die Aufgabe, uns auch Auf- 
Schluss über die im Boden vorhandenen Mengen der Stoffe zu geben, die zwar 
Nicht direkte Nahrungsmittel der Pflanzen sind, doch aber für dieselben bedeutungs- 
voll erscheinen können. 

Beschaffenheit, Lage, Abstammung und landwirthschaftlicher Wert der unter- 
suchten Bodenarten und Gesteine. 


Tertiärböden. 


Die in das Bereich der beiden Tertiärbecken von Budweis und Wittingau 


fallenden Bodenschichten lassen ungeachtet der ausserordentlich wechselnden Boden- 
9% 


20 


beschaffenheit von Kies bis zum Thon dennoch nicht unschwer ihre geognostische 
Abstammung vom Urgebirge erkennen, welches seine mächtigste Entwickelung in 
der südlichen Hälfte von Böhmen erlangte, die beiden genannten Tertiärbecken 
allseitig umschliesst und von einander trennt. Der ungemeine Wasserreichthum 
dieser Gegend musste in den Niederungen zu natürlichen Ansammlungen des 
atmosphärischen und Quellwassers, begünstigt durch die thonige Unterlage führen; 
zu welchen natürlichen Wasserbehältern später noch grosse künstliche Teiche hin- 
zukamen, die förmlichen Landseeen gleichen. 

Was aus diesen, einst von Wäldern starrenden, von Sümpfen, Morästen 
und Gewässern bedeckten Landstrichen seither geworden, haben sie dem Wirken 
und Walten der Schwarzenberge zu verdanken. Der westliche Theil des Wittin- 
gauer Gebietes mit mehr bindigem Boden, und thonigem Untergrund umfasst Teiche, 
Äcker und Wiesen, der östliche Theil Sand und Moorboden mit ausgedehnten Wäldern. 

In Maiden sind diese verschiedenen Ablagerungen von mächtigen und aus- 
gedehnten Torflagern überdeckt. Diese Verschiedenartigkeit des Bodens und seiner 
Benützung trügt wesentlich dazu bei, den schüdlichen Einfluss des mehr rauhen 
Klimas und des sehr excessiven wechselnden Witterungscharakters, unter welchem 
die Gegend vielfach zu leiden hat, abzuschwüchen. 

Die Tertiärböden von Frauenberg und Wittingau unterscheiden sich von 
den übrigen untersuchten bóhmischen Bóden durch eineu hohen Quarzgehalt, der 
durchschnittlich bis gegen 70°/, beträgt. 

Die einzigen älteren Analysen von böhmischen Ackerböden stammen 
von Professor Hoffmann in Prag und sind im Jahresbericht der Fortschritte der 
Agricultur-Chemie des Jahres 1859/60 (Berlin 1860) erschienen. Unter 15 Boden- 
analysen finden sich zwei von Böden des fürstlich Schwarzenberg’schen Besitzes. 
Dis eine Analyse gibt die Zusammensetzung eines Witingauer, die andere die eines 
Postelberger Culturbodens. Erstere lautet: 


Mechanische Analyse: 


Steinchen, Grob- und Feinsand . . . . . . . "8 
RORIS Ee е рн аш eg а po ial 


Chemische Zusammensetzung: 
Chemisch gebundenes Wasser u. org. Stoffe . . . . . 2:6300 


КЛР оО cec a ә DO, D LO. 
Kohlensäure: sa к e e Ru S онеки, MEME 
Schwefelsäure saroy v LM e ed 
Phosphonsbaro sn an EA, scis ME MUR 


Eisenoxyd . . | | 09189 


3:655% 


Sesquioxyde . . . 
То 
оо EH ое RD tr оч. ОТТА 
An Monoxyden (Talkerde, Natron, Kali) zusammen . . . 40464 
99-5861 


21 


Hoffmann legte aber gerade wie seine Zeitgenossen, den Bodenanalysen 
geringen Werth bei und weil jeder Chemiker nach einer anderen Methode arbeitete, 
80 waren die gefundenen Werthe untereinander nicht vergleich 

Knop's Verdienst bestand vorzüglich darin, eine Methode geschaffen zu 
haben, nach welcher Analysen der verschiedensten Chemiker zum erstenmale unter- 
9Inander vergleichbar wurden, obwohl er zu wenig Rücksicht auf die oft in ge- 
rmgster Menge im Boden enthaltenen kostbarsten Nährstoffe der Pflanzen, wie 
Kali, Phosphorsäure und Stickstoff nahm. 

Früher untersuchte man die ganze von Steinen und gróberem Sande befreite 
Erde, indem man sie nach dem Trocknen zu einem feinen Pulver zerrieb und 
dieses analysirte. Jetzt verwendet man nur die Feinerde zur Untersuchung. Nach 
unseren 22 Analysen der Wittingauer Tertiärböden hat der von Hoffmann unter- 
Suchte Boden die grösste Aehnlichkeit mit dem Boden von Berghof (u. sw. Jiljí), 
Wenn die auf Feinerde bezogene und mit Feinerde durchgeführte Analyse auf 100 
Gewichtstheile roher Erde umgerechnet wird. 


Die Analyse ergab in 100 Gewichtstheilen lufttrockener Roherde: 


Hanamann: Hoffmann: 
lt rat Ou HE COLTS UD e Na UV ар 


In 100 Gewiehtstheilen geglühten Bodens: 


KIRMA uer a ОШО ус C DE 

Basen. oxyde) vU env eO P WU NT QUUD 

Kalkordokarponata о ООО oc vu UOS 

100:00 100:00 
Hoffmann fand ebenso geringe Kalkmengen in der untersuchten Wittingauer 
Erde als wie wir gefunden haben. Zur weiteren Bestätigung des oben mitgetheilten 
Mögen die Resultate der analytischen Untersuchung einiger Wittingauer Erden und 
ZWar des Ober- wie Untergrundes folgen, nachdem vorher die mit grösster Sorgfalt 
estimmten löslichen Kalk- und Magnesiamengen, welche in hundert Gewichtstheilen 
der wasserfreien Ackerkrume enthalten waren, geordnet nach zunehmenden Kalk- 

Sehalt hier angeführt worden sind: 


Kohlensaurer Kalk: Magnesia: 
Dorce ren у ШОО ee e 
Mühlhot: sie vv лал, TOS aiias e imm 
VOL ner wo ÜBER. d amit aa 
Bereliop. uos ОО len e 
ЛТ ШӨ o vos la LA o deve aedes all 
МОНО е a o OU Pd EE 


© р ора х5 эю 


ДАО эг Галка еи ӨҢДӨ Ие Da 
SD WOIGQU S. iss cete ma ОВ E ES 
МИШ [vuoto EE 
ШО. ШУО a rne o ООН ni V eun 


mÓ 
— 


ООВ de OD ee 


22 


Kohlensaurer Kalk: ` Magnesia: 
Scherer ee se QUU UID Une рз 
15. MODIBO ‚ars, terre) er Sir тах 
dx АВЕС Шору s s. dots 04107 рр, зер 
Bet УЛ ги AO RIT man усу m 
10. Brahin usa О ТООТ ` шш 
bo. Sehalonn^ lee deo v Be 
lS; DWOTGO 45105... e o EBORE LOO o LR айн 
ТО ДОО Us radi teer ОО ЧӘ gl, 
20. Schmanibere: m .ın КОД T wal. Мин QUA 
ole Nonhof tomm ор nO Өк V VENTRI, МЕ 
29, DONDOL ut. wen RRE geen, Sp) 


Bekanntlich zeigt die Braunkohlenformation in Bóhmen keine so grosse 
Mannigfaltigkeit in ihrer Gliederung wie in anderen Ländern. Die ausgedehnten Ab- 
lagernngen der marinen Schichten fehlen beinahe ganz und wie alle Süsswasser- 
formationen füllen die böhmischen Tertiärablagerungen nur isolirte Becken aus. 
Das an Braunkohlen reiche Becken folgt dem südlichen Fusse des Erzgebirge; 
zwei andere Becken dehnen sich in der Umgebung von Frauenberg und Wittingau 
aus und sind wohl aus einem zusammenhängenden Binnensee abgesetzt worden; 
dessen weite Ausdehnung einzelne nördlich und südlich vorkommende Ablagerungen 
darthun. Die beinahe horizontal gelagerten Schichten ruhen unmittelbar auf krystal- 
linischen Gesteinen Gneis und Granit, die auch stellenweise ohne bedeutende Ele- 
vation mitten in der Ebene hervorbrechen. Dem Wittingauer Braunkohlenbecken 
fehlen die Kohlen, weiterhin die Basalte, welche im nordwestlichen Böhmen die 
Entstehung kalk- und magnesiahaltiger Schichten ermöglichen. Der Boden ist un- 
glaublich arm an Kalk und Magnesia, sowohl nahe an der Oberfläche wie in dei 
Tiefe. Deshalb fehlt den Teichrändern seltsamer Weise das gemeine Rohrschilf. 
Diese im kalkhaltigen Thonschlamm üppig wuchernde Pflanze lässt sich um Wittingau 
nicht in einem Exemplare in den ungeheuren Teichen blicken, erscheint aber sofort 
in einigen entfernten Wasserbassins, welehe mergeligen Untergrund besitzen, unter 
gleichen klimatischen Verhältnissen. 

Der kalkarme Boden spiegelt sich ferner in einigen Ginsterarten, dann in 
mehreren anderen Pflanzen, wie in Glycerias spectabilis und Typha angustifolia ab- 
Zwischen den Teichen breiten sich die Flächen, welche der Landwirthschaft zuge- 
wiesen sind aus, deren Betrieb durch die gemischte Bewirthschaftung von Wald; 
Wiese und Teich eine erhebliche Unterstützung erhält. 

Das Ackerland besitzt fast durchwegs schwer durchlassenden Untergrund, 
in der Ackerkrume aber herrscht die grösste Mannigfaltigkeit, Lehmboden wechselt 
mit Thon- und Sandboden oft aut einer und derselben Meierei in überraschende” 
Weise, so dass es nothwendig war, um ein richtiges Dild der Zusammensetzung 
dieser Böden zu erhalten, eine grössere Anzahl Ackererden, welche den verschie- 
densten herrschaftlichen Meierhöfen angehören, zu untersuchen, selbstverständlich 
mit der Vorsicht, dass das Untersuchungsmaterial mehreren Punkten eines Feldes 


28 


е "ins gemengt und eine verjüngte, die durchschnittliche Zusammensetzung 
ED ene edes Erdprobe erhalten wurde, 80 dass die die Bodenmischungen 
flüchen bs PR die Zusammensetzung der grössten und wichtigsten Feld- 
TA oi mans Es wurden nicht nur Brdpropon des Obergrundes, sondern 
D. "Ek ad untersucht, veil die Zusammensetzung und das Gefüge des 
früherer » weit erüsserer Tiefe auf die Vegetation von Einfluss sind, als man in 
1016 geahnt hat. 
höfen AS de JAM 1850 war der Betriebseinrichtung einer Mehrzahl von Meier- 
DN ане ае Dreifelderwirthschaft zu Grunde gelegt. Später erhielt der 
i d А x PS EA die Aufnahme von Rothklee mit italienischen Raygras 
Sien Ts T en in die Rotation eine wesentliche Erweiterung, gegenwärtig aber 
Het er Rübenbau betrieben und an einer grossen Mannigfaltigkeit in der 
abilischen Produktion bei sorgfältiger Viehzucht festgehalten. 
ind s gem RR gedeihen in den südböhmischen tertiären Ablagerungen Korn 
B dan | л at alle Feldlagen sind für den Weizen und Gerstenanbau geeignet. 
me wi en Aeckern kann selbst ein befriedigender Rapsertrag erzielt werden. 
(в, А d die Hülsenfrüchte nur mittelmässige Ernten, der Rothklee war in 
des cn en gie ied sehr unsichere Futterpflanze in Folge der Kalkarmuth 
Ше Ee EEN cim уйла” eg ү die Kartoffel fort. Die 
i X оа for Jio aY » atre "11 nig 1 
al ihrer Cultur das a уе А рсе 
lederschlügen, die in dieser Gegend hä йө intrete li 1 gg 
Starke DNE i x. : Xegend häufig ein reten und die damit verknüpfte 
RS ai ST Wee Übelstande durch fortgesetzte Drainage entgegen 
Sir М CS E Wirthschaftsverfahren verfolgt die Meierei Berghof, 
die Sm E r pnu und thoniger Boden regellos wechselt, doch ist sie durch 
ч Eus gei weitesten fortgeschrittene Drainage und mechanische Bewältigung 
ео 2 welche seit einigen Jahren auch durch den Dampfpflug bewirkt wird, 
8t, höhere Erträge abzuwerfen. 
Bu. e die Bodenbeschaffenheit geben die Bodenanalysen vollkommenen Auf- 
Dat, Co éier u Reichthum oder die Armuth an aufgeschlossenen, wie abso- 
B. эң Басы. Pflanzennährstoffe, den Verwitterungzustand des Bodens 
Bien. Turc ede D Ete Mee Tiefen kennen. Im Verein mit der 
EE une euin Cr er... 
җе шыр Ge Sc ee med den momentanen ange oder 
E on ër iedener Böden ап Pflanzennährstoffen wichtige Aufschlüsse und 
ss über den Bedarf derselben an verschiedenen Beidüngern. 


Stickstoffgehalte verschiedener Ackererden. 


In 1000 Gew. der lufttrockenen Feinerde waren enthalten Stickstoff. 
Im Obergrunde Im Untergrunde 
0—25 cm. Tiefe 25—50 cm. 
Im Schelchowitzer Teichboden von Lobositz . 3'87. . . . . 902 
„ Moorboden von Wittingau . . . +. · 914. . « « « — 
» Malnitzer Teiehboden von Postelberg . „а M e 


‚2:60 


——ÁÁ— — 


24 


Wittingau: 
Im Obergrunde Im Untergrunde 
0—25 cm. Tiefe 25—30 cm. 
БЕЛЕДО 0 DU GEOP ete tese en natns A er d 
5 velká lejkovnice . . en et ое ЧОД 
Dvorec bei d. Budw. Strasse Re RE Ов 
© 


el de en oen осо ОЮ 
ENEE UT SS А EE ТТА SE ere OLD 


Netolitz : 
M. Peterhof Sehwambergfelder . . . . . . . 151 same og AO 
Schwarzenberg Sadafelder . . sni . . . . . 1:85 T MONS 
Zina ples Belger Gd" шой 118 Po к. 50 a 
ШЕСИ Ө Да? o e ema hari e ОВ EE 
МЕО Ое hais aussi жой шн dale. aa ОЎ о AE 
Zittolieb : 
Meierei Zittolieb Boden v. Dolik . . . . . .2:46 {оше 0!89. 
Hinter: dem Schüttboden: «u. dnd e qo ОО Aim FIRE 
Unter dem Pasuugarten A una. ovn 08:94 ОО. 
Орен Чет ө а bot ved BI Rent EE 
Cogent Unui (Sirnsse) «ctus лиш ee m. 0:38 VES 
Meierei Brdloch überm Wáldehen . . .. .185|"...0472]9 
р Б ‚ Kartons end c OD, 
därege be Е Т ШЕШШ ons iso osa КОД) ast О) 
Meierei Divitz-Grossstück = sos oth vd pu nep di 
Lobositz : 
(ӨЛӨ БӨӨ noo tonno EE dou. Q82 
D net ид, ке ш Sr he б... 0:89 | e 
DEBEO cac ЧЧ ТҮЗ YU ento Воо a ӨӨ dm ers OST PR 
ИШТЕ ишн ifl VIT. v ora AW S an OD seen o2 
Krumau: 
Krenan Kapellenhof. n eeu os sov MOD GENEE 
e BERLIN. ticos tid rs ol ee RT 
Favoriten Kladner Quien: . 2. 2. 2 BIN, (70 Ee 
Unteres Stadtholzfeld 2. .2..2....18[” . 0801 
Neuhot-«mundtelqA.. ved ens Llevo RE . 0:88 


Bei Berghof werden die Aecker gegenwürtig reichlich gekalkt und jührlich 
ansehnliche Mengen Superphosphat’s angesohafft und neben Schilf, Torfstreu und 
Stalldünger verwendet. Die Fäcalien der Stadt Wittingau kommen sümmtlich der 
fürstlichen, etwas tiefer als die Stadt liegenden Überrieselungswiese zu Gute, WO ` 
sie sich zweckmässig vertheilen, so wie die zahlreichen Meliorationén die Besserung 


25 


der Futterverhältnisse der Herrschaft bezwecken und der bedeutungsvollen Ent- 
Wickelung der Viehzucht eine gesicherte Grundlage gewähren. 

Die folgenden physikalisch-chemischen Analysen von fünf, den grössten 
Ackerflächen angehörenden Böden des herrschaftlichen Besitzes zeigen in physika- 
lischer Beziehung ?die grosse Mannigfaltigkeit der Ackerkrumen selbst in einer 
Sektion. Es wechselt das Bodenskelet von 13 bis 39%. Der Gehalt der Feinerde 
on 87—61°/,. Die Menge der thonigen Substanz in der Feinerde von 12—53°),. 
Die Hauptmasse des Bodenskeletes besteht aus eisenschüssigem Quarzsand mit 
Glimmerresten und unverwitterten Gneis und Granit, sowie Hornblende-Fragmenten, 
Im Korn nach unten hin gröber, nach oben feiner werdend. 

Gelegentlich der Bildung dieser Ablagerungen wurden die leicht löslichen 
Kalk- und Talkverbindungen, theilweise selbst Phosphate aus den, an diesen Stoffen 
Ohnehin ärmeren Mineralien der primären Formation ausgewaschen und die Ver- 
Witterungsprodukte durch die Gewalt des fliessenden Wassers mannigfach vertheilt, 
Je nach ihrer spezifischen Schwere, bald in grösseren oder geringeren Entfernungen 
von ihrem Stammgebirge abgelagert. So entstand hier mehr Thon, dort Sandboden. 

So verschieden die untersuchten Bóden physikalisch zusammengesetzt sind, 
das eine haben sie mit einander gemein, dass in ihnen einzelne chemische Bestand- 
theile, wie Gyps, kohlensaure Magnesia nur spurenweise, Kalkkarbonat in sehr ge- 
ringen Mangen von 1:0—0:29/, des Feinbodens vorkommen, während die in zeoli- 
thischen Verbindungen enthaltenen Kaligehalte nur von 0'10—0'22°/,, die Phos- 
Phorsiuremengen von 0:038—0'128°/, des Feinbodens differiren, dagegen sind diese 

Öden überhaupt sehr quarz- und kalireich, wenn auch dieses wichtige Alkali in 
Schwer löslichen Verbindungen zugegen ist. 

Manche Ackerböden sind, wie die „bejkovnice“ bereits vortrefflich aufge- 
Sehlossen, geben eine Absorptionszahl von 82, die grösste, welche in diesen Böden 
der Domaine überhaupt gefunden wurde, bei einem löslichen Silikatbasenbestande 
von 19:39/. des Feinbodens. 

Die physikalischen Analysen, namentlich die Bereitung und Bestimmung 
von Skelet, Feinerde, Quarz, Humus und Thon sind von dem früheren Assistenten, 
Jetzt Adjuneten Hr. L. Kouřimsky durchgeführt worden, dessen fleissiger Unter- 
Stützung der Verfasser an dieser Stelle dankbar gedenkt. 


26 


Chemische Zusammensetzung. 


| 


Meierei Berghof 


In 100 Gew. Rohbodens sind enthalten: 


Skelet P 
КӨӨ Ө mma 


In 100 Gew. Feinerde sind enthalten: 


SHEET ФИШ eV an dee 
ШОШО ШЕ АШ л en teen, 


In 100 Gew. Feinerde sind: 
Hygroskopisches Wasser . 
Humus und gebundenes Wasser 
Glühverlust 


In 100 Kilo Feinboden sind Grammes: 


Zugängliches Kali!) . . . 
Gebundenes Kali?)' . . 
Schwerlösliches Kali?) . . . . 

Gresaiim pisa bores aut e me HNIC ule EUN A er 
Мао Ош ООШ у e ve ET 
Zugüngliche ^) 
Gebundene ?) 
Gesammtphosphorsäure 
Aufgeschlossene Silikatbasen . 


we un m 


Aereo 1 EE 


| Phosphorsäure 


In Proc. des Humus u. wasserfr. Feinbodens: 


Grosses Mao CD BOE. 
Kalkkarbonat. . . 
Bittererdekarbonat 
Phosphorsäure 
Kan :% MA 
Natron 
Bittererde . e 
d 


Pu T E Ee 


v нн, СӨ VE pr EE 


Lack ao oW ée 


tuten ne nr KEEN | : 


Thonerde 
Kieselsäure etc. 
Quarz . 
Absorption . . 


1) u. *) löslich in 10%, kalter Salzsäure. 
2) u. 5) löslich in dieser Säure in der Siedhitze. 
з) nach Behandlung mit Flusssäure in Salzsäure löslich. 


Jilji ke dvoru || Velká bejkovnice 
Obergrund [їшї ШИП ШП 
| 
29:8 | 40'0 | 18.1 8:9 
107 | 60°0 | 869 | 91°1 
76°0 | 61.6 | 465 | 56:4 
24:0 | 384 | 53:5 | 48:6 
| 
0:96 — | 2:67 — 
4:64 — || 7:68 — 
560 | 572 [1085 | 9:82 
0'163 | 0:046 || 0168 | 0:056 
26 19 45 35 
82 170 175 291 
1710| 1780| 1540| 1600 
1818| 1969 | 1760| 1994 
89 46 74| 23 
20 8 19 d 
44 100 56, 120 
64 108 (b 128 
3870| 3950 | 12270 | 11080 
Spur 0:01 
015 0:26 
Spur Spur 
008 (Il) QUT, "0% 
182, 1:97 176) 198 
045 | 0:50] 0:62) 074 
048 | 0'68 | O58, 1:26 
0'49) 0'82| 033| 0:27 
10:63 | 18:45 | 1911 | 18:45 
16:01 : 28:35 P 
60.01 79297 | ooi ТТФ 
47 | |. 89 


27 


Aus dem Vergleich der löslichen Kalimengen des Obergrundes gegenüber 
dem Untergrunde ergibt sich unter der Voraussetzung, dass der Kaligehalt in beiden 
Bodenschichten einst gleich gross war, eine geringe Kaliabnahme in der vom Pfluge 
durehwühlten Ackerkrume, doch noch weit bemerklicher wird sie bei dem Ver- 
gleich der Phosphorsäuregehalte beider Bodenschichten. 

Die Menge dieser werthvollen Substanz wechselt in den untersuchten Böden 
ausserordentlich, geht aber nur selten über */10°/o des Rohbodengewichtes hinaus, 
die Produktionsfähigkeit der einzelnen Bodenlagen und der Jahrgänge ist sehr ver- 
schieden. So beträgt der Körnerertrag bei Weizen und Roggen (Korn) 17—35 hl., 
bei Hafer 21—49 hl, bei Zuckerrübe 110—200 MCtr., bei Hülsenfrüchten von 
9—17 hl.; der Strohertrag ist in der Regel sehr gut, besonders beim Korn. Der 
Schwerere, an Eisenoxydul reiche Boden der Tertiärformation erheischt bei seiner 
Bearbeitung grosse Vorsicht und das Aufschliessen des Untergrundes kann da nur 
Successive mit Untergrundwühlern geschehen. Diese Ländereien umfassen die kalk- 
irmsten Bodentypen des ganzen herrschaftlichen Besitzes, weshalb auch die Hülsen- 
früchte nur mittelmässige Ernten geben, der Rothklee aber eine sehr unsichere 
Futterpflanze war. Noch einmal so reich an Kalk sind Primärböden,; doch immer- 
hin noch überaus arm an diesem Begleiter jedes fruchtbaren Bodens gegenüber den 
Böden der Diluvialformation und des Basaltes. Aber selbst für das Gedeihen und 
die qualitative Beschaffenheit der Getreidearten ist es sehr denkwürdig, dass sich 
eme grössere Mischung von kohlensaurem Kalk im Allgemeinen sehr günstig zeigt, 
Insbesondere auch für den Weizen und die Gerste. Vergleicht man den Ertrag der 
kalkarmen Urgebirgsböden mit jenen der Kalkgebiete, so findet man bei gleicher 
Oder ähnlicher Lage, Düngung, Klima einen nahmhaften Unterschied unter densel- 

en und noch augenfälliger tritt dieser Uuterschied in der Vegetation da hervor, wo 
kalkarme Gesteine mit kalkreichen wechseln. 

Von den Cheynover Kalksteinen*) enthalten nach den vorgenommenen 
Analysen die Pacová und Kladrubská Hora, krystallinische Ablagerungen im Urge- 
106, einen durchschnittlichen Gehalt an kohlensaurem Kalk von 55—68%,, einen 
ehalt an Bittererdekarbonat von 28—43", sind somit dolomitischer Natur, 
Während der in unausgiebigen zerstreuten Lagern auftretende Freilesser Stein 60%, 
Kalk und 25°, Kalkkarbonat, der Pozderazes 54—60°/, Kalk und 32—42°/, Kalk- 
arbonat und der Letztere abweichend von den anderen Kalksteinen sehr wenig Magne- 
Stakarbonat 1—49/,, dagegen in grösserer Menge kieselsaure Magnesia enthält. Bei 
der Kladrubská Hora kommen durchschnittlich auf zwei Aequivalente kohlensauren 
alkes 1 Aequival. kohlensaure Magnesia, aber nur in tieferen Lagen, während 
die oberen Schichten des Feldes aus reinen Kalksteinen bestehen. Diese herrlichen 
Kalklager bei der früher geschilderten Bodenbeschaffenheit des südböhmischen 
erritoriums nicht umfangreich ausbauen und industriell verwerthen, hiesse an den 
Wichtigsten Mitteln zur Verbesserung der landwirthschaftlichen Existenz des Land- 
Wirthes lebenslang vorübergehen, ohne einen vergrabenen Schatz zu heben, mit dem 
Man die Bedürfnisse der Landwirthschaft leicht befriedigen, den Boden wesentlich 
verbessern, die Erträge nahmhaft steigern konnte. 


*) An Phosphorsäure sind diese Kalksteine sehr arm. 


28 


Bei entsprechender Pflege kommen zwar Culturpflanzen auch noch auf 
öden fort, wo ihr spontanes Auftreten unbedingt ausgeschlossen ist, aber diese 
künstliche Züchtung tangirt empfindlich die rentenwirthschaftliche Frage. Will man 
einen rationellen Fruchtfolge-Entwurf verfassen, überhaupt eine entsprechende 
Wirthschaftsorganisation durchführen, so muss man neben den klimatischen Ver- 
hältnissen die Natur des Bodens kennen. Aus der Erkenntniss des Bodens ergeben 
sich die billigsten und wirksamsten Mittel zur Verbesserung und Abhilfe von selbst. 
Der Kalk wirkt in den betrachteten Böden verbessernd, indem er die physikalische 
Beschaffenheit des Bodens günstig abändert, den schwerlöslichen Nährstoffbestand 
derselben ergänzt, das heisst düngt. Zumal in feuchten Jahren leiden die schweren 
Thonböden an grosser Nässe. Ein Übermass von Feuchtigkeit ist aber durchwegs 
nicht vortheilhaft für die Vegetation, denn die Wurzeln der Pflanzen sind unter 
solchen Umständen im Boden nicht nur leicht Fäulnissprocessen ausgesetzt, sondern 
es ist auch der ganze Chemismus in der Ackererde gehemmt. Bringt man Kalk 
oder Mergel auf einen schweren Thonboden, der auch nicht arm an Humus ist, 80 
wird die Zersetzung der organischen Massen wesentlich gesteigert und jeder saure 
Humus neutralisirt und die so wichtige Salpeterbildung im Boden eingeleitet. Gleich- 
zeitig wird reichlich Kohlensäure gebildet, welche wieder förderlich auf das Pflanzen- 
wachsthum wirkt, weil sie die Zersetzung mancher Silikate beschleunigt und somit 
dazu beiträgt, das umlaufende Nährstoftkapital im Boden zu erhöhen. Eine hohe 
hygroskopische Feuchtigkeit deutet gewöhnlich auf einen grösseren Humusgehalt 
des Bodens. Der Humus macht den Thonboden lockerer, den Sandboden bindiger, 
beeinflusst daher günstig die wärmehaltende Fähigkeit eines Bodens, was für das 
Gedeihen der Vegetation von nicht geringem Einfluss ist. Unter den untersuchten 
südböhmischen Böden haben wir ferner quarzreiche, im Allgemeinen aber auch 
kalireiche Dóden vor uns in verschiedenen Zustünden der Verwitterung. Die ana- 
lytisch festgestellte Armuth des Neogenbodens an Magnesia, an Kalk und Phos- 
phorsäure rechtfertigt daher die besondere Empfehlung dieser drei Dungmittel, 
welche neben Stalldünger, als die lohnendsten Dungstoffe dieser Ackererden ausge- 
breitete Verwendung verdienen. 


Ausserdem werden gegenwärtig noch von der mitten in dem ausgedehnten 
herrschaftlichen Territorium liegenden fürstlich. Schwarzenberg’schen Zuckerfabrik 
Budweis während der Campagne allein täglich 100 Zentner etwas Stickstoff, Phos- 
phorsáure und kalihaltiger, vorzüglich feinzertheilter Saturationskalkschlamm, durch 
100 und 30 Tage hindurch kalkbedürftigen Nachbarbesitzungen zugeführt, was 
jährlich einem Quantum von 13000 MCtr entspricht. Grosse Quantitäten Kalk 
liefern die Kalköfen von Cheynov an dolomitischem Urkalkstein und es ist durch 
fortgesetzte forcirte Kalkung des dieses Mineralkörpers bedürftigsten Bodens ein 
sehr günstiger Erfolg erzielt worden, wie weiter unten ziffermässig angegeben 
werden soll. 


Der Kalk ist der mächtige Zauberer, der Wecker einer üppigen Vegetation 
des Kleees und der Leguminosen überhaupt und so der Schöpfer eines hohen 
Ertrages geworden und führt gleichzeitig neben Drainage und Tiefackerung zu be- 
deutenden Erfolgen. 


29 


Mit der allgemeinen Verwendung des Kalkes wird die Morgenröthe einer schö- 
neren Zeit für die Landwirthschaft des südböhmischen Ländergebietes herangebrochen 
Sein. Ausserdem könnte man die mangelhafte Beschaffenheit verschiedener Böden 
wohl durch Zufuhr der ihnen fehlenden thonigen oder sandigen Erdbestandtheile 
verbessern, aber abgesehen davon, dass man die zur Verbesserung nöthige Erdart 
selten in der Nähe findet, ist es keine leichte und mit billigen Kosten durchführ- 
bare Unternehmung, einem Boden soviel Sand oder Thon beizumengen und diese 
Mit der zu verbessernden Erde so zu vermischen, um nur einigermassen den feh- 
lenden Bestandtheil zu ersetzen, wie es die Natur auf leichte Weise durch die 
Vermittelnde Thätigkeit gewaltiger Fluthen erzielte uud täglich vollführt. 

| Die Rektification ungünstiger physikalischer Verhältnisse ist nur dann in 
Einklang zu bringen mit den wirthschaftlichen Bedingungen der Produktion, wenn 
die zur Verbesserung der Ackerkrume taugliche Erdart unmittelbar unter dieser 
im Untergrunde in einer Tiefe, welche mit dem Pfluge erreichbar ist, lagert. Eine 
allmählige Vertiefung der Furche und Vermengung mit den unterlagernden Erd- 
Schichten kann dann im Verlaufe kurzer Zeiträume eine Verbesserung des Ober- 
Srundes bewirken. Selten aber sind die Verhältnisse so günstig, dass die geeignete 
Ergänzung aus dem Untergrunde bewirkt werden kann und dann besitzen wir im 
Merge] und Kalk unschätzbare Mittel, durch welche einer fehlerhaften Boden- 
Mischung mit einem verhältnissmässig geringen Aufwande abgeholfen werden kann. 
Ез ist bekannt, dass die Zufuhr an Kalk zu den Verwitterungsprodukten verschie- 
dener Gesteine stets auch eine günstige physikalische Wirkung in dem Verhalten 
des Bodens zur Wärme und zum Wasser hervorbringt, bei stärkeren Zufuhren 
selbst die Cohärenzverhältnisse des Bodens günstig beeinflusst, aber auch eine che- 
Mische Wirkung in der Aufschliessung der Silikate, Phosphate, sowie der humösen 
Bestandtheile des Bodens, welche die Salpetersäure- und Kohlensäurebildung befördert, 

wirkt. Der Cheynover Kalkstein wirkt auch noch durch den Gehalt an Magnesia. 

Seit der Entwiekelung der wichtigen Absorptionsgesetze aber wissen wir, 
dass bei Kalkmangel im Boden auch die Auswaschung und Entführung des so wich- 
tigen Pflanzennährstoffes Kali und in dessen Gefolge von Humusstoffen statt finden 

Önne, denn das Kali wird, wenn es sich in Lösung befindet, aus der Ackererde 
Nur dann absorbirt, wenn die zur Zeolithbildung erforderlichen alkalischen Erden 
Namentlich Kalk vorhanden sind. Knop hat gezeigt, dass reiner Kaolin kein Kali 
aus der Lösung absorbirt, dass er dies aber vermag, wenn ihm Kreidepulver bei- 
Semengt wird, Stärkere Kalkungen verbessern daher physikalisch auch den Boden 
Ш der Art, dass sie die Absorptionsfähigkeit desselben bedeutend steigern ; chemisch, 
Ш dem sie ihm das kostbare Kali besser erhalten. 

Eine der grössten Meiereien der im Tertiärboden liegenden Herrschaft 
Wittingan ist Dworec mit 280 ha Ackerland und 250ha Wiesen- und Weideland 
und mit vorwiegend schwerem Boden. Den am wenigsten fruchtbaren Boden zeigt 
m Allgemeinen die Meierei Mühlhof mit 130 ha Ackerland und 140 ha Wiesenland. 
"einer Sandboden wechselt da mit Moorboden und strengem Lehmboden, nur aus- 
Nahmsweise kommen bessere Bodenparthien zum Vorschein. ? 

Die physikalisch-chemische Zusammensetzung der Böden von Dworee gibt 
folgende Zusammenstellung: 


* 


Д 


Fe 


30 


1 Chemische Zusammensetzung. 

bi P 

1 T ; K sosni| za 

| u Budw. кю [от Г 
Silnice smet. ү 


di ER 


| | "T3 —— 


Obergrund [Untergrund | Oborgrund биш 


In 100 Gew. Rohbodens sind enthalten: 


BR ee ne ы 16:41 [18-19 47:89 13209 
BaUtorde viis o ЖОП U AS Re 83:59 [81-81 |5211 67:91 
| In 100 Gew. Feinerde sind enthalten: | 
ЭШЕ el il NT E AC eto 2.2. ЫБ 168:50 184.80 |18:40 
| THOSE OD SD SUIZA О EUNDI gn MUTO 34:50 |8650 |15:20 |91:60 
| 
| In 100 Gew. Feinerde sind: 
| HYoroakopisches Wasser 10 POM зи 1'35 — [088 | 114 
| Humus und gebundenes Wasser. . » 2 . . . » || 495 шо 16905121 
—Ó—— 
| ТИ adiectis guf aura Me d 630 | — || 557 | 635 
Gesammtstiekstof . . . .. . . .. 000. e | 0110| 0:028 | 0'141 || 07045 
| In 100 Kg. sind enthalten Grammes: 
E Zugängliches Kali. . . . . tdt gege dep 61 29| — vum 
i gebundenes Kali... nen ж ALD RT IN PA 951 | — ктт 
| Schwer, lösliches Кап ..... is y P CLE ДОО ы eui 
| TEN uL wal as du ОТИ е m- 
] Natron» QD. CIb. löslichie 24 ee HM A ы 40 А eres — 
| Zugängliche ; Vier | 19 11|| — — | 
| Gebundene | Phosphorsäure . | | 15 B = Е 
| ОО ШШ ПОПОВ a ee te 04 68 60| — 
H Aufgeschlossene Silikathasen . . . . . . . . .| 7820| 7049! 574| 575 
| In Proc. des Feinbodens: 
|. СРУ ее — — = Spur 
j Kalkkaroonat T n Е тр . . .] 015| Spur | 010) 014 
i Bittererdekarbonate ONE MON Ол du Spur | Spur | Spur | Spur 
bh Ровер оге ен gode e QUINTUM DAS EN D 009| 006) 0:06] — 
| ERE ` Au 60 ow иене entes У 161) 1:91] — еі 
І М: WE неее 0-48 | 00 — | — 
h Piede o e ee d ie 062| 128| 052| 035 
A E E Ое 0751 O10| 046 oTi 
{ Eisen, Thonerde u. Manganoxyd . ...... 14:38 | 14:04 | 13:76 | 1414 
| Kieselsäure ete. . . e dee NU APA 25:01 RER ie - 
| KDD лен шыр emeweq е ео 55:10 "| 61:53] 59:20 
| Stee V. NEEN а: т. _ 50 | 52 
H 


А Es charakterisiren sich die Böden der Meierei Dworec, wie die vorliegenden 
Zahlen lehren, zunächst durch einen grossen Gehalt an Feinerde. Er beträgt bei 
den vier untersuchten Bodenproben 52, 68, 64 85°, im Obergrund und 61, 82, 
90 und 91%, im Untergrund. 30°/, dieser Feinerde sind streng thonige Substanz. 
Eine Aufackerung des Untergrundes ist bei diesen Böden verwerflich, dagegen wird 
Sich die Vollendung der Drainage und die Verwendung grösserer Kalkmengen von 
besonderen Nutzen erweisen. 


| Die starken animalischen Düngungen, welche der Boden empfangen hat, 
äussern sich in dem verhältnissmässig grösseren, im Mittel 2°/, betragenden Humus- 
gehalt des Obergrundes. Mit den Böden des früher betrachteten Meierhofes haben 
pa die Kalk- und Magnesiaarmut, den Kali- und Quarzreichthum gemein. Aber 
die Böden von Dworec sind gleichartiger verwittert und aufgeschlossener als die 
von Derghof, denn es entfallen auf einen Theil aufgeschlossener Basen folgende 
esquioxy dmengen : 


Dworee: Berghof: 
Sesquiowyde Absorption ` Sesquiowyde Absorption 


INTO ZE MO OS ГОО ШО e e al 
gue E Оа ns nos a 
Nro: Boer ОТЕ ‚баШ, Иа КОО), WS HM 
Nionde е bg a E Ee dune (б 
NDO д, dal з элуу аз, уз ШО ВЕ 


Die Phosphorsäure varürt zwischen 0:036—0'094*/, des Feinbodens. Der 
Obergrund ist reicher an ihr, als der Untergrund. Man sieht, dass durch das Herauf- 
holen йез Untergrundes: weder der physikalische noch der chemische Bestand des 

bergrundes gebessert eher noch verschlechtert werden kann, dass die Mittel zur 
erbesserung des Bodens von Aussen kommen und nach beiden Richtungen thätig 
Sein müssen. Der Landwirth besitzt zwar Ackergeräthe, wodurch er befähigt ist, die 
ungünstigen Folgen der Tiefackerung zu beseitigen, ohne auf den Vortheil der Tief- 
cultur verzichten zu müssen, sie müssen aber mit Kalk und Mergel in diesem Falle 
land in Hand gehen. 

| Kalk nützt aber auf Böden, die an Nässe leiden, gar nicht, so lange nicht 
eine Trockenlegung des Bodens vorangegangen ist, dann aber wirkt der Mergel 
Sanz gewaltig, namentlich auf Moorbóden und Thonbóden. Eine Reihe Aschen- 
analysen haben übrigens den Verfasser zu der Überzeugung gebracht, dass auch 
die Pflanze selbst — wie dies schon Hellriegel aussprach — benutzt werden kann, 
um die relativen Mengen der im Boden vorhandenen Pflanzennührstoffe festzustellen. 
lé Untersuchung ganzer Pflanzen kann aber zu irrigen Ergebnissen führen. In 
en höher gelegenen jüngeren Pflanzentheilen spricht sich die Differenz zwischen 
sarm“ und „reich“ weniger gut aus. Sie äussert sich aber sehr deutlich in den 
älteren und tiefer gelegenen Pflanzentheilen, besonders im Stroh und in den Wurzeln 
Vleler nicht perenirenden Pflanzen. Selbstverständlich werden die betreffenden Pflanzen- 
theilo immer nur von Pflanzen genommen werden müssen, welche sich in dem 
gleichen Entwickelungsstadium befinden. 


Zu diesem Ende wurde Korn- und Gerstenstroh von schweren, mittleren 
und leichten Feldern verschiedener Meierhöfe der Herrschaft Wittingau untersucht 
und folgendes analytische Ergebniss erhalten; 


Chemische Untersuehung 
von Wittingauer Kornstroh, Gewächs des Jahres 1879, 
Nro. I. Berghof „za kulovou zahradou“, leichter Boden. 
Nro. П. Wranín „za stodolou“, mittlerer Boden. 
Nro. III. Mühlhof ,doubí* schwerer Boden. 


nii 


| Nro. I. | Nro. II. | Nro. III. 


| 
Wassergehalt des Kornstrohes in 9, . . . . .| 1062 | 11:27 11:05 


Stickstoffgehalt der wasserfr. Substanz . . . . . 0:56 0:56 0:55 
Prosa", эү мру зд. шз М: abun 8:50 | 8'DO 8:43 
HOMMES IL UE AS es ise 2:83 8:43 427 
In 100 Gew. Rohasche sind enthalten: 

ШОШО midi АШ EE EE ERR 6'400 || 8:605 8'455 
BERND Zo ee RD БЕ ДЇ) 
Eeer erger Aert, а ОО mats bs 4212\ 3:596 2:888 
рО E eeh е 3'018 | 8.105 2:882 
NENNEN cin ure a UL MR T A 1'150 | 0:845 Spur 
WIDE аи E Dir women morera 0'805] Spur Spur 
KAW ua. «rope. ln wen д! GE DEER юр 
шылк he МРН E 1777 || 0'795 4717 
MEME UN лл луу. у EE 6821| 5213 5:110 
Mione DLL. LLL S IL 3'987.| 8:085 2:252 
ЛОБУ «usu xor suh Biere 0*657 | 0:524 | 0:599 

Summa. . .| 100:659| 99:607 | 99:923 
Kür: Ghlor« Бапай арнауы О 0 дой 0°181 — HR 

died nd Dës 
| 


Aus diesen Strohaschenanalysen sowohl als auch aus den folgenden des Wit- 
tingauer Gerstenstrohes, verglichen mit den überhaupt vorliegenden Aschenanalysen 
dieser Pflanzentheile, geht klar hervor, dass sich der Kalk in beiden Stroharten 
unter allen übrigen mineralischen Pflanzennährstoffen im Minimum befindet, so 1488 
eine Düngung mit diesem Stoffe auch eine Vermehrung desjenigen assimilirbaren 
Pflanzennührstoffes bedeutet, welcher im Boden in geringster Menge zugegen ist. 


Chemische Untersuchung 


von Wittingauer Gerstenstroh, Gewächs das J. 1879. 


Nro. I. Berghof „u. sv. Jiljí na krátkých“, nach Kartoffeln. Leichter Boden. 
Nro. U. Berghof „u sv. Jiljí, na krátkých“, nach Zuckerrübe. Mittlerer Boden. 


Nro. Ш. Berghof ,církviénf k spoli“. Schwerer Boden. 


| Nro. I. | Nro. П. |Nro. II. 
| | 
Wassergehalt des Gerstenstrohes in 9/, | 1065 | 1045 | 12:62 | 
Stickstoffgehalt in d. wasserfr. Subst. 9/, | 0:84 0'84 0:82 
Entsprechende Proteinstofte in °% . | 0525 5:25 519 
Das Gerstenstroh ergab an Rohasche 4:98 6:34 6:64 
Das Gerstenstroh ergab an Reinasche 4:52 5:69 5:88 
In 100 Gew. Rohasche waren enthalten: 
Sand und Kohle : 9:815| 10:269) 11:051 
Kieselsäure .| 44107) 48476] 49:420 
Schwefelsäure .| 4740| 8490) 4014 
Phosphorsäure .| 4045| 2822| 2'963 
Kohlensäure | Spur Spur Spur 
Chlor . .|  T865| 1494| 6:250 
Kali 99-049! 91.714) 20'160 
Natron 1:508| 2:960] 1'388 
Kalk 2:530 1770! 2760 
Magnesia 2:512|  1512| 1:506 
Eisenoxyd . 2:952 1.806 1:818 
Sauerstoff ab für Chlor RO 16601| 1:675] 1410 
Summa . 99-450 | 99:868| 99:020 
| 


| Nach den Kornstroh-Aschenanalysen fehlt es aber auch den drei Böden von 
Berghof, Mühlhof und Wranin an der so unentböhrlichen Phosphorsäure, die dort 
auch gegenwärtig mit Erfolg zum Düngen benützt wird. 
E | Wir sehen also, dass die Resultate der Aschenanalysen des Strohes 2 mit den 
tgebnissen der Bodenuntersuchungen übereinstimmen und dass die zur Benützung 
empfohlenen Dünger auch thatsächlich rentabel wirken, möge noch durch folgende, 
Yon der fürstlichen Domaine-Administration Wittingau ausgewiesene Ertragsstei- 
Serungen bei Anwendung des Dolomit-Kalkes von Cheynov erhärtet werden. 

| Menge der Aschenbestandtheile in 100 Gem, der Trockensubstamz bei höherem, 
Mittleren und niedrigerem Gehalte des Stoffes am Alkali und zwar bei Roggenstroh, 


Gerstenstrol (nach E. Wolff). 


*) Siehe S. 34. 


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е ] £a Ke 2 


Roggenstroh 
(Kornstoh) 


Wittingauer [| 
Gerstenstroh l 


Winterrogen. Stroh 


f Reich EN 
Gerste. Stroh < 
| Arm P » wv .)]| 494| 6'86 | 1:96 | 408 1:87 | 0:62 | 244 | 1:30 |29:56 | 129 


Í Reich . . || 44:1 10:01| 0'88| 414 | 1:18 | 0:39 | 2/81 
Mittel . .| 479 | 9:22 | 1:03| 4"11 | 1:80 | 0:60| 2:46 | 1:30 27:01| 1:20 
| Arm . e «|| 02:6 | 831| 1'21 | 4:09 | 1:46 | 0:63 | 2:66 | 1:29 [32:08 | 1'09 


Wittingauer f Schwerer Boden || 42'7 | 7:89 | 2'20 | 238 | 1:05 | 0-28 | 1:32 | 1:32 l26'26| — 


22-76 | 1:30 


IA 
29 
Ka 


Mittlerer Boden . || 843 | 9°76| 0:30| 1"98 | 1:50| 0-20 | 1118| 1'84 |1804] — 
Leichter Boden . || 28:3 | 8:46 | 0'36 | 2:08 | 1°22 | 0:20 | 0:92 | 1:31 13:49 | 0'24 


Mittel:. . .'35°1 | 8'70| 0:99 | 2:15! 1:26 | 0-23 1-14 | 1:32 19:26 | 024 


47:6 113°75 | 2:01 | 8:53 | 1'17| 006, 197! 9:16 22:12 | 0:94 


Mittel . . . . „|| 480/1097 | 1:97 | 8:73 | 1:965 | 0.38 | 9-15 | 1-78 24:97 | 1:09 


Schwerer Boden . | 58:8/1313| 0:90! 1:80| 098| 1418 | 1:03 | 262 32:19 | 407 
Mittlerer Boden . | 56:9 13:54 | 1*41| 1:10 094| 1-13 | 176 | 9:17 [30722 | 4:62 
Leichter Boden . | 45:2 [10:85 | 074| 1:25 | 1'24| 1:45 | 1'99 | 9:38 91:72 | 3:62 


Mittel:. . . | 53:6 |1251 | 1:02| 1:38| 1:05| 1:25 | 1:89 | 2:87 28:04! 4'10 


Lobositzer ае die 55:8|13:44 | 1:51| 8:00| 1:39| 0-19 | 1:95| 3.21 29:70 | 7.43 


in Meterzentnern pr ha nach den Angaben der Wittingauer Direktion. 


Erträge 
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МС. pr ha. 


290 | 253 | 303 | 275 | 180 | 210 
- | 240 208 | 240 | 223 | 145 | 148 


Hktltr pr ha. 


38 |81°0 [24:5 | 251 
31225 |11-0| 19| 


. 1920 |24:5 
.122:5 9070 


| Zolletner pr ha. 


.|93:5| 21| 27 [235| 19|245 
17| 19180) 14 


. 185 


22:5 


15:5 1165 


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k zm 31 || Luzemiklee 


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ry T5 ru | Zuckerrübe 


= i > | Gerstenkorn 


245. BL eR ҮН 
16:5 | 97 | Gerstenstroh 


Vegetationsversuche mit Pflanzen in sehr verdünnten Salzlösungen” haben 
dargethan, dass die Kali- und salpetersauren Salze bei eleichzeitiger Gegenwart 
eines Kalksalzes von den Pflanzenwurzeln in weit grösserer Menge aufgenommen 
werden, als dies der Fall ist, wenn die Base des letzten Salzes fehlt. 


30 


Aus kalkarmen Verwitterungsprodukten tritt das Kali sehr leicht aus. Das 
an kieselsaurem Kali reiche Wasser, welches solche Bodengebiete durchzieht, nimmt 
reichlich die in Alkalien löslichen Humuskörper auf und färbt sich gelb und schwarz, 
Jauchenartig und entführt dem Boden die wertvollen Humuskörper. Gerade der grosse 

erlust des wertvollsten Theiles der organischen Substanzen ist noch viel zu wenig 
Sewürdigt worden. Auch der Goldbach, welcher die Wittingauer Teiche speist, ist 
dunkelbraun gefärbt und führt ein sehr weiches, kalkarmes Wasser. Dasselbe ist 
der Fall bei der Lysimeterflüssigkeit oder den Drainwässern der Wittingauer Acker- 
öden. Die Bodenflüssigkeit der kalkreichen Erden ist ein hartes, humusarmes und 
arum Sehr farbloses Wasser. Abgesehen davon, dass der Kalk ein nothwendiger 
Nährstoft für die Pflanze ist, verbindet sich der Kalk mit den Humussáuren zu in 

asser unauflöslichen Salzen und somit schlägt der Kalk die Humussäuren aus 
der Bodenflüssigkeit nieder. 


Tertiärböden. 


een 
M. Berghof | M. Dworec | M. Mühlhof |М. Neuhof 
Hersch. Wittingau ME ur оа ИТ Purkrabský JW? Eagles 
Ober- | Unter- | Ober- | Unter- || Ober- |Unter- || Ober- | Untor- | Ober. || Ober- | Unter- 
"м... grund | grund | grund | grund || grund | grund ЧАЙ, grund | grund || grund | grund 
| In 100 Gew, Rohbodens sind: — | | | | 
WT ү. [29:3 400 1131 89 (1641 18:19 [14:45 |15°00 |40:07 |43:91 |32:00 
"Inerde ' ud 600 [86:9 1911 83:59 |81:81/85:55 |85700 |59:93 |56'09 |68:00 
2 In 100 Gew, Feinerdo sind : | | 
andiger Theil. . . . .|76:0 lero 46:5 |564 |6550 [6860 62:04 72:34 |78'44 |8116 |69°90 
Onige Substanz . . . 240 [884 |5835 (48:6 |84:50 36:50 37:96 |27:66 |2156 |18:84 |30°10 
Tn 100 Gew. Foinerde sind : | | 


1 Veroskopischos Wasser | 096 | — | 2:67 — | 1:85 1 — l 098|) — | 418 |0892! — 
E u. gebund. Wasser| 4:64 | — | 68 | — || 495 | — | 473| — 1849 || 414| — 
ühverlust , . , Ne 5:60 | 5'72 |10:35 9'82 | 6:30 | 5°60|| 5°66 | 4'18 |92:62 || 4°96 | 5'45 | 
0'050 


Sammtstickstoff . . . || 0163| 0'046! 0'168) 0:056 0110 0`028|0-141| 0°045| 0:314 0°174 
In 100 Kilo Peinhodenst, gr | | | | 
außängliches Kali . , . | 26 | ml 45) al 61 | 29| 99| 19| 43| ml 20 
a Een Kali, . . A 82 | 170 | 175 | 291 | 217 | 251 | 112 | 288 | 114 | 27 | 40 
, werlösliches Kali . . |1710 |1780 |1540 | 1600 |1339 |1630 |1346 | 1748 | 1213 |1301 |1780 
ат ан ‚....|1818 [1969 |1760 |1924 |1610 1910 1480 |2000 | 1870 |1360 |1840 
Zu ron (Chl. löslich) . .| 89 | 46 | 7a | 232 | 40 Извора Бои е u 
gäng], is rel Baci вое вый og du HERE A gi 
ebundene | Phosphor- (1 44 | 100 | 56 | 180) 78| 57 | as | 31, 38| 67, gi 
лева saure | | : e ! 
Auf, a | 64 | 108 | 75  138| 94 | 68| 59) 85, 88 | 96 | TO 
| Seschlossene Silikatb. | 3870 | 3950 12270 |11080 | 7820 (049 6320 | 5267 10430 |2280 | 4040 
о | 
: Proe, q, Humus u, wasser, Ре, | | 
Ayps o | d "e dn 
; Eodem e NI DC, — 09:01 — — == Ba GC 
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D Srerdekarbona$ . . . | Spur |. — Spuri = || Bpur| |Spur| — 0:02 pam dd 
Kaj Phorsáure , .| 0:06 011, 0-07! 012 0:09| 0:08] 0:05| 0:03) 0-04) 0:09| 0'07 
Natr | | 1:88) Log 1776| 1:92| 1761) 101) 148 2:00 Län 1°36) 1'80 
Rech, | 05) 050 069] 0-74) 0-48) 0-50) 047| 0-56) 052| 041 035 
K rde. .. log 068) 058) 1'26 0:62| 1:98] 062 0'86 O'01| 0'39] 080 
Кн RN UE ‚| 049 0:39) 0:33| O'27| 075| gin (än 0°27 2 0:06| 075 
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Thonerde [11003 mg 1911| 18-45 1488 1400 n 10-85 16701 943 11774 
d, Hie 16:01 98": 95:97, ju 25:90! 9:31]l ques 
$ 7 Ilog |, 28 35 m 25 97| yi 18 17| ТАЧ A49 JY De 
Muar, ` 69:91 lezor, 59:91 m 24| 5510| ШИШ STE 
| 


Absorption , BT ш 69 | 32 u 


EE | 66 | тт 


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id 
Hl 
Hi 


ae 


{ 


эн = 


Die Verbindungen der Humussäuren mit Kalk oxydieren an der Luft viel 
schneller als Humus für sich und deshalb sind kalkreiche Erden humuszehrend. 
Der Untergrund der Wittingauer Böden enthält auch Eisenoxydul, mitunter Schwefel- 
eisen, welche unter der Mitwirkung des Kalkes in das unschädliche Eisenoxyd 
umgewandelt werden. Aus dieser Eigenschaft, die thonigen Partikeln der Feinerde 
zu inkrustieren, das Eisenoxydul und den Humus zu oxydieren, erklärt sich auch 
die günstige Anwendung des Kalkes bei der Düngung überhaupt. Mit der Kalk- 
armut steht in innigster Wechselbeziehung die artenarme Flora der kalkarmen 
Gebiete, sowohl in Hinsicht auf die wildwachsenden wie auch auf die kultivirten 


Gewächse. 
Е КИШ | 
TUM! (an | Wall [a 
berg 
In 100 Gewichtstheilen des Obergrundes sind: 
Sheet, . . кк ышы en «| 3680] 4046] 5377 26:44 
[еде ө. „>... oca ws nutu cuu tios tp 0090 BOR. 4095. NN 


| 100700 


100:00 100700] 100:00 


In 100 Gewichtstheilen des Untergrundes sind: 


rend redi eni dier ee эрде. 
l'einerde . RN CE отл 59-68 


42:52 
51:48 


60:20] 10:30 
89:80| 89:70 


| RAA 


In 100 Gewichtstheilen der Feinerde des Obergrundes: 


10000 


[10000 100.00 


Hygroskopisches Wasser . KE | ]-10| 1'921 2:65 1.11 
Gebundenes Wasser. guru de PAPA 174 451 20 
ООК Her MR er i Ne NER -| 1:82 2:800 463 I“ 
Glühverlust a | 525] 652 11.79 109 
| | 
In 100 Gewichtstheilen Feinboden sind: 
0:14 || 0:13 || 0:10 


Kohlonsatrer Kalk 0... 0; «uuu. vr ORB | 


Kohlenssure Маш „u mu. и n BEES 
Gesammt-Kalkerde . . . ... bo ER КШ ҮШ 
Gesammt-Bittererde . . . ined T ea .| 0:820 
Gerammt-Phosphorsäute . uc ein ш»... 0.080 


Sesquioxyde . . » SES oc cw du cs pu MO Ке 


Av eselilosserno. Baseni aca eoero Као 
5 | 


Auf 1 Theil aufgeschloss. Basen entfallen: 


Ee HEEM V ул л лу у ут 
Absorption р 


0:890) 5:540| 0:850 
0:500! 0:980) 0:370 


0:009 
10:64 


3:65 


Spur: d 


0:077| 0:082 
(16:99 | 14:46 
6:38 | 6:95 


26 | 20 
| 69 53 


Zusammensetzung der Wittingauer Ackererden. 


іг [а за [5 [в | тв [о | 10 11 [12] 13 l 14 | 15 l 16 | 17 | 18 | 19| 20 || 21 


In 100 бет, Inftrockenen 
Bodens sind enthalten: 


Hygroskopisches 


Wasser . -|| 0:42] 046] 0:51) 114 068| 046 123| 1:35 0:92| 0-73) 077| 1-92 099| 1-29 0-82) 080) 1:05) 248| 1:29| 1-15 2:32 
Gebundenes Wasser 0:82) 1:42| 1:94) 1:04| 2:40| 1-44 2:08| 1:99| 3-13) 1:43| 1:99| 2:34| 227| 2-80 8:20| 329| 2-76) 2:89) 8:40] 271) 547 
Humus. . . . . .|| 042) 089| 0:75; 1-70) 0:87 1:00| 2-14) 1-61! 074 1:15| 1:52) 1'68| 0-99! 1-01 117 0:76| 1:331 8°19 092) 1:52) 1:11 
Glühverlust „| 1:66) 277 250) 388| 395| 2:90) 5745) 495| 479) 331 4'28| 524| 4'25| 5:10) 5'19| 485| 5.141356 5-61| 538 8-90 
Geglühter Boden . 98-34 97-28 97:50 96:19 96-05 97-10 94:55 95:05 95°21 96:69 95:72 94:76 95775. 94-90 94:81| 95:15, 94:86, 86°44 94:39 94-62 91:10 
In 100 Gew. wasser- п, humus- 
freien Bodens sind e 
Grober Quarz . . | 58:54 43:913945 40-46 29'26| 47:89 53-77 31775. 12-08 36:80 32-09 20-18 2:52 11:25, 26:44 14-45 21:50 4007] 16-41 14-47 13:13 
Feiner Quarz = 

(Mikros) . . . . 2906| 43°83| 47:69 36:24 49-45 32-06 26-44 53-16 57:62 38:08 4020 56-11) 48:98 62:94) 40-48 56-64 5154| 3329 46:06, 44:89 46:88 
Kieselsäure. . . .| 7:39) 5:53| 6:28/1540|12:26|11:81| 11-32! 6-33! 19-70! 15:03 16:88| 1176| 16°61| 13-62) 2087 13-55 12:82) 15°96 23:51| 25:69, 21:46 
Gesammtkieselsáure| 94:92. 93:27 93-42 | 9210/9097 91-76 91753| 91:24 8940/8991 89-17| 88-05 89-41 87-11 87-79 | 8464. 85:86, 89.32 85/08 85705 81-47 
Basen . . . . . .|| 502| 6:66) 649| 7:82) 891| 8-19) 8-40) 8:67 10-59 9-95 1074| 11-83) 10-51 12-69 1214| 15°27| 1404| 10°44 13:89 1482 | 18:30 
Kohlensaurer Kalk | 0:06 007| 0:09, 0:08| 012| 0:06 0:06) og 0-08) 0-14) 0°09| 012! 0-08 0o20! 007! 009! 010! 024 0:13 013, 0723 


100:00| 100-00| 100-00| 100-00| 100-00 | 100-00 | 100-00 100-00 100-00 100-00 


Summa ... 100:00| 100-00) 100"00) 100-00 100-00, 100-00| 100°00| 100-00 100:00|| 100-00 100-00 = 
74:88 72:29 76:29, 72:80 73:49 66-92. 71:09 73:04 13:36 69-47 59-36 60:01 


Gesammtquarz . . 87:60 87:74 8714 7670| 78:91 79:95, 8021| 8491| 69-70 
Silikatbas. u. Kiesel- 
säure . . . . . || 1234| 1219| 12:77, 23:99 2117| 20-00 | 1973| 15:00 3092) 24-98] 2762| 23:59| 27-19 26-3 
Thon (nach Schlö- | | 
sing) . .. . .| 302| 3:63| 412 5:98| 939| 8:46) 8'69| Gan 11-14 10-68 10-08| 9-24 13:07 14- 
Zeolithe . . . . .| 1715| 128| 1:36| 2-16) 274| 2-99 2:95]. 3°08| 3.23) 362| 3:90), 4-09 
Absorption . . . .|| 15 18 | 18 2t | 33 26 32 | 31 || 43 | 34 35 36 49 
I. — Meierei, F. — Feld. Die Ackererden sind folgenden Feldern entnommen: 1. M. Mühlhof, F. pískova. 2. M. Neuhof, F. na vršku. 3. M. 
Berghof, F. za Kulovou zahradou К svétu. 4. M. Lhotta, F. Mistrovy 2. 5. M. Berghof, F. u sv. Jilji ke dvoru. 6. M. Dworec, К sosni 
pod smetanou. 7. M. Wall, F. pod kfedle. 8. M. Dehetnik, F. dlouhý u řeky. 9. M. Mühlhof, F. Doubí. Ältere Neubrüche bei Kusovy. 10. M. | 
Schwammberg, F. Kraéata nad cestou. 11. M. Dworec, Е. za ovčínem V. 12. M. Schalaun, F. u splavu malém. 13. M. Berghof, F. u doubí. | 
Neben dem Hopfengarten. 14. M. Neuhof, F. Velky kus. 15. M. Wranín, F. u lísy vedle cesty. 16. M. Mühlhof, F. Purkrabsky. 17. M. | 


| 
Berghof, F. Clrkvióní k spoli. 18. M. Naděje, F. Při krazi skutku. Moorboden. 19. M. Dworee, F. u staré silnice. 20. M. Dworec. Ein- | 
gezogene Pachtfelder an der Budweiser Strasse. 21. M. Berghof, F. Velká bejkovnice. 


7 3301| 28:82, 96-86 26:40, 37-40 40751, 3970 
-03| 16-09) 11-09, 14 

1| 551| 625| 6 
49 | 41 | 5 


91/1843 222: 
"4| 7-63 10 
5 58 


k 


38 


Auffallend ist in dem untersuchten Felde des Meierhofes Lhotta die Phos- 
phorsäurearmut, bei dem von Wall der Humusreichthum, bei dem Felde von 
Wranín der geringe Humusgehalt. An Phosphorsäure ist keine untersuchte Ackererde 
reich. Die Menge aufgeschlossener Basen liegt zwischen 4—69, das Verhältniss 
zwischen den aufgeschlossenen und der Gesammtmenge an Sesquioxyden ist ein 
ziemlich constantes, zwischen 1:2:0—1:2:3—1:92:6—1:2:9 verlaufendes und ist 
wie 1:25 im Mittel mehrerer Analysen. Vor sechszehn Jahren benützte man den 
Zablater Teichschlamm als Dung- und Compostmaterial in der Meinung, dass der- 
selbe an Kalk und Phosphorsäure reich sei. Die chemische Untersuchung dieses 
Schlammes ergab, dass derselbe ebenso kalkarm sei, wie die Erden jener Felder, 
zu deren Verbesserung er benützt wurde. Der Zablater Teichschlamm enthält 
nämlich nur 0'053%, Kalkerde und 0 0979/, in concentrirter Salzsäure lóslicher 
Magnesia, dagegen bis zu einem halben Procent des trockenen Schlammes Stick- 
stoff und etwa '/,9/, Phosphorsäure. Chemisch trägt er also durch seinen Stickstoff, 
physikalisch durch seinen Thonerdereichthum zur Verbesserung namentlich von 
Sandböden bei, kann ein gutes Compostmaterial abgeben, aber an Kalk wird er 
den Boden niemals bereichern. 

Rücksichtlich des Phosphorsäuregehaltes gehören die untersuchten Wittin- 
gauer Erden sowohl bezüglich der zugänglichen, wie der gebundenen Phosphor- 
säure zu den phosphorsäurearmen Böden des herrschaftlichen Grossgrundbesitzes; 
auch sind sie an zugänglichem Kali nicht reich, obwohl sie dem Gesammtkaligehalt 
nach zu den kalreichen Erden gehören. Der grösste Theil dieses Alkali ist in 
feldspathigen, schwer lóslichen Verbindungen zugegen denn bezüglich des zu- 
gänglichen und des leichter verwitterbaren, in unseren Analysen als „gebundenes“ 
Kali bezeichneten Antheils können diese Böden nicht einmal als beinahe kalireiche 
Erden geschätzt werden, und es können gleichzeitig zwei Wege benützt werden, 
den löslichen Kaligehalt des Bodens zu erhöhen. Sorgfältige Bodenbearbeitung, 
rechtzeitige óftere Kalkung, wodurch die Feldspathe zerlegt werden, sind im Stande, 
den gebundenen Kaliantheil flüssig zu machen, während guter Stalldünger, Osmose- 
dünger, Kainit und Holzasche einen entsprechenden Ersatz für das in den Ernten 
entzogene Kali abgeben, rationell angewendet, direkt und indirekt eine Kalierschöpfung 
in der Ackerkrume verhindern werden. 

Die vorhergehende Zusammenstellung giebt die in den rohen, wasserfreien 
Erden enthaltenen Mengen von Quarz, Kieselsüure, zeolithischen Basen, von zu- 
gänglichem Kalk und den gesammten Basen der mit Flusssäure aufgeschlossenen 
Böden, den Thongehalt und die Stickstoffabsorptionen in Zahlen nach Knopp's De- 
rechnung, in den Obergründen der Erden aller Meiereien der Herrschaft an und 
die grossartigen Differenzen, welche die genannten Bodenbestandtheile in diesen 
Feldfluren gleicher geognostischer Abstammung zeigen. Das zweite südböhmisch® 
Tertiärbecken breitet sich zwischen Frauenberg und Budweis aus von dem Wittin- 
gauer Becken nur durch ein niedriges Mittelgebirge geschieden. Das Flótzgebilde 
in dem Frauenberger Boden besteht ebenfalls aus denselben Ablagerungen, wie das 
Wittingauer und ist wohl aus einem zusammenhängenden Binnensee abgelagert 
worden. Auch hier wechseln Schichten von Sand, Lehm und Thon bis zum 
Letten, graue und bunte mitunter eisenreiche aber auch sehr feuerbeständige, A 


39 


alkalischen Erden überaus arme Thone, die wenig organische Überreste enthalten 
und an vielen Stellen Thoneisensteine einschliessen. 

Es könnten noch mehrere Analysen verschiedener Ackerböden von Frauen- 
berg angeführt werden, als Beweis der gleichen Abstammung und Beschaffenheit 
diese Tertiärlagers mit dem Wittingauer Neogen, wo auch ausgiebiges und gutes 
Rohmaterial für Thonwaarenfabrikate gewonnen wird, dieselben sollen jedoch einer 
Späteren Publication vorbehalten bleiben. Aus der folgenden Zusammenstellung 
ergibt sich auch die Phosphorsäurebedürftigkeit der Ackererden des südböhmischen 
Tertiärgebietes. 


Phosphorsäuregehalte böhm. Ackererden, ausgedrückt in Procenten 
des rohen Bodens: 


Im b ; i à Ў 
100 Gew. lufttrock. Untergründe nachbenannter Böden oder Gesteine sind enthalten an in 
conc. heisser Salpetersäure löslicher Gesammtphosphorsäure. 


ш 


| Phosphor- 
säure 


| LAS || Phosphor- | ge | 
Wittingauer Tertiärböden | | | Wittingauer Tertiärböden | 
| | | 


siure 


EEE РОИ 


М. Lhotta. Feld Mistrovy . E 0:001] M. Dworec (u staré silnice) . | 0:053 

: Berghof (za Kulovou zahradou M. Dworec (an Budweiser Strasse)| 0'060 
| k RUNI) acuta o lee vig H 0:023 ! M. Wranfn (u lisy vedle cesty) 0.061 
М Nadéje (pfi krazi skutku) . | 0:023 | M. Dehetnfk (dlouhý u řeky) . | 0'074 
» Schalaun (u splavu malém) | 0:098 | M. Neuhof (velký kus). . . ‚| 0076 


Neuhof (na vršku) . . . .| 0'030 M. Schwammberg (u baby Nro. 1) 0:080 
ut Dworec (k sosni pod smetanou) 0:031! M. Berghof (u sw. Jiljí ke dvoru)| 0'090 
y Mühlhof, Doubi, ältere Neu- | M. Berghof (velká bejkovnice) | O'111 
Wuhan ien WE EN | 0:031| M. Wondrov (Frauenberg) Ter- | 
Berghof (u doubf) Neben Grenzwerthe von 10-0939, рів 


[ USER... e loe ee аи 10048 0:111% Phosphors. 
: Mühlhof (Purkrabsky) . .| 0:049 | Mittel: 00503 

j Schwammberg (Kracata nad 
cestou) i 


М. Wall (pod kfedle) ; . de йг... ; оо 
| 
| 


| 
| 0951. 
| 


D VV IM 


Untersucht: L. Koufimsky. | 


Südböhmische Urgebirgsböden. 


мана Das Urgebirge erreicht seine mächtigste Entwiekelung а ш ie 
n Hälfte, ein ausgedehntes, flachgewölbtes, von Thälern M mne GN ү 
Dr enes Hochland bildend, welches südlich vom Granulit durs нан westlich 
T östlich von Granit umschlossen ist und grösstentheils aus grauem Gneis besteht, 
an wenigen Punkten Hornblendeschiefer, Glimmerschiefer, körnigen Kalkstein 
"d rothen Gneis einschliesst. 
in Der in Südbóhmen verherrschende graue Gneis liefert durch Verwitterung 
46 thonreiche Bodendecke, welche günstige Vorbedingungen der Land- und Wald- 
Nirthsehaft bietet. Obwohl ähnlich zusammengesetzt wie Granit, gibt der Gneis gut 


E 


H 


40 


verwittert, meist kulturfähigeren Boden wie der Granit, weil ег geschichtet ist, 
das Wasser besser zurückhält, wie der massige Granit, Granulit oder gar der 
massige, meist sehr zerklüftete Porphyr. 

Alle krystallinischen Gesteine zeigen aber eine Unzahl von Übergüngen in 
der Struktur und Zusammensetzung und treten als Aggregate üusserst wechselnder 
Mineralindividuen auf, welche mehr oder weniger leicht verwittern und deshalb 
verwittert derjenige Gneis am schnellsten, welcher reich an Glimmer und Feldspath 
ist. Zuerst zerfällt das Gestein in Grus und liefert allmählich einen feinkórnigen 
sandigen Lehm, der bei fortschreitender Verwitterung in einen Thonboden von be- 
deutendem wasserfassenden Vermógen übergeht. Ein solcher Boden ist in ешеш 
heissen trockenen Klima schätzenswert, während er in einem kalten feuchten Klima 
einen geringeren Wert besitzt. 

Der Gneisboden zeichnet sich bekanntlich durch einen hohen Kieselsäure- 
gehalt aus. Seine Müchtigkeit wechselt sehr. Der Gehalt an Feinerde schwankt von 
80—509, in abfallenden Lagen, wo der Feinerdegehalt nach der Tiefe zu stets 
zunimmt, wechselt derselbe in den aufgelagerten erdigen Verwitterungsprodukten 
von 50—809/,. Der graue Gneis verwittert leichter wie der rothe Gneis. Bedeu- 
tungsvoll für die südböhmische Landwirthschaft ist auch die konstatirte Gliederung 
der böhmischen Gneisformation in eine ältere an Silikaten reiche Abtheilung und 
in eine den Amphibolschiefer und Kalk führende jüngere Abtheilung. Der kalk- 
führende Gneis liest im südlichen und südöstlichen Böhmen inselförmig auf dem 
älteren kalklosen Gneis und es erklärt sich daraus, wie benachbarte, der äusseren 
Beschaffenheit nach ähnliche Gneisbóden doch einen sehr verschiedenen landwirt- 
schaftlichen Wert haben können*). Bei den Gneisen des Erzgebirges hat man 
übrigens wenn nicht die gleichen, so doch àhnliche Beobachtungen gemacht. Die 
Gesteine des Urgebirges sind in Betreff ihrer Reichhaltigkeit an Phosphaten bi$ 
jetzt wenig untersucht worden. Als das einzige in denselben vorkommende Phosphat 
kennt man den Apatit und dessen feinkörnige und erdige Varietüt, den Phosphorit. 
Analyse eines grauen Gneises, dessen Verwitterungsproductes und des zu Feinerde 

zerfallenen Bodens aus der Umgebung von Netolitz. 


I. Gneis II. Sandiges Verwittergsprodet F'einerde 
ШЛУ c ДОН DEE C DO у; рб 
BIENES EU os s 4390207. « s ss «METIDO 
ВОДО en Mee ТОДО NS ri REO aU 
Eisenoxydul . . 6:500 Eisenoxyd 13:971 Eisenoxyduloxyd 8'245 
КАШ en ООР е EE 
Magnesia oc sor ООО Оса Dr o PN D 
КЕШ ото «АО no t Eeer dr А96 
ДАШ Щи ШОО ELE HIE 
Рроврпотвахшег « Ооба DE а den, Br OBB 

ВИ ТОО Ое. SCHEED 


Merkwürdig reich waren die untersuchten Gesteinsproben an Phosphorsáure 
0:45—0'53 9/, während der Phosphorsäuregehalt einer grossen Zahl von Erden 


*) Nach Krejčí — Komers Jahrbuch 1869. 


41 


derselben Formation die Zahl 031%, nur ausnahmsweise erreicht. Gewöhnlich 
liegen die Phosphorsäuremengen der Gneise selbst zwischen 01—05. 

Der Einfluss der Athmosphärilien äussert sich doppelt, mechanisch und 
Chemisch und wirkt so vorbereitend für die nachfolgende Zerlegung der Silicate, 
welche, die schwerlöslichen nicht ausgenommen, erst durch das Kohlensäure führende 

asser zersetzt werden. 

| Während der Verwitterung wird zunächst der Glimmer angegriffen, das 
Eisenoxydul oxydirt und in Eisenoxydhydrat umgewandelt, das Natron und die 
Kieselsäure aber am stärksten gelöst und ausgewaschen, dagegen vermindert sich 
nicht das Kali, vermehrt sich relativ die Phosphorsäure und die Magnesia. Ist der 
e Mier durch das ganze Gestein vertheilt, so nimmt dieses eine tiefbraunrothe 

arbe an vorausgesetzt, dass die Zersetzung unter reichlichem Zutritt von Sauer- 
Stoff vor sich ging. Später wie der Glimmer zersetzt sich der Natronfeldspath, 
Wobei Kieselsäure, Natron, Kalkerde ausgewaschen, dagegen Magnesia, Eisenoxydul 
und Wasser aufgenommen werden. 

: Zum Vergleich möge eine Analyse des rothen Gneises und seines Ver- 
Witterungsproduktes aus Nordbóhmen und zwar aus dem Steinbruche von Libochovan 
` der Elbe mitgetheilt werden, der ein schwer verwitternder, zum Pflastern des 
Ie làngs der Elbe benützter, sehr harter Stein ist, das Felsenthor des 
Шеп à gegen Libochovan bildet, an beiden Ufern steil emporragt, und der Gegend 

ngemein malerischen Reiz verleiht. 
bu Nicht Se findet man grössere Differenzen in den einzelnen Bostandtheilen 

а edener Gneise, als wie zwischen dem rothen Elbegneis und dem grauen süd- 

Öhmischen (Netolitzer) Gneise, wie sich aus der Nebeneinanderstellung mehrerer 

estandtheile derselben deutlich ergibt. 

I. Rother Gneis: II. Grauer Gneis: 


lieteisüufe o 44 om ТОД were MN 
KH rt Waco e ЕЙ С ЗОИ 
Ziisnompdul...4.- enit Ce een оон 6:50 


Sauerstoffquotient . . . . 020. .... 088 
Analyse eines rothen Gneises und einer Gneiserde aus dem Steinbruche von 


Phosphorsäure `... 020 0.0 к ин 0:45 


Libochovan. 

I. Stein: II. Gneiserde: 
Kieselsäure . . . . 7715 Kieselsüure . . . . 0175 
Dhonerdé . .- =. 12:50. Thonerde. n = мыш 1999 
Eisenoxydul. . . . 270 Eisenoxyd . . . . . 425 
КЕШ ое лоор Каи 012 
Magnesia . . . . . 015 Magnesia . . . . . 00 
КАШ sc... Kal ne 1:95 
Naton a s a e v See edt OT NAON о i e lU 
Phosphorsäure . . . 0'25 Phosphorsäure . . - 0:26 
Kohlensäure. « > 4 .—  Kohlensaure « * « * 39D 
Glühverlust . . . . — Olühverlust 605 


100:83 99-97 


el 


42 


Wir beschäftigen uns im folgenden nur mit den Gneisböden von Netolitz 
und stellen die Untersuchungsresultate charakteristischer Ackererdeproben dieser 
Formation übersichtlich nach Meiereien zusammen. 

Bei der Bestimmung des Bodenwertes haben wir unser Augenmerk haupt- 
sächlich mit auf die Tiefe der Ackerkrume zu richten.‘ Die zur Untersuchung ver- 
wendeten Böden entstammen zweien Bodenschichten, dem „Obergrund*, der vom 
Pfluge durchfurchten Schichte, und dem „Untergrund“, der bis"zu 1 Meter Tiefe 
reichenden, unter der Ackerkrume liegenden Erdschichte, von deren Beschaffenheit 
die Güte und Leistungsfähigkeit der Ackerkrume mit abhängt. 

Die Unterscheidung dieser Schichten lässt sich leicht nach der eintretenden Far- 
benveränderung und physikalischen Beschaffenheit des Bodens erkennen. Die Auf- 
nahme des Bodens erfolgte für den vorliegenden Zweck in durchschnittlichen Erd- 
proben, indem man auf dem Felde der Länge und der Breite nach in gewissen Zwischen- 
"umen Einzelnproben aushob, diese sorgfältig mit einander mengte und schliesslich 
der ganzen Erdmasse ein passendes Quantum zum Zwecke der Untersuchung entnahm. 

Über die wechselnde physikalische Beschaffenheit des Feldes muss man 
sich ausserdem durch genaue Besichtigung und Prüfung der Schichten mit dem 
Erdbohrer unterrichten. Die mechanische Bodenanalyse erspart nebenher nicht die 
genaue praktische Beobachtung des Bodens zu verschiedenen Jahreszeiten, unter 
dem Einfluss verschiedener Witterung namentlich auch während der Bearbeitung. 

Die praktische Beurtheilung der stofflichen Zusammensetzung von Grund 
und Boden wird aber wesentlich erleichtert und gefördert durch die Kenntniss der 
geologischen Verhältnisse des grösseren natürlichen Terrains, zu dem das zu unter- 
suchende Gebiet gehört, Bei der Untersuchung des Untergrundes hat man aber 
auch ganz besonders darauf zu achten, ob er eine gleichförmige Mischung habe, 
da nichts nachtheiliger auf die tiefwurzelnden Gewächse wirkt, als wenn derselbe 
alternirende Schichten von Thon, Mergel oder Sand enthält. Die grobsandigen Be- 
standtheile der untersuchten Ackerböden der Herrschaft Netolitz, die sogenannten 
„Skelete“, bestehen vorwiegend aus grauem Quarz, weissem Feldspath und einem 
tombackbraunen, sehr eisenreichen Kaliglimmer. Als besonders wertvoller Bestand- 
theil des Skeletes dieser Ackererden tritt ein Orthoklas auf, welcher unter dem 
Einfluss der Atmosphärilien in einen Thon- und kalireichen Boden übergeht unter 
Abscheidung von Kieselsäure und Kalk, unter theilweiser Abgabe von Kali und Natron 
und bei gleichzeitiger Wasser-, Magnesia-, und Eisenoxydulaufnahme eine stärkere 
Verwitterungsrinde an der Gesteinsoberflüche bildet. Dieser Feldspath enthält 66% 
Kieselerde und bis 10% Kali, während der braune Glimmer in den Böden der 
Meiereien Peterhof, Zitna ete. folgende Zusammensetzung besitzt: 

Үүт ERC) 
Kieselsäure , . . . . 89:00 
АМ оков О осо ув, 
Eisenoxyduloxyd . . 32:66 
КАШУ ОР d WE 
МИШОШ roue E 


Dieser zweite wertvolle Bestandtheil des Skeletes und der Feinerde ver- 
wittert in der Art, dass er zuerst Sauerstoff aufnimmt, wodurch das Eisen in Eisen- 


48 


Oxyd übergeht und dadurch aus seiner bisherigen Verbindung mit den übrigen Be- 
Standtheilen gelockert wird. Das Kalisilikat wandelt das Kohlensäurewasser um und 
wäscht es theilweise aus, während die freiwerdende Kieselsäure sich in gallertar- 
tiger Form ausscheidet. ! 

| Der dritte Bestandtheil dieser Skelete, der Quarz, findet sich auch noch 
p feinstzertheilten Zustande wie der Glimmer, als zartes mit Thontheilehen um- 
hülltes Pulver in der Feinerde und erreicht nach den folgenden analytischen Be- 
Stimmungen 21—47°/, der Feinerde, so dass der Gesammtquarz in den untersuchten 
Urgebiresbóden 40—60°/, des natürlichen Ackerbodens ausmacht. 

—. Mit wenigen Ausnahmen besitzt die Meierei Petrhof die thonreichsten Böden 
der Herrschaft, Netolitz. Die Felder bedecken mehrseitig sanft abfallendes, wellen- 
Одев Terrain, sind durch Ab- und Verschwemmung des verwitterten krystalli- 
‚ещ Gesteins in den Einsenkungen und Thalmulden entstanden und durch einen 
stossen Thongehalt charakterisirt. 


Physikalisch-mineralogische Analyse.") 


[ аш 
| — 
I й | E Po "8 E) E =] Бы E] > 5 
П 100 Gewichtstheilen sind enthalten Е ТАЕ т=р= ершщ £m 
E о Ее Е РИ а a = 
— 
Resultat der mechanischen Analyse. Obergrund: 
bestehend aus Steinchen 344 | 1041| 5'34| 550] 8'60| 868| 13:23 
Skelet | | 
› Quarz, Orthoklas 4 Grobsand 8'90 | 10:389 | 853| 14°76 | 11:17 | 14:84 | 13:04 
Il Kaliglimmer | Feinsand 12:60 | 10:96 | 11°84 | 12°71 | 12:48 | 15°63 | 1116 
SR des Skeletes .| 24:90 | 81°75 | 2571 | 32:97 | 21:25 | 8916 | 87°43 
nge der Feinerde . i | 15°10| 68°25 | 74:29 | 67:03 | 72/75 | 60-85 | 62'57 
Resultat der Schlämmanalyse (In 100 Gew. der Feinerde). 
Qu y 
Feld ATO UE, . 25°04 | 36°86 | 3044 | 28'78| 22714 | 31:82] 27:40 
"beh und Glimmer ‚| 2884 25:06 | 25:36 | 21:34] 26706 | 33:16 | 92-69 
lämmrückstand - EN DR HR E EN 49:120 odo u 
Kess thonige Substanz . . . . .| 48:62 | 38:08 | 44'20 | 49:88 | 51:80| 35:02 | 49:91 
ae E tbe Wasser . QU A Cao ЖО т ОО EIER FF: 
„Nündenes Wasser . LA We A ом 4'82 8'79 1 8'f4| 3876| 83:47 481 468 
Aumusstoffe . 1384| 218| 206| 171| 148| 9-13) 189 
*lühverlust „ ‚| Däi 912| 850 814| 785) 931 9:14 
Im Untergrund: 
Skel bestehend aus f Steinchen «a| 2298) 144) 201] 818) 456 9'41] 14-10 
clet, Quarz, Orthoklas 5 Grobsand. . .| 786) 8362| 10:50, 13:79 | 16:36 | 9'87] 1841 
ap u. Eisenglimmer l Feinsand . . .| 1203| 526| 1814 | 11°17| 1404| 13:47 eN 
enge des Skeletes “2. .| 2212| 10°89 20°21 | 9814 | 8406) ВШШО 82r 
enge der Feinerde Qut d "maa 89:68 | 73:79 | 71:86 | 65°04| 67:75 | 60722 
! 
( In 100 Gewichtstheilen der Felnerde. 
Juan, nenn nn nn || 8472| 22778 a 25:56 | 2994 seni 29:85 
eldspath und Glimmer . . . . . . . . .| 266 56:02, 48:72 | 4889] 39:25 | 2812| 4045 
Behlümmrückstand . ЕТ ЕНИКИ КЕЛКИ ШЕ bee 69°19| 67:90 | 69°80 
Besehlümmte thonige Substanz . . . . | 38°58| 21:60 | 22:22 | 30:55 | 3081 | 3210 3020 | 
(in In 100 Gewichtstheilen der Feinerde. 
"ühverlust , usw | 878 | 994 | 8:00 | 8'81 | 718 8:88] 810 


ж... 


*) Von Kouřímský ausgeführt. 


Ue eme 


Diese Ablagerungen verdienen die vollste Beachtung der Landwirthe, weil 
sie sowohl die Drainage, wie die Tiefeultur und andere Bodenmeliorationen reichlich 
zu verzinsen versprechen. Selten ist dagegen der Boden da tiefgründig, wo er als 
Produkt des Zerfalles auf dem Muttergestein aufliegt und sich mehr für die Forst- 
cultur eignet wegen seines grossen Gehaltes an mineralischen Pflanzennährstoffen. 


Chemische Bodenanalyse von Feldern bei Peterhof. 


E. MBA я Е | ^g 
EN gml 8 B Е B MC 
In 100 Gew. Feinboden E 5 od Bue - Ф Era 
a - ы дды et ел 
й | = | g | zi | 
| 
Obergrund. | 
Kalkkarbonat и o . | 0401-0-40. 0:37.1.:.0'4611:.085! c 0:41 0:20 
( 
| 


Talkkarbonat Kun ОТВ UIS. О О Ое ОТ 
Summe der Karbonate . . | 0:56| OOS 047) (Il 041 0:52 | 0:34 
Phosphorsäure . ; Vo OTE UNO Order УЛ ОЛЕ ОТО 


In 100 Gewichtstheilen des 
Feinbodens. 


Aufgeschlossene Basen vesti obs dd realer 1038 21:55 | 1400 
Zeolithische Kieselsäure . . 13:00 | 12:76 | 12:03, 9:75 | 11:89.| 15:00 | 11:46 


AHSOTDEION er TN 766 80 — == 86 94 68 
| 
| : | 
| Untergrund : 
Phosphorsanie are vos) OS ОТ OR OLO E aa 
Kieselsáure . . . lt 66:62! 64:89| 69:04| 6504 | 64:67) 6336) — 
Eisenoxyde u. Thonerde .| 26:61 | 28:88 | 2443 | 25:49 | 95:35 | 2789| — 


Baer AE PTBI| TUO. E Dar). Digi us 
ИШЕ ЛӨ a... ugeht Ken Kee E El Net 
Kb. е E 280 | | 242] 230] — 
Natron . . . ...| 045 \ 394 || 386 |\ 4941 068| 115| — 
Analytischer Verlust . . .| 0:38 | | | 097| 036| — 

Summa. . . [10000 110000 10000 100.0010000 [10000 |. — 


Aufgeschlossene Basen . . | 15:21| 15'08| 1318| 11:64| 18:91 | 1885| — 


Summa der Monoxyde . .| 6:26| 6:09| 6'41| 9:37! 887| 8:73] — 


Der Boden der meisten Felder dieses Meierhofes ist oberflüchlich gelbgrau 
bis braungrau, im Untergrunde gelb bis rothbraun gefärbt, enthält, wie die Analysen 
zeigen, 60—75°/, Feinerde, welche zur Hälfte aus feinthoniger Substanz mit bis Zu 
25°), aus Quarz, im Übrigen aus feinem Feldspathpulver und Glimmer besteht. Die 
Glühverluste der untersuchten Ackererden weichen wenig von einander ab. Am 
stärksten gedüngt oder am humusreichsten sind zur Zeit das Grossstück, die Slony- 
und Dubowecfelder. Der Boden des letztgenannten Feldes erscheint am wenigsten 
aufgeschlossen, wie sich aus der vergleichenden Betrachtung der Carbonate, der auf- 


45 


86schlossenen Basen und der Absorptionskoeffizienten ergibt, auch enthält er die ge- 
tingste Menge Feinerde. i 
Vergleicht man die Obergründe mit den Untergründen derselben Felder, 
80 wechselt der Feinerdegehalt derselben unwesentlich, iu hohem Grade nur bei 
dem Grossstückfeld, welches wegen seiner Ausdehnung und geneigten Lage in seiner 
Beschaffenheit überhaupt ungleich ist. Im Obergrund kommen 68, im Untergrund 
bis 899, Feinerdemengen vor. Im Obergrund sämmtlicher Felder dieser grossen 
Meierei ist aber die Zersetzung des Bodens derart fortgeschritten, dass die thonige 
Substanz in ihm von 35—519, reicht, in den Untergründen dagegen sich nur 
von 21—58°/, anhäuft, während in beiden genannten Bodenschichten die Quarz- 
age nicht wesentlich, die Feldsp-ath und Glimmermenge dagegen betráchtlich, im 
bergrund von 91 bis 339], im Untergrund von 27—55°%, der Feinerde differirt. 
ir bes Me des physikalischen Zustandes des von Natur aus bin- 
nos 0‹ Sos wird selbstverständlich mit allen hiezu dienlichen und vorhandenen 
he шш va Klare ы S dim Быш 
Кур E en deen c Ms Xohlenasche sind bei diesen Böden 
е Hilfsmittel der Bodencultur. 
| Die Unsicherheit des Klimas bedingt jedoch die möglichste Mannigfaltigkeit 
b der Produetion. Als Hackfrucht dient durch den Betrieb einer Zuckerfabrik in 
totivin bedingt, die Zuckerrübe, deren Anbau immer intensiver betrieben wird. 
E tiefere und sorgfältigere Bodenbearbeitung, welche dieser Fabrikspflanze gegen- 
Wärtig gewidmet wird, kommt aber auch dem Gedeihen der übrigen Culturpflanzen 
Zu Gute, 
Es н e pi oue bedeutende Culturstufe sprechen die erheblichen Durch- 
E Sie ier ee ди E саг Als ne werden ш йе 
D e i Domaine pr ha 23:5 hl Weizen, 24 hl Roggen, 30 hl Gerste, 37 М 
gerechnet. 
| Wie die chemische Analyse lehrt und wie aus der mineralogischen Zu- 
аш Mei Bodens im Vorhinein geschlossen werden konnte, zeichnen sich 
B x rachteten bóden durch einen ungewöhnlichen Reichthum an Kali, dagegen 
auch stellenweise durch Armut an kohlensaurem Kalk aus. 


rs RN m Bodgnproben von sechs. Feldern schwankt wem an Kohlensäure und 
Boden gu gpoundene Lodi gering, von 0:44—0'56*J, und fällt nur € 
P des Dubovecfeldes auf 0'34°/, kohlensauren Kalkes während die kohlensaure 
Bn von 0-16^/, bis auf 0"089/, sinkt und wieder bei dem letztgenannten Falle 
Inmmum erreicht. 

Kal V LR MR die aufgeschlossenen Kalimengen. Die Böden ee 0 
и 096 kochende Salzsäure ab und die in derselben БИР löslichen 
"sen erreichen 13—199/, des Feinerdegewichtes. Der salzsaure Auszug ist reich 
an Eisenoxyd. 


5 


0 


В Die landwirthschaftlich so wertvolle Phosphorsäure findet sich in diesen 
nen in nicht unbedeutenden Mengen. Mit Ausnahme des phosphorsäurearmen 
"ubovecfeldes, welches nur 0:045, enthält, schwankt die Phosphorsäuremenge in 


len Bö \ А - : у [| 
! Böden der sechs anderen Felder im Obergrunde von 013%, —6 179/, also nur 


c - x s 


46 


unwesentlich. Desgleichen im Untergrund von 0'10°/,—0'16°/,. Derselbe ist in der 
Regel um wenige hundertstel Procente ärmer an diesem wertvollen Bestandtheil als 
der Obergrund. 

Im Mittel dieser dreizehn Bestimmungen beträgt er 0'145?/, Phosphorsäure 
des wasserfreien Bodens oder Feinbodens, enthält also nicht mehr von ihr als ein 
nachhaltig fruchtbarer Boden enthalten soll. Nur das Dubovecfeld würde sich gegen 
Phosphorsäuredüngungen sehr dankbar verhalten, weil es von allen Pflanzennähr- 
stöffen diese Säure im Minimum enthält. 

Die Peterhofer Bóden enthalten innerhalb enger Grenzen sich bewegende; 
zwischen 25—29"/, liegende Sesquioxydquantitäten (Eisenoxyd und Thonerde) und 
können daher durch fortschreitende Verwitterung in sehr thonreiche Ablagerungen 
übergehen. Die Gesammtkalimenge dieser Feinböden beträgt 2—30. 


Über 309, des gesammten Kalis sind im löslichen Zustande vorhanden 
oder kónnen wenigstens in denselben durch Verwitterung in kürzester Zeit über- 
gehen. Deinahe in ebenso grossen Mengen wie das Kali und in denselben Grenzen 
schwankend, trifft man in diesen Bóden den Gesammtkalk und die Gesammtmagnesia 
an, so dass wir uns einen idealen mittleren Wert für den Reichthum der Böden 
dieses Meierhofes folgendermassen bilden kónnen. 


Gesammtprocente: ` Lüsliche Procente: 
РИО ШО ту a. ODE we a AU 
RNC e SR 1 sis ure na UU 
NEN URN ИИ IST. LOU 
TELLUS CV TULIT UE ко, 
d е Mu Кайы E 


Die Absorptionsgróssen schwanken in Knop’schen Werten ausgedrückt, 
zwischen 68—94°%,, der Mittelwert streift an hohe Absorptionszahlen. Es sind 
Böden von starker Absorptionskraft, und wie es seltener vorzukommen pflegt, fast 
gleich reich an Kali, Kalk und Talk (Magnesia). 

Auch die lósliche Kalk- und Talkmenge reicht erfahrungsmässig aus die 
gewöhnlichen Culturpflanzen mit Talk und Kalk zu versorgen. Würde sich das 
Verhältniss zwischen kohlensaurem Kalk und Talk umkehren, so würde der Boden 
minder fruchtbar sein. Wenn diese Böden auch die hochgrädige Kalkarmut der 
Tertiärablagerungen des früher untersuchten Budweiser und Wittingauer Bodens 
nicht theilen, so wird doch auch für diese Thonböden eine öftere Kalkung von 
grossem Wert sein und der vortheilhafte Einfluss derselben sich vorzüglich in 
seiner Wirkung auf den Humus, den Thon und die Silikate äussern. Der Kalk 
wirkt in allen diesen Böden in dreifacher Weise, indem er die ungünstige physi- 
kalische Beschaffenheit des Bodens verbessert, den schwerlöslichen Nährstoffvorrath 
der Feinerde aufschliesst und den Nährstoffbestand desselben ergänzt. 

Ein Thonboden, der grössere Mengen kohlensauren Kalkes enthält, zeigt 
bei einem grösseren Thongehalt einen viel geringeren Grad der Elastizität als der 
an kohlensaurem Kalk sehr arme, aber im Thongehalt ärmere Thonboden. Sand- 
bóden mit 1—2*/, Kalkcarbonat können schon als sehr kalkreich gelten, während 


47 


ein Thonhoden erst bei einem doppelt, so hohen Kalkgehalt diese Bezeichnung ver- 
dienen wird. Unter Umstünden ist freilich die Kalkung des Bodens mit erheblichen 
Kosten verbunden. Stehen aber, wie es gegenwürtig der Fall ist, der Landwirthschaft 
die Saturationskalkabfille der Zuckerfabrik zur Verfügung, so können die Rüben- 
fuhren als Rückfracht verfütterbare Abfälle und Saturationskalk laden und die 
Kalkungen der bindigsten Felder rentabel werden. 


Die Menge des Kalkes, welche man auf ein bestimmtes Grundstück auf- 
Zubringen hat, kann ja nach Umständen sehr verschieden sein. Hierin muss der 
Praktische Versuch und die Erfahrung entscheiden. 


Den zeolithartigen Bestandtheilen verdankt der Ackerboden die Fühigkeit, 
Pflanzennährstoffe in eigenthümliche Verbindungszustände zu bringen, aus welchen 
sie nicht ausgewaschen und von den Pflanzenwurzeln leicht aufgenommen werden 
können. Es fallen daher diesen Stoffen wichtige vermittelnde Functionen bei der Er- 
Mührung der Pflanzen zu, sie sind Sammler, Sichter und Zubereiter der Pflanzen- 
Nahrung, 


Die Menge der in den zeolithartigen Bestandtheilen der Peterhofer Acker- 
böden vorhandenen Basen schwankt von 139, im Dubowecer bis zu 19%, im Slony- 
felde, die Absorptionsgrösse von 68 bis 94 in demselben Verhältnisse, was auf 
einen Zustand guter Ertragsfähigkeit hindeutet. 


Den thonreichsten bindigsten Untergrund haben die ,Spaleny*-Gründe des 
Meierhofos Zitna, sind aber sowohl in Ober- als Untergrunde an Kalk, Magnesia 
Und ап aufgeschlossenen Basen sehr reich im Verhültniss zu den übrigen unter- 
Süchten Böden beider Meiereien. Auch der Phosphorsäuregehalt erreicht in diesen 
Gründen beinahe 0:2, des Feinbodens. Ungewöhnlich gross ist auch der Reichthum 
an Gesammtkali, welcher 3%, beträgt. 


Der Obergrund hat eine günstigere physikalische Beschaffenheit als der 
Untergrund, der gut drainirt ist. Sehr wirksam erweist sich die Bearbeitung der 
Schweren Thonböden im Herbste und zeitlich im Frühjahre, indem ihr im. ersten 
"lle der Einfluss des Frostes, im letzteren der noch zu wenig gewürdigten soge- 
nannten Bodengahre zu statten kommt, wodurch eine dreifurchige Ackerbestellung, 
Welche sonst als nothwendige Bedingung zum sicheren Gedeihen des Rapses und 
dos Wintergetreides betrachtet wurde, erspart werden kann. Da in dieser Formation 
das Gedeihen der Rübe, neben entsprechender Bodenbearbeitung, von der Anwendung 
‚е: Stallmistdüngung wesentlich bedingt ist, so kann die Sicherung entsprechender 

toh- und Feldfutterernten zur Ermöglichung einer recht schwunghaften Dünger- 
Production nicht genug empfohlen werden, Die Unterbringung des Stalldüngers 
erfolgt in einer Tiefe von einem Dezimeter mit einem Pfluge, an welchem die Wühl- 
Vorrichtungen angebracht sind, in sehr widerspänstigem Boden mit dem Ruchadlo, 
“em der Minirpflug folet. 


Mit Ausnahme der Luzern vermag keine landwirthschaftliche Culturpflanze 
den Schweren thonreichen Untergrund bis zur Tiefe eines Meters zu durchdringen 
Und förml; Nec ыт TORT TANE › 
ad förmlich zu kanalysiren, wie die Zuckerrübe im minirten Boden. 


Ein alter Lehrsatz der Bodenkunde sagt schon, dass es bei der Beur- 
theilung des Bodens hauptsächlich auf die Menge der abschlämmbaren Theile 
ankommt, denn von diesen hängt die Pflanzenernährungskraft eines Bodens ab. Es 
folgt daher das Resultat der mechanischeu Analyse. 


Die Meiereien Schwarzenberg und Zitna. 


Physikalische Bodenanalyse. 
In 100 Gewichtsth. nachbenannter Ackerböden sind: 


gl 
М. Schwarzen- Ge 
berg М. Zitna 
ge — 
| Sada- Pod Spaleny- Kouty- 
| folder peklem || Gründe felder 
Wi, 


Im Obergrund. 


1 Skelet bestehend | ӨШ ӨП ои а 5 9 3 
|, aus Quarz, Orthoklas? Grobsand к 11 12 12 
ji und Kaliglimmer | JUMP E EE Si 18 15 16 . 
| Menge ded БОИ, a. rino е 1 40 99 | Sg 31 
Menge der Feinerde . “200 VI | 64 69 
| | 
| In 100 Gewichtstheilen der Feinerde: 
T Quam... CBE, dr viuit or, T0 TE | 70881200) 25000 
H Feldspath und Glimmer SU suh 14:59 | 2569 | 44:84 | 25/16 
i Thonige: Substanz... o Али vu gods re 44481-9008 _51'09 | 
Hygroskopisches Wasser . . . . . . з сук |819] 8280| 230| 2:80 | 
xebundenes Wasser . M CUT UR e AIRES t T «90 1 
Humusstoffe Ы и ER TM | E | vix: | E А 
ОПЕТ 02 eig аа ец ЗВО E: Rue EE 2 | 
| 


Im Untergrund. | 


Skelet bestehend ben bae idea. eb He 
aus Quarz, Orthoklas 


eege 


und Kaliglimmer | Feinsand 


Xobsand . .. ....| 8357| 488| 822, 1242 
eM EET БУРУ, 


Menge des Skeletes . . . 
Menge der Feinerde . . 


(UNDA с, >, 
l'eldspath und Glimmer 
Thonige Substanz . . 


Glühverlust 


WORT AP Ge? 


A ANSA C | 
eie 


In 100 Gewichtstheilen der Feinerde. 


| 40:54 
‚| 25:59 


| 
| 


10:65 
89:35 


33'94 


In 100 Gewichtstheilen der Feinerde. 


8:96 


82:43 


3245 | 
EA 


9-18 | 
| 


2:78 | 294 
13:07 1894 
24.07 34:30 
15:98 | 65:10 
17:19 | 83:22 
34:78 36-12 
48:10 | 30:66 
8:611 6'36 


49 


Chemische Zusammensetzung. 


M. Petrhof IM Mo ge, ] M. Zitna 
Herrschaft Netolitz: Meiereien Petrhof, |"Schwa nmberg-| a.a. EE EE | 
Zitna und Schwarzenberg | SU feld Ваа eo Gründl. 
| Ober- Unter- | Ober- Unter- | Ober- | Unter- 
——— — | grund grund grund grund grund grund 
| 
In 100 Gew. Rohbodens sind: | 
Skelet, Quarz u. Orthoklas 94:90 | 99:19 | 45:00 | 10:65 |35'73 24:01 
Feinerde- u. Kaliglimmer . 175710 | 71.88 | 55:00 | 89:35 | 6427 15:93 
| 
In 100 Gew. Feinerde sind: 
Sandiger Theil ui. DE 38 |6147 | 61:70 | 14:48 | 13:44. | 5:90 
Thonige Substanz «ab |48: 62 |38:53 |38:80 | 25:52 |26:56 | 4810 
| | 
In 100 Gew. Feinerde: | | 
Hygroskopisches Wasser 8375 | — 3'12 | — | EU | 
ebundenes Wasser . . . . . . 432 | — | 808| — | Бете: 177 | 
ШШ К РИ ER WER 1:84. 4 2.1, 238.1 sum ler eng d 
Glühverlust . . . "991 | 878 | 8:35 | 8:96 | 7:30 861. | 
Gesammtstickstoff 0151 die 0:185] 0:033, 0'118) 0:056 | 
In 100 Kg. sind enth. Grammes: I 
Zugängliches Kali ....... 118|  49| 408] 204| 180| 160 | 
лебипЧепев Kali ..| aw. 8393| 5832| 560] 560) 691 
Schwer lösliches Кай. . .| 1585| 1858| 1140| 1356 |_2360 | 2039 | 
Gesammtkali 2.2.2. . . 2140 | 2300| 2080| 2120 3100 | 2890 | 
Natron (in celt. löslich). . . . . 18 79879951 О О О {| 
@ugängliche) | 195| 11! 109] 19 ..268| 166 || 
ebundene ( Phosphorsüure . pun TOT DID UU de 16 | 
eSammt- i30| 180| 160]  26| 280| 182 | 
ufgeschlossene Silikatbasen . 16180 | 15210! 7880| — |16950) — | 
In Proc. des Feinbodens; | | 
Gyps 3| d " a S ‚en | 
Beten Vou, . |Spuren Spuren Spuren/Spuren Spuren 5pure 
Kalkkarbon: at ; 040 es 29 — d 044 | 
Sittererdekarbonat . . . . 016.1. 1 007. dmt so Ot Ebor ee 
hosphorsüure . 013 | O13 | 016 | 008 | 028 | 018 
E o 214 | 230| 208 | 212 | 310 | 289 
EDU з у 057 | 046 | 140 | 1.31 | 138 | 185 
темата Nu. oralen 1:56 | 1-78 | 058 | 0:60 | 420 | 5'26 
Bb lid Ai ech 1-14 | 1:73 | 0241 0:88 | 3:05 | $48 
Eisen- und Thonerde . . 12850 | 26:61 | 95:20 | 25°04 95:20 | 30:42 
Meselsüure , [96:86 |lov.90 4115 | 82748 69:94 156-49 
ШЕ E . 127.84 d 91:80 | 37:20 |f Es 
Absorption SER t ДЕШ | 48 | Bean ТЫ Me 
| | 


u 


er 


50 


An die abschlämmbaren feinsten Theilchen des Bodens knüpfen sich die 
wichtigen Vorgänger der Absorption, wesshalb ihre Menge als Nührstoffreserve 
bedeutungsvoll ist. 

Die kleinste Menge an Feinerde besitzen die Sadafelder des Meierhofes 
Schwarzenberg im Obergrund bloss 549/,, während der Untergrund desselben Feldes 
nahe zu 90°, Feinerde enthält. Hier kann also durch Tiefackerung die physika- 
lische Beschaffenheit des Obergrundes leicht verbessert werden. Der Untergrund 
ist aber arm an Phosphorsäure. Reich an Feinerde und thoniger Substanz sind die 
langen Felder und die Koutyfelder des Meierhofes Zitna, die auch vorwiegend reich 
an grauem Orthoklas und braunem Glimmer sind. Den kleinsten Kalkgehalt besitzen 
ebenfalls die Sadafelder. Sehr reich sind die betrachteten Böden, wie aus der Natur 
des Bodens schon geschlossen werden konnte, an Kali, welches zu 39, und selbst 
in dem in Salzsäure lóslichen zeolithischen Kali, bis nahe zu 19/, im Feinboden reicht. 
Dem Landwirth handelt es sich also in diesem Falle nur um die Mittel, diese? 
Alkali in solche Formen zu überführen, in welchen sie für die Pflanzen nutzbar sind. 
Behandelt man solche Böden mit Lösungen von Gyps, Chilisalpeter oder Kochsalz, 
so lässt sich durch diese Salze eine viel grössere Menge von Kali in Lösung überführen 
als wenn man den Boden in sonst gleicher Weise mit reinem Wasser behandelt. 

Die Basen der zugesetzten Salze tauschen sich mit dem Kali der Zeolithe 
theilweise aus und in äquivelenten Mengen als erstere unlöslich werden, tritt Kali 
aus und wird löslich. 

Die genannten Lösungen wirken daher energisch auf die Zersetzung det 
Nährstoffvorräthe des Bodens ein, daher hat auch die Verwendung des Gypses als 
Einstreu in den Stallungen der genannten Meierhöfe eine hohe Bedeutung, denn der 
xyps absorbirt Ammoniak und im thätigen Boden bildet sich aus diesem Ammoniak“ 
sulphat und Kalksalpeter, welche aufschliessend auf das schwer lösliche Kali wirken 

Am ärmsten an aufgeschlossenen Basen sind die Sadafelder, wie denn auch 
ihre Absorptionsgrösse gering ist. Hier wird die Anwendung des Ätzkalkes neben 
reichlicher Stallmistdüngung am Platze sein. Es erübrigt nur noch die Betrachtung 
der Böden der Meiereien Krainerhof und Neuhof, welche folgendermassen zusam 
mengesetzt gefunden wurden. *) 

Vergleicht man die Zusammensetzung der Böden dieser beiden Meiereiel 
mit jenen der anderen Meiereien, so tritt keine wesentliche Verschiedenheit in de? 
Feinerdemengen zu Tage, wohl aber in der Beschaftenheit derselben. Es verdoppelt 
sich beinahe der Quarzgehalt der Feinerde, während die Menge thoniger Substan? 
auf die Hälfte herabsinkt. Bei der mehr ebenen Lage der Felder dieser Meiereie® 
blieb der Verwitterungsboden auf dem Muttergestein liegen, ohne wesentliche А? 
schwemmungen zu erleiden, 

Die kleineren Glühverluste oder thonigen Zuschüsse und niedrigen Abt" 
ptionszahlen deuten auf einen geringen Grad der Verwitterung, wir haben es hie" 
mit kalireichen sandigen Lehmböden, wie sich der Landwirth auszudrücken pflegt: 
zu thun, in denen auch die Menge der Thonbildner eine kleinere ist, wie in den 
Böden der vorhin betrachteten Meierhöfe. 


*) Diese Analysen siehe in der Schlusstabelle. 


DI 


. An Kalk enthalten diese Böden ziemlich gleiche Mengen, an Magnesia in 
zwei Fällen etwa nur 1/,9/,, an Phosphorsäure bedeutend kleinere Quantitäten, als 
Wie die vorhin betrachteten Böden dieser Herrschaft, namentlich als die von Žitna | 
und Schwarzenberg. 

Besser aufgeschlossen sind die Böden der Meierei Krainerhof als Neuhof. 
Dort wurden 11—16°/,, hier nur 7—9?/, an aufgeschlossenen Silikatbasen nachge- 
Wiesen, unter denen sich erosse Mengen leicht in Umlauf zu bringenden Kalis be- 
nden. Nach der Menge der aufgeschlossenen Silikatbasen rangiren sich die Böden 
er betrachteten Sektionen folgendermassen : 


M. Neuhof mits Mee HE 
M. Schwarzenberg mit 8—15 „ 
| M. Krainerhof mit . . 11—16, 
| M. Peterhof mit . . . 18—21, 
Me Žitna mit eu ek 218-2915 


Stellt man die Phosphorsäuregehalte dieser Ackererden umgerechnet auf 


Die Unterschiede | 
sind sehr bedeutend. i 


Procento des rohen Bodens nebeneinander, so findet man folgende Unterschiede, 

Ittelzahlen und Grenzwerthe an diesem wichtigen Bestandtheil jeder fruchtbaren | 
ckererde, | 
Meierei Krainerhof Pejsarka . . . . 0'017 Phosphors. | 
Meierei Neuhof (u plantaže dlouhé) . 0'017 " | 
Meierei Schwarzenberg (Sadafelder) . 0'021 ' | 
Meierei Neuhof (kopafina) . . . . . 0'032 S | 
Meierei Neuhof (Bergfeld) . . . . . 0'036 h | 
| Meierei Neuhof (Zmrzla) . . . . . 0'036 P | 
| Meierei Krainerhof (Rovina) . . . . 0'044 á | 
| Meierei Peterhof (Sandera-Feld) . . 0066 А | 
| Meierei Peterhof (velky kus) . . . . 0'082 » | 
| Meierei Peterhof (kasterna) . . . . 0'085 М 
Meierei Krainerhof (u bašty) . . . . 0'087 ` | 
| Meierei Peterhof (Schwammbergfeld) . 0'096 » | 
Meierei Peterhof (Slonyfeld) . . . . 0'099 s | 
Meierei Krainerhof (Sfbalka) . . . . 0118 A | 

Meierei Peterhof (unteres Grossstück) 0'115 2 

Meierei Žitna (Spalenyfelder) . . . . 0127 M 

| Meierei Schwarzenberg (pod peklem) 0'197 » 

Meiere Žitna (Koutyfelder) . . . . . 0'206 » 

Mittel . . . 0'082 » 


Grenzwerthe: 0.017 bis 0°:206%% Phosphorsäure. 
Untersucht: Koufimsky. 


Bodenarten beider Formationen nochmals 


C n . " 
setzen wir die Grenzwerthe der а 
Commentars 


Ne i NH Be 
ben einander, so erhalten wir folgende Zahlen, welche keines 


dürfen, Der Reichthum des Bodens ist die Quelle det Fruchtbarkeit, Dei веш 
Gehalt unserer Felder an Nährstoffen der Pflanzen ist die unerlässig noth- 
ge; er ist aber nicht nothwendig für 
© 

4% 


lohe 


ae, A E ; P 
dige Bedingung für nachhaltig hohe Erträ 


| 
| 
ji 
| 
| 
| 


52 


eine oder einige hohe Ernten. Er wird verschieden gross erhalten werden müssen 
für das beste Gedeihen verschiedener Culturpflanzen. Der Unterschied in der Be 
schaffenheit der Böden des Tertiärgebietes im Vergleich zu jenem der Böden der 
mittelböhmischen Gneisformation ergibt sich aus folgender Zusammenstellung. 


I. Tertiürbóden. 


Wondrow Berghof Dworce Nühlhot Neuhof || Grenz-Werthe d 
— ——— 
Min. | Mar | Min. | Жа, | Min | Жа, | Min. Ma, | in. | Mar | in. | ars | Alb In 
In 100 Gew. des Rohbodens: 
E оти du. 9 | 40 | 14 | 48 | 12 | 58 | 32 | 44 | 9 | 58! 40 
D'einende к un tege" 60 | 91 || 52 | 86 | 42 | 88 || 56 | 68 || 42 | 91 | 60 
| КҮҮНҮ ТУ 
In Procenten der Felnerde: | 
Quarz und Glimmer. . . .| 45 46 | 76 | 52 | 65 | 62 | 72 | 70 | 89 | 45 | 89 || 78 
Thonige Substanz*). . . .|| 21 | 24 |ъз | 34 | ат | 28 | зв | 10 | зо | 10 | 58 || 92 


Glühvoriust a o v ае 5'6 1102 15°6 |67 |40 15:6 |41 |50 | 4:0 | 9*6 (2276) 


In Procenten des Feinbodens: 


Gesammtphosphorsüure . . Meat ay SOE каз AA C atc Lat OB al EG 001015] 004, 
Kali ИЛЫ у. does 10.16 0:10 032 0:27| 0:28) 0*03| 0*25/ 0706, 012] 0:06| 0:32 0:16 
Kalkkarbonat., s v. ПО 013, 0:27) 0:10! 0'15 0:09| 0*14/0*12| 0'161 0'09! 0°27 (0:15) 
Magnesiacarbonat ....|йрг Spur | 0:02 Spur | pur / Spur | Spur || Spur. | Spur | Spur | 0*03 0:03 
Aufgeschlossene Basen . . | 71 38 128057 |89 |98 |6'8 |90 |40 20 12:3) 104, 

IU | 15 |1816 |19 15 |20 07 |19 |07 |20 || 14 

КАШ ОО О 0'8 |05 |05 |0704 106 gp 109 |01 10:9 || 01 


Gesammt/ Magnesia . . .||04 05 |1808 |13 |03 |09 04 [08 | 0:01| 183 901 


Sesquioxyde . . ls 85 [1 "01370 15:0 10:8 ба а 11"7 8:5 |21:5 165_ 


| | 
34 ied uid Pr vi 31 19:0 41] 20 


Monoxyde . . .|2:9 3:0 2 


30 | 32 | 80 | 82 || 69 


Absorption een A | 78 a7 | 82 
| | 

| | | 

| Eeer | 

Während die Grenzwerthe für Phosphorsäure bei den Tertiärböden von Wit 


tingau zwischen 0'01—0'15*/, betragen, erheben sie sich bei den Gneisböden von 
Netolitz auf das Doppelte von 0:02—0'33 in den Feinerde. 


| 50 | 68 || 32 | 67| 


*) Nach Knop geschlämmt, 


11. Gneisbóden. 


Grenz- 


Schwarzen- Krainer- | 
Neuhof Жее 


Peterhof berg Žitna Hof 


EA Mia. | Max. Min. | Max. Min. | Max. Min. | Max. Min. | Max. Min. | Max. 


In 100 Gew, Rohbodens : 


Skelet ee әв | 37121 | 45 | 24 | 36 | 92 | 26 | 28 | 39 | 21 | 45 
‘einerde . . . . |63 | 75 || 55 | 79 | 64 | 76 | 74 | 78 | 61 | 72 | 55 | 79 


In Proc, der Feinerde: 


DEM ee eoe ə | зт | 91 во 1 17 3539 | 49 | 40 | 53 | 17 | 58 
j9nige Substanz | 85 | 52 | 31 | 54 | 26 | 51 | 18 | 28 | 15 | 26 | 15 | 54 
Se Glimmer| 11 | 40 | 14 | 40 | 30 | 44 || 28 | 40 | 80 | 32 | 11 | 44 
lühverlust . . . 77 |99 172 190 160 |96 |65 |83 |54 |56 |56 |99 


In Proc, des Feinbodens : | 
Kosphorsiiure 710,10 0'16 0:25 0'18 0:33] 0:02, 0:12) 0:02) 0:06 0'021 0:33 | 
H (löslich) . . [062 084/074 094/074 — [0-76 — 10:80 — 10:62] 094 
Kalkkarbonat O26 0:48 0 27| 0:29, 0'44] 0:23) 0300-210-841 0°21 046 
agnesiakarbonat 0:08! 0:16 0:12 0:09, 0:11] 0:06 0:09 0:89! 0:10 0:06 0:16 
ufgeschlossene 
i gen... . . 151 915179 1501302101110170 KS 88 |77 2U5 | 
| qesammtkali . . |2-14/2:42| 1:50, 2-121 289 3:10] 1:86 3700/3717, — |150 en | 
| Tfesammtkalk . .|0:98 2-21 0:90 3-49) 1-67 3:48 0"76 9:43| 1:44| 1:67 0:76| 8:49 | 
| *esammtmaenesia | 1-13 3:64] 0*60| 2:01) 1:84 5/26 0-71 2744] 0*53| 1:39) 0:53 5:26 
esquioxyde , . .| 94 | 97 | 95 | 98 | 25 | 30 | 21 | 27 | 20 | 22 | 20 | 30 
Onoxyde , . . . |61 |94 |50 |70 (|86 12954 84 |60 |80 |50 12:9 


ооојо 
озу до 
=з Déi >] béi 


Absorption ...180 | 94 | 48 | 89 | 85 | 90 | 79 | 86 | 70 | 81 || 48 | 94 


C» 
E 


bóhmisches Mittelgebirge. 
Über einige Basalte und Phonolithe und ihre Verwitterungsproducte. 


Westlich von der Stadt Lobositz erhebt sich mit seinem kleinen Vorberge 
dem kleinen Kibitschken unmittbar vom Elbeniveau, zwischen Lobositz und Klein 
Cernosek aus einer im Grundrisse nahezu elliptischen Bodenanschwellung der mäch- 
tige, isolirt stehende, nach Süden und Osten steil abfallende Berg Lobosch, welche? 
aus einem kantigen Rücken besteht, dessen südliches Ende, ein schöner abgerun“ 
deter Bergkegel von 569 m Seehöhe krönt, welcher dem Blicke eine herrliche 
Fernsicht gewährt. Der Lobosch erhebt sich 412 m über die Elbe und besitzt ein® 
für viele Berge des böhmischen Mittelgebirges äusserst charakteristische Gestalt. 
Die gezogene domförmige Bildung gehört dem Klingstein an, die kurzen kantige? 
Rücken und die kleinen Plateaus meist dem Basalt. Mantelfórmig bedecken de! 
ausgebreiteten Fuss des Lobosch mehrere Glieder der böhmischen Kreidefot* 
mation, die er bei seiner Erhebung aus ihrer horizontalen Lage brachte und welche 
gegen Süden und Osten wieder von einer sehr jungen Bodenbildung dem 108% 
mergel in einer gegen die Elbe hin zunehmenden Mächtigkeit überlagert werden 

Am südlichen Abhange dieses mächtigen Berges liegen herrschaftlich 
Weingärten, in die ein mit Mandelbäumen gezierter Fahrweg führt, 

Die stattliche Fläche des Loboschrückens wird von Waldungen bedeckt 
welche Schäleichen, Weissbuchen, Birken, Kiefern und Fichten nebst einigen Ahoi 
Haselstauden und anderem Strauchwerk enthalten, nur die basaltische Spitze des 
Rerges ist fast kahl und von herabgestürzten Basaltsteinen und Blöcken eingefasst 
Der auf die Bergspitze führende Pfad durchschneidet gerade die Grenzlinie des 
Basaltes und Phonolithes und es ist interessant, beim Aufstieg zur Rechten dë 
Weges das klingende, mit einer schwachen weissen Verwitterungsrinde überzogen? 
Phonolithgestein, zur Linken die dunklen, mit einer braunen Verwitterungsrinde 
bedeckten Basaltstücke malerisch umherliegen zu sehen. 

Die Zusammensetzung der hervorragendsten Basalt- und Phonolith-Bere® 
des böhmischen Mittelgebirges, ist durch die vorzüglichen Untersuchungen Bořicky’ 
und Safařik's ermittelt. Es wurden daher die noch nicht analysirten Basalte 168 
Lobosch, ferner des Radobyl, des Ovein, des Wostrý und des Homolka-Berges 80%10 
des Klingsteins vom Kahlenberge bei Borec und ihre Zersetzungsprodukte untersucli^ 
Längs der Teplitzer Strasse ragen diese kegelförmigen Berge aus den umliegende" 
Plänerschichten malerisch hervor, die angrenzenden durch Obsteultur auggezeieh“ 
neten Thäler mit ihren Verwitterungsprodukten bedeckend und befruchtend. 


Zusammensetzung des Phonolithsteines und der Phonolitherde. 


Stein Erde 
Wasser... . QUE TWO оа MN M Оор 


= — 


5b 


In 100 Gewichtstheilen der wasserfreien Substanz sind: 
Kieselerde . . . B8 0g. o coo «ow NOD 
'Thonefde us vol MISSE. CORO 98:96 


Eisenoxyd . ...- DUO 19.96 
у 


Коо эз же OM en 
Manganoxyd . . BE, e Ji ISDUD 
Кайкы ы: Ке САИЛ Л EE 
Magnesia . . . . . · б В ORE 
1 DE ЕИ А 6:57 
Neon ne EE 3:56 


| Phosphorsäute ио аа 7 0B ern a con 0:10 
p Bemerkenswerth ist die Zunahme des Kaligehaltes in der verwitterten 
honolithmasse. 

Die Analyse des ganzen Gesteines, des gelösten und ungelösten Antheils 


ergab in Procenten : 
| lJànzés Des ge- Des unge- | 
Bestandtheile | Gestein bar? Gage 
мы у denim i Antheiles |, Antheiles 
| їп % in, in "5 | 
| | | 
| ОО СЕВАН ы E 0:06 092 | — | 
E eet. Е ERU MOV а | 
BONN E он | MM Ай КШ К 21'98 22:49 | 21:69 | 
Шоо ог, >, а ло Шор т | 
LE a у E o ашды: 0:85 3:03 EE | 
| 
КЕШЕШ КУШ . oe ое Мн n Spur 0:26 së | 
DENM sl a E e e О 042 062 | 
EBENEN Vnus VM NEN 3:90 768 | 150 
BE er qd vers RI елы vo M 4:48 1:99 5:57 
NO е oe rod 6:46 718 | 6:83 
| | 
| 
|| 
| | 


56 
Sauerstoffverhältnisse 
obiger Analyse und ihre Vertheilung nach einzelnen durch die mikroskopische 
Analyse sichergestelten Mineralien. 
Des gelösten Antheiles Des ungelösten Antheiles | 
Bestandtheil Nauerslofl- Noseau NE | || Ranerstofl: 
verhält- Apatit md Ju, Magnetit | Rest verhält- | Nanidin Rest 
nisse Nephelin | nisse DM 
| | 
Phosphorsäure | 0:124 | 0124 — — | — — es = — 
Kieselsáure ./23:892| —  |15'786| 8106| — |— 0018134285 34'210 + 0,075 
Thonerde . . 10'480! — |10480] — -— — |10:107| 8:544 -- 1562 
Eisenoxyd . .| 3600| — — — | == == — — 
0:473 
Eisenoxydul .| 0'189] — — 2:310 | — — — — 
Manganoxydul | 0:002] — — |0002, — — — — — 
Magnesia `. .| 0168) — — |0168) — — | 0248| 0248| — 
Кан e 55:902... 00/4 ТӨ 1:082 — = — — — 
Kal ... .|0826|, — ) 0836| — — — | 0967| 0967| — 
Natron . . .| 1:808. — || 1853| — — — 10688 1688| — | 
Daraus resultirt die procentische Zusammensetzung der mineralischen | 
Bestandtheile: M ; 
| Des gelösten Antheiles - || Des "uci 
| Bestandtheile Nosean ; | | Se 
| und Apalit Magnetit Angit Rest Nanidin Rest 
Get Nephelin en. 
| 
| Phosphorsaute о О0О — | i | e us 
Kieselsäure .' 70. . . .04]29'508 |, — — [1519| —  |64148 |+ 04d 
Thonerde . . . . . . „. |22489) — ык —- — (18:334 |+ 394 
Emenoxyd. . cvs — -— - bei Geh к 
S | 1:791 
Eisenoxydul. . . . . .| — Se 9904] — — — 
Manganoxyaubiaaı. о uni = — —. | 0009| — — — 
Magnesia. Verr e EE <= — — |0280| — | 0413| — 
КШ o usur v SEN us 4'606 0259| — | 1:682) — — — 
Ка vt ale. 1:010| — — — — |5699] — 
ES | 7180| — — — | — 6817| — 
Summa. . .1605792| 0479| 791 [21014 | 4:858 194-916 | 3'495 


57 


her ү? ee des untersuchten рани ое Lobosch besteht we- 
E m ui h ephelin gemengt mit Nosean und Sanidin in winzig kleinen Täfelchen 
К NN \eint im polarisirten Lichte ‚lichtgrau und mattblau. Die Vertheilung des 
samen Apatit und Magnetit ist ziemlich gleichmässig. 

Nimmt man von der procentischen Menge eines jeden Minerals aus dem 
еа Antheile den 0'2933ten und aus Чеш ungelósten Antheile den 0'7067sten 
heil, so erhält man die mineralische Zusammensetzung des Phonolites. Der in 
E n gelöste Antheil betrug 29:339/,. Der untersuchte Klingstein enthält daher 
ephelin und Nosean’19%,, an Sanidin 67%,, an Augit 8°%,, an Magnetit OD), 
an verwittertem Thonerdesilicat 5°/, mit einer Spur Schwefeleisen und 0:14^/, Apatit. 


Chemische Zusammensetzung des Loboschbasaltes. 


In 100 Gewichtstheilen wasserfreier Substanz waren enthalten im: 


Basaltstein: Basalterde: 
Eia usps. MNDOLITO. NUR Soc 00 DI 
DEUS Lo. 12. Аар т е EEN 
199 телах s ocio ecu MER v rec ono aded 
NISeHoxyaul nu. ООО, ADU n acus is 
RENE. DU LUPUS KN UM aane C v MUN 
Magnesia o ee e LOW de Io рй 
КАП 1-4 x 1.34 cC ОВИ ү 
NAR S95. ТОПОВА Map Ee NU NE 
Phosphorsüuro wm ОТО е 


^ Der Glühverlust des Steines betrug 2:05, der Erde 10'0°/%. In Salzsäure 
Osten sich vom Steine D2"/, von der Erde 84°. Der salzsaure Auszug war fol- 
(o d 

Sendermassen zusammengesetzt: 


Stein Erde 
Zeolitische Kieselsäure . . 21:47 Kieselsäure .... 14:09 
Thonerdé |. s.s cu MOM То ЧӨ sor Од 
Eisenoxyydul . . . . . . 11:01 Eisenoyd . . . · - 9:44. 
Kalle a. re det 280 Kalis Nur е 1:32 
Magnesia ww 418. Magnesia eene 8 2:34 


Ed... 2v... 01928905, 5 000 E 
Mato 22.1... 29000 EN 
Phosphorsäure . . . . . 056 Phosphorsäure . . · 0:80 
Schwefelsäure . . . . . Spur Schwefelsäure. . . · Spur 
Wale Vu. on ЕК . 10:04 


58 


Zusammensetzung des Loboschbasaltes. 


Sauerstoffverhältnisse der Analyse und ihre Vertheilung nach einzelnen durch die 


mikroskopische Analyse sichergestellten Mineralien. 


| DEE a Lë КТ Angit | Вий | Olivin | Magnetit M 
Kieselsäure .|21892| — | 3:541 112°478| 0793| 4780| — 1-408 
Thonerde .| 5489| — | 2:357 | 2:656 0'476) — — — 
Fisenoxyd . u RO. ьн —- == — — |0267. — 
Eisenoxydul | 3:818 — — | 8:949 — | 0464| 0100| — 
Magnesia | 4960| — — | 0:827 | 8:317 | 4316| — — 
Kalk (DBAL | oa | 8192]. re | onm 
Kali 0226| — | 02960] — E == — — 
Natron «| 0892| — |0892] — — — ben em 
Phosphorsäure . | 0321| 0521 — ^| — — — = _ 


Daraus resultirt die procentische Zusamensetzung der mineralischen Be- 


standtheile. 


бирнн ` Жока E Te та ж Tel wi 

Мой Du Be 

| Kieselsäure . . 41050 | — | 6:639 123-397 | 17487 | 8:964) — |4 0303 
Thonerde . 11778) — | 5057 | 5:699) 1022| — — @ 
Eisenoxydul 0'890) — == = -= — 0890| — 
Eisenoxyd . 17160| — — 114624 | — | 2087| 0449] — 
Magnesia .112:409^ — — 0818, 0:79 10'798| — ez 
Kalk А 11-621. 0745| — |10876 | .— — — — 
Kali 1:334 | — | 1334| — m eus ux. 28 
Natron 9:456 | — PAJO E An AN s. — 

Phosphorsäure . . | 0:569 | 0569| — -— in — — | 

(100-267 | 1:314]116:486 |55'414 | 3:302 [21:849 | 1'339 0.503 


59 


. Der krystallinisch dichte Loboschbasalt besteht daher aus 16:5 Nephelin 
und Leueit, aus 22"/, Olivin, aus 3:3*/, Biotit, aus 55°% Augit und 1:39/, Magnetit. 
| Der Basalt verwittert ähnlich wie der Phonolith, doch unterscheidet er 
Sich wesentlich dadurch von dem Letzteren, dass dieser Vorgang vermöge des he- 
deutend höheren Kalk- und Magnesiagehaltes und der dabei eintretenden physika- 
lischen Veründerung, bei ihm viel schneller eintritt. Der Nephelin und Leucit, die 
in Salzsäure leichter löslichen Mineralien unterliegen der Zersetzung viel leichter, 
als die in Säuren schwerer löslichen, wie der Augit. Es treten Kalk, Magnesia und 
Natron aus, während Kali und Phosphorsäure zurückgehalten werden. Beide Grund- 
Sesteine des Lobosches sind kalireich besonders aber der Phonolith. Vorherrschend 
Sind aber im Basalt der Kalk, die Magnesia und die Phosphorsäure und im Pho- 
nolith das Kali. Letzterer gibt eine, an den drei genannten Pflanzennährstoffen 
arme Erde, eine seichte Verwitterungsdecke, die sich daher mehr nur für den 
Waldbau eignet, während im Basaltboden die anspruchsvollsten Culturpflanzen das 
"IDpigste Gedeihen zeigen. An Phosphorsäure ist der Loboschphonolith arm und 
das unterscheidet ihn in agronomischer Hinsicht wesentlich von dem angrenzenden 
Basalt, welcher die neunfache Phosphorsäuremenge, dagegen nur den vierten Theil 
der Kalimenge des Phonoliths enthält. Der Kaligehalt nimmt relativ in der Pho- 
nolitherde zu. Durch Salzsäure wird aus dem Phonolithgestein von den Pflanzen- 
Nährstoffen besonders Natron, Kalkerde, Magnesia und Phosphorsäure ausgezogen, 
Weniger Kali. Die Verwitterung bewirkt ähnliches. 
| Die zwei Basaltberge Lobosch- und Radobyl bilden die Eingangspforte in 
die böhmische Schweiz und schreiben den Fluthen der Elbe ihren Weg vor, die in 
einem weiten Bogen den Fuss dieser stattlichen Berge bespült. 


Chemische Zusammensetzung des Radobylbasaltes. 
In Procenten der wasserfreien Substanz: 


ехе оо oreet dnos NR 
T'honerdB. i Les nk ИНО ano OR 
gengs „исте ий ar ЛИНА? 6:16 
Rigengsgul „nn omoi mind Dra 
Manganözydul: Ae, ansins mto on 018 
TRI uer E E EE 13:00 
Magnesia ios ona NECK Ан a “108 
КАШ, зл or a E 4:86 
КАШ ОИ А оын ШУ 
Phosphorsäute ооо 0:66 
Titansüure 5 оо а o DM zi PE 


Summa. . . .9944 


Resultaten der chemischen Untersuchung die 
Mineralogische Zusammensetzung des Radobylbasaltes und die chemische Analyse 
Seines Verwitterungsproductes. Dieser steile, dem Lobosch sehr ähnliche dom- 
förmige Basaltberg bildet den würdigen Abschluss eines bis an die Elbe bei Calosic 
verlaufenden Mittelgebireseliedes. Der Radobylbasalt unter die Feldspathbasalte 


Anruhend folgt aus den 


60 


gezählt, besteht aus einem groben Gemenge von Augit und Olivin, zahlreichem 
Magnetit, aus triklinem Feldspath, aus Nephelin und Anorthit. Die Augitdurch- 
schnitte sind durch Schalenstructur ausgezeichnet. Dieser Basalt ist reich an Apatit, 
er enthält auch Titaneisen. 

Von Salzsäure und Natronlauge werden gegen 54°), des frischen Steines 
zersetzt und aufgelöst; gegen 469%, bleiben im Rückstande. Fast sämmtliche im 
Steine enthaltenen Alkalien (Kali und Natron) werden von dieser Säure ausgezogen. 
Olivin, das einzige, an Maenesiasilikaten reiche Mineral, welches sich durch leichte 
Zersetzbhrkeit auszeichnet, und der sehr natronreiche Nephelin unterliegen am 
schnellsten der Zersetzung. Unter a folgt die chemische Analyse des frischen und 
unter b die des verwitterten Gesteines. 


In 100 Gewichtstheilen der wasserhaltigen und wasserfreien Substanz waren 
enthalten : 


Wasserhaltig asserfrei 

d b a b 
РОНА: 260. nore па c Lesser ve MO ET o dois ae ШИШ) 
Fhsphorstire. 4s turgun 109p, UE ott, oops ios forge зае 
BENE CSDL uy TER INGE К De sho ous e UE T V v e PM 
INDIES VEU u зм TS T TIBUS MM quem 1:8] 
ANE cu MEL MN В ME V. S M 
mon Locos re ore s reg M олоо mo ORBE. ee „дш ET 


Wenn man die frische und. verwitterte wasserfreie Substanz dieses Dasaltes 
mit einander vergleicht, so findet man im Verwitterungsprodukt wieder weit we- 
niger Kalk, Natron, Magnesia als im Steine, dagegen nimmt das Kali zu, welches 
im Zersetzungsprodukt relativ auf das doppelte steigt. Der feldspathartige Be- 
standtheil verwandelt sich langsam in Kaolin, wenn die Basaltmasse in Wacke 
übergeht. Sie enthült dann Kórnchen von Augit und Magneteisen. Das Zersetzungs- 
produkt ist ein eisenschüssiger, thonreicher, dem Pflanzenwachsthum sehr zusagender 
Boden, der durch die Frühjahrswüsser abgeschwemmt, auf den ebeneren, den Berg 
umschliessenden Plünerkalkplateaus abgelagert wird. 

Wie die folgende Interprütation der chemischen Analyse zeigt, würde der 
untersuchte Basalt etwa aus 1:69, Apatit, 0:83*/, Titaneisen, 9%, Magneteisen, 
199% Nephelin, 18:83*/, Augit, 8:359, Olivin, 12%, Anorthit und 29°/, Feldspath 
bestehen. 


61 


Zusammensetz ung des Radobylbasaltes. 
Sauerstoffinengen für einzelne chemische Bestandtheile und ihre Vertheilung nach 
einzelnen Mineralien. 


Bestandtheile LE Apatit надев! Magnetit | Olivin | Anorthit | Nophelin | Augit |Neldspath 
Kieselsäure . . .|8818 — | — | — |1716[2°750/4:352| — 1.229] e 
UNO us RBB | = rm 9:046 3:219| — [0001| S 
Kisenoxyd SSR EBEON e [occ PERO p em ZE gl a E 
Eisenoxydul з, 11.1021 —0:120,0:609 058 1 1 — | —||8# 
EE E 00740970 = — | — 10004, ee а 
Mamesia .. . . .||:308, — | — | — |1808) — | — (ы [88 
Manganoxydul . . |0040) — | — | — |0040) — | — | — | — о" 
tee Zut, ү Ова: а йош ра 
К а ПОО н р е 10900 be be 
Phosphorsüure . . 03840364 — | — | — | | | — | — |@ 
Dünshure Soa 1001010] — 104119 emt. E wien AE ie mm з <= иа 
Kieselsüuró . . . ml — | — | — | — | — | — 414/6498 

| Thonerde .. . . |8389] — | — | — | — | — | — |1100 2282] 5 
Bisenoxydul . . . 10062, — | — | — | — d.c ber ds 0:062 | = 
EP oro ag e [omo Г а p ox Dez Шы: РКЫ Я 
Magnesia . . . . 13109 — | — | — | — | — | — |0921/2188 = 
| Natron N 01908 — | — |= | | —|-—1-.|0198],3 
eh `, ОЮ Te rent 10018 


Procentische Berechnung der mineralischen Bestandtheile des löslichen und 


| Ku des unlöslichen Antheiles. 
= 

Bestandtheile | Quantum | Apatit  Titaneisen | Magnetit | Olivin | Anorthit | Nephelin | Ju F'eldspath | Numma 
M | 

Kieselsäure SEMEN 1984 — JL ver: а | DES 570 8-16 — | 2:20 
Ше 72 . 1180 0-9 .— — | 499 olo 
Шеш BIR — | — | 618 9 | — ж шү 
Eisenoxydu] . . .| 493| — | 051 274 168 — | — | — | = 

Br uc. $89 094.— | — | — | Bé — ^ 17 
Magnesia Bësch | 921. — ai TK 
Mangenoxydul . .| 018 = | — | — 1018| о Ta 

EUR ЫШ ИА E 8$9 — |— Lien Te 809 к= 

ү we... aa ale р | — 
Dinge НЫЧЫ: PBa oso a шы ж Кон 
namo о (89 10:89010 pa м ео 
Kisselskure . . .|1994| — | — | на m 1111211 
"honerde iE | O сз к E WE EE — | 286 477 
Kisenoxydul b ‚| А | ln | =| lie DR 

RE | QUI e mec жю тато | отот 6:41| 3.201345°58 

agnesia dea ME а ан иш тн, баа 9:99) 5:49 

ES Gu, 9 б a a ку 
| Кан Mag ы МИ a ы оз аан о 

Summa . . | 99:44. 1:60, 0'83) 8:901 $8:35/11:99] 19:88| 18:83 29:04 


Analysen des Ovein- und Homolkabasaltes 


Ko Anruhend folgen die chemischen 
D Borec, 


ü 


Chemische Zusammensetzung des ,,Ovéínbasaltes* hei Borec und des Basaltes 
von der „Homolka“ hei Wchinitz (Lobositz). 


Die Menge der in Salzsäure lóslichen Bestandtheile war folgende: 
Ovéfn Homolka 
GlItliverlust--—-. verre recen bero -805 
Noten E E V te eT, v9 29 
епоху V IERI IONS ES A v CS 
ДОО cuo compie eie ons PCM be ma у... DER 
КЕШ nii оО eet el actes Ту, BN ЮКИ а 0001 
МЕ @П@. Ж RAE e DE OD EE, 
RED | (deo V. 0108 ep AN 
aere e ue een Ou Ct a M orga. 
PROSHOM . ido EE AU LS 
КАШ ШШШ Iu eu t nrc ODD M CODO; 
Summe der löslichen Bestandtheile . 62:19. . . . . 56:80 
ПЛА ШӨТ, Rücksiend ..4 9. . 0.1.9814 лао 49:20 
100,88 100`00 


Die in Salzsäure unlöslichen Rückstände waren nach einer Analyse von 
Fr. Koufimsky folgendermassen zusammengesetzt: 
Ovéfn Homolka 
E LES Jo ех 
Ира oor Ee 
IBI ne (uk р LS Булл M тШ 
ТОҢ ИД E зул len ERC DS 
ОШ a En АЛ ee MM се ООО 
E UN CV КАНЫН ури а ac e do ые уш» aps: 
| ЛӨӨ е, со ADS 
Dumme (OS NUCASUADUOS (055 2 Ben ek e ;45'20 


d Heute ul ee MM Уу 


Kieselsáure ч... { 


Nachdem die chemische Zusammensetzung der beiden untersuchten Basalt- 
proben nur unbedeutend abweicht, so beweist dies, dass die Basaltart der beiden 
Berge die gleiche ist. Diese Basalte sind nicht reich an Kali und Phosphorsäure- 
Während es gelingt, aus den beiden Basalten durch lange Digestion mit Salzsäure 
sämmtliche Alkalien und alles Eisen auszuziehen, vermag man aus den Phonolithen 
durch dieselbe Säure an Kali und Natron bedeutend weniger zu extrahiren. De! 
augitreiche Zersetzungsrückstand wechselt zwischen 38 bis 43°/,. 


Die Interprütation der chemischen Analyse des Ovčínbasaltes ergibt folgende 
wahrscheinliche mineralogisehe Zusammensetzung der untersuchten Gesteine. 


69 
Sauerstoffmengen für einzelne Bestandtheile und ihre Vertheilung nach einzelnen 
Mineralien. 
Bestandtheilo pe Apatit | Leucit Ж Biotit | Olivin | Augit "oye 
5. | | | 
Kieselsäure . . .123470 — | 2312 3202| 2150 3106| 11:000 +1:100 
Thonerde . . . | 6:063 = 0:866 2:398| 1'650) — 1149 — 
| Bend: a... | | — | — | lu DEIER 
Eisenoxydul . . aaen — Een — — | 0382 2475 weg 
Eee 0008 «| es р zen | 80890 
Magnesia . | 8924 — — -— 1100, 2:824 — e 
Мабод. лучу 441099 — | 0145.0804. — | — Lies | -— 
E EEA I, RTR a ie 
Phosphorsiure . . | 0144 о — | — | - | - | - | — 
que Procentische Berechnung der mineralischen Bestandtheile. 
T | ~ E 
E Bestandtheile Bor Apatit | Leucit | 08" | piotit | Olivin | Augit | Rest 
Kieselsäure i d 440] — 434 | 600 | 516 | 582 |2063 rt 2:06 
Thonerde . . . | 1301| — | 186| 514] 904| — [2401 | — 
Eisenoxyd . . . | 881 — орт Ое neg A 
Eisenoxydul . . .| 19:41) — — | — exco pec ped oe 
BH куу. |108 vasl — | — | — | — [1082] — 
eai, роба c — ато о 
Bun. X 1. 0 868. 2 ове | gaa | — 4 ama 
jq OE NN 1. 085 1 ee 
Phosphorsäure . .. 0:35, 0235 — uu p gis m: er MTM 
dieser. a ent emm Ka | em m 43 Su 
Summa. . | 100838) o58 | T61 |1426 |11:45 |1415 45:67 | 496 
з | 
асыш der Analysen der frischen Daun Ma der їп ешеш 
len Stadium der Verwitterung befindlichen Zersetzungsprodukte a) des 
vn und b) des Homolka. 


64 


In Procenten 


der wasserhaltigen Substanz, 


— 


| і коды | Fri sch ` Vervittert | | Frisch | Verwittert 
| | a a | b b 2 
| 

Glühverlust «|: 168 14:89 3:05 13:86 
Kohlensaure Kalk . . — 3:24 — 1:02 
Kieselsäurs, . у, vq 44:01 39:68 46:85 38:25 
Eisenoxyd und Thonerde 29:28 | 2670 25°80 39:41 
Kalk «tst 10:85 5:28 21410 6:25 

| Magnesia | aa 798 | 885 | 614 
Natron 9:68 0:61 2:98 1:19 
deg 0:85 0:73 077 0'85 
Phosphorsäure 0'26 0'23 0'18 0:15 

| | 

In Procenten der wasserfreien Substanz. 

| тав? ГЕЦ [ | Frisch | Verwittert | Frisch | Verwittert | 

| aa | d | b Б 

| 

| Kohlensaure Kalk | | — 3:803 | — 2:928 
Kieselsäure ў | 44:748 | 46:583 | 48'323 | 43:404 
Eisenoxyd und Thonerde , | 29:720 | 81:845 | 26:005 | 87:624 
Kalk ‚| 11032 | 6139 | 11-501 | 7:955 
Magnesia н | 9:974. 9:309 8:619 7.127 
Natron | 3741 0'716 9:078 |. 188 
Kali 0:864 | -0'857 | 0'794 | 0'986 
Phosphorsäure 0:264 | 0270 | 0185 | 0174 

| 


Aus dem Vergleich der vorliegenden Analysen folgt, dass bei diesen Ba- 
salten nur der Kalk und das Natron einer starken, die Magnesia und die Kiesel- 
säure einer schwachen Auslaugung unterliegen. Kali ünd Phosphorsüure von der 
thonig werdenden Masse absorbirt, bleiben dem Zersetzungsprodukt erhalten. Mi- 
neralogisch betrachtet ist der Basaltboden ein Aggregat von basaltischem Staub; 
Grus, von verwitterten thonigen Theilchen mit unzersetzten basaltischen Brocken, 
durch den zühen thonigen Kitt zur compaeten Masseverbunden. An steilen Berg“ 
gehängen besteht er nur aus losen Blöcken und Geschieben zwischen denen modrig® 
Dasalterde eingebettet liegt, die das Emporschiessen von einer üppigen Wald- 


65 


Vegetation gestattet. Nur der abgeschwemmte, am Fusse der Basaltberge lagernde 
Sehr bindige, thon- und eisenreiche Boden bildet den bauwürdigen, fruchtbaren 
Ackerboden. Im feuchten Zustande ist derselbe klebrig, trocknet aber zu einer, 
fast steinharten schwer, bearbeitbaren Masse aus. Aus der Hauptgruppe von Ba- 
salten, denen der feldspathige Bestandtheil gänzlich abgeht und dessen Stelle ein 
Glasmagma einnimmt, wurde weiter ein Basalt, die verwitterte Oberfläche desselben 
und die zu Erde zerfallene Basaltmasse chemisch untersucht. 

Nördlich von der Zuckerfabrik Ohluméan erhebt sich ein isolirter Basalt-- 
hügel, der eine herrliche Aussicht auf das Mittelgebirge bietet. Mantelförmig ist 
er von seinen Verwitterungsprodukten umgeben, welche tief herab die Oberfläche 
der auf Pläner ruhenden Acker bedecken und denselben ein an Phosphorsäure 
reiches Bodenmaterial zuführen. 

Der krystallinisch dichte Basalt dieses Hügels gehört zu den Magmaba- 
Salten und besteht wesentlich aus Augit, Magnetit und Glasmagma. Das Letztere 
Ist ein Gemenge von vorherrschendem Nephelin mit mehr oder weniger Anorthit 
und jemehr dasselbe vorwaltet, umsomehr nimmt die Menge der Alkalien in den 

asalten zu, wie deren Zersetzbarkeit durch Salzsäure, wobei sich die Kieselerde 
flockig ausscheidet. Die Bestandtheile dieses Basaltes sind zu einem gleichartigen 
ichten Gemenge von kleineren und grösseren Augitkrystallen, Magnetit und spar- 
Samen Olivinkörnern vereinigt und in einem graulichen, an Mikrolithen reichen 

agma eingebettet. Apatitnadeln sind mehrfach vorhanden, daher rührt der Phos- 
Phorsäuregehalt dieses Gesteines. Die Augitkrystalle schliessen zahlreiche Augit- 
ikrolithen und Magnetitkörnchen ein, die sparsamen Olivindurchschnitte sind in 
eme gelbgrüne Serpentinsubstanz umgewandelt. Das Basaltpulver braust mit Säuren 
behandelt, sehr schwach auf. Um nicht nur den Gehalt dieses Gesteines an ver- 
schiedenen Pflanzennährstoffen und ihre Menge, sondern auch das Verhalten desselben 
Während des Verwitterungsprocesses kennen zu lernen, wurden verschiedene Gesteins- 
Proben, sowie die sorgfältig abgelöste oberste verwitterte Rinde des Gesteines und 
endlich der aus dem verwitterten Basalt sich bildende Thonboden einer eingehend 
Chemisch-mikroskopischen Untersuchung unterworfen mit folgenden Resultaten : *) 


1. Der Basaltstein. 

2. Die Verwitterungsrinde desselben. 

3. Der Basaltthon. 
Die chemische Untersuchung des Basaltes und seiner Verwitterungsprodukte 
lehrt, dass zunächst durch die oxydirende Wirkung der atmosphärischen Luft das 
“isenoxydul in Eisenoxydhydrat umgewandelt und Kieselsäure ausgeschieden wird. 
telativ nimmt die Kieselsäure zu, der Wassergehalt wird um so bedeutender, je 
Weiter die Verwitterung des Gesteines fortschreitet, unter Bildung von wasserhäl- 
tigen Thonerdesilikaten. Die Kohlensäure zersetzt zunächst die Kalksilikate, dann 
die Eisenoxydulsilikate. Die ockergelbe Verwitterungsrinde deutet auf eine Oxy- 
ation des Eisenoxyduls und Zersetzung dieses Silikates. Besonders interessant ist 
die Zunahme der Kohlensäure in der Rinde, die daher auch mit Säure übergossen, 
mächtig aufbraust und ihre bedeutende Abnahme wieder in der Erde, wo in Folge 
MeL iei. 

*) Pag. 60, 


© 


ii 
fi 
| 

| 
ү} 
d 
| 
Y" 
3 


66 


der Veränderung des Aggregatszustandes des verwitterten Basaltes ein Auslaugen 
des kohlensauren Kalkes durch Regenwasser erfolgte. 

Eine sehr geringe Verminderung erlitt der Magnesiagehalt des Gesteines. 
Dagegen wird aus dem Basalthon das Natron stark ausgewaschen, während das 
Kali zunimmt, weil das letztere Alkali von dem sich bildenden Thon mächtig zu- 
rückgehalten wird. Auch die Phosphorsüure erscheint im Boden gegenüber dem 
Steine etwas vermehrt. 

Der untersuchte Basalt gehört zu den an Natron und an alkalischen Erden 
reichen Basalten, ist dagegen nicht reich an Kali. Während es Leueit und Feld- 
spathbasalte gibt, welche 2, 3 bis 4°% Kali enthalten, enthält dieser Basalt kaum 
ein Proc. Kali. Auch an Phosphorsäure ist er nicht besonders reich. Er enthält 
1/,%/,, dieser kostbaren Säure während bei einigen anderen Basalten der Phosphor- 
säuregehalt bis auf 29/, steigt. 


Analyse des Magmabasaltes von Chlumek bei Pschan. 


Wasserhaltig Wasserfrei 
Bestandtheile gu: 
Stein | Rinde | Erde | Stein | Rinde | Erde 


WARST. ra e See EE 110500119280 


PHOSpHOLSauto. eu wa , | 0499 | 0471 | 0:481 | 0:515 | 0536 | 0:594 
Schwetelsäute sec nun .| 0'003 | Spur | Spur | 0:003, Spur | Spur 
Silieiumsäure . . . . 2 . . . . 41:840 39:699 39:169 43:383 44:357 48:525 
Kohlensäure . . . . . . . . .| 0880| 2:674 | 0:607 | 0012 | 2-988 | 0'753 
Aluminiumoxyd . . . . . . « . 11509 16:937 [16:576 18:156 (18:924 20'536 
Eisenxyd . ..... «1271015054 14:217 13:241 [16:821 11618 
ООС А LB ARM uie — |3846| — — 

faldumotrt ves sr s ЧОО VOLU, ТВОТО 8000 5:845 
Magnesiumoxyd 5$. 2 . | 8:631, 38:196 | 2:025 | 3764| 3:578 8:624 
Natriumoxyd . ..... , .] 8,449 | 2:508 | 1'085 | 3.577 | 2:802 | 1:983 
ЖАШИК: beu! xiv scio | 0:821 | 0:828 | 0:940 | 0'850 | 0:926 | 1:165 


Summa. . . 99:831 |99'886 |99:948 99'818 |99:886 [99:938 


In Salzsäure waren löslich: | 


Basen: абы e cR A ed 89-279 27:557 42:951 (30360 130"790 [53:210 
Nöten... on. ОО Ө O090 | D'580 0901. 08 


АЦ E P OI RM | 0308 0:317 | 0:317 | 0:320 | 0:855 | 0:398 
| 


| 

Als Compostmaterial verdient dieser Basalt Beachtung. 

Das Phonolithgestein vom Kahlenberge bei Boretsch zeigt in Dünnschliffen 
farblose Leistchen als vorwaltenden Bestandtheil Neben diesem tritt der Nosean 
in grauen, trüben, meist aufgelösten Durchschnitten in den Vordergrund, Augit 
(Amphibol) Magnetit ist minder zahlreich vorhanden. Die weiter unten folgende 
Interprütation der chemischen Analyse zeigt, dass der untersuchte Phonolith nicht 


mehr ganz frisch war, da ein grösserer Rest von Kieselsäure und Thonerde ZU 
vertheilen bleibt, der offenbar seinen Alkaliengehalt theilweise bereits verloren 


67 


hat, Hiernach besteht der untersuchte Phonolith wahrscheinlich aus 14°), Nosean 
und Nephelin, aus 14", Augit, 45°/, Sanidin, O'79?/, Magnetit, 0:3*/, Apatit und 
16% kiasalsaunen Thonerde. Der Phonolith und das Verwitterungsprodukt desselben 
waren wie folgt zusammengesetzt. Der in Salzsäure lösliche und unlösliche Antheil 
ist weiter unten mitgetheilt und interprätirt. Die Gesammtanalyse des Zersetzungs- 
Produktes in einem gewissen Stadium der Verwitterung, auf wasserfreie Substanz 
umgerechnet, ergab folgende Werthe. Der Glühverlust des verwitterten Antheils 
etrug 5:859/. der des frischen Steines 3°9%,. 


Stein Zersetzungsprodukt 
Kieselsäure . . . . 5021. Süd ard er GO 
Thonerde . . . 240210717 MNA UC E 


АЕО = u» м. Ор, О QUUD 
TRI Sy (Ui OE DATE DISC vL уз HRS 


del M АТАА Men ИОД. 
MARU ERIA e е COO BU ИИ 080) 
NEE EE N RE CUZ 
ICA Ae E men wi КОБО 
Elte Drer AD TE ROTE 

99:96 99:05 


Der in Salzsäure lösliche Antheil des Gesteins betrug 39:69/,, der unlös- 
liche 60- 490. Während es gelingt aus vielen Basalten durch hinreichend lange 
Digestion des feinst zerriebenen Materials mit Salzsäure sämmtliche Alkalien aus- 
Zuziehen, vermag man aus dem Phonolith durch dieselbe Säure erst den zehnten 
Theil des Kalis und die Hälfte des gesammten Natrons zu extrahiren. Im Zer- 
Setzungsprodukt hüuft.sich die Kieselsäure an. Am stärksten wird das Natron fort- 
Seführt. Der Sanidin widersteht der Zersetzung unter allen Gemengtheilen am 
hartnückigsten. Der Phonolith widersteht dor Verwitterung länger als der Basalt 
und gibt nur eine schwache Bodendecke. Zwar finden sich Stellen, wo er sich vóllig 
zersetzt und in einen weissen Thon umgewandelt hat, aber in der Regel ist der 
Clingsteinboden ein rohes silikatreiches Getrümmer, Че Кез in einen sehr wenig 
fruchtbaren Boden übergeht. 


Sauerstoffmengen für einzelne Bestandtheile und ihre Vertheilung nach einzelnen 


Mineralien. 
ы 

^s geló i | g délen | | 
ЖЕНЕН : aa рү GE e уп Des ungelösten An ; | 
ы Nauerstolll рөн. | Augil | Magnetit | Apatit | Rest | uersu Ju | Nanidin | est | 
Kieselsäure . . . . .| 9365| 3026| 0:802] — | — | 553719950 | 1685 [15:951 | 2'314 | 
hunerde . ....|4804| 2019| — — — | 2785| 4375| — | 9:987| 0'388 | 
Fisenoxyd CUR ea s ende — — |/0150| — — — im ne wd e 
Eisenoxydul . . . . .| 0442] — | 0242 10050 — — | 0'802 | 0802| — TM 
p . .10110| — |0110] — — — E — — — | 

Kalk 2.2.2.2... 0477| goen) 0858| — | оова] — | 0831| 0881] — | — 
Magnesia . . .. Wood) — |0094| — al — || 0:052| 0:052] — — | 
а a | 0:093| 0:093] — Å = —- | 0746 ОВ 
КЕШ "eru ] OT | iu SN a ED Re EE sesch 

Phosphorsäure . £L OST: o ee Ge EE — | SC с zt 6 

| I 


Bib 


| 
d 
H 
| 
| 


68 


Procentische Berechnung der mineralischen Bestandtheile. 


Bestandtheile Substanz, ws Angit | Magnetit | Apatit | Rost (ap Angit | Sanidin | Rest 
Kieselsáure . . . 117-560 5:674 1:504) — | — |10-38237-108/3-160/29-009 4:339 
Thonerde . . . . |10309 4:383) — | — | — |5'976|9:388) — [8:556 0:882 
а e M К А е mc А р E 
Eisenoxydul . . . | 1:989] — ,1:089/00225 — | — ||8:6098:609 — | — 
Manganoxydul ‚|0489 — 10'489. — —- |! - | — | —- —|— 
Kalkar в 1:659 0:245 1:227! — (0187, — |2:890,2:890| — | — 
Magnesia. . . . . 0'060) — ‚0060 eI c 01300480 — | — 
Bel, е os A VER oL ee ъд 4887| — |4387 — 
Natron . . . . . 129212921. — | — | — | — |2687] — |2681 — 
Phosphorsäure . .|0 148] — Se re IB ll | жо = 
Glührerlust ... .]9:0000 — | — iesen Leen | — Fl. | = 

Summa. . . 39:577 et 4369| 0725 0:330 16-358, 60-149 9789| 45-189 5171 


Der Grund der geringen Fruchtbarkeit des Phonolithbodens liegt theils in 
seiner chemischen theils in seiner physikalischen Beschaffenheit. Die in kalter 10% 
Salzsäure löslichen Pflanzennährstoffmengen sind bei vielen Klingsteinböden be- 
sonders in Bezug auf Kalk, Schwefelsäure, Magnesia und Phosphorsäure nicht be- 
deutend, die durch Verwitterung in jedem Naturboden sich anhäufenden Quantitäten 
von physikalisch leicht gebundenen Nährsalzen ott geringfügig. Dazu kommt der 
Umstand, dass die durchschnittliche Mächtigkeit des Klingteinsbodens unbedeutend, 
gediegener Felsgrund stets nur mit einer schwachen Rasennarbe besetzt ist, weil 
er dem Eindringen der Wurzeln einen grösseren Widerstand entgegensetzt als an- 
dere Gesteine, namentlich der Basalt, welcher je nach seiner wechselnden minera- 
logischen Zusammensetzung zwar verschieden schnell verwittert, der aber den Me- 
teorwüssern bei seiner Neigung zur Zerklüftung, und bei seiner meist porósen 
Beschaffenheit ein viel tieferes Eindringen gestattet. 

Unter dem Einfluss der Athmosphärilien büsst der Basalt seine beträcht“ 
liche Festigkeit, die ihn zu einem verbreiteten Schottermateriale gemacht hat, 
bald ein und unterliegt häufig einer ungemein schnellen Zerstörung und Unwandlung: 
Die lebhaften Klagen der Strasseneinräumer auf halbwegs stärker befahrenen, mit 
Basaltschotter beworfenen Strassen, die ansehnlichen Kothhügel, die jahraus, jahrein 
von denselben gewonnen und als Compostmaterial verwendet werden, zeigen, das 
der festeste Basalt nicht allein durch mechanische Kräfte, sondern auch unter Mit- 
hilfe der meteorischen kohlensáurehaltigen Wässer und der Oxydation einer schnel- 
leren Zersetzung unterliegt, als man früher geglaubt hat. Die Karbonisirung schreiteb 
rasch von der Oberfläche nach der Tiefe zu. 

Auf den Bergen ist wieder die Neigung des Basaltes zur Absonderung: 
Spaltung, Zerklüftung die Ursache, dass die Meteorwüsser leicht eindringen, dort 
ihr auflósendes Spiel treiben, zwischen Schutt und Gerölle die Ansiedelung 
einer reichen Flora begünstigen und ihr stets neues pflanzennährendes Materia 
zuführen. Nach dem chemischen Bestande muss ja der Basalt einen ergiebige? 


69 


Ackerboden liefern, doch wird bei ihm stets physikalisch noch weiter zu unter- 
scheiden sein, zwischen dem ursprünglicheu Verwitternngsboden mit ebenfalls 
Seichter Bodendecke und den lacunaren Mischbildungen, die oft grundverschieden 
vom Basaltboden sind. 

Erst in der Ebene finden sich mächtige Absätze des Basaltbodens, der 
das fruchtbarste Erdreich liefert. Leider sind diese Ablagerungen von geringer 
Ausdehnung. Wie keine zweite Gebirgsart zeigt der Basalt eine überaus mannig- 
faltige und üppige Flora, und sagt auch allen Laubhölzern besonders zu, weil er 
auch in physikalischer Hinsicht in Folge seiner leichten Erwärmungs- und Feuchte- 
erhaltenden Fähigkeit zu den begünstigtesten Bodenarten zählt. 

Chemische Zusammensetzung des Wostrybasaltes bei Milleschau. 


In Procenten der wasserfreien Substanz: 


EE el Ө A EN er a N a ds vds 
AMn nres do eyes ent HD DR NR АЛОЕ EN . 18:41 
Bieenospd ibo E ai uiae И rv eben DU 
Tüsenoky tul iu: e Inu дйн ДА rei 
КАШ О КИИ werner A SMS TER UIT «1992 
Magnes i audi оча аа mcos ni tu E DN 
Kaline Se des nnda sits gol E нол ШАШ 
Чайын де кн D in vt ha lage ad a EK Sn RIA 3:57 
Phosphorsute ias 3184. peut einge ОДО 


Summa о 99:90 
Der Wassergehalt der frischen Substanz betrug 3°53%,. 
Nach der Vertheilung der Sauerstoffquantitäten der chemischen Verbindungen 
an die einzelnen Mineralien besteht der untersuchte Basalt wahrscheinlich aus 10%, 
Magnetit, 9%, Nephelin, 13°, Andesit, 12*6*/, Leucit, 8448%, Augit, 17%, Olivin und 
113%, Apatit 39, Rest. 
Anruhend folgt die procentische Berechnung der mineralischen Bestandtheile. 


Sauerstoffmengen für einzelne chemischen Bestandtheile und ihre Vertheilung 
nach einzelnen Mineralien. 


Bestandtheile rg prod "i Andesit| Leucit| Augit | Olivin | Apatit | Rest 
ыы 

Kieselsüure . 94:494| — | 2085 4:387 | $:840| 8728| 3837| — |1641 
Ühonerde . .| 6249| — | 1524| 1:518. 1440| 1772| — — — 
Eisenoxyd ‚|| 2061, 2067 | — — "m us Y m TE 
Eisenoxydul . | 1264| 0:687 — | — | — oee 0061| — | — 
Leet ОО ux — /0170| — |247|) — |0192| — 
hei | | ee — | — 
КА os Ll 029400 am a | 
Natron , . .| 0921| — | 0511| 0170| 0240| — = = — 
Phosphorsäure 0259| — ше ur — — — |0259) — 


70 


Procentische Berechnung der mineralischen Bestandtheile. 


Bestandtheile | Sub- |Magne- | Nephe-| | дері Leueit | Augit | Olivin | Apatit | Rest 


stanz tit lin 
Kieselsäure . | 4580| — 381) 813! 7201687) 7820| — 808 
Thonerde . . | 18:41, — 327 825| 98:00 8:80, — — 


Eisenoxyyd .| 689| 6:89| — — — — 
2:32) 0'28 


Eisenoxydul.| 5:69! 3:09| — — — — 
Как... ОО И — — 0:59) — 865| — 067 | — 
Magnesia . . | 1282, — — 09:201 — 9:10 944| — SC 
Kali sel 14| — — == г4 | — —- — — 
Natron . . .| 857. — 1:908| 066| 093| — — — — 
Phosphorsäure, 0:46, — "л — — — — 046| — 


Summa. . 


: | 99'96 “че e 12°83 ыры d 16:99 ii3| 309 


Das Vorwiegen von Feldspath, Nephelin oder Leucit hat auf die Zusammen- 
setzung des Basaltes, seinen Kaligehalt und die Fähigkeit rascherer Zersetzung 
den grössten Einfluss. Die Kalimengen der böhmischen Basalte wechseln nach den 
sehr schätzbaren Mittheilungen Bořický’s zwischen Spuren bis zu 2*79/,, während 
die Phosphorsäure von unbedeutenden Quantitäten bis zu 2°/, ansteigt, fast immer 
jedoch in für die Landwirthschaft bedeutungsvollen Mengen auftritt. Bei den Phono- 
lithen steigt mit dem Vorwalten des Nephelin, Leueit und Nosean ebenfalls der Alkali- 
gehalt und der in Säuren zersetzbare Antheil, somit auch die Zersetzbarkeit des 
Klingsteins unter dem Einfluss der Athmosphärilien und der sich ansiedelnden Pflanzen- 
decke, doch ist für den Fruchtbarkeitsgrad des sich bildenden Naturbodens der 
physikalische Zustand des zerfallenden Gesteines und die Art der Stoffbindung im 
Boden von besonderem Einfluss. — Ausserdem entscheidet die mehr oder weniger 
geneigte Unterlage des Bodens über seine Fruchtbarkeit, denn nur der feinerdereiche 
3asaltboden frommt dem Landwirth ; dieser lagert aber in den Gesenken und Thal- 
gründen am Fusse der Bosaltberge, während die schroffen Abhänge häufig gan 
kahl oder nur mit einer bescheidenen Waldvegetation bedeckt sind. 


EE SE EE See 


| 
| 
| 
| 


11 


Böhmische Kreideformation. 


Ein grosser Theil Bóhmens wird von mineralischen Gebilden bedeckt, 
Welche unter dem Namen der Kreideformation bekannt sind und unter der mitwir- 
kenden Thätigkeit mikroskopischer Seethiere gebildet, in kalkig sandigen und kalkig 
thonigen chemischen Verbindungen auftreten. 

: Wie wichtig das Studium der Ablagerungen dieser Formation ist, ergibt 
Sich schon aus der einen Thatsache, dass sie in Böhmen allein einen Flächeninhalt 
von 288 Quadratmeilen umfasst. 

Unter dem Lokalnamen Plüner (opuka) breitet sich dieses Gestein im Nord- 
Westen bei Kaaden und Libowitz beginnend, bis gegen Blansko in Mähren aus 
und steigt südlich bis zu den Hohenzügen von Neustraschitz, Prag und Kuttenberg 
an. Es bildet die Grundlage eines vorzüglichen Ackerbodeus und eines intensiven 
Ackerbaues und nimmt daher unsere ungetheilte Aufmerksamkeit in Anspruch. 

Die fürstlich Schwarzenberg’schen Güter Postelberg, Neuschloss, Zittolieb, 
Tauzetín, Wrschowitz und selbst Lobositz liegen im Plünergebiet und partizipiren 
an sümmtlichen acht Schichtenstufen dieses mächtigen Meeressedimentes, welche 
der geschätzte Geolog Krejčí mit Lokalnamen bezeichnet hat. 

Am südlichen Fusse des Lobosch, auf den Kottomiefer Anhóhen, oberhalb 
der Dorfes Welhotta und auf dem rechten Elbeufer bei Gross-Cernosek tritt der 
Plänersandstein in Wechsellagerung mit gelbem Kalkmergel auf und wird in der 
Richtung gegen Kamaik ganz vom Plünerkalk bedeckt. Auf der Dobrai und gegen 
Kottomier verliert dieser Plüner den kohlensauren Kalk gänzlich und geht in ein 
festes Thonsilikat über. 

Mehrere Kalksteine aus diesen Kreideschichten so wie ihre Verwitterungs- 
Produkte wurden chemisch untersucht und zwar Steine und Erden jener Kalk- 
Schichten, die beim Steinbruche ober Welhotta beginnen und westlich am Fusse 
des Lobosch sich hinziehend, die Böden der herrschaftlichen Weingärten bilden 
und den Weissenberger Schichten angehören, dann Gesteinsproben aus dem Stein- 
bruch von Lissa bei Gross-Cernosek und vom Berge „Weisse Leite“ zwischen 
Kamaik und dem Berge „Radobyl“ den „Teplitzer Schichten“ verwandt. 

Im landwirthschaftlichen Interesse lag es, die in jenen Fluren besonders 
verbreiteten Gesteinschichten in ihrer ursprünglichen Beschaffenheit und in ihren 
Wichtigeren Verwitterungsstufen, so wie die aus den letzteren unmittelbar hervor- 
gehenden Bodenarten einer genauen chemischen Analyse zu unterwerfen. 

Wie schwierig es aber ist, entsprechende Gesteins- und Erdproben aus- 
zuheben, und in dieser Hinsicht den Ansprüchen des Chemikers zu genügen, kann 
nur derjenige ermessen, welcher sich selbst mit derartigen Arbeiten befasst hat. 
Auch konnten die chemischen Untersuchungen nur auf charakteristische Gesteins- 
und Bodentypen ausgedehnt werden, weil bei der Durcheinanderlagerung so vieler 


72 


Schichten und dem Vorkommen mehrerer Varietäten einer und derselben Schichte, 
dann bei dem Umstande, als scharfe Abgrenzungen nicht bestehen, und häufig 
das eine Gestein in das andere übergeht, sich die Zahl der zu untersuchenden Ge- 
steine so angehäuft hätte, dass ihre analytische Untersuchung in der vorbezeichneten 
Weise undurchführbar geworden wäre. 

Berechnet man Stein und Erde jeder Bodenprobe auf 100 Gewichtstheile 
wasserfreier Substanz nach Abzug der Karbonate, so gelangt man rücksichtlich des 
Verhaltens der angeführten Gesteine während ihres Zerfalles zu Ackererde, zu 
folgenden bemerkenswerthen Resultaten: 

Durch Verwitterung erhöhen sich die Glühverluste, d. i. es bilden sich 
wasserreichere Doppelsilikate und nimmt in der Regel der kohlensaure Kalk ab, 
nicht aber die Silikate des Kalkes und der Magnesia, deren Menge relativ zunimmt. 
Dagegen unterliegt wieder das Natron einer starken Auslaugung, so dass die Steine 
an diesem Alkali stets reicher sind als die aus ihnen hervorgehenden Erden, 
während das austretende Kali von der immer thoniger werdenden Erde wieder ab- 
sorbirt und zurückgehalten wird, so dass der Kaligehalt in der Erde gegenüber 
dem Steine zu, statt abnimmt. Die Natur hat aber auch für Mittel gesorgt, dem 
Verlust an Phosphorsäre zu begegnen, indem der in den Gesteinen enthaltene, im 
Regenwasser lösliche phosphorsaure Kalk in den Verwitterungsprodukten, wie in 
der zuletzt zurückbleibenden Ackererde absorbirt, unter Bildung von Eisen- und 
Thonerdephosphaten in schwerer lösliche Verbindungsformen überführt und zurück- 
gehalten wird, und so für die Existenzbedingungen kommender Geschlechter gesorgt, 
indem sie den Trümmern der Gesteine die merkwürdige Fähigkeit verlieh, die 
kostbarsten Pflanzennährstoffe an sich zu reissen, denn an der Erdoberfläche sollte 
sich im Lichte der Sonne das Leben entfalten und in zunehmender Fülle fort- 
bestehen. 


Chemische Zusammensetzung von Gesteinen der böhmischen Kreideformation und 
ihrer Verwitterungsprodukte. 


Ge ы m _ Bezeichnung CU Wd ЛУ Te plitzer Schich Ten" bi 
Ы Ort der Probenahme Lissa bot Огонь Сватове | „Уот merke: Weine Tele 
_  Untersuchungsobjekt ee UR А7 Msi dee 
Glulverluste Л vou UN | 3754 5:290 | 3:053 8:987 
In 100 Gewtheilen des wasserfreien Steines und Feinbodens. 
Kohlensaurer Kalk . . |: 18:982 9:120 | 49560 29:345 
Phosphorsáure . NOM EET UIT 0:166 0:059 0'158 
Kiegelelure u... бек Vu 14:519 18:535 41'702 58:834 
BIBOY ege m on omn 3'328 — 1:792 — 
Eisenxyd. . ee EH 596 = 2110 
раните нокор Os 5'819 5:674 4042 5'814 
ОШ ШОХУЧ 7 17 ws d 0:086 1'316 0:361 1:095 
| Magnesiumoxyd ..... d 0°415 0'491 0:351 0:638 
[ШИИ Y өен ле, ne d 0'950 1:330 0:841 1:120 
BR, лыла ы | 1:185 0760 | 0:992 | 0:283 
| Summa der Silikate . . .| 86068 | 90880 | 50440 | 70006 


| 
| 
| 
| 
| 
| 
| 
| 
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| 
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| 
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| 
| 
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| 
| 
| 


18 


E In Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 


EU  Bedinzg — 01]  .  Tepyeserdekivnfen | 
Sr Ort der Probenahme Lissa bei Qross-Ozornosok ios BEIGE e Reda 
ú Untersuchun gsobjekt | Stein berum Steln er ui 
Phosphorsäure , . . . . . . 0:170 0:188 0:117 0:216 
EO 2... 86:651 86:197 82:684 83 919 
VUE uti TL MIROIR MR DS OE 3:867 — 9:553 — 
Bud. PUn MS — 3:090 — 9:841 
Ше ge Se ede 6:180 6:243 8:608 8:998 
о 0:100 1:448 07715 1:549 
E eoru t 0:559 0:540 0:696 0:903 
een, 1'103 1:468 1:667 1'585 
BENE dou EE А 1:377 0:836 1:960 0:400 
10000 100*000 100:000 100°000 


| Professor Bořický führt in den sehr bemerkenswerthen Arbeiten der che- 
Mischen Sektion für die Landesdurchforschung Böhmens 1872 an (Pg. 27), dass 
aus den mitgetheilten Analysen von Æ. Jahn hervorgehe, wie der Alkaligehalt des 

läners äusserst gering sei, nur in den mit dem Basalte in unmittelbarem Kontakte 

efindlichen Plünerproben betrage derselbe einige wenige Prozente und dies gebe 

d Vermuthung Raum, dass die Alkalien bei der Eruption des Basaltes aus der 

Saltsubstanz in den Plünerkalk gelangten. 

К Wir werden aber aus den zahlreichen, später folgenden Analysen vieler 
böhmischer Plänergesteine noch mehrmals ersehen, dass dieselben auch da, wo sie 
Sich nicht in der unmittelbaren Nähe der Basalte befinden, nicht so arm an Al- 

alien sind, als Boficky annahm und dass ihre Verwitterungsprodukte, welche den 

Cker- und Waldboden grosser, sehr fruchtbarer Länderstriche im nördlichen Böhmen 
llden, duchaus nicht kaliarm sind. 

Auf der Dobrai gegen Dubkowitz und gegen Kottomirz verliert der Pläner*) 
den kohlensauren Kalk gänzlich und geht in ein festes gelbbraunes Thonsilikat 
über, welches grüne Eisensilikat- (nicht Glaukonit) Körnchen eingesprengt enthält. 

Ort ist er auch sehr arm an Versteinerungen. 

Der aus diesem Gestein hervorgehende Boden zeigt folgende Zusammensetzung: 


In 100 Gewichtstheilen der bei 100° С. getrockneten Erde sind enthalten. 


Stechen... en, NIMES 
Salat < Grobsand ооо 
TOIDSADU e 
keinster Sand ... x... (1100 
Feinerde АШАП, б» зулу о 
Kalk und Talkkarbonat . . 0:51 
100:00 
E ll 


") Die Analyse dieses Plüners ist auf Pg. 83 zu finden. 


14 


In 100 Gewichtstheilen lufttrockener Feinerde 


Hygroskopisches Wasser . . . . . . . 
Gebundenes Wasser . . . . 
ШИШЕ, AN 

Glühverlust 

PODO £N VOV TREAT NE. OT 


sind enthalten. 


. 184 
1:80 
PE e 


pv DU 
. . 94:50 


In 100 Gewichtstheilen Feinboden sind enthalten. 


а айн фа NES I e ш е S EI 
ШШЕ (бурул. es 
Kalkkarlonatensen КЛ. а ve 


ШТАШ Т ОПА SEA LO RUN SONT. se 
Summe der Karbonate . 


КӨДӨ, КЫЛУ vr PT Оа» 


due TEE a ae 
Eisenoxyd 

VERO frt hun У@ aaa 

МЕДЕ А ee E SEH EE 
Natron 


Kali [ . . D D . D D D D D D 
Summe der Kieselsäure und Silikatbasen 


Aufgeschlossene Basen . . . . . . . . 
Absorption der Feinerde . . 


In heisser concentrirter Salzsäure lösten sich: 


In Prozenten des Feinhodens : 


КАШ Оу MC uou XC MO CONSU Шон» 
Жашы codes 
Phosphorsáure 


Verfolgen wir die im Bezirke verbreitetsten Gesteinsschichten und zwar die 
„Teplitzer Schichten“ des Plüners am rechten Egerufer, so begegnen wir ihnen 
zunächst am nördlichen Abhange der Hügel von Lipno gegen die Thalfläche ZU- 
Sie bilden als blassgelbe thonige Mergel die Hügel bei Skupitz in der Nähe des 
Malnitzer Baches und den niedrigen Uferrand bis Malnitz. An der Eger selbst 
stehen von der Mündung des genannten Baches gegenüber von Postelberg bis zum 
Dorfe Priesen weiche Mergel an. Die unteren Schichten dieses Mergels gehören 
ebenfalls dem Teplitzer, die oberen der höchsten Plänerstufe den sogenannten 
„Priesner“ Lacculitenschichten an, welche auch den von Erdbrandprodukten ber 


deckten Kreuzberg zusammensetzen. *) 


0:02 
Spur 
0:65 
Spur 
. 0:65 


. 80:47 
a 
ИИ 

0'84 
0'51 


TOT 
ls, 


9:82 
. 72:00 


Te ATA TOS, 
400120. 
0:08 


*) Siehe „Archiv für Landesdurchforschung" von Dr. Kořistka u. Krejčí. 


75 
Chemische Zusammensetzung des Baceulitenmergels vom rechten 
Egerufer von Priesen bei Postelberg. 


Stein Erde 
ТОО e c Od c or C IE SIN 


In 100 Gewichtstheilen des wasserfreien Steines und Feinbodens: 


Kohlensaurer Kalk. "2591604 4. SP UBWST 
Phosphorsuute: О Vos nn. OOG 
Тезе «xx RE tad v ODIO 


Eisenoxydul | — xm 

Eisenoxyd L4 4 MU TIN dia (bos CRM TOU 
Aluminiumoxyd n E 

Galonmmoxyd. 50, а ООо на ОВИ 
[Мапа охуй О оъ OGA 
luet Уй o cR e a ARO У ш e MEO 
МАСОВ us у ОДО o ae tuli Prag 


Summa der Silikate . 76:184. . . . . . 96'219 


In Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 


Stein Erde 
Phosphorsaute. , 0021 0:048 


Kieselsäure . . . . : 19:699 . . 68:245 
Eisenoxydul | m — 
Eisenoxyd . 14:015 . «o. 247691 
Thonerde | — — 
Kalt an. nn o OR. 1'592 
Мар еа, узт Det 1°729 
Kal кле De Ren 2:681 
ТОП ex A a On 1:008 
100:000 100:000 


d Der gelblichgraue, leicht verwitternde „Teplitzer“ Mergel erscheint auf 
er Zittolieber Herrschaft bei dem Роме Čenčice und bildet den niedrigen Hügel, 
Auf welchem die Kirche dieses Dorfes steht. 


X, viv 


Chemische Zusammensetzung des Teplitzer Mergel vom Cenéiécer Hügel. 


Stein Verwitterungsprodukt 
Glühverlust e o8 nenn. 86 


76 


In 100 Gewichtstheilen des wasserfreien Steines und Feinbodens. 


Kkohlensaurer Ке 11'009, 20 ЮТО 
Phosphorsauuer. е ОВО - 4 TUS 
Kiesalsaure E H Or e E E 
Eisenoxydul — — 
Eisenoxyd Ear A ee от 
Aluminiumoxyd — — 


Weird re 1008 rl 
MEENU 1707. 00088 | V V, 0818 
RADAR e о е v UNDO e yo es UDO 
МАШ e cuc 010000 a AP ООО 
Summa der Silikate . 88:441. . . . . . 70'425 


In Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 


Stein Verwitterungsprodukt 
Dat dieu VE NL QU ae verba 
d Gate ET ke e, 
КӨКӨ ҮШ RE EE — 


Eisenoxyd ox b NODO et ШОТ 
Thonerde ee ЛУ Ee 
EE RE E RE 
юын О Cen AE 
Kalte va e us 
МАШ ee EE le 
100000 100:000 


Derselbe Mergel aber in verschiedenen thonigen, sandigen oder kalkigen 
Abstufungen erstreckt sich im Süden vom basaltischen Chlumberge der Chluméaner 
Zuckerfabrik über Pschan hinaus, bis gegen die höher aufsteigenden Terassen dos 
Perutzer Plüners und bildet eine niedrige, sanft gewellte Fläche, die im Norden 
gegen die Egerwiesen abfällt. 

Am linken Egerufer herrscht überhaupt vorwiegend nur Teplitzer Pläner ei 
und zwar von Postelberg über Libochowitz, Brozan bis Lobositz, mit aufge- 
lagerten Baceuliten-Mergeln. Nur bei Čenčič sieht man den Grünsandstein und bei 
Libochowitz den Weissenberger Pläner hart am Egerufer anstehen; sonst bestehen 
nach Krejei’s Untersuchungen die Mergelbänke überall aus abwechselnd härteren 
und weicheren Lagen von kalkig thonigem oder kalkig sandigem Gestein, eine? 
hohen Steilrand längs der Eger bildend, der sich bei Leneschitz und Dobroméfitz 
ziemlich weit vom jetzigen Flussbette entfernt. 

Der eigentliche „Teplitzer“ Pläner steht in den seichten Bachthälern am 
welche sich von der Eger zum Plateau hinaufziehen, so längs des Hradeckerbaches 
von Leneschitz bis Weberschan. Die Teplitzer Schichten bedecken ferner den 


*) Archiv für die böhm, Landesdurchforschuug v. Dr. Kořistka u. Krejčí. 


11 


Weissenberger Pläner unweit Lobositz von Watislav über Wellemin längs des 
opparner Thales und konstituiren mit ihm die fruchtbaren Anhöhen von Wopparn, 
Welche jedoch vom Urgebirge durchsetzt sind. 

Auf diesem Höhenzuge hat der „Teplitzer“ Pläner aber einen ganz anderen 
Charakter als an den Lehnen und Terassen des Egerthales. Er ist hier als gelb- 
Weisser Mergel vorherrschend, der als Baustein gewonnen wird und auf den Kotto- 
měřer Höhen beinahe kalkfrei. So ausgelaugt, erscheint er in leichten und dünnen 
Platten. Bei Welhota beginnt der Plänermergel wieder kalkreich zu werden, wie 
Machfolgende Analyse des Steines aus dem Welhoter Steinbruche zeigt, der auch 
gleich wieder die Analyse des verwitterten oder zerfallenen Gesteines beigefügt ist, 


M D D) 1 
Chemische Zusammensetzung des Plüners aus dem Steinbruche ober 
Welhota, der „Teplitzer“ Schichten. 


Stein Verwitterungsprodukt 
СОШО 4 sov ETT. x cov ИЮНИ 


In 100 Gewichtstheilen des wasserfreien Steines und Feinbodens. 
ТОНОО ТОО о EE AU 


wi ти е ООб6Ф e e 
ТОЕ е ovv rcr TUI non 
rk ange отео den. ыз 

Dumas мамы ee 
Adüminiüthoxyd y ^. Kat BOB Rt 
Calelgmoxgd: s N... AMT ое s NE 
MagueshpfdEyd с 12.0. 819 0894. Soo eo LORI 
E Ud RIO SV EE E 
Natron ES vn $ Ора и ОО 


Summe der Silieate. . 88'878. . . . . . 80480 


In Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 


PHOSDBOPSHUTO i nrpu eea ONOR ee 0'217 
RETTET TR re 
ШОПОВ ОЗА m 
ү А r8 doas a Ee E ИАА АИА RR 
ШП Е@1@@ ти DID DAT EN . 10:786 
Каа рр vi БОВЕ Marc PM 
Масои 
Kalk... aa cru vem ОООО SY 1:498 
МИФ ООУ AN EHEN ] T9 ЫТА» 0:812 
100:000 100:000 


i Der „Weissenberger“ Pläner beginnt bei Tuchofie und geht von da fast 
Dunterbrochen durch fürstlichen Besitz über Lipno, Lipenz, Zeméch und Zittolieb 


18 


bis Slawötin. Er ist ein gleichförmig gelb gefärbter Kalkmergel, häufig mit zarten 
Glimmerblättehen durchsetzt. Die Lipenzer Kalke sind dagegen wieder mit wenigen 
Ausnahmen kalkarm und erscheinen dunkelgrau. Die Hügel zwischen Neuschloss, 
Zittolieb und Chluméan bestehen aus kalkreichem Weissenberger Plüner, der mit 
sanftem nördlichen Einfallen den Grünsandstein unterteuft. 

Auf den südlich von Zittolieb aufsteigenden Anhöhen von Rotschow geht 
dieser Pläner wieder in ein feinsandiges, poröses, äusserst kalkarmes Gestein 
über, welches durch Verwitterung eine sehr seichte Bodendecke liefert. 

Bei Neudorf und Tauschetin wird dieser Pläner aber wieder härter, schwerer; 
kalkreicher und fruchtbarer. 

Der Plänerkalk wie der Plänermergel entfalten daher mehrere Nuancen 
und je nachdem ihre Verwitterungsprodukte mehr oder nach den Terrainverhältnissen 
bald weniger in einander übergehen oder verschiedenen Umwandlungsprozessen unter- 
lagen, zeigt der aus ihnen entstandene Boden eine mannigfaltige Beschaffenheit, 80 
dass man sich vorerst nur auf die Untersuchung einiger reinen Schichten dieser 
Formation beschränken musste. 


Chemische Zusammensetzung der Weissenberger Schichten bei Zittolieb- 


n) 


"Flur Tabulka von 


Beim Dorfe Zitto- | n 
Rotschov b. Zittolieb 


Dolik bet Zittolieb lieb. südl. 


Ort der Probenahme 


Untersuchungsobjekt || Stem | Erao Stem | Erdo | Stein | Erdo 

GE eh Уру our EEN | 5:121 14% | 4:950 | 5:370 | 5546| 5:240 
In 100 Gewichtstheilen des wasserfreien Steines und Feinbodens: 

Kohlensaurer Kalk... у [80-681 | 5:406 27-732 9950] 0000 | 0:490 
ПОШИ Keren NA E | 0013 | 0'047 | 0'037 | 0'038 | 0038 0:080 
Kisseishiro iu... . s , 160"598 75:068 (65:229 19:360 1907709 |84:810 
ЕРИ пто e | — Í — | — er 
ИИ а uuu -| — | 6°980 4649 4146124 6:456 | 3:180 
Alumimiwmoxyd о "ein IC 288418704 | — "ID -— ад 
Caleumoxyd . .. .. .. .|60878| 1'817| 0:968 | 1:940| 0:836 | 0:610 
Magnesiumoxyd . . . . . . . adh 0:558 | 0:910! 0:417 0:670! 0:466 | 0410 
Kalumoxyd . . . . . . . . . . | 1050 | 1:640 o ges |[ 4.159 | 0720 | 0150 
Natron . . Prov ra DOSE | 1418 0:775 | 0:140 

Summe der Silikate . . . Kate 94:594 |72'268 197750 100-000 19510 


In Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 


Phosphorsüure . . . . . . .  . | 0:018 | 0'049 0'051 | 0:039! 0'038 | 0:081 
Kieselsäure . . . . . . . . . .|8T412 [19:858 90:261 (81-187 190-709 85'271 
КБ ШО SVO Pus uci eur Ads 2:044 | — Ess [ise I Es 

E EE ‚...| — | 1829/6483 \114-949 16-456 112658 
ZEN omi ОМ пе ВОО TOSTI mis uen е 

M e MA ose , . . .| 1:260] 1:920 | 1:239 | 1:984 | 0836 | 0672 
МИЛ на D DNE e I ER A | 0799 | 0962 0:577 | 0685 | 0-466 | 0:412 
Ed... s.s... EE gog GE ОТО ШШШ 
Natron . ie ee, . .| 2:263. 1:562 ""* | 9? 1.0.7756 | 0-145. 


‚100000 100-000 1100-000 100-000 | 100-000. 100-000 


eee e uec T pM uad EC 


19 


Bei Zittolieb betreten wir die ausgedehnten Fluren des Dolik, die sanft 
ansteigenden Felder hinter dem Schüttboden und die Fluren oberhalb des Schloss- 
Sartens. Der Kulturboden zeigt in dieser von Kalkgebirgen durchzogenene Gegend 


| 
| 
| 
| 
| 


einen ausgesprochen kalkigen Charakter, weil die durch Verwitterung und Ab- 
Schwemmun g des kalkreichen Gesteins gebildeten Thäler und Gehänge stete Zufuhr 
an kalkreichen Verbindungen erhalten. 
BE a Hinter dem | 
Dolik | eh 
| Chemische Zusammensetzung | e |  Behüttboden — 
А | Obergrund (Untergrund | Obergrund \untergrund 
—— — | | 
| | | 
In 100 Gew. Rohbodens sind: | | 
| Skelet | 12 8 | 12 13 
| Feinerde | 88 92 88 87 
| In 100 Gew. Feinerde sind: | 
| Sandiger ОСОО EC | 90:6 Siel 904 861 
| Шо. Substanz «ov soe den s || 9:4 12:9 9:6 133 
i ү | 
| In 100 Gew. Feinerde sind: | | 
| Hygroskopisches Massen eet unn w 1:98 2:40 | 1:85 1:07 
| | | 
| Humus und gebundenes Wasser . . .| 55 7:66 7:06 6:84 
| 
"ei E ЛК ona xc NUDO S T TOU ое 
In 100 Kgrm Feinboden sind enthalten | 
| Grammes : 
| Zugängliches 95 70 | 149 65 
Gebundenes BRL тА 229 458 408 496 
| Schwer lösliches | 1782 е 1452 — 
ВИ н bred aab sch 8106 — 2009 ve 
Natron in Salzsäure löslich .....| 99 186 52 137 
| Zugängliche | a 8 30 25 
Gebundene | Phosphorsäure . . | 35 73 55 65 
Gesammt  ) Мыз: 81 85 90 
| Aufgeschlossene Silikatbasen . . . . .| 7722 8:684 9:368 | 12'054 


80 


de e, Т ас | 
i EN | Schüttboden 
Chemische Zusammensetzung A en 
| Obergrund Untergrund Obergrund [Untergrund 
In Proc. des Feinbodens sind: 
OYDE Ka Er is EE EE rd er wer ae sehr geringe Mengen 
КАШКА ОША =... E АР 91076 | 2:709 9-561 5:052 
Bittererdekarbonat . .. .. . .. kr 01496 0:267 0:323 0749 
Phosphorsünes “ol. e a тоо. 0006 0'081 0'085 0:090 
NAHE RD UO. Eet — 2:009 — 
NEGRO De POPMA POR ЫЕ re 1:173. = 1'268 — 
ШИ ӨТӨ o So. v e ОНЯ — 0'718 — 
KAE C Ln n. RO e тт — Spur — 
Reutte LE s ter No Uta QU apa vd. — 6'875 — 
ABI se s aen eov rov WR — 6:242 hc 
ТЕТЕ АСАН нок — 19:919 — 
Absorption (für -Sticistot)-. 7777... 98 = | 80 — 
| 


Reiner Kalkboden wird in der Natur fast nie beobachtet, stets führt eT 
grössere oder geringere Thonmengen mit sich. Der Thongehalt bestimmt dann auch 
dessen Fruchtbarkeit. Die untersuchten Böden sind kalk- und kalireiche Lehmböden; 
die ihrer physikalischen Zusammensetzung nach den warmen Bodenarten angehören, 
indem sie durch raschere Zersetzung der organischen Bestandtheile der Ackerkrume 
eine grössere Wärme erzeugen. Diese Böden verlangen nicht zu reiche, aber 
öftere Düngung, besonders auch mit Compostdünger, weil der organische humose 
Antheil des Düngers durch das überwiegend erdige Mengungsmaterial vor schneller 
Zersetzung und zu grosser Wärmeentwickelung geschützt ist, wodureh die Gefahr 
des Uiberwucherns der jungen Pflanzen beseitigt wird. 

Wie schon aus der Menge der aufgeschlossenen Silikatbasen, sowie 418 
dem Gehalt der Erden an thoniger Substanz hervorgeht, besitzen diese Böden eine 
geringere Absorptionsfähigkeit als die Böden der Primärformation und es unterliege? 
das Ammoniak und die harnsauren Salze in diesem kalkreichen porósen Boden 
material einer rascheren Umwandlung in Salpetersäure, die durch athmosphärisch® 
Niederschläge leicht ausgewaschen und in den Untergrund gespült wird und aus 
diesem Verhalten der betrachteten Erden erklärt sich auch die günstige Wirkung 
einer ófteren, wenn auch schwücheren Ammoniak- oder Salpeterdüngung. Ver 
gleicht man die chemische Zusammensetzung des Ober- und Untergrundes IM 
Feldstücke „Dolik“, so findet man ersteren sowol an Phosphorsäure als auch AN 
zeolithischem, in Salzsüure lóslichem Kali gegen den letzteren verarmt, wenn 410 
für Kali bei dem hohen Gehalt beider Bodenschichten sowol an zugünglichem, ү 
an gebundenem Kali keine Erschöpfung zu befürchten ist, so besteht doch für die 
Phosphorsäure die Nothwendigkeit eines von aussen kommenden Ersatzes für die 
in den Ernten eutzogene Menge dieser Substanz, welche in fruchtbaren Böden 


|. 
И 
i 


—  — 


81 
'һь° in sehr fruchtbaren 2/1016 auch noch viel mehr der rohen Erde beträgt, in 
den betrachteten Böden aber kaum ein halbes Zehntel Procent nur ausnahmsweise 
"loo Procent erreicht. 

Unterhalb des Ortes Zittolieb längst des Zittolieber Baches, welcher östlich 
durch den ehemaligen Fasangarten fliesst, liegt eine mächtigere, aus leichter, hu- 
moser, kalkhaltiger Dammerde bestehende, durch grössere Fruchtbarkeit ausge- 
Zeichnete Alluvialschichte, welche sich auch entlang des Brdlocher Baches aus braun 
"nd roth gefärbter aus der höher liegenden, permischen Formation abgeschwemmten 
und niedergeführten Feinerde gebildet hat, eine jüngere Ablagerung, welche sich 
über die Zuckerfabrik Chlumtschan bis gegen Pschan verfolgen lässt. 

Auf den flachgewölbten Anhöhen zwischen Neuschloss und Zittolieb, sowie 
Zwischen Laun-Zittolieb und Laun-Chluméan besteht der Boden aus verwitterten, 
Mittelgründigen, feinerdereichen Pläner, der mittelst des Dampfpfluges tiefgelockert 
Und gartenmässig bearbeitet wird. Die vorliegenden Analysen geben Aufschluss über 
den Reichthum desselben an vielen Pflanzennührstoffen, über die Verschiedenheit 
des Ober- und Untergrundes, Muttergesteines und der Veründerung, welche dasselbe 
durch Verwitterung erleidet. 

Kann man nach dem Gehalte an Pflanzenährstoffen alle jene Feldfluren, 
Welehe den Bestandtheilen des Pläner ihre Fruchtbarkeit verdanken, als gesegnete 
"luren bezeichnen, so leiden sie doch an zwei Uibelständen, an seichter Acker- 
krume und zerklüftetem Untergrund und in Folge dessen an rascher Versickerung 
Өг meteorischen Niederschläge. Wäre dem nicht so, die nach dem Ansehen und 
der Untersuchung vorzüglichen Böden des böhmischen Plänerkalkplateaus müssten 
ganz andere Fruchtbarkeitsgrade entfalten. Leider aber differiren die klimatischen 

erhältnisse Böhmens von jenen der Gebirgs- und Seelündereien und es treten 


häufig Perioden extremer Dürre oder unzeitiger Niederschläge ein, welche oft die 


Schönsten Hoffnungen auf das Gedeihen der Futterpflanzen vernichten. Im Mittel 
fallen nur 450" j. Würden die Meteorwässer regelmässiger und namentlich im Sommer 
häufiger wiederkehren, die Früchtenstände dieser Ländereien würden noch erheblich 
essere, die Ertrügnisse weit lohnendere sein als dies gegenwärtig der Fall ist. 


Chemische Zusammensetzung. 


men 
Unterer Ober der - ES | 
Fasangarten Kirche | Gegen Laun 
Meierei Chluméan ; Sc ҮРҮҮ 7 
Obergrund | Untergrund || Obergrund 1] Obergrund 
1 l 
In 100 Gew. Rohboden sind: | 
ои Ee 794 H8 ев 
EE. noa cem M 98 | 87 | 92.] 95 | 94 
| | | | 
In 100 Gew. Feinerde sind : | | | | | 
Sandiger Theil . . . T 2... .| 86:8 | 854 | 922 | 892 | 854 | 858 
BE ae sr or sor а об 1 186 | 108 
| | il | | 


CE тшн ог 


Unterer Ober der | 
Fasangarten Kirche 
Meierei Chluméan Verte gg, dl Se M Kate, Le EEN aa ЗИ Г 1 ` 
Obergrund | Untergrund || Obergrund | Untergrund || Ohergrund | Untergrund 


Gegen Laun 


In 100 Gew. Feinerde sind: 
Hygroskopisches Wasser . . . .| 2:65| 210) 1774| 1783| 1:95| 1:88 


Humus und gebundenes Wasser .| 825! 556| 673| 602| 666| 652 
ЛИТО ылы ины, 06060 | 1090| 7661. 847 7-75) 861| 840 


In 100 Kar, sind enthalten Grammes: | 


Zugunglales. Kal 4:5 un. 131 |... 104: 69 48| 105 17 
Gebundenes Ка 4. 9 .| 412| 667) 568 5781 284| 385 
Schwerllösliches Kali . . . . . .| 1680| — 8911 — | 1964) — 

КЕЕ КАШ qe Qa | 2229| — 1528| — 1655 | — 

Natrou in Salzsäure löslich . . .| 104| 123 О M 
Zugängliche | | 115 68 48 28 | 41 89 
Gebundene Phosphorsäure . .| 64 54 | 65 | 63 | 35 39 | 
Gesammt- | D AO ҮР ТШЕ ЕГ 86 (6 11 


Aufgeschlossene Silikatbasen . . . 11'298 10:817 | 8:098 | 8:394 | 9:883 [10°249 


In Procenten des Feinbodens sind: 


GYDS И Уул. PON sehr geringe Mengen. 
IKalkkatbonaur 2427€. Xe 0... 9'474 14:502 || 2:835 | 2:490 |19:521 195:959 
Bittererdekarbonat . . . . . . .| 0"752 | 0626| 0177| 0145 | 1-116 | 0:392 
Phosphorshüre |. з рие т | 0'179 | 0122| 0:113 0086 | 0°076 | 0:071 
ШЕШ e нна тн у, ee e 2228| — | 1:528) — 11658) — 
ААН ЕУ е a hor ndis “11970 — | 1182| 1—7 0493 
EE 0195! — |0619! — |0997| — 
КЕШ ud ‚.....(1085| — |0655, — | 1:668 — 
КИЛДЕ a an es cm вво теа 6'687) — 
ОВОО DE N 65607 |- —. | Eee T = 
ege Te UE e, 70:349] — Р — 170068) — 


Aus den vorhergehenden Analysen ersieht man, dass obwohl der Gesammt- 
kaligehalt der Plänerkalk- und Mergel-Gesteine — er bewegt sich bei den Steinen 
zwischen: 

0'950, 0'841, 1:420, 0'750, 0'813, 0:969, 1:050, 0'720% 
und bei den Verwitterungsprodukten zwischen 

1:380, 1:120, 2'580, 1'310, 1:6400 
und bei den Erden: 
2:681, 2'106, 2:000 Prozent — 
nur ausnahmsweise ein Procent überschreitet, die Verwitterungsprodukte derselben 
fast das Doppelte an Kali enthalten und dass nahe zwei Procent für einen Cultur- 
boden schon eine sehr betrüchtliche Menge ist. 


> > ——À == l)e. — ap 


a — o ecce dee eg 


— —À— — M9 ——— — — e ———. 


Es erübrigt noch die Betrachtung der chemischen Zusammensetzung zweier 
Schichtenstufen, welche sich in der Nähe von Lobositz ausbreiten. Bekanntlich 
fällt das Pläner-Plateau steil gegen die Niederungen am Zusammenflusse der Eger 
und Elbe bei Theresienstadt ab und wird von dem bei Lobositz mündenden Modlbach 
durchfurcht. Von der Quelle dieses Baches bedeckt der Teplitzer Pläner den hier 
zu Tage ausgehenden Weissenberger Pläner, der sich von Vatislav über Velemin 
längs des Oparnerthales hinzieht und den Untergrund eines anmuthigen Thalgeländes 
bildet, aus dem sich die vorhin betrachteten Basalt- und Phonolithkegeln, Kostial, 
Vostrey, Ovéfn, Kahleberg und Lobosch malerisch erheben. 

Auf der Dobraj übergeht dieser Pläner in ein äusserst kalkarmes Silikat- 
gestein, das als ausgezeichneter Baustein dient, während der Pläner bei Sullowitz 
und Schifowitz eine kalkreiche Varietät bildet, die als Mörtelstein gesuchte Ver- 
wendung findet. 

Von den Kottomérer Höhen führt ein an schönen Aussichten reicher Fahrweg 
nach dem Elbthal bei Lichtowitz herab. Auf halbem Wege befindet sich ein Steinbruch, 
dem eine charakteristische Probe dieses den ganzen Höhenzug von Lichtowitz bis 
Kottomét bildenden Gesteines entnommen wurde und dessen Zusammensetzung aus 
folgenden zwei Analysen zu ersehen ist. 


Stein: Zersetzungsprodukt : 
DIIS ia eu REHAB UR Ko; xo NO 
KONIGOS AULO Nom ic E d aan 
Riese gba. о x 428008 E N SURE IR 
T'hüonerde und dosohosvd ооа es. LII TET 
Kalk у MU Nen a COL E el e 
Magnesia Le el 
E E DE 
NAWON Ое ери 
Plospholelure: Ee, r И О TE 

99:04 100:00 


Im grellen Contrast zu diesem Plänersilikat steht das Plänerkarbonat aus 
dem unmittelbar hinter dem Dorfe Sullowitz liegenden Kalksteinbruche, das die 
e D D D D 
Zusammensetzung des Steines dieser Schichtenstufe wiedergibt und eine kalkreiche 


Verwitterungsrinde absondert, die, wie folgt, zusammengesetzt ist: 


Kalkstein von Sullowitz. 


Stein: Verwitterungsrinde : 
Glühverlust: 4... 5.201057 se 
Kalkkarhonat sul oco EUR S о олу. UV 
Phosphoriure. о 011. оом nudo 
Eileen s. oss VEL OU CDU eus ЫДА 
НОИ: ау а JEDER ot sip TUR 
Bere... o ov EV uu у '@б ee Urso LEM 
BE . vuv. ШОШ Ee nor ОКШ 


6* 


84 


Stein: Verwitterungsrinde : 
Ї(Ю@ Өр 5 SUCCI OT N Dom Sum DM 
ШАШ uos E a О Mr uL Kei aM AH 
МЕД н S rrr К мкр уу а, ONU РИТИ ОАЕ 
TORIO n ur eden ecce oq e OP Oe СО p Mop tr cup А: 
DIRE el Eder Ge EH 
EE EE EE EENG 

KEE 9944 _ 


Nach ihrer chemischen Zusammensetzung zerfallen daher die Glieder der 
böhmischen Kreideformation in zwei grosse Gruppen, in die sandigen oder Silikat- 
bildungen und in die kalkigthonigen Ablagerungen. Die weisse Kreide fehlt 
jedoch gänzlich. 

Wir übergehen noch zu den Untersuchungen der Waldbodenunterlagen 
des Domauschitzer Forstamtsbezirkes und beginnen mit dem Semicer Mergel, der 
unteren Etage der Weissenberger Schichten. 

Die Analysen dieser Gesteine sind von Dr. Hanamann, diejenigen der 
Verwitterungsprodukte sind von Herrn Koufimsky ausgeführt. Es folgt sowohl die 
Analyse der salzsauren Auszüge als auch die Totalanalyse dieser Naturprodukte- 


nn u nn — A ——— 


An ee a e, 


Waldbodenunterlagen. 


I. Der Semicer Mergel. 
Untere Etage der Weissenberger Schichten. 


85 


In 100 Gewichtstheilen der Gesteine und ihrer Zersetzungsprodukte waren 
enthalten: 


— > чыш — SE == 
Domauschitz Domauschitz Pferubenie (Morüste 
(Kamenny Oujezd) (Umrléí leg) ] io ) 
КӘ) EKOS 12/a = 
d D II. ш. | IV. ү. VI. 
Bestandtheile Unverwitter- Verwitto- Unverwttter- Verwitto- Unverwitter- | Verwitie - 
ies Gestein | rungsprodukt | tes Gestein || rungsprodukt | tes Gestein rungsprodukt 
ep In FRE In ДА EA DNE 
аге | Total | Sora | Төн! | saro | Toti | мыл; | Total LÉI: | tota Smia | тош 
löslich löslich löslich löslich löslich | löslich 
Phosphorsäure . . 0:030 | 0'050 0'040 | 0:051 0:030 | 0:032 
cu | 
| | | 
| 
Wasser und organi- | 
$ sche Stoffe . . Joc 6'85| — T48| — 6:93; — 8°80| — 7.99) — |10'07 
Thonerde «© e e [1228 1759| 278, 1°81| 8:03 14:36) 2:40! 9:43] 2:64 712] 8:25| 17:30 
Kisenoxyd ©... el 012 012) 2:56, 256| 047) 047| 2:07| 2:07| oos! 0:05) 1:69] 1:69 
Eisenoxydul e. e cl 112) 1-12) 0:30) gan 1°67| 1:67, 0°48| 048| 4:31 431 0:73] 0°78 
NO ND D ‚| 018) 018| 0:38| 0:38] 1:08 1:78| 3:54) 4:85|11:63|13 60, 0:60! 0:60 
agnesid . .. ..[| 0:93) 0:28] 0°48| O:43| 0:89 0:39 0:80| 0'86| 0'39) 0°89| 0'66| 0:99 
Natron. e 0 . | 007, 013] 008) 0:20] 0:03, 0:49] 0:03| O'17| 0:02| 0°54| 0*03| 0:17 
Kali... e. e .} 055| 1:38] 047) 1:50] 0-50 ag 0'44| 1°45) 062| 1-04) 044| 1:24 
Kieselsäure lc |7245 — |7913| — |7160] — |6885] — |5543 — |6698 
Kohlensäure . . . — | — | — |Spur| 085 0.85| 278| 278| 914| 914| — |Spur 
Schwefelsäure — Әри’) — |Spur| — [Spur|| — |Spur| — |Spur| — |Spur 
| 100400 99'80. 9987 9974 99:61 99°77 
Btickstoffabsorption | 
(nach Knopp) .. — |57 | — : —|45| — 


| 
B 


| 


| 
y > 


Diese, die tiefste Stufe der Weissenberger Schichten bildenden Mergel sind 
Stets feuchte, mergelige Thone, welche nur an ausgetrockneten Stücken spaltbar 
Sind. Diese Mergel verdienen eine besondere Berücksichtigung der Land- und 
Forstwirthe, sie sind von praktischer Bedeutung schon aus dem Grunde, weil die 
Quellen regelmässig an ihrem oberen Horizont entspringen. Das Wasser, welches 
durch die mehr lockeren und zerklüfteten Schichten der Wehlowitzer Pläner und 
Dřinower Knollen durchsickert, sammelt sich an den undurchdringlichen Thonen 
Ап und rieselt an den Berglehnen in zahlreichen Wasserschnüren hervor. 


| 
H 
| 
| 
| 
a 


86 


Die Mergel dieser Etage sind weit reicher an Thonerde und Eisenoxyd als 
die der beiden hóheren Etagen. Die Verwitterungsprodukte dieser Gesteine sind 
reicher an Kalk als die beiden übrigen Etagen. 

Wie die analytischen Ergebnisse darthun, enthalten die Gesteine kohlen- 
saures Eisenoxydul in nicht unbedeutender Menge, welches durch das diese Schichten 
reichlich durchziehende kohlensaure Wasser als Eisenkarbonat entführt und an 
tieferen Stellen als durch Kohlensäureverlust und Sauerstoffaufnahme unlöslich 
gewordenes Eisenoxydhydrat abgesetzt wird, und deshalb begegnet man so häufig 
im Niveau der Wasseransammlung dünnen Platten von Brauneisenstein, welche oft 
den Anhaltspunkt für die Anlage der Drainagen abgeben können. Da, wo das Gestein 
in geneigter Lagerung eine schiefe Ebene bildet, werden während dessen Verwit- 
terung und Zerfall auch die feinsten Thontheilehen mechanisch vom Wasser entführt 
und an tieferen Punkten abgesetzt. Diese natürlichen Schlammfänge müssen dann 
von sehr fruchtbarem Boden bedeckt sein, in welchem die geschätztesten Bestände 
anzutreffen sein werden. 

Nicht nur die Kalkmenge, auch die Quantität des in Salzsäure löslichen, 
d. i. zugänglicheren Kalivorrathes ist bei den Verwitterungsböden der Semicer 
Mergel bedeutend grösser, ja dreimal so gross als bei den gleichnamigen Schichten 
der Wehlowitzer Ablagerungen, wie sich klar aus folgender Zusammenstellung ergibt: 


Verwitterungsprodukte 


der Semicer Pläner der Wehlowitzer Pläner 


Nro. Procente | m Procente 
о do бус, DONTE? „бггеу у. d ЙН 
IVO чи дар 4 . 0:44 Je EE GH 
VI. à 2. 044 4 AR BE I. ао O 
Т eine (йор сок 

Durchschnitt . . и — Qa, | Durchschnitt . . . 017% 


Aber auch an Phosphorsäure sind die Semicer Mergel weit reicher als 
wie die Wehlowitzer, wie folgende Zusammenstellung beweist. 


Semicer Böden Wehlowitzer Böden 
Nro. Procente | Nro. Procente 
D tote аа a EE e A 
ME er EE Bee e EN 
EI Р ЛДАРЫ ЧЫРДАН” К"! 114 inv anteire leg eem 
E ee E jx PES CMM ле ОШ 
Durchschnitt . . . 0:044 Durchschnitt . . . 0:018% 


Nachdem die Mergel vermöge ihres grösseren Thonerdegehaltes bindiger® 
Eigenschaften, vermöge eines grösseren Gehaltes an Zeolithen ein bedeutenderes 
Absorptionsvermögen für Wasser, Pflanzennährstoffe mineralischer Natur, für 
Ammoniak und Gase besitzen, auch stets wasserreicher sind als die übrigen hier 
betrachteten Bodenarten, so werden und müssen sie grössere l'ruehtbarkeitsgrade 


| 
| 
| 
| 


87 


entfalten als die verwitterten Abkömmlinge aller anderen Gesteinsschichten dieser 


Gruppe. 
An Eisenoxyd und Thonerde enthalten nämlich die Gesteine und die Verwit- 
terungsböden der 


Semicer Schichten: 


Nro, Gesteine | Nro. Verwitterte 
1. 18:83 T. 10:78 
III. 16:50 IV. 11:98 
ү, 11:48 NI. 19:72 
ҮП. Wu ME NR Vou o DE ҮШ... en — 
Durchschnitt { 15:60 Durchschnitt 14:14 
Wehlowitzer Schichten : 
Nro, Gesteine | Nro. Verwitterte 
I "OLY Щч ‚ 6'05 
ИШ . 966 TN OO 
Ми; . 5'55 ҮШ . 9:08 
MIL. ELIA An АТОО УЕА OT HE e 
Durchschnitt , . . 4:98 Durchschnitt . wv 7,0593 


Von den die Plastieität eines Bodens bedingenden Stoffen enthalten also 
die Semicer Bóden dreimal grössere Mengen als die Wehlowitzer Böden. Vergleicht 
man endlich noch die lóslichen Kalimengen der Gesteine und Erden beider Schichten- 
Stufen und bestimmt ihr gegenseitiges Mengenverhältniss zu einander, so erhält 
man folgende interessante Zahlen. 

Auf Grund dieses klaren analytischen Ergebnisses kann man behaupten, 
dass die Bóden der Semicer Mergel grössere Kalimengen in einer den Pflanzen- 
Wurzeln leichter zugänglichen Form enthalten als die der Wehlowitzer Mergel und 
Wie nachfolgende Vergleiche lehren, dass sie in jeder Beziehung geeigneter sind 
anspruchvollere Nutzpflanzen zu ernähren und deshalb die Aufmerksamkeit der 
Forstwirthe in erster Linie verdienen. 


In Salzsäure lösliche Kalimengen der 


Semicer Schichten. Wehlowitzer Schichten. 


Nro. | Stein | Nro. Bis Quotient Nro.| Stein | Nro. | шен Quotient 
| 
L | 055 | IL | 047 |100:86 I. | 0:42 п | 0:95 |100 :59 
TII. 0:50 | IV. 0'44 1100:88 LI 0:21 E 0:14 1100:52 
V. | 062 | VL | 044 |100:70 V. | 0:39 | VI. | O11 |100:34 
ҮШ ЫЬ ү VIL! 026 [УШ.) 017 [100:65 
Durchschnitt wie nos Durchschnitt wie [100:52 
| | 


| 


i 


88 


Die Wehlowitzer Pläner. 
Obere Etage der Weissenberger Schichten. 


In agronomischer Hinsicht zeigen die Gesteine dieser Schichtenstufe folgendes 
Verhalten zu Lösungsmitteln und die unten angeführte Zusammensetzung: 

Der Gesammtthonerde- und Eisenoxydgehalt der Gesteine und Verwitterungs- 
produkte der Wehlowitzer Plänerschichten bewegt sich, wie ein Blick auf die 
nachfolgende Tabelle zeigt, nur zwischen 4 bis.89/,, in der salzsauren Lösung von 
1 bis 3%,. Diese Mineralgebilde sind daher sehr arm an 'Thonbildnern, reich dagegen 
an Kieselerde und Quarz, welcher sich innerhalb der Grenzen 67—87*/, der Feinerde 
bewegt, je nachdem ob man es mit dem Verwitterungsprodukt oder dem Steine zu 
thun hat. Sämmtliche Mineralproben sind sehr arm an Magnesia, deren Menge in 
keiner der vielen untersuchten Gesteins- und Bodenproben bis zu einem Prozente 
steigt, in der Regel aber unter !/,9/, beträgt, von dem jedoch beinahe zwei Drittel 
in Salzsäure löslich, also den Pflanzenwurzeln leicht zugänglich sind. 

Sehr arm sind sämmtliche Schichten an Natron und Schwefelsäure, nur da, 
wo Schwefelkiese und Pyrite eingesprengt sich befinden, enthalten die Bóden 
nennenswerthe Mengen dieser Säure. In der Regel ist sie nur spurenweise vorhanden. 

Die Gesteine dieses Pläners enthalten das Kali in nicht unbedeutender, 
durchschnittlich ein Prozent betragender Menge und in weit leichter lóslichen 
Verbindungszuständen als die bereits verwitterten Waldbóden. 

Stellt man zum Vergleich die gefundenen Quantitäten des leicht löslichen 
Kalis beider Naturprodukte nebeneinander, so erhält man für 


db Stone Qui ДИ Loa o oca ios. n om Колан ш deo нон оО 
BEDA she, visi irit ЮФ Шла. дио Taie ИШИ 
De cout ТОТ IV. ei t en плод О 
N M MEO u EE ҮЙ, u oa ase е a а ШИШ 
E o E e di o AB. ME и о н ерл ыта МУД ta E 
m ernannt pu iul 

Durchschnitt. 282240782 Durchschnitt .. . 017 


somit für die Gesteine noch einmal soviel leicht lösliches Kali als für ihre 
Verwitterungsböden, obwohl sich in den letzteren der Gesammtkaligehalt un 
mehrere Zehntel Procente hóher stellt, als in den ersteren. Indem nümlich ein 
Theil der Silikate der Gesteine zersetzt, Kalk, Natron, Kieselerde und Eisenoxydul 
denselben entzogen werden, nimmt die Тһопегіе, das Eisenoxyd und das Kali 
relativ zu und wird von den sich bildenden wasserreichen Doppelsilikaten den 
Zeolithen energisch zurückgehalten, absorbirt und vor Auslaugung geschützt. Unter 
dem unaufhörlich wirkenden, lösenden Einfluss des kohlensäurehaltigen Regenwassers 
verschwindet von allen vorhandenen Basen der Kalk als lösliches doppelt kohlen- 
saures Salz am schnellsten aus dem kalkreichen Gesteine, während die Eisenoxydul- 
silikate durch Sauerstoffaufnahme in Eisenoxydsilikate und freies Eisenoxydhydrat 
übergehen. 
Die sparsame Mutter Natur hat aber auch für Mittel gesorgt, dem Verlust 
des in geringster Menge in den Böden enthaltenen deshalb kostbarsten Stoffes, 


89 


Чег Phosphorsäure zu begegnen, indem der in den Gesteinen enthaltene, in Regen- 
Wasser lösliche phosphorsaure Kalk in den Verwitterungsprodukten wie in der 
zuletzt zurückbleibenden Ackererde, absorbirt und durch sofortige Umsetzung mit 
den niemals in den Böden fehlenden Eisenoxyden in sehr schwer lösliche Verbin- 
dungsformen überführt und als Eisenphosphat zurückgehalten wird und so für die 
Existenzbedingungen kommender Geschlechter gesorgt, den Trümmern der Gesteine 
die merkwürdige Fähigkeit verleihend, die kostbarsten Pflanzennährstoffe an sich 
u reissen und festzuhalten; denn an der Erdoberfläche sollte sich das Leben im 
Liehte der Sonne entfalten und in zunehmender Fülle fortbestehen. 

Die Wehlowitzer Plänerschichten bilden die höchste Stufe der Weissenberger 
Schichten und enthalten hauptsächlich den allgemein unter dem Namem „opuka“ 
bekannten Baustein und bloss auf diese Schichten bezieht sich der von Reuss in die 
Geologie eingeführte Namen „Plänersandstein“. 

Er bildet regelmässige Bänke von bald mehr sandigem, bald mehr kalkigem 
Pläner, an dem man im Allgemeinen zwei Horizonte unterscheiden kann. Die tiefere 
“age ist arm an Petrefakten, die höhere Lage liefert den besseren Baustein und 
еше Bank, „zlatä opuka“ genannt, wird sogar zu Steinmetz- und Bildhauerarbeiten 
verwendet. 


Die Driinover Knollenschichte. 


Nach den Arbeiten der Geologen Dr. Frič und Krej&*), bilden die Drinover 
Knollen die mittlere Stufe der Weissenberger Schichten, welche zwischen den 
Semicer Mergeln und den Wehlowitzer Plünern gelagert ist. Der Hauptcharakter 
dieser Stufe liegt in den zahlreichen Petrefakten der drei oder vier Reihen der 
kalkigen Knollen, welche in der oberen Hälfte des diese Stufe bildenden, mürben, 
sandig pulverigen Gesteines eingelagert sind. Diese Knollen widerstehen der Ver- 
Witterung besser als die mürben Plänergesteine, und deshalb ragen sie zuweilen 
als vorspringende Bänke aus denselben hervor. 

Nach Frič wechselt die petrographische Beschaffenheit dieser Knollen sehr. 
Es sind meist graue oder bläuliche unreine Kalke oder sie sind stark mit Quarz- 
körnern untermischt und an manchen Lokalitäten so stark, dass man einen förmlichen 
Quadersand vor sich hat. 

Nähert man sich einer Berglehne, wo diese Plänerstufe entwickelt ist, so 
Sewahrt man von Weitem kahle weisse Stellen mit sparsamer Vegetation. Vom 
Regen ausgewaschene kreidige Halden, von kleinen Wasserrissen durchsetzt, bilden 
die Überreste der hier von Zeit zu Zeit geöffneten Steinbrüche, welche behufs 
Gewinnung der kalkreichen Schichten angelegt werden. Die bezeichneten Knollen- 
Schichten kommen auf der Rovina in der Waldstrecke Sandberg und in Tfeboe in 
der Waldstrecke Pferostla vor und es war daher von Interesse, das unverwitterte 
Gestein und die Kalkknollen dieser Gegend ihrer chemischen Zusammensetzung nach 

ennen zu lernen. 

Das Ergebniss der Analyse der unverwitterten Gesteine war folgendes: 


*) Archiv der böhmischen Landesdurchforschung 1878. 


90 


Zusammenstellung der Diinover Gesteinschichten. 


"mn : i 
Rovina = Sandberg | Třeboc = Přerostla 


| 
Bestandtheile Löslich in | Total Löslich in Total 


NS Ki | 


KEES Flusssäure || Prozente | Salzsäure Flusssüure| Prozente 


| 
— 


| | 


Wasser und organ. 
EE й 4'522 4:522 - 6:828 6:828 


Thonerde . . ... .| 0915 | 0:975 1:890 1:040 | 0:345 1:385 
Eisenoxgyd... ... .| 1720 — 1:720 | 0:970 — 0:970 
Kohlensaurer Kalk .| 49:260 — 49:260 | 24:295 v 24:295 
Kohlensaure Magnesia 0:467 — 0:461 0:208 — 0:208 
Natron г... .]:0085.52.0081:]-:0:080:/1 4FOB2.| 0:025 || - 0:085 
Keli 200. s] QI P0400. i COBA |^ 0:868 |. 0117 0:480 
Kieselsäure . . .| 0304 | 41106 | 41'410 | 0140 | 64865 | 65:005 


Schwefelsäure . . . 0:012 — 0:012 0'315 — 0'315 
Phosphorsäure . . . | 0'025 — 0:025 | 0:006 — 0:006 


Summa. . .| 59:868 | 47-118 | 99:986 | 27:394 | 79180 | 99:574 


Aus dieser Untersuchung geht hervor, dass die Dfinover Gesteinschichten 
sehr arm an Thonerde, dagegen sehr reich an kohlensaurem Kalk und Quarz sind, 
dass in der Rovina im Sandberg der Kalk, im Tfebocer Revier in der Prerostla 
die Kieselsäure und der Quarz vorherrschen und dass sie im Phosphorsäuregehalt 
sehr erheblich von einander abweichen, 

Gemeinsam ist bei beiden Gesteinen die Armuth an Magnesia und Natron. 
An leichter lóslichem Kali sind bei gleichem Gesammtkaligehalt die Tirebocer 
Gesteine den Gesteinen des Sandberges dreifach überlegen. Die letztgenannten 
Gesteine bilden wahrscheinlich den Übergang zu den Dfinover Knollenschichten 
und die in ihnen eingelagerten Kalkknollen sind, um auch ihre chemische Natur 
kennen zu lernen, separat untersucht worden. Ihre Zusammensetzung ist folgende: 


Kalkknollen-Analysen. 


1 Rovina | Tfeboc 

estandtheile Rm o BC E SU e 

Sandberg Pferostla 

| | 

Raser und Organische Ой, «nn eco her | 3:805 | 4525 
er ^а Set: en MUR ET ANS A 1'990 у 0:960 
Doe su...) obs RISE SL TES DNUS 
Eheu Ка 505002252025. 0] 9P9007 | 8090 

ейнае Magnesite 0.7 ше аа tome un 61. 0:488 17 QUOS | 
E E NEE LI. d cle a E ab ушЫ 0:212 
NE uu LEE holes o c xen оо ао 
kalte". ш, da area ne, d 0:018 0:002 
КБ О ЦӘ c2 а deu ol IDEE а А 1 27984 | 5:956 
Zusammen. . . | 99:410 | 99:654 

| | 


Die vorliegende Zusammenstellung zeigt, dass die an Kalk ärmeren, aus- 
Selaugteren Gesteine der TYebocer Gesteinschichten die an kohlensauren Kalk 
bedeutend reicheren Kalkknollen enthalten und dass sich dieser in ihnen bis zu 
86%, ihres Gewichtes anhäuft, wesshalb sie im gebrannten Zustande einen guten 
Baukalk und ein ausgiebiges Bodenverbesserungsmaterial für kalkarme Böden liefern 
können. Bedenkt man aber, dass diese Knollen in ihrer Zusammensetzung ausser- 
ordentlich wechseln und je nach dem Orte ihres Vorkommens in förmliche Sand- 
knollen übergehen, so kann man durchaus nicht aus der Beschaftenheit der Trebocer 
Kalkknollen sofort auf jene anderer Kalkknollen schliessen, ja die praktische Wich- 
tigkeit vieler Knollen wird ihrer Zusammensetzung nach vielleicht eine nur sehr 
Untergeordnete sein, viele Kalkknollen dieser Schichten werden nur einen schlechten 
oder unbrauchbaren Kalk liefern. 

: Die betrachtete mittlere Etage der Weissenberger Schichten tritt jedoch 
Innerhalb des Domauschitzer Forstamtsbezirkes gerade nur in den steilsten Hängen 
Zu Tage, so dass von einer Untersuchung des Verwitterungsbodens dieser Gesteine 

Mgang genommen wurde, denn ein solcher würde in der bezeichneten Gegend 
frei von den Beimengungen der überlagernden Schichten, deren Schutt überall die 
Hänge bedeckt, kaum gewonnen worden sein. 

Anruhend folgt die chemische Zusammensetzung des Wehlowitzer Pläner 
Und seiner Verwitterungsprodukte: 


Сч 
©» 


Wehlowitzer Pläner. 


T — Sam асылы сш = IÉ 4 
i 3 3 = T sfü 2 | 
| ` . Roving, Domauschitz, || Treboc, | Domauschitz, сас | 
| Kounover Hau 27/b (Houba 4/k) (Skalka 40/b) | (Pravda 43/n) el 
| I. | I. Ш. ПАНЕ. v. PAIS VII. ҮШ. n d 
|  Bestandtheile | Unver- | Unver- | Unver- Unver- = 
| | wittertes | ^ Boden wittertes Boden | wittertes Boden wittertes Boden T ndi | 
| Gestein Gestein | Gestein Gestein ze 
I | - , | i | 
| Lös- | Lös- | Lös- | Lös- | | Lös- | Lös- | Lös- Lös- Lös- In «1| 
een E | А А = К | ч 3 > > аі | 
| lich Total | lich [ОЧ lich Total lich Es | lich Total lich | Total lich Total | lich Total lich |Total | 
Lu 1 f ! Lu | 
Phosphorsäure . 0:006 0:030 0:010 0'011 0:005 0:010 0:016 0:020 0:070 | 
| | 
Wasser und org. | | | 
Stoffe... . tJ = | 493| — | 372| — 3:651 — 982| — 4601] — €38| — | 602| — 540| — |1r24 
Thonerde . 1:04) 528 | 088, 509| 090| 297| 115| 429 | 154| 420| 105| 310| 1-43) 3835| 134| 66i 1:39 | 15:69 
Eisenoxyd .. 065| 065| 049] 049, 010| 0-10) r30| 1:30) 1-06) 1:06! 049 | 049| 0°58| 058| 102, 102| 469, 469 
Eisenoxydul 017) 017) 047| 047| 059 | 059| 008] 008| 029| 029] 039| 039 | O17, 017 040] 040|| 042, 042 
Kul — 2: 024| 0:335) 017| 017, 13:26| 18:50| 040| 040| 024| 033| 0-15) 015! 1105| 1195! 037 0:38, 0:90 | 090 
Magnesia . . 0:23] 040) 023| 023| 023| 0'86| 017| 025| 0°93| 036| 009| 009| 024| 035! 027 027| 105 1:05 
Natron. 2-Е 007| 034| 001| O31, 006| 006| 007| 034| 0:07 024 | 003|! 023l 006| 0:12, 001, 050| 0:05, 030 
LEE е У 042 | 141 025 1743) 0'27| 082| 014| 1-13] 032| 075| 011) 110 026) 0:92 | (Il 144| 061| 151 
Kieselsäure . == 8640 — 8763] — | 6748| — | 8233| — | 8828| — 8795! — | 67941 — 8368| — |6420 
Kohiensäure. . $ — d — || 1042| 10:42 Ec db. — — 8-80, 8:80 || — ч — 
Summa . . 99:93 < 99:54 | 99:95 . | 99:94 . c4 1018 ` 9983| . | 99:30 d 99:70 1000 
Absorptionen Stick-, | 
stoff (nach Knopp) | 15 18 . S 11 is E 22 S | 
| | 


Nro. IX. Eine Erdprobe des Inhaltes des einer der zahlreichen Höhlungen in der ,Rovina^ anstehenden Gesteines. Es ist ein gelblich- 
grauer stark eisenschüssiger, leicht zerreiblicher Niederschlag, der sich aus den mit Mineralstoffen gesüttigten, die porósen Schichten dieser 
Gesteine durchsickernden Regenwässern nach Verdunstung derselben in den Hóhlungen der tieferen Gesteinsstufen absetzt, und Wünde 


derselben mit einer amorphen, bräunlichen Mineralmasse überkleidet, 


eo 
= 


Der Plänersandstein von Treboc. 


Das gelblich graue, poröse Muttergestein der weiter unten behandelten 
Verwitterungsprodukte zerfällt unter dem Einflusse der Atmosphärilien leicht zu 
einem sandigen nicht unfruchtbaren Boden. Die Natur vollführt diese Zersetzung 
in längeren Zeiträumen mit unscheinb: wen Mitteln. 

Im Laboratorio konnte die Löslichkeit und Verwitterungsfähigkeit des Ge- 
Steines nur annähernd in der Art t geprüft werden, dass von dem gepulverten Gesteine 
drei verschiedene Säure eauszüge dargestellt und untersucht wurden. Der genannte 
Stein gab an reiner Essigsäure, kochender Salzsäure und an Flusssäure folgende 

lineralstoffmengen ab, welche während der Verwitterung desselben in immer löslicher 
Werdende Verbindungszustände überführt werden. 


„= 
In 100000 T 
Ee wurden die folgenden Mineralstoffe RR mm БШШ URN Total 
BU gelöst von | " | 
EE eu cobi uos dis | 218 | 1.402 2.030 | 3:645 
Eisenoxydul . . i | 205 1.100 | Spur 1:305 
Caleiumoxyd . . . ... : | БО 120 | Spur 170 
Magnesia KC JEE ори 182 302 484 
Кап, P Ge 98 239 541 | 878 
Natron . 33 | 5 | 37 208 250 
Phosphorsäure . . . . vo Spur | 8 — 8 
Schwefelsäure NR .| Spur | Spur — Spur 
Kieselsäure . үл, 82%) | 5.205 | 82.863 | 88.150 
Wasser u. organische Stoffe ch | — | — — 4:505 
umma у, | | i х 99.395 
Verlust per der ADABÉ . "u: ИИО ае р 605 
100:000 


Obwohl die Menge der in den 
Ken genommen klein ist, so sind doch einzelne Nährstoffe der Pflanzen darin 


G 


*) In Natron lösl. zeolith. Kieselsäure. 


schwächeren Säuren löslichen 


jasen im 


K 
k 


E EE 


94 


in grösserer Menge enthalten. Namentlich findet man grössere Kalimengen, welche 
eine wichtige Rolle im Leben der Pflanze spielen. Das Muttergestein enthält nämlich 
über acht zehntel Procent Gesammtkali, welches zur Hälfte schwer löslich, zu! 
anderen Hälfte leicht, zum Theil sehr leicht löslich ist, und daher auch leicht ver- 
wittert. In sehr geringer Menge enthält der Stein Phosphorsäure, Kalk- und 
Schwefelsäure. Die Pflanze wird aus einem, diesem Gestein entstammenden Boden 
einen Überschuss an Kali, gegenüber den anderen Nährstoffen empfangen, doch 
ändert sich, wie man später sehen wird, dieses relative Nährstoffverhältniss durch 
den während der Verwitterung erfolgenden Austritt einzelner Bestandtheile des 
Gesteines, noch bedeutend, die grosse Armuth an Kalk- und Phosphorsäure bleibt 
aber der Erde so gut wie dem Steine, aus welchem dieselbe hervorgegangen ist, 
eigen und charakterisirt diese Schichtenstufe. Die leichte Verwitterbarkeit des 
Gesteines geht aus seiner Porosität, sowie aus den Löslichkeitsverhältnissen de’ 
Basen in verschiedenen Mineralsäuren klar hervor, denn die Hälfte aller Basen 
löst sich leicht in den zwei erstgenannten Lösungsmitteln, Essigsäure und Salzsäure 
auf, wobei das Eisenoxydul durch Sauerstoff- und Wasseraufnahme zur fortschreitend 
schnelleren Zersetzung des Gesteines nicht wenig beiträgt. 


95 


Diluvial- und Alluvialbóden. 


Zusammensetzung fruchtbarer Ackererden aus der Umgebung von 
Postelberg und Lobositz. 


Im Gegensatz zu den früher betrachteten Böden der südböhmischen tertiären 
Ablagerungen findet man in diesen nordböhmischen Böden einen hinreichenden, 
oft beträchtlichen Kalkgehalt, eine gleichförmigere, der Cultur von Feldpflanzen 
"usagendere physikalische Beschaffenheit und einen hohen Grad von Fruchtbarkeit, 
der sich aus ihrer chemischen Zusammensetzung leicht erklären lässt. 

Auf der zwischen dem Erzgebirge und dem Mittelgebirge im nordwestlichen 

пеп liegenden Hochebene, zwischen Brüx und Postelberg, Komotau und Wilomie 
bedecken diluviale Gebilde als Lehm, Sand und Schotter, die jüngeren Tertiär- 
Sebilde oft bis zu bedeutenden Höhen, obwohl sie gegen das Mittelgebirge zu, 
Selten grosse zusammenhängende Flächen einnehmen. 

Der Diluvialsand ruht da entweder unmittelbar auf Braunkohle oder auf 

Ee Schieferthon, oder mächtigen Schotterbänken. Im Mittelgebirge bedeckt das 

Diluvium den Fuss der meisten Basaltberge. Ebenso verbreitet wie der Diluvialsand, 
über weit mehr zerstückelt sind hier die Lehmablagerungen. Der Diluvialsand 
bekundet genügend durch seine Uiberreste seinen Ursprung aus den Urfelsarten 
des nahen Erzgebirges. Er enthält Glimmer und Feldspaththeilchen, besonders in 
den oberen Schichten grössere Geschiebe, deren Beschaffenheit je nach dem Absatz- 
Orte wechselt, meistens aber aus Quarz und Gneistrümmern besteht. 

Auf dem ebenen, hochliegenden Plateau, welches sich nordwestlich von 
Postelboro gegen Ferbenz, Ploscha bis gegen Komotau hinzieht und von dem 
Omotauer Bache батана wird, bilden diese Absätze mächtigere, gelbgraue, 
2erreibliche Gebilde von mehr oder weniger feinem Korne, welche weite Fluren 
decken und das Material für dankbare Culturbóüden liefern. 

Drei Analysen der Repräsentanten dieser Ablagerungen mögen hier mit- 
Setheilt werden. 


Chemische Zusammensetzung von Bóden aus der Umgebung von Postelberg. 


E Bóden von 
| Ploscha | Ferbenz | Postelberg 
nn | 
In 100 Gew. Rohbodens sind enthalten. 
B a ER Re ШШ 6:54 21:77 
N TR Ea Пик АНЫ Pa aq 93:46 78:23 
In 100 Gew. Feinerde sind enthalten. 
a hor лс. 727 638 
eg] ab Du coop ne 2:35 2:35 
Glühverlust MEA TERRE 9-62 8 58 
КОШЫ НЕ eov UY QUE Ca 0-182 0171 0158 
| 


96 


| joden von — 
| Ploscha | Ferbenz | Postelberg 


In 100 Kg sind enthalten: 


Zugängliches Kali . . . А И ое | 174 155 165 


Com cr noct ee | 590 260 344 
Schwerlösliches Kali EON RAPI MOOR д d 1426 1005 886 
Dee И ee үкү S =] 1490 1345 
Zagangliche Phosphonsäure „u... un à | 92 65 158 
Gebundene PHUSDROZSMIUS oa УУ, ул e inue EEN 8 5 10 
100 70 168 


15770 13:810 11123 


Een ШОНО? s Vos PE TV NI VENTES T v d 
| 
Aufgeschlossene Silikatbasen . . . . | 


In Procenten des Feinbodens: | 


Gd RE rv n WI Pa Dar ie e p SAC RR НЫ АА Spur 0:01 
ТА relie Keen Ed POMA || 10-68 et 2:43 
DICOTOTOODEBPDOHAUT 4v E elo e oe apr oiv ei SD Spur Spur 
Phosphorsäure . E d ES MERE CHUA 0710 0:07 017 
EA ue зм E ОИЕ E 142 1:34 
ИК Г tu ТТТ Л Re uer UU ко. 057 Spur 0:68 
ЙК ОД M. ААЛ, КЫЗЫ EN EEE 0°91 0:66 145 
VAM I gewartet Adv. Jug dein BEL ж 116 1:32 1:07 
Den MN NN OU И E Ms CRT en 21:48 18:20 21'82 
Iden ERR RPM RT UAE RR XOU LAU ARS ЛК ИЛ ЙИН 73:04 7647 10:32 

Summe. . . .| 10000 10000 99729 
AIUSONDUUD S oM Ee IVO Yee E 87 80 78 


Die Mehrzahl der auf diesen Höhengründen liegenden Felder haben abe! 
leider nur diluvialen Sand und Schotter zur Unterlage und nichts passt wenige! 
zusammen, als das hier herrschende Klima mit dem Verwitterungsprodukte der’ 
vorbezeichneten nach häufigem Regen dürstenden Ablagerungen. Der Boden ist 
allenthalben locker und durchlassend. Geschützt durch das Erzgebirge gegen Norden, 
den warmen südlichen Luftströmungen geöffnet, leidet die Vegetation auf dem sich 
südlich abdachenden Grundeomplex unter dem Einfluss einer hohen Temperatur 
obwohl sie andererseits in der Entwickelung ihrer edleren Theile gefördert wird. 

In der Gegend von Wittoses und Ploscha findet man heidnische Gräber 
und ausgiebige Mengen von Modererde, welche ein willkommenes Hilfsmittel für 
den landwirthschaftlichen Betrieb sind, indem man diese dungkräftigen Erden als 
Compostmaterial verwendet. 

Unter allen Feldern der Postelberger Herrschaft stehen aber an Frucht- 
barkeit und Üppigkeit der tiefen Ackerkrume die Malnitzer Teichgründe oben 
an, die noch vor 300 Jahren ein See waren, welcher durch einen Tunnel Zu? 
Ablassen eingerichtet und bis zum Jahre 1830 als Teich bewirthschaftet, dàn? 
völlig trocken gelegt wurde. Diese Grundstücke bilden ein über Hundert Hectar 
umfassendes Quadrat von gartenänlichem Aussehen, indem an den Grenzen der 
Ackerschläge durchwegs Obstbäume angepflanzt sind. Der Boden dieser Gründe 
aus dem nahen ,Rothliegenden* angeschwemmt, mit den Verwitterungsprodukten 
des Plänermergels vermengt, ist braunroth von Farbe, im nördlichen tiefer liegenden 


97 


Theile von sehr bindiger, im südlichen, höhen liegenden, von lehmig sandiger 
Beschaffenheit. Er wird seit 32 Jahren ununterbrochen mit Zuckerrüben, Hopfen 
und Gerste bebaut und lohnt mit sehr hohen Erträgen, welche sich durchschnittlich 
per Hectar auf 400 Mtetr Zuckerrüben und 30 bis 40 Htl Gerste beziffern. Vermóge 
seiner Tiefgründigkeit und seines Nührstoffreichthums verträgt der Malnitzer Boden 
eine intensive Wirthschaft, so dass Rübe mit Gerste in ununterbrochenem Wechsel 
folgen kann, ohne dass er ausserordentlich gedüngt werden muss und in dieser 
Beziehung erinnert er an die Nilabsätze А gyptens, deren Fruchtbarkeit sprichwörtlich 
geworden ist. Das Skelet des Malnitzer Bodens besteht aus eisenschüssigem Quarz 
mit Glimmer vermengt. Die chemische Zusammensetzung der fruchtbaren Feinerde 
ergibt sich aus nachstehender Untersuchung. 

Auf diesen Boden passen so recht die Worte Liebig's, welche er in seiner 
Agrieultur-Chemie (Pag. 132) anführt. „Was der Landwirth an Nahrungsstoffen 
dem Boden zuführen kann im besten Falle ohne seine Rente zu gefährden, ist gegen 
die Menge gehalten, welche er in seinem fruchtbaren Boden besitzt, so klein, dass 
er gar nicht hoffen kann den Ertrag seiner Felder zu steigern.“ Momentan hoher 
"nd nachhaltig hoher Ertrag müssen daher auseinander gehalten werden. Die 
Skeletmenge dieses Bodens wechselt je nach dem Schlage von 7—18 Perzent, die 
Menge des feinsten Sandes in der Feinerde von 40— 60 Prozent. Hier folgt die 
Aurchschnittliche Zusammensetzung dieses Alluvialbodens: 


| 
In 100 Gew. der bei 100° C getrockneten Erde sind enthalten. 
нысы e uL CS NT TN PE | 1:27 
EB .C АД", Vas. ee е Я 2:03 
ОАО ана nah er d 4115 
есе? SH cs DI qe (cac ap Vra re ED ME 
DOT Жл л» Жол c a a eR олеш эзы Ае е ГУ | 951 
Kalk und Talkkarbonat . Mu A ee, ee " 10:68 
In 100 Gew. lufttrockner Feinerde sind enthalten. 
Dvovoskopieches Wasser o i o у. aos D UA 3:21 
СОЕД Wassen 245. v. vs EUR OE n OP QR IUE 8'31 
BB um Лач ea тоа a Кош ОО 2'25 
RE Ce | LIT. 
ul EE DEN C doque iiu en ‚| 86:23 
| | 
eg 


p 
| 
Al 
| 


98 


In 100 Gew. Feinboden sind enthalten. 
HIE. КУ re е 0:04 
ZUM NL Se L з шу IL M e (n RE 0:07 
ét lc AP DODAD nv. C exse rine Poeti uat 10:69 
Talkkarbonat . . . 2:48 
ВИТО der lu DE 13:17 
KIesolsaulo pinner MR wonach SC 5546 
AM monate deg oder we н belle 14:92 
Kieselsäure und Basen | СОЧ... 8:52 
Caleiumoxyd . . DNE! 
der Silikate MASH a A sui E 1118 
Natron: mahnt, E 0:48 
Kali 2:42 _ 
Summe der Kieselsáure und Silikatbasen . . . . . . . . à 8612 
Kieselsáure-Thon . . . . .. S ем re URN c i Ue 10:28 — 
Aufgeschlossene Basen . . . . . . . 16:49 
Absorption der Feinerde e NAMES 98 
Absorption der Silikate, für sich . . . . . . T NR 113 
Ousmzeehalt vor. Qu Mu Her EA. pn шы 12:81 
In heisser conc. Salzsäure löslich, in °, des Feinbodens. 
АШИ. ee Ve ДАК ee ш ы и, 0:27 
ИШ Ол а у a rn ea К BURN e Aou REUS 0:49 
PHONES ni ue E TET Н 0'19 
Gesammtstickstoffgehalt in Procenteu der Feinerde . . . . . . 0:285 


An vielen Punkten breitet sich in der Postelberger Umgebung echter 
Lössboden aus, so bei Тайпа, Weberschan, Ploscha, etc. und überall, wo er mächtiger 
entwickelt ist, herrscht üppige Vegetation. Hauer charakterisirt den Löss als ein 
Produkt zerstórter, durch Auslaugung und Verwitterung metamorphosirter Gebirgs- 
massen, als eine diluviale Lehmablagerung, bestehend aus einem gleichartigen Ge- 
menge von eisenhaltigem Thon und feinen Quarzkórnchen, dem mergelige Einschlüsse 
eigenthümlich sind. Nach Sandberger, Fallou und Anderen sind die zahlreich ein- 
geschlossenen Schneckenschalen und die wunderlich gestalteten härteren Knollen 
(Lössmännchen) für den Löss charakteristisch. Hilger verlegt die Lössbildung 12 


99 


die Eiszeit und betrachtet unsere Lössablagerungen als Absätze aus Hochwässern 
ähnlich den Schlammabsätzen unserer Flüsse. Bömer kommt schliesslich zu der 
Ansicht, dass der Löss lediglich aus kalkhaltigen Schlammgewässern entstanden sei, in 
denen der Kalk entweder in schwebendem oder chemisch gebundenen Zustande 
vorhanden war. Auch im südlichen ebenen Theile der Lobositzer Umgebung breiten 
Sich zwischen den Orten Lobositz, Sullowitz und Wchinitz mächtige dilluviale und 
alluviale, den fruchtbarsten Distriet bildende Ablagerungen aus. Letztere liegen 
auf Löss, der sich bis an die angrenzenden Pläner und Dasalthóhen hinanzieht. 
Typisch tritt derselbe in den steil gegen die Elbe abbrechenden Wänden wie z. B. 
bei Welhotta zu Tage. Am linken Ufer der Elbe breitet sich der Löss zwischen 
Lobositz, Prosmik, Mlfkojed, Kopist und Briüan in einer sehr fruchtbaren Ebene, 
Bóhmens Weizenkammer, bis an die Eger aus, ein mit allen Reizen einer üppigen 
Daumvegetation geschmücktes Tafelland bildend welches die Staatseisenbahn mitten 
durchschneidet. Zwischen Lobositz, Jentsehitz, Wchinitz und Öernosek zieht sich 
der Löss bis hundert Meter hoch an die angrenzenden Kreide- und Basalthöhen 
hinan. Bei Leitmeritz setzt er am rechten Elbeufer in unbestimmt begrenzten, 
Zerrissenen, kleinen Lagern fort und füllt die Einsenkungen von Ploschkowitz, 
Liebeschitz und Auscha aus, mehr oder weniger abgeündert durch das unterlagernde 
Grundgestein oder bedeckt von noch jüngeren Gebilden, den Alluvionen. 

S Dieses böhmische Lössgebiet nimmt mehrere Quadratmeilen ein. Es ist ein 
über dem Niveau der Flüsse abgelagertes Sediment einer weit verzweigten Diluvial- 
fluth. Während aber der Löss anderer Länder z. D. der Rheingegenden, Österreichs 
U. 8. w. reich ist an den Schalen von Land- und Sumpfschnecken aus den Gattungen 
Helix, Pupa etc., kommen diese im böhmischen Lehm nur vereinzelt vor. Auch 
Polythalamien fehlen. Dagegen beherbergt er oftmals Knochen von ausgestorbenen, 
kolossalen Vierfüsslern. Der Lobositzer Obergrund ist äusserlich vom Löss kaum 
^u unterscheiden, aber kalkarm, für tiefwurzelnde Gewüchse, besonders für den 
Obstbaum wäre dies ein Nachtheil, wenn der Untergrund nicht kalkreicher Löss 
Wäre, der zur Verbesserung des Obergrundes und zum Mergeln kalkarmer Boden- 
arten mit Vortheil verwendet werden kann, wie dies auch am Rhein und in 
Osterreich wirklich geschieht. 

Der Untergrund der Lobositzer Felder enthält bis 18°, kohlensauren 
Kalkes, woraus sich ergibt, dass die gewóhnlichen Schlüsse von dem Kalkreichthum 
der Unterlage auf den des Obergrundes oft sehr trügerisch ausfallen können. 
Anruhend folgt die chemische Zusammensetzung der Ackererden des Tafellandes 
von Lobositz. 

Die nach Schlösing ausgeführte, mechanische Analyse des Bodens ergab in 
Р l'ozenten : 


Im Obergrund: Untergrund: 

aus 15 cm Tiefe aus 1 m Tiefe 
і 4° 
Steinchen, Quarzsand . „зс... ШЫ e ошо 
О уш ыд. ee ы олобо 


Feiner Bandi. |. ha ЧИО COE LEER 


Skelet zusam. . .9Q'O4. . . . « .987 
ké 


100 


Mineralogisch betrachtet, besteht das Skelet dieses Bodens aus einem 
innigen Gemenge von Kalk, Talk, Glimmer und Kieselstaub, welcher durch Thon 
und Eisenoxyd zu einer dichten scheinbar gleichartigen Masse verbunden ist. Im 
Obergrunde findet man auch noch angeschwemmte Basaltfragmente. 


Obergrund Untergrund 
КШК er iu ere udo epar UNE ОТОК 
Konlensalter alere QU uv een ele 
КИШЕТ ТИШ NU A TOETST S ROLLO 
ЛЇЇ К cer rcr ТӨЗ a АШ ИЛО 
99:45 100:00 


Besonders zeichnet sich der Lobositzer Löss durch seine Auflöslichkeit in 
concentrirter Salzsüure aus, da man ihm durch fortgesetztes Digeriren mit dieser 
Säure den grössten Theil der Basen entziehen kann. Der Obergrund enthielt 
nämlich 21:889/, Sesquioxyde und Monoxyde; der in Salzsäure lösliche Theil des- 
selben betrug 18:819/,. Der Grund für dieses Verhalten mag wohl in der ausser- 
ordentlichen mechanischen Zertheilung und theilweisen chemischen Zersetzung dieser 
Mergelmasse liegen. 

Wie Bischof zeigte, hat der Lóss in seiner chemischen Zusammensetzung 
mit derjenigen des Thonschiefers und des Glimmerschiefers grosse Ähnlichkeit, 
was der Vermuthung Raum gibt, dass vorzugsweise diese Gesteine als Materialien 
zur Dildung dieser Ablagerungen gedient haben. Im Gebiete des Kreidemeeres 
scheinen aber auch die verschiedenen Glieder dieser Formation zum Lóss in näherer 
Beziehung zu stehen. Wenn man die Bruchstücke und Steinchen im Löss der 
Lobositzer Ebene näher betrachtet, so findet man, dass sie keineswegs fremdartiger 
Herkunft sind, was wol die Annahme rechtfertigt, dass das Bildungsmaterial des 
Lóssmergels in nicht zu grosser Entfernung, seine Ursprungstätte in den benach- 
barten Gebirgen zu suchen ist. Es scheint, dass das Elbegebiet ausserhalb Böhmens 
zur Zeit der Lössablagerung ein offenes Meer, in Böhmen eine Bucht bildete, in 
der das Mergelmeer seinen Schlamm gleichförmig absetzte. 

Die Bedeutung der alluvialen und diluvialen Ablagerungen bei Lobositz al$ 
hervorragende Nährstoffbehälter für den pflanzlichen Organismus erkennt man aus 
den folgenden Untersuchungen, insbesondere sprechen auch die bedeutenden 
Phosphorsäurequantitäten in den Obergründen des Alluviums des Lobositz-Sullo” 
witzer Tafellandes für ihren hohen agronomischen Werth, wie nachstehende Tabelle 
bezeugt. 


Phosphorsäure löslich in 


Probe von den Feldern: Ke maor Abi petefkätre Gesammtphosphorsáure 
1. Hinter den Seheuern . . . . . 01828 . ООК 
9 Operes schätereiteld. 4... IAA v Loser uet 071602 
%.ҤОШЕШӨ о ОАЕ е ОЕ 
АКРЕ ЧЕ оа E 1032098 
5. Wehmitzer Rohronieki i ~ . ~ d a 4 . e . 0'1834 


mekapellenteld.-II e ME ОООО a у 01697 


101 


Phosphorsäure löslich in 


Gesammtphosphorsä 
10%, Kalter Salpetersäure "n 


Probe von den Feldern: 


ОТСО E ЛӨ Н s. ^ ec ОЧ (URS a re UMSO 


8. A dove vm О ТО ШОВ О deett EK 
Ө ОВК о О ME 
10. " IIb: 4 eet Лр s TL SFO 
kk IN el e D E UNLQDO 


RÉI, 6509 3 A KL 
19. Lobomtzer Galgenfeld vu, 3.011480 34: ОТВ 


Lässt man den kalten 10°/,gen verdünnten salpetersauren Erdeauszug dieser 
Böden drei Tage lang stehen, so geht fast alle Phosphorsäure in Lösung über, 
was bei anderen Erden nur durch Digestion mit kochender starker Salpetersäure 
erreicht wird. 

Allgemein huldigt man der Ansicht, dass die Phosphorsäure im Boden 
Schliesslich als Eisen- und Aluminiumphosphat enthalten sei. Erst Kostitscheff ver- 
öffentlichte*) Studien über das Verhalten der Phosphate in verschiedenen Boden- 
arten, aus welchen hervorgeht, dass sich die Phosphate des Eisens und Aluminium- 
oxydes in Gegenwart von Wasser und Calciumkarbonat unter Kohlensäureentbindung 
Zersetzen. К. spricht die Ansicht aus, dass wahrscheinlich anfangs Wasser die 
Phosphate der Sesquioxyde unter Phosphorsäureabscheidung zersetzt. 

Die letztere wirke nun auf den kohlensauren Kalk ein, mache Kohlensäure 
frei und diese lóst einen Theil des Karbonates auf. Das neugebildete Kalkkarbonat 
Wirkt nun wieder zersetzend auf die Sesquioxyde des Kisens und Aluminiums ein, 
Wodurch immer mehr und mehr Kohlensäure frei wird. Dauert der Versuch lange 
und ist überflüssiges Caleiumkarbonat anwesend, so wird.die gesammte Phosphor- 
Säure selbst in Böden, welche einen grossen Uiberschuss an Eisenoxyd im Ver- 
hültniss zu kohlensaurem Kalk besitzen, an Calcium gebunden. Da nun im Boden 
aus den drei Phosphaten des Calciums, Eisens und des Aluminiums stets dasselbe 
Phosphat hervorgeht, so würde sich auch die gleichartige Wirkung derselben auf 
die Pflanzen erklüren lassen. Gleichzeitig geht aus diesen Versuchen die eigenartige 
wohlthätige Wirkung des Kalkes in kalkarmen eisenschüssigen Bodenarten, wie im 
„Rothtodtliegenden“ besser hervor, indem derselbe ausser anderen Wirkungen, die 
todten Phosphatvorráthe derselben schneller in Lósung, Absorption und Umlauf bringt. 

Von den herrschaftlichen Feldern um Lobositz erscheinen von den auf 
Lóss ruhenden Flüchen am gleichartigsten zusammengesetzt das „Grossstück“, 
dessen Flächeninhalt etwa 30 ha beträgt, das ,Galgenfeld* mit 22 ha, das „Mittel- 
Stück“ und „Röhrenfeld“ mit je 30 Aa von ebener Lage, auf welcher der Löss oft 
Schon nach weniger als Fusstiefe im ausgeprägten Typus auftritt, frei von Gesteins- 
fragmenten und Flusskieseln, aber durch eine weisse eigenthümliche Effloreszenz 
ausgezeichnet, die die Sprünge und Höhlungen mit einer kreideartigen Substanz 
auskleidet. Es enthalten an kohlensaurem Kalk der Obergrund vom „Grossstückfeld“ 
auf 15 cm Tiefe !/, bis 2%,, der Obergrund des ,Mittelstückes^ auf dieselbe Tiefe 


ы 


*) Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft Berlin 1886. 


| 
H 


102 


1/, bis 3"/,, der Untergrund dagegen 4—8% Kalkkarbonat, in ?/, Meter Tiefe 
8—99/,, in einem Meter Tiefe 15—16°/,, in 17, Meter 13—14^/,, so dass die grösste 
Kalkmenge in einem Meter Tiefe angetroffen wird, von wo an sie wieder langsam 
abnimmt. Eine vollständige Analyse des Ober- und Untergrundes von den zwei 
Feldern „Grossstück* und „Galgenfeld* ergab folgende Werthe:*) 


Chemische Zusammensetzung der untersuchten Bodenproben. 


d Herrschaft und Meierei Lobostz | 


Grossstück Galgenfeld 
Obergrund Untergrund Obergrund Untergrund 

In 100 Gew. Rohbodens sind: 
BEE ККУ ДР ОЛИ RER PT AU A de Pe NA 6:20 4'60 780 610 
BD I Do a E e ee‘ 93:80 95:40 92:20 93:90 

In 100 Gew. Feinerde sind: 
BEE er QU M SO IP AC 81:67 82:50 81:20 83:20 
ЖаШ БИШ ШЖ eben (oet ҮП Г d ES 19:38 17:50 18:80 16:80 

In 100 Gew. Feinerde sind: 
Hygroskopisches Wasser . . . . . .. : 2:79 1:78 3110 2:45 
Humus u. gebundenes Wasser. . . . . situ 5:68 3:10 6'67 4:95 
GEO On DB E e 840 488 9:77 740 
(Чё ЕПШШ en a Cos 0°17 0:10 017 0:09 

In 100 Kilo Feinboden sind Grammes: 

Zugängliches | 194 98 180 95 
Gebundenes USATE CP УЖ er 106 342 146 205 
Schwerlösliches 1740 — 1564 — 
Gesammt-Kali ....... re DIA 2040 — 1890 pre 
ООН m Ob H ТШ о v bur EEN 230 40 20 30 
Zugängliche 74 30 68 27 
Gebundene Phosphorsáure ....... 91 120 50 133 
Gesammt- 165 150 118 160 
Aufgeschlossene Silikatbasen ........ 13.810 10.940 12:620 10.205 
In Proc. des Humus und wasserfreien Feinbodens: 
OYDE ante кы Uy 0:04 Spur 0:08 0°05 
ТООТООР Ae 178 15:15 2:20 18:92 
Bittererdenkanbonatı oboe vv De. ala i 016 1:68 0:18 0:28 
Enosphorsäuro s е к 0'16 0'15 019 0'16 
Kal e УТ УКЕ Л И С en 2:04 UM 1'89 RN 
МИ c0. n5 MEO ШИ АЛ И 0:89 U) ` Loi 239) 
POO va a Уук мы к E ДУ УЙУ 115 0'53 1:38 0:80 
`. USUS y EP 1:32 0"98 1-75 114 
Eisenoxyd | | | | | | 
Thonerde B NOR Ga a er art КА 16'87 14:94. 18:89 1547 
Kieselsäure etc. . . « « . . E OPES Uu Tin д — 6414 79:60 65:84 
QUANT iv v voe T MOX em — Séi мш Sc 
ZUDROPDUIDIU d ЖОК de" ee wi s e nare à 78 um 77 = 


*) Die Analysen von „Mittelstück“ und „Röhrenfeld“ sind hier nicht mitgetheilt, weil das 
Zahlenmaterial einen übermässigen Raum eingenommen hätte und die analytischen Er- 
gebnisse geringe Differenzen zeigen, 

DÉI Aus der Differenz berechnet. 


108 


Landwirthschaftlich betrachtet, vereinigt sich bei diesen Böden glücklich 
alles, um sie zu einem in physikalischer wie chemischer Hinsicht vorzüglichen 
Kulturmaterial zu machen. Vermöge ihrer Lage, Mächtigkeit, vortheilhaften Mischung 
und Beschaffenheit, sind sie von Natur aus ganz besonders zum Ackerbau bestimmt. 

Durch besondere Fruchtbarkeit ausgezeichnet ist die zwischen Plänersand 
und Plänermergel eingebettete Ablagerung des Modelbaches unweit Tschischkowitz, 
welche sich seit undenklichen Zeiten daselbst gebildet hat und aus einem grauen, 
mit zahlreichen Muschelschalen übersäeten, kalkreichen, beinahe aus reiner Feinerde 
bestehenden, sehr lockeren und leichten Schlamme besteht und als sogenannter 
»Schelehowitzer Teich“ ehemals zu den fischreichsten Teichen Böhmens gehörte, 
heute aber ein sehr tiefgründiger, seinen Erträgen nach, ein unübertroffener Feld- 
boden ist, welcher beinahe ununterbrochen mit Zuckerrüben bebaut wird. 

Dieser Alluvialboden gehört wol unstreitig zu den allerfruchtbarsten Erden 
Böhmens. Tabak, Hopfen, Luzerne, Rübe, Weizen und Raps gedeihen gleich vor- 
züglich in dieser seltenen Ablagerung. Zum Vergleich mag daher Knop’s Analyse 
des Nilschlammes bier Platz finden und das Resultat der chemischen Untersuchung 
zeigen, wie nützlich, ja dem praktischen Landwirthe unentbehrlich nach richtigen 
Methoden ausgeführte Bodenanalysen sind, wo es sich nicht nur um die Bestimmung 
der momentanen, sondern auch der nachhaltigen Schaffungskraft eines Bodens handelt. 

Welcher fortgeschrittene Landwirth wird dem Kalkboden Kalk oder Mergel, 
welcher einem Humus oder Moorboden nur Stickstoffsalze, welcher einem feld- 
Spathreichen Boden Kalisalze zuführen, selbst wenn er im ersten Falle nur Kalk- 
Pflanzen, im letzten Falle nur kalireiche Pflanzen bauen würde? Jeder wird gewiss 
zunächst den Gehalt seines Bodens an den verschiedenen Pflanzennährstoffen kennen 
lernen, und seine Düngungen darnach einrichten müssen, wenn er mit den geringsten 
Kosten den gróssten Ertrag erzielen will. Die hier mitgetheilten Resultate der Boden- 
analysen beweisen ferner, dass die anfangs ausgesprochene Ansicht, dass die Be- 
handlung der Erden- und Zersetzungsprodukte der Gesteine mit 2%,, mit 10*/, und 
Concentrirter heisser Salzsäure und endlich mit Flusssäure und Natron ihre volle 
Berechtigung hat, wenn es darauf ankommt, den Grad der Verwitterung der 
Silikatgesteine und ihrer Zersetzungsprodukte, sowie deren Werth für die Pflanzen- 
kultur, beziehungsweise Pflanzenernährung festzustellen. 


Chemische Zusammensetzung des Schelehowitzer Schlammbodens und 
des Nilschlamms. 


ЖЕЛЕНИ УЛ e D Me P ratum Р тш m o MEI Nilschlamm nach 
Boden von einer Analyse von 
Schelchowitz Knop 


In 100 Gewth. Rohbodens sind: 


Skelet aiaa R INT wi 1:20 m 

EPIO. Lor ы Acorn е sii ial 98:80 — 
In 100 Gew. Feinerde sind enthalten: | 

Baer THUS a: ee vi 64:98 — 

Thonige Substanz (nach Schlössing) M 3507 — 


e cwm 


104 


ni Le il ET Nilschlamm nach 
ы de ^ 
lo 100 Gew. Feinerde sind: | 

Hygroskopisches Wasser Ge 4:03 3.10 
Humus und gebundenes Wasser i 1077 6'11 
Egala ndz hoi Уз A E лы: 2 14:80 9:21 
Gesammtstickstoff obe quta Dot 0:36 — 

In 100 Kilo Feinboden sind Grammes : | 
Zugängliches | 220 — 
Gebundenes Kali rd 370 — 
Schwerlösliches 870 — 
(Gxesammt- 1460 — 
Natron in CIH löslich ; 410 d 
Zugüngliche | | 129 EEN 
Gebundene Phosphorsäure ie 101 ‚A 
Gesammt- | | 230 um 
Aufgeschlossene Silikatbasen . . . . . . " 14:744 15:59 

In Proc. des Humus und wasserfreien | 

Feinbodens: 

ОШО ET EN лу RR B Lieb ү 0°06 
Gyps LE te 0:28 Spur 
КООШ ea UT | 28:28 3:30 
Bittererdenkarbonat  . Mare sb ДУУ? 1:45 0:76 
Phosphorsäure . 0:28 — 
Kali 1:46 
Natron . . 1:02 | GA 
Bittererde . 1:28 99 
Kalk . 4:90 3:24 
Eisenoxyd . 1:30 15:10 
Thonerde . 12:01 16:40 
Kieselsäure 44:89 51:50 
Quarz 2:05 
Absorption { 112 180 
Absorption der Silikate für sich ; 149 


Im Schelehowitzer Teichboden wird absichtlich Raubbau getrieben und 68 


zeigt die Zusammenstellung der dreissigjährigen Erntererträge an Rüben, 


dass 


selbst in einem so fruchtbaren Boden nach und nach eine Ernteabnahme eintritt, 


wenn derselbe ohne Düngung ununterbrochen Ernten hervorbringen soll. 


Weil die 


Rübenerträge je nach den Witterungsverhältnissen der Jahre grossen Schwankungen 
unterliegen, so wollen wir die Durchschnittserträge von 10 zu 10 Jahren anführen. 
Dieselben betrugen in der 


105 


I. Periode vom Jahre 1855—1866 — 385 Met pr ha. 
II. X : „ 1867—1876 — 380 „ » , 
ш. b N e 1877-1886 — 312 „ „ 

Das letzte Dezennium war im Allgemeinen regenreicher und fruchtbarer 
als das zweite und erste Dezennium, trotzdem sind die Erträge im langsamen 
Sinken begriffen und gegenwärtig wird der angeführte Boden bereits mit anima- 
lischem Dünger reichlich gedüngt. 

Der dreissigjährige Durchschnittsertrag an Rübe im Lössboden beträgt 
210 Mate, und es übersteigen daher die Ernten des Teichbodens noch immer namhaft 
diejenigen des Lössbodens. 

Wenn die geognostische Beschaffenheit des Bodens einen streckenweise fast 
ünerschüpflichen Reichthum an den Bedingungen der Fruchtbarkeit verbürgt, so 
Sind die landwirthschaftlichen Ansprüche, welche an diese Böden gestellt werden, 
Dicht zu unterschätzen, indem eine intensive Fruchtwechselschaft betrieben, und die 
Hälfte des Areals den Hackfrüchten eingeräumt wird. Die am Schlusse beigegebene 
Tabelle über die physikalisch-chemische Zusammensetzung der untersuchten böh- 
Mischen Ackererden gibt ein übersichtliches Bild des mineralischen Bestandes di- 
verser Ackerböden der verschiedenen geognostischen Formation. *) 

Zur besseren Orientirung wurden die Mittelwerthe der wichtigsten Pflanzen- 
Nährstoffe der Ackerböden aus dieser grossen tabellarischen Zusammenstellung ge- 
20gen und in die folgende Tabelle eingereiht. 


Mittelwerthe aus der tabellarischen Uibersicht nach ihrer geognostischen 
Abstammung geordnet. 


In 100.000 Gew. Feinboden sind enthalten: 


| Tertiäres |. Urgebirge EN Pläner Kreide- | Alluvium und 
_ ÜGneishoden | (neis u, Granit. || formation Diluvium 
Wittingau | Nettolitz | Krumau | Zittolieb | Lobositz 
Ober- Unter- Ober Unter- | Ober- |Unter- | Ober- |Unter- || Ober- |Unter- 
— grund | grund || grund | grund || grund | grund grund | grund grund | grund 
Kali 
Zugängliches Kali . . . . . .| 88| 94| 212| 199] el al 92| mai 178| — 
SUTTUSBOS EHI od eX d 121) 190! 571| 508| 456) 521| 362| 490 250] — 
Schwerlösliches Kal eh |1408 1929 || 1791 | 2032 |1711 | 1773 | 1396 | 1163 | 1353 | — 
Моон i5. s os s «| 1567 2148 | 2574 | 2669 | 2254 | 2374 | 1850 | 1712 [1776 | — 
Phosphorsäure 
Zugängliche Phosphorsäure . .|| 19 d 119 d 45 29| | a] р яти 
ebundene Phosphorsäure ; al talan aa h ав el e 
Gesammt-Phosphorsäure sos] DÉI 69714717794 7148 | 108 90, ЧО 162| — 
Silikatbasen 
Aufgeschlossene MUS nud ДЫ ED | 7165] 6.278] 13.082 | 13.464 | 7.984 9390| 8'999] 10.204 | 1340 | 10,572 
| | 
: Feinerdemenge des Rohbodens 
BUE SS PN | Wë "ro 02-000] "rm 66.000] 64.000) 90.000] 82.000] 90:000] 95:000 | 
"ee 


*) Siehe Schlusstabelle I. wo zum Vergleiche anch ein reicher Basaltboden von Aujezd bei 
Wellemin angeführt ist. 


Mn иес 


— 


106 


Wie ein Blick auf die vorliegende Tabelle zeigt, enthalten die Urgebirgs8- 
ackererden, die Dilluvionen und Alluvionen des Löss und Basaltes die grössten 
Kali- und Phosphors&uremengen, dann folgen die Böden, welche aus der Verwitte- 
rung der Kreideformation hervorgegangen sind, zuletzt kommen die südböhmischen 
Tertiärablagerungen. 

Dagegen enthalten die Urgebirgsböden und das Tertiäre sehr wenig Kalk 
und Magnesia, geringere Feinerdemengen und grössere Quantitäten unverwitterten 
Gesteines (Skelets) und haben bedeutend seichtere Ackerkrumen als die nord- 
böhmischen Kreide-, Löss- und Basaltböden, besonders in den Niederungen und 
Thalweiten, enthalten jedoch niemals so geringe Mengen Feinerde, dass sich 
dadurch die Menge der disponiblen Pflanzennahrung umgerechnet auf rohen Boden 
gegen die Menge der Nährstoffe in den Böden der Sedimentformationen gehalten, 
so ausgleichen würde, dass sich bei angenommener gleicher Mächtigkeit der Acker- 
krume die Ackerböden der untersuchten geognostischen Ablagerungen nicht in der 
oben angegebenen Reihenfolge behaupten könnten. 

Um jedoch die chemische Zusammensetzung von Feinerde der einzelnen 
Ackerböden unter einander besser vergleichen und beurtheilen zu können, wurden 
die sämmtlichen gefundenen Mineralwerthe in eine übersichtliche Tabelle und 
einzelne derselben in graphische Darstellungen gebracht und sind am Schlusse diese! 
Beschreibung mitgetheilt. 

(Tabelle L, IL, IIL, IV.) 

Nimmt man dagegen die Mittel aus sämmtlichen Phosphorsüurebestimmungen; 
welche die Versuchsstation ausführte und rechnet sie auf Procente des lufttrockenen 
Bodens um, so ergeben sich die Mittel- und Grenzwerthe für Phosphorsäure 
folgendermassen : 


Grenzwerthe Mittelwerthe Bestim. Zahl 
йй, Wertiarboden: E (ПОШ e UU ое: 20 
Ий ДТ ӨЙДӨ ЙН ‚еш, Out DB ge e UU и RE, 
in der Kreideformation. . . . 0026-0190 ....0092..... 45 
in den Verwitterungsprodukten 
der Basaltregion э, эзе. 0025-0804  . wv .0:842. . u ч 28 


in den Alluvionen und Dillu- 
Tionen vov ovt. vo vere О sae N Ee у, (ЖИ 071 s и 22 


107 


Anhang. 


Die intensive Landwirthschaft stellt sich die Aufgabe auf gleicher Fläche 
und in gleicher Zeit mehr Pflanzen und höher verwerthbare Pflanzen zu erbauen, 
80 wie mit gleichen Futtermengen in gleicher Zeit mehr Milch, Fleisch, Wolle etc. 
Und wol auch bessere Qualität hervorzubringen. 

Die Mittel zur Erreichung dieses Zieles bestehen in der mechanischen und 
Physikalischen Bodenverbesserung, in rationeller Bodenbearbeitung, in der Erzeugung 
und dem Zukauf von Dungmitteln und Kraftfutterstoffen, um Pflanzen und Thiere 
Teichlichst ernähren und qualitativ bessere Dungabfälle erreichen zu können. 
| Das Experiment lehrt, dass die Verwandlung von Kohlensäure und Salpeter- 
Säure in organische Pflanzensubstanz ohne das gleichzeitige Hinzutreten von den 
sogenannten Aschenbestandtheilen der Pflanzen ein Ding der Unmöglichkeit ist- 
Die Stoffe, aus welchen die Pflanzenasche besteht, müssen daher neben Kohlensäure, 
Salpetersäure und Wasser der Pflanze zugeführt werden, soll sie wachsen, gedeihen 
Und sich vermehren. 

Kann man üppige Pflanzen ohne Regen, Mist und Boden erziehen ? 

Gewiss kann man das und in einer Üppigkeit wie sie bei Feldpflanzen in 
den seltensten Fällen erreicht wird. 

Unentbehrlich sind für alle Pflanzen folgende Verbindungen und zwar vier 

etalloxyde, vier Säuren und das Wasser. Sie heissen: 


Eisenoxyd Kohlensäure 
Magnesia Salpetersäure 
Kalk Phosphorsäure 
Kali Schwefelsäure 


Zehn Elemente innig gesellt, bilden und bauen die organische Welt. Als 
Xyde werden sie von dem Pflanzenkörper aufgenommen. Solche Elemente, die wir 
sonst noch in jeder Pflanzenasche finden, sind indirekt nützliche Elemente (Kiesel- 
ге, Chlor, Natrium, Mangan). Die Pflanze vermag durch ihre Blätter der Luft 
die Kohlensäure, welche in ihr niemals versiegt, zu entziehen und ihren ganzen 
Ohlenstoffbedarf aus dieser Luftquelle vollkommen zu decken. Wenn man daher 
Өш reinsten Wasser alle die vorhin genannten Stoffe, ausser Kohlensäure zusetzt, 
50 kann man Pflanzen im Sonnenlichte, ohne Regen, ohne Boden und ohne Mist 
umus) üppig und gross ziehen. 
In den folgenden vier Salzen sind immer zu je zweien, diese den Pflanzen 
"hentbehrlichen Stoffe enthalten: 
Im Salpeter die Salpetersäure und das Kali. 
Im Bittersalz die Schwefelsäure und die Magnesia. 
Im Knochensalz die Phosphorsäure und der Kalk. 
Im Eisenchlorid das Chlor und das Eisen. 


] 
| 
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"ax MM LEES 


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108 


Lóst man diese drei ersten weissen Salze in bestimmten Verhältnissen, 
unter Zugabe von ganz wenig Eisen in sehr grossen Mengen kohlensauren Wassers 
auf, so dass auf 1000 Theile Wasser ein Theil der Salzmischung kómmt, 80 hat 
man eine Nährstofflösung, in welcher alle Kulturpflanzen nicht nur freudig fort- 
kommen, sondern auch ungewöhnlich reich blühen, und sehr viele Früchte ansetzen. 
Als Beleg, welche Resultate man mit Hülfe dieser Kulturmethode bereits erzielt 
hat, und welcher Vermehrung die Kulturpflanzen fähig sind, mögen folgende Angabe? 
dienen. So erzog Nobbe in Tharandt Buchweizenpflanzen, von denen eine Pflanze 
lieferte: 

119 Gramm lufttrockene Masse 

DK Trockensubstanz. 
796 reife und 108 unreife Samen von einem einzigen Samenkom. Diese Duch: 
weizenpflanze besass eine Höhe von 2'70 m, der Stamm war 1 cm stark, holzharl, 
besass 115 Zweige mit 746 Blättern und 521 Blüthentrauben. 

Knop in Leipzig erzog eine Maispflanze, welche 150:3 Gramm wog und 
142 reife, keimfühige Samen hervorbrachte. E. Wolff in Hohenheim kultivirt 
Haferpflanzen, von denen mehrere 14:9 Trockensubstanz und 254 reife Körnel 
erzeugten, so dass von einem einzigen Haferkorn unerhórte Kórnermengen geerntet 
wurden. Hanamann in Lobositz erzog in Jahre 1879 eine Gerstenpflanze, welch® 
24:5 gr Trockensubstanz und 162 reife keimfähige Samen hervorbrachte, von dene! 
100 Körner 4:5 gr wogen, so viel wie die schwersten Körner der Feldgerste ZU 
wiegen pflegen. 

Mit Recht kann daher der Pflanzenphysiologe gegenwärtig sagen: „Gebt 
mir nur einen Sonnenstrahl und ich will Euch aus Steinen Brod machen.“ Wie 
nun die Erfahrung lehrt, so liefern theils die Verwitterung des Bodens, theils die 
in die Ackererde einströmenden Wässer fast überall ausreichend die zur Ernährung 
der Pflanzen erforderlichen Mengen an Eisen, Chlor, Natron, Kieselsäure, so dass 
es sich bei Beurtheilung der Felder auf hinreichenden Reichthum an Pflanzen“ 
nührstoffen fast immer nur um die Beantwortung der Frage handelt, enthält de! 
Boden genug an Phosphorsäure, Stickstoff, Kali, Schwefelsäure, Talk und Kalk und 
in welchen verschiedenen Löslichkeitsverhältnissen, so dass sie von den Pflanzen 
auch aufgenommen und verwerthet werden können. Soll eine Pflanze wachsen und 
gedeihen, so muss sie alle Stoffe, aus denen sie besteht, aufnehmen können, sie 
müssen ihr im aufnehmbaren Zustande während ihrer Vegetationszeit geboten 
werden. Früher glaubte man ganz allgemein, der Humus sei die Pflanzennahrung 
heute wissen wir, dass er als solcher bedeutungslos ist, doch aber ein nicht minder 
wichtiger Bestandtheil des Bodens ist, weil er auf die Bodengahre und den physi- 
kalischen Zustand des Bodens so wohlthätig wirkt, dass er durch keinen anderen 
Stoff besser und billiger ersetzt werden kann. 

Die Anwendung des Stalldüngers bringt aber eine Vergeudung einzelner 
Pflanzennährstoffe mit sich, die schon reichlich genug im Boden vorhanden sind, 
wührend die mangelnden in ungenügender Menge zugeführt, nach den Bedürfnissen 
des Bodens und der Pflanze nicht regulirt werden können. Um reichliche Ernten 
zu erzielen, muss man zunächst den natürlichen Reichthum des Bodens kenne? 
lernen. Um diese Kenntnis zu erwerben, darf man keine Mühe scheuen. 


109 


| Was verschafft den Gewinn bei der Landwirthschaft? Die Düngermenge! 
Denn der Dünger ist die Ernte. Kein Dünger, kein Ertrag; wenig Dünger, wenig 
Ertrag; selbst der reichste Boden sinkt im Ertrage nach 20—80 Ernten. 

Pachtzins, Steuern, Anbaukosten und Saatkern sind stets dieselben, ob der 
Ausfall der Ernte gut oder schlecht ist. Weil aber diese Ausgaben gemacht werden 
Müssen, so werden, je mehr Hektoliter man erntet, auch die Kosten, die auf jedem 

ektoliter haften, um so geringer sein. Die Rechnung gestaltet sich dann, wie hoch 
beziffert sich die Mehrausgabe für Dünger, wie gross ist der Mehrertrag an Getreide, 
Rübe oder überhaupt an anderer Frucht? Hat man nicht mehr Stalldünger, um 
besser zu düngen, so greift man nach den Handelsdüngern. Sollen aber Stallmist 
Und chemische Dünger ihre volle Wirkung äussern, so muss hinreichende Feuchte 
"nd Gahre des Bodens vorhanden sein, und der Boden gehörig zubereitet werden. 

In dieser Beziehung wirkt der Dampfpflug sehr segensreich. 

E Gewöhnlich steht die Pflanze so tief unter dem Erdboden, als sie hoch 
über demselben steht, tiefgehende Pflanzen wurzeln noch tiefer und durch die Ver- 
tiefung und Lockerung des Bodens präparirt man den Pflanzen nicht nur einen 
Seeigneteren Standort, sondern durchlüftet und durchfeuchtet man die Erde auch 
Weit besser und erreicht hierdurch eine Verbesserung der Bodengahre, ein besseres 
Ansammeln der Winterfeuchtigkeit, ein tieferes Eindringen des Regenwassers, eine 
8leichförmigere "Vertheilung der Dungstoffe und eine raschere Verwitterung der wirk- 
Samen Bodenbestandtheile; in nassen Jahren einen leichteren Abfluss des Regen- 
Wassers, Erst ein physikalisch gut zubereiteter Boden lohnt die Verwendung der 
unger., 

Aus den Rothamstedter Versuchen ergibt sich, dass selbst ein Boden von 
hoher natürlicher Fruchtbarkeit, der zu Beginn des Versuches grosse Quantitäten 
ganischen Stickstoffes aus einer vorhergegangen Vegetation und einen grossen 
"Ineralstoffvorrath besass, der nacheinander an 40 Weizenernten getragen hatte und 
m Durchschnitt dieser Jahre 19:4 hl. Körner pro ha lieferte, durch den fortgesetzten 
Anbau dieser Kulturfrucht erschópft wird. Der Boden lieferte im ersten Dezennium 
141, im Letzten 92 Al K. pr. h. — doch waren die Witterungsverhältnisse der 
letzten Jahre sehr ungünstige, die der ersten zehn Jahre günstige und da dieser 
Faktor die Erntehóhe beherrscht, so bleibt man über die Grósse der Erschópfung 
Шш Unklaren. Doch kann sie bei dem natürlichen Reichthum dieses Versuchsbodens 
е so bedeutend gewesen sein, weil sich jede an Stickstoffsalzen freie Mineral- 
"ngung nicht nur nicht bezahlt machte, sondern den Ertrag selbst im vierten De- 
“ennium nur unbedeutend steigerte. 

Durch Ammoniaksalze und Chilisalpeter allein wurden die Weizenernten 
auf das Doppelte gesteigert (96 Kg Stickstoff pro ha) und eine Mischdüngung von 

enselben Mengen Stickstoff und Mineralsalzen brachte einen unwesentlichen Mehr- 
ertrag, Stallmist allein leistete so viel, wie die künstliche Mischdüngung und obgleich 
derselbe eine bedeutend grössere Menge an Stickstoff, Kali und Phosphorsäure 
98488 als die gegebene Handelsdüngermischung, so gab die Stallmistparzelle doch 
keine höheren Erträge als die mit Kunstdüngermischung gedüngte Parzelle. Mit 
dem Mist gelangten aber noch bedeutende Humusquantitäten in den Boden. Weiter 
lernen. wir aus diesen interessanten Versuchen, dass zur Hervorbringung einer gleich 


110 


grossen Ernte wenigstens doppelt so viel Stallmiststickstoff als Ammoniak- oder gar 
Salpeterstickstoff nothwendig war. 

Aus Thaer’s Versuchen *) über den Stickstoffbedarf der Kulturpflanzen ergibt 
sich, dass bei höheren Stickstoffgaben im Dünger die Natur mehr, nicht weniger 
aus den natürlichen Stickstoffquellen ergänzt und dass, wenn der Mensch kargt, 
ihm auch die Natur ihre Beigabe versagt. Versuchsansteller kommt zu dem Resultat, 
dass für sein Versuchsfeld und unter den mittleren Witterungsverhältnissen die 
Hälfte desjenıgen Stickstoffs als Düngergabe erforderlich ist, welche man in der zu 
erwartenden Ernte zu gewinnen hofft, bei Wurzelfrüchten, Ölpflanzen könne man 
wohl noch bis auf 609%, des zu erwartenden Stickstoffes in den Kulturpflanzen gehen. 
Zwischen dem Anfangsbedarf an Stickstoff werde indess bei Cerealien und Legumi- 
nosen ein Unterschied bestehen, da letztere bei Stickstoffzufuhr sich weit schneller 
als erstere entwickeln werden. Die neueste Broschure des Englünders John Prout") 
eine viel gelesene Schrift in England und Deutschland — behandelt ebenfalls den 
lohnenden Ackerbau ohne Viehzucht und Stalldünger. 

Prout kommt auf Grund einer 25jührigen Bewirthschaftung im Grossen mit 
reinem Handelsdünger zu dem Schlusse, dass ein gewisser Procentsatz an Humus, 
welcher so zu sagen selbstthätig durch die Ernterückstánde dauernd auf seiner 
Höhe erhalten wird, im allgemeinen zur Erzeugung befriedigender Ernten hinreicht, 
weshalb ein darüber hinausgehender Uiberschuss keinen ókonomischen Werth hat 
und Verschwendung ist. P. beruft sich auf die Anweisungen des englischen Agri- 
kulturchemikers Völker, welcher auf Grund der chemischen Untersuchungen des 
Gutsbodens dem Besitzer an die Hand ging, wie er das todte Bodenkapital gt: 
schliessen und die bedeutenden Vorräthe desselben an Mineralpflanzennahrung ver“ 
werthen kónne. 


Die drei bewirthschafteten Bodenarten enthielten in Procenten an: 


1; 2. 8. 
ооо Dua or mir. UU. UIT S UIT 
Salpetersáure . - Coor ОЧОТ 0001 
Phosphorsäure = 0141 0:204 0141 
Kal an Ф 0:365 0:468 0:320 
Kae T 3 1360 3312 0670 
Magnesia л, узу, З 0:400 0:432 0:266 
Schwefetsäure i 0:060 0:109 0:061 
Gesammtkali . . = 0789 0:986 0505 


Vom chemischen Gesichtspunkte ist Nro. 2 der reichste der drei Böden- 
Alle drei Erden enthalten hinlängliche Vorräthe an mineralischer Pflanzennahrung- 
P. verliess die Stallmistwirthschaft und baute bloss Halmfrüchte unter Ver- 
wendung von Handelsdüngern 20 Jahre lang mit wirthschaftlichem Gewinn, indem 
er die Ackerungen durch einen Dampfpflug verrichten, den Anbau und die Ernte 
durch die Hand und das Gespann besorgen liess. Die Handelsdüngerrechnung belief 


*) Biedermanns Centralblatt für Agriculturchemie 1884. 
"*) A, Küster Lohnender Ackerbau ohne Vieh. Berlin 1889. 


| 
|] 
| 
| 
| 


111 


Sich auf 123 Mark pro ha des ganzen Gutes und bestand in Phosphaten und Stick- 
Stoffsalzen. Kalidüngungen gaben verneinende Ergebnisse, Kalk blieb ohne Erfolg. 
Der Siebzehnjührige Betrieb brachte in den ersten 4 Jahren Nichts, in den nächsten 
neun Jahren 17:300 M. und für die 4 letzten Jahre 25'260 M. in einem Jahre 
oder 138.37 M. pro ha. von dem ganzen Gute. Der Landwirth kann für einzelne 
Nährstoffe hohe Preise zahlen, weil er in den einzelnen Fällen dadurch die anderen 
im Boden in grösserer Menge vorhandenen Nährstoffe, also das Bodenkapital erst 
auszunutzen vermag. 


Der Pflanze ist es aber auch nicht einerlei, welche Zusammensetzung die 
Nahrung hat, welche man ihr darbietet und bei Verwendung von Handelsdüngern 
Muss eine richtige Wahl getroffen werden, die sich nach der zu kultivirenden 
Pflanze und dem Boden richten wird. Weil die fehlende Mineralnahrung eines 
Ackerbodens aus Steinbrüchen und Bergwerken billiger, als wie aus Stallungen und 
Kloaken zu haben ist, so wird der rechnende Landwirth das lösliche umlaufende 
Nährstoffkapital nicht nur durch organische Dünger, sondern auch durch Mineral- 
dünger ergänzen, weil der Nutzen dieser Düngung bekanntlich vorzüglich darin 
liegt, dass man den im Minimum im Boden vorhandenen Pflanzennährstoff, durch 
dessen Vermehrung erst die anderen Nährstoffe zur Wirkung gelangen, im Boden 
beliebig anhäufen kann. Die meisten Kulturböden haben Mengel an löslichen, von 
den Kulturpflanzen assimilirbaren Stickstoff; deshalb ist es auch der verbreitetste 
Und gesuchteste Dungstoff. Die natürlichen Stickstoffquellen fliessen viel zu spärlich 
und die im Boden enthaltenen löslichen Stickstoffsalze gehen durch Auswaschen 
Wieder verloren, so dass man für die Ausnützung und für die Vermehrung derselben 
bei intensiver Wirthschaft stets Sorge tragen muss. Weil aber der Stickstoff der 
theuerste Dünger ist, und im Boden der Oxydation und Auslaugung unterliegt, so 
darf er nicht im Uiberschuss gegeben, sondern muss den Kulturpflanzen zugemessen 
"nd nur zu bestimmten Zeiten verabreicht werden. 


Die billige Beschaffung des Stickstoffes ist aber eine der ersten Bedingungen 
für eine ökonomische Produktion und im Liebigschen Sinne hat Schulz-Lupitz ein 
Bewirthschaftungssystem aufgestellt, vermöge welchem die aus der Athmosphäre ge- 
Winnbare Stickstoffquelle gefasst und in hervorragendem Grade dienstbar gemacht 
Werden kann. Der Stickstoff, sagt Schulze, ist ausser dem Wasser der gewaltigste 

otor der Pflanzenproduktion, ihn zu Rathe zu halten, darin liegt Oekonomie, seine 
Unerschöpflichen natürlichen Quellen sich nach Kräften dienstbar machen, das schafft 
ermögen und deshalb wird man in zweckmässiger Rotation den „stickstoffzehrenden“ 
Ulturgewüchsen die ,stickstoffsammelnden* Pflanzen folgen lassen und letztere 
reichlich mit Mineralstoffen versehen. — Wagner’s Versuche zeigen auch, dass sich 
das specifische Düngerbedürfniss mit dem durch die chemische Analyse der Aschen 
èr geernteten Pflanzen ermittelten specifischen Nährstoffbedürfniss nicht deckt, 
Ogar oft im direkten Gegensatz zu diesem steht. Kalipflanzen z. B. haben die 
Fähigkeit, grössere Mengen Kali aus dem Boden an sich zu reissen, als Pflanzen, 
le an diesen Stoffen arm sind. Es gilt daher, das Düngebedürfniss des Bodens und 
48 specifische Nährstoffbedürfniss der Pflanze ans einander zu halten und zu 
'efriedigen, 


112 


Schulz hält den Wundklee für den besten ,Stickstoffsammler*, welcher die 
Lupine übertrifft, nach ihm folgt der Rothklee, die Erbse und die Wicke. Durch 
Schulze’s Fruchtfolge ist dargethan, dass unter Anwendung von Kali und Phosphaten 
bei zweckmässiger Fruchtfolge, selbst ohne jede Stickstofflüngung dem Boden an- 
sehnliche Stickstoffmengen und Ernten abgerungen werden können. Es werden aber 
die Erträge abnehmen, sobald der Vorrath an Bodenstickstoff und Phosphorsáure 
theilweise erschöpft sein wird. Man kann den Obergrund auf Kosten des Unter- 
grundes eine Zeit lang bereichern, auf die Dauer müssen beide Bodenschichten an 
Stickstoff verarmen. Sch. hat nur einen kleinen Beitrag zu der noch ungelösten 
landwirthschaftlich wichtigen „Stickstofffrage* geliefert. 

Wagner hat gezeigt, dass Klee und überhaupt die Leguminosen obwol sie 
zur Erzeugung einer normalen Ernte dreimal mehr Stickstoff benöthigen als die Ce- 
realien, Rüben, Kartoffeln und Raps ete. trotzdem, wenn sie mit Stickstoffsalzen 
gedüngt werden, unter normalen Kulturverhältnissen auf unseren hochkultivirten 
Ackerböden keine nennenswerthen Mehrerträge liefern, und dass man nur bei den 
Getreidesorten, dem Raps, den Rüben und Kartoffeln, durch Stickstoffdüngung 
eine hohe Rente erzielen kann. Die neuen Forschungen lehren, dass die Halmfrüchte 
die geringste Fähigkeit besitzen, sich Stiskstoff sowol aus den natürlichen Quellen 
der Luft, als auch aus den im Boden vorkommenden, schwer löslichen organischen 
Stickstoffverbindungen anzueignen und dass sie einer leicht lóslichen Stickstoffdüngung 
am meisten bedürftig sind. Diesen Pflanzen folgen die Hackfrüchte und der Hopfen. 
Sie nützen den leichtlöslichen Bodenstickstoff weniger gut aus wie die Halmgewächs®, 
lohnen aber doch in den meisten Fällen die Verwendung von leichtlöslichen Stickstoff. 

Am wenigsten rentirt sich die Stickstoffdüngung bei den Futtergräsern, 
weil die geerntete Substanz einen relativ zu geringen Werth hat. Wiesen muss 
man mit billigen Abfällen düngen. Gar nicht angezeigt ist die Stiekstoffdüngung 
bei Leguminosen und Klee. 

„Damit aber der Stickstoff eur vollen Wirkung. gelange, sind Phosphorsdure 
und die übrigen mineralischen Nährstoffe im Uiberschuss zu bieten“. 7) 

Die Bodenanalysen zeigen uns aber zunächst, dass wir in sehr vielen unter- 
suchten Böden an löslicher Phosphorsäure geringere Mengen haben, als zur nach- 
haltigen Steigerung der Bodenerträge nothwendig sind. Wir haben auch gesehen, 
dass ganze Landstrecken Mangel an Kalk, Magnesia und Schwefelsäure aufweisen 
und da letztere besonders von den Leguminosen in grösserer Menge benöthigt werden, 
dass wir neben Kali auch auf die Vermehrung dieser Stoffe im Boden Bedacht 
nehmen müssen. Weil wir aber eine baldige Rente erwarten, so wenden wir mit 
Recht nur die leichtlöslichen Phosphate, die hochgrädigsten Superphosphate an, 
mit welchen wir aber neben der Phosphorsäure auch die Schwefelsäure und geringe 
Mengen Kalk dem Acker zuführen. 

Kalkmergel und gebrannter Dolomit werden auf den früher bezeichneten, 
südböhmischen Gütern in grossen Mengen mit ausserordentlichem Erfolge verwendet, 
und obwohl der Stallmist auf sämmtlichen Besitzungen den Hauptdünger bildet, 8? 
wird zu Hopfen, Getreide, Rübe und Raps in von Jahr zu Jahr steigenden Mengen 


*) Wagner, Steigerung der Bódenertrüge durch Stickstoffdüngung. Darmstadt 1888. 


29 


\ 118 


dennoch mit grösstem Vortheil Chilisalpeter, Ammoniakphosphat und Superphosphat, 
in humusreichen Böden Thomasschlackenmehl verwendet. Im Jahre 1865 herrschte 
nur der Stallmist, auf keiner Herrschaft wurde Kunstdünger verwendet, den Dün- 
gungsversuchen brachte man nur Misstrauen entgegen und da in trockenen Jahren 
unbestimmbare Wirkungen oder gar Misserfolge eintraten, begann man die Handels- 
dünger zu unterschätzen und vornehm zu ignoriren. Den fortgesetzten Bemühungen 
der chemischen Versuchsstation, ihren zahllosen Düngungsversuchen und vielen 
Sründlichen Bodenanalysen, welche die Wahl der jeweiligen Düngstoffe bestimmen 
halfen, unterstützt durch das Zuthun der jüngeren Landwirthe ist es zu danken, 
dass Schritt für Schritt das Zutrauen in die Kunstdüngung wiederkehrte, dass die 
gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse praktisch verwerthet werden konnten und 
die oben bezeichneten Kunstdünger als Beidünger des Stallmistes immer unent- 
behrlicher wurden, dass ihr Verbrauch auf den herrschaftlichen Besitzungen von 
Jahr zu Jahr bedeutend zunahm und wie die folgende Zusammenstellung beweist, 
Zu einer allgemeinen Verwendung 'grösserer Quantitäten von Superphosphaten und 
lóslichen Stickstoffsalzen geführt hat. 

Die einst unbedeutende Düngerkontrolle der fürstlichen Versuchsstation Lo- 

bositz fordert heute bereits eine umfangreiche analytische Thätigkeit, die nicht mehr 
entbehrt werden kann. Auf sämmtlichen hochfürstlich Schwarzenbergschen Herr- 
Schaften in Böhmen wurden an Superphosphaten und Stickstoffsalzen laut Geschäfts- 
Protokoll verwendet und von der Station kontrollirt: 
Vom Jahre 1866—1870 nur 43 Düngermuster, wovon jedes Muster einem 
Waggon erkauften Düngermaterials entsprach. Vom Jahre 1871—1875 etva 82, von 
1876—1880 an 229, von 1881—1885 — 331, von 1886—1890 über 627 und doch 
Wie gering ist noch die Menge verwendeten Handelsdüngers in unserem gesegneten 
Vaterlande gegenüber jenen Quantitäten, welche in England oder in einigen deutschen 
Provinzen jährlich verwendet werden. 

Sämmtliche Winterungen werden mit Stalldung, fast alle Rübensaaten mit 
Handelsdünger (Ammonphosphat) versehen und es ist nur noch zu versuchen, in 
Wie weit zu Leguminosen die Kaliphosphate zu verwenden sind. 

Rechnet man hinzu, die in den letzten Dezennien aufgebrachten grossen 
Kalkquantitäten und Dolomitmengen, dann in Südböhmen die Holzasche, den Feld- 
Spath, die Osmosewässer und die Schlammalluvionen, welche in Form von Composten 
Autzbringend jetzt auf den Äckern verwendet werden, so bekommt man einen Begriff 
von der grossen.Zahl von Hilfsmitteln, die neben dem Stallmist, Dank den Fort- 
Schritten der Agrikulturchemie, heute als lohnende Motoren der organischen Pro- 
duktion dem modernen Landwirth zu Gebote stehen, sein Düngerkapital im Boden 
Vermehren, seine Produktion steigern helfen. 

Auf Grund wissenschaftlicher Düngungsversuche kam Sicherheit in alle 
Operationen und Uiberzeugung in die Gemüther. Nicht allein die Nothwendigkeit 
des Ersatzes der den Kulturflüchen entzogenen Pflanzennährstoffe, als vielmehr ge- 
řade die Auffindung von zahllosen Quellen ‘zur Mehrung derselben, charakterisirt 
die nützlichen praktischen Consequenzen der neuen agronomischen Lehren, deren 
hervor 'agende Vertreter als die grössten Wohlthäter der Menschheit unseren Dank 
Verdienen. 


INHALT. 


Seite 

Einleitung `. . . vtl 3 
Ünersuchungeneiode «esee eee eee eee eres eus В 
Chor Bitdbülmische desttArbUdBD. 4.5. vade tT KD HP Fc s ctp e eie Sp te 19 

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Aschenanalysen von Gersten- und Kornstroh aus —— ЁН ӨЙ u. thonigen Tertiärböden 33 
Ergebnisse der Kalkdünpung in.diesen Böden! «u virge elle ele ОЛОТ DRAN 34 
Tortärböden топ. ТОНОГ, und: Деш „u... nein ME «чк 35 
Ackererden von Lhota, Schwamberg, Wall ..... Cu EE re Re т WÉI 37 
Phosphorsäuregehalte dieser Ackererden und ihrer ИНЧЕ o E U 
ВЪЛНИ VES UAR VON ЖЫ eus 2 
Analyse des Netolitzer grauen Gneises, des zerfallenen Steines wid dip Erde QUOI WA 
Analyse eines rothen Gneises aus dem Elbsteinbruche bei Libochovan. . . . . . . . . 41 
Physikalisch-mineralogische Analysen von Gneiserden |. . . 4 ee neun иа vin 43 
Chemische Bodenenalvse von Feldern Del РӨ ТОЁ, s.e 6 soere жож LCS Selon nya 44 
Zusammensetzung der Ackerböden von Schwarzenberg und йЙша............. 49 
Böhmisches Mittelgebirge `... IA 1 54 
Über den Loboschbasalt, Phonolith und deren Zersstsungsprbäulktie | ^ 55 
Über den Radobylbasalt und dessen Verwitterungsprodukte |... . un ee ай» 59 
Über den Ovčin- und Homolkabasalt und dessen Verwitterungsprodukte d qe Troie И 

Über den Magmabasalt, die Verwitterungsrinde und den Basaltthon von О hlumek bei Pschan 66 
Der Kahleberg bei Borec . . . . D Be aec ОН HE, И 
Über den Wostrybasalt bei Milleschau Ао QUSE Rp 1S, SID ESO HE FON ОЕ АШЫ 
Böhmische Kreideformation . . . DIR. AR. BON HP PERS AN Т1 

Über die chemische Beschaffenheit den Teplitzer Schichten und deren Verwitterungsprodukte 12 
Der Bacculitenmergel und die Erde desselben von Priesen bei Postelberg ......... 15 
Die Beschaffenheit des Teplitzer Mergels vom ОШКО MUREL une A 16 
Chemische Zusammensetzung der Weissenberger Schichten bei Laun und Zittolieb 18 
Über die Kulturbóden von Zittolieb . . . . .. uA WINE N C 
Über das Silikatgestein aus dem Lichtowitzer ӨШ Ө und КҮР, Versiytétingageodubta 83 
Die Zusammensetzung des Kalksteines und der Verwitterungsrinde von Sullowitz . . . -> 84 
Zusammen teung dor. ООСО Mergel 1 0 4 En КЫ To oc rp лелеге терси 85 
Die chemische Beschaffenheit ihrer Zersetzungsprodukte 86 
Die Dfinover Knollenschichte . . . .... f MITES 89 
ge RR ЕИН APUNTES oes TE 91 
Über den Wehlowitzer Pläner ani seine E T дөн TINA AR AM X ys 

Die chemische Zusammensetzung des Plänersandsteines von Tfeboc . . 2 . . 2 2 nn * 93 
Diluvial- und.Alluvialbódem — roe "e « * v.s FISSO V CE 95 
Chemische Beschaffenheit einiger Postelberger OSTSEE rn 97 
Beschaffenheit des Lobositzer Tafellandes ‚101 
Lässbodenanalysen ... 2 d'V EURO ET еа ИК ug 
Der Schlammboden von ЖОЕ j 1.398 
Anhang . MN TONERS ‚101 
erh Ill oS rr ee ade e 118 


Tabellen und Tafeln. 


| 


Physikalisch-chemische Zusammensetzung böhmischer Ackerböden. Tabelle I. 


inn 


BZ ——————— N o — 


Tertiärböden von Gneisböden von Urgebirgsböden (Granit u. Gneis) | Plänerböden | Plänermergelböden | p ser; "Rothllegendes ei "S v | Basalt | Quader 


TNAN ON EE ER ek SSES EG E We LE de SU EN ы т! че > 


Lopositz 


Bestandtheile Meierei Berghof De Meierei Mühlhof | M. Neuhof | M. Petrhof Aber М. Zitna Krainorhof M. Neuhof Meierei Krenau | Meierei Favorittenhof | M. Neuhof| Meierei Zittolieb Meierei Chlumdan | Meierei Briloch pe Thi Meierei Lobositz | eech 
| , | N 


2) Velká u Budw. ‚| Nadije è Schwamm- Spalen ў 
Jilj ke dvoru bejkovnice| silnice Purkrabsky Moon, bergfeld Sadafelder (МАТ. Pejsarka | Bergfeld 


Oberes Ka-| Kögler Kladner | Unteres ‚ 4 Hinter [Unterer Fa-| Ober der |. |  Uebern Uebern [Маг Ta-| |. . A ER en Schel- | | . | Kotto- 
pellenfeld | Quirten | Quirten |Stadtholzt,| Rundfeld Schüttbod.|sanengarten| Kirche |Gegen Таш Wäldchen | Garten | bulka | Diwitz | Grossstück | Galgenfeld del Anjezd we 
— - - Ir — je - - 


| 
| 


| 


Obergrund 
Obergrund 
Obergrund 
Obergrund 
Obergrund 
Obergrund 

grund 
Obergrand 


t 


In 100 Gewiehtstheilen Rohbodens 
sind enthalten: 


ШШЕ oss res : 9 8,1 | T 30,1 4 |43,4 |: 3,0 | ; j 40,0 6,2 
BEEN. ooo s | £ 54, 69,9 4 j 88,0 N | 1,0 199, { 60,0 | 93,8 


In 100 Gewichtstheilen Feinerde | 
sind enthalten: | 


Sandiger TEMP ues у : 63,5 78,4 £ t 4 Д ) 86 5.8 16,4 163,4 | 81,67 182,50 83,20 [64,93 94,73 | 
Thonige Sühstanz. а 36,5 21,5 |18,8 38,9 (2! 19:19 ү ), 30, Д 8. 4,2 23,6 |36,6 | 18,33 |17.50 16,80 35,07 { 


In 100 Gew. Feinerde sind: | 


Hygroskopisches Wasser . . . . 4,13 3,12 , 1,85 2 2,00 2,90 0| 2 2,45 | 4,03 
Humus und gebundenes Wasser 08 18,49 5,23 ў ; | : 8,59 | 7,88 i ‚67 | 4,95 110,77 


Basta... j 18 122,62 j 8,38 | 8, t | 10,59 10,78 ‚16 | 8,4 40 14,80 11,80 


In 1000 Gew. Feinerde sind Stick- , 
stoff: en ) x 3,14 1,85 DP d 2,24 р 5 D 3,62 1,98 


In 100 Kilo Feinboden sind 
Gramms: 


Zugängliches Кап!) . . 43 ; 190 |] | | ] 4 2 121 e ‹ 5 ТӨТ 125 58 98 | 194 9 30 2 182 


Gebundenes Kali?) .......| вә | 170 251 233 | 114 579 5 | 328 315 130 408 412 284 460 | 447 | 433 100 | 470 | 106 | 342 | 146 | 205 | 370 | 390 | 239 | 
Schwerlösliches Kali?) . . vn 1780 32 |1630 1913 |1: 2 1356 |2360 1611 1960 11877 1501 1452 1680 1264 1681 1840 580 12412 |1740 11564 870 |1998 11356 | 


EE ола 1969 1910 1370 1: 2080 |2120 |3100 2880 2363 | 2256 | 2352 2009 2223 — 1653 2203 2326 T50 2980 12040 | 11890 1460 11800 heen | 
Natron (in Olh. löslich) .... 9 | 46 47 60 : 25 | 70 | 110 150 Spur Era 17 52 104 : 35 39 83 | 1 40 | 120 | 20| 30 |410 | 210 | 90| 
Zugüngliche *) Ee | Spur | 109 | 18 | 268 72 27 30 115 | 68| 4 4| : 8 35 55 | 13 | 68 | 27 | 129 | 100 
Gebundene з) | 


| Phosphorsäure 


10 91 | 12 50 | 189 | 50 


67 | 48 | 38 Geng E ag 30 105 99 | 52 3| 55 64 | 54 3| 85 72 4| 57 | 95 


| Se, | 
Gesammtphosphorsäure . . . . . | 64 15 52 38 30 | 130 | 160 | 26 | 280 | 182 | 102 3 $ 145 | 79 85 | 90 || 179 | 12 16 | 80 2 | 80 | 140 | 165 | 150 | 118 | 160 | 230 | 150 80 | 
ufgeschlossene Silikatbasen . . 18,870 12,270 0 6,320 10,430 15,210 |7,880 | — [16,950 15,200 y А { 10,150 |11,410 9,263 | 12,054 | 11,298 9,888 42 9,962 [10,097 317,480 10570 [13,810 10,940 [12,620 [10,205 14,744 |16,750 |9,320 | 


In Procenten des humus- und 
Wasserfreien Feinbodens: 


| 1 N ' , 
BEES ш, у у; Spur 0,01 d Spuren : ar e > Spu Sp uren Spuren Spuren Spuren Spuren Spuren Spur| 0,04 | Spur| 0,03 | 0,05 | 0,28 | Spur | Spur 
Kalkkarbonat) ...... 0,15 0,26| — 0 | 0, 0,22 A : ; : 0,61 2,97 | 2,70 | 2,56 14,50 | 2,33 12,95 |25,95| 1,4 2,57 | 2,88 | 0,49 | 2,20 13,92 23,23 | 3,27 | 0,65 


| 
| 
! 


Bittererdekarbonat . . . Spur Spur — 0,07 0 ; 0,06 0,42 | 0,26 | 0,32 0,62 | 0,17 1,11! 0,32 0,07 | 0,48 oe | 0,18 | 0,28| 1,45 | 0,64 | Spur 
| 


"hosphorsàure . . » . .. . . || 0,06 0,07 0,06 ; 0,16 S j | 0,13 0,14 0,06 | 0,08 | 0,08 0,12 | 0,11 0.07 | 0,07 0,08 | 0,07 | 0.08 | 0,11) 0,16, 0,23 915 | 0,08 
И слоу | 1,82 1, í 7 14| 8, | 


1,761 192 жа | 191| 8| 2,0 1,36 | 1,84| 2,14. | 2,08 39, 2,38 | 1 2 | 81 2,28 | 2,00 1,52 | 1,65 | 2,32| — | 0,75 189| — | 146 1,80 | 1,68 | 


E = 2222 — T == — M == SS z = | 2 z = e emm C | | men Lesen 
BEEN D o o sare ru | 0,45 50] 0,62 0,50 1,40 | en i 1,76 | 1,98 | 1,17.|- 1,26 | 1,18 0,49 0,66) — | 014 1,04| — | 1,02 | 0,65 1,52 
EE oo ovs 0,48 0,58 ) 1,28 5| 0. £ 7 0,58 ; : 1,47 1,97 ‹ : 2,08 | 2,68] 0,53 0,71 0,67 0,99 0,20] — | 0,41 | 0,53, 1,38| 0,80 | 1,231 1,78 | 0,51 
I BN Sv GH 0,49 0,38 0,40 Б | 0,74 н 3 j 0,95 2,15 2,25 | 2,79 | 2,79 [Spur Spur | 0,65 1,66 Spur Spur | 0,67 | Б ,98| 1,75| 1,14 490| 2,81 | 0,84 
ШКО e Eule i j 92 ох og Wa op 44: ad an | 0,08 6,24 | 6,68 4,70 | 7,01 6,94| — | 5,18 3 ә 1547 19.31 o7 А 

БОК La үзе 13,45 19,11 14,04 | 110,85 28,50 26,61 |26,20 4 125,20 1 [20,09 124,45 23,93 23,76 21,82 122,44 |25,44 [24,03 140 6,87 631 6.68 | 8°68 1015) — 941 К [e Fe 18,82 115,47 por 27,09 — 
Kieselsäure etc. . . . . . . . .|85,92 82,97 77,26 (77,24 [81.07 [81,19 (84,68 |85,46 64,40 67,00 69,50 169,68 |62,24 56,40 6: { ‚81 168,09 [79,37 |68,72 67,79 67,54 |68,95 169,04 |64,26 |64,50 [7,72 79,91 80,39 70,06 | — 177,21 76,37 | — 184,87 — 64,14 172,60 | — 46,89 161,91 178,22 
17 112 | 118 | 72 


meme) .......n 47 82 Б 85 48 85 60 | ) 65 14 98 88 90 | 92 95 92 60 | 8 78 


| 
| | | | | 


’) und *) löslich in 10%, kalter Salzsäure, 6) In 2%, Salzsäure löslich. Wittingau, Nettolitz, 
*) und 5) löslich in dieser Säure, in der Siedhitze eingedampft, 1) Absorption für Ammoniak nach Knop. 
*) Nach Behandlung mit Flusssäure löslich. 


ы, 


Zittolieb untersuchte: Dr. J. Hanamann; Krumau: Kouřimský. 


für die Ziffern der Phosphorsäure-, Kali- und Kalkgehalte der 


Erklärung 


graphisch. Darstellungen. 


I. Tertiärboden von Wittingau. 


1. Berghof u HUT (Obergrund) . . o 
2. a Ко раци ои парео) 
d. Berghof bejkovnice . . . . . o 
M erghof u допру д 
S: Отогес (Budw. Str) ... o 
D... 4 РР u 
8, RENE NM 
9. " » ` FE E mer) 
10. Mühlhof @ ШЕЕ ВКУ) ro 
И, » » м 
12, „ (nadeje) 

13, ^ (Piskovä) 

СЕ Neuhof (па vršku) ......% 
Id, у У u 
16, Бунин ан VI sv v 
17. Lhota TIN REDO VAL e oid TRO 


· Schalaun u splavu m. . . . . . 0 
ТЕ рой eodeni . .... 9 
· Wondrov (Frauenberg) . . o 


ll. Urgehirgsbóden von Nettolitz und 
Krumau. 

| Peterhof Schwambergfeld . . . o 

т » » Ш 

9. M Grossstück 

4 


ls ` 
‚ Schwarzenberg Sadatelder sU 


Sehwarzenberg Sadafelder 


Zitná spáleny Felder 


7 » H 


. Krainerhof pejsarka . 


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. Neuhof Bergfeld 


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. Krenau Kapellenfeld 


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Krenau Kógler Quirten 


HI » » 


. Favoritenhof Kladner 


n 


7) 


H ” 


Ill. Basalterden. 


. Basalterde Lobosch 
. Radobylerde 


Homolkaerde (Whinitz) 


‚ Oveinerde 
. Chlumeker (Pschan) Erde 
). Wostrybasalterde 


Aujezdbasalterde 
Da&kopoleerde 
Basalterde Dubkovic 


vom Fuchsberge 


Unt. Stadtholz 


H 7 » 


. Neuhof Rundfeld 


IV. Böden der Kreideformation. 24. Prerubenice (Moräste) 
ae 25. Rovina Sandberg 

AE, 96. Třeboc See Si 

9 M 26. Tfeboc pferostlá 

e к EOE E ОЕА 27. Wehlowitzer Pläner (Koun-Hau) 

3. » hinterm Schüttboden . o N 

4 2 28. Domausic (Houba) 

Ei, H y 1 29. Tfeboc skalka 

Di КЕЗД Өе eo kits ipn INTE | 

: : 30, Domausie (pravda) | 

6. ý E EE | 

1. Chlumean ob der Kirche . . . o 

8. А à б И У. Diluvial und Alluvionen. 

9, gegen Lanm s. ОЗИ. i 

10 4 Ж 1, Post, Diluv. Ploscha . ОШ 

З p Г ү нү AUR 6 p (on y 0 

11... Rotsehov: (Tabulka) hiai dehi 0 2, » М EG н И 
x r к i ТӨЛӨН 

15. ОНИ (Tahon. иод ^ „ Meierei Feld 

13 ” 4. Malnitz Postelberg . . . . . . 

3. j p Peine IT, 5 d к 

Me 5. Bitzer 088 EE 

14. Kottomöter Erde... u... soo e Lobositzer Löss Y 

15. ii mur M er u 6. ” ” j | 

16. Lichtowitzer Plàner Erde . . . o Т. ji ? X мыш E ii 

17. бегповвек (ёва)... o i 3e] d \ ү | ponto PUn P 
Я D э Y 31€ A y j Z D D D D M 

18; kamare (Em E e 9. Бе Anu ‚obositz | 

19. Postelberg Baceulitenmergel . . ~ 10. Ger er Pia 

80; беши Mied уо, Vl ub erben Diwitz . 

21. Welhotta Steinbrucherde . . . - E Bräloch Garten. 0... ` 
1 | DÉI 9 » Wi в E Lao a NR 
Waldbodenunterlagen. 14. М Wäldehen э... ms 

22. Domauschitz Kamenny oujezd 15. М ^ OE rU 

25. Domausie (Todtenwald) 


0207. 


O^ __ 


009 
008 


907 |. 


006 
005 


Dik | 
003 | 


002 
001 


GRAPHISCHE DARSTELLUNG DER PHOSPHORSAUREGEHALTE BÓHMISCHER ACKERERDEN IN PROCENTEN DES ROHBODENS. Taf. 1 


0'50% 


| | 
18/18/12 11| 8 1917] 1 10/1520 5 114171319 2/6 6 + 


| ER 
115 110 (13 9 15/ 8 112 24 117120118119 | 1/12 161 31141716 


| 


971813110 +111652 


| 


| 


| 


|| 


| 


21 11711815 161712018 12/4 1316/3 |2 10 1519/14 1111 [1923 


TERTIÄRFORMATION 


URGEBIRGSBÖDEN 


BASALTERDEN 


| 
22 |25127 |25130 26/28 29 


| 
2 | Bn | 
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B 


Won a c iM 
[9 14133518 61712 11002 13 14/15 


_| 030% 


020% 


010% 


4009 
008 
007 

1006 


005 
004 


10°03 


KREIDEFORMATION 


LÖSS- UND ALLUVIONEN 


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001 


Lith. Farsky, Pran 


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Mo o o ee ee e o г «о о т e сс 
SG = E S ZKKEKKEKEKACKR 
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GRAPHISCHE DARSTELLUNG DES GESAMMTKALKES SOWIE DES LEICHTLÖSLICHEN KALKES DER ACKERERDEN IN PROCENTEN DES ROHBODENS. 


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| 


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URGEBIRGSBÖDEN 


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TERTIÄRFORMATION 


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GESAMMTKALK. 


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mm LEICHTLÖSLICHER KALK. 


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+ со сч Фе 0 0 г Ф wm + ec e = 
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21511 


ODEN IN PROCENTEN DES ROHBODENS. 


918 


| 
| 


2 7 


KREIDEFORMATION 


27 |30 23 


T 


| 


16 24/21 


| 
| 
| 


LUN 


SS — I 


120 129 | 18 128 


ERE 


| 


26 3 25/10 


. SALZSÄURE LÖSLICHEN KALIS DER ACKERB 


SISIII III 5. al 


STETTEN 


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— 


10 1|6|7|2/8|9 


BASALTERDEN 


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EE 


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* 206% 9 8 12/5 6711/3 


URGE BIRGSBODEN 


GRAPHISCHE DARSTELLUNG DES GESAMMTKALIS SOWIE DES IN CONC 


UU GESAMMTKALI. 


EE \ A ux М SS 


Wm LOSLICHES KALI. 


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| 


120 1 


5112.2 15 


D 


BN 


= Cem о © о e e 


TERTIARFORMATION 


Ь) Zweite Serie gemessener Höhenpunkte in Böhmen (Sect.-Blatt Ш.) v on Prof. 
Dr. Kofistka. 84 Seiten Text. 

с) Höhenschichtenkarte, Section Ш., von Prof. Dr. Kořistka. (Diese Karte 
enthält die in dem vorstehenden Text angegebene Situation im Massstabe von 1 : 200.000). 

d) Höhenschichten des Riesengebirges von Prof. Dr. Kořistka im Maasstabe 
von 1:100.000. Preis dieser Abtheilung . . а... ааа. cir 8. 450 


IL. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. I. Theil enthält: 


a) Prof. Dr. Ant. Frič: Fauna der Steinkohlenformation Bóhmens mit 4 Tafeln. 
0) Karl Feistmantel: DieSteinkohlenbecken bei Klein-Prílep, Lísek, Stilec, 
Holoubkow, Mireschau und Letkow mit 9 Holzschnitten. 
c) Jos. Vála und R. Helmhacker: Das Risensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Beraun mit 6 Tafeln, 9 Holzschnitten und 1 Karte. 
d) R. Helmhacker: Geognostische Beschreibung eines Theiles der Gegend 
zwischen Beneschau und der Sázava, mit 1 Tafel und 1 Karte. 
Dieser Theil enthült 448 Seiten Text, 11 Tafeln, 18 Holzschnitte und 2 geol. ases 


OE o PASS a db E S жий ЕЕ ДИ ao бэ NR 2.5. H 4— 


Dr. Em. Boficky: Petrographische Studien an den Basaltgesteinen wel 
, 0'9 


ZWEITER BAND. 
Zweiter Theil. 


II. Botanische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský (IL Theil) 
GE Meran ЛД ӨЕ ЛЩ@ do ИӨК WEIS n. cona M pes s t Ep aet en a dy fl. 260 


IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Prof. Dr. Ant. Friö: Die Wirbelthiere Bóhmens. 
O ý " m Die Flussfischerei in Böhmen. 


(D UNA P » " Die Krustenthiere Bóhmens. 
Mit 1 Tafel, 100 Holzschnitten, 272 Seiten Text. Preis . . . . ss. UC TET I ges 


V. Chemische Abtheilung. 


Prof. Dr. Em. Boficky: Über die Verbreitung des Kali und der Phosphorsäure 
m in den Gesteinen Bóhmens. 58 Seiten Text. Preis... e es seo ee 60 kr. 
Preis der ganzen zweiten Hälfte des zweiten Bandes (IIL, IV. u. V. Abth. zusammen) geb. fl. 5'— 


DRITTER BAN D. 
I. Topographische Abtheilung. 


Verzeichniss der in den J. 1877—1879 vom k. k. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 
bestimmten Höhen von Böhmen herausgegeben von Prof Dr. K 
Major R. Daublebsky von Sterneck mit 1 Karte . ... a 


П. Geologische Abtheilung: 
I. Heft. Petrographische Studien an den Phonolithgesteinen Bóhmens von 
Prof Dr. Em. Borickf mit 2 chromolith. Tafeln, 96 Seiten Text. Preis. . fl. 1'— 
IL Heft. Petrographische Studien an den Melaphyrgesteinen Böhmens von 
Prof. Dr. Em. Boficky mit 2 chromolith. Tafeln. 88 Seiten Text. Preis Я. l— 
Ш. Heft. Die Geologie des bóhmischen Erzgebirges qu Theil) von Prof Dr. 
Gustav Laube mit mehreren Holzschnitten und einer Profiltafel. 216 ST Тех 


ТҮ Т тео оо КИД рК QU К dog retur qe Or a 


III. Botanische Abtheilung: 


Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav 
King (E б Teste КОӨ... nn ОУ 


У 


Čelakovský. (Ш. Theil. 
fl. 240 


IV. Zoologische Abtheilung: 


I. Heft. Die Myriopoden Böhmens von F. V. Rosicky mit 24 Holzschnitten. 44 303 


Texte ШО Г, Beinen. ФМ КЫЛ В dT. СИК кобан ox" шз eri nil adig 60 kr. 
IL. Heft. Die Cladoceren Böhmens von Bohuslav Hellich mit 70 Holzschnitten. 
IES Boiten LOSU a eL e a e UMEN. pw eq Su. ODD E fl. 160 


V. Chemisch-petrologische Abtheilung: 


Elemente einer neuen chemisch-mikroskopischen Mineral- und Gesteinsanalyse 
von Prof. Dr. Boficky mit 3 Holzschnitten und 2 lith. Tafeln. 80 Seiten Text. fl. 1:40 


vVIERTER BAND. 


No.1. Studien im Gebiete der bóhmischen Kreideformation. Die Weissen- 
berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Frič mit 155 Holzschnitten. 
1540 Sero Тех Pre 944. eo Idea VIN sud do be qu v. de 
No. 2. Erläuterungen zur geologischen Karte der Umgebungen von Prag von 
J. Krejéí und В. Helmhacker mit 1 Karte, mehreren Profilen und Holzschnitten fl. 4:50 
No. 3. Prodromus der Flora von Bóhmen von Prof. Dr. Ladislav ZEN 


fl. 
No. 6. Der Hangendflótzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von Carl 
ea annin aT КУ rd ac WIR en Y кшш, Que e Co qe ON 4.2 


R. Helmhacker IBN TP ШҮ И ИА а er y SCR au 
No. 2. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. II. Die Iser- 
schichten. Von Dr. Anton Frič. Mit 132 Textfiguren. . . . . . . voveo NE 
No. 3. Die mittelböhmische Steinkohlenablagerung von Carl Feistmantel. Mit 
ZU. ОИ ОИСЕ x» voa ampie Y a FER e e эше oe nox DES NU EU 


No. 6. Prodromus der Algenflora von Böhmen. Erster Theil enthaltend die Rhodo- 
phyceen, Phaeophyceen und einen Theil der Chlorophyceen. Von Dr. Anton Hansgir ү; 
HD 


1 
SECHSTER BAND. 


No. 1. Die böhmischen Torfe vom naturhistorischen und wirthschaftlichen 
Standpunkte. Von Prof. Fr. L. Sitensky. (Die deutsche Ausgabe noch nicht vollendet.) 
No. 2. Die Süsswasserbryozoen Böhmens. Von Josef Kafka. Mit 91 Abbildungen 
E aua i uw irat nir е oi ИУ fi. 120 
No. 3. Grundzüge einer Hyétographie des Königreiches Böhmen. Nach mehr- 
Jährigen Beobachtungsergebnissen von 700 ombrometrischen Stationen entworfen von Dr. 

F. J. Studnička. Mit einer Karte und mehreren Holzschnitten . . . . . .. fl. 15 
No. 4. Geologie des bóhmischen Erzgebirges. Von Dr. Gustav C. Laube. II. Theil. 
Geologie des östlichen Erzgebirges oder des Gebirges zwischen Joachimsthal-Gottesgab 
und der Elbe. Mit 6 Landschaftsbildern, 7 geolog. Durchschnitten, 5 Abbildungen im Ka 

fl. 4» 
No. 5. Untersuchungen über die Fauna der Gewässer Böhmens von Fr. К1арё190 


No, 6. Prodromus der Algenflora von Böhmen. Erster Theil enthaltend die Rhodo- 
phyceen, Phaeophyceen und Chlorophyceen. Von Prof. Dr. Anton Hansgirg . fl. Ar 


SIEBENTER BAND. 


No. 2. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. IV. Die Teplitzer 
Schichten.‘ von Prob Dr АШЫ Brio ИД ОТ werten sn. fl Meng 

No, 3. Über die chemische Zusammensetzung verschiedener Ackererden und 
Gesteine Böhmen’s und über ihren agronomischen Werth. Von Dr. dog, 
Hanamann. Mit mehreren Tafeln. 


Druck von Dr, Ed. Grégr in Prag 1890. — Selbstverlag 


DIE TERTIAEREN 


LAND- UND SÜSSMASSER-GONGHYLIEN 


DES NORDWESTLICHEN BÖHMEN. 


VON 


GOTTLIEB KLIKA. 


Mit 115 Textfiguren. 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 
(VII. Band, Nro. 4. Geologische Abtheilung.) 


= 
"PRAG 
In Commission bei FR. RIVNÁG. 
1891. 


VAS ARCHIV 


für die 
naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Böhmen 


I. bis V. Band: Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. J. Krejčí, 
VI. Band п. s. w.: Redaktion von Prof. Dr. K. Kořistka und Prof. Dr. A. Frič, 


enthält folgende Arbeiten : 


I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 


a) Dag Terrain und die Hóhenverhàáltnisse des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nördlichen Böhmen von Prof. Dr. Karl Kořistka. 

0) Erste Serie gemessener Höhenpunkte in Böhmen (Sect.-Blatt IL) von Prof, 
Dr. Kořistka. 

c) Hóhenschichtenkarte, Section IL, von Prof. Dr. Kořistka, Preis fl. 4— 
Preis dép Karte upper ae nen ЛЫ a ОҢ NERVOS IO . f. 1:60 


IL Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhältnisse des nórd- 
lichen Böhmen von Prof. Johann Krejčí. 

b) Studien im Gebiete der böhm. Kreideformation von Prof. J. Krejčí. 

c) Paläontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der böhm, 
Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Frič. 

а) DieSteinkohlenbecken von Radnic, vom Hüttenmeister KarlFeistmantel. 
DIOS 2 Qe andi dà UT NP Seo WW E NDW du SRL у OR LA aod fl. 4:50 


ПІ. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Prodromus der Flora von Böhmen von Dr. Ladislav Čelakovský. (I. Theil) 
BOIS ол ка iu P RCM RN d NOVO PIRE RAE RED RT AR vtae RE fl. 1— 


IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Verzeichniss der Käfer Bóhmens vom Conservator Em. Lokaj. 

b Monographie der Land- und Süsswassermollusken Böhmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavik. 

с) Verzeichniss der Spinnen des nördlichen Böhmen vom Real-Lehrer 
THEOD БЕРДЫ РТИ nenn m, ouf P EUN il. 2— 


V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. Preis... .. 25 kr. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V.) EOD БЕ ANUS Ebo WT DOO C fl. 9:— 


ZWEITER BAND. 
Erster Theil. 
I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 


a) Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Iser- und des Riesen- 
gebirges und seiner südlichen und östlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kořistka. 

b) Zweite Serie gemessener Hóhenpunkte in Böhmen (Sect.-Blatt IIL) von Prof. 
Dr. Koristka. 

с) Höhenschichtenkarte, Section IIL, von Prof. Dr. Koristka. 

d) Höhenschichtenkarte des Riesengebirges von Prof. Dr. Kořistka Preis 
HEES Ee eo o^ и о EE fl. 4:50 


П. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. I. Theil enthält: 


a) Prof. Dr. Ant. Frič: Fauna der Steinkohlenformation Bóhmens. 

b) Karl Feistmantel: DieSteinkohlenbecken bei Klein-Piilep, Lísek, S tílec, 
Holoubkow, Mireschau und Letkow. 

c) Jos. Vála und R. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Beraun. 

d) В. Helmhacker: Geognostische Beschreibung eines Theiles der Gegend 
zwischen Beneschau und der Sázava. Preis oe een e 8. A 


Die tertiaeren 


Land- und Süsswasser-Conchylien 


des nordwestlichen Böhmen. 


Von 


GOTTLIEB KLIKA. 
Mit 115 Textfiguren. 


ARCHIV DER NATURWISSENSCH. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 
VII. Band No. 4, (Geologische Abtheilung.) 


PRAG. 


4 D D n N ¿yY D y Lé D 
E In Commission bei Fr. Rivnáé. — Druck von dr. Ed. Grégr. 


1891. 


КА дей ыш 


Die tertiaeren Land- und Süsswasser-Conchylien Böhmens fanden bereits 
durch Prof. Dr. Reuss, Dr. Slavík, Dr. Boettger und Flach eine theilweise Bear- 
beitung. Neue Funde fordern aber immer von Neuem zum Studium derselben auf, 
ünd das im Museum des Königreiches Böhmen in den letzten Jahren angehäufte 
Material verlangte dringend eine neue Verarbeitung. Aus diesem Grunde wurde ich 
vom Herrn Prof. Dr. Frič eingeladen, die neue Verarbeitung unserer tertiaeren Land- 
und Süsswasser-Conchylien zu übernehmen; ich that das um so lieber, da ich mich 
8ehon seit Jahren mit Vorliebe dem Studium der lebenden Mollusken gewidmet habe. 

Das im Museum befindliche Material stammte fast ausschliesslich vom be- 
kannten Tuchoficer Fundorte. Im Frühjahr 1887 wurden mir auch die Versteine- 
tungen von einem bisher unbekannten Fundorte, Wärzen bei Pomeisel (Podersamer 
Bezirk) im nordwestlichen Böhmen, die Herr Wenzel Frič unserem Museum geschenkt 
hatte, zur Disposition gestellt. 

Nachdem ich in dem ziemlich reichen Material viele hochinteressante Arten 
gefunden, ersuchte ich Herrn Assistenten Josef Kafka, der zu der Zeit eine Ex- 
kursion in die betreffende Gegend unternahm, auch Wärzen zu besuchen, um zu 
Sehen, ob noch einige Hoffnung auf weitere Funde vorhanden würe. Die Resultate 
Seines Besuches in Würzen waren so günstig, dass ich mich im Frühjahr 1887 
Selbst auf längere Zeit nach Wärzen begab, um möglichst viel Material nach Prag 
zu bringen. Bei meinen Arbeiten haben mich die Gutsverwaltung sowie Herr Ad- 
Junkt Öäsek von Pomeisel freundlichst unterstützt; die Ausbeute war besonders im 
Slimmerreichen Dasalttuff sehr ausgiebig. Auch auf die Umgegend, besonders den 
Velkaberg, habe ich meine Aufmerksamkeit gerichtet, und ausgedehnte, aber an 
Versteinerungen sehr arme Süsswasser-Ablagerungen daselbst constatirt. 

Auch Waltsch habe ich besucht, aber leider ohne Erfolg, da der Süss- 
Wasserkalk am Galgenberg nicht aufgeschlossen ist. Nur hie und da am Rande der 
am Abhange des Galgenberges liegenden Felder habe ich einige Stücke porösen 


Süsswasserkalkes mit guten Petrefakten gesammelt. 
1* 


Auf der Rückreise habe ich zum erstenmale den bekannten Fundort von 
Tuchofic besucht, wo ich einige Tage sammelte; in Saaz erhielt ich vom Herrn 
Hans Heckle mehrere prachtvolle Tuchoricer Versteinerungen für das Museum 


geschenkt. 
Im Sommer desselben Jahres begab ich mich zum zweitenmale nach Tuchofie 


und hielt mich lünger auf als mir bei meinem ersten Besuche móglich war, in der 
Hoffnung, die Museumssammlungen, die noch manche Lücken aufwiesen, ergänzen, 
und zur Kenntniss des Tuchoficer Landschneckenkalkes vielleicht ein geringes bei- 
tragen zu können. Nach Prag zurückgekehrt widmete ich alle meine freie Zeit dem 
Bearbeiten des Gefundenen; das Auswaschen der Kalkerde, die ich nach Prag mit- 
gebracht, nahm fast den ganzen folgenden Winter in Anspruch. Die Ausbeute wat 
recht ausgiebig, besonders an Mikrokonchylien, unter denen manch interessantes 
Stück vorkam. 

Im Sommer 1888 wurde Prof. Dr. Frič auf einen neuen Fundort des Süss- 
wasserkalkes bei Stolzenhahn im Erzgebirge, aufmerksam gemacht, von wo er einige 
Zentner Süsswasserkalkes nach Prag mitgebracht hat. Der feste Kalkstein war an 
Versteinerungen, ausschliesslich Mollusken, sehr reich, dem Tuchoficer und noch 
mehr dem Kolosoruker Süsswasserkalke ähnlich, aber doch nicht vollkommen über- 


einstimmend. 
Im Frühjahr 1889 unternahm ich, vom Museum des Königreiches Böhmen 


unterstützt, eine grössere Reise nach Deutschland, um an Ort und Stelle besonders 
die Süsswasser-Versteinerungen des Mainzer Beckens studiren zu kónnen. Nur durch 
die freundlichste Hilfe der Herren Prof. Dr. Zittel in München, Prof. Dr. Friedr. 
v. Sandberger in Würzburg, Dr. Oskar Boettger und Dr. Friedr. Kinkelin in Frank- 
furt (Main), Betriebsführer Lauber in Mosbach-Biebrich (Rhein), Hofrath Dr. Geinitz 
und Dr. Deichmüller in Dresden wurde es mir ermöglicht, mit dem umfangreichen 
Stoffe wenigstens einigermassen vertraut zu werden. Längeren Aufenthalt habe ich 
in Frankfurt (Main) genommen, wo mir Herr Dr. Boettger mit besonderer Liebens- 
würdigkeit seine reichen, viele Uniea enthaltenden Sammlungen zur Disposition 
stellte und mich bei den mühsamen, vergleichenden Studien wirksamst unterstützte. 
Nur mit seiner bereitwilligen Hilfe bin ich in manchen schwierigen Punkten in$ 
Klare gekommen. Von Frankfurt aus habe ich die meisten Fundorte des Mainzer 


Beckens besucht. 
Im Herbst 1889 begab ich mich noch einmal nach Tuchoric, wo ich wieder 


einige Tage gesammelt und die reiche Sammlung des Herrn Oberlehrer C. Ihl durch- 


gesehen habe. 
Allen genannten Herren, die durch zuvorkommende Hilfe und freundlichen 


Rath mich unterstützt haben, besonders aber den Herren Prof. Dr. Frič und Dr. 
Boettger, sage ich meinen verbindlichsten Dank. 


Anfangs habe ich die Absicht gehabt nur neue oder von Böhmen noch nicht 
bekannte Arten zu beschreiben; da aber immer mehr neue Sachen zum Vorschein 
kamen, habe ich mich entschlossen, alle, auch schon beschriebene Arten, in meine 
Arbeit aufzunehmen um so den Freunden der vaterländischen Naturkunde ein den 
Stoff erschöpfendes Buch in die Hand zu geben. Die bisherigen Arbeiten über die 
tertiären Süsswasser-Ablagerungen Böhmens sind zerstreut und nicht für jeden 
zugänglich, ich hoffe also, dass mein Bestreben dadurch das Studium der tertiaeren 
Mollusken zu fördern wohlwollend aufgenommen werden wird. 

Meine Arbeit kann freilich nicht für vollkommen gelten; erst die Zukunft 
Wird in Manches, was wir nicht verstehen oder schlecht verstehen, Licht bringen. 
Trotzdem mir fast alles, was bisher in Tuchofie, alles, was in Wärzen und Stolzen- 
hahn gefunden wurde, zur Disposition stand, muss ich doch gestehen, dass durch 
Meine Arbeit unsere Kenntniss der böhmischen Süsswasserkalke nicht erschöpft ist. 

Den geologischen Theil, besonders das Verhältniss einzelner bóhmischen 
Fundorte untereinander und zum Mainzer Becken, werde ich, wie ich hoffe, später 
bearbeiten kónnen. 

Ich übergebe meine Arbeit dem geneigten Leser in der Hoffnung, etwas 
zur Kenntniss der so interessanten geologischen Periode beizutragen. 


PRAG, am 1. Dezember 1890. 


Gottlieb Tela. 


== 


Kurze Beschreibung der Fundorte. 


Die tertiaeren Süsswasser-Ablagerungen sind im nordwestlichen Böhmen 
ziemlich ausgedehnt, aber grösstentheils an Versteinerungen, besonders denen aus 
dem Thierreiche, sehr arm. An einigen Stellen aber, wo die Verhältnisse besonders 
günstig gewesen zu sein scheinen, finden wir mehr oder weniger mächtig entwik- 
kelten Süsswasserkalk mit ungemein zahlreichen Versteinerungen, fast ausschliesslich 
Conchylien, so bei Tuchotic, Grosslipen, Kolosoruk, Wärzen und Stolzenhahn. 

Ich lasse vorerst eine kurze Beschreibung der bisher bekannt gewordenen 
Nordböhmischen Fundorte folgen. 


1. Tuchorie und Grosslipen. 


E Von grósster Ausdehnung ist das Lager von Süsswasserkalk beim Dorf 
Tuchořic unweit Saaz. Der längste Durchmesser der Tuchoficer Süsswasserkalk- 
mulde misst in der Richtung von NNO. etwa eine halbe Stunde, die Breite beträgt 
aber nur eine Viertelstunde. Die Unterlage bildet nach Reuss der Plünersandstein 
Oder ein tieferes Glied des unteren Quaders. 

Der Süsswasserkalk ist in dem obrigkeitlichen, dicht bei.Tuchofie liegenden 
Steinbruche sehr gut eröffnet. Die übrigen kleineren Kalksteinbrüche in der nüchsten 
Umgegend von Tuchořic sind heutzutage alle verschüttet. Der längste Durchmesser 
des obrigkeitlichen Steinbruches beträgt etwa 200 m, die grösste Mächtigkeit des 
Süsswasserkalksteins über 20 m. Die Schichten fallen gegen N. mit 8?—10^ ein. 
Die obersten Schichten sind gelblichweiss, porös, weich, an Versteinerungen sehr 
arm, die tieferen Schichten sind dagegen von festem, dichtem, gelblichem oder 
brüunlich-gelblichem Kalkstein gebildet, der zum Kalkbrennen benutzt wird. Er ist 
nicht rein, sondern oft von Kalkspathadern durchzogen;  krystallinischer Gyps 
Ommt sehr selten vor. 

An der Stelle, wo ich das Profil aufgenommen habe — beinahe in der 
Mitte des Steinbruches — erreicht die Wand eine Mächtigkeit von 20 m. Die 
Oberste Schichte bildet schwarze Ackererde von 80—50 em Mächtigkeit, unter ihr 
B n róthliche, stellenweise fast verschwindende AS MM MAR p ончы 

em hoch ist. Weiter unten findet man eine fast 17, m mächtige Schichte von 
kleinen, mit Erde vermischten Kalksteinstücken, die noch keine Versteinerungen 
führen, Unter dieser kommt eine ähnlich mächtige, aus unregelmüssig geschichteten 


8 


Kalksteinstücken bestehende Schichte. Von da an beginnen die bis zur tiefsten Stelle 
ununterbrochen reichenden Kalksteinbänke; die obersten sind nur !/, m hoch, sie 
nehmen aber nach unten immer an Höhe zu, so dass die tiefsten eine Mächtigkeit 
von 2 m erreichen. 


Fig. 1. Profil der Süsswasserkalk-Schichten von Tuchorie, ungefähr in der Mitte des Steinbruches. 

1. a) b) Tiefste sichtbare Schichte von grossen röthlich-braunen Kalksteinblócken, unter denen 

stellenweise mit Kalkmergel ausgefüllte Löcher vorkommen. 

Schwarze, durch den ganzen Steinbruch sich ziehende dünne Schichte von verkohlten Pflanzen- 

resten mit zahlreichen Samen von Grewia crenata Heer, 

3, 5, 7, 9. Nach unten an Mächtigkeit zunehmende Kalksteinschichten mit zahlreichen Verstei- 
nerungen. 

4, 6, 8. Nicht continuirliche, dünne Mergelschichten mit zahlreichen Versteinerungen (besonders 
kleineren). 

10. Poröser Kalkstein mit spärlichen Versteinerungen. 

il, A 4 ohne Versteinerungen. 

19. Mit grauer Erde gemischte Kalksteinstücke. 

13. Graue Lehmschichte. 

14. Röthliche Lehmschichte, 

15. Schwarze Ackererde. 


Diese Bänke werden durch verschieden mächtige, unregelmässige, nicht conti- 
nuirliche, sondern oft unterbrochene Kalkmergelschichten von einander geschieden. 


2 


9 


Diese, an Petrefakten ungemein reiche Kalkerde füllt oft auch kleinere oder grös- 
Sere Löcher aus. — In der Tiefe von 15 m zieht sich durch den ganzen Stein- 
bruch eine dünne, schwarz gefärbte, plastische, grösstentheils aus verkohlten Pflanzen- 
testen bestehende Schichte, die sehr reich an Samen von Grewia crenata ist. 


Das Sammeln im Tuchoficer Steinbruche ist sehr ergiebig, da der Kalk- 

stein und besonders auch die Kalkmergel an Thierresten, fast ausschliesslich Con- 
Chylien, ungemein reich ist. Pflanzenreste sind viel seltener, am häufigsten begegnet 
man noch Stücken von Holzstimmen oder Aesten von Betulinum stagnigenum Ung. 
Und den Saamen einer Tiliacea, Grewia crenata Heer. Wirbelthierreste sind in 
Tuchofic selten. 
Die Landconchylien sind zahlreicher vertreten als die des Süsswassers. 
Durch ihre auffallende Häufigkeit zeichnen sich folgende Arten aus: Planorbis de- 
Civis A. Br., Patula euglypha Reuss, Helix zippei Reuss, osculum Th. mut. labiata 
1. und var, tenuis n., bohemica Boettg., apicalis Reuss, Leucochilus quadriplicatum 
A. Br. var. lamellidens Sandb., Vertigo callosa Reuss, Carychium nanum A. Br. 
E 8. w. — Besonders lohnend ist das Schlemmen des Kalkmergels, wobei man 
| von Exemplaren der kleineren Arten im vorzüglichen Erhaltungszustande 
exommt. 


Die Steinbrüche bei dem Dorfe Grosslipen sind schon lange Zeit gróssten- 
theils verschüttet, man arbeitet nur in den höchsten Schichten; die an Versteine- 
rungen reichen Bänke scheinen hier näher der Oberfläche zu liegen als in Tuchořic ; 
die Versteinerungen beider Fundorte stimmen vollständig überein. 


2. Kolosoruk. 


Der mit dem Tuchoficer gleichaltrige Süsswasserkalk von Kolosoruk nimmt 
nur einen sehr beschränkten Raum ein. Reuss (Palaeontographica II. p. 11.) schildert 
Ihn, wie folgt: „Er bedeckt den nördlichen Abhang eines im Süden des Dorfes 
Kolosoruk gelegenen Hügels. Seine Unterlage bilden Glieder der Braunkohlenfor- 
Mation, welche in ihren oberen Schichten durch feurige Einwirkung bedeutende 

eründerungen erlitten haben und in bunte, gebrannte Thone, Schlacken und Por- 
2ellanjaspise verwandelt sind. Der Süsswasserkalk liegt theils in einzelnen Knollen 
SG einem bräunlichen oder graulichen Mergel zerstreut, theils bildet er zusammen- 
hängende, sehr zerklüftete und undeutlich geschichtete Massen. Gewöhnlich erscheint 
er als fester, dichter, homogener, gelber oder graulicher Kalkstein, der von vielen 
Ohlen eylindrischen Räumen durchzogen wird und zahlreiche unregelmässige, oft 
Mit Kalkspath ausgekleidete oder ganz ausgefüllte Blasenräume aufzuweisen hat, 
An anderen Punkten ist er weich, erdig, und stellt einen gelblich- oder graulich- 
Weissen, oft sehr porösen, sinterartigen Mergel dar. Der feste Kalk ist sehr reich 
an Schalthierresten, welche mitunter in Menge darin zusammengehäuft liegen.“ — 
Alle Versteinerungen — vielleicht nur Euchilus rubeschi Reuss ausgenommen — 
kommen auch bei Tuchofie vor und sind mit den von der letzteren Localität stam- 
Menden in Form und Grösse übereinstimmend. 


Wi 
А 


10 


3. Waltsch. 


Der Süsswasserkalk von Waltsch „ist in einer Mulde zwischen Basaltge- 
bilden abgelagert und setzt einen Hügel, den Galgenberg bei Waltsch, zusammen. 
Schiehten von Dasalttuff, Mergel, Thon, Sand und Kalkstein wechseln mit einander; 
wobei letzterer die tiefste Stelle einnimmt. Er zeichnet sich vor allen anderen Süss- 
wasserkalken durch seine Absonderung in grosse ebene Platten aus, welche wieder 
aus übereinander liegenden regelmässigen sehr dünnen Schieferblättern bestehen, 
die sich schon im frischen Zustande des Gesteines durch die abwechselnd lichtere 
und dunklere Streifung verrathen. Das Gestein selbst ist feinkörnig, isabel- oder 
graulichgelb. Zahlreiche Petrefakten liegen auf den Schichtenablösungen. Ausser 
mannigfaltigen Pflanzenresten, besonders Dikotyledonenblättern und Zweigen um- 
schliesst er sehr schöne Fischabdrücke, den grossen Leuciscus Stephani Mey., den 
kleinen L. Colei Mey. und den schönen Esox Waltschanus Mey. — Auch soll sich 
darin das Skelett eines Nagers (Arvicola) vorgefunden haben. — 

Ueber diesem plattenförmigen Kalksteine liegt zwischen Thon und Mergel- 
schichten ein anderer poróser graugelber, nicht plattenfórmiger Süsswasserkalk, 
welcher sehr reich ist an wohlerhaltenen Gehäusen von Limnaeus acutus Braun“ 
(= L. subpalustris Thomae) — [Reuss, Palaeontographica П. p. 9.]. 


4. Wärzen 
(bei Pomeisel, Podersamer Bezirk). 


Die Süsswasserablagerungen bilden an diesem bisher unbekannten Fundorte 
eine mässige Anhöhe, die sich links von der Podersamer Strasse (von Pomeisel 
gegen Wärzen) vom Kreuze bei ihrer Biegung vor Wärzen bis zu den ersten Wär- 
zener Häusern hinzieht. Fester Kalkstein ist nur im hinteren, Wärzen näher ge- 
legenen Theile zu finden, und zwar nur in einer einzigen schwachen Schichte. 

Der übrige Theil der Anhöhe wird vom glimmerreichen Basalttuff gebildet, 
dessen untere Schichten an Versteinerungen stellenweise sehr reich sind; ungemein 
häufig ist die kleine Bythinella cyclothyra Boettger var. bohemica n., die Wärzen 
mit Waltsch gemein hat; etwas seltener, aber doch immer häufig genug ist Mela- 
nopsis boettgeri n. Landschnecken sind im Tuffe sehr selten (Cyclostoma? sp., Clau- 
silia, Azeca, Helix), Im hinteren Theile der Anhöhe wurde früher dicht an der 
Strasse Kalkstein gebrochen (man sieht noch Reste von einem kleinen Kalkofen), 
infolge dessen lassen sich einzelne Schichten auch besser verfolgen. 

Unter der bis */, m mächtigen schwarzen Ackererde kommt eine ungefähr 
gleich mächtige Schichte von kleinen, mit Erde gemischten Kalksteinstücken vor; 
unter dieser liegen mehrere verschieden gefärbten Schichten von Basalttufl. Dann 
folgt eine mächtige Schichte von etwa '/, m im Duchmesser haltenden, runden, à! 
der Periferie verwitterten Kalksteinknollen, die viele und sehr gut erhaltene Ver- 
steinerungen führen. Unter dieser Schichte kommt wieder geschichteter, abwechselnd 
grün und grau gefárbter Basalttuff, dann eine dünne Schichte porósen Kalksteins ohne 
Versteinerungen, und dann wieder Basalttufl. Versteinerungen kommen in diesem 
Theile der Anhöhe nur in den harten Kalksteinknollen (Schichte 4.) vor. — AN 


11 


einigen Stellen des nahen Velkaberges habe ich Stücke von versteinertem Holz, By- 
thinella eyclothyra Boettger var. bohemica n. und einige zerdrückte, unbestimmbare 


Fig. 2, Profil der Süsswasserablagerungen von Wärzen (hinterer Theil der Anhóhe, 

gegen Wärzen zu). 1. Basalituff. 2. Dünne Schichte porösen Kalksteines ohne Ver- 

steinerungen. 3. Geschichteter Basalttuff. 4. Kalksteinknollen mit zahlreichen wohler- 

haltenen Versteinerungen. 5. Geschichteter Basalttufl. 6. Gemisch von kleinen Kalk- 
steinstücken und Erde. 7. Schwarze Ackererde. 


Limnaeen gesammelt. Die Würzener Süsswasserablagerungen sind wahrscheinlich 
gleichaltrig mit denen von Waltsch, entschieden jünger als diejenigen von Tuchofic, 
Kolosoruk und Stolzenhahn. Hochinteressant ist das Vorkommen von Cyelostoma ?, 


Melanopsis usw. 


5. Stolzenhahn. 


Als Prof. Frič im Jahre 1888 die Sammlung des leider so früh verstorbenen 
Oberlehrers Mann in Holéie bei Górkau revidirte, fand er auch ein Stück an Petre- 
fakten reichen Süsswasserkalkes, das demjenigen von Tuchofic sehr ähnlich sah, 
aber hoch am Erzgebirge vom Bruder des Herrn Mann gefunden wurde. Die Sache 
war sehr fraglich und die Möglichkeit der zufälligen Verschleppung des Stückes 
aus Tuchofic nicht ausgeschlossen. Deshalb unternahm Prof. Frič im Juli desselben 
Jahres von Görkau aus zwei Excursionen in die Gegend von Stolzenhahn, es gelang 
ihm aber erst durch Mitwirkung des Herrn Forsteleven Janka den Fundort des 


Süsswasserkalkes zu eruiren. 


H 
Н 
| 


Auf den Wiesen, welche sich um den nördlichen Abhang des Rothenhauser 
Seeberges, nordwestlich vom Orte Stolzenhahn hinziehen, wurden Blöcke des Süss- 
wasserkalksteins von den Grundbesitzern aus der Wiese gehoben und auf die Stein- 
mauern längs der Wege geworfen, namentlich in der Umgebung eines kleinen Wiesen- 


Fig. 3. Fundort des Süsswasserkalkes am Rothenhauser Seeberg bei Stolzenhahn. In 

der rechten unteren Ecke sieht man das nördlichste Haus von Stolzenhahn, ober ihm 

den Rothenhauser Seeberg; hinter diesem den Tanichberg. In der Nähe des zwischen 

dem Seeberg und der Strasse liegenden kleinen Teiches und an dem zu ihm füh- 
renden Wege lagen die Blöcke des Süsswasserkalkes. 


teiches, der auf der beigelegten Skizze etwas zu deutlich ausgefallen ist. Man sam- 
melte etwa 8 Zentner dieses Gesteines und sandte es zur genauen Untersuchung 
nach Prag; an dem Fundorte wird ausser kleinen Brocken kaum mehr zu finden sein. 

Da alle Versuche des Herrn Janka, die eigentliche Lagerstelle des Süsswasser 
kalkes weiter bergaufwärts zu finden, scheiterten, so erscheint es wahrscheinlich, 
dass unter der Wiese selbst das Lager der Süsswasserkalkes liegt. Die gesammelten 
Stücke sind bald fest und hart, bald porös und schwammig. 

Die Versteinerungen stimmen mit denen von Tuchorie, noch mehr aber mit 
denen von Kolosoruk überein; die bei Tuchofie so seltene Vitrina intermedia Reuss 
ist häufiger, ähnlich wie bei Kolosoruk. Auch hat Stolzenhahn einige Arten, die 
bisher in Tuchofic nicht gefunden wurden, so z. B. Buliminus turgidulus Sandb. 


Von den übrigen Fundorten wäre vielleicht nur noch Littmitz nennenswerth, 
wo im Süsswasserquarze einige unbestimmbaren Conchylienreste vorkommen (eine 
Helix von Grösse und Gestalt der Н. bohemica Boettger und eine Limnaeus-Art); 
ähnlich verhält es sich auch mit Kostenblatt, wo im Süsswasserkalk auch einige 
unbestimmbaren Conchylien gesammelt wurden. 


Literatur-U ebersicht. 


Thomae, fossile Conchylien der Tertiaerschichten bei Hochheim (Jahrbücher 
des Vereins für Naturkunde im Herzogth. Nassau, 1845, 2. Heft. 

A. E. Reuss, Beschreibung der fossilen Ostracoden und Mollusken der ter- 
tiaeren Süsswasserschichten des nördlichen Böhmens, mit 4 Tafeln. 1852. Palaeonto- 
Sraph. II. p. 16. 

Erste gründliche, die Tuchoficer und Kolosoruker Versteinerungen beschrei- 
bende Arbeit, mit sehr guten Abbildungen; zählt im ganzen 35 neue und 13 
Schon bekannte Arten auf. 

| A. E. Reuss, die fossilen Mollusken der tertiaeren Süsswasserkalke Bóhmens. 
Sitzungsberichte des kais. Akademie d. Wissensch. in Wien, Bd. XLII. p. 55., mit 
3 Tafeln. 1861. 

Bringt viele Ergänzungen und Berichtigungen zur vorigen Arbeit. 

Oskar Boettger, Olausilien aus dem tertiaeren Landschnecken-Kalk von 
Hochheim, Palaeontographica Bd. X. p. 309. 1861. 

Dr. ©. L. Fridolin Sandberger, Die Conchylien des Mainzer Tertiaerbeckens, 
mit XXXV Taf. 1863. 

Unentbehrlich für jeden, der tertiaere Land- und Süsswasser-Conchylien des 
Mainzer Beckens studieren will; berüchsichtigt auch die böhmischen Arten. 

Prof. Dr. A. E. Reuss, Palaeontologische Beiträge (II. Folge). Ueber einen 
Neuen fossilen Limax, Sitzungsberichte der k. Akad. der Wissenschaften in Wien, 
LVIT. 1. Abth. p. 79. Taf. I. 

Beschreibt drei neue Arten von Tuchofic. 

Alfred Slavík, Neuer Beitrag zur Kenntniss der tertiaeren Süsswasserkalk- 
Schichten von Tuchofie; Archiv für naturwissenschaftl. Landesdurchforschung von 
Böhmen I. 2, DM P1510 Ша d 

: Bringt zahlreiche Ergänzungen und beschreibt neue Arten: Hyalinia men- 
dica, H, euristhmia, Azeca monocraspedon, Azeca pumila, Clausilia mira, Pupa 
"aricosta, P, intrusa, Ptychospira delopleeta und Paludinella scalaris Slavfk. 

Alfred Slavík, Popis třetihorních pánví vápence sladkovodního u Tuchořic 
a Kolozruk, Archiv pro přírodověd. prozkoumání Dé K 1 2950 Lak d 

Beschreibt alle zu der Zeit von Böhmen bekannte Arten. 


14 


Dr. Oskar Boettger, Revision der tertiaeren Land- und Süsswasser-Versteine- 
rungen des nördlichen Böhmens. Jahrbuch der К. k. geologischen Reichs-Anstalt XX., 
3. Heft 1870. 

Neue Arten: Acicula callosa, Helix bohemica, Clausilia attracta, Vertigo 
callosa Reuss var. minor. 

Dr. Oskar Boettger, Neue Conchylien des Mainzer-Tertiaerbeckens, Palaeonto- 
graphica. Bd. XIX. p. 35. 1871. 

Beschreibt Strobitus diptyx von Hochheim und Bythinellla cyclothyra aus 
dem Mergel von Vilbel, die wir jetzt beide auch aus Böhmen kennen. 

Dr. С. L. Fridolin Sandberger, Die Land- und Süsswasser-Conchylien der 
Vorwelt, mit XXXVI. Tafeln. 1870—75. 

Unentbehrlich für jeden, der sich mit dem Studium fossiler Binnen-Con- 
chylien befasst. — „Binnen-Mollusken des Horizontes der Helix Ramondi im nord- 
westlichen Böhmen“ p. 422—447. 

Dr. Oskar Boettger, Ueber die Fauna der Corbieula-Schiehten im Mainzer 
Becken, Palaeontographica Bd. XXIV. p. 185. 

Dr. Oskar Boettger, Clausilienstudien, Palaeontographica, Supplementband. 
1877. Mit 4 Tafeln. 

Schöne kritische Arbeit über tertiaere Clausilien. 

Dr. Oskar Boettger, Fossile Binnenschnecken aus den untermiocaenen Cor- 
bicula-Thonen von Niederrad bei Frankfurt (Main). Mit 1 Taf. 1889. — 

Dr. Oskar Boettger, Die Entwickelung der Pupa-Arten des Mittelrhein- 
gebietes in Zeit und Raum. Mit 2 Taf. (Jahrbuch des Nassauischen Ver. für Natur- 
kunde, Jg. 42). 1889. 

In dieser höchst verdienstvollen Arbeit theilt der Verfasser die Formen de 
Mittelrheingebietes in 11 Gattungen: Lauria, Огеша, Coryna, Torquilla, Pupilla, 
Sphyradium, Negulus, Acmopupa, Isthmia, Leucochilus, Vertigo. 

Dr. К, Flach, Ueber die tertiaeren Arten des Genus Acme Hartmann. 
(Abh. zu dem Berichte der Wetterau. Ges. für die ges. Naturk. zu Hanau, 1887 
bis 1890.) Mit 1 Tafel. 

Acme subfusca und A. Friči als neu von Tuchofic beschrieben. 

Boh. Klika, Studie z oboru zkamenělin sladkov. I. Zonites, Archaeozonites. 
(Vesmír 1890 p. 43.) 

Neu: Archaeozonites explanatus von Würzen. 

K. Flach, Palaeontologische Beiträge, mit I. Taf. I. Zur Fauna von Tuchofic 
in Nordbóhmen. (Verhandl. der physik. mediz. Ges. Würzburg N. F. Bd. XXIV.) 

Neu: Pupa (Coryna) Diezi von Tuchoric. 


I. Genus Cyelostoma Montf. 


I. Cyclostoma? sp. 


Ich habe dieses hochinteressante Fossil in einem sehr schönen Stücke in 
den mergeligen Schichten von Wärzen gesammelt; das Stück zerfiel aber, ehe ich 
eine gute Abbildung und Beschreibung von ihm 
lertigstellen konnte; es blieb nur die Hälfte des 
letzten Umganges erhalten; die nebenstehende 
Abbildung kann keine Ansprüche auf vollkommene 
Genauigkeit machen, da sie theilweise nur nach 
dem Gedächtniss gezeichnet wurde. 
| Das Gehäuse bestand aus fünf gewölbten Um- ST ed 
Sängen, die mit starken, stumpfen, entfernt ste- e 
enden Lüngsrippchen verziert waren (15 auf dem Fig. 4. Oyelostoma? sp. — 5 und c 
letzten Umgange) Die Mündung war fast rund. gute Mi acie 


a Ueber die Beziehungen der Wärzener Art zu den übrigen fossilen Arten 
asst sich vor Auffindung eines besseren Stückes nichts näheres sagen. 


m 


IL. Genus Craspedopoma Pfeiffer. 


2. Craspedopoma leptopomoides Reuss. 


Valvata leptopomoides Reuss, Sitzungsb. d. К. К. Akad. d. Wiss. Wien ТҮП. 
D. 88, dali 1 5% 
— — Slavík, Archiv pro přír. prozk. Dech k 2.5. 20%. 
тсе Siu ST an. 
— E Slavík, Archiv für naturw. Landesdurchf. Bóhmens I. 
2. p. 210. T. IV. f. 26.—28. 
T — Boettger, Jahrb. d. k. geolog. Reichsanst. XX. p. 299. 
Craspedopoma — Sandberger, Vorwelt p. 445. T. XXIV. f. 33.—33. b. 


Testa conico-turbinata, apice mucronata, basi convexa, anguste, profunde 
mbilicata, Anfractus quinque valde convexi, subteretes, suturis valde profundis 
lisiunetj. eostulis transversalibus subaequalibus saepe geminis ornati, ultimus antice 
Solutus et attenuatus circiter 3/5 omnis altitudinis aequat. Apertura recta, circularis. 
Warginibus continuis, vix incrassatis. 


ERE m 


en 


16 


Die Schale ist kreiselfórmig mit vorstehendem, zugespitztem oberem Ende, 
gewölbter, eng und tief genabelter Unterseite; sie besteht aus fünf stark gewölbten, 
fast stielrunden, durch sehr tiefe Nähte von einan- 
der getrennten Windungen, welche mit fast gleich 
starken, häufig zwillingsartig sich verbindenden 
Anwachsrippchen verziert sind; die letzte sich 
vor der Mündung völlig von der vorletzten 108- 
lösende Windung ist vorne in Breite von 2 mm 
deutlich eingeschnürt. Sie erreicht fast ?/, der 
Gesammthóhe. Die senkrechte kreisrunde Mün- 
dung besitzt ununterbrochen in einander über- 
gehende, schwach verdickte Ränder. ` 

Diam. m. 55 mm, alt. 6 mm. 
Vorkommen : Sehr selten in Tuchofic. Unser 
Fig. 5. Craspedopoma leptopomoides Museum besitzt drei schöne Exemplare; in der 
Reuss. Sammlung des Herrn Oberlehrer D in Tuchofie 
habe ich auch mehrere schöne Stücke gesehen. 

,Craspedopoma leptomoides ist in Form und Grösse dem Cr. lucidum 
Lowe von Madeira überaus ähnlich, weicht aber im Bau der letzten Windung und 
der Mündung ab, welche mit denen der Cr. Monizianum Lowe übereinstimmen. 
Die fossile Art steht daher geradezu in der Mitte zwischen den beiden lebenden." 
(Sandberger, Vorwelt p. 445.) 

Die Gattung Craspedopoma Pf. ist jetzt auf die atlantischen Inseln 


beschränkt. 


III. Genus Acme Hartmann. 


Acme Hartm. hat im böhmischen Tertiaer fünf Vertreter, und zwar zwei 
glatte Arten mit Wulst vor der Mündung (A. callosa Boettg. und A. subfusca 
Flach), eine glatte ohne Wulst (A. laevissima n.) und 2 gestreifte Arten (A. lim- 
bata Reuss und A. frici Flach). Im ganzen sind bis jetzt 8 Acme-Arten aus der 
Tertiaerformation bekannt; von den fünf bei uns vorkommenden Arten sind 4 für 
Böhmen eigenthümlich. Nur eine, A. subfusca Flach, kommt auch im Mainzer 
Becken (Hochheim) vor. 


3. Acme callosa Boettger. 


Acicula fusca Slavík, Archiv pro pffrod, výzkum Öech I. 2. D. 2064 
— callosa Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 284. Taf. 
ХИ. Pigil i 
— — Sandberger, Vorwelt p. 445. 
Acme — Flach, Ueber die tert. Arten des Genus Acme, p. 5. fig. 2 


Testa maior, cylindrica, rimata, spira parum attenuata, apice obtuso, An“ 
fractus sex, vix convexi, sutura simpliei, vix impressa, profunda disiuncti, ultimus 
satis applanatus. Anfractus laeves, nitidi. Apertura pyriformis, superne acuta, 


17 


externe rotundata, marginibus callo satis crasso iunctis. Peristoma obtusum, extus 
callosum, margine columellari superne calloso, vix reflexo. 
Das verhältnissmässig grosse, mit Nabelritz verse- 
hene, cylindrische Gehäuse, das sich nach der stumpfen 
Spitze zu langsam verschmälert, zeigt sechs wenig ge- 
Wülbte, glatte, glänzende Umgänge, die durch einfache, 
Schwach stufenförmig vertiefte Nähte von einander ge- 
trennt sind. Der letzte ziemlich abgeflachte Umgang ist 
fast um die Hälfte kleiner als alle übrigen zusammen- 
Senommen. Die birnfórmige, oben spitze, unten voll- 
kommen gerundete Mündung zeigt eine starke, die Mund- 
ränder verbindende Schwiele, der Mundsaum ist stumpf; 
К von Ee gegen udi ergin, schmal Fig. 6. Acme callosa Boettg. 
tzten Schwiele begrenzt, der Spindelrand oben (Copie nach Flach.) 

Schwielig, aber kaum zurückgeschlagen, unten etwas 
Nach hinten eingezogen, so dass der rechte Mundsaum unten etwas nach vorne 
Vortritt, und die Mündung also ein wenig schief auf dem letzten Umgang zu stehen 
Scheint, 

Alt. 32 —4 mm, diam, m. 1:9—1:4. mm. 

Vorkommen: Tuchofie und Kolosoruk, selten. 

Es ist diese Art die von Reuss (Sitzungsber. XLII. p. 62.) erwähnte zweite 
Art von Acme, die Slavík an die Stelle der schon von Reuss gestrichenen A. co- 
Stellata Reuss als A. fusca Walk. gesetzt hatte. — A. banatica Dupuy scheint nach 
Dr. Flach (Ueber die tert. Arten d. Genus Acme Htm. p. 5.) der fossilen Art 
ähnlich zu sein. 


4. Acme subfusca Flach. 


Acme subfusca Flach, Ueber die tert. Art. d. Genus Асте p. 3. u. 5. fig. 1. 


Testa magnitudine mediocri, cylindraceo-conica, nitens, 
glabra, rimata, apice obtuso. Anfractus sex convexiusculi, 
Sutura filiformis, filo minus distincto. Anfractus ultimus 
ad aperturam ascendens, apertura ovato-rhomboidea, mar- 
Sinibus callo satis crasso iunctis; peristoma obtusum, extus 
callosum, callo valde prominente. 

Das mittelgrosse Gehäuse ist cylindrisch-kegelförmig, 
von der Basis bis zur stumpfen Spitze verjüngt, glatt und 
8länzend, an der Basis geritzt. Es wird von 6 mässig ge- 
Wölbten, durch schwach fadenförmige Nähte getrennten wo e СИЯ 

Mgängen gebildet, von welchen der letzte gegen die qj, Ое ner Flach) 
, indung aufsteigt; die Mündung ist rhombisch-oval, die 
Ränder durch eine ziemlich starke Schwiele verbunden. Der stumpfe Mundsaum 
"t aussen von einer hohen, scharf hervortretenden Schwiele begrenzt. 

Alt. 3 mm, diam, m. 1'1 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, sehr selten. Ich fand in Tuchofie nur 1 Stück, 


2 


18 


Diez auch nur 1 ganzes und einige Mündungen; einige schöne Stücke von Tuchofic 
erinnere ich mich auch in der Münchener Sammlung gesehen zu haben. Ebenso 
selten kommt sie in Hochheim vor. 

Die Form hat ihre nächste lebende Verwandte in Acme fusca Hartm., von 
der sie kaum zu unterscheiden ist; sie ist gewiss ihre direkte Stammmutter, wie 
schon Dr. Flach bemerkt hat. 


5. Acme laevissima n. 


Testa maior, cylindrica, rimata, apice obtusa, 
spira parum attenuata, vix convexa. Anfractus 
quinque, sutura disiuneti simplici, profunda, ulti- 
mus caeterorum magnitudinem vix adaequans. An- 
fractus laeves, nitidi. Apertura pyriformis, angulo 
superiore acuto, marginibus callo iunctis. Peristoma 
acutum, margo columellaris peristomatis superior 
reflexus. 

Das ziemlich grosse, eng geritzte Gehäuse 
ist eylindrisch, zur Spitze nur allmählig sich ver- 
jüngend, glatt und glänzend. Umgänge fünf, schwach 
gewölbt, glatt. Die letzte Windung ist um ein gë: 
ringes kürzer als alle übrigen zusammengenommen; die Naht ist einfach. Die 
Mündung ist birnförmig, unten abgerundet, das Peristom einfach, scharf, nur der 
obere Theil des Spindelrandes ein wenig umgeschlagen. Die die Mündungsründer 
verbindende Schwiele ist dünn. 


a 


Fig. 8. Acme laevissima n. 


Alt. 8 mm, diam. m. 1 mm. 

Vorkommen: Ich habe nur ein Stück mit etwas verletztem Mundsaum in 
dem vom Herrn Prof. Frič gebrachten Materiale von Stolzenhahn gefunden. 

Von den beiden übrigen glatten Arten aus dem bóhmischen Tertiaer unter- 
scheidet sie das Fehlen des Wulstes vor der Mündung. 


6. Acme limbata Reuss. 


Acme fusca Reuss, Palaeontograph. II. p. 40. Taf. IIT. fig. 16. 
Acicula limbata Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. XLII. p. 61. 

— — Sandberger, Conchyl. Mainz. Tert. Beck. p. 388. 

— — Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 266. 

— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 284. 

— — Sandberger, Vorwelt p. 445. Taf. XXIV. fig. 30. a, b. 
Acme — Dr K. Flach, Ueber die tert. Arten des Genus Acme; 

p. 8, fig, .3. 


Testa nitida, subeylindrica, apice obtusa, basi rimata. Anfractus sex con“ 
vexiuseuli, suturis filiformibus disiuncti, suleulis transversis linearibus, profundis, 
valde distantibus ornati, ultimus ad aperturam ascendens. Apertura ovato-rhomboidea, 


19 


marginibus callo distincto iunctis. Peristoma paululum incrassatum, obtusum, margo 
columellaris latior, rectus. 
Das kleine Gehäuse ist glänzend, fast cylindrisch, 

Mit stumpfer Spitze und deutlich geritzter Basis. Es 
Wird von sechs schwach gewölbten, durch fadenförmige 
Nühte von einander geschiedenen Umgängen gebildet; 
der letzte Umgang steigt gegen die Mündung auf. Die 
Oberfläche ist mit unregelmässigen, groben, weitläufigen 
und ziemlich tiefen Querstreifen bedeckt (12—14 Linien 
auf dem letzten Umgange). Die Mündung ist rhombisch 
eiförmig, ihre Ränder durch eine deutliche Schwiele ver- 
bunden ; die Mündungsebene ist mit ihrem Unterrande 
Dach links über die Axe vorgezogen. Mundsaum leicht Fig. 9. Acme limbata Reuss 
verdickt, stumpf, der äussere Rand bogig gekrümmt, der (Copie. nach, Bech 
Spindelrand breit, gerade. 

Alt. 32 mm, diam. m. 1'1 mm. 

Vorkommen: Tuchořic, selten. 

Unter den lebenden Arten hat sie ihre nächsten Verwandten in den drei 
Arten: Acme benekei Andr., lineata Drap. und sublineata Andr., als deren Vor- 
läufer sie Dr. Flach bezeichnet. In der Grösse erreicht sie nur die sublineata, in 
der Streifung nähert sie sich der benekei, doch fehlt ihr der flache Wulst vor der 
Mündung. Unter den fossilen Arten steht ihr am nächsten Acme filifera Sandb. von 
Hochheim, die sich von ihr durch mehr gewölbte Umgänge, feinere und zahlreiche 
Streifen, schneidenden rechten Mundsaum und die Mündungsform unterscheidet. 


7. Acme friči Flach. 
Acme friéói Dr. Flach, Ueber die tert. Arten d. Genus Acme, p. 4 et 6. Fig. 6. 


: Testa parvula, angusta, subconico-cylindrica, apice obtusa, basi rimata. An- 
fractus sex sat plani, irregulariter striati, sutura paululum abrupte impressa, non 
filifera, Anfractus ultimus basi subangulatus, ad aperturam non ascendens; apertura 
‘anguste ovalis, margine acutiusculo, columellari expanso, obtuso. 
Das kleine, schmale Gehäuse ist fast cylindrisch, von 
der Basis bis zur Spitze schwach konisch verengt, mit 
Stumpfer Spitze und geritzter Basis. Umgänge 6, sehr 
Schwach gewölbt, Naht leicht stufig vertieft, nicht faden- 
fórmig. Letzter Umgang an der Dasis mit sehr stumpfer 
Kielanlage, gegen die Mündung nicht aufsteigend. Die 
treifen sind unregelmässig, weitläufig (10—14 Streifen auf 
dem letzten Umgang). Die Mündung ist spitz-eiförmig, der 
"echte Mundsaum schneidend, der Columellarrand ausge- 
breitet, stumpf, die Mündungsebene fällt in die Richtung 
der Axe. 
Alt. 2:4—2'6 mm, diam. m. 0'7 mm. 
Vorkommen: Tuchofie; sie ist die häufigste von allen 4 Tuchoficer Arten. 
9* 


Fig. 10. Acme friči Flach 
(Copie nach Flach). 


IV. Genus Sansania. 


8. Sansania crassitesta Reuss. 


Limax crassitesta Reuss, Sitzungsber. der k. Akad. d. 
NVISS oV le aleet 
— — Slavík, Archiv pro pfírod. Drock, Čech 
I. 9. p. 239. 
— Е Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. 
XVI сер 
— — Sandberger, Vorwelt p. 436. 
Sansania  — Boettger, Foss. Binnensch. von Nieder- 
rad bei Frankf. p. 259. 


Fig. 11. Sansania 
crassitesta Reuss. 


Das Schildchen ist besonders um den Wirbel verdickt, gerundet 4kantig, 
gegen das vordere Ende sich langsam verschmälernd. Das vordere Ende ist 8e- 
rundet, das hintere scheint, schief abgestutzt zu sein; der Wirbel liegt zur Seite. 
Die obere Seite des Schildchens ist wenig gewölbt, mit feinen, ungleichstarken, 
wenig schiefen, koncentrischen Anwachsstreifen verziert. Der linke Rand ist immer 
diek, in seiner vorderen Hälfte mit einer schmalen, tiefen Längsfurche versehen. 
Gegen den rechten Rand wird das Schildchen dünner. Die Unterseite ist sehr 
wenig ausgehóhlt. Die Dicke variirt sehr viel. 

Long. 5 mm, lat. 35 mm. 

Vorkommen: Tuchofie, nicht selten. Reckingen und Thalfingen in Würt- 
temberg. 

Die Schalen sind bernsteingelb gefärbt, durchscheinend. 


V. Genus Glandina Schuhmacher. 


9, Glandina inflata Reuss. 


Achatina inflata Reuss, Palaeontograph. П. 

[ад АШ 314; 
Glandina cancellata Sandberger, Conch. 
Mainz. Tert. Beck. p. 46. T. ү. 

Fig. 2. 

— inflata Reuss, Sitzungsber. der 
k. Akad. d. Wissensch. 

XLII. p. 69. 
тат — Slavík, Archiv pro pifrodo- 
věd. prozk. Čech I. 2. 251. 
— — Boettger, Jahrb. d. geol. 
Reichsanst. XX. p. 286. 
ma — Sandberger, Vorwelt Р. 
408. Taf. XXI. Fig. 18 


Fig. 12. Glandina inflata Reuss. 


21 


Testa solida ovalis, apice obtuso, rotundato. Anfractus D convexi, suturis 
Suberenulatis disiuneti, excepto primo eostulis transversalibus saepe fasciculatis sul- 
eulisque longitudinalibus sat profundis elathrati, ultimus abinde inflatior, ad aper- 
turam vero compressus ?/, omnis altitudinis aequat. Apertura subovalis, superne acu- 
minata, marginibus tenuibus, acutis, columella vix arcuata, inferne truncata. 

Die dickwandige eifórmige Schale mit stumpfem völlig abgerundetem oberem 
Ende besteht aus fünf gewölbten, durch fein gekerbte Nähte getrennten Umgüngen, 
Welche mit Ausnahme des glatten ersten mit fast senkrechten, ungleichstarken, 
häufig bündelförmig gruppirten Anwachsrippchen verziert sind, die von zahlreichen, 
ziemlich tiefen Längsfurchen durchsetzt werden. Der letzte Umgang ist anfangs 
bauchig, an der Mündung aber zusammengedrückt und dreimal so hoch, als die 
übrigen zusammengenommen. Die spitzeiförmige Mündung besitzt einfache scharfe 
Ränder und eine sehr flach gekrümmte, unten schief abgestutzte Spindel. 

Alt. 46 mm, diam, m. 24 mm. 

Vorkommen: Tuchofie und Lipen, selten. Als weitere Fundorte führt Sand- 
berger (1. e. p. 409.) an: Hochheim, Fontainebleau im Landschneckenkalke, Thal- 
fingen, Eckingen, Michelsberg und Pappelau bei Ulm in den oberen kreideartigen 
Sehichten des Rugulosa-Kalkes, Staufener Tunell im Allgäu in der unteren Süss- 
Wasser-Molasse; Laubenheim bei Mainz in den Corbicula-Schichten, Hochstadt bei 
Hanau im Hydrobienkalke, Aix in der Molasse coquilliere, La Bréde bei Dax in 
Aquitanien. 

Ihre nächste lebende Verwandte ist die im südlichsten Nordamerika ver- 
breitete Glandina truncata Gmel, die aber nicht so sehr dickschalig und auch 
Weniger bauchig ist. 


VI. Genus Oleacina Bolten. 


18. Oleacina neglecta n. 


Achatina Sandbergeri Th., Reuss, Palaeontograph. II. p. 32. T. III. F. 11. 


"WT M Sandberger, Mainzer Becken p. 47. T. V. F. 4. (pars). 
Glandina a Reuss, Fossile Mollusken, Sitzungb. XLII. p. 70. 
» " Slavík, Tuchofice a Koloz. Archiv I. 2. p. 251. 
» » Boettger, Revision, Geol. Jahrbuch XX. p. 286. 
Oleacina g Sandberger, Vorwelt p. 409., 444, T. XXII. 


F. 82. (pars). 

Testa oblongo-acuminata, imperforata, nitida. Anfractus 5!/, 
fere plani, celeriter accrescentes, suturis tenuibus, vix cerenulatis 
disiuncti; primus et secundus glabri, caeteri costulis obliquis, te- 
nuissimis, irregularibus ornati; suleuli longitudinales subtilissimi, 
densissimi. Anfractus ultimus circiter °/, omnis altitudinis aequat. 

8 — Apertura rapiformis, testae dimidio paulo longior, basi paulum di- 
3. Oleacina latata, marginibus simplicibus acutis, dextro subsinuato, protracto, 
neglecta n, columella arcuata, oblique truncata; callus tenuis. 


Fig, 1 


22 


Das undurchbohrte, lünglich-kegelfórmige, oben stumpf gespitzte Gehäuse 
ist dünn und glänzend. Umgänge 5'/, rasch an Breite zunehmend, sehr wenig 
gewülbt, fast flach; die ersten zwei Umgänge sind glatt, die übrigen unregelmässig, 
bogenförmig gestreift; die Streifung ist in ihrem ganzen Verlaufe fast gleich stark 
ausgeprägt, und wird nicht, wie man bisher angenommen hat, unter der Naht be- 
sonders stark und scharf; die seichte Naht ist nur stellenweise und auch da kaum 
merklich gezackt. Die Spiralstreifung ist nur hie und da etwas mehr deutlich, sehr fein 
und dichtgedrängt. Die letzte Windung erreicht ungefähr °/, der gesammten Gehäuse- 
länge. Die Mündung ist eng-birnförmig, oben in einen spitzen Winkel ausgezogen, 
unten gerundet, um ein geringes länger als die Hälfte der Schalenlänge (bei einem 
15 mm hohen Stücke um 1'/, mm). Das Peristom ist einfach, scharf und gerade, 
nur der rechte Rand ist in Uebereinstimmung mit dem bogenfórmigen Verlaufe der 
Streifung bogenfórmig vorgezogen und ein wenig eingedrückt. Die Spindel ist ge- 
bogen, unten schief abgestutzt; die den Gaumen und die Spindel bedeckende 
Schwiele ist ziemlich dick. 

Höhe 14—16 mm, Breite 45—5'5 mm. 

Vorkommen: Nicht selten in Tuchofic, wo ich einige 30 gute Stücke ge- 
sammelt habe, dann bei Gross-Lipen und Kolosoruk; auch von Stolzenhahn und 
Wärzen besitzen wir einige wahrscheinlich derselben Art gehörenden Bruchstücke. 
Die Wärzener Stücke sind nur ein wenig stärker gestreift, sonst völlig überein- 
stimmend. 

Diese Art wurde bisher von allen, die sich mit dem Studium der nord- 
böhmischen Süsswasser-Ablagerungen beschäftigt haben, für Oleacina sandbergeri 
Thomae gehalten. Meiner Ueberzeugung nach, die ich mir durch pünktliches Ver- 
gleichen von Originalstücken erworben habe, muss die Art von Ol. sandbergeri 
getrennt werden; die Unterschiede sind folgende: Bei der Mainzer Art ist die 
Spira gleich hoch mit der letzten Windung, die Naht ist deutlich gezackt, W0- 
gegen bei unserer bóhmischen Art die Spira im Vergleich mit der letzten Windung 
viel kürzer ist, die Streifung wird an der Naht nie rippchenförmig, die Naht ist 
infolge dessen viel regelmässiger, kaum merklich und nur stellenweise gezackt, die 
Mündung ist länger, die Spindel entschieden gestreckter. Ich sehe mich also 80° 
nöthigt für die böhmischen Stücke eine neue Art aufzustellen. — Das Verhältniss 
der Länge der Mündung zur Länge des ganzen Gehäuses beträgt bei unserer Art 
1:1:85 bis 1:1'87, bei Oleacina sandbergeri Thomae 1:92:15 bis 1:220. — 
Hauptcharakter der neuen Art bleibt das Vorwiegen der letzten Windung im Ver- 
hältniss zur Spira, und die kaum gezackte Naht. 

Die Reusssche Oleaeina oligostropha von Tuchofic stellt entschieden nur 
junge Stücke unserer Art vor, wie ich mich durch Vergleichen von ganzen Suiten 
über allen Zweifel überzeugen konnte. Die Spiralstreifung fehlt allerdings, wie auch 
Reuss, indem er sie mit Glandina inflata en miniature vergleicht, bemerkt, aber 810 
fehlt auch auf den jüngeren Windungen unserer Art. 

Unter den lebenden Oleacinen hat Ol. neglecta ihre nächste Verwandte in 
Oleacina subulata Pfeiffer von Haiti; unter den fossilen Arten ist freilich Ol. sand- 
bergeri Th. von Hochheim und Fontainebleau die nächstverwandte. In dieselbe 


28 


M Ы DI H DU DI D 
Gruppe gehört auch Oleaeina eburnea Klein von Mórsingen und Ol. produeta Reuss 
von Tuchofie, Gross-Lipen und Vermes. 


Il. Oleacina producta Reuss. 


Achatina produeta Reuss, Palaeontographica II. p. 32. Taf. III. Fig. 15. 

Glandina — —  BSitzungsber. der К. Akad. d. Wiss. XLII. p. 70. 
— — Slavík, Archiv pro přírod. prozkoum. Čech I. 2. p. 251. 
== — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 286. 

Oleacina — Sandberger, Vorwelt p. 444. Taf. XXIV. fig. 29. 


: Testa subulata, gracilis, apice obtusula. Anfractus 51/, planiusculi, suturis 
linearibus disiuneti, costulis transversalibus ad suturas prominulis ornati, ultimus 
fore "|, omnis altitudinis aequans. Apertura sublanceolata, margi- 
nibus tenuibus, acutis, columella paulum inflexa, inferne truncata ; 
callus margines coniungens subtilis, margo dexter paulum protractus. 
Die schlanke, lang-konische Schale mit stumpfer Spitze wird 
von DI wenig gewölbten, fast flachen, durch schmale, sehr wenig 
Sekerbte Naht getrennten Umgüngen gebildet, die an Hóhe rasch 
zunehmen und die ersten zwei glatten ausgenommen mit sehr feinen Fig. 14. Oleacina 
Anwachsstreifehen bedeckt sind, die unter der Naht ein wenig mehr Producta Reuss. 
VorSpringend werden. Der letzte Umgang erreicht ungefähr */ der 
Gesammthöhe der Schale. Die Mündung ist fast lancetförmig, oben in einen spitzen 
inkel ausgezogen, unten gerundet, um ein geringes kürzer als die Hälfte der 
Gesammthühe. (Bei einem 17 mm hohen Stück misst der längste Durchmesser der 
ündung 7'/, mm.) Die wenig gekrümmte Spindel ist unten quer abgestutzt, der 
"Undsaum einfach und scharf, der rechte Mundrand übereinstimmend mit dem 
bogenförmigen Verlaufe der Anwachsrippchen ein wenig ausgezogen, die die Mündungs- 
wand bedeckende Schwiele breit und dünn. 

Alt. 15—17 mm, diam. m. 41/,—51/, mm. 

Vorkommen: Selten in Tuchofie und Lipen. Greppin hat sie auch bei 
Vermes (bei Délemont) in der Schweiz gesammelt. (Sandberger, Conch. Mainz. Tert. 
Beck, р, 45.) : 

Die Art gehört auch in die Verwandschaft der auf Haiti lebenden Oleacına 
subulata Pfeiff. 


ҮП. Genus Vitrina Draparnaud. 


12. Vitrina intermedia Reuss. 
Vitrina intermedia Reuss, Palaeontograph. D. a: 48. Taf. I. Fig. 4 
— —- —  Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wiss. ALL p. 62. 
s — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 12. Taf. V. 
Fig. 19. 

mn - Slavík, Archiv pro рїїтойоүё@, prozk. Cech I. 2. p. 240. 
SC — Boettger, Jahrbuch d. geol. Reichsanst. ХХ. p. 286. 
— == Sandberger, Vorwelt p. 426. Taf. XXIV. Fig. 27. 


24 


Testa depressa, rotundato-dilatata; anfractus 2'/, subtilissime striati, cele- 
riter accrescentes, ultimus ad aperturam valde dilatatus. Apertura depressa, lati- 
tudine altitudinem multo superante, marginibus 
simplicibus, tenuibus; margo columellaris in- 
сгавѕвабив, 

Die kleine Schale ist breitohrförmig, glän- 
zend; sie wird von 21/,, durch seichte Nähte 
getrennten, an Breite sehr rasch zunehmenden, 
sehr fein gestreifien Umgängen gebildet, von 
welchen der letzte gegen die Mündung hin sich 
stark erweitert. Die gedrückte Mündung ist sehr 
breit, viel breiter als hoch, quer-elliptisch. Die 
Mündungsründer sind einfach, scharf, nur der 
Spindelrand verdickt. 


Alt. 4—5:8 mm, diam. m. 6:8—8'4 mm. 
Vorkommen: Sehr selten in Tuchofic, Ko- 

б losoruk und Stolzenhahn. 
ү ЧЫЛАР СЕ" i ie nächs wandte fossile Art is trind 
Fig. 15. Vitrina intermedia Reuss — Die nächst verwandte fossile Art ist Vitr i 
1. grosse Stücke von Stolzenhahn, puncticulata Sandb., mit der sie früher vol 
2. kleine, dickschalige Form von Sandberger zusammengezogen wurde. Sie unter- 
Tuchofic, scheidet sich von ihr aber hinlänglich, um als 


Art gehalten werden zu können. | 
Der Wirbel ist bei den Tuchoficer Stücken bald mehr, bald weniger flach. 
Auffallend ist die Dicke der Schale bei der Hälfte von unseren Stücken; die Schale 
ist bei ihnen gewiss zweimal dicker als bei den übrigen; sie stimmt aber im übrigen 
vollständig überein. 
Sehr interessant ist der Umstand, dass der Spindelrand verdickt und von 
unten gesehen s-fórmig gekrümmt erscheint. 


ҮШ. Genus Archaeozonites Sandberger. 


Diese Gattung hat Sandberger (Vorwelt p. 404) für einige tertiaere Arten 
aus folgenden Gründen aufgestellt: ,Diese (A. subverticillus) und einige andere 
Arten glaube ich jetzt weder bei Nanina, noch bei den typischen (europaeischen) 
Zoniten einordnen zu kónnen. Namentlich sind sie von letzteren durch die bedeutend 
dickere und höher gewundene, oberseits nicht gekörnte Schale gut unterschieden 
auch der ihnen sonst ähnlichere tropisch-amerikanische Z. euryomphalus Pfeiff. ist 
dünnschaliger und viel weiter genabelt. Ich wähle daher den Namen Archaeozonite® 
für die Gruppe, welche als Vorläufer von Zonites in Europa zu betrachten ist." 

Aus dem nordbóhmischen Tertiär sind uns bisher zwei scharf unterschiedene 
Arten von Archaeozonites bekannt: A. haidingeri Reuss und seine Var. reussi Klika 
aus Tuchofic, Kolosoruk, Lipen und Stolzenhahn (?) und A. explanatus Klika vol 
Wärzen. Die erste Art hat seinen Verwandten in A. subangulosus Benz, aus Ehingen 


25 


und Thalfıngen ; die zweite Art steht als eine flache, scharfkantige Form unter deu 
fossilen Arten ohne jede nähere Verwandtschaft. 

Die ältesten Vertreter der Gattung Archaeozonites finden wir in den mittel- 
Oligocänen meerischen Sanden des Pariser Beckens, es sind A. depressus und asper 
Grat, ; im Mainzer Becken kommt die häufige, schöne Art A. subverticillus Sandb. 
uf zahlreichen Lokalitäten vor. у 


13. Archaeozonites explanatus Klika. 
Archeozonites explanatus Klika, Vesmír XIX. p. 43. f. 14. 3. а, b, c. 
| Testa applanata, nitida, spira paulum elata, apice brevi mamillata, basi um- 
bilico amplo, pervio perforata. Anfractus sex acute carinati, supra carinam prope 
plani, infra convexi, sutura tenui disiuncti; anfractus 
Primus et secundus glabri, ceteri transversim costulati, 
Costulis tenuibus, acutis, obliquis, coniunctis plerumque 
3—4 in fasciculos, planis interstitiis seiunetos. In basi 
fiunt costulae multo tenuiores. Striae longitudinales sub- 
tilissimae. Apertura rhomboidea, angulo inferiori obtuso ; 
Peristoma acutum, simplex. pus 
Die mässig grosse Schale ist flach und glänzend, 
mit wenig vorstehendem oberem Ende und kurz warzen- 
förmiger Spitze; die gewölbte Unterfläche ist breit und 
durchgehend genabelt. Umgänge 6, sehr deutlich gekielt ; 
über diesem Kiele sind die Umgänge fast vollkommen flach, unter ihm etwas stärker 
Sewülbt, am stärksten um den Nabel; die Naht ist seicht. Die ersten zwei Win- 
dungen sind glatt, die übrigen sind auf der Oberseite mit queren, nach hinten ge- 
Обепеп, feinen aber scharfen Anwachsrippchen verziert, die auf dem letzten Um- 
Sange gewöhnlich 3—4 zu Bändern gruppirt sind, welche durch glatte Interstitien 
Voneinander getrennt sind. An der Kante werden die Querrippchen plötzlich schwächer, 
Indem sie auf die glänzende, stärker gewölbte Unterseite übergehen; am Nabel 
Werden sie nicht stärker. Die Querstreifung wird durch sehr feine longitudinale 
Purchen unterbrochen, die man am deutlichsten unter der Naht sieht. Der letzte 
ligang ist zweimal breiter als der vorletzte. Die Mündung ist rhombisch, nur wenig 
Ausgeschnitten, der untere Winkel ist abgestumpft. 
Der Mundsaum einfach und gerade. 
Diam. m. 17 mm, alt. 63 mm. 
Vorkommen: Sehr selten in Würzen, wir besitzen nur 6 Stücke in nicht 
sonders vorzüglichem Zustande. 
| Unsere Art ist durch ihre Flachheit, durch die langsame Aufrollung der 
Umgänge und namentlich durch die Glätte der ersten und die schwache Skulptur 
der nächst folgenden Windungen ausgezeichnet. 


Qi 


Fig. 16 a, b, c. Archaeozonites 
explanatus Klika. 


| 


14. Archaeozonites haidingeri Reuss. 


Zonites algiroides Reuss, Palaeontogr. II. p. 19. T. I. F. 5. 
wer —  Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wiss. XLII. p. 63. 


26 


Zonites algiroides Slavík, Archiv pro přír. vyzk. Čech I. 2. p. 238. 
— — Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. ХХ, p. 286. 
Archaeoz. haidingeri Sandberger, Vorwelt p. 443. T. XXIV. Е. 26.—26. b. 
— — Klika, Vesmír XIX. p. 48. F. 14. 1. a, 5, c. 


Testa depresso-conoidea, apice obtusa, basi convexa, umbilico lato, pervio 
perforata. Anfractus 61/,—7 paullo convexi, sutura lineari disiuneti, superne CO" 
stulis subaequalibus prominulis retrorsis ornati, quae suleulis longitudinalibus sub- 
tilissimis decussantur, inferne fiunt latiores, obsoletiores, saepe confluentes; in um- 
bilico fiunt rursus prominulae. 
Anfraetus ultimus supra basin 0b- 
tusangulosus ®/, omnis altitudinis 
aequat. Apertura obliqua, late lu- 
naris, marginibus tenuibus, acutis, 
callo subtilissimo iunetis. 

Die grosse, niedrig-kegelför- 
mige Schale besitzt ein flach zit- 
zenförmig endendes Gewinde und 
gewölbte, weit und durchgehend 
genabelte Unterseite. Umgänge Oil 
bis 7 mässig gewölbt, durch schma- 
le Nähte voneinander geschieden; 
ihre Oberfläche ist mit hervorste- 
henden, dichten, nach hinten bo 
genförmig gekrümmten Querripp- 
chen, die durch sehr feine longt 
tudinale, parallel laufende Rinne” 
gekreuzt werden, verziert; diese 
longitudinale Skulptur sieht man am besten auf dem letzten Umgange unter dem 
Kiel Auf der stärker glänzenden Unterseite werden die Querrippchen viel flächen; 
breiter, mannigfaltig untereinander zusammenfliessend, bis im Nabel werden 816 
wieder fast gleich stark wie auf der Oberseite. Die jüngeren Umgänge sind schärfer 
gekielt; der letzte stumpfgekielte erreicht ungefähr ?/, der Gesammthóhe. Die Mün- 
dung ist breit mondförmig (fast rundlich), ihre Ränder sind einfach und scharf; 
nur der Unterrand pflegt ein wenig ausgezogen zu sein; die die Mündungsränder 
verbindende Schwiele ist dünn und glänzend. 

Diam. m. 34—87 mm, alt. 24—27'5 mm. 

Vorkommen: Tuchofie, Lipen und Kolosoruk, fast ausschliesslich im festen 
Kalksteine; im losen Mergel ist er sehr selten, dann aber sehr schón erhalten. Ich 
habe an unseren zahlreichen Exemplaren gewissenhafte Messungen vorgenommen, 
die noch bei der Varietät zu Rede kommen werden. 

Einige Bruchstücke, die vielleicht auch dieser Art gehören werden, habe 
ich auch im Stolzenhahner Kalksteine gefunden, 


Fig. 17 a, b, с. Archaeozonites haidingeri Reuss. 


21 


Var. reussi Klika. 
Zonites haidingeri Reuss, Palaeontograph. II. p. 20. T. 1. F. 6 
—  algiroides var. haidingeri Sandberger, Conchylien p. 389. 

Arch. haidingeri var. reussi Klika, Vesmír XIX. p. 43. F. 14 2a, 2b. 

Differt a typo testa humiliore, umbilico latiore, anfractibus minus convexis, 
apertura latiore. 

| Unterscheidet sich von der typischen Form durch 
die geringere Höhe der ganzen Schale, breiteren 
abel, weniger gewölbte Umgänge, seichtere Naht. 
ie Mündung erscheint natürlich breiter, da die Höhe 
des letzten Umganges geringer ist. 

Diam. m. 34—36 mm, alt. 16—21'5 mm. 
Vorkommen: Auch fast ausschliesslich im festen 
Kalksteine bei Tuchofic, Lipen und Kolosoruk. In- 
teressant ist ihr Vorkommen bei Hochheim, wo sie 

брег gefunden hat. 

Zur Begründung meiner Ansicht, die Varietät 
müsse doch von der typischen Form abgetrennt blei- 
ben, führe ich nur die Zahlen an: Bei der typischen, 
К verhält sich die por zur Breite bei Fig. 18 a, b. Archaeozonites 

ı meisten konischen von meinen Stücken wie paidingeri Reuss var. reussi 
1:197 (Exemplar No. IV.), es ist also zwischen der Klika. 

Höhe und Breite kein so bedeutender Unterschied; 
beim zweiten Stück beträgt dasselbe Verhältniss 1: 1:42 (IIL) und beim dritten 
:143 (Т). Inmitten dieser Grenzen gibt es viele Übergänge. Beim höchsten 
Xemplare, welches ich schon zur Var. reussi stelle, ist das Verhältniss zwischen 
бһе und Breite wie 1: 1:76 (VII), dann kommen in der Reihe immer niedrigere 
Und niedrigere Exemplare, bis wir beim niedrigsten das Verhältniss 1: 1:91 (ҮШ.), 
le Breite also fast zweimal so gross wie die Höhe, finden. Aehnlichem Verhält- 
nisse begegnen wir auch bei den Grössendimensionen der Mündung. Bei der typi- 
Schen Form (1.) verhält sich die Höhe der Mündung zu ihrer grössten Breite wie 
1:101; bei der Varietät (VIIL) finden wir dasselbe Verhältniss wie 13 1,14. 

Archaeozonites haidingeri hat auch schon seine Historie; ursprünglich 
Wurden von Reuss zwei Arten, algiroides und haidingeri, von Tuchofíc beschrieben, 
Später zog Reuss die letztere als Varietüt zur algiroides, Von Sandberger wurde 
der Name algiroides, weil unrichtig gebildet, eingezogen und haidingeri an seine 

telle gesetzt, infolge dessen die Varietüt, deren Rechte man doch anerkennen muss, 
Ihren Namen verlor. Ich habe mir deswegen erlaubt, ihr den Namen dessen zu geben, 
der Sie zuerst beschrieben hat. Was ihre Häufigkeit in Tuchofic betrifft, kann ich 
AUS eigener Erfahrung sagen, dass sie gleich so häufig vorkommt wie die typische 
‘orm; an bestimmte Schichten scheint sie nicht gebunden zu sein. 

Noch eine andere Art wurde von Tuchofie beschrieben, nämlich Archaeo- 
zonites semiplanus Reuss, die ped noch in seinen ,Land- und Süsswasser- 
Üonehylien der Vorwelt* (p. 442. T. XXIV. f. 25.—25. b) beschreibt und abbildet. 

ürch sorgfältige ie einer Serie von Exemplaren jedes möglichen 


d 
| 


28 


Alters bin ich zur Überzeugung gekommen, dass es sich um junge Stücke vol 
A. haidingeri handelt. 

Unter den fossilen Archaeozonites-Arten ist A. subangulosus Benz. ähnlich, 
aber kleiner, höher gewunden, enger genabelt und weit feiner gerippt. 


IX. Genus Hyalinia Ferussac. 


Dem Vertreter der jetzt über die ganze Erde verbreiteten Gattung Hyalinia 
begegnen wir zuerst in Obereocün (Н. voltzii Desh. aus Buxweiler, ihre systema- 
tische Stellung ist aber noch nicht sichergestellt). In den geologisch jüngeren Schichten ` 
werden sie etwas zahlreicher, aber sie erreichen doch bei Weitem nicht den Arten- 
Reichthum der Jetztzeit. Drei zusammenlebende Hyalinia-Arten, wie wir sie Ш 
Tuchofie finden, sind meines Wissens noch von keiner anderen tertiären Localität 
bekannt; im ganzen finden wir in den nordböhmischen tertiären Büsswasserablage" 
rungen 5 Arten: Н. denudata Reuss, Н. ihli n. und Н. mendica Slavik von rl'uchofió: 
H. bohemica n. von Wärzen und H. vetusta n. von Stolzenhahn. H. denudata W 
ihli haben ihre Verwandten in Palästina und Syrien, IT. bohemica in Transkaukasien 
Aus dem böhmischen Plistocaen kennen wir bisher keine einzige Hyalinia-Art; aus 
dem Alluvium sind mir 6 Arten (H. crystallina Müll, nitida Müll., fulva Müll; 
hammonis Ström., pura Ald. und nitidula Drap.) bekannt. Lebend findet man bei 
uns 12 Hyalinien (ausser den 6 alluvialen noch Н. glabra Stud., cellaria Müll; 
nitens Mich., subrimata Reinh., diaphana Stud., inopinata Uličný). — Alle lebende 
Arten des Genus erreichen ungefähr die Zahl 280. 


15. Hyalinia denudata Reuss. 


Hyalina denudata Reuss, Palaeontographica II. p. 21. T. I. F. 1. 
— — — Sitzungsber. d. Akad. d. Wiss. XLII. p. 64. 
— — Slavík, Archiv pro přír. prozk. Čech, I. 2. p. 247. 
— — Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 287. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 441. T. XXIV. F. 23. male! 
Testa orbicularis, tenuis, nitida, spira depressa, apice obtusa, interdum bre- 
viter mamillata, basi depressa, umbilico amplo, pervio perforata. Anfractus 5 
convexiusculi, suturis subcrenulatis dis" 
iuncti, costulis transversalibus obliqui: 
in media parte retrorsis, in basi fel? 
strictis, saepe bifidis aut fasciculati 
ornati; ultimus supra basin obtusangl" 
losus circiter */,—?/,, omnis altitudinis 
aequat, latitudine penultimum duplo Bus 
perans. Apertura transversim ovalis, mar 
ginibus approximatis, tenuibus, acutis 
Die dünne und glänzende Schale p 
Fig. 19. Hyalinia denudata Reuss. (Original- fast, von kreisförmigem Umriss und 00 
zeichnung.) sitzt ein sehr niedriges, manchmal oben 


Lé 


9 


fl 


ach zitzenförmig endendes Gewinde; die Basis ist abgeplattet, fast eben, weit 
und durchgehend genabelt. Das Gehäuse wird von 5'/, flachen Umgängen gebildet, 
1e durch schwach gekerbte, tiefe Nähte voneinander geschieden sind. Ihre Ober- 
üche ist mit öfters dichotomen oder zu Bündeln vereinigten, oberseits sehr schief 
Sestellton, auf der Mitte rückwürtsgebogenen und auf der Unterseite fast geradlinig 
verlaufenden feinen Anwachsrippchen verziert. Der letzte, oberhalb der Grundfläche 
abgerundet-kantige Umgang erweitert sich gegen die Mündung so, dass er den vor- 
Haten an Breite zweimal übertrifft. Das übrige Gewinde nimmt nur !/,,—'/, der 
esammthühe ein. Die Mündung ist schief eiförmig, ihre Ränder sind einander 
Sehr nahe gerückt, einfach und scharf. 


Diam. m. 12—14 mm, alt. 4—5 mm. 
Vorkommen: Tuchofie, nicht selten, obzwar man vollkommene Stücke nicht 
80 leicht findet, Lipen, Kolosoruk. Auch wird sie von Theobaldshof bei Tann i. d. 


Rhön angeführt. In Wärzen sowie in Stolzenhahn fehlt sie, indem sie in Wärzen 
Murch Hyalinia bohemica n., bei Stolzenhahn durch H. vetusta n. vertreten wird. 


Als ihre nächste lebende Verwandten führt Sandberger (Vorwelt, p. 441.) 
Hyalinia iebusitica Roth., H. protensa Fér. und H. aequata Mouss. aus Palaestina 
und Syrien an; besonders die erste ist ihr in Bezug auf ihre kantigen Windungen 
ähnlich, die flache Unterseite unterscheidet H. denudata von allen drei genannten 


Ten. — Auf der Abbildung ist der Kiel etwas zu scharf ausgefallen. 


I6. Hyalinia ihli n. 


Testa depresso-conica, Spira elata, apice mamillata, basi paululum convexa, 
umbilico lato, pervio perforata. Anfractus quinque convexiusculi, suturis profundis, 
Su ‚renulatis disiuneti, costulis transversalibus 

19018, in media parte retrorsis, in basi ob- 
Soletioribus. Saepe bifidis ornati, primi acute, 
Ultimus Supra basin obtuse carinatus, circiter 
з Omnis altitudinis aequat.; in eius parte in- 
"Hot nonnulli suleuli longitudinales subtilissimi 


Consnin; : Р 

wl mim, Apertura transversim ovalis, ro- $ 
ndata, marginibus approximatis, tenuibus, sim- 

Dlieipug, 

à Ce zierliche Schale ist dünn und glän- Fig. 20. Hyalinia ihli n. 
en 


› gedrückt konisch, mit leicht erhobenem { 
Winde und zitzenförmig vorstehendem Embryonalende; die Unterfläche ist sehr 
n 8ewölbt, weit und durchgehend genabelt. Das Gehäuse wird von 5 schwach 

Sewölbten, durch tiefe, nur stellenweise gekerbte Nähte getrennten Windungen 

"det, deren Oberfläche mit öfter dichotomen, sehr feinen sichelförmig gebogenen 
DWachsrippehen verziert erscheint, die auf der Mitte der Umgänge rückwärts gor 
gen, unterseits nur schwach gekrümmt und noch feiner sind. Die ersten Win- 

gen Sind scharf, die letzte bis zum Ende stumpf, aber doch sehr sess geh 
ШЧ, der Gesammthöhe des Gehäuses einnehmend; auf ihrer Unterseite bemerkt 


| 
| 


30 


man eine sparsame, sehr feine, durchbrochene Spiralstreifung. Die Mündung ist ab- 
gerundet schief-eiförmig, die Mündungsránder einander genühert, einfach und scharf. 

Diam. m. 10:5 mm, Alt. 5'25 mm. 

Vorkommen: Sehr selten in Tuchofie. Ich habe nur ein gut erhaltenes, е 
wachsenes und ein junges Stück gesammelt, ein kleines Stück habe ich auch vom 
Herrn Oberlehrer Ihl in Tuchořic bekommen, dem ich diese hübsche Art zu widmen 
mir erlaube. Die Art wurde, wie ich glaube, noch von keinem anderen Sammler 
gefunden. Sie fällt schon auf den ersten Blick durch ihre konische Gestalt und 
ihren Kiel auf, wodurch sie, sich von der denudata sehr scharf unterscheiden lässt; 
die Streifung ist bei H. ihli etwas gröber und unregelmässiger. Junge Exemplare 
kann man wegen ihrer scharfen Kante mit jungen H. denudata nicht verwechseln 
Die sehr schwache, aber doch charakteristische Spiralstreifung kommt meines Wis- 
sens bei H. denudata nie vor; der letzte Umgang ist bei H. ihli verhältnissmässig 
niedriger, indem er nur ?/, der Gesammthöhe einnimmt, die jüngeren Umgänge sind 
aber relativ höher als dieselben bei denudata. 


17. Hyalinia (Retinella) bohemica n. 


Testa orbicularis, nitida, spira depressa, apice brevi mamillata, basi con- 
vexa, umbilico amplo, pervio perforata. Anfractus 51/, obsolete carinati, excepto 
primo et secundo glabro transversim costulati, costulis 
superne subtilibus, interdum bifidis, irregularibus, latisy 
inferne prope evanescentibus. Sutura profunda, pars in- 
ferior anfraetuum convexior. Apertura rotundato-lunatd 
obliqua, peristoma simplex, acutum, margine columella! 
paululum protracto. 


Das Gehäuse ist von kreisförmigem Umriss, gli 
zend, ziemlich festschalig, mit gedrücktem Gewinde, 
1. kurz zitzenförmig vorstehendem Embryonalende und 86° 
wölbter, weit und durchgehend genabelter Unterseite. 
Es wird von 51/;, durch schmale aber tiefe Nähte 9 
schiedenen Umgängen gebildet; die jüngeren sind schür" 
fer, der letzte stumpf gekielt (der Kiel verläuft nicht 
in der Mitte der Umgänge, sondern zwischen dem oberen 
und dem mittleren Drittel, erst am Ende des letzte? 
A s i. |; Umgangs senkt er sich fast zur Mitte) Die ersten ZW? 

ig. 21. Hyalinia bohemica ў er d u t miian А ү i 
ioc dq. Ms M дании. Umgänge sind glatt, die übrigen sind mit sehr feinelh 
cher Grüsse, 2. ein anderes gebogenen Anwachsrippchen verziert, die auf der Ober 

Exemp., vergrüssert. seite manchmal dichotomiren, unregelmässig, breit ШК 
abgeplattet, gebogen sind, auf der Unterseite aber fast 
vollkommen verschwinden und fast geradlinig zum Nabel verlaufen. Die Unterseite 
der Umgänge ist gewölbter als ihre Oberseite. Die Mündung ist schief gestellt, ab- 
gerundet mondförmig, ein wenig breiter als hoch, wenig ausgeschnitten. Das Perigtom 
ist scharf und einfach, nur der Spindelrand ist ein wenig verlüngert. 
Diam. m. 125 mm, alt. 6'3 mm. 


91 


Vorkommen: Sehr selten bei Würzen; ich habe nur zwei junge Stücke ge- 
funden, mehrere prachtvolle grosse Exemplare hat unseren Sammlungen Herr W. 
Frič geschenkt. 

Von der Tuchořicer H. denudata Rss. unterscheidet sie gut ihre gewölbte 
Unterseite, ihr charakteristischer Kiel und dem entsprechend auch mehr rundliche 
Ingánge, Die Verwandtschaft mit der Sect. Retinella Shuttlew., deren Hauptcentrum 
die Kaukasusländer bilden, ist zweifellos. Von lebenden Arten steht unserer Art 
"lemlich nahe Hyalinia (Retinella) mingrelica Mouss. aus Transkaukasien, die aber, 
Wie auch die gedrücktere Н. (Retinella) selecta Mouss. deutliche Spiralskulptur auf 
der Oberseite hat. 


18. Hyalinia vetusta n. 


Testa solida, applanata, nitida, umbilicata, umbilico amplo, pervio. An- 
fractus quinque superne fere plani, inferne convexi, valde obtuse carinati, sutura 
enui, superficiali disiuncti. Anfractus primus et se- 
Cundus glabri, reliqui costulis obliquis, applanatis 
mati; pars testae inferior prope glabra, nitida. Aper- 
ura fero rotundata, marginibus simplicibus, acutis, 
ĉallo tenui iunctis. 

Die ziemlich dicke, glänzende Schale ist oben 
Sehr flach; ihre Unterseite weit und durchgehend ge- 
nabelt, Sie wird von fünf, oben fast flachen, unten 
sewölbten, sehr stumpf gekielten, durch schmale, ober- 

üchliche Nähte von einander gesonderten Umgängen 

Sehildet, die mit Ausnahme des glatten ersten und 
“Weiten mit deutlichen, abgestumpften, weitläufigen 
An ehsstreifen bedeckt sind; die Unterseite ist fast us : 
6b glänzend. Die länglich-rundliche Mündung steht etwas schief, ihre Ränder 
Sind einfach und scharf, durch eine feine Schwiele verbunden. 

Alt. 4:2 mm, diam. m. 10 mm. 

Vorkommen: Stolzenhahn, ein einziges Stück gefunden. 

Sie erinnert an die Hyalinia villae Mort. aus Südeuropa und H. sicula 
` aus Sicilien, sie ist aber von beiden doch erheblich verschieden. Man wird 
Vielleicht auch zur Section Retinella Shuttlew., die ihr Hauptcentrum in den 
aukasusländern hat, stellen müssen. 


Fig. 22 а, b, c. Hyalinia vetusta n. 


Kop 


Sie 


19. Hyalinia mendica Slavík. 


Hyalinia mendica Slavik, Archiv f. d. naturwiss. Landesduchforsch. von 
Böhmen, I. 2. p. 262. Taf. IV. fig. 7., 8. 
— denudata iuv. Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 287. 
— mendica Boettger, Palaeontograph. XXIV. p. 196. 


^w Testa parvula, planata, anguste perforata, tenuis, nitida. Anfractus 3, su- 
18 tenuibug disiuneti, superne minus convexi, costulis subtilissimis, irregularibus 


| 


| 


ornati. Spira elata, anfractus ultimus ad aperturam in latitudinem valde accrescens. 
Costulae partis inferioris tenuiores. Apertura paulum obliqua, lunaris, peristoma 
simplex, acutum, margo inferior paulum protractus, margo externus et columellaris 
callo tenui iuncti. Umbilicus angustus, pervius. 

Das kleine, eng genabelte Gehäuse ist flach, dünn und 
glänzend, von drei durch schmale Nähte gesonderten, oben etwas 
schwächer als unten gewölbten Umgängen gebildet, mit schwachen, 
ungleichen und unregelmässig vertheilten Anwachsstreifen bedeckt, 
welche radial verlaufen und nur an der Unterseite, manchmal 
leicht wellenförmig gebogen, immer aber mehr verstrichen sind, 
als an der Oberseite. Das Gewinde ist ein wenig erhoben; der 
letzte Umgang gegen die Mündung hin stark erweitert. Die etwas 
schief stehende Mündung ist mondförmig und von der Mündungs- 
wand ziemlich stark ausgeschnitten. Der Mundsaum ist scharf, 
einfach und gerade, der Unterrand etwas vorgezogen. Die die 
Mündungswand bedeckende Schwiele ist dünn, der Nabel eng; 
Fig. 23. Hyalinia aber durchgehend. 


mendica Slav. (Со- Alt. 1:5 mm, diam. m. 3:5 mm. 
pie nach Slavík.) Vorkommen: Selten in den mergeligen Schichten von Tu- 
chofic. 


Boettger hat die Art anfangs für Jugendzustand von Hyalinia denudata 
Reuss gehalten, aber später, nachdem er gute Exemplare erhalten, wieder anerkannt. 


X. Genus Strobilus Anton. 


20. Strobilus uniplicatus Al. Braun. 


Helix uniplicata Al. Braun in deutsch. Naturforsch. Versamml. 1842. p. 149 
— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 35. Taf. III. Fig. 7. 
— — Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. pag. 68 
йш _ Slavík, Arch. pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 249. 


Hyalina — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 287. 
Strobilus — Sandberger, Vorwelt p. 406. Taf. XXIII. Fig. 24. 


Testa parvula, depresso-conoidea, apice obtusa, 
basi convexa, umbilico amplo, pervio, carina obtus? 
cincto excavata. Anfraetus 4'/, convexiusculi, suturis 
profundis disiuneti, primo 1'/, glabro excepto costis 
transversalibus acutis, distantibus, in basi multo mi- 

‚ nus prominulis ornati, ultimus obtusangulosus, antice 
paullo deflexus tertiam fere partem omnis aequat al- 
titudinis. Apertura perobliqua, lunaris, margine basali, 
minus externo reflexo, superiore expansiusculo; mal“ 
gines callo satis crasso, laminam acutam, prominen- 


Fig. 24 а, b, е. Strobilus unipli- 


catus AL Braun. (Originalzeichn.) tem paullo obliquam emittente iuncti. 


‚ Die kleine Schale ist sehr flach kegelförmig, mit stumpfem Ende und ge- 
Wülbter, weit und durchgehend genabelter Unterseite; den Nabel umgibt ein sehr 
Stumpfer Kiel. 4'/, ziemlich stark gewölbte Umgänge sind durch tiefe Nähte von 
emander getrennt. Der erste und die Hälfte des zweiten sind ganz glatt, die Ober- 
fläche aller übrigen ist mit zierlichen, scharfen, von einander gerückten Querripp- 
chen verziert, die auf der Unterseite viel weniger stark ausgeprägt erscheinen, als 
auf der Oberseite, ja manchmal blos am Ende des letzten Umganges etwas hervor- 
treten, Der letzte, stumpfkantige Umgang erreicht beinahe '/, der Gesammthöhe 
der Schale und ist vorne schwach abwärts geneigt. Die Mündung ist sehr schief, 
Mmondförmig, ihre Ränder sind kurz ausgebreitet, der untere umgeschlagen, der obere 
Serade, durch eine ziemlich dicke, mit einer etwas schiefen, scharfen Lamelle bo- 
Wehrten Schwiele verbunden. 

Alt. 1 mm, diam. m. 2 mm. 
| Vorkommen: Tuehofie, nicht sehr selten. — Die Art kommt weiter noch 
Im Landsehneckenkalke von Hochheim, in den obersten Schichten des Rugulosa- 
Каков bei Thalfıngen bei Ulm, in den mergeligen Lagen des Hydrobienkalkes bei 

lesbaden, bei Appenheim in Rheinhessen vor. ў 
e Die böhmischen Stücke unterscheiden sich von der typischen Form durch 
die etwas niedrigere, flächere Gestalt der Schale, ein wenig schwächer gelippte 
Mündungsränder, etwas breiteren Nabel; die Rippchen sind, wie schon Reuss und 

Oettger richtig bemerkt haben, auf der Oberseite viel stärker als unten, wo ge- 
WÖöhnlich nur etwa fünf letzte tippchen stärker hervortreten. Am nächsten stehen 
den böhmischen Stücken die Exemplare von Appenheim, sie sind aber immer noch 
etwas höher und stärker gelippt. 

Bei Wärzen habe ich 3 Steinkerne gefunden, die mit der Gehäusegestalt 
von Strob. uniplicatus vollständig übereinstimmen; ihre Rippchen sind aber viel 
feiner und unregelmässiger. Die Mündung konnte leider nicht blosgelegt werden. — 

Dr. Boettger erwähnt (Fossile Binnenschnecken aus den untermiocaenen 
Corbieula-Thonen von Niederrad bei Frankfurt, Main p. 259) eine zusammen mit 
dem Typus in den Landschneckenkalken von Tuchoric vorkommende, seiner Varietät 
Nesquiplicata (mit zwei Parietallamellen) nahestehende Form, die eben noch die An- 
Putung einer zweiten Lamelle erkennen lässt; ich habe sie bei Tuchofic nicht 
beobachtet. 


2|. Strobilus elasmodonta Reuss. 


Helix elasmodonta, Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 66. 
T. I. F. 2 a—c. : | 
Ss p Slavík, Archiv pro pfírod. prozk. Čech I. 2. p. 248. 


Hyalina — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 287. 
Strobilus — Sandberger, Vorwelt p. 442. T. XXIV. F. 24—24 b. 


| Testa ратуша, depresso-conoidea, apice obtusa, basi depressa, anguste et 
Subohtecte perforata. Anfractus quinque satis convexi, lentissime acerescentes, suturis 
Profundis disiuncti, primo et secundo glabris exceptis superne subtiliter confertimque 
Striati, in basi nitentes, fere laeves. Anfractus ultimus obtusangulosus circiter "/; 


9 
ә 


34 


omnis testae altitudinis aequat. Apertura paulum obliqua, depresso-semilunaris; 
marginibus incrassatis, reflexis, callo tenui iunetis, laminas binas obliquas, paral- 
lelas, profunde intrantes, quarum ad umbilicum jacens 
minor est, emittente. 

Die Sehale ist klein, niedrig-kegelfórmig, mit 
gerundetem Embryonalende und wenig gewölbter, fast 
flacher Unterseite; der Nabel ist sehr eng, fast ganz 
verdeckt. Fünf sehr schmale, eng gewundene, 9? 
Breite fast gar nicht zunehmende Umgänge sind 
mässig gewölbt, durch tiefe Nähte voneinander 8e 
trennt. Der erste und auch fast der ganze zweit® 
Umgang ist glatt und glänzend, die übrigen sind auf 
der Oberseite mit gedrängten, feinen Anwachsripp- 
Vig. 95 a,b, с. Strobilus elasmo- chen verziert, die auf der Unterseite noch viel feiner 

Achte, Reus, und matt werden. Der letzte, am Ende nicht herab- 

gebogene Umgang ist stumpf, aber deutlich gekielt 
und erreicht ungefähr ?/, der Gesammthöhe der Schale. Die Mündung ist wenig 
schief, flach halbmondförmig; die Mündungsränder sind verdickt, mässig umge“ 
schlagen (am wenigsten oben, mehr in der Mitte und an der Basis), durch eine 
dünne Schwiele verbunden, von welcher zwei schiefgestellte, unter einander paral- 
lele, scharfe Falten entspringen, die weit nach innen fortsetzen. Die innere, dem 
Nabel näher gelegene Falte ist etwa fast nur halb so gross wie die äussere. 

Alt. 1:8 mm, diam. m. 2 mm. 

Fundort: Nicht selten in Tuchofic und Lipen, nach Sandberger (Vorwelt 
p. 442) kommt sie auch in Kolosoruk vor. Ich vermuthe auch, dass einige Stücke: 
die unser Museum aus festem Gesteine von Wärzen und Stolzenhahn besitzt, 7! 
dieser Art zu stellen sind. An beiden zuletzt genannten Fundorten ist sie äusserst 
selten. — 

Strobilus elasmodonta gehört in die Strobilus-Gruppe mit zwei Falten. Was 
ihre Verwandtschaft mit fossilen Arten betrifft, so mag ihr wohl am nächsten Stro- 
bilus diptyx Bttgr. stehen, die von ihr aber doch sehr scharf unterschieden 180 
Ihre Hauptunterschiede bestehen im fast ganz verdeckten Nabel, mehr kugelige? 
Gewinde, flacher Unterseite. 

Von den lebenden steht ihr Str. labyrinthica Say (mit einer Zahnfalte) aus 
Nordamerika am nächsten. 


Hm 


22. Strobilus diptyx Boettger. 


Helix diptyx Boettger, Palaeontograph. XIX. р. 44. Taf. ҮШ. Fig. ba 
Strobilus — Sandberger, Vorwelt p. 406. Taf. XXIII. Fig. 25. 


Testa parvula, subdepressa, umbilicata, umbilico modice amplo, pervio, 
apice obtusulo. Anfractus 4'/, sensim accrescentes, suturis profundis disiuneti, 80 
perne convexi, inferne subdepressi, omnes biearinati, carinis obtusis, prima in media 
parte anfractuum obvia, altera umbilicum cingente; anfractus ultimus ad apertur 
non deflexus, constrictus. Anfractus omnes primo glabro excepto costulis trangver- 


ani 


35 


salibus subtilibus, subaequalibus, basi testae saepius bifidis ornati. Apertura obliqua, 
depresso-lunaris, peristoma undique reflexum, marginibus callo satis crasso, laminas 
duas acutas, parallelas, quarum infera paullo 
minor est, emmitente iunctis. 

Die kleine, flach kegelförmige Schale ist 
mässig weit und durchgehend genabelt; Em- 
bryonalende stumpf. Von den durch tiefe 
Nähte getrennten, an Breite nur sehr lang- 
Sàn zunehmenden, oben wenig gewölbten, 
Unten etwas abgeflachten 41/, Umgüngen ist 
der letzte vorne nur sehr selten etwas ab- 
wärts gebogen, an der Mündung etwas ein- 
Seschnürt; auf den Umgängen, besonders auf 
dem letzten bemerkt man einen stumpfen 

lel, der ungefähr in der Mitte des Um- 
ganges verläuft und einen zweiten noch stum- Fig. 26 a, b, c. Strobilus diptyx Boettg. 
pferen, der den Nabel umgibt. Mit Ausnahme 

der ersten glatten Windung kommen auf allen übrigen feine und ziemlich regel- 
Mässige, sehr wenig gebogene Anwachsstreifen vor, die auf der Unterseite noch 
feiner werden, sich fast immer in mehrere theilen und s-fórmig zum Nabel ver- 
laufen. Die Mündung ist eng, halbmondförmig und steht schief auf dem letzten 
gang, der Mundsaum ist oben wenig, an der Basis und in der Mitte stark um- 
Seschlagen; die Ränder sind durch eine ziemlich dicke Schwiele verbunden, von 
Welcher zwei dünne, scharfe, schiefgestellte, stark hervorragende Zahnlamellen aus- 
sehen; die innere, dem Nabel näher gelegene Lamelle ist nur wenig kleiner als 
die äussere. 

Vorkommen: Tuchofie, nicht besonders selten; Hochheim, in der Puppen- 
Schichte des Landschneckenkalkes. 

Unsere böhmischen Stücke unterscheiden sich von den Hochheimer, die ich 
direkt vergleichen konnte, nur dadurch, dass die breiten Zahnfalten ein wenig 
Schwächer sind; die dem Nabel näher gelegene ist von der Columella etwas weiter 
entfernt, Auch sind unsere Stücke ein wenig, aber konstant kleiner. | 
| Unter den fossilen Arten hat Strobilus diptyx ihre nächsten Verwandten in 
Strob. elasmodonta Reuss und Strob. costatus Sandb. (von Undorf) Von Strob. 
elasmodonta unterscheidet sie der ausgeprägte Nabel und die niedergedrückte, an 
der Grundfläche viel mehr gewölbte Schale, von Strob. costatus, die sehr ähnlich zu 
Sein Scheint, soll sie auch der weitere Nabel unterscheiden. 


XI. Genus Patula Held. 


23. Patula (Anguispira) friči n. 


Testa magna, globose-conoidea, nitida, umbilicata, umbilico satis amplo, 
Pervio, Anfractus sex convexi, primi obtusecarinati, sutura profunda disiuneti. 


3* 


36 


Anfraetus primus et secundus glaber, reliqui transversim costulati, costulis superne 
obliquis, obtusis, inter quas striae subtilissimae interpositae sunt, inferne tenuioribus, 
ad umbilicum convergen- 
tibus partimque confluen- 
tibus. Striae longitudinales 
subtilissimae, densissimae. 
Apertura rotundato-luna- 
ris, marginibus simplici- 
bus, acutis; margo colu- 
mellaris protractus. 

Die grosse, kugelig- 
kegelfórmige Schale ist 
glänzend, weit und durch- 
gehend genabelt, mit zit- 
zenförmigem Embryonal- 
ende. Sie wird von sechs 
gewölbten, durch tiefe Nähte getrennten Umgängen gebildet, die, die ersten zwel 
glatten ausgenommen, mit ziemlich starken, stumpfen, bogig gekrümmten, auf de’ 
Unterseite feiner werdenden und s-fórmig zum Nabel, wo sie theilweise zusammen“ 
fliessen, verlaufenden Querrippchen verziert sind. Ihre Zwischenräume nehmen viel 
feinere Streifchen ein. Bei stärkerer Vergrösserung bemerkt man eine rinnenförmig® 
Spiralskulptur, die aber blos auf der Höhe der Rippchen, nicht in ihren Intervallen 
geht. Die Mündung ist gerundet-mondförmig, die Mündungsränder einfach und scharf, 
gerade, nur der Spindelrand erscheint ein wenig ausgebreitet. 

Alt. 7—10 mm, diam. max. 14—17 mm. 
Vorkommen: Nicht selten bei Würzen, in den mergeligen Schichten wie im 
festen Kalkstein. Ausgewachsene Stücke gehören doch zu den Seltenheiten. 

Die neue, durch ihre Spiralskulptur vor andere? 
fossilen charakterisirte Art hat ihre nächste lebende 
Verwandte in Patula (Anguispira Morse) alternata Bay 
aus Ohio, Missouri und Massachusetts, die aber eine 
feinere Spiralskulptur besitzt. 


Fig. 27. Patula friói n. d) Skulptur vergrössert. 


24. Patula falcifera Boettger. 


Boettger, Revision, Geol. Jahrb. XX. p. 288. T. ХШ. 
F. 3 a—d. 
Sandberger, Vorwelt, p. 427, 454. 


Testa magna, umbilicata, umbilico amplo, pervio; 
subgloboso-depressa, spira obtusa, apice mamillatate- 
Anfractus quinque, sutura profunda  disiuncti, obtuse 
Fig. 28. Patula falcifera Boettg. — CArinati, supra infraque carinam convexiusculi, primo el 

d) Skulptur. secundo glabris exceptis transversim costulati. Costulae 
obliquae in parte supera anfractuum acutae, prominentes: 
in parte infera nitida obsoletiores et faleiformes, umbilicum versus partim 000° 


fluentes, Apertura lunaris, peristoma simplex, acutum, marginibus callo subtili 
Iunetis, 1 
` Die grosse, weit genabelte Schale ist mässig gewölbt, mit niedrigem Ge- 
Winde und zitzenförmiger Embryonalwindung. -Sie wird von fünf stumpf gekielten, 
durch tiefe Nähte von einander getrennten Umgängen gebildet; über dem stumpfen, 
Segen die Mündung verschwindenden Kiele sind die Windungen gleichmässig schwach 
sewölbt, Die erste und zweite Windung ist glatt, die Oberfläche der übrigen ist 
mit scharfen, dichtgedrängten, nach hinten gerichteten Querrippehen bedeckt, die 
auf der glänzenden Unterseite viel feiner werden und sichelförmig gekrümmt sind. 
eg Mündung ist schief, halbmondförmig, mit scharfen, innen schwach wulstigen 
Rändern. Die die Mundränder verbindende Schwiele ist sehr fein. 
Alt. 57 mm, diam. m. 12 mm. 
Vorkommen: Tuchofie, sehr selten; ein angeblich in Kolosoruk gefundenes 

Stück habe ich in der Dresdener palaeontologischen Sammlung gesehen. In Tu- 
chořic habe ich drei tadellose Stücke gesammelt; in der Sammlung des verstor- 
benen Dr. Čurda, die jetzt unserem Museum gehört, befinden sich auch zwei schlecht 
erhaltene Stücke. 
Unter den lebenden Patula-Arten hat sie ihre Verwandten in Patula erdeli 
Roth, aus Rhodos und Palaestina und P. flavida Ziegl. aus Sicilien; besonders die 
"iZeenannte hat einen sehr ähnlichen Habitus und stimmt auch in Grösse überein, 
„der ihre Rippchen gehen mehr allmählig auf die Unterseite über, während sie bei 
‚ falcifera auf dem Kiele plötzlich schwächer werden. 

| Nach Sandberger (Vorwelt р. 454) wurde die Art auch bei Eckingen und 
Göttingen bei Ulm gesammelt. — Sandbergers Behauptung (Vorwelt p. 427), dass 
Nach den Originalen auch die von Reuss als Patula lunula und multicostata Thom. 
erwähnten Formen zu dieser Art gehören sollen, möchte ich bezweifeln. 


25. Patula euglypha Reuss. 


Helix euglypha Reuss, Palaeontographica IL p. 22. T. I. fig. 12. 
a sie —  Sitzungsber. d. К. Acad. d. Wiss. Wien XLII. p. 63. 
pee — Sandberger, Conch. d Mainz. Tertiaerbeck. p. 389. T. XXXV. 
fig. 18. S 
e — Slavík, Archiv pro piírodovéd. prozk. Čech I. 2. p. 246. 
— — Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 287. 
Patula — Sandberger, Vorwelt p. 373., 497. T. XXIV. Fig. 3.—3. c. 


Bun depresso-conoidea, sublenticularis, umbilico 
nati р pervio, scalari excavata. Anfractus septem cari- 
Mi Sanimi аосгевбешев, depressi, guturis profundis dis- 
pret, primis duobus glabris exceptis transversim costati, 
тш distantibus, superne obliquis, inferne multo 
ribus, faleiformibus, umbilicum versus partim con- 
Nor Anfractus ultimus subangulosus. Apertura 
Ze marginibus simplicibus, acutis, tenuibus, callo Fig. 29 a, b, c. Patula eu- 
Simo iunctis. glypha Reuss. 


| 
|. 
| 
| 
| 


38 


Die Schale ist gedrückt-kegelförmig, fast linsenförmig, ihre Basis weit und 
durchgehend genabelt. Sie wird von sieben fast flachen, stumpf gekielten, durch tiefe 
Nähte geschiedenen Umgängen gebildet. Die ersten zwei Umgänge sind glatt, die 
übrigen gerippt; die Rippchen sind oben stark, mässig scharf, bogenfórmig ver- 
laufend, besonders auf dem letzten Umgange voneinander entfernt stehend. Auf 
dem Kiele werden die Querrippchen auf den jüngeren Windungen viel, gegen das 
Ende des letzten aber nur wenig schwächer und verlaufen auf der mässig glän- 
zenden Unterseite sich s-fórmig krümmend zum Nabel, wo grösstentheils immer 
zwei zusammenfliessen. Die Umgünge nehmen an Breite sehr langsam zu, 80 dass 
der letzte nur um 3, breiter ist als der vorletzte. Die Mündung ist halbmondfórmig: 
mit scharfen, einfachen Rändern, die durch eine dünne Schwiele verbunden sind. 

Alt. 26—83 mm, diam. m 45—5'2 mm. 

Vorkommen: Häufig in Tuchofie und Lipen, selten in Kolosoruk; fehlt in 
Wärzen und Stolzenhahn. Sie kommt auch bei Hochheim im Landschneekenkalke 
und bei Marigny bei Orléans im Hydrobienkalke (Deshayes, Anim. sans vert. du 
bass. de Paris IL р. 820. Pl. XI. Fig. 38—36) vor. 

Sie erinnert an die weitverbreitete lebende Patula rotundata Müll; am 
nächsten steht ihr aber Patula vetula Gass. (Moll. Nouv. Caléd. p. 29. Pl. I. Fig. 13) 
aus Neu-Caledonien. 


26. Patula stenospira Reuss. 


P. stenospira Reuss, Palaeontographica IL p. 22. T. I. F. 11. 

pa ы —  S$itzungsber. d. К. Acad. d. Wiss. Wien XLII. p. 69. 

pam — Slavík, Archiv pro přír. prozkoum. Čech I. 2. p. 246. | 

Ba — Boettger, Jahrb. der geolog. Reichsanst. p. 287. T. ХШ. 
Fig. 2 a—c. 

€ zum Sandberger, Vorwelt p. 427, 454. 


Testa parva depresso-cornica, umbilicata, umbilico satis amplo, pervio, spira 
obtusa, apice mamillata., Anfractus 4^/, sutura profunda disiuncti, convexiusculi, 
primo et secundo glabro excepto costulis ob- 
liquis subtilissimis, vix perspicuis, saepe bifidi® 
ornati. Apertura paulum obliqua, lunaris, mal“ 
ginibus tenuibus, acutis, intus labio tenui MU- 
nitis, dextro protracto. Callus subtilis. 

Das verhältnissmässig kleine Gehäuse isl 
mit mässig weitem, durchgehendem Nabel ver" 
sehen, niedergedrückt kegelförmig, mit treppe” 


zu 


WW 


Kë fórmig vortretenden oberen Windungen und zit- 

D DH D Ay m ү J s 1 
Fig. 30. Patula stenospira Reuss (Copie zenförmigem Embryonalende. Umgänge 4 |n 
nach Boettger). stark gewölbt, durch tiefe, eingesenkte Naht 


getrennt. Die erste und zweite Windung sin 
glatt, die übrigen mit schief gestellten, sehr feinen, nur unter der Lupe deutliche 
unregelmässigen und öfters gabeligen Anwachsstreifchen verziert. Die auf dem 
letzten Umgang wenig schief gestellte Mündung ist halbmondförmig mit einfache! 


39 


Scharfen, innen mit einer dünnen Schwiele versehenem Mundsaume; der rechte 
Mundrand ist vorgezogen. Der die Mündungswand bedeckende Callus ist sehr fein. 
Alt. 2 mm, diam. m. 4 mm. 

Vorkommen: Selten in Tuchofic, Kolosoruk und Stolzenhahn. 

Der rechte Mundsaum ist stark vorgezogen nach Art der Hyalinien, aber 
die tiefe Naht spricht vielmehr für Patula, zu deren Gruppe Pseudohyalinia Morse 
Ich sie stellen will; Patula (Pseudohyalinia) minuscula Binn. aus Nordamerika ist 
ihr nahe verwandt. 

Was bisher unter Patula lunula Thomae aus Böhmen gieng, ist nur eine 
flachere Form von stenospira, so dass lunula in Böhmen nicht vorkommt. 


27. Patula multicostata Thomae. 


Helix multicostata Thomae, Nassauer Jahrb. IT. p. 143. 

— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. р. 15. Taf. II. 
Fig. 9. 

КоА — Reuss, Sitzungsb. d. К. Akad. d. Wiss. LVO. р. 81. 
Taf, l ПЕ 9. 

— — Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech I. 2. p. 245. 

= — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 288. 

Patula — Sandberger, Vorwelt p. 421, 427, 497. 


Testa orbicularis, valde depressa, apice obtusa, mamillosa, basi convexa, 
umbilico modice amplo, pervio perforata. Anfractus quinque planiusculi, suturis pro- 
fundis disiuncti, primo et secundo 
glabro exceptis costis transver- 
salibus, sulcis sat latis separatis 
"signes, ultimus angulosus, co- 
Stulis in basi abinde paulo minus 
Prominulis, ad umbilicum vero ite- | 
"unm Eo po aua Fig. 31 a—d. Patula multicostata Thomae. (Copie nach 

" ginibus simplicibus, Reus). 
Cutis. 

Die Schale ist oben sehr flach mit stumpfem, zitzenfórmigem Embryonal- 
ende, unten dagegen gewölbt und nicht sehr weit, aber tief und durchgehend ge- 
Nabelt. Sio besteht aus fünf fast ebenen, durch tiefe Nähte geschiedenen Umgängen, 
Welche mit Ausnahme der beiden ersten mit zahlreichen, dureh ziemlich breite 
"U'hen getrennten flachbogigen Anwachsrippen verziert sind, welche auf dem letzten 
Stumpfkantigen Umgange unterhalb der Kante etwas schwächer werden, am Nabel 
Aber wieder vollzählig erscheinen. Die Mündung ist fast nierenförmig mit scharfen, 
einfachen Rändern. 

Vorkommen: Tuchotic, sehr selten. — Wiesbaden und Weissenau (im Hy- 
obienkalke), Côte St. Martin bei Étampes (im Calcaire de la Beauce infer.) und 
halfingen bei Ulm (im kreideähnlichen Kalksteine). 

Die Stücke von Tuchofie weichen von der typischen P. multicostata nur 


40 


darin ab, dass sie enger aufgewunden sind und die Naht, namentlich der Embryonal- 
windungen, tiefer eingedrückt erscheint. 

Von Wärzen besitze ich ein, offenbar dieser Art angehörendes, schlecht 
erhaltenes Stück, das sich durch stärkere Rippenstreifung auszeichnet; am Nabel 
sind die Rippchen tief eingerissen. Ich will sie var. lacera n. nennen. 


28. Patula densestriata n. 


Testa depressa, nitida, basi convexa, umbilico amplo, pervio perforata. An- 
fractus 6 valde obtuse carinati, suturis profundis disiuncti, costati, costis densis, 
prominentibus; anfractus primus et secundus glaber; pars inferior vix striata, nitens. 
Apertura lunaris, marginibus simplicibus, acutis. 

Die mittelgrosse, flach-gedrückte Schale ist 
glänzend, ziemlich weit und durchgehend 88 
nabelt. Sie wird von sechs sehr stumpfkantigen 
Umgängen gebildet, die durch tiefe Nähte v0? 
einander gesondert sind; sie nehmen an Breite 
sehr langsam zu, so dass der letzte mit dem 
vorletzten fast gleich breit sind. Der erste und 
zweite Umgang sind glatt, die übrigen sind mit 
regelmässigen, starken, breiten und dichtge“ 
drängten Querrippchen verziert, die auf der fast 
glatten, glänzenden Unterseite in sehr feine Mr 
wachsstreifehen verschwinden; in der Nabelgegend werden sie nicht stürker. Die 
Mündung ist breit-mondförmig, ihre Ränder sind einfach und scharf. 

Alt. 1:8 mm, diam. m. 5°7 mm. 

Vorkommen: Sehr selten bei Wärzen, wo ich zwei Stücke gesammelt habe. = 

Patula gyrorbis v. Klein aus Öpfingen, Thalfingen und Eekingen ist mit 
der neuen Art sehr nahe verwandt, hat aber um 1 Umgang mehr, ist weitläufige! 
gerippt, enger genabelt, und ihre Unterseite ist besonders um den Nabel noch 
stärker gewölbt. — Zu Patula densestriata stelle ich auch ein schönes Stück von 
Tuchofic, das ich in der Sammlung des Herrn Oberlehrer ІМ in Tuchorie gesehen 
habe; ich konnte leider das Stück mit den Wärzener Originalexemplaren nich 
vergleichen. 


Fig, 39 a, b, с. Patula densestriata n. 


29. Patula alata n. 


Helix diseulus Slavik, Archiv f. d. naturwiss. Durchf. v. Böhmen I. 2. 
p. 245. T. IV. F. 3—4. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 288. 


Testa valde depressa, spira perobtusa, apice rotundata, basi ad umbilicum 
valde eonvexa, umbilico satis amplo, pervio, infundibuliformi perforata. Anfractus 
quatuor acute carinati, primis duobus exceptis costis transversalibus obliquis, valde 
distantibus, alaeformibus in carina exstantibus, in parte inferiori striis faleiformibUs 
subtilissimis, ad umbilicum tantum validioribus ornati. Apertura subtrapezoidali$, 
marginibus simplieibus, rectis, acutis. 


41 


Die kleine, stark gedrückte Schale ist von kreisfórmigem Umriss mit sehr 
flacher Oberseite, nicht vorstehendem Embryonalende; ihre Unterseite ist aber be- 
Sonders um den mässig weiten, durchgehenden, trich- 
terförmigen Nabel stark gewólbt. Das Gehäuse hat 
vier scharf gekielte, langsam an Breite zunehmende, 
durch mässig tiefe Nähte voneinander geschiedene 
Umgänge, von denen der erste und fast der ganze 
Zweite glatt, die übrigen mit schiefen, von einander 
entfernt stehenden, scharfen, den Kiel überragenden 
Querrippehen verziert sind, die sich auf der Unter- 
seite fast ganz verlieren; an ihre Stelle treten auf 
der Unterseite unregelmässige, viel dichter gedrängte 
Anwachsrippchen, die nur am Nabel theilweise zu- Fig. 33 а, b, e. Patula alata n. 
Sammenfliessend etwas stärker werden, aber auch da 
Sind sie nicht scharf, sondern abgerundet. Spiralsculptur fehlt. Die Mündung ist. 
flach trapezförmig, mit scharfen, einfachen Rändern. 

Alt. 1 mm, diam. m. 3 mm. 

Vorkommen: Sehr selten in Tuchofic, wo ich nur 1 Stück gesammelt habe. 
Das Slavfk'sche Original, das er zu Patula disculus Al. Br. gestellt hat, gehört 
Auch entschieden der beschriebenen Art an, sowie auch die Stücke des Herrn Dr. 
Böttger, die er früher für disculus gehalten. Darnach kommt P. disculus Al. Br. 
Sar nicht in Böhmen vor. 

Ihre nächste fossile Verwandte hat unsere Art gewiss in P. disculus, von 
der sie sich aber sehr scharf unterscheiden lässt. P. disculus hat noch schärferen, 
durch eine deutlich eingedrückte Linie abgetheilten Kiel, viel mehr Rippchen, die 
etwas schwächer sind und am Kiel nicht so auslaufen wie bei unserer Art, die 
Auch um die Hälfte engeren Nabel hat; auf dem letzten Umgange hat unsere Art 
nur 31 Rippchen. 


XI. Genus Helix L. 


30. Helix (Acanthinula) nana A. Braun. 


Helix nana Al. Braun, Verh. der Naturf. Vers. zu Mainz 1842. p. 149. 
Patula — Sandberger, Vorwelt р. 374. Taf. ХХП. F. 14—14 с. 


Testa perminuta, depresso-conoidea, spira elata, apice obtusa, mamillata, 
basi convexiuseula, umbilico infundibuliformi, pervio perforata. Anfractus quatuor 
Convexi, suturis profundis disiuncti, costis lamellosis, acutis, distantibus, in media 
Parte aculeatim produetis, inter quas subtiliores intermediae sunt, ornati. Anfractus 
ultimus obtusangularis circiter 1/, omnis altitudinis aequat. Apertura recta, ovalis, 
Marginibus acutis. 

Е Das sehr kleine Gehäuse ist flach kegelförmig, mit stumpfem zitzenförmigem 


"hbryonalende, mit schwach gewölbter Unterseite und tiefem, trichterförmigem, 
Missig weitem Nabel. Die Schale hat 4 gewölbte, durch tiefe Nähte getrennte 


42 


Umgänge, welche — den ersten und fast ganzen zweiten, die glatt sind, ausge- 
nommen — mit scharfen, blätterigen, nach aussen dornartig etwas verlängerten, 
von einander entfernt stehenden Querripp- 
chen verziert sind, zwischen denen sehr feine 
‚ Anwachsstreifehen eingeschaltet sind. Der 
letzte stumpfkantige Umgang erreicht '/, der 
Gesammthóhe der Schale und endet in eine 
ovale, scharfrandige Mündung. 
Alt. 08 mm, diam. m. 1'4 mm. 
Vorkommen: Das kleine, für Böhmen 
neue Fossil habe ich in einigen Stücken bei 
Tuchofie gesammelt. Bei Hochheim kommt 
sie in der Puppen schicht des Landschnecken- 
kalkes „nicht sehr selten“ vor. Die böhmi- 
schen Stücke weichen zwar von Sandbergers 
Beschreibung und Abbildung ein wenig ab; 
ich kann sie aber von der typischen Hoch- 
heimer Form nicht trennen. Der letzte Umgang ist bei den Tuchoficer Exemplaren 
stark abwärts gebogen, die blätterigen Rippchen sind nicht so regelmässig wie auf 
Sandbergers Abbildung; besonders am Ende des letzten Umganges werden sie 
zwischen den stärker entwickelten, unregelmüssigen Anwachsstreifchen kaum er- 
kennbar; auch bemerkt man bei ihnen, besonders auf der Unterseite, eine äusserst 
feine Spiralsculptur, von der ich in den Beschreibungen dieser Art keine Erwäh- 
nung finde. 
In der Totalform ist ihr Patula pusilla Lowe aus Madeira àhnlich; in 
Bezug auf ihre Sculptur lässt sich die Art mit Helix (Acanthinula) aculeata Müll. 
vergleichen. 


Fig. 34 a, b, с; Helix nana Al. Braun. 


31. Helix (Acanthinula) tuchoricensis n. 


? Patula n. sp. Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 288. 


Testa parvula globose-conica, apice obtusa, basi con- 
vexa, anguste umbilicata.  Anfractus quatuor convexi, 81“ 
turis profundis, impressis disiuneti, ultimus ventrosus 
omnium praecedentium maior. Anfractus primus glaber, 
reliqui costulis transversalibus subtilibus, irregularibus; 
inter quas paullo validiores intermediae sunt, ornati, striae 
longitudinales densissimae, subtilissimae. Apertura rotun- 
data, marginibus acutis, columellari tantum reflexiusculo. 

Die kleine Schale ist gerundet, kegelfórmig, mit stum- 
Fig. 35 a,b,c. Helix (Acan- pfem Embryonalende und gewölbter, ziemlich eng gena- 
thinula) tuchoficensis n. belter Unterseite. Sie besteht aus vier gewölbten, durch 

tiefe, eingedrückte Nähte von einander getrennten Um- 
gängen, der letzte Umgang ist bauchig und höher als alle übrigen zusammenge- 
nommen. Den ersten glatten ausgenommen sind alle übrigen Umgänge durch sehr 


45 


feine, sehr unregelmässige Querrippchen verziert; je nach fünf bis acht schwachen 
kommt ein stürkeres Rippchen, das gewöhnlich nicht einmal in seinem ganzen Ver- 
laufe gut markirt ist, denn es erreicht an einer — nicht konstanten — Stelle 
Seinen Höhepunkt und verschwindet dann ganz unter dem schwächeren Anwachs- 
Streifehen. Die Spiralstreifung ist äusserst fein, dichtgedrängt. 

Die Mündung ist rundlich, durch den vorletzten Umgang wenig ausgeschnitten, 
mit einfachen, scharfen Rändern; nur der Spindelrand ist leicht umgeschlagen. 

Alt. 2 mm, diam. max 1'8 mm. 

Vorkommen: Tuchofie, selten. 

Ich vermuthe, dass diese neue Art mit Dr. Boettgers Patula n. sp. identisch 
ist, von der er 1. c. p. 281 sagt: „Ich fand von dieser Art 2 Stücke in Tuchofie, 
1 Stück in Kolosoruk. Auf dieselbe Form beziehe ich ein Stück, welches ich bei 
Hochheim ausgewaschen habe. Die Schale ist abgerundet-kegelförmig ähnlich, wie 
bei recht hohen paludinaeformis A. Br., der Wirbel sehr stumpf, die Streifung 
zart, unregelmässig, und die breiten erhöhten Anwachsrippchen der paludinaeformis 
fehlen derselben. Leider sind meine Exemplare zur Beschreibung und Abbildung 
zu unvollständig erhalten.“ — Abgesehen von der abweichenden Skulptur unter- 
Scheidet sich unsere Art von paludinaeformis noch durch geringere Zahl der Um- 
Gänge - auch die Spiralstreifung wird bei paludinaeformis nicht erwähnt. Was die 
Verwandtschaft der neuen Form mit fossilen Arten betrifft, so steht sie der Helix 
(Acanthinula) paludinaeformis A. Br. gewiss am nächsten, und mit ihr hat sie wahr- 
Scheinlich auch den nächsten lebenden Verwandten gemein, Helix (Acanthinula) 
Spinifera Mousson von Palma (Revis. de la faune malae. des Canaries p. 25.). 

Nach der Analogie der subfossilen oder plistocaenen Stück von Helix (Acan- 
thinula) aculeata Müll, bei denen die schönen häutigen Rippchen zu Grunde ge- 
sangen sind, können wir dafür halten, dass auch Н. tuchoficensis lebend mit häu- 
tigen Rippchen verziert war. 

Das Reusssche, im k. k. Hof-Mineralien-Kabinete befindliche, von Lipen 
Stammende Exemplar, das Sandberger für H. paludinaeformis A. Br. (Vorwelt p. 375. 
und 427.) hält, ziehe ich auch zu Н. tuchoficensis, so dass in Folge dessen H. palu- 
linaeformis aus Böhmen zu streichen wäre. 


32. Helix (Acanthinula) plicatella Reuss. 


Helix plicatella Reuss, Palaeontograph. IL. p. 21. Taf. I. Eige 10; 

-— — Slavík, Archiv pro přírod. ui Cech I. 2. p. 247. 

—  paludinaeformis Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. D. 288. 
Patulla plieatella Sandberger, Vorwelt p. 375. et. 427. 


Testa parvula subglobosa, apice obtusa, basi convexa, umbilico angusto, 
DPervio perforata. Anfranetus quinque convexi, suturis profundis disiuncti, primo et 
Secundo glabro excepto costulis transversalibus acutis, distantibus, inter quas striae 
Subtilissimae vix perspicuae intermediae sunt, ornati. — Striae longitudinales sub- 
Silissimae, densissimae. Anfractus ultimus fere ?/, omnis altitudinis aequat. Aper- 
tura anguste lunaris, altitudine latitudinem superante, marginibus simplicibus acutis, 
columellari paulum protraeto. 


2 


| Nn 
| 


44 


Die kleine Schale ist flach kugelig, mit stumpfer Spitze und gewölbter, 
ziemlich eng und durchgehend genabelter Unterseite. Sie wird von fünf gewölbten, 
durch tiefe Nähte getrennten, langsam an Breite zu- 


«mm nehmenden Umgängen gebildet. Die ersten zwei Um- 


SEN gänge sind glatt, die übrigen mit scharfen, von ein- 
I ander entfernt stehenden, hohen Querrippchen ver- 
" ziert, die auf der glänzenden Unterseite etwas schwächer 
RS werden und s-förmig gekrümmt sind; in ihren Zwi- 


schenräumen bemerkt man eine äusserst feine, dichte 
Querstreifung. Die sehr feinen, dicht gedrängten Spi- 
ralstreifehen kann man besonders auf der Unterseite 
Fig. 36. Helix (Ac УШШ Шш! deutlich sehen. Der letzte Umgang ist fast zweimal 
tella Reuss. so hoch wie alle übrigen zusammengenommen. Die 
Mündung ist eng halbmondförmig, höher als breiter, 

mit einfachen scharfen Rändern, nur der Spindelrand ist ein wenig vorgezogen. 

Alt 1:8 mm, diam. m. 2:2 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, nicht selten. 

Diese schöne Art wurde von Dr. Boettger wohl durch Versehen mit Helix 
(Acanthinula) paludinaeformis A. Br. zusammengezogen; sie unterscheidet sich von 
paludinaeformis durch konstant geringere Grösse, weit zahlreichere Rippchen und 
die mehr kugelige Gestalt. Unter den lebenden Conchylien stehen ihr H. (Acanthinula) 
harpa Say aus Nordamerika und Н. (Acanthinula) lamellata ейт. aus England 
und Norddeutschland nahe. 

Н. plicatella Reuss scheint dem Tuchoficer Fundorte eigen zu sein, da sie 
bisher weder aus übrigen böhmischen noch fremden Lokalitäten bekannt ıst. 


33. Helix (Vallonia) lepida Reuss. 


Helix lepida Reuss, Palaeontograph. II. p. 24. T. II. F. 4. 

—  — Slavík, Archiv pro pfírod. prozk. Čech. I. 2. p. 261. 

— Sandbergeri Deshayes, Anim. sans vert. du bass. de Paris II. p. 816. 

Pl. ШІ. Е. 23.—25. e 

— pulchella A. Braun, Walchn. Geogn. П. Aufl. p. 1138. 

— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 31. T. Ш. E. 6—6. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 

— lepida Sandberger, Vorwelt p. 375. T. XXII. p. 16—16 c. 


Testa parvula, solida, depressula, basi convexa umbilico lato pervio excavata. 
Anfraetus 3!/, convexiusculi, suturis profundis disiuneti, excepto initiali costulis 
transversalibus subtilissimis, saepe bifidis, confertis ornati, ultimus antice dilatatus 
et deflexus, praecedenti bis latior. Apertura obliqua, suborbicularis, marginibus callo 
tenuissimo iunctis, expansiusculis, reflexis. 

Die kleine ziemlich dicke Schale ist auf der Oberseite flach gewölbt; die 
Unterseite stärker gewölbt, mit weitem, durchgehenden Nabel. Das Embryonalende 
ist flach zitzenförmig. Das Gehäuse besteht aus 3'/, wenig gewölbten durch tiefe 
Nähte getrennten Umgängen, welche — den ersten glatten ausgenommen — mit zahl- 


45 


reichen, dichten, sehr zarten und öfter gespaltenen Querrippchen verziert sind; der 
letzte Umgang ist nach vorn etwas erweitert und abwärts geneigt, doppelt so breit 
als der vorletzte. 

Der Mündung ist schiefgestellt, fast kreisförmig; ihre 
Ränder sind schwach ausgebreitet, nach aussen umgeschlagen, 
durch eine dünne Schwiele verbunden. 

Diam. m. 2'/,—9?/, mm alt. Di mm. 


SS li 


Kaf 


Vorkommen: Tuchofie, Linen, Kolosoruk, nicht häufig. m 
Ns А А e . . Men 
Sie Scheint weit verbreitet gewesen zu sein, denn sie hat Fig. 37. Helix lepida 
Viele und weit von einander entfernte Fundorte. So Hochheim, Reuss. 


in der Puppenschicht des Landschneckenkalkes (gemein), Wies- 
baden, Weissenau und Hochstadt bei Hanau im Hydrobienkalke, Kleinkarben in 
der Landschneckenschicht des Cerithien-Sandes u. s. w. In Frankreich Côte St. 
Martin bei Étampes im Landschneckenkalke (von Deshayes als Helix Sandbergeri 
beschrieben). 

Der einzige Unterschied unserer bóhmischen Exemplare von den Mainzer 
Scheint in der grösseren Zahl der sehr feinen Querrippehen zu liegen. 


34. Helix (Gonostoma) phacodes Thomae. 


Helix phacodes Thomae, Nass. Jahrb. II. p. 142. Taf. IIT. Fig. 8. 
— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 33. Taf. Ш. 
F. 11.—11. c. 
== — Reuss, Palaeontograph. II. p. 23. Taf. II. Fig. 3. 
— Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Wien. XLII. p. 68. 
— -— Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 249. 
— Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 
—.  Sandberger, Vorwelt p. 378., Taf. XXII. Fig. 19.—19. c. 


Testa lenticularis, basi convexior, obtecte perforata. Anfractus 6 depressi, 
"arinati, suturis linearibus disiuncti, primis 2 glabris exceptis costulis transversa- 
libus simplicibus, acutis, distantibus ornati, ultimus ad 
aperturam subito deflexus et constrictus. Apertura perob- 
liqua, angustata, sublunaris, marginibus callo tenui iunctis, 
Supero recto simplici, dextro et basali reflexis. 

Die linsenfórmige Schale ist unten stürker gewólbt als 
Oben und bedeckt durchbohrt. Sie wird von 6 scharf ge- 
kielten durch schmale Nühte gegen einander abgegrenzten Fig. 38 a, 0, e. Helix (Go- 
"nd mit Ausnahme der ersten zwei glatten mit einfachen nostoma) phacodes Reuss. 
Scharfen, ziemlich weit von einander abstehenden Quer- 
tippchen verzierten Umgängen gebildet, von welchen der letzte an der Mündung 
Plötzlich abwärts gebogen und eingeschnürt erscheint. Die Mündung ist sehr schief 
Bestellt, klein und mondförmig, die durch eine dünne Schwiele verbundenen Mündungs- 
tänder sind verschieden gestaltet, indem der obere einfach und scharf, der rechte 
"hd der untere aber umgeschlagen sind. Der Nabel ist ganz verdeckt. 

Alt. 4 mm, diam m. 10'5 mm. 


46 


Vorkommen: Тисһоїіс und Stolzenhahn, sehr selten. Von den Arbeitern 
im Tuchoficer Bruche wird sie „kleine Linse“ genannt. Sie kommt auch bei Hoch- 
heim, Ilbesheim, Thalfıngen, Wiesbaden, Gross-Winternheim und bei Theobaldsdorf 
auf der Rhón vor, aber überall selten. x 

Die bóhmischen Stücke haben um einen halben Umgang mehr und ihre 
Rippchen sind etwas zahlreicher, übrigens stimmen sie aber mit den Hochheimer 
Exemplaren völlig überein. 

Von den lebenden Arten steht ihr Helix lenticula Fer. aus Südeuropa sehr 
nahe; H. phacodes unterscheidet sich von ihr durch den verdeckten Nabel und die 
plötzlich stark abwärts geneigte letzte Windung. 


35. Helix (Trigonostoma Fitz.) involuta Thomae. 


Helix involuta Thomae, Nass. Jahrb. II. р. 144. Taf. Ш. Fig. 8. 
— — Reuss, Palaeontographica П. p. 28. Taf. III. Fig. 3. 
— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 32. Taf. Ш. 
Fig. 10.—10. h. 
— — Slavík, Archiv pro přírodověd. prozk. Čech. I. 2. p. 248. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 
-— — Sandberger, Vorwelt p. 376. Taf. XX. Fig. 17.—17. d. 


Typus : 

Testa suborbieularis, superne plana, in medio plus minusve excavata, раве 
praecipue ad umbilieum convexa, umbilico amplo, infundibuliformi, pervio perforata. 
Anfractus quinque convexiusculi, suturis profundis disiuneti, primo et secundo glabris 
exceptis costulis transversalibus confertis, aequalibus et papillis subtillissimis, inter 
quas erinium foveolae multo maiores decussatim dispositae sunt, ornati, ultimus 
compressus, antice plus minusve deflexus, ad aperturam constrictus. Apertura perob- 
liqua, anguste-lunaris, marginibus callo tenui iunctis, reflexis, intus labiatis. 

Die Schale ist von kreisfórmigem Umriss, mit flacher, in der Mitte mehr 
oder weniger tief eingesenkter Oberseite, mit weit und durchgehend trichterförmig 
genabelter, gewólbter, um den Nabel stumpf kantigen Unterseite. Sie besteht aus 
fünf flach gewölbten durch tiefe Nähte getrennten Umgängen, von welchen der erste 
und zweite glatt, die übrigen aber mit nahe an einander gelegenen, fast senkrechten 
Anwachsrippchen, sowie mit sehr feinen Papillen, unter denen weit grössere, eben“ 
falls in schrägen Kreuzlinien geordnete Haargrübchen stehen, verziert erscheinen. 
Die Anwachsrippchen sind auf der Oberseite genug stark, abgerundet, auf der 
Aussen- und Unterseite werden sie schwächer und regelmässiger. Der letzte Um 
gang ist vorn abwürts geneigt und unmittelbar vor der sehr schief gestellten: 
schmal mondförmigen Mündung eingeschnürt. Die durch eine dünne Schwiele ver- 
bundenen Mündungsründer sind innen gelippt, nach aussen umgeschlagen. | 

Vorkommen: Die typische Form fehlt in Böhmen. Sie ist von Hochheim 
(im Landschneckenkalke), Thalfingen und Eckingen bei Ulm (in den obersten Bänken 
des Rugulosakalkes), Wiesbaden und Hochstadt bei Hanau und Montabuzard bel 
Orléans (im Hydrobienkalke) bekannt. In Tuchofie wird die typische Form von 
iner kleinen und einer auffallend grossen Varietät vertreten. 


17 


а) Var. minor п. 
Testa parva formae typieae simillima, apertura autem minus est obliqua, 
angustior, minus triangularis, margines reflexiores. 

Die kleine Form stimmt zwar viel mit dem Typus überein, 
aber sie hat konstant eine mehr gerade, weniger schief gestellte 
Mündung, die auch enger und weniger dreieckig ist. Der Mund- 
Saum ist breiter umgeschlagen. Skulptur mit der typischen Form 
übereinstimmend. 

Alt. 38—8:3 mm, diam. m. 57—6 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, Lipen und Kolosoruk, selten. — Es ist 
dies die früher für typisch gehaltene Form, die ich aber auf Grund 
der oben besprochenen Unterschiede als Varietàt abtrennen muss. 


Fig. 39 a, b. Helix 
involuta Th. var. 
Testa dimidio maior, superne fere plana; anfractus D'/,. Aper- minor m. 

tura perobliqua, latior, rotundata. 

Die verhältnissmässig sehr grosse Schale steht dem Typus 
noch etwas näher als var. minor; sie hat aber ein flache- 
res, beinahe planes Gewinde; die Schiefe der Mündung ist 
identisch wie beim Typus, aber die Mündungsränder sind ver- 
hältnissmässig weniger gelippt. 

Alt 4 mm, diam. m. 9 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, höchst selten. Von Stolzenhahn 
besitzen wir ein sehr schlecht erhaltenes Stück, das nach der 
Breite der Windungen dieser grossen Form zu gehören scheint. 

Zwischen den beiden Tuchoficer Formen kenne ich keine yi, 40 a, b. Helix invo- 
Uebergünge; var. minor, von der ich viele Stücke gesehen Imta Th. var. hecklei n. 
habe, weist keine bedeutenderen Schwankungen in der Grósse 
auf, ihre grössten Stücke sind nicht breiter als 6 mm. Sie haben gleichzeitig ge- 
lebt, denn sie wurden beide in derselben Schicht gesammelt. 

і Helix (Trigonostoma) angigyra Ziegl. aus Norditalien, Schweiz und Südtirol 
ist mit H. involuta nahe verwandt, noch näher aber eine neue Gonostoma-Art aus 
der Provinz Hubei in Central-China (Coll. Dr. Boettger). 


b) Var. hecklei n. 


36. Helix osculum Thomae. 


Helix osculum Thomae, Nass. Jahrb. 1845. II. p. 137. T. III. F. 7. 
== — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 19. T. IV. F. 1. 
— — Reuss, Palaeontograph. П. p. 27. T. Ш. Е. 2. 
— — Reuss, Sitzungsber. der k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 64. 
— — Slavík, Archiv pro pffrodovéd. prozk. Cech I. 2. pag. 242. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 
anm —  Sandberger, Vorwelt p. 377. T. XXII. F. 18. 

Forma typica : 

Testa solida, globulosa vel depresso-globulosa, apice perobtusa, basi umbilico 

mediocri pervio perforata. Anfractus 5 plus minusve convexi, priores obsolete cari- 


ge 


[ 


48 


nati, costulis transversalibus subtilibus confertis пес non pappillis pernumerosis 
decussatim dispositis ornati, ultimus vix deflexus, ad aperturam constrictus ceteris 
omnibus bis altior. Apertura obliqua lunaris vel lu- 
nato-triangularis, marginibus callo mediocri iunctis, 
expansis aut expansiusculis, extus reflexis, colu- 
mellari dilatato, umbilicum partim obtegente. 

Die dickwandige kugelige oder flachkugelig® 
Schale ist oben ganz stumpf, unten müssig weit 
und durchgehend genabelt. Sie wird von fünf mehr 
oder weniger stark gewölbten Umgängen gebildet, 
die nur in der Jugend einen schwachen Kiel be- 
merken lassen und mit zarten, dicht auf einander 
folgenden Anwachsrippchen und sehr zahlreichen 
in schrügen Kreuzlinien geordneten feinen Würzchen 
verziert sind, der letzte ist vorn kaum abwärts 56" 
bogen, aber sehr deutlich eingeschnürt und doppelt so hoch als die übrigen ZU 
sammengenommen. Die mondförmige oder dreieckig-mondförmige Mündung ist gegen 
ihn geneigt und zeigt mehr oder minder stark ausgebreitete und verdickte, nach 
aussen umgeschlagene Ränder, welche durch eine mässig dicke Schwiele mit ein* 
ander verbunden sind, der Spindelrand erweitert sich naeh aussen und verdeckt 
theilweise den Nabel. 

Alt. T7 mm, diam m. 11:3 mm (Tuchoficer Exemplar). 

Vorkommen: Die typische Form war bisher aus Böhmen nicht bekannt; 
alles das, was von Tuchofic und Тіреп unter ihrem Namen gieng, muss von ib! 
scharf geschieden werden. Erst bei meinem letzten Besuche in Tuchofic habe ich 
ein einziges, tadellos erhaltenes, mit meinen von Hochheim stammenden typischen 
Exemplaren fast vollständig übereinstimmendes Stück gefunden. Der letzte Umgang 
des Tuchoficer Stückes nimmt gegen die Mündung hin etwas mehr an Breite ZU 
und ist ein wenig mehr eingeschnürt, die Mündungsränder sind um ein gering® 
breiter; im übrigen stimmt es aber mit den Hochheimer Exemplaren ganz überein. 

Sandberger führt noch folgende Fundorte von Helix osculum an: Elshein 
in Rheinhessen im Cyrenenmergel, Hochheim, Thalfıngen und Eckingen bei Ulm, 
Wiesbaden, Castel, Hochstadt bei Hanau im Hydrobienkalke (var. intermedia) ; Mör- 
singen und Giengen in Württemberg und Rein in Steyermark (var. giengensis) in 
Kalke mit Helix sylvana. 


Fig. 41 a, b, c. Helix osculum Thom. 
Typus (Tuchoficer Stück). 


Mut. labiata n. 


Testa minor, solida, depresso-globulosa, apice planata, basi ad umbilicum 
pervium, partim obtectum carinata. Anfractus quinque, costulis transversalibus sub- 
tilibus confertis pappillisque subtilissimis, minoribus, crebrioribus ornati, ultimus 
vix deflexus, ad aperturam paulum constrictus, ?/, omnis altitudinis aequans. Aper" 
tura obliqua, lunaris, marginibus callo crasso iunetis, duplicatis, interno obtuso; 
externo acuto, sulco sat impresso disiunctis; margo columellaris brevis, minus dila- 
tatus, appressus, umbilicum plus minusve obtegens. 

Die Schale ist im Durchschnitt ziemlich kleiner als die der typischen Form, 


49 


diekwandig, flach-kugelförmig, mit sehr stumpfer Spitze; ihre Grundfläche ist be- 
sonders um den theilweise verdeckten Nabel, wo sie manchmal eine ziemlich deutlich 
Markirte Kante bildet, stark gewölbt. Sie wird von 
fünf Umgängen gebildet, die mit feinen, schiefen, 
dicht gedrängten Querrippchen und sehr feinen Pa- 
pillen verziert sind, die etwas kleiner, mehr rundlich 
und in mehr gedrängten Reihen gestellt erscheinen als 
bei der typischen Form. Der letzte Umgang ist vorn 
Sehr wenig abwärts geneigt, nur wenig eingeschnürt, 
/ı der Gesammthöhe ausmachend. Die Mündung в 

ist schief mondförmig, ihre Ränder durch eine dicke Fig. 42 a, b, c. Helix osculum Th, 
Schwiele verbunden, doppelt; der äussere Mundrand mut. labiata n. 

ist scharf, der innere abgerundet; sie sind durch 

eine ziemlich tiefe eingedrückte Rinne von einander getheilt. Der Spindelrand ist 
kürzer, verengt und zugedrückt, der Nabel mehr oder weniger verdeckt. 

Alt. 5—5:5 mm, diam. m. 9—10 mm. 

Vorkommen: Es ist dies die häufigste, zu dem Typus bisher gestellte Form 
von Tuchofie und Lipen; sie ist aber durch den doppelten Mundsaum und den 
Starken Mündungscallus so scharf charakterisirt, dass ich anfangs geneigt war sie 
für eine selbstständige Art zu halten; da aber die weiter beschriebenen Formen un- 
zweifelhaft zu H. osculum gehören und da bisher nicht sichergestellt werden konnte 
9b einzelne Formen nur auf gewisse Schichten gebunden sind oder vermischt unter- 
einander vorkommen, so stelle ich die Form doch zu H. osculum. 


Var. tenuis n. 
Differt а typo magnitudine minore, spira planata, : 
Marginibus aperturae tenuioribus, a mut. labiata pe- ui Ce 
“= - 


"istomate simplici, a var. ornata umbilico non ita lato ad i 
Papillisque multo minoribus. uui 

Unterscheidet sich vom Typus durch die geringere a b 
Grösse, mehr flaches Gewinde und schwächere, kürzer Fig. 43. a, b. Helix osculum Th. 
tusgebreitete Mündungsränder, von der mut. labiata var. tenuis n. 


durch das einfache Peristom und schwachen Gallus, 
Yon der var. ornata durch engeren Nabel und viel kleinere Papillen. 

Alt. 5—6 mm, diam. m. 8—9 mm. 

Vorkommen: Tuchofic und Lipen, nicht selten. 

Die Varietät scheint der mut. labiata am nächsten zu stehen, mit der sie — den 
Mündungseallus und das Peristom ausgenommen — im Ganzen übereinstimmt. Für 
ine Jugendform der Mutation kann ich sie aber nicht halten. 


Var. ornata n. 
Differt a typo testa planata, umbilico multo latiore papillisque longitudinalibus 
Maioribus, regulariter decussatim dispositis. 
| Unterscheidet sich von der typischen Form durch das flache Gewinde, wei- 
teren Nabel und durch viel gröbere, lüngliche, nicht so scharf begrenzte, in völlig 
4 


50 


1. regelmässigen Kreuzlinien geordnete Papillen. Der Mundraum ist weniger ausge- 
| breitet, stumpf. 

Alt. 5 mm, diam. m. 10 mm. 

Vorkommen: Wärzen, selten. 

Mit der mut. labiata hat sie zwar die gedrückte 
Gehäuseform gemein, unterscheidet sich aber von ihr 
sehr scharf durch den einfachen Mundsaum, konstant 
breiteren Nabel und viel gróssere Papillen. Am nüchsten 
scheint mir die Würzener Form den Stücken aus dem 
Untermiocaen von Mosbach-Biebrich zu stehen, sie 
lässt sich aber auch von diesen gut unterscheiden, d 
sie konstant kleiner ist, ihre Papillen sind mehr läng- 
lich und grösser, ihre Naht eingedrückt, wogegen die 
der Mosbacher Form seicht ist; die Mündungsründer 
sind bei der var. ornata mehr einander genähert und 
aussen stumpf. Die Unterschiede zwischen ihr und der 
Tuchoficer var. tenuis sind aus dem Gesagten schon. 
deutlich genug. 

Fig. 44 a, b. Helix osculum Th. Die Frage der zeitlichen Aufeinanderfolge der Tu- 


E var. ornata n. — c) Skulptur des í 9 ^ ‚ 

: ) еви choficer Formen von Н. osculum ist nicht во leicht 

letzten Umganges, 20mal vergrös- Geer | 
m zu beantworten. Ich vermuthe, dass die Stelle de! 


f Hochheimer Urform, die zur Zeit der Ablagerung de 
E! Tuchoficer Kalkes bereits in Böhmen dem Aussterben sehr nahe war, ihre vat 
tenuis eingenommen hat, von der sich allmählig die mut. labiata abtrennte; die 
| doppelt gelippte Mutation ist dann vielleicht ausgestorben. Die jüngste böhmisch® 
L Form, var. ornata von Wärzen, steht mit der Mutation in keinem Zusammenhang? 
Die endgiltige Entscheidung muss aber der Zukunft gelassen werden; 80° 
| lange wir die Schichtenfolge der Tuchoficer Ablagerungen nicht gründlich kennen, 
| sind alle unsere Meinungen vom relativen Alter der dort vorkommenen Conchyliel 
nur auf Hypothesen gegründet. — 

Sandberger stellt die Art, besonders auf Grunde der miocaenen Formel; 
zur Section Gonostoma und führt als nahe verwandt Helix (Gonostoma) coreyrensid 
Ziegel an. Meiner Ueberzeugung nach wird man aber für Н. osculum eine selbst- 
ständige Gruppe errichten müssen, 


37. Helix devexa Reuss. 


Helix devexa Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII. p. 69 
Taf. F. Fig. 4. 
— — Slavík, Archiv pro pfírod. prozk. Čech I. 2. p. 242. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 
E — Sandberger, Vorwelt p. 429. Taf. XXIV. Fig. 5—5 c. 


Testa orbicularis, depressa, spira perpaullo elata, apice obtusa, basi planulatà» 
subobtecte perforata. Anfractus quinque convexiusculi, lente dilatati, ad suturas satis 
latas depressi, initiali excepto costulis transversalibus subtilissimis, paullo obliquis 


51 


Saepe bifidis papillisque confertis decussatim dispositis ornati. Anfraetus ultimus ad 
aperturam breviter constrictus. Apertura depresso-lunaris, marginibus callo tenui 
lunctis, reflexis, intus labiatis, basali fere stricto et columellari brevissimo suban- 
Sulatim coniunctis. 

Das flache, zierliche Gehäuse ist von kreisförmigem Umriss und besitzt ein 
Sehr niedriges, oben sehr stumpfes Gewinde; die Grundflüche ist flach, der Nabel 
fast gänzlich verdeckt. Es besteht aus fünf, langsam an Breite zunehmenden, durch 
Ziemlich breite Nühte getrennten, flach ge- 
wölbten Umgängen, die an der Naht etwas 
Stärker abgeplattet sind. Den ersten glatten 
ausgenommen sind alle übrigen Umgänge mit 
Sehr feinen, öfters dichotomen, unregelmäs- 
sigen Anwachsrippchen und äusserst kleinen, 
dichten, in schrägen Kreuzlinien geordneten Pa- 
pillen verziert; der letzte ist vor der Mündung 
kurz eingeschnürt, doppelt so breit als der 
vorletzte. Seine Höhe verhält sich zur Höhe 
aller übrigen zusammengenommen wie 2:1 
bis 9. 1?/,. Die mässig geneigte Mündung ist Fig. 45 a, 0, е. Helix devexa Reuss. 
Inregelmässig mondförmig; ihre Ränder sind 
kurz umgeschlagen, innen gelippt, durch eine feine Schwiele verbunden. Der fast 
Seradlinige Unterrand bildet gewöhnlich mit dem kurzen Spindelrand einen stumpfen 
Winkel, 

Alt. 4—6 mm diam. m. 9—12 mm. 

Vorkommen: Tuchoric und іреп, nicht häufig. 
| Die grosse Form mit weitem Nabel, die Sandberger erwähnt, aber nach einem 
Cinzigen Stücke nicht beschreiben will, habe ich nicht gesehen. Unsere Stücke weisen 
“war sehr grosse Differenzen in der Grösse und in der Höhe des Gewindes auf, 
aber dor Nabel ist bei allen conform. 

Von ihrer Verwandschaft mit lebenden Arten sagt Sandberger (l. c. p. 429): 
„Helix devexa hat die Form der Gruppe Carthusiana und ist namentlich der H. 
Stegaria Ziegl. aus Sicilien äusserlich sehr ähnlich, ihre Skulptur aber ist die einer 
lonacha. Sie vermittelt daher zwischen diesen beiden jetzt getrennten Gruppen.“ 


38. Helix zippei Reuss. 


Helix Zippei Reuss, Palaeontographica IL p. 24. Taf. IT. Fig. 5. 


— — , Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. ХИП. p. 64. 
— — Slavík, Arch. pro pffrod. prozk. Oëeh 1.2, p. 241. 
EA — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 
"ES — Sandberger, Vorwelt p. 428. T. XXIV. Fig. 4. 
Bion. en apice иса d ei Er. = 
> perforata. Anfractus quinque convexi, suturis linearibus disiuneti, primo 
*XCepto costulis transversalibus subareuatis, obtusis, papillisque subtilissimis oblongis, 
lecussatim dispositis ornati; striae longitudinales subtilissimae, parallelae praecipue 


4% 


— 


— 


Eum сы 


52 


in basi conspiciuntur. Anfractus ultimus supra basin plus minusve obtusangulosus, 
ad aperturam late constrictus, breviter deflexus, dimidium omnis testae altitudinis 
aequans. Apertura obliqua lunaris, marginibus callo 
tenui iunctis, expansis, reflexis, columellari umbilicum 
partim tegente. 

Die Schale ist bauchig kegelfórmig mit stumpfem, 
zitzenfórmigem Embryonalende, mit ziemlich stark ge- 
Fig. 46 a, b. Helix zippei Reuss wölbter Grundfläche. Der Nabel ist gewöhnlich theil- 

(nat. Grösse). weise verdeckt. Das Gehäuse wird von fünf gewölbten, 

durch schmale Nähte getrennten Windungen gebildet, 

die mit Ausnahme der ersten glatten mit bogigen, ziemlich dicht aneinander gereihten 
Querrippchen verziert sind. Die Oberfläche aller Windungen ist mit äusserst feinen, 
länglichen, in schrägen Kreuzlinien geordneten Papillen bedeckt ; ausserdem bemerkt 
man besonders auf der Unterseite sehr feine eingedrückte, parallele Longitudinallinien. 
Die Umgänge sind stumpfkantig, der letzte ist vor der Mündung kurz, bald mehr, 
bald weniger schief abwärtsgebogen, breit und tief eingeschnürt; er erreicht ungefähr 
die Hälfte der Gesammthöhe der Schale. Die schiefgestellte Mündung ist mondförmig; 
ihre gegen einander genäherte Ränder sind ausgebreitet, umgeschlagen, durch eine 
Schwiele verbunden ; der schwach verdickte Spindelrand verdeckt theilweise den mässig 
weiten, tiefen Nabel. 

Diam. m. 15—17 mm, alt. 9'/„—111/„ mm. 

Vorkommen: Tuchofie und Linen, nicht häufig. Einige Steinkerne auch vol 
Stolzenhahn. 


39. Helix wärzenensis n. 


Testa magna, umbilicata, globose-conoidea, convexa, apice mamillata. An- 
fractus sex, obtuse-carinati, sutura profunda disiuneti, primo et secundo glabro 
excepto transversim costulati, costulis subtilibus, irregularibus, et papillis non re- 
gulariter dispositis, confluentibus plerumque in strias longitudinales, sed non continuae 
ornati. Apertura obliqua, globose-lunaris, peristom& 
reflexum, marginibus callo iunctis. Umbilicus gatis 
latus, peristomatis margine collumelari semiobtectus. 
Anfr. ultimus antice paulum constrictus. 

Die grosse, kugelig-kegelfórmige Schale ist 
gewölbt, mit hoher Spitze und theilweise verdeckten 
Nabel. Sie wird von sechs stumpf gekielten, durch 
tiefe Nähte getrennten Umgängen gebildet, die obe? 
wenig, unten ziemlich stark gewölbt sind. Der erste 
с und zweite Umgang sind glatt, die übrigen mit ЇӨШӨЛ, 
Fig. 47 a, b, c. Helix würzenensis n. dichtgedrüngten Anwachsrippchen und sehr feinen 

(nat. Grüsse). in unregelmüssige oft durchbrochene Lünesstreifen 
zusammenfliessenden Papillen verziert. Die Mün- 

dung ist schief, rundlich-mondfórmig, das Peristom kurz ausgebreitet und umgeschlage?: 
seine Ründer durch eine dünne Schwiele verbunden. Der Spindelrand bedeckt theil- 


53 


weise den mässig weiten Nabel. Der letzte Umgang vor der Mündung schwach 
eingeschnürt. 

Alt. 14 mm, diam. m. 18 mm. 

Vorkommen: Ein einziges, ziemlich gut erhaltenes Stück habe ich in Würzen 
gefunden. 

Unter den fossilen Arten hat sie ihre nächste Verwandte in Н. Zippei Reuss, 
die ihr zwar sehr nahe steht, sich aber doch gut unterscheiden lässt. Н. wärzenensis 
hat ein hóheres Gewinde, die Kante ist bis zum Ende der letzten Windung deutlich, 
die letzte Windung an der Mündung nicht abwürts geneigt, der Mundsaum ist weniger 
ausgebreitet und der Nabel breiter. Der Hauptunterschied besteht aber in der Mikro- 
Skulptur. Die neue Art ist feiner, regelmässiger und dichter gestreift, ihre Papillen, 
Wie schon oben bemerkt, fliessen zusammen, indem sie unterbrochene, erhobene 
Lüngslinien bilden, in welchen man einzelne Papillen nur schwer unterscheiden kann. 
Dei H. Zippei Reuss sind die Papillen ganz deutlich und regelmässig, in schrägen 
Sich kreuzenden Reihen geordnet. 


40. Helix homalospira Reuss. 


Helix homalospira Reuss, Sitzungsber. der k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 65. 
Jab D D... 
— — Slavík, Archiv pro pírod. prozk. Čech I. 2. p. 241. 
— — Boettger. Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 290. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 429. Taf. XXIV. Fig. 6. 


: Testa sublenticularis, spira humili, obtusa, basi satis convexa, umbilico 
Infundibuliformi, pervio, paululum obtecto perforata. Anfractus quinque convexiusculi, 
Suturis profundis disiuncti, initiali excepto P 4 
Costulis transversalibus subarcuatis modice 
confertis, irregularibus, ad basin retrorsis pa- 
Pillisque (non oblongis!), satis distantibus de- 
Cussatim dispositis ornati, ultimus supra basin 
Obtusangulosus, ad aperturam breviter defle- 
Хив et late constrictus circiter "/, omnis alti- 
tudinis aequat. Apertura obliqua, late lunaris, 
Marginibus callo tenuissimo iunctis, breviter 
*Xpansis, columellari brevi, superne dilatato, 
umbilicum paululum obtegente. 

. Die Schale ist bauchig linsenförmig, mit 
Niederem stumpfem Gewinde; die Grundfläche 
186 ziemlich stark gewölbt, mit tiefem trichter- 
Ürmigem, sehr wenig verdecktem Nabel. Das Gehäuse besteht aus fünf langsam an 

теце zunehmenden, oberseits sehr flach gewölbten Umgängen, welche durch tiefe 

ähte getrennt sind. Die erste Windung ist glatt, alle übrigen sind mit breiten, 
Mässig dichten bogigen Anwachsrippchen verziert. Unter der Lupe bemerkt man auf 
“er ganzen, sehr fein gerunzelten Oberfläche in schrägen Kreuzlinien geordnete, 
"lemlich weit von einander entfernte Reihen sehr feiner, rundlicher (nicht „länglicher“) 


Fig. 48 а, b, c. Helix homalospira Reuss. 


54 


Papillen. Der letzte, über der Oberfläche deutlich gekielte, an der Mündung kurz 
abgebogene und breit eingeschnürte Umgang erreicht circa ?/, der Schalenhóhe. Die 
Mündung ist schief, breit mondförmig mit ausgebreiteten, durch eine Schwiele ver- 
bundenen Rändern; der untere ist nur leicht gekrümmt, der Spindelrand sehr kurz 
uud nach aussen verlängert, so dass er einen geringen Theil des Nabels verdeckt. 

Diam. m. 14—16 mm, alt 1'/,—8!/, mm. 

Vorkommen: Tuchofie und Lipen, selten. 

Als die nächst verwandte lebende Art führt Sandberger Helix merguinensis 
Philippi (Pfeiff. Chemn. ed II. p. 210 Т. CVI F. 7—9) aus Birmah an, die zwar 
grösser ist, in Bezug auf Totalform und Skulptur aber sehr nahe stehen soll. 


41. Helix rarissima n. 


Testa applanata, lentiformis, umbilicata, umbilico satis amplo, pervio, spira 
depressa, apice plane rotundato. Anfractus quinque obtuse carinati, inferne convexi- 
ores, suturis tenuibus disiuncti, primo glabro excepto; 
costulis transversis distinctis, saepe dichotomis ornati. 
Apertura oblique lunaris, peristoma expansum (?) 

Die ziemlich dieke Schale ist flach gewólbt, linsen- 
förmig, mit gewölbter, ziemlich weit und durchgehend 
genabelter Unterseite. Sie wird von fünf stumpfkantigen; 
langsam an Breite zunehmenden, durch schmale Nähte 
getrennten Umgängen gebildet; der bis zur Mündung 
Fig A by Helix rab deutliche Kiel verlauft über der Mitte der Umgänge; 

pt E ihre Oberseite ist fast flach, ihre Unterseite gewólbt. 

Der erste Umgang ist glatt, die übrigen mit ziemlich 

starken, abgerundeten, oben wie unten fast gleich starken Querrippehen bedeckt. 

Der letzte Umgang gegen die Mündung erweitert. Die Mündung ist schief mondfömig, 
mit ausgebreiteten (?) Rändern. 

Alt. 4'[, mm, diam. m. 10 mm. 

Vorkommen: Wärzen, ein einziges Stück gefunden. 

In der Gestalt stimmt das schlecht erhaltene Stück beinahe mit der devexa- 
Gruppe, von einer näheren Verwandtschaft kann aber keine Rede sein, da die neue 
Art stark gerippt ist und die schönen Papillen der H. devexa Reuss vollstän- 
dig fehlen. 


42. Helix (Stenotrema Raff.) hirsutiformis n. 


Testa parva, nitida, globulosa, convexa, apice brevi mamillata, obtecte 
perforata. Anfractus 4'/, obtuse carinati, sutura profunda disiuncti, primus et 86 
cundus glaber, caeteri transversim costulati, costulis tenuibus, obliquis, in basi 
testae subtilioribus. Anfractus ultimus autice breviter deflexus, maxime constrictus. 
Apertura obliqua, angustata, lunaris, peristoma labiatum, reflexum, margo eolumel- 
laris eallosus, umbilicum tegens, 

Die kleine glänzende Schale ist flach-kugelig, gewölbt, mit kurz zitzenfór- 


55 


Miger Spitze und bedeckt durchbohrter Unterseite. Sie wird von 4!/„ gewölbten, 
durch schmale, tiefe Nähte getrennten, stumpfkantigen Umgängen gebildet; am 
Ende des letzten Umganges verschwindet der Kiel fast vollständig. Der erste und 
zweite Umgang sind glatt, die übrigen mit sehr feinen, schiefen Anwachsstreifehen 
bedeckt, die auf der Unterseite noch feiner 
werden. Etwaige Papillen sowie Spiralskulptur 
Sind nicht vorhanden. Der letzte Umgang ist 
vor der Mündung sehr kurz und schwach ab- 
wärts geneigt und sehr stark eingeschnürt, wo- 
durch die kleine, schiefgestellte, breit mondfór- 
Mige Mündung sehr verengt erscheint. Die um- 
8eschlagenen, schwach gelippten Mündungsründer 
Sind durch eine dünne Schwiele verbunden; der 
Schwielig verdickte Columellarrand verdeckt den 
Nabel, Fig. 50 a, b, c. Helix (Stenotrema) hir- 
Alt. A7 mm, diam m. 6'/, mm. ӨЛ ЗҮ; 
Vorkommen: Wärzen, sehr selten ; ich habe 

in den mergeligen Schichten nur zwei Stücke gefunden, von welchen das besser er- 
haltene den verdeckten Nabel, die starke Einschnürung des letzten Umganges vor 
der Mündung und Stücke von umgeschlagenem Mundsaum sehen lässt. 

Die Lippe wie die Totalform der Schnecke erinnert ungemein an die nord- 
Amerikanische Sektion Stenotrema Raff, von welcher man namentlich 8. hirsutum 
Say aus Pennsylvanien als ähnlich bezeichnen kann. 

Unter fossilen Conchylien kenne ich keine, die mit der beschriebenen neuen 
Art näher verwandt wäre. 


43. Helix (Trichia) apicalis Reuss. 


Helix apicalis Reuss, Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wiss. XLII. p. 64. Taf. I. 
Fig. t. 

— — Slavik, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 241. 

— leptoloma Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 

— — var. apicalis Sandberger, Vorwelt p. 380. T. XXIV. Fig. 7. 


Testa depresso-conoidea, apice mamillata, spira exacte conica, basi convexa, 
Anguste seu fere anguste perforata. Anfractus 5i, convexiusculi, suturis profundis 
lisiuneti, obtuse-carinati, cotulis transversalibus inaequalibus saepe fasciculatis, pa- 
billisque oblongis subtilissimis confertis, decussatim dispositis ornati. Anfractus 
ultimus aperturam versus magis magisque rotundatus et autice paululum deflexus 
circa *|, omnis altitudinis aequat. Apertura obliqua lunaris, marginibus callo tenu- 


issimo iunctis, basali reflexo, columellari superne dilatato, umbilicum paulum ob- 
egente, 


Die mittelgrosse Schale ist flach-kegelförmig, mit scharfem, zitzenförmig 
liervorstenondera Embryonalende, mässig gewölbter, eng oder beinahe eng genabelter 
uterseite. Sie besteht aus 51/, flach gewölbten, durch tiefe Nähte getrennten Win- 
Ungen, welche — die Embryonalwindungen ausgenommen — mit feinen, ungleich 


| 
N 
| 


56 


starken, oft bündelfórmig gruppirten Anwachsrippehen und sehr zahlreichen und 
feinen länglichen in schrägen Kreuzlinien geordneten Papillen verziert sind. Der 
letzte Umgang ist schwach und sehr kurz 
abwärtsgebogen, höher als die übrigen (2/8 
der Gesammthöhe der Schale). Die Mün- 
dung ist schiefgestellt, mondförmig, ihre 
Ränder sind durch eine sehr dünne Schwiele 
verbunden; der untere Mündungsrand ist 
schwach umgeschlagen, der Spindelrand 
oben erweitert, den Nabel schwach ver- 
deckend. 

Alt. 6'/,.—T*|, mm, diam. m. Ok 
bis 11'/, mm. 

Vorkommen: Tuchofie, Linen, Kolo- 
soruk, nicht selten. Einige schlecht er- 
halten, zu dieser Art wahrscheinlich ge- 
hórende Stücke besitzen wir auch von 


uasa" Stolzenhahn. 
c Ihre nächste fossile Verwandte ist 
Fig. 51 e, ^, с. Helix apicalis Reuss, ver- Helix leptoloma Al. Br., von der sie sich 
grössert, aber besonders durch andere Verhältnisse 
des Nabels und auch dasjenige der Spirà 
zum letzten Umgange unterscheidet. — Die Spira der apicalis ist exakt konisch, 


der Nabel eng oder beinahe eng, bei leptoloma fast ganz geschlossen. — Var. sub- 
apicalis gehört nach Originalen von Eckingen zu apicalis und nicht zu leptoloma; 
sie ist grösser und im Verhältniss der Höhe zur Breite flächer, ihre Mündung ist 
etwas breiter, 


44. Helix (Trichia) perfecta n. 


Testa depresso-conoidea, apice brevi mamillata, basi convexa, umbilico 0b- 
lecto. Anfraetus 4'/, convexi, suturis impressis disiuncti, costulis transversalibus 
inaequalibus, inter quas papillae subtilissimae oblongae, 
partim confluentes decussatim dispositae sunt, ornati. 
Anfractus ultimus ad aperturam usque carinatus, pat- 
lulum. breviterque antice deflexus, praecedentibus duplo 
altior. Apertura obliqua, lunaris, marginibus callo tenuis- 
simo iunctis. Margo basalis reflexus, collumelaris dila- 
tatus umbilicum tegens. 

Die Schale ist gedrückt kegelfórmig mit auffallend 
gross angelegter Gehäusespitze, flach zitzenfórmiger Embryonalwindung, mässig 9% 
wölbter Unterseite, deren Nabel völlig verdeckt ist. Sie wird von bloss A, Win- 
dungen gebildet, die sehr deutlich gekielt, ober und unter dem Kiele gleichmässig 
gewölbt sind und an Breite langsam zunehmen. Mit Ausnahme der ersten sind 816 
mit feinen, ungleich starken, oft bündelförmig gruppirten Anwachsrippchen bedeckt. 


a b 


Fig. 52 a, b. Helix perfecta n. 


57 


Die Papillen sind auf der Oberseite nur stellenweise auch bei stärkerer Vergrösserung 


© 
deutlich; etwas deutlicher sind sie auf der Unterseite; sie sind fein, sehr unregel- 


Mässig, schräge Kreuzlinien bildend, gewöhnlich in kurz erhabene Linien zusammen- 
fliessend. Der letzte Umgang ist bis zum Ende deutlich gekielt, sehr kurz und 
Wenig abwärtsgebogen, zweimal so hoch als alle übrigen zusammengenommen. Die 
Mündung ist schief, rundlich mondförmig, mit durch eine sehr feine Schwiele ver- 
bundenen Rändern. Der Basalrand ist schwach umgeschlagen, der Spindelrand ein 
Wenig erweitert, den Nabel ganz verdeckend. 

Alt. 8 mm, diam. max. 12°/, mm. 

Fundort: Ich habe in Tuchofie bloss ein einziges Exemplar gefunden. 

Н. perfecta halte ich für eine gute Art; ihre bedeutendere Grösse, ihre 
auffallend gross angelegte Gehüusespitze, schärferer, bis zum Ende des letzten Um- 
Sanges ganz deutlicher Kiel, viel unregelmässigere, in Linien zusammenfliessende 
Papillen unterscheiden sie sehr leicht von Н. leptoloma A. Br., die wohl von den 
fossilen Conchylien am nächsten mit ihr verwandt ist. Von der tuchoficer H. api- 
calis Reuss. unterscheidet sie sich ausserdem durch das Fehlen des Nabels. Die 
Seringe Zahl der Windungen, blos 4'/, ist gewiss auch ein besonders gutes 
Charakteristikum. 


45. Helix manca n. 


Tasta aplanata, sublentieularis, umbilico satis amplo, pervio perforata. An- 
fractus 5 convexiusculi, suturis tenuibus disiuncti, costulis transversalibus subtilibus 
Сов Шай, acute carinati; ultimus autice de- 
flexus, leviter constrictus. Apertura rhom- 
boidea, marginibus acutis reflexis, columellari 
Partim umbilicum tegente. 
Das Gehäuse ist flach-linsenförmig, mit 
Mässig weitem, durchgehenden Nabel. Um- 
Enge 5, ihre Oberfläche mit feinen Anwachs- 
Yippchen verziert, die Naht schmal. Der letzte 
Scharfkantige Umgang ist vorn abwärts ge- 
ogen, wenig eingeschnürt. Die Mündung ist 
thomboidisch mit erweiterten, umgeschlagenen Rändern; der Nabel theilweise vom 
Pindelrand verdeckt. 
Alt. 7:5 mm, diam. m. 15 mm. 
Vorkommen: Wir besitzen nur ein schlecht erhaltenes Stück von Wärzen, 
das in der Grösse und beinahe auch Form der lebenden H. lapieida L. entspricht. 
16 charakteristische Form nóthigte mich die Art trotz dem schlechten Erhaltungs- 
zustande des einzigen Stückes zu benennen und zu beschreiben, da ich sie bei keiner 
sher bekannten Art unterbringen konnte. 


Fig. 58 a, b, с. Helix manca n. 


46. Helix (Coryda) bohemica Boettger. 


Helix rostrata Reuss, Palaeontograph. IL p. 27. Taf. П. Fig. 9. 
— deflexa, Reuss, Sitzungsber. d. К. Acad. d. Wiss. Wien, XLII. p. 67. 


Helix deflexa, Slavík, Archiv pro přírodov. prozk. Čech. I. 2. p. 240. 
—  bohemica Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanstalt. XX. p. 2%. 
Taf. ХШ. Fig. 4. a—c. 
— = Sandberger, Vorwelt p. 432. Taf. XXIV. Fig. 8.—8. a. 


Testa obtecte perforata, globoso-subconoidea, spira paulum elata, apice ma- 
millata. Anfractus 5 convexiusculi, suturis linearibus disiuncti, ad basin parum de- 
pressi, ultimus antice valde deflexus, ad 
Ь в aperturam leviter constrictus circiter 2 
omnis altitudinis aequat.  Costulae trans- 
versales subaequales, subtiles, densae, sae- 
pius bifidae, in anfractibus omnibus, ex- 
cepto primo et secundo glabris, obviae. 
Praeterea fasciae brunneae 1—5 interdum 
valde distinctae testam ornant. Apertura 
ampla valde obliqua, hippocrepica, peri- 
stoma expanso-reflexum, superne sinuatum, 
marginibus callo nitido iunctis ; margo dexter 
expansiusculus, basalis appressus, columel- 
laris callosus, arcuatus, lineari cum im- 
Fig. 54 a, b, c. Helix (Coryda) bohemica Boettg. pressione, excavatione semicirculari extus 
cinctus. 


Die ziemlich dickwandige Schale ist bald stumpf kegelförmig, bald flach 
kugelig, mit zitzenförmigem Embryonalende und ziemlich abgeplatteter Grundfläche, 
deren Durchbohrung gänzlich verdeckt erscheint. Sie wird von fünf flach gewölbten, 
dureh schmale Nähte geschiedenen, glänzenden Umgängen gebildet, welche mit Aus- 
nahme der ersten 2 glatten mit zahlreichen, dichtgedrüngten, feinen, öfter gabeligen 
Anwachsrippchen und manchmal auch mit 1—5 bräunlichen Längsbinden verziert 
sind. Der letzte, bauchigere als die übrigen, ist vorn stark abwärts geneigt und 
an der Mündung schwach eingeschnürt; er erreicht ungefähr ?/, der Gesammthóhe. 
Die sehr stark gegen ihn geneigte hufeisenförmige Mündung besitzt verschieden 
gestaltete, durch eine glänzende Schwiele verbundene Ränder; der obere ist nämlich 
schwach eingebogen und umgeschlagen, der rechte kurz ausgebreitet, der untere 
angedrückt, der den Nabel verdeckende Spindelrand endlich schwielig, nach innen 
scharf, nach aussen durch eine halbkreisfórmige seichte Vertiefung begrenzt; i! 
seiner Mitte bemerkt man eine längliche Eindrückung. 

Alt. 12—15 mm, diam. m. 18—20 mm. 


Vorkommen; Tuchofie, Lipen und Kolosoruk, häufig. Sie ist bisher nur H 
Böhmen gefunden worden; bei Wärzen und Stolzenhahn fehlt sie. 


Diese von Reuss anfangs mit Helix rostrata Al. Braun, später mit Н, deflexa 
Al. Braun identificirte Art hat Dr. Boettger mit Recht als selbstständig ausge 
schieden. Als ihre nächste lebende Verwandte führt Sandberger Helix ovum reguli 
Lea und Н, alauda Fér. von Cuba an, zwischen denen sie fast in der Mitte steht. 
Unter den fossilen Arten steht ihr am nächsten H. (Coryda) kinkelini Boettg: 


59 


(Dr. Boettger, „Fossile Binnenschnecken aus dem untermioc. Corbicula-Thonen von 
Niederrad bei Frankfurt [Main|*); H. bohemica unterscheidet sich aber von ihr 
durch geringere Grösse, ihre Embryonalwindungen sind flacher und weniger gewölbt, 
der letzte Umgang steigt vor der Mündung plótzlicher naeh abwürts, ihre Impression 
Ш der Nabelgegend ist tiefer, der Basalrand sehr regelmässig schwach gebogen, nicht 
Sradlinig, und Lippe und Callus sind noch schwächer. Hauptunterschied aber soll das 
Fehlen der mikroskopischen Spiralstreifung bei der bóhmischen Art sein, wührend 
Sich dieselbe bei H. kinkelini zum mindesten an dem herabgebogenen Theile des 
letzten Umganges oben vor der Mündung nahezu immer gut beobachten lässt. Alle 
diese Unterschiede sind so subtil, dass man vielleicht beide Arten zusammenziehen 
Müssen wird; Н. kinkelini ist, wie es scheint, nur eine geologisch jüngere Form 
von bohemica; das letzte Wort in dieser Sache gehört freilich dem, der im Stande 
Sein wird, beide Arten in grösster Individuenanzahl vergleichen zu können. 
Bänderabänderungen sind bei Н. bohemica ziemlich zahlreich. Ich habe in 
dieser Hinsicht 70 Stücke von Tuchofie untersucht, von denen 4 ohne jede Spur 
eines Bandes, obzwar sie tadellos erhalten sind, 34 mit einem Bande, 1 mit zwei 
Bändern, 20 mit 3, 9 mit 4 und 2 mit 5 Bändern versehen sind. Betrachten wir 
die vierbänderige Form als Grundform, so finden wir: Die 1. und 2. Binde verlaufen 
licht neben einander in der Mitte der Oberseite der Umgänge, die 3. breitere dicht 
Unter dem stumpfen Kiel, die 4. ebenso breite steht der 3. näher als dem Nabel. 
ei einem von den vierbänderigen Stücken sieht man ganz deutlich dunkle Färbung 
der Nabelgegend, die fast bis zur untersten Binde reicht. Bei den einbänderigen 
Exemplaren ist es immer die zweite Binde, die entwickelt ist, bei den zweibänderigen 
die 2. und 3., bei den dreibänderigen die 2., 3. und 4. — Nur bei zwei Stücken finde 
Ich fünf Binden (die oberste zwischen der Naht und der 1.). — Am wichtigsten 
Scheint mir für die tropische Verwandtschaft der H. bohemica zu sprechen, dass 
He, besonders an beiden Seiten der dritten Binde, weissliche Zonen hat, dass sie 
Also dreifarbig war. 


47. Helix (Coryda) hortulana Thomae. 


Helix hortulana Thomae, Nassauer Jahrb. IL. p. 134. 

— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 26. Taf. IV. Fig. 8. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 290. 

ЕЕ —- Sandberger, Vorwelt p. 884. Taf. XXII. Fig. 22. 

—  maerochila Reuss, Palaeontograph. II. p. 26. T. III. Fig. 1. 

—  expansilabris Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 245. 
wem — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 290. 


r 


Testa trochiformis, spira submucronata, apice mamillata, basi subdepressa, 
Obtecte perforata. Anfraetus 51/, convexi, obsolete obtusangulosi, suturis linearibus 
Msiuncti, binis initialibus exceptis costulis transversalibus subtilibus fasciculatis et 
terdum fasciis brunneis continuis 1—5 ornati, ultimus ad aperturam deflexus cir- 
"ler 1. omnis altitudinis aequat. Apertura perobliqua, lunata, marginibus callo 
tnetis subparallelis, supero acuto, caeteris expansis, basali appresso, intus 
Vminato. 


60 


Die Schale ist kegelförmig mit vorstehendem 
zitzenförmigem Embryonalende, bedeckt durchbohr- 
b ter, schwach abgeplatteter Unterseite. Sie besteht 
aus 5'/, gewölbten, schwach kantigen Windungen 
Fig. 58 2, 8, Hellz (Öbryän) horta- welche durch schmale Nähte voneinander getrennt 
lana Th. Copie nach Sandberger, und die zwei ersten ausgenommen mit feinen, 
oft bündelfórmig  gruppirten Anwachsrippchen 
und 1—5 bräunlichen Rändern verziert sind. Der letzte Umgang ist schwach 
abwärts gebogen und an der Mündung schwach eingeschnürt; er erreicht ungefähr 
die Hälfte (*/,) der Gesammthöhe. Die Mündurg ist sehr stark gegen den letzten 
Umgang geneigt, mondförmig, mit durch eine dünne Schwiele verbundenen Rändern ; 
der obere Mundrand ist scharf, der rechte ausgebreitet, der untere aussen platt 
und angedrückt, innen aber schwach gekrümmt und schneidig. 
Vorkommen: Kolosoruk, Tuchofie, Stolzenhahn, äusserst selten. Wir be- 
sitzen ein einziges schlecht erhaltenes Exemplar von Stolzenhahn, das 197/, mm 
Höhe misst. Alle Stücke, die bisher in Böhmen gefunden worden sind, sind 80 
schlecht erhalten, dass sich das definitive Urtheil über sie noch nicht fällen lässt. 
Dr. Boettger stellt die Art auch zur Section Coryda, und nicht zu Macu- 
laria. Helix macrochila Reuss, die früher von Reuss, Slavík und Boettger mit Н. 0%- 
pansilabris Sandb. zusammengezogen wurde, hält Sandberger (Vorwelt p. 387.) für 
identisch mit II. hortulana Thomae. 


а 


48. Helix (Chloritis) robusta Reuss. 


Helix robusta et Н. trichophora Reuss, Palaeontograph. II. p. 25. Taf. II. 
210.158 
— e e pn — Reuss, Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wis 
Wien, XLII. p. 67., 68. 
— — —— — Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech I. 
9, р. 248. 
— — —— = Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. ХХ. 
р. 291. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 431. Taf. XXIV. Fig. 10.—10. b. 
Testa solida, conoideo-globosa, apice perobtusa, basi convexa, semiobtecte 
perforata. Anfractus quinque convexiuseuli, suturis linearibus disiuncti, transversim 
irregulariter rugoso-costulati et papillis maioribus distantibus, decussatim, sed saepe 
irregulariter dispositis ornati, ultimus inflatus, ab initio obtusangularis sed аре!“ 
turam versus magis magisque rotundatus, deflexus et ad aperturam ipsam late GO" 
strictus, fere ?/, omnis altitudinis aequat. Apertura obliqua, lunata, marginibus 
paulum approximatis, callo tenuissimo iunctis, incrassatis, expansis, columellar! 
calloso, dilatato, umbilicum satis latum perviumque- partim obtegente. | 
Die diekwandige Schale ist bauchig und äusserst stumpf kegelförmig nit 
gewölbter Unterfläche, deren Nabel zur Hälfte verdeckt erscheint. Sie wird V0? 
fünf flach gewölbten durch schmale Nähte voneinander geschiedenen Windungen 8% 
bildet, welche mit unregelmässig runzeligen, feinen Querrippchen verziert sind. A” 


61 


tadellosen Ex. sicht man zwischen ihnen verhältnissmässig grobe, ziemlich weit 
us einander gerückte, in Grübchen stehende, in — oft unregelmässigen — Kreuz- 
reihen geordnete Papillen. Die letzte Windung ist wie alle übrigen anfangs noch 
Stumpf aber deutlich kantig, wird aber bald völlig rund und erscheint vor der Mün- 
dung sehr deutlich abwärts gerichtet und breit, aber nur seicht eingeschnürt. Sie 
ist um 1, höher als die übrigen zusammengenommen. Die Mündung ist gegen sie 
Seneigt und mondfórmig, mit schwach 
Segen einander genäherten, ausgebrei- 
teten und verdickten Rändern, die durch 
eine sehr feine, glänzende Schwiele ver- 
bunden sind und von denen sich der 
Spindelrand nach hinten stark erweitert 
"nd den genug breiten, durchgehenden 
Nabel zur Hälfte bedeckt. 

Alt. 18:5 mm, diam. m. 28 mm ; bei 
anderen Stücken: 1. alt. 17:5, diam. m. 
282 mm; 2. alt. 15:5, diam. m. 26; 
3. alt. 16, diam. m. 25:5 mm. Aus diesen 
Wenigen Beispielen sieht man deutlich, Fig. 56 a, b, с. Helix (Chloritis) robusta Reuss. 
Vie das Verhältniss der Höhe zur Breite (nat. Grösse). 

Yariirt, 

Vorkommen: Tuchofic und Тіреп, nicht besonders häufig; sie scheint in 
den unteren Schichten, in den eine längere Zeit zu sammeln ich nur einmal Gele- 
senheit, hatte, häufiger zu sein; in den oberen Schichten ist sie sehr selten. 

Ich glaube Recht zu haben, wenn ich Helix trichophora Reuss mit robusta 
"usammenziehe. Als Hauptunterschied zwischen den beiden Arten wird von Reuss 
M Palaeontograph. П. angegeben: „Die Oberfläche der H. robusta ist fein chagri- 
nirt, die der trichophora mit in etwas unregelmüssigen, wellenfórmigen, die Streifen 
ast regelmässig schneidenden Reihen stehenden, feinen, narbig-höckerigen Ansatz- 
Stellen feiner Haare bedeckt.“ In den Sitzungsberichten XLII. p. 67. sagt er wieder : 
»H. robusta ist mit in schrägen Reihen stehenden feinen, etwas in die Quere aus- 
Sedehnten, erhöhten Haarnarben besetzt, welche in sehr seichten länglichen Ver- 
tiefungen stehen. Bei H. trichophora sind die Haarnarben nicht zu kleinen flachen 
Töckerchen erhoben, sondern kleine Grübchen, die viel gedrängter und unregel- 
Mässiger stehen als bei Н. robusta.“ Boettger (Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. 
P. 291.) schreibt: „Die Art (robusta) wird etwas grösser als die verwandte tricho- 
Phora Reuss und hat ein weniger kegelförmiges, flacheres Gewinde.“ (Von »tricho- 
Hun: реваѕ Dr. Boettger zu der Zeit nur 3 Steinkerne). Um alle Meinungen 
zuführen, citire ich auch Slavík, welcher der trichophora eine schärfere Lippe 
Und nicht höckerige, sondern mehr eingesenkte Haarnarben zuschreibt. 

Die Grösse und das flachere Gewinde können in diesem Falle nicht als 
Unterscheidnngsmerkmale beigehalten werden, da sie bei robusta individuell schwan- 
01; man wird schwer zwei in der Höhe und Breite völlig übereinstimmende Stücke 
Anden, Es bleibt also nur die Skulptur; trichophora soll nämlich bloss Grübchen, 
robusta, aber „flache Höckerchen“ oder „narbig-höckerige Ansatzstellen der Haare“ 


62 


haben, das heisst Papillen, die in länglichen Grübchen sitzen. Nach sorgfältiger 
Vergleichung vieler Stücke kann ich aber behaupten, dass bei den tadellos erhaltenen 
Exemplaren in allen Grübchen noch die Papillen sitzen, während man sie bei etwas 
abgeriebener oder verwitterter Schale nur stellenweise bemerkt, oder sie fehlen voll- 
ständig. Es wären also — wenn meine Ansicht Bestätigung finden wird — unter 
Helix triehophora nur mangelhaft erhaltene Stücke von robusta, bei denen die 
höckerigen Papillen aus ihren Grübchen ausgefallen sind, zu suchen. Auch in der 
Disposition der Papillen, die bei trichophora gedrüngter und unregelmässiger sein 
sollen, finde ich alle möglichen Uebergänge von der regelmässigsten bis zu der re- 
lativ unregelmässigen, die aber doch weit noch nicht so unregelmässig ist, um bel 
Uebereinstimmung aller übrigen Charaktere als Artunterschied gelten zu können. 
Uebrigens zeigt die Reuss'sche Abbildung (Palaeontograph. II. Taf. II. Fig. 8. d.) gt 
keine Unregelmässigkeit in der Papillendisposition auf; Slavík hatte kein Stück von 
trichophora, Boettger besass nur Steinkerne, auf denen die Skulptur freilich schon 
nicht sichtbar war. 

Auf alle diese Umstände mich stützend glaube ich annehmen zu müssen, 
dass Helix trichophora auf schlecht erhaltene, scheinbar in der Skulptur abwel- 
chende Stücke von H. robusta gegründet war und sich als selbstständige Art 50 
lange nur infolge der Reuss’schen Autorität und des Mangels an Vergleichsmatorial 
erhalten konnte. 

Ich stelle Helix robusta übereinstimmend mit Herrn Dr. Boettger zur Grupp? 
Chloritis, deren Haptcharakter die Kante um den Nabel und die weitgetrennten Mün- 
dungsründer abgeben. 


49. Helix (Geotrochus?) obtusecarinata Sandberger. 


Helix Rahtii Reuss, Palaeontographica I. p. 23. Taf. II. Fig. 1—2. 
—  obtusecarinata Sandberger, Conchyl. Mainz. Tert. Beck. p. 95. 
— — Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien, хш 
р. 66. 
— — Slavík, Archiv pro pffrodovöd. prozk. Čech. I. 2. p. 244. 
— Boettger, Jahrbuch der geolog. Reichsanst. XX. p. 291 
A: Sandberger, Vorwelt p. 430. Taf. XXIV. Fig. 9—9 ^ 


Testa sublenticularis, spira subconoidet 
apice obtusula, basi convexa, obtecte perfo- 
rata. Anfractus quinque superne plani, JI" 
ferne convexi, suturis carinatis disiuneti, 60° 
stulis transversalibus obliquis inaequalibus 


papillisque ereberrimis subtilissimisque ornat. 


Fig. 57 a, b. Helix obtusecarinata Sandb. Anfractus ultimus ad aperturam usque o 
Typische Form von Tuchofic. natus, breviter deflexus ac paulum constrictu* 
circiter ?/, omnis altitudinis aequat. Vestig! 

fasciarum brunnenscentium distantium saepe obvia, binas in basi et in parte super? 


distinguere licet. Apertura perobliqua, subrhomboidea, marginibus callo tenui iunctis 


а 


68 
expansis, dextro reflexo, basali fere stricto, appresso, antice attenuato, columellari 
brevissimo dilatato, umbilicum obtegente, extus impresso. 

Die Schale ist bauchig linsenförmig mit mässig hohem, stumpf-kegelfórmigem 
Gewinde, gewölbter Grundfläche, bedeckt durchbohrtem Nabel. Sie besteht aus fünf 
Oberseits nur sehr schwach gewölbten oder flachen, durch gekielte Nähte getrennten 
Umgängen, welche — mit Ausnahme des ersten — mit freiem Auge nur ungleich 
Starke Anwachsrippchen bemerken lassen, bei stärkerer Vergrösserung aber runze- 
lige, in Grösse und Richtung variable Papillen zeigen. Der letzte Umgang ist über 
der Basis bis zur Mündung stark gekielt, an der Mündung kurz abwärts gebogen, 
Schwach eingeschnürt; er erreicht ungefähr ?/, der Gesammthóhe. Oft sieht man 
Noch braune Bänder, zwei ober, zwei unter dem Kiele (von diesen verläuft das eine 
ganz nahe am Kiel, das andere in der Mitte zwischen dem ersten und dem Nabel). 
‚Die Mündung ist stark gegen den letzten Umgang geneigt und fast rhomboidisch 
mit schwach ausgebreiteten Rändern, die durch eine dünne Schwiele verbunden 
Sind. Der rechte Mündungsrand ist umgeschlagen, der untere angedrückt, vorn ver- 
engt; der sehr kurze und breite Spindelrand erscheint aussen eingedrückt. 

Diam. m. 18—20 mm, alt 11—127/,. 


Forma minima n. 
Differt a typo testa multo minore, spira rotundata; anfractus supra carinam 
Convexiores, apertura obliquior. 

Unterscheidet sich von der typischen Form durch die viel 
geringere Grösse, mehr kugeliges Gewinde, oben etwas mehr ge- 
Wölbte Umgänge; der letzte Umgang ist konstant verhältnissmässig 
Mehr abwärts gebogen, die Mündung ein wenig, aber doch ganz 


deutlich mehr schief gestellt. Fig. 58. Helix ob- 
Alt. 97—10 mm, diam. m. 15:2—15:'5 mm. tusecarinata 


Reuss forma mi- 


Vorkommen: Die typische Form kommt in Tuchorie, Lipen, Uns d 


Kolosoruk (Coll. Dr. О. Boettger) und Stolzenhahn (1 Stück in 
Unseren Sammlungen) vor; weiter in Göttingen bei Ulm und bei 
Agen (Lot et Garonne) im Kalke mit Helix Ramondi Al. Brogn. Ueberall ist sie 
Selten. Die zierliche f. minima kenne ich nur von Tuchofie, wo ich sie in einigen 
Schönen Stücker gesammelt habe. 

Var. obesula n. 

Testa magnitudine formae minimae; differt a typo carina valde obtusa, 
apice rotundato, umbilico latiori, omni non obtecto? Papillae fere regulariter dispo- 
Sitae, aperturam versus in lineas subtilissimas, parallelas confluentes. 

Das in der Grösse mit der f. minima übereinstimmende Gehäuse ist viel 
Stumpfer gekielt, die Gehäusespitze ist nicht so scharf, sondern abgerundet, der 

abel ist viel weiter, wie es scheint vom Mundsaume nieht vollständig verdeckt. 
16 Mikroskulptur ist regelmässiger; bei einigen Exemplaren sieht man ganz deutlich, 
Wie die feinen Papillen am Ende des letzten Umganges zu dichten, untereinander 
Parallelen, gegen die Naht etwas schief gestellten erhabenen Linien zusammenfliessen. 
Alt. 95 mm, diam m. 14 mm. 
Vorkommen: Wir besitzen von Wärzen eine ziemlich grosse Anzahl von 


64 


Stücken, aber kein einziges mit erhaltener Mündung; nur bei einem Exemplare kann 
man ein Stückchen des den Nabel nicht ganz verdeckenden Spindelrandes sehen. 
Der stumpfe Kiel und der konstant viel wei- 
tere Nabel als der der jungen typischen Form 
charakterisieren die Varietüt so scharf, dass шап 
sie meiner Meinung nach, wenn man ein ganz aus- 
gewachsenes Stück finden wird, als selbstündige 
Art von H. obtusecarinata abtrennen wird. Mit 
unseren mangelhaft erhaltenen Stücken ist aber 
unterdessen nichts anderes anzufangen, als sie — 
besonders wegen der grossen Uebereinstimmung 

der Mikroskulptur zu obtusecarinata zu stellen. 
Herrn Dr. Boettgers Mittheilung nach scheint 
А TREAT. Helix obtusecarinata ihre nächsten lebenden Ver- 
Fig. 59 e ^ c. Helix obtusecarinata wandten in der Gruppe Geotrochus Beck (vet 
i o aris breitet in N. Guinea, auf den Salomo-Inseln und 

in N. Britannia) zu haben. 


50. Helix (Geotrochus?) papillifera n. 


Testa sublentieularis, spira obtuse-conica, depressa, apice mamillata, pasi 
convexiore obtecte perforata. Anfractus quinque superne plani paulum impressi 
suturis tenuibus disiuncti, initialibus exceptis costulis transversalibus papillisque 
subtilibus creberrimis, inter quas multo maiores distantes, decussatim dispositae 
sunt, ornati; ultimus carina obtusa cinctus antice breviter descendens, late constrictus 
/, omnis altitudinis aequat. Apertura obliqua, subrhomboidea, labiata, marginibus 
callo tenuissimo iunctis, reflexis, columellari dilatato, umbilicum obtegente. 

Die Schale ist dickwandig, fast linsenfórmig; sie besitzt ein sehr flach 
kegelfórmiges Gewinde mit zitzenfórmigem, abgerundetem Embryonalende, die Unter- 
seite des Gehäuses ist stärker gewölbt, der Nabel verdeckt. Die Schale wird vo 
fünf oben ganz flachen, fast eingesenkten Umgängen gebildet, die durch eine mässls 
tiefe Naht von einander getrennt werden. Die 1'/, ersten Umgänge sind glatt, die 
Oberfläche aller übrigen ist mit schiefen, breiten, gerundeten ungleichstarken Quer 
rippchen und sehr feinen und dichten Würzchen, zwischen denen viel 07088016 
in schrägen Kreuzreihen geordnete Papillen eingeschaltet sind, verziert. Der letzte 
Umgang ist stumpf, aber sehr deutlich gekielt, an der Mündnng abwärts geneigt 
und breit eingeschnürt; er erreicht ?/, der Gesammthöhe der Schale. Die schiefe 
Mündung ist nahezu rhomboidisch mit umgeschlagenen, durch eine dünne Schwiele 
verbundenen Rändern; der schwielig ausgebreitete Spindelrand verdeckt den Nabel. 

Alt. 10?/, mm, diam. m. 28'/„ mm. Verhältniss der Höhe zur Broit® 
1:2:196; bei meinen Exemplaren von Helix rahtii A. Br. beträgt dasselbe a 
hältniss 1: 1:60 (32 mm breit, 20 mm hoch), bei Н. obtusecarinata Sandb. 1: 18 
bis 1: 1:59. — 

Vorkommen: Tuchofie, sehr selten. Wir besitzen nur 1 ausgewachsene® 
Stück; in der Sammlung des Herrn Dr. Boettger in Frankfurt a. M. habe 17 


65 


einige Stücke gesehen, die — soweit ich mich jetzt erinnern kann — mit unserem 
Stücke völlig übereinstimmen; von ihrer Schalenskulptur weiss ich jedoch nichts 
bestimmtes. Das unsrige sowie die Boett- 
gerschen Stücke wurden schon vor mehr 
als 20 Jahren in Tuchofic gesammelt; 
Weder in der Sammlung des Herrn Heckle 
zu Saaz noch des Herrn Oberlehrer ТЫ 
in Tuchofic habe ich ein dieser Art an- 
gehörendes Stück finden können. Auch er- 
innere ich -mich noch an die Mittheilung 
Boettgers, dass „früher blos grössere und 
Nachere Stücke gefunden wurden." 

Zu Helix obtusecarinata Sandb. kann 
die beschriebene Form schon wegen Vor- 
handensein der grösseren Papillen nicht 
gezogen werden; ausserdem unterscheidet 
Sie ganz sicher die Flachheit des Gehäuses 
und der stumpfe, abgerundete Kiel. Ihre 
nächste fossile Verwandte ist wohl Helix Fig. 60. Helix papillifera n. а, 0, c nat. Grösse, 
rahtii Al. Br. aus dem oberoligocänen d) Skulptur, 45mal vergrössert. 
Landschneckenkalke von Hochheim, sie 
lässt sich aber von ihr scharf unterscheiden. H. rahtii ist viel grösser und höher, 
die Naht ist carinirt, die Oberseite der Umgänge mehr gewölbt, die Unterseite dicht 
unter dem sehr scharfen Kiel eingesenkt, während sie bei der böhmischen Art auf 
dieser Stelle am meisten gewölbt erscheint. Das Gewinde ist bei H. rahtii bedeutend 
höher als bei der beschriebenen Art, bei welcher der letzte Umgang ?/, der Gesammt- 
höhe der Schale erreicht. Ich glaube also Gründe genug zu haben, die Form als neu 
Zu beschreiben. 


ХШ. Genus Cochlostyla Fer. 


51. Cochlostyla (Chloraea Alb.) lemuziana n. 


Testa globoso-conoidea, acute carinata, nitida, spira elata, apice brevi 
Mamillato, umbilico obtecto. Anfractus quinque, sutura carina tecta disiuncti, inferne 
Convexiores. Anfractus primus et secundus glabri, caeteri transversim subtiliter 
COstulati; suleuli longitudinales subtilissimi, paralleli, conferti. Anfractus ultimus 
Antico breviter deflexus "/, omnis altitudinis aequat. Apertura rhomboidea, margi- 
nibus reflexis, extus acutis, callo tenui iunctis, columellari appresso umbili- 
Cum tegente. 

Die Schale ist kugelig-kegelförmig, scharfkantig, glänzend, mit vorste- 
hendem Gewinde, kurz zitzenförmiger Spitze und gewölbter, bedeckt durchbohrter 
asis. Sie wird von fünf oben flach, unten mehr gewölbten Windungen gebildet, 


le — mit Ausnahme der ersten und zweiten glatten — mit sehr feinen bogig ge- 


5 


66 


krümmten Anwachsstreifchen verziert sind, die von äusserst feinen, dicht gedrängten, 
parallelen Longitudinalrinnen gekreuzt werden. Die Naht wird vom Kiel verdeckt. 
Der letzte Umgang erreicht beinahe ?/, der 
Gesammthöhe der Schale; er ist vorn kurz 
abwärts geneigt. Die Mündung ist rhomboi- 
disch, ihre Ränder umgeschlagen, aussen 
scharf, durch eine dünne Schwiele verbunden, 
der den Nabel verdeckende Columellarrand 
angedrückt. 

Alt. 10 mm, diam. m. 17 mm. 

Vorkommen: Wärzen, sehr selten. Unser 
Museum besitzt zwei junge Stücke (geschenkt 
vom Herrn Wenzel Frič) und ein ausgewach- 
senes Exemplar, das ich in Würzen gefunden 
habe. 

Der Skulptur und der Form nach ist e$ 
sicher eine Chloraea aus der Verwandtschaft 
der philippinischen Chloraea huegeli P. und 
Jhl. fibula Fér., sie ist aber etwas höher, 
S à weniger gedrückt als die lebenden Formen. 
e in^ VU omnes ктк Die nächste fossile Verwandte hat unsere Art 
junges Stück, vergrössert; 2 a, b erwachse- ; | 

nes Stück, nat. Grösse. — der freundlichen Mittheilung des Herm 

Dr. Boettger nach — in Cochlostyla (Chlo- 

raea) proserpina Oppenheim aus dem Mitteleocaen von St. Marcello bei Ronca in 

O.-Italien. — Helix (Parachloraea Sandb.) coquandiana Mathéron aus dem unter- 

oligocaenen Palaeotherien-Kalke von Mas Saintes Puelles und Villeneuve unter- 

scheidet sich von der Wärzener Art durch anderes Verhältniss des letzten Um- 

ganges zur gesammten Schalenhóhe und viel kleinere Zahl der Längsfurchen; 
Originalexemplare waren mir leider nicht zugänglich. 


XIV. Genus Omphaloptyx Boettger. 


52. Omphaloptyx hohemica n. 


Testa nitens, helieiformis, obtecte perforata, conoidea, spira elata, apice 
acuto. Anfraetus septem obtuse carinati, convexiusculi, sensim accrescentes, sutura 
tenui disiuneti. Anfractus 1—3 glabri, caeteri transversim costulati, costulis latis, 
obtusis, in medio inter suturam carinamque evanescentibus, in strias irregulares 
subtilissimas transeuntibus. Apertura parva, semilunaris, obliqua, peristoma simplex, 
margine columellari incrassato, perforationem tegente, paulum reflexo. Plica 60° 
lumellaris ? 

Die kleine glänzende Schale ist konisch, mit erhabenem Gewinde, scharfer 
Spitze und bedeckt durchbohrter Basis. Sie wird von sieben stumpf gekielteß; 
mässig gewölbten, langsam an Breite zunehmenden Umgängen gebildet, die durch 


67 


Schmale Nähte von einander getrennt sind. Die ersten drei Umgänge sind glatt, 
die übrigen tragen auf ihrer Oberseite breite, rundliche Rippen, die aber nur in 
die Mitte zwischen die Naht und die Kante reichen und sich dann in sehr feine 
Inregelmässige Anwachsstreifchen auflösen. 
lé kleine Mündung ist halbmondförmig, 
Schiefgestellt, das Peristom einfach, der 
Columellarrand wenig verdickt und um- 
Seschlagen, den Nabel verdeckend. Die 
Spindelfalte ? 
Diam max. 5'5 mm. 
Vorkommen: Sehr selten im festen 
alke von Wärzen. 
‚ Das hochinteressante Schneckchen hat 
сыш ipn en in ei Fig. 62 ad. Omphaloptyx bohemica n. 
gocaenen Omphaloptyx supracostata. e) Skulptur, vergróssert. 
dettg. (Ueber die Gliederung der Cyre- 
lenmergel Ber. über die Senckenb. naturf. Ges. 1873.— 74.) Unsere Stücke stimmen 
Mit dem Boettger’schen Originalexemplare, das ich zu vergleichen Gelegenheit ge- 
abt habe (es wurde nur ein tadelloses Stück und einige Bruchstücke gefunden), 
W überein, dass die Gattung über allen Zweifel steht, sie weisen aber doch so auf- 
allende Unterschiede auf, dass ich auf sie eine selbständige Art gründen muss. 
id Skulptur stimmt bei beiden Arten gut überein; Omph. bohemica unterscheidet 
von Omph. supracostata besonders durch betrüchtlichere Grüsse und anderes 
erhältniss der beiden letzten Windungen: die vorletzte ist im Verhältniss zur 
etzten weniger hoch. Auch scheint bei der böhmischen Art das Peristom etwas weiter 
E der Spindelrand) umgeschlagen zu sein; leider konnte ich die Mündung 
А reilegen, ich weiss also auch nicht, ob sie auch eine Spindelfalte hat; es lässt 
Ich aber darüber bei so grosser Uebereinstimmung anderer Charaktere kaum zweifeln. 
liis, Die Gattung Omphaloptyx gehört in die Nähe von Streptaxis d die Insertion 
i Cip tief im Nabel erinnert viel an die Naniniden. Ausser der tiefen Spindel- 
. on ist für Omphaloptyx auch eine auf der Spindel befindliche „stumpfe, win- 
h 18 vortretende Horizontalfalte, die sich als schwache Andeutung noch etwas weiter 
das Gehäuse verfolgen lässt“, und die Schalenskulptur charakteristisch. — Die 
Oe 8 gehört zu den grössten Seltenheiten; es war bisher nur die einzige Art, 
: Supracostata Boettg., bekannt. 


, 


XV. Genus Buliminus Ehrenberg. 


Von der Gattung Buliminus Ehrenb. wurden bisher nur zwei Arten als in 
Оп vorkommend angegeben, Buliminus complanatus Reuss und D. filocinctus 
кыт letztere nur in einigen wenigen Stücken ohne Mündung bekannt). Neu 
с ж men sind Buliminus turgidulus Sandb. von Stolzenhahn und eine wahr- 
Mnich neue, mir in einem einzigen schlecht erhaltenen Stücke bekannte Art 


von : ыт кн 
Waltsch, Die zwei erstgenannten Arten sind für Böhmen eigenthümlich. 


p 


68 


53. Buliminus (Petraeus) filocinctus Reuss. 


Bulimus filocinctus Reuss, Sitzungsb. d. К. Acad. d. Wiss. Wien ХШ. 
p»69. TIT, E70. 
— E Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 250. 
— — Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 291. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 433. Taf. XXXIV. F. 12. 


Testa solida, conoideo-turrita, apice obtusa, mamillata, basi rimata. An- 
fractus octo conyexiusculi, ultimus dimidiam fere partem omnis altitudinis aequandı 
costulae transversales subtiles, valde obliquae. Filum suturale 
distinctum. Apertura ovalis, marginibus expansis, paulum in- 
crassatis, approximatis, callo iunctis. 

Die ziemlich feste Schale ist konisch-thurmfórmig mit ab- 
gerundeter zitzenförmiger Spitze und geritzter Basis. Sie wir 
von acht mässig gewölbten, durch eine von einer fadenfórmige? 
Wulst verdeckte Naht getrennten Umgängen gebildet; der letzte 
nimmt ungefähr die Hälfte der gesammten Schalenhóhe ein. Mit 
Ausnahme der ersten glatten sind die übrigen Windungen mit 
sehr schief gestellten, feinen, stellenweise zu Bändern gruppirte? 
Anwachsrippchen bedeckt. 

Die Mündung ist eifórmig, die Mundränder ein wenig үе“ 
diekt und ausgebreitet, einander genähert, durch eine dünn® 
Schwiele verbunden. 

Alt. 13!/, mm, diam. max. 5 mm. 

Vorkommen: sehr selten in Tuchofic. 

Diese zierliche Art, die bisher nur in schlechten Stücke? 
ohne Mündung bekannt war, habe ich erst im Sommer 1889. 12 
der Sammlung des Herrn Oberlehrer Karl Ihl in Tuchotic n 
2. zwei prachtvollen, tadellosen Exemplaren gesehen; ich habe au 
Fig. 63. Bulimiuus der Stelle eine Skizze davon entworfen, die aber vielleicht nich 

filecinctus Reuss ` vollkommen richtig ist, was sich durch das Fehlen aller НШ" 
dà тоа mittel auf einer Exkursion leicht orklären lässt. Von Dit 
nung, nat, Grosse, gracilis Thomae, dem unsere Art gewissermassen ähnlich 8167" 

unterscheidet sie sofort der Nahtsaum und die schärfer 2080 
prägten Anwachsrippchen. Die Art ist sehr selten; soviel mir bekannt, hatte Reus? 
zwei Stücke gefunden, die auch Sandberger erwühnt; Boettger hat ein Stück ohne 
Mündung, Ihl zwei tadellose Stücke. Das scheint alles zu sein, was bisher ES 
funden worden. 


54. Buliminus sp. 


Das einzige blos als Steinkern erhaltene Exemplar ist — wie es scheint, 
fast ganz ausgewachsen, konisch, zur Spitze sich allmählig verjüngend; es beste" 
aus 6 Umgüngen, von welchen der letzte die Hälfte der gesammten Gehäuseläns® 
einnimmt. Die Naht ist tief. 


Vorkommen: Waltsch. 


69 


Zum Abbilden und Beschreiben ist das Stück zu schlecht erhalten, man 
kann nur soviel sagen, dass es wahrscheinlich keiner bekannten Art gehört. 


55. Buliminus (Medaea?) complanatus Reuss. 


Bulimus complanatus Reuss, Palaeontographica II. p. 29. T. III. F. 4. 
E = —  Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII. 


D. бу: 
— — Slavík, Archiv pro přír. výzkum Čech I. 2. p. 250. 
Buliminus — Boettger, Jahrb. der geol. Reichsanstalt XX. p. 29. 
Bulimus — Sandberger, Vorwelt p. 433. T. XXIV. F. 11. 11°. 


Testa solida, oblongo-conica, apice obtusa, mamillata, basi late rimata. An- 
fractus octo, primi fere plani, ultimus convexior, suturis linearibus disiuncti, nitiduli. 
lütialibus tribus glabris exceptis reliqui costulis 
Wansversalibus obtusis obliquis, superne breviter 
Tetrorsis, interdum bifidis ornati, ultimus ma- 
Ximus "|, omnis altitudinis aequat. Apertura vix 
obliqua, ovalis, marginibus approximatis, callo 
Paulum incrassato iunctis, expansis, dextro ar- 
"Toto, columellari fere stricto, columella obsolete 
Plicata, 

Die mässig dickwandige Schale ist länglich 
kegelförmis, mit stumpfem, zitzenförmigem obe- Vo i | 
tem Ende und breitem Nabelritze an der Basis. í mr f UU 
8 Sind acht Umgänge vorhanden; die ersten Fig. 64 a, b. Buliminus complanatus 
Sind fast flach, die folgenden werden immer stär- кс 
‘er gewölbt. Mit Ausnahme der ersten drei glatten Windungen sind die übrigen mit 
Schiefen, platten, oben schwach rückwärtsgebogenen und oft dichotomen Anwachs- 
"iDpchen verziert. Die Naht ist sehr seicht, vom seichten, engen, aber meist gut 
entlichen Eindruck der unteren Windung begleitet; durch die in diesem Eindrucke 
stärker ausgeprägten Anwachsrippchen erscheint sie manchmal schwach gekerbt. 

10 letzte Windung nimmt ?/, der Gesammthöhe in Anspruch. Die fast senkrecht 
stehende eiförmige Mündung besitzt ausgebreitete, durch eine mässig verdickte 
Chwielo verbundene, einander genäherte Ränder, von denen der rechte bogig ge- 
"ümmt, der Spindelrand aber fast geradlinig ist. An der Spindel bemerkt man die 
Schwache Andeutung einer Falte. 

Alt. 18:5 mm, diam. m. 9 mm alt. apert. 8 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, Lipen und Kolosoruk, selten. 

Buliminus complanatus scheint nicht zu Petraeus, sondern zu Medaea Dttgr. 
US dem West-Kaukasus zu gehören. B. (Medaea) raddei Kob. scheint ihm wenigstens 
Inter den lebenden Arten am nächsten verwandt zu sein. 


56. Buliminus (Petraeus) turgidulus (Sandberger). 
D. turgidulus Sandberger, Vorwelt p. 488. T. XXV. f. 21. 


Testa solida ovato-ventrosa, apice obtusa, mamillata, basi rimata. Anfractus 


70 


octo fere plani, suturis linearibus disiuneti, costulis transversalibus valde obtusis; 
latis, fasciculatis ornati, ultimus ventrosus circiter ?/, omnis altitudinis aequans. 
Apertura piriformis. Margines aperturae expansi, incrassati. 

Die ziemlich dicke Schale ist bauchig-eiförmig mit stumpfem, zitzenförmigem 
oberem Ende und mässig breitem Nabelritze an der Basis. Sie wird von acht fast 
völlig flachen Umgängen gebildet, die durch schmale, seichte Nähte von ein- 
ander geschieden, mit platten, breiten, zu Bändern gruppirten schiefen Anwachs- 
rippehen verziert sind; der letzte Umgang ist bauchig und nimmt ungefähr ?/, der 
Gesammthöhe ein. Die an allen meinen Stücken schlecht erhaltene, wie es scheint 
birnfórmige Mündung steht auf dem letzten Umgange fast senkrecht, ihre Ränder 
sind ausgebreitet und stark verdickt. 

Alt. 20 mm, diam. m. 95 mm. 

Vorkommen: Stolzenhahn, nur vier 4! 
Vollkommenheit viel zu wünschen übrig 198“ 
sende Stücke. 

Ich glaube unsere Stücke zu der von 
Sandberger aus den Corbieula-Schichten v0! 
Ober-Ingelheim beschriebenen Art B. turgi 
Fig, 65 a, b, Buliminus turgidulus Sandb. dulus einreihen zu können; unsere bóhmi- 

schen Stücke sind nur ein wenig kleiner 
(Sandberger gibt für sein Original 22 mm Höhe und 10 mm Breite an) und etwa® 
mehr zugespitzt, im Übrigen stimmen sie ganz überein. Als nächstverwandte lebende 
Arten führt Sandberger die bauchigeren Formen Arabiens an, namentlich B. (Pe 
traeus) candidus Lam. und die schlankeren aus Syrien und Palaestina, zwischen 
denen unsere Art in der Mitte stehen soll. 


XVI. Genus Subulina Beck. 


57. Subulina nitidula п, 


Testa nitida, subrimata, cylindraceo-turrita, apice obtusa. Anfractus septeM 
convexiusculi, suturis tenuibus disiuncti, ultimus omnis altitudinis dimidium aoquandı 
primus et secundus glaber, caeteri costulis transversis, haud obliquis, subtilissiml® 
suleulisque longitudinalibus densissimis ornati. Apertura piriformis, marginibus € 
nuibus, columella paulum inflexa, inferne truncata. 

^ Die glänzende, an der Basis kaum geritzte Schale ist schlank, langgestreckt- | 
kegelfórmig, fast eylindrisch, mit stumpfem zitzenförmigem oberem Ende. Sie be 
steht aus sieben mässig gewölbten, durch schmale Nähte von einander getrennten 
Umgängen, die rasch an Höhe zunehmen, so dass der letzte ein wenig über die Hälfte der 
Gesammthöhe einnimmt. Die ersten Windungen sind glatt, die übrigen mit sehr 
feinen, kaum schief gestellten, platten und unregelmässigen Anwachsstreifen bedeckt, 
die dicht gedrängt und erst bei 45-facher Vergrösserung sichtbar sind. 


Die eifórmige, oben zugespitzte Mündung gleicht der halben Höhe des 


letzten Umganges. Ihre Ränder sind scharf und einfach, die 
Mündungswand und die schwach gekrümmte, unten abgestutzte 
Spindel sind mit einer schwachen Schwiele belegt. 

Alt. 9 mm, diam. m. 2°/, mm. 

Vorkommen: Sehr selten in Wärzen, ich habe die schöne 
Art nur in festen Kalksteinstücken gesammelt. 

Ich glaube die Art zu Subulina stellen zu müssen, da ich 
auf einem Bruchstücke mit besser erhaltener Mündung deutlich 
sehen kann, dass die Spindel unten abgestutzt ist; ausserdem 
Spricht für Subulina auch die Form der Mündung und der in- 
tensive Glanz der Schale. — Das Genus Subulina sowie Opeas 
186 für Böhmen neu. Subulina ist wesentlich westafrikanisch und 
central- und südamerikanisch, hat aber auch noch ihre Ver- 
treter in Abessynien u. в. w. Den Vertretern der Gattung Opeas 
begegnen wir überall, wo die Banane reift, ihre Hauptverbrei- 

` tung fällt nach Central-Amerika. 


XVII. Genus Opeas Albers. 


58. Opeas? corrupta n. 


11 


Fig. 66 a, b, c. 
Subulina nitidula n. 


Ich besitze nur ein aus zwei letzten Windungen bestehendes Bruchstück, 
lessen Mündung auch beschädigt ist; est ist 4 mm hoch und 2 mm breit, sehr schwach 
Sewülbt, fast flach. Die länglich-eiförmige Mündung ist oben zugespitzt; sie erreicht 
Ungefähr die Hälfte der Höhe des letzten Umganges. Die Schale ist nicht geritzt ; 


der unten abgebrochene Spindelrand scheint zusammenhängend 
Séwesen zu sein. 
Vorkommen: Stolzenhahn. 

| Ich erlaube mir das Bruchstück zu beschreiben und 
Ihm den Namen zu geben, da ich unter den Fossilien nichts 
näher Verwandtes kenne. Wegen der Flachheit der Umgänge 
Slaube ich es zu Opeas stellen zu müssen ; nach der Mittheilung 
des. Herm Dr. Boettgers sind ihre nächsten lebenden Ver- 
адеп Opeas gracilis Ни. und pyrgula A. Ad. aus O.-In- 
lén u, Japan. Absolut bestimmt kann man es aber des 
Schlechten Zustandes unseres einzigen Stückes wegen nicht 


| ehaupten, man muss das Auffinden besserer Stücke abwarten, Fig. 67. Opeas? cor- 


In welches freilich bei Stolzenhahn sehr wenig Hoffnung ist. 


ХҮШ. Genus Cionella Jeffr. 


59. Cionella dormitzeri Reuss. 


rupta n. 


Achatina Dormitzeri Reuss, Palaeontogr. П. p. 31. T. Ш. f. 10. 
Cionella = — Bitzungsb. d. К. Acad. d. Wiss., Wien XLII. p. 70. 


— 


Cionella Dormitzeri Slavík, Archiv pro přír. prozk. Čech I. 2. p. 251. 
— —- Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 292. 
= —- Sandberger, Vorwelt p. 434. 


Testa parvula, elongata, cylindrica, solida, subtilissime striata, apice obtusa. 
Anfractus sex vix convexi, suturis tenuibus disiuncti, ultimus dimidium omnis testae 
altitudinis paullo superans. Apertura ovata, marginibus 
callo tenui iunctis, columella vix arcuata. 

Das kleine, länglich-eylindrische, ziemlich festscha- 
lige Gehäuse ist sehr fein gestreift, glänzend, mit 
stumpfer Spitze. Es wird von sechs fast flachen Um- 
gängen gebildet, die durch feine, oberflächliche Nähte 
von einander getrennt sind. Der letzte Umgang ist ein 
wenig höher als die Hälfte der gesammten Gehäuse- 
länge; die auf ihm senkrecht gestellte Mündung ist 
oval, oben zugespitzt, mit einfachen Rändern, die durch 


Fig. 68 a, b. 


Cionella dormitzeri Reuss eine schwache die Mündungswand bedeckende Schwiele 
(Originalzeichnung). verbunden sind. Die Spindel ist sehr wenig bogig 9% 
krümmt. 


Alt. 5 mm, diam. m. 2 mm. 

Vorkommen : Sehr selten in Tuchofie; Reuss (Palaeont. II. p. 32) führt sie 
auch von Kolosoruk an; ich habe nur ein tadelloses Exemplar gesammelt. 

Das hübsche Fossil wurde infolge der von Boettger (Jahrb. d. geol. Reichs- 
anst. XX. p. 292.) ausgesprochenen Vermuthung auch von Sandberger für eine von 
den Slavik’schen Azecen gehalten. Ich hatte das Glück ein vollkommenes Stück ZU 
finden, und kann infolge dessen die Selbstständigkeit dieser zierlichen Art völlig 
bestätigen. Mit den Azecen besteht keine Aehnlichkeit. Cionella dormitzeri unter- 
scheidet sich von C. lubricella A. Br. durch das schlanke Gehäuse und schmäler® 
Mündung; von der lebenden C. lubrica Müll. unterscheidet sie sich durch die we 
niger gewólbten Umgänge, das andere Grössenverhältniss der letzten Windung und 
die schmälere, oben mehr zugespitzte Mündung; der С. lubrica var. minima Siem. 
steht die Art schon etwas näher. 


60. Cionella lubricella A. Braun. 


Achatina lubricella A. Braun in Walchn. Geogn. II. Aufl. p. 1136. 
— subrimata Reuss, Palaeontographica We П. p. 31. Taf. Ш. Е. 9 
Cionella lubricella Sandberger, Conchyl. Mainz. Tert. Beck. p. 48. Taf. ү. 
f. 5—5 b. 
— — Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII p. 70. 
— — Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech I. 2. p. 250. 
— — Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 291. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 389. etc., Taf. XXIII. Е. 3—3 0 
Typus: 
„Testa ovato-oblonga, apice obtusiuseula, basi imperforata. Anfraetus septem 
planiusenli, nitidi, fere laeves, subtilissime transversim rimulosi, ultimus praece 


18 


dentium omnium paullo minor. Apertura ovalis, superne acuminata, marginibus 

callo iunctis, paullo incrassatis, columella vix arcuata, dilatata. 
Die Schale ist länglich-eiförmig mit stumpfem 

9berem Ende und undurchbohrter Grundfläche und be- = 

Steht aus sieben fast ebenen glänzenden, nur mit äusserst 

feinen Querstreifehen verzierten Umgängen, von welchen 

der letzte nur wenig niedriger ist, als die vorhergehenden I 

Zusàmmengenommen. Die senkrecht gestellte Mündung | 

ist Spitz eiförmig mit schwach verdickten, durch eine 

Schwiele verbundenen Rändern und ziemlich breiter, 

kaum bogig gekrümmter Spindel" (Sandberger). Fig. 69. Cionella lubricella 
Vorkommen: Die typische Form fehlt, wie es A. Br. var. subrimata 

Scheint, in Böhmen vollständig. Sie kommt bei Hoch- Rouss. 

eim und Fontainebleau im Landschneckenkalke, bei 

Wiesbaden, Weissenau und Hochstadt bei Hanau im Hydrobienkalke, überall 

Selten vor. — 


Var. subrimata Reuss. 


Differt a typo testa ventrosa, convexiore, anfractus ultimus omnium praece- 
dentium paullo maior. 

Unterscheidet sich von der typischen Form durch die bauchigere, mehr ge- 
Wölbte Schale; der letzte Umgang ist etwas höher als alle übrigen zusammen- 
Senommen. 

Vorkommen: Selten in Tuchofic und Lipen. Ich gebe der Varietät ihren 
\rsprünglichen Reussschen Namen; ich glaube sie von der typischen Form abtrennen 
U müssen, da bei unseren böhmischen Stücken schon beim ersten Anblick die bau- 
Chige Schale auffällt; auch ist die Mündung unten etwas spitziger als beim Typus. 

Von den übrigen böhmischen Fundorten kenne ich weder die typische Form 
Noch die Varietät. 


XIX. Genus Azeca Leach. 


61. Azeca pumila Slavik. 


Azeca pumila Slavík, Archiv f. naturw. Landesdurchf. Böhmens I. 2. p. 264. 
dq Ve T^ T9, 0391 
— — — n. chiv pro E prozkoumání Cech І. 2. p. 252. 
ein io Do 1 
— — Tm Jahrb. d. Lët Reichsanst. ХХ. р. 292. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 484. 


| Testa ovato-oblonga, ventrieulosa, apice obtusa, subtilissime striata, laevis, 
1 
itida, Anfractus sex, parum convexi, sutura superfieiali coniuncti. Ultimus dimidiam 


| 
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| 
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| 
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il 


14 


partem testae aequans. Apertura recta, trigona. Peristoma 
rectum, callosum, margine externo in medio dentato. C0- 
lumella lata, contorta, inferne dente calloso ornata. L4 
mella una in pariete aperturali, recta et callosa. 


Das Gehäuse ist lünglich eifórmig, etwas bauchig 
stumpf, sehr fein gestreift, glatt, sehr glänzend. Es besteht 
a b aus 6 durch eine seichte Naht getrennten, wenig gewölbten, 
regelmüssig anwachsenden Umgüngen; der letzte ist ein 
wenig höher als die Hälfte des ganzen Gehäuses. Die 
auf dem letzten Umgange senkrecht stehende Mündung 
ist gerundet-dreieckig. Mundsaum gerade, verdickt, 4! 
die Mündungswand anliegend; der äussere Mundrand ist kaum verdickt, in det 
Mitte etwas vorgezogen und mit einem starken, konischen Zahn besetzt; die Spin- 
del ist breit, verdickt, unten abgestutzt und in einen stumpfen, konischen Zahn 
auslaufend, In der Mitte der Mündungswand sitzt eine ziemlich hohe und schwie- 
lige Falte, die sich aber nicht weiter in den Schlund erstreckt. 


Fig 70 а, b. Azeca pumila 
Slavik (Copie nach Slavik). 


Alt. 35 mm, diam. m. 2 mm. 


Vorkommen: Sehr selten in den mergligen Schichten von Tuchofic. | 

Ich habe nur ein tadelloses Stück und mehrere Bruchstücke bei Tuchofie 
gefunden. Ich meine, die beiden schönen Arten lassen sich doch gut von einander 
trennen; die Unterschiede will ich bei der folgenden Art hervorheben. 


Die aus Diluvialschichten bekannte und noch lebend in Europa vorkom- 
mende Azeca tridens Leach unterscheidet sich von dieser sowie von den folgenden 
Species durch bedeutendere Grösse, gerade Spindel und abweichende Bildung del 
Zähne. Die miocaene Azeca loxostoma Klein unterscheidet sich von unserer Art 
ausser der bedeutenderen Grósse noch durch zwei neben einander auf der Spindel 
sitzende Zähnchen. 


62. Azeca monocraspedon Slavik. 


Azeca monocraspedon Slavik, Arch. f. naturw. Landesdurchf. v. Böhmen 1. 
2. р. 264. Т. IV. Е. 16. 17. 
— —- — Archiv pro přír. prozk. Čech I. 2. p. 252. T. 
ur. d dB. Lt 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanstalt XX. p. 292. 
-— —- Sandberger, Vorwelt p. 434. T. XXIV. F. 20, 20 b. 
(Copie nach Slavík.) 


Testa ovato-oblonga, apice obtusa, subtiliter striata, nitida. Anfractus вех, 
paulum convexi, suturis superficialibus disuneti, ultimus dimidiam partem omnis 
altitudinis subaequans. Apertura recta, trigona; peristoma rectum, callosum, margine 
externo medio parum producto. Columella lata, contorta, basi truncata et callosa. 
Lamella unica in pariete aperturali recta et callosa, deinde depressa et in faucem 
protracta. 


Schale länglich-eiförmig, oben stumpf, äusserst fein und 
verschwommen gestreift, glänzend. Umgänge sechs, durch seichte 
Nähte getrennt, sehr wenig gewölbt, ziemlich rasch anwachsend, 
der letzte erreicht fast die Hälfte der Gesammthöhe des Ge- 
häuses. Die auf dem letzten Umgange senkrecht stehende 
Mündung ist gerundet-dreieckig. Der Mundsaum ist gerade, 
verdickt, an der Mündungswand anliegend, der äussere Mund- 
rand abgerundet wulstig und in der Mitte etwas vorgezogen. 
Spindel breit, etwas gedreht, stark abgestutzt, am Ende mit 
einem lünglichen Höcker versehen. Mündungswand mit einer 
ziemlich hohen und breiten Leiste besetzt, die nahe dem 
Mundsaum ihren Anfang nimmt und sich etwas abflachend und zur Spindelseite 
krümmend in den Schlund hinabzieht. 

Alt. 4 mm, diam. m. 1:5 mm. 


Vorkommen: Sehr selten in den mergeligen Schichten von Tuchofie. Unsere 
Sammlungen besitzen nur drei tadellose Exemplare. 


Ich kann, wie schon bei der vorigen Species gesagt wurde, der Meinung 
Boettgors und Sandbergers, die A. monocraspedon für eine junge pumila halten, 
licht beitreten. Nach einer sorgfältigen Vergleichung finde ich folgende Unterschiede 
Zwischen den beiden Species. Sie sind allerdings einander ähnlich; als Hauptunter- 
Schied muss immer der Zahn des äusseren Mundrandes bei A. pumila gelten, der 
der anderen Species fehlt. Weiter sehe ich bei allen meinen Stücke von monocras- 
Pedon, die doch für unausgewachsene Form gehalten wird, dass der äussere Mund- 
Saum ganz deutlich abgerundet-verdiekt ist, wogegen derselbe bei der für ausge- 
Wachsen gehaltenen pumila scharf ist. Ausserdem ist das Gehäuse der A. pumila etwas 
bauchiger, die Umgänge ein wenig mehr gewölbt ; ihre Mündung ist kürzer und breiter, 
lé Spindel endet mit einem kurzen, breiten und konischen Zahn; die Leiste an 
der Mündungswand ist überall gleich hoch und erstreckt sich nicht in den Schlund, 
Sondern bleibt nur an der Mundpartie. 


Fig. 71 a, b. Azeca mo 
nocraspedon Slav. (Со- 
pie nach Slavik.) 


63. Azeca vitrea n. 


Testa ovato-oblonga, subtilissime striata, laevis, nitida, apice obtusa. Anfractus 
SeX fero plani, sutura superficiali disiuncti, ultimus ^/, omnis testae altitudinis 
Aequans. Apertura recta, triangularis. Peristoma incrassatum, margo externus in medio 
*ntatus, Columella lata, contorta, basi truncata et callosa? Lamella una in pariete 
Aperturali, recta et acuta. 


| Das länglich-eiförmige Gehäuse ist sehr fein gestreift, fast glatt, glänzend, 
Mit abgestumpfter Spitze. Es wird von 6 sehr wenig gewölbten, fast flachen, durch 
Oberflächliche Nähte getrennten Umgängen gebildet; der etwas bauchigere letzte 
` Mgang nimmt */, der ganzen Gehäuselänge ein. Die senkrecht stehende Mündung 
al gerundet-dreieckig, mit verdickten Rändern. Der äussere besonders schwielig 
Verdickte Mundrand trägt etwas höher als in seiner Mitte einen wenig vorstehenden, 
S'umpf-konischen Zahn. Die Spindel ist breit, verdickt, unten abgestutzt und schwielig ? 


| 
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U 
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76 


In der Mitte der Mündungswand sitzt eine ziemlich hohe, scharfe, gegen den Zahn 
des äusseren Mundrandes gerichtete Falte. 
Alt 6 mm, diam. m. 21/„ mm. 

Diese grösste von den böhmischen Azeca-Arten kommt 
äusserst selten bei Wärzen, und zwar nur in den compacten 
Kalksteinstücken vor; ich habe nur drei Stücke gefunden, von 
welchen der eine glücklicherweise die Mündung fast vollständig 
erhalten hat, nur das untere Ende der Spindel ist durch die 
Steinmasse verdeckt; der rechte Mundsaum mit seinem breiten 
Zähnchen ist vortrefflich erhalten, die Parietallamelle kann man 
auch deutlich sehen. 

Von der Tuchoficer Azeca monoeraspedon Slavík und 
pumila Slavík unterscheidet sie schon die um ?/, bedeutendere 
Grösse; von pumila unterscheidet sie sich weiter durch die mehr spitzige Gehäuse 
form, durch den viel mehr verdickten Mundsaum, niedrigeren Palatalzahn u. 8. W 
A. loxostoma Klein aus Mörsingen ete. ist zwar in Grösse und Gestalt unserer Art 
ühnlich, ihre Mündung ist aber 4zühnig. 


Von der noch lebenden Azeca tridens Leach unterscheiden sich, wie ich 
schon bemerkt habe, alle unsere tertiaeren Arten durch abweichende Bildung der 
Zähne und besonders auch durch das Vorwalten des letzten Umganges; A. vitrea n 
steht ihr aber doch schon näher als die Tuchoficer Arten. Mit den französischen 
pliocaenen Arten (A. loryi Mich. und A. baudoni Mich. von Hauterive) ist keine 
von unseren Azecen nüher verwandt. 


Fig. 72, Azeca vitrea n. 


ХХ. Genus Triptychia Sandberger. 


64. Triptychia (Plioptychia) vulgata Reuss. 


Clausilia vulgata Reuss, Palaeontograph. II. p. 34. Taf. IV. Fig. 1. 
—- — —  Sitzungsber- d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 74. 
TAB LIN c0 
— — Slavík, Archiv pro pffrodovöd. prozk. Čech. I. 2. p. 2. 
— — Boettger, Jahrbuch der geol. Reichsanst. XX. p. 292. 
Triptychia vulgata Sandberger, Vorwelt p. 434. Taf, XXIV. Fig. 13. 
— — Boettger, Clausilienstudien p. 23. 


Testa fusiformi-turrita, apice obtusula, basi rimata. Anfractus 18—14 fere 
plani, suturis linearibus disiuneti, exceptis initialibus costis transversalibus acutis, 
plerumque simplicibus, in ultimo partim extinctis partim geminatim confluentibus 
ornatis. Apertura recta, oblique piriformis, superne angustata, marginibus continuls 
solutis, fere rectis, vix reflexis.. Lamina supera valida recta in media parte parieti 
profunde intrat et intus cum lamina spirali confluit. Lamina inferior paullo emersa 
marginem externum haud attingit. Plica suturalis obsoleta, callus lunellae instar H 
incrementis iunioribus. 


17 


Die Schale ist lang spindelfórmig mit stumpfem 
Oberem Ende und deutlichem Nabelritze an der Basis 
und wird von 13—14 fast ebenen, durch schmale Nähte 
getrennten Windungen gebildet, welche die ersten aus- 
genommen mit scharfen, meist einfachen, auf der letzten 
aber theils erlöschenden, theils sich zwillingsartig ver- 
einigenden Querrippchen verziert sind. Die senkrecht ge- 
stellte Mündung ist schief birnförmig mit ununterbrochen 


1 td m э L a 
ineinander übergehenden, freien, kaum umgeschlagenen 
Rändern. Die starke fast senkrecht auf der Mündungs- Fig. 73 a, b. 
3 o | D H N.» тел, gte Pans 
wand stehende Oberlamelle vereinigt sich mit der Spi- Triptychia vulgata Reuss, 


'allamelle und setzt tief ins Innere fort. Die untere tritt 
nur wenig hervor und erreicht den Aussenrand nicht. Plica suturalis rudimentär, tief 
in der Mündung dicht unter der Naht; die an wechselnder Stelle, aber wenigstens 
tiefer als volle anderthalb Umgänge von der Mündung an gerechnet, liegende N för- 
mige Mondfalte hat kaum die Bedeutung einer echten Lunelle. 

Alt. 18:3 mm, lat. 43 mm, alt. apert. 4:5 mm, lat. aper. 2:5 mm. 

Vorkommen: Tuchotie, Lipen, Kolosoruk und Stolzenhahn, nicht selten. 

„Die Form der Schale, die Seulptur, die Gestalt der Mündung und die 
Stellung der drei Lamellen von Cl. vulgata stimmt vollkommen mit den bei der 
Section Triptychia gewöhnlichen, in welcher diese Art die kleinste mir bekannte 
Form darstellt. Trotz der grossen Zahl von Exemplaren, die mir im Laufe der 
Jahre von Tuchofic, Kolosoruk und Grosslipen durch die Hände gegangen ist, 
konnte ich niemals eine Spur von einem Clausilium finden, und ich glaube mit 
Sicherheit sagen zu dürfen, dass auch dieser Species, wie den grösseren Arten der 
Section, ein solches abgeht.“ (Boettger.) 


XXI. Genus Serrulina Mousson. 


Die Gattung Serrulina, durch auffallende Schalenmerkmale und Lebensweise 
Charakterisirt, besitzt ein zungenfórmiges, nicht ausgeschnittenes, einfaches Clausi- 
lium; die Zahl der wahren Gaumenfalten ist geringer als bei den echten Clausilien. 
Die Gattung ist mit Phaedusen und Hemiphaedusen verwandt. Fossil sind bis jetzt 
Dur fünf Arten aus dem mitteleuropaeischen Tertiaer bekannt; es sind drei Tucho- 
Heer (Serrulina amphiodon Reuss, S. polyodon Reuss und S. schwageri Bttgr.) dann 
die obermiocaene S. clessini Bttgr. aus Schwaben und die mittelmiocaene S. ptycho- 
larynx Btter. aus Oesterreich. Die Gattung hat auch nur sehr wenige lebende Ver- 
treter, die alle auf Transkaukasien beschränkt sind; nur eine, 8. serrulata Midd., 
kommt auch auf der Krim vor. 


65. Serrulina polyodon Reuss. 


Olausilia polyodon Reuss, Sitzuugsber. d. k. Acad. d. Wiss. XLH. p. 76. 
T. HIE; 18. A 
== — Slavík, Arch. pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 253. 


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Clausilia polyodon Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 293. T. XIII. F. 5. 
(Serrulina — Sandberger, Vorwelt p. 437. T. XXIV. Fig. 16.—16 с. 
=- — Boettger, Clausilienstudien p. 75. 


Testa conico-turrita, apice obtusa, basi anguste rimata. Anfractus 91/„ paullo 
convexi, suturis profundis disiuncti, plerumque laeves, ultimus aperturam versus 
costis distantibus ornatus circiter '/, omnis 
altitudinis aequat. Cervix varicoso tume- 
scens. Apertura recta, ovalis, superne ca- 
naliculata, marginibus continuis, solutis, 
extus acutis. Lamina supera brevis, fere 
verticalis, intus arcuata, spiralis continua, 
infera usque ad marginem externum Gi: 
tensa ibique bifida, palatales binae, supera 
longior et tenuior suturae parallela, infera 
prominula e margine basali oblique ascen- 
dens, lunata inconspicua. Praeterea margo 
sinister pliculis pluribus elegantissime cre- 
nulatus. 

Clausilium tenue, linguatum, excavatun, 
infra paululum latius, rotundatum paulum- 
que inerassatum. 

Die Schale ist schlank kegelfórmig mit 
stumpflichem oberem Ende und deutlichen 
Nabelritze an der Basis und aus 9'/, sehr flach gewölbten Windungen zusammen- 
gesetzt, welche durch tiefe Nähte getrennt sind. Die meisten sind völlig glatt, nu 
die letzte, welche etwa 1/, der Gesammthóhe der Schale erreicht, ist gegen die 
Mündung hin mit einigen ziemlich weit von einander entfernten Querrippchen 
verziert. Der Nacken ist schwach wulstig aufgetrieben. Die vertikalgestellte Mündung 
ist eifórmig und läuft oben in einen schmalen Kanal aus, ihre losgelósten und nicht 
verdickten Ränder gehen ununterbrochen in einander über. Die kurze, fast senkrecht 
gestellte Oberlamelle ist innen bogig gekrümmt, die Spirallamelle durchlaufend, die 
untere erstreckt sich bis zum äusseren Rande, wo sie dichotomirt. Von den beiden 
Gaumenfalten läuft die obere längere aber schwächere der Naht parallel, die untere 
stärkere steigt vom Aussenrande schräg nach innen und oben auf, so dass sie die 
obere im spitzen Winkel tief in der Mündung fast berührt. Eine Mondfalte scheint 
nicht vorhanden zu sein. Der linke Mundrand erscheint mit einer Anzahl äussere! 
höchst zierlicher Fältchen eingefasst. 

Das Schliessknöchelchen ist schmal zungenförmig, auf der concaven Seite 
ausgekehlt, nach unten sehr wenig verbreitert und an der Spitze abgerundet und 
schwachverdickt. 

Alt. 95 mm, diam. m. 2:6 mm. 

Vorkommen: Tuchofic und Lipen, sehr selten. 

Als ihre nächste lebende Verwandte führt Boettger Serrulina semilamellatà 
Mouss. aus Transkaukasien an, der sie im höchsten Grade ähnlich ist. „Ausser 


Fig. 74 «, b, c. Serrulina polyodon Reuss. 
— 2 a, b. Clausilium. 


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anderen subtileren Unterscheidungsmerkmalen dürfte das Fehlen der bei der lebenden 
Art zwischen Principalfalte und Gaumenfalte eingeschobenen kurzen callösen Falte 
eobachtung verdienen.“ (Boettger, Clausilienstudien.) 


66. Serrulina schwageri Boettger. 


Clausilia denticulata Reuss, Sitzungsber, d. k. Acad. d. Wiss. XLII. p. 76. 
LUE 12, Г.Ш. E 12: 01 
= — Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 254. 
— -— Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 293. 
(Serr.) Schwageri Boettger, Clausilienstudien p. 71., 73., 74. 


Die Art wurde bisher nur in Bruchstücken mit gut erhaltener Mündung 
Sesammelt. Die Schalenoberflüche ist mit feinen regelmässigen Rippenstreifen be- 
deckt, die auf dem letzten Umgange sich theilweise gabelig verbinden, überhaupt 
aber weniger zahlreich, dicker und weiter von 
mander abstehend werden. Am stärksten treten 
Sie am Ende des letzten Umganges und an dem 
Sehr schwachen queren Nackenwulst hervor. Auf 
er vorletzten Windung sind sie dagegen feiner 
Und viel gedrängter. — Die Mündung ist birn- 
förmig, unten schön gerundet, oben und aussen in 
einen canalartigen Lappen verlängert. Der Mund- 
"and ist nur im inneren Theile schwach umgebo- 
sen, innen deutlich gelippt. Vom äusseren Theile 


èr Mündungswand senkt sich die kurze obere Fig. 15 a, 5. 
"melle fast senkrecht herab, steigt dann wenig Serrulina schwageri Boettger. 


8ebogen im Hintergrunde empor und verbindet 
Sch mit der Spirallamelle. Die Unterlamelle ist auf dem Mundsaum in zwei dicht 
an einander liegende parallele Aeste gespalten, deren oberer stärker entwickelt ist 
als der untere; nach innen läuft die Unterlamelle als in der Mitte ausgerundete, 
Scharf nach hinten abgesetzte Falte sehr steil aufwärts. Die Subcolumellarlamelle 
tritt als sehr kräftige Falte bis an den Mundsaum. Die von vorn sichtbare Prin- 
"Ipalfa]te ist lang; darunter zeigt sich an Stelle der Mondfalte eine kurze rudimen- 
ne T fórmige Falte, die sich aus einem oberen Strich und zwei darunter liegen- 
en Knötchen bildet, welche durch einen schwachen Callus verbunden erscheinen 
ER als Reste dreier rudimentärer wahrer Gaumenfalten zu betrachten sind n 
Бег), Diese sogenannte Mondfalte lässt unten noch einen ziemlichen Raum bis zur 
"bcolumellarlamelle hin frei. Zwischen der oberen und unteren Lamelle befinden 
Sich zwei und unterhalb der letzteren ebenso viele dünne Fültchen. 
Vorkommen: Tuchořic, sehr selten. 
| Von fossilen Arten kommt ihr die kleinere Serrulina amphiodon Reuss аш 
Nächsten, von den lebenden Arten die etwas grössere, decollirende S. funiculum 
0088, aus Transkaukasien, die sich nach Boettger auch durch eine anders gebaute 
üterlamelle und viel deutlichere Mondfalte unschwer unterscheiden lässt. 


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67. Serrulina amphiodon Reuss. 


Clausilia amphiodon Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien LXII. 
D: AT E Eu Ий 
— = Slavík, Archiv pro pfírod. prozk. Öech L.2. D: 254. 
— — Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 298. 
(Serrulina) amphiodon Sandberger, Vorwelt p. 436. T. XXIV. Fig. 15—15 0. 
— — Boettger, Clausilienstudien p. 72. 


Testa parvula, gracilis, turrita, non ventrosa, apice obtusula. Anfractus octo 
convexiusculi, suturis profundis seiuncti, ultimus altissimus, tertiam prope parten 
omnis altitudinis aequans, costulis subtilibus, acutis ornatus. Anfractus penultimus 
obsolete striatus, caeteri laeves. Cervix vix inflatus. Apertura oblique piriformis, 
parvula, sinulo brevi. Peristoma solutum, w 
reflexum. Lamella superior brevis ac tenuis, m 
ferior maior, bipartita. Plicae interlamellares 2 
tenues; sub lamella inferiori, in margine pasali 
et externo plieulae impares 6—8 conspiciuntu': 
Plica principalis, lunaris et palatalis їпѓегі0! 
Z formam simulant. 

Das Gehäuse ist klein, thurmförmig, nicht 
bauchig, links gewunden, oben spitz zugespitzb 
aus 8 Umgängen bestehend, deren obere ziel” 


Fig. 76. Serrulina amphiodon Reuss. 
(Copie nach Reuss.) 


i : “nahe 
sind. Der letzte Umgang am höchsten, beinah 


ein Drittel der Gesammtlänge des Gehäuses einnehmend. Er ist mit feinen scharfen 
Rippenstreifen bedeckt, die durch wenig breitere Zwischenfurchen geschieden werden. 
Schon auf der vorletzten Windung übergehen diese in unregelmässige Anwachs 
streifehen, die nach oben immer undeutlicher werden, so dass die 5 Anfangs wl" 
dungen ganz glatt erscheinen. Der Nacken ist kaum aufgetrieben. Die kleine Mün 
dung ist schief birnförmig, mit kurzer Bucht. Der Mundsaum ist losgelöst, kaum 
zurückgeschlagen, die obere Lamelle sehr kurz und dünn, die untere grösser un 
dicker, in zwei parallele Aeste gespalten. Die Subcolumellarlamelle reicht bis 20 
den Mundsaum; sie steigt innen steif aufwärts. Unter der Unterlamelle, auf dem 
unteren und äusseren Mündungsrande befinden sich 6—8 ungleiche Falten. DE 
Principalfalte, die Mondfalte nnd die kurze untere Gaumenfalte haben zugammeh 
fast die Form eines (umgekehrten) Z, dessen Mittelstrich sich aber nach der Nä: 
dung hin noch etwas fortsetzt; von einer Mondfalte kann man also gut reden. 

Alt. 95 mm, lat. 2 mm. 

Vorkommen: Sehr selten in Tuchofic und Lipen. 

Unter den fossilen Arten ist unserer Art Serrulina ptycholarynx Вова! 
aus dem Mittelmiocaen von Grussbach gewissermassen ähnlich; von den lebende? 
transkaukasischen Formen ist keine unmittelbar vergleichbar. „S. amphiodon 8 
etwa in der Mitte zwischen serrulata Midd. und semilamellata Mouss. Sie hat 7 
die Fältelung des Mundsaums von serrulata und die Lamellen von ähnlicher Form Vo 
semilamellata, ist aber weit stärker costuliert als beide lebenden Species.“ (Boettget: 


toht 
wal 


lich gewölbt und durch tiefe Nähte gesondert 


81 
XXII. Genus Clausilia Drap. 


68. Clausilia (Constricta Bttg.) uliönyi n. 


Testa fusiformis, apice obtuso; anfractus 10—11 convexiusculi, suturis te- 
auibus disiuncti, primis duobus glabris, exceptis regulariter costati, costis latis obtu- 
Siuseulis, obliquis, in anfr. ultimo partim confluentibus. Apertura paulum obliqua 
fere ovata, marginibus continuis, solutis, expansis et labiatis. Sinulus brevis. Lamina 
Superior brevis, acuta, inferior valida, spi- 
talis modice alta, tenuis, subcolumellaris 
m labium transiens. Anfractus ultimus ad 
aperturam valde constrictus. 

Die grosse Schale ist spindelförmig, 
zur stumpfen Spitze allmählig verjüngt; 
sie wird von 10—11 mässig gewölbten, 
durch schmale Nähte getrennten Windun- 
gen gebildet, die mit Ausnahme der glatten a 
ersten und zweiten mit regelmässigen, brei- Fig. 77 а, b, c. Clausilia uliönyi n. 
ten, ziemlich stumpfen und schief gestellten, 
auf der letzten Windung theilweise zusammenfliessenden Rippchen verziert sind. Die 
Wenig schief gestellte Mündung ist fast oval, mit kurzem Sinulus und zusammen- 
hängenden, losgelösten, ausgebreiteten und gelippten Rändern. Die Oberlamelle ist 
kurz und scharf, die Unterlamelle stark und breit, die mässig hohe Spirallamelle 
dünn, die leicht gekrümmte Subcolumellarfalte in die innere Lippe des Mundsaumes 
auslaufend ; der letzte Umgang ist dicht hinter dem Mundsaume stark eingeschnürt. 

Alt. 21 mm, lat. 5'2 mm. 

Vorkommen: Sehr selten bei Wärzen. Ich habe nur eine vollkommen erhal- 
tene Mündung, ein fast ganzes Stück ohne Mündung und einige kleinere Bruchstücke 
Sefunden. 

Die neue Art gehört in die Gruppe der Clausilia (Constricta) kochi Boettger 
von Hochheim und unserer böhmischen 01. (Constricta) tenuisculpta Reuss, von welchen 
0 sich aber doch genügend unterscheidet. Sie ist bei gleicher Grösse viel schlanker, 
mit viel deutlicherer Nackenfurche und versteckterer, mehr senkrecht gestellten Sub- 
COlumellarlamelle als bei Cl. kochi. Von Cl. kochi hat Boettger neuerdings das 
Chliessknöchelchen gefunden; es ist normal, ziemlich tief rinnenfórmig, vorn einfach 
Yerrundet und hier nur sehr stumpf zugespitzt. 


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69. Clausilia (Constricta Bttg.) tenuisculpta Reuss. 


Cl. tenuiseulpta Reuss, Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wiss. zu Wien. XLII 
p. 75, Taf. П. Fig. 11 a—c. $ 

P Ka Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech I. 2. p. 255. 

my: > Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX р. 292. 

WI E — Clausilienstudien, p. 43. Taf. П. Fig. 23 a, b. 

SC Sp Sandberger, Vorwelt p. 435. T. XXIV. Fig. 14—14 b. 


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82 


Testa ventricoso-fusiformis, spira regulari, apice obtuso, basi rimata. An- 
fractus 9—10 fere plani, suturis linearibus lineolatis vel strigillatis disiuncti, €x- 
ceptis duobus initialibus costulis densis transversalibus valde undatis, plerumque 
dichotomis ornati. Ultimus coarctatus, cervice applanato, circiter */, omnis alti- 
tudinis aequans, aperturam versus rugis 
undatis dichotomis tectus et denique pro- 
funde constrictus. Apertura rotundato-qua- 
drangularis, recta, angusta, marginibus con- 
tinuis, solutis, undique expansis, late la- 
biatis, sed haud reflexis. Peristoma latere 
externo flexuosum sinulo perangusto. La- 
mella supera mediocris, crassa, cum spi- 
rali continua, peristoma attingens; infera 
validissima, horizontalis, parum flexuos& 
fere usque ad marginem producta ; sub- 
columellaris ascendens parum conspicua. 
Fig. 78 a, b, с. Olausilia tenuisculpta Reuss. Plica principalis longa, intus validior, St 

turae parallela. Lunella nulla. 

Das Gehäuse ist kürzer oder länger spindelförmig, etwas bauchig, mit regel- 
mässigem Gewinde und ziemlich stumpfer Spitze. Die 9 oder 10 sehr flach gewölbten 
Windungen sind mit feinen, gedrängten, wellenförmig gebogenen, unterhalb der Sutu 
zu zweien oder dreien stärker hervortretenden Rippenstreifehen geschmückt 12 
werden durch schmale, linienförmige Nähte getrennt. Auf dem letzten Umgang‘ 
der etwa den dritten Theil der Gesammthöhe der Schale ausmacht, erscheinen dies 
Rippchen vielfach gabelig mit einander verbunden und fliessen auf dem vorderen The! 
des auf der stark verengerten letzten Windung liegenden ringförmigen Querkiel 
zu wenigen viel stärkeren und weiter von einander abstehenden Runzeln zugamm^en- 

Die gerundet vierseitige Mündung steht senkrecht und zeigt aussen einen 
ununterbrochenen, losgelósten, weit ausgebreiteten und auffallend stark gelippte? 
Mundsaum; im Innern ist sie demgemäss sehr verengt mit sehr schmalem Sinulu$ 
und an der äusseren Seite winkeliger Einbuchtung. Die ziemlich dicke und etwa 
gebogene Oberlamelle entspringt auf dem ersten Drittel der Mündungswand und 
verläuft nach hinten ununterbrochen in die Spirallamelle; die Unterlamelle dagegen 
ist aussergewöhnlich stark entwickelt, wenig gebogen und läuft, auf der Mitte dee 
Spindelrandes entspringend, in beinahe horizontaler Richtung quer durch die Mün 
dung bis fast an den dort, wie bereits bemerkt, eingedrückten linken Mundrat 
reichend, nach innen und oben. Von der Subcolumellarlamelle ist bei geradem Eim- ; 
blick in die Mündung in der unteren Ecke nur ein ganz kleines Stückchen sichtbat- 
Endlich lässt sich noch eine weit nach vorn reichende, nach hinten zu allmähllE 
kräftiger werdende Principalfalte erkennen. Eine Mondfalte fehlt dagegen gänzlich. 

Alt. 14:9—106 mm, lat. 36—4 mm. Alt. apert. 3'5 mm, lat. apert. 25 mim 

Vorkommen: Tuchofic, sehr selten. 

Von fossilen Arten steht ihr Cl. corallifera aus dem  Oberoligocaen T 
Hochheim am nächsten; sie ist aber etwas grösser und schlanker, mehr ger" 
Die Unterlamelle ist weit weniger entwickelt als die von tenuisculpta ; sie steigt 


ш 


83 


gebogen schief in die Höhe und trägt vor ihrem unteren Ende ein starkes falten- 
förmiges Knötchen. Der linke Mundrand zeigt innen neben dem ziemlich weiten 
Sinulus keine Spur einer knotenförmigen Einbuchtung. 

Unter den lebenden Arten hält Böttger Cl. (Cristataria) strangulata Fer. 
(Küster, Clausilia p. 91. T. X. Е. 16.—20) von Port Said und Beirut und Cl. med- 
lycotti Tristr. aus Palaestina für ihre nächsten lebenden Verwandten, aber beide 
Sind weit schlanker, haben eine getrennte Spirallamelle, anders gebildete Unter- 
lamelle und eine schwache Sförmig gebogene Mondfalte. Man kann in ihnen also 
keine nähere Verwandten sehen. 


70. Clausilia (Dilataria v. Möllend.) perforata Boettger. 


Clausilia tenuisculpta Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 292. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 435. (ex parte). 
— perforata Boettger, Clausilienstudien p. 53. Taf. II. Fig. 25 a—f. 


Die Art fehlt unseren Sammlungen, ich muss mich also auf das von Dr. 
Boettger in „Clausilienstudien“ gesagte beschränken : 

„Die vorliegenden Bruchstücke lassen auf eine kleine, schlank spindel- 
förmige, mit punktförmigem Nabel und spitzem Gewinde versehene Art schliessen, 
“deren Anfangs schwach gewölbte Umgänge schliesslich fast flach zu nennen sind. 
Dieselben erscheinen Anfangs glatt und glänzend, später 
erst bedecken sie sich mit sehr feinen, gedrängt ste- 
henden, geradlinigen, schiefgestellten Anwachsstreifchen, 
die auf der letzten Windung schärfer ausgeprägt er- 
Scheinen und vor der Mündung mit einigen stärkeren 
Rippchen abzuwechseln pflegen. Dieser letzte Umgang 
ist zudem mit einem nicht sehr scharfen, den Nabel 
Umgürtenden, der Naht parallelen, auch nach oben durch 
E Längsdepression abgegrenzten Nackenwulst verse- 
100, der an den von Ol. strumosa Friw. erinnert. Die 
ч rein ovale, nur wenig eckige, verhältnissmässig sehr 
Schmale Mündung steht gerade auf dem letzten Umgang Fig. 79 a—f. Clausilia perfo- 
Und zeigt einen zusammenhängenden, losgelösten, nur “ete Boettger Go Ge 
an der Spindelseite angedrückten und verdickten Mund- олари ее 
Saum. Die nicht vollkommen randständige, schmale, aber 
erhabeno, in der Tiefe nahe dem Anfang der niedergedrückten Spirallamelle endi- 
Sende Oberlamelle steht auffallend schief; die lange Unterlamelle erscheint fast wie 
eine Doppelfalte, setzt ziemlich steil nach oben tief in die Mündung hinein, ist in 
ihrer Mitte etwas concav und endigt unten am Mundsaum in ein starkes Knötchen ; 
die Subeolumellarlamelle steigt fast gerade nach aufwärts. Auch sie bildet wie die 

hterlamelle auf dem Peristom eine sehr scharf markirte, eckig heraustretende 
"alte, Eine starke Prineipalfalte, welche nicht ganz parallel mit der Naht sich nach 
hinten etwas abwärts biegt, lässt sich bereits vorn in der Mündung erkennen und 
'eicht nicht sehr tief in dieselbe hinein. Dicht unter ihrem hinteren Einde bemerkt 
Man eine rudimentä ire, durch ein kurzes, ihr nahezu paralleles Fültchen angedeutete 


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84 


erste Gaumenfalte und noch weiter unten ein ähnliches, aber noch weniger deutli- 
ches Rudiment einer unteren Gaumenfalte. Eine Mondfalte fehlt. 

Grösse: Alt. apert. 2:8 mm, lat. apert. 2 mm. 

Fundort: Ich kenne diese Species nur in 3 Bruchstücken, nämlich in zwei 
vollständigen Mündungen (Schwager) aus dem Landschneckenkalke von Tuchofic 
in Nordbóhmen. 

Diese früher von mir mit der mir damals noch unbekannten Claus. (Con- 
stricta) tenuisculpta Reuss von der gleichen Localität verwechselte Art ist nach 
Grösse und Gestalt eine wohl charakterisierte selbstständige Art. Cl. perforata 
unterscheidet sich von ihr u. a. durch die geringere Grösse, das fein genabelte 
Gehäuse, den anders geformten Nackenwulst, die fast glatt zu nennende Schale 
und die Form der Lamellen. 

Cl. (Dilataria) thomasiana var. verbanensis Stabile aus Piemont, die ich aus 
Kobelts und Clessins Sammlung direkt vergleichen kann, steht der fossilen Form 
sehr nahe, ist aber um etwa ein Drittel grösser, der Querkiel vor der Mündung 
ist weniger in die Länge gezogen, die Oberlamelle nicht randständig, und besonders 
fehlt das starke Knötchen an der Basis der Unterlamelle gänzlich. In der Form 
von Unter- und Subcolumellarlamelle nähert sich die kleine Art auch schon mat- 
chen Phaedusen, namentlich der Untersection Megalophaedusa, во dass ihre Stellung 
am Ende von Dilataria gewissermassen als Uebergangsglied zur Section Phaedusa 
sehr passend erscheinen dürfte." 


71. Clausilia (Canalicia?) filifera n. 


Ich habe bei Wärzen nur zwei Bruchstücke vol 
dieser Art gefunden; an einem kann man schon die 
Unterlamelle und Subeolumellarlamelle sehen; die Scha- 
lenoberfläche ist mit scharf ausgeprägten, weit von ein 
ander abstehenden Rippchen verziert (18 auf dem vol“ 
letzten Umgange); in ihren Zwischenräumen bemerkt 
man sehr feine, dicht gedrängte Anwachsstreifchen. 

Ich habe der Form den Namen gegeben und 10088 
sie abbilden, da mir keine fossile Art mit ähnlicher Skulptur bekannt ist. 


Fig. 80 a,b. Clausilia filifera n, 


72. Clausilia (Canalicia Bttg.) attracta Boettg. 


Cl. attracta Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. ХХ. p. 294. Taf. ХШ 
f. 5. a—d. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 436. 
— — Boettger, Clausilienstudien p. 83. 
dr 
ta 


„Testa rimata, fusiformis, costulato-striata, striis saepe dichotomis, in д 
fractibus iuvenilibus nonnumquam papillis irregularibus instar prominulis orna 
Anfractus subplani: penultimus deorsum attenuatus, angustus, ultimus basi cristatus, 
crista arcuata periomphalum parvulum cingente. Cervix rugis vallidis, crebro dicho- 
tomis ornata, Apertura piriformis, coarctata, multo longior quam latior, basi sub- 


85 


angulata, canalifera; peristoma continuum, solutum, sed prope anfractum penultimum 
attractum, parum expansum in margine columellari. Lamellae marginem peristomatis 
attingentes, supera tenuis cum spirali coniuncta, infera vix arcuata, medio adnata 


Fig. 81. a—d  Clausilia attracta Boettger. — e—g Clausilium (Copie nach Boettger). 


Deristomati. Plica columellaris tenuis, rectiuscula fere descendens, palatalis ima su- 
Pera valida, lunata nulla. Praeterea plica tenuis interlamellaris parvaque inter la- 
mellam inferam et plicam columellarem inferae propior extant. 

Clausilium rhombiforme, subtus dilatatum, apice satis incrassato. 

Das Gehäuse ist spindelförmig mit schlankem Gewinde und tiefem Nabel- 
ritz, bedeckt mit dicht stehenden, oft dichotomirenden Rippenstreifchen, die auf den 
Jugendwindungen an ihrem oberen Ende häufig etwas verdickt sind. Die Umgänge 
Sind flach und durch feine Nähte von einander getrennt, der vorletzte nach unten 
Stark verschmälert; die eckig-birnfórmige Mündung zeigt einen deutlichen Kanal. 
Mundsaum verhältnissmässig vorgezogen; linker Mundrand scharf, vorgezogen, 80 
dass die Mündung in der Seitenansicht schief erscheint, rechte Lippe wenig auswärts, 
nicht rückwärts umgeschlagen, Nacken in der Mitte etwas abgeflacht, von dem starken 
Kamme durch eine tiefe Depression abgegrenzt. Lamellen bis an den Mundsaum vor- 
tretend, die obere dünn, mit der Spirallamelle vereinigt, die untere aus der Tiefe 
ziemlich gerade herabsteigend, dann schwächer werdend, sich vorbiegend und als 
Starke Falte auf den Mundsaum vortretend. Spindelfalte fast gerade, schief nach auf- 
Würts laufend, durch eine auf ihr liegende, ihrem Aussenrand parallele Depression 
als kräftige Falte tiefer in der Mündung deutlich. Eine lange Gaumenfalte findet 
Sich oben parallel der Naht. Die Mondfalte fehlt. Auf dem Interlamellar, sowie dicht 
unter der Unterlamelle, ihr parallel laufend, zeigt sich je eine kräftige Falte. 

Das Schliessknöchelchen ist breit schaufelförmig, auf der convexen Flüche 
Ausgekeilt, unten breiter werdend, schief abgestutzt, mit etwas verdickter Spitze.“ 


Boettger). 
Vorkommen: Tuchotic (Boettger), Lipen (Sandberger) und Kolosoruk 
(Schwager). 


Es ist dies, wie Boettger meint, aller Wahrscheinlichkeit nach die bei Reuss 
(Sitzungsber. d. k. Acad. Wiss. zu Wien XLII. p. 78.) beschriebene, als siebente 
Decies bezeichnete Form. 

Sie gehört in die von Boettger (Palaeontograph. X. р. 310.) aufgestellte 
Untergattung Canalieia. Cl. wetzleri Bttg. von Thalfıngen steht der attracta auch 


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nahe; die Rippchen sind bei айтаса stärker, der rechte Mundrand weniger um- 
geschlagen, die Falten feiner; der grösste Unterschied zwischen beiden Arten liegt 
aber darin, dass bei Cl. wetzleri der Interlamellarzahn und die Gabelenden der 
Unterlamelle weiter von einander entfernt und auffallend gegen den Untenrand hinab- 
gerückt sind. 

In der Jetztzeit lebt wie es scheint, keine analoge Art. 


73. Clausilia (Laminifera Bttg.) mira Slavík. 


Cl. (Laminifera) mira Slavík, Archiv f. mature, Durch f. v. Böhmen I. 2. 
p. 265. f. 57, 

— — — Boettger, Jahrb. der geolog. Reichsanst. XX. p. 293. 

d a- € — Clausilienstudien p. 103. T. IV. f. 41 a—^ 

“т ES — .Bandberger, Vorwelt p. 436. 


Testa graviter costata. Anfractus ultimus contortus, solutus. Umbilicus clausus 
lamina lata, trigona, ad latus dextrum oblique descendente, latere sinistro crista 
acuta terminata. Cervix valde inflata, modo gravissimo 
costata, ad latus sinistrum stricte terminata, subtus de- 
planata. Apertura valde obliqua, piriformis. Peristoma 
simplex, solutum, sinulo excepto late reflexum. Lamella 
supera tenuis, ad latus dextrum inflexa, intus cum la- 
mella spirali coniuncta. Lamella infera inflexa, lamellae 
superae parallela, extus callosa, non ad marginem pro- 
tracta, Plica columellaris valida, perpendicula, marginem 
aequans. Regio inter lamellam inferam et plicam colu- 
mellarem plica callosa, valde flexuosa ornata, ad lamellam 
inferam ascendente. Plica palatalis una, valida. Plica lu- 
naris inflexa, callosa. 

Das Gehäuse ist ziemlich stark gerippt, der letzte 

Fig. 82 а, b, c. Clausilia mira Umgang stark gedreht, frei. Nabel an der vorderen Seite 
Slavík (Copie nach Boettger, gelegen, tief, nach unten durch eine breite preieckige 
Olausilienstudien). Platte verschlossen, welche gegen die rechte Seite schief 
abfällt, links aber in einer hohen und scharfen Leiste 

endet, die mit der sich wólbenden Schalenoberfläche eine seichte Rinne bildet. Nach 
vorne ist diese Lamelle durch den hohen Mundsaum vollständig verdeckt. Der auf- 
getriebene Nacken ist auf der linken Seite durch eine scharfe, vertiefte Kante vol 
der Schale abgesetzt, während er rechterseits in eine müssige Vertiefung derselbe? 
übergeht. 
Nach unten verflacht er sich merklich. Die Mündung ist birnfórmig, sehr stark 
quergestellt, der Mundsaum losgelóst, frei, mit Ausnahme des Sinulus überall stark 
umgeschlagen. Die obere Lamelle ist dünn, ihrer ganzen Lünge nach gegen die rechte 
Seite stark gebogen, der Aussenwand ziemlich genähert und mit ihr einen enge" 
Kanal bildend, nach aussen bis an den äussersten Mundsaum vortretend, innen MI 
der Spirallamelle vereinigt. Untere Lamelle der oberen stark genühert, ebenfalls ibrer 
ganzen Länge nach gegen dieselbe gebogen, ihr fast parallel laufend, aussen nicht 


87 


80 hervorragend, aber callös, nach innen allmählig sich verflachend. Beide Lamellen 
sind verhältnissmässig klein. 

Die Spindelfalte ist stark entwickelt, senkrecht nach oben aufsteigend, auf 
dem Mundsaume eine starke Falte bildend. Auf dem Raume zwischen ihr und der 
unteren Lamelle befindet sich eine kleine, niedrige und callöse Leiste, die sich auf 
dem breiten Mundsaume  bogenförmig gegen die untere Lamelle krümmt und nahe 
dieser ihr Ende nimmt, ohne zu tief nach innen einzudringen. Die kurze starke 
Prineipalfalte reicht hinten noch etwas über die vorn deutlich sichtbare, starke, wenig 
gebogene Mondfalte hinaus. 

Die Rippchen werden auf dem letzten Umgange merklich stärker, als auf 
den vorhergehenden. Ihre Breite und Höhe nimmt aber vorzugsweise auf dem er- 
höhten Nacken zu, der dadurch noch weit mehr auffällt. Zwischen je zwei langen 
Hauptrippchen inserirt unter der Naht des letzten Umganges ein accessorisches 
Rippchen, das aber nur ungefähr bis zur Mitte des Umganges reicht, wo es ver- 
Schwindet. 

Höhe des letzten Umganges 4 mm, Breite 1'8 mm. (Slavík). Höhe der 
beiden letzten Umgänge 5 mm, grösste Breite 1:8 mm, Höhe der Mündung 1'6 mm, 
Breite derselben 1*8 mm (Boettger). 

Vorkommen: Sehr selten in den mergeligen Schichten von Tuchofic. Wurde 
bisher, soviel mir bekannt, nur in zwei Stücken gesammelt; Boettger's Abbildung 
Wurde nach einem besser als das Slavíksche Original erhaltenen, von Dr. Schwager 
Mitgetheilten Stücke verfertigt. 

Slavtk vergleicht seine Art mit Cl. (Laminifera) abnormis Bttg. von Hoch- 
heim ; die Aehnlichkeit beschrünkt sich jedoch nur auf die Anordnung der Lamellen, 
die nur in Kleinigkeiten abweicht. Der ganze Habitus des Gehäuses ist aber ein 
Wesentlich anderer, Cl. mira muss auch auffallend kleiner gewesen sein; ihre 
Mündung ist ausserdem viel breiter. Dr. Boettger will sie besser mit Cl. (Lamini- 
fera) neniaeformis Bttg. aus dem rheinischen Mitteloligocaen vergleichen, mit der 
Ste in Grösse und Form der Mündung mehr übereinstimmt. 

„Die Längsdepression auf dem Nacken, eine Folge geringer Krümmung 
der Mondfalte, kommt in ähnlicher Weise keiner weiteren bekannten fossilen Art 
dieser Section zn“. —- „Durch die eben genannte Längsdepression nähert sich die 
Art der noch lebenden Cl. (Laminifera) pauli Mabille aus den Hochpyrenaeen, bei 
der die Lunelle sogar zu einer rudimentären callösen unteren Ganmenfalte um- 
gebildet ist, ohne aber sonst nähere Beziehungen zu derselben zu bieten, als die 
übrigen fossilen Arten der Gruppe“. (Boettger, Clausilienstudien). 


XXIII. Genus Torquilla Studer. 


74. Torquilla intrusa Slavík. 


Pupa intrusa Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech I. 2. p. 259. Taf. IV. 
Dg, 12.498, 
subvariabilis Boettger, Jahrb. d. geolog, Reichsanst. XX. p. 295. 


| 

, 
D 
| 


88 


Pupa subvariabilis Sandberger, Vorwelt p. 393. T. XXIII. flg. 6—6 c. 
Torquilla intrusa Boettger, Die Entwick. der Pupa-Arten p. 20. 


Testa fusiformis, ventrieulosa, apice turrito acuto, basi carinata, rimata. An- 
fractus novem convexiusculi, sutura profunda coniuncti, costulis transversalibus 0b- 
liquis acutis, modice distantibus ornati. 
Apertura recta, semiovalis, marginibus 
continuis, expansis, simplicibus, vix cal- 
losis. Plica angularis, magna, prominens, 
obtusa, parietalis unica profunda, in- 
trans, acuta; columellares 2 parvulae; 
propinquae, dentiformes, palatales 4, 12" 
fima minima. 

Die bauchig-spindelförmige Schale 
mit ausgezogener thurmförmiger Spitze, 
Fig. 83. Torquilla intrusa Slavik (Originalzeich- mit deutlicher Kielanlage an der breit 

nung). geritzen Basis wird von neun sehr flach 
gewülbten, durch tiefe, eingedrückte 
Nähte geschiedenen und mit schief verlaufenden scharfen und weitläufigen Rippehel 
verzierten Windungen gebildet, die an Breite sehr langsam zunehmen. Die auf der 
letzten Windung senkrecht gestellte Mündung ist halbeiförmig mit zusammen- 
hängenden, ausgebreiteten, einfachen, nur mit ganz schwachen Lippenbelag versehene" 
Rändern. Die starke, stumpfe, winkelig gebogene Angularfalte tritt stark vor; weiter 
nach links bemerkt man tief in der Mündung eine schmale, scharfe, ziemlich hoh® 
und tief ins Innere fortsetzende Parietallamelle. Die Spindel ist mit zwei tiefliegendeh, 
zahnförmigen, einander genäherten Falten bewehrt; im Schlunde sieht man 4 lange 
Palatalen (die vierte ist nur punktfórmig angedeutet). 

Alt. 9 mm, diam. m. 3 mm. 

Vorkommen: Tuchofic und Lippen, sehr selten. 

Ihre nächste fossile Verwandte hat Torquilla intrusa Slav. in Torquilla 
subvariabilis Sandb. aus dem oberoligocaenen Landschneckenkalk von Hochheim, 
von der sie sich aber hinlänglich unterscheidet, um als Species gehalten werden 
zu können. T. intrusa ist grösser und dickschaliger, mehr konisch mit länger aus 
gezogener thurmförmiger Spitze, hat um einen Umgang mehr, die Kielanlage 4? 
der Dasis der letzten Windung ist stürker entwickelt, die Streifung ist scharf und 
etwas weitläufiger, der Mundsaum einfach, sehr schwach gelippt, die vierte Palatale 
nur punktfórmig angedeutet. Die Angulare ist bei beiden Arten fast conform. 


XXIV. Genus Oreula Held. 


75. Orcula subconica Sandberger. 


Pupa subeonica Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 51. Taf. V. Dë 
1—1 eet Taf. XXXV. flg. 11. 


89 


Pupa subconica Reuss, Sitzungsber. d. К. Acad. d. Wiss. Wien LVII. p. 82. 
— o ^ af IV. d£... 
uos — Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech I. 2. p. 257. 
su — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 295. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 394. Taf. XXIII. fig. 8. 
Oreula — Boettger, die Entwick. der Pupa-Arten p. 14. 


Testa ovato-conica, apice obtusiuseula, basi anguste perforata. Anfractus 
lovem convexiusculi, suturis distinctis, disiuncti, exceptis initialibus costulis trans- 
versalibus confertis fasciculatis, ad suturas subreflexis ornati, 
ultimus aperturam versus dilatatus, ascendens et superne 
Penultimo breviter adnatus. Apertura magna, recta, semi- 
ovalis, plica angulari obsoleta, parietali unica intrante et 
columellaribus tribus, quarum infima accessoria est, minutis 
mtrantibus armata. 

Die bauchig-kegelförmige Schale mit stumpflichem 
Ende und eng genabelter Basis wird von neun sehr flach 
Sewölbten, durch schmale Nähte getrennten Windungen ge- ri БО а 
"det, welche mit Ausnahme der beiden ersten mit dicht ph Bandb. (Copie tid 
"einander gereihten bündelförmig gruppirten Anwachsripp- Sandberger.) 
chen verziert sind, die letzte wird gegen die Mündung hin 
reiter und biegt sich nach oben in der Weise auf, dass der Rand der Mündung 
"uf eine kurze Strecke an die vorletzte angewachsen erscheint. Die senkrecht ge- 
stellte grosse Mündung ist halbeiförmig, in dem von dem rechten Rande und der 
‚ndungswand gebildeten Eck liegt eine sehr schwache Falte, weiter nach links 
eme zweite schmale, tief nach innen eindringende, auf der Spindel drei Lamellen, 
von denen die zwei oberen die Spindelsäule begleiten, die unterste aber nur eine 
V'Cessorische ist. 

Alt. 6 mm, diam. m. 4 mm. 

Vorkommen: Tuchofie, sehr selten; oberoligocaener Landschneckenkalk von 
Hochheim, ebenfalls sehr selten. — Ich habe sie in Tuchofic nicht gefunden. Die 
Öhmischen Stücke sollen sich von den Originalstücken nur dadurch unterscheiden, 
*88 einzelne der Anwachsstreifchen bei ihnen etwas mehr fadenförmig vorstehen, 

Von lebenden Arten, von denen sie das charakteristische Angularknötchen 
Scharf trennt, steht ihr O. conica Rossm. aus Krain und Süderoatien am nächsten. 
„Immerhin ist diese alttertiaere Form von besonderem Interesse, weil sie sich einer 
acht palaearetischen Gattnng und einem speciell ostalpinen Formenkreise aufs 
nigste anschliesst“. (Boettger.) 


XXV. Genus Negulus Boettger. 


76. Negulus lineolatus Al. Braun. 


Bulimus lineolatus Al. Braun in Walchner's Geogn. II. Aufl. p. 1136. 
Pupa suturalis Sandberger. Conch. Mainz. Tert. Deck. p. 54. T. V. fig. 13. 
eb VE no 2. 


Wu 
k 


———— 


90 


Pupa suturalis Reuss, Sitzungsberichte d. k. Acad. d. Wiss. Wien. XLII. 
р. 71. 
— — . Slavík, Archiv pro pfírod. prozk. Cech I. 2. p. 257. 
Vertigo — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 295. 
Pupa lineolata Sandberger, Vorwelt p. 397. Taf. XXI fig. 12. 
Negulus lineolatus Boettger. Die Entwick. der Pupa-Arten p. 45. Taf. VI. 


fig. 8. 


Testa ovato-cylindracea, apice obtusa, mamillata, basi perforata. Anfractus 
sex convexi suturis late impressis disiuneti, costulis latioribus minute granulatiß, 
inter quas consentaneae sed multo subtiliores intermediae sunt, ornati; 
ultimus caeteris omnibus circiter quinta parte humilior. Apertura 
fere recta, ampla, ovata, edentula, marginibus expansiusculis, 00° 
lumellari fere stricto, caeteris rotundatis. 

Die schlank eiförmige, oben in ein stumpfes zitzenförmig® 
Fig 95 ДОР Nel Ende auslaufende, unten eng genabelte Schale ist von sechs bau- 
gulus lineolatus Chigen, durch breit eingedrückte Nähte von einander geschiedenen 
A.Br.(Copienach Umgängen gebildet, welche mit Ausnahme des ersten schwach 80- 

Sandberger). körnte breitere Anwachsrippchen tragen, deren Zwischenräume vol 

äusserst feinen, ebenfalls gekörnten ausgefüllt werden, der letzte 

ist nur um "/, niedriger, als alle vorhergehenden zusammengenommen. Die weite 

eiförmige Mündung ist kaum merklich gegen diesen geneigt und besitzt schwach 

ausgebreitete Ränder, von welchen der Spindelrand fast gerade, die übrigen aber 
regelmässig gekrümmt sind. 


Alt. 1.6 mm, diam. m. 0.7 mm. 


Vorkommen: Tuchofic, selten. Die Art kommt weiter in der Puppenschich! 
des oberoligocaenen Landschneckenkalkes von Hochheim (häufig) und im gleich- 
altrigen Landschneckenkalke von Côte St. Martin bei Étampes vor; aus dem jün- 
geren Untermiocaen ist sie von Weisenau bei Mainz und von Mosbach-Biebrie 
bekannt. Var. sublineolata Boettg, kommt sehr selten bei Hochheim vor, — Die 
Tuchoficer Stücke unterscheiden sich von den Hochheimer Exemplaren nur durch 
die etwas grössere Flachheit der Umgänge, besonders des letzten; infolge desse? 
erscheint die Basis der letzten Windung etwas compresser und die Totalgestalt de! 
Schnecke im Ganzen ein wenig schlanker. 


Die Art hat sich vom oberem Oligocaen bis ins jüngere Untermiocae? 
kaum merklich verändert. Den oberpliocaenen Negulus villafranchianus Sacco 418 
Piemont hält Boettger für direkten Nachkommen von N. lineolatus. — 


„Von lebenden Arten ist N. reinhardti Jick. aus Abessynien wohl die 
nächste Verwandte, aber durch fast doppelte Grösse und die nur gegen die Mün- 
dung hin angedeutete Doppelseulptur mit feinen Streifchen und groben Rippche!» 
die für unsere fossile Form so charakteristisch ist und bei ihr auf der ganze? 
Schale zu sehen ist, immerhin sehr scharf unterschieden und augenscheinlich nicht 
zur engsten Verwandtschaft gehörig. Immerhin ist es aber die nächststehende Ar 
der jetzt lebenden Welt.“ (Boettger.) 


Е 


91 


77. Negulus raricosta Slavík. 


Pupa raricosta Slavík, Arch. für d. naturwiss. Landesdurchf. v. Böhmen 
l3. D. 2000 LaL 17. d. V. EE 

m — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 295. 

es — Sandberger, Vorwelt p. 438. 

— — Boettger, Die Entwick. der Pupa-Arten. p. 45. 


| Testa parva, perforata, ovata, apice obtuso, basi subtruncata. Anfractus 
©, convexi, primus glaber, sequentes costulati, costulis acutis, satis distantibus, 
arcuatis, ultimus dimidiam testae partem subaequans. 
Sutura profunda. Apertura vix obliqua, ovalis, superne 
truncatula, Peristoma acutum, expansum, margine. colu- 
Mellari reflexo, externo superne inverso, marginibus callo 
Praetenui coniunctis, umbilicus angustus. 

Die kleine durchbohrte Schale ist eifórmig, oben 
Stumpf, unten mit breiter Basis. Umgänge 4!/,, stark 
Sewölbt, durch eine tiefe Naht getrennt; der erste Um- 
Sang ist glatt, die übrigen mit dünnen, scharfen, ziemlich 
tohen, etwas gebogenen, weit und regelmässig von ein- 
der abstehenden Querrippchen verziert. Der letzte Um- 
sang ist überwiegend und beinahe die Hälfte des ganzen Fig. 86 a, b, с. Negulus rari- 
rehäuses bildend, die Mündung gegen ihn ein wenig costa Slavík (Copie n. Slavík). 
Schief gestellt, eiförmig, oben wenig gestutzt. Der Mund- 

Saum ist scharf, etwas ausgebreitet, der Spindelrand umgeschlagen, der Aussenrand 
M oberen Winkel ein wenig nach Innen gebogen. Beide Mundründer sind durch eine 
sehr feine Schwiele verbunden, der Nabel ist eng. 

Alt. 27 mm, diam. m. 1:5 mm. 

Vorkommen: Selten in den mergeligen Schichten von Tuchofrie. 

Zur Gattung Negulus rechnet Boettger Pupa lineolata Al. Br., Pupa rari- 
rosta Slav. und die oberpliocaene Vertigo villafranchiana Sacco (Mem. R. Acad. 
"Опо, Ва. 39. 1888) von Tassarolo bei Novi in Piemont, und die lebenden Pupa 
"einhardti Jiekely und Pupa abessynica Reinh. aus Abessynien. 


XXVI. Genus Leucochilus Boettger. 


78. Leucochilus quadriplicatum A. Braun. 


Pupa quadriplicata Al. Braun, Walchner’s Geogn., 2. Aufl. p. 1135. 
— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. р. 56. Taf. V. 
fig. 15.—15 c. 

WT — E Vorwelt p. 502. Taf. XXV. fig. 24. 
Leucochilus quadriplicata Boettger, Die Entwick. der Pupa-Arten p. 53. 
Forma typica (fehlt in Böhmen): 

„Testa ovato inflata, apice obtusulo, basi oblique rimata. Anfractus 5*/, convexi, 


92 


suturis profunde impressis disiuneti, excepto initiali costulis transversalibus subti- 
lissimis confertis, saepe fasciculatis ornati, ultimus aperturam versus deflexus, sub- 
solutus fere tertiam partem omnis altitudinis aequat. Apertura verticalis, fere hip- . 
pocrepica, marginibus expansis. Paries plica compressa, inferne biangulata, intrante, 
columella item unica acuta, fere horizontali munita, binae dentiformes, e quibus in- 
fera maior, in palato conspiciuntur". 

,Die Schale ist bauchig-eifórmig mit stumpfem oberem Ende und schiefem 
Nabelritze an der Basis und besteht aus 5'/, gewülbten, durch tief eingedrückte 
Nähte geschiedenen und mit äusserst feinen, meist bündelartig gruppirten Anwachs- 
rippchen verzierten Umgängen, der letzte ist gegen die Mündung hin abwärts 80- 
neigt und löst sich vorn von dem vorletzten fast ganz ab; er erreicht 1/, der Ge 
sammthóhe. Die fast hufeisenfórmige Mündung steht senkrecht auf ihm und zeigt 
stark ausgebreitete Ränder. Auf der Mündungswand liegt eine zusammengedrückte; 
unten in zwei höckerartige Zacken gespaltene und tief nach innen eindringende 
Falte, eine sehr spitze, fast horizontale sitzt auf der Spindel und im Schlunde treten 
zwei zahnförmige auf, von welchen die untere stärker ist als die obere." 

„Fundort: Wiesbaden und Weissenau in den Mergeln des Hydrobienkalkes“ 
(Sandberger, Vorwelt p. 502). 

Boettger (Die Entwick. der Pupa-Arten des Mittelrheingebiets, p. 53.) führt 
noch weitere Fundorte der typischen Form an: Stadecken in Rheinhessen (mittel- 
oligoeáner Schleichsand), St. Johann und Appenheim in Rheinhessen, Yinnheimer 
Wes bei Frankfurt und Bockenheim (ältere Untermiocaenschichten — Corbiculakalke) 
Curve, Erbenheimer Thälchen bei Wiesbaden, Mosbach-Priebrich, Hauptstein und 
Budenheim bei Mainz (jüngere Untermiocaenschichten — Hydrobienkalke), endlich 
noch Saucats bei Bordeaux (Marne fluvio-lacustrine No. 3.). — In Nordbóhmen, Wi 
schon oben gesagt, kommt die typische Form nicht vor, 


Var. lamellidens Sandberger. 
Pupa lamellidens Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 55. Ta. ү. 
fig. 8—8 c. 
— turgida Reuss, Palaeontograph. П. p. 30. Taf. Ш. fig. 8. 
— — . Reuss, Sitzungsberg. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII. p. 11, 
—- — Slavík, Archiv pro pffrodovöd. prozk. Čech I. 2. p. 258. 
—  Jamellidens Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 295. 
s — Sandberger, Vorwelt p. 398. Taf. XXIII. fig. 14—14 ® 
Leucochilus quadriplicatum var. lamellidens Boettger, Die Entwick. d. Pup^ 
Arten, p. 56. 


Differt a typo impressione dextri marginis maiore, sinulo distinctiore, dente 
palatali inferiore validiore et profundiore, lamella parietali maiore, columellari DÉI" 
funda multo maiore. 

Unterscheidet sich von der typischen Form durch deutlichere Eindrückun8 
des rechten Mundrandes, infolge dessen der Sinulus deutlicher markirt erscheint; 
der untere Palatalzahn ist stärker und tiefer gelegen, die Parietallamelle kräftige! 
entwickelt; der Spindelzahn erscheint infolge seiner schieferen und tieferen Stellung 
auffallend viel grösser, beinahe doppelt so kräftig entwickelt und weniger faltenförml&: 


98 


Alt. 2'5—8 mm, diam. m. 1°6—1'7 mm. 
| Vorkommen: Nicht selten bei Tuchofie, Lipen und Kolosoruk, sehr selten 
Im oberoligocaenen Landschneckenkalk von Hochheim. 

Die bóhmische Form weicht von den Hoch- 
heimer Exemplaren nur darin ab, „dass die Basis 
ihrer letzten Windung gewöhnlich etwas mehr ab- 
geflacht ist und die Schale also etwas mehr eiförmig 
und spindelförmig erscheint, und dass der grosse 
und breite Spindelzahn wegen des etwas mehr ab- 
geschrägten Spindelblechs von vorn deutlicher zur 
Beobachtung kommt“ (Boettger). Der untere Pa- 
latalzahn ist bei der böhmischen Form konstant 
Stösser als der obere, und nicht, wie Boettger a 
Meint, nur so gross wie der obere. — Im übrigen Fig. 87 a,b. Leucochilus quadriplica- 


Stimmen unsere mit den Hochheimer Stücken ganz tum. A. Br. var. lamellidens Sandb. 
überein. (Originalzeichnung). 


Für direeten Nachkommen der fossilen Art 

wird das lebende Z. contractum Say aus Nordamerika gehalten; es ist nur ein wenig 
geringer, seine Nackenbildung weicht ein wenig ab, und seine Bezahnung ist stärkerer. 

„Während sich also zur oberoligocaenen Zeit ein nordamerikanischer Ast 
Von der Hochheimer Form abzweigte, der bis auf die Jetztzeit erhalten blieb, ist 
die Nachkommenschaft des Typus, die noch in der Obermiocaenzeit blühte, nicht 
blos in Europa, sondern überhaupt ausgestorben. Zu beachten ist schliesslich der 
Sich constant steigernde Charakter in der Erhöhung des Gewindes von der Ober- 
Oligocaen- bis in die Jetztzeit“. (Boettger.) 


XXVII Genus Isthmia Gray. 


79. Isthmia splendidula Sandberger. 


Pupa splendidula Sandberger, Vorwelt p. 397. 

um — Boettger, Ber. Senckenb. Nat. Ges. 1884. p. 268. 

ETE — Boettger, — — —  -— 1885. p. 198, 

— — Boettger, Entwick. d. Pupa-Arten p. AB. То de 0: 


Testa parva subperforata, cylindrata, tenuis, nitida; spica magis minusve 
elongata, apex obtusulus. Anfraetus 5!/,—0!/, convexiusculi, suturis distinctis se- 
parati, laeves, ultimus ad aperturam ascendens, tertiam altitudinis partem aequans, 
Aperturam versus inflatulus et laevissime striatus, tum leviter constrictus. Apertura 
Modica, irregulariter ovalis, altior quam latior, 3-dentata, dente parietali valido com- 
Presso, columellari magno, triangulari, protracto,' palatali punctiformi debili et parum 
Profundo instructa; peristoma late interruptum, expansiusculum, non labiatum, mar- 
Sinibus callo tenui iunctis, dextro infra sinulum subcompresso sed angulatim protracto, 
Columellari latiusculo, excavato. 

Die kleine bedeckt durchbohrte Schale ist eylindrisch, dünn und glänzend ; 


94 


das Gewinde mehr oder weniger verlängert, mit stumpfer Spitze. Umgänge bi, — Oil 
mässig gewölbt, durch schmale Nähte getrennt, glatt. Die letzte Windung erreicht 1, 
der Gesammthóhe der Schale, wird gegen die Mündung 
hin etwas bauchiger und sehr fein gestreift, dann schwach 
eingeschnürt. Die Mündung ist klein, unregelmässig еі“ 
fórmig, mehr hoch als breit, 3 zühnig; der Parietalzahn 
ist stark, gedrückt, der Columellarzahn gross, triangular; 
ausgezogen, der Palatalzahn gering, punktförmig, wenig 
tief liegend. Das Peristom ist breit unterbrochen, mässiß 
Fig. 88. a, b. Isthmia splen- ausgebreitet, nicht gelippt, die Ränder durch eine dünne 
didula Sandb. (Copie nach Schwiele verbunden; der rechte Mundrand ist unter den 

Boettger.) Sinulus sehr schwach eingedrückt, winkelig vorgezogeD 

der Columellarrand ein wenig ausgebreitet, ausgokehlt. 

Alt. 1!/,—1?/, mm, diam. med. ?/,—?/, mm. 

Vorkommen: Tuchofic, sehr selten; Hochheim, ziemlich selten. 

„Von lebenden Arten ist die seltene I. salurnensis Reinh. aus Südtirol, di? 
von Westerlund übrigens nur für eine glatte Varietät der I. claustralis Gredl. aU 
gesehen wird, nüchstverwandt, wenn sie auch nicht als ihr direeter Nachkomme auf- 
gefasst werden darf. Der wichtige Unterschied beider liegt nämlich darin, dass det 
Palatalzahn der lebenden Art deutlich mehr in die Tiefe gerückt ist. Auch ist dere? 
Gehüusestreifung etwas mehr entwickelt. — Jedenfalls sind die Verwandten der fo8* 
silen Form jetzt eminent alpine Arten.“ (Boettger, Pupa-Arten p. 49.) 


XXVIII. Genus Coryna Westerlund. 


80. Coryna diezi Flach. 


Coryna diezi Flach, Palaeont. Beiträge (Verh. der physik. medic. Ges. 
Würzburg. N. F. Bd. ХХТҮУ, 1890). р, 1. Taf. Ш. fig. 1, 


„Testa Pupae impressae Sbgr. fere statura, late perforata, breviter cylin- 
drica, apice sat obtuso; anfractus 4'/,—5 convexi, sutura profunda disiuncti, gub- 
tiliter, oblique, rugulose striati, striis validioribus, saep® 
abbreviatis, raro intermixtis; cervix callo anteperistomall 
nullo, prope sinulum ante aperturam levissime impressus 
suleulo spirali omnino deficiente; apertura non dentatis 
peristomio expanso, plane labiato, prope sinulum VX 
calloso, marginibus evidenter coniunctis. 

Longit. 2'1-—2'4 mm, latit. 1:2—1:25 mm.“ (Flach) 
Vorkommen: Тисћоїіс, Diez hat nur zwei Stück? 
gesammelt; ich habe sie nicht gesehen. 


Fig. 89 a, b. Coryna diezi Flach. 


D D D л 

Von der verwandten Coryna retusa unterscheidet sich die Art durch 8° 

ringere Grösse, nur 5 Umgänge, durch die Form der Mündung und gut ausgeprig 
Skulptur. Durch die Form des Nackens sowie der Mündung steht ihr auch pupill 


95 


cupella Bttg. nahe; Flach spricht die Vermuthung aus, ob sie nicht den Uebergang 
vom Genus Coryna zum Genus Pupilla bilde? 


XXIX. Genus Vertigo Müller. 


81. Vertigo (Ptychalaea Boettg.) flexidens Reuss. 


Pupa flexidens Reuss, Sitzungsberichte d. k. Acad. d. Wiss. ХШ. p. 74. 
Taf. iL ont 

— — атк, Archiv pro přírodověd. prozk. Coch Т. 2. p. 

— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. ХХ. p. 

— —  Sandberger, Vorwelt p. 439. Taf. XXIV. fig. 18. 

—- — Boettger, Die Entwick. d. Pupa-Arten p, 69. 


Testa dolii-formis, apice obtuso, basi profunde rimata. Anfraetus quinque 
Modice convexi suturis sat profundis disiuneti, costulis transversalibus subtilissimis 
confertis ornati, ultimus paulum augustatus circiter ?/; 
omnis altitudinis aequat. Apertura-rotundato triangularis, 
9cto-dentata, dentibus tribus parietalibus, e quibus primus 
(angularis) longe fortior extus reversus, reliqui minores 
et profundiores, columellari unico fere horizontali, pa- 
latalibus tribus, supero minore, infero maximo, et basali 
Uno debili armata. 

Die bauchig-eiförmige Schale mit stumpfer Spitze 
und mit tiefem Nabelritze wird von fünf mässig gewölbten, 
dureh ziemlich tiefe Nähte von einander getrennten, mit 
dicht gedrängten feinen Anwachsstreifchen verzierten Um- 
gängen gebildet; der letzte Umgang erreicht nahezu */, 
der Gesammthöhe. Die deutlich dreieckige Mündung 
trägt auf ihrer Wand drei Zähne: der erste und kräf- 
tigste ist mit dem rechten Mundrande zu einer Angulare 
verschmolzen, von unten gesehen winklig gebogen; die b 
ee A и о 

g reiter nac . v Spindel be- Reuss. а) Copie nach Reuss, 
Merkt man einen horizontalen Zahn; Palatalen sind 3, b) Originalzeichnung. 
Nach unten an Grösse zunehmend, zwischen der letzten 
Und dem Spindelzahn sitzt ein kleiner Basalzahn. Die Mündung ist also im ganzen 
8-zühnig. — Der letzte Umgang ist vor der Mündung leicht eingeschnürt und auf 
der den Palatalen entsprechenden Stelle mässig eingedrückt. 


Alt. 1:8—9 mm, diam. m. 1:2 mm. 
: Vorkommen: Tuchofie und Lipen, nicht selten. Im Mainzer Becken findet 
816 sich nur im älteren Untermiocaen — den Corbieulathonen — von Appenheim 
Rheinhessen, wo Dr. Boettger 4 von den böhmischen nur durch das etwas höhere 
"nd mehr zugespitzte Gewinde sich unterscheidende Stücke gefunden hat. In Frank- 


96 


reich kommt sie in der var. girondica Boettg. in der Marne fluvio-lacustrine bei 
Saucats (bei Bordeaux) vor. 

„Wie schon Sandberger richtig bemerkt, fehlen ähnliche Formen der lebenden 
Welt durchaus, obgleich wir in V. (Ptychalaea) cardiostoma Sbgr. von Undorf 
noch einen verspäteten Nachzügler dieser Gruppe im Obermiocaen, in V. (Ptychalaea) 
capellinii басс. noch einen solchen im piemontesischen Oberpliocaen von Fossano 
und Tassarolo kennen“. (Boettger, 1. c. p. 70.) 


82. Vertigo (Alaea) callosa Reuss. 


Pupa callosa Reuss, Palaeontograph. II. p. 30. Taf. III. fig. 7. 
— — —  Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. XLII. p. 72. Taf. П. 
b. % 
Vertigo callosa Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech, I. 2. 260. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. 295. 
Pupa — Sandberger, Vorwelt p. 400. Taf. XXIV. fig. 19. 
Vertigo (Alaea) callosa Boettger, Die Entwick. der Pupa-Arten p. 72. 
TOR V HES D lord. 


Testa ovata, apice obtuso, basi distincte rimata. Anfractus quinque modice 
convexi, suturis linearibus disiuncti, excepto initiali costulis transversalibus subtilibus 
confertis ornati, ultimus cervice impressione ha 
muliformi munitus circiter ?/j omnis altitudinis 
aequat. Apertura parvula, cordato-triangularis, mal“ 
ginibus vix reflexis plerumque dentibus 6 munita 
Bini, modo distantes, modo approximati et unicum 
fissum simulantes in pariete, columellaris unicus 
acutus horizontalis, basalis unus parvulus, bin 
acuti in palato conspiciuntur. 

Die eifórmige oben stumpfe, unten mit einem 
deutlichen Nabelritz versehene Schale wird vo 
fünf mässig gewölbten, durch schmale Nähte 8% 
trennten und mit sehr zahlreichen feinen und dichtgedrängten Anwachsrippchen 
verzierten Windungen gebildet; die letzte Windung ist doppelt so hoch als die 
übrigen zusammengenommen und trägt an seiner Basis vor dem hohen und scharfen 
Anteperistomalwulst ein tiefes Grübchen mit spiralem Stricheindruck. Die ziemlich 
grosse Mündung ist dreieckig-herzförmig, unter dem Sinulus kleeblattfórmig ein 
geschnitten, das im ganzen schwach umgeschlagene Peristom hier winklig vorgezog® 
und aussen der innenstehenden oberen Palatale entsprechend punktförmig eingedrückt. 
Man bemerkt in der Mündung gewóhnlich sechs Zühne, und zwar sitzen zwei, bal 
deutlich von einander getrennt, bald anscheinend zu einem einzigen gespaltene? 
verwachsen auf der Mündungswand, ein starker horizontaler auf dem Spindelrande; 
ein schwacher Basalzahn und zwei spitze Palatalen. Die rechte, äussere Parietale 
berührt weder den Rand der Mündungsschwiele, noch ist sie mit dem rechte? 
Mundsaum oben continuirlich verbunden. 

Alt. 2'/, mm, diam. med. 1'/, mm. 


а 


Fig. 91 a, b. Vertigo callosa Reuss. 


ar 


1 Vorkommen: Tuchořic, Lipen und Kolosoruk; sie ist die häufigste von 
unseren Vertigo-Arten. Sandberger führt als Fundort der typischen Form auch 
| Theobaldshof an der Rhón an. 

Im Mainzer Becken ist Vertigo callosa Reuss dureh ihre drei Mutationen 


vertreten: mut. maxima Bttgr (1. c. p. 72. Taf. VII. fig. 3.) aus dem oberoligocaenen 

Landschneckenkalke von Hochheim, mut. convergens Bttgr qup (0 xu VI 

fig. 4) aus ülterem Untermiocaen — den Corbieulathonen — vom Affenstein bei 

Frankfurt und aus gleich altem Kalke von St. Johann in Rheinhessen, mut. alloeodus 

Bbgr (Dr. Boettger, 1. c. p. 74.) aus dem älteren Untermiocaen von Appenheim in 

Rheinhessen, von der Schleusenkammer bei Niederrad nächst Frankfurt, von Hammer- 

mühle bei Wiesbaden, von der Station Curve, Weissenau, dem Erbenheimer Thälchen 

und von Mosbach-Biebrich. Boettger zieht zu der mut. alloeodus Sbgr. auch das 

Stück aus dem Mittelmiocaen von Strassgang und aus dem Obermiocaen von Leis- 

acker bei Neuburg a. d. Donau. | 
Unter den lebenden Vertigo-Arten hat V. (Alaea) callosa Reuss ihre nächste | 

Verwandte in V. (Alaea) antivertigo Drap; besonders gewisse zahnarme Varietäten 

derselben, wie die europaeischen var. sexdentata Mtg. und var. seminulum West. 

Und die nordamerikanische var. ovata Say stehen der callosa sehr nahe. Die fossile 

Art unterscheidet sich von der lebenden (Boettger l. c. p. 75.) durch die gróssere 

Constanz in der Zahl ihrer Zühne (fast immer nur 6, selten 7, nie mehr), das con- 

Stante Fehlen sowohl eines dritten Parietalzahnes als auch eines zweiten Spindel- 

Zahnes, die relativ kleinere Mündung und den fast immer schwächer winklig vor- 

gezogenen rechten Mundrand. „Sehr scharfe Unterschiede sind dies aber nicht, und 

ès unterliegt für mich keinem Zweifel, dass Al. Braun Recht gehabt hatte, als er 

Schon 1842 die Mainzer fossile Form mit P. palustris (= V. antivertigo Drap.) in 

nahe Beziehung brachte. Auch ich halte V. callosa und ihre jüngeren Mutationen 

für directe Vorfahren der lebenden V. antivertigo und ihrer nordamerikanischen 

var. ovata Say, die, in ähnlich feuchten Örtlichkeiten wie die Stammart lebend, vom 

Maine bis Texas verbreitet ist.“ (Boettger.) 


83. Vertigo (Alaea) minor Boettger. 


Vertigo callosa var. minor Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. P 296 
T, XL ДЕ 
— (Alaea) — — Die Entwick. der Pupa-Arten p. 81. 


Ich habe in Tuchořic nur einige schlecht erhal- 
| tene Stücke gesammelt, und kann also eine genaue 
Charakteristik der Art nicht geben. Ich führe nur 
das an, was Boettger von der Form gesagt hat: „Sie 
\nterscheidet sich von der Hochheimer ‚issidens und 
ken Übrigen nahe stehenden Arten des Mainzer Bec- Fig. 92; ale minor Boettg. 
durch den eigenthümlichen Nackenwulst. Von (Copie nach Boettger.) 

der typischen callosa unterscheidet sie vor allem die : 

Constant viel geringere Grösse, die breitere Basis, во dass die ganze Schale kegel- | 
lórmiger erscheint, die krüftigere Dezahnung, die weiter aus der Mündung heraus- | 

7 


| 
| 
Р 


A 


d 


| 
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98 


ragenden Falten auf der Schwiele, welche etwas schiefer als bei callosa gestellt 
sind und die oberste stärker ausgeprägte Gaumenfalte. Stets fand ich wenigstens 
6 Zahnfalten. Der Nackenkiel ist etwas weniger deutlich als bei callosa.“ — 


84. Vertigo microstoma Reuss. 


Pupa microstoma Reuss, Sitzungsber. d. К. Acad. d. Wiss. Wien хш. 
фр; 4972 Ша. IK йд; 8) 
Vertigo -— Slavík, Archiv pro piírod. prozk. Čech I. 2. p. 260. 
— — Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 296. 


Ich habe die Art nie gesehen und führe deshalb nur die Reuss'sche De 
schreibung an: 

„Gehäuse eifórmig, oben stumpf endigend, mit fünf ziemlich gewölbten, 
durch tiefe Nähte gesonderten Umgängen, von denen der letzte eben so hoch ist 
als das übrige Gewinde. Die Mündung sehr klein 
viel breiter als hoch, fast quer halbmondfórmig mit 
sehr schmalem, scharfem Mundsaum. Sie steht auf 
dem letzten Umgange senkrecht. Zwei dünne, blatt- 
förmige, kommaförmig gebogene Zähne auf der Mün- 
dungswand, der äussere dickere beinahe in der Mitte 
derselben, mit nach innen gerichteter Convexitüt; de! 
Pig 95:4,.). Vertigo mierostoma zweite, nach aussen convexe, hart an der Spindel und 

Reuss. (Copie nach Reuss.) viel tiefer im Hintergrunde der Mündung. 
Zwei kleine, spitzige Zähne trägt der Gaumen 

Der grössere liegt gerade dem Zwischenraume der beiden Zähne der Mün- 
dungswand gegenüber, der andere weiter nach aussen und oben. 

Ein kleiner Nabelritz. Die Embryonalwindung glatt, die übrigen mit 8% 
drängten, feinen, schrägen Anwachslinien bedeckt. 

Sehr selten bei Lipen.“ 

Als Gróssendimensionen führt Slavík (1. е. p. 260.) alt. 1:8—2 mm und 
diam. m. L:38—1:5 mm an. 


Ptychospira deloplecta Slavík halte ich in Übereinstimmung mit Boettg® 
und Sandberger für Jugendzustand einer Pupide. Das Vorkommen von Acmopwp® 
subtilissima Al. Br. in Tuchofie bedarf noch Bestätigung; Reuss hat zwar einige 
stark beschädigte Stücke in Tuchofie gefunden (Sitzungsber. der k. Akad. der 
Wiss., math.-nat. Cl. LVII. p. 83.), die der genannten Art „sehr ähnlich“ warem 
bessere Exemplare wurden aber seit der Zeit meines Wissens nicht gefunden. — 
Aus dem festen Kalke von Würzen besitze ich einige Steinkerne von 2 nicht näher 
bestimmbaren Vertigo-Arten. 


XXX. Genus Succinea Draparnaud. 


85. Succinea peregrina Sandberger. 
Suceinea Pfeifferi Reuss, Palaeontographiea IL. p. 18. Taf. I. fig. 2. 
— — — Sitzungsberichte d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII. 
p. 63. 
E — Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 240. 
E — Boetttger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 296. 
— peregrina Sandberger, Vorwelt p. 440. T. XXIV. fig. 22—22 b. 


Testa solidula ovalis, apice mucronulata. Anfractus tres, paullo convexi, 

Suturis linearibus disiuncti, celeriter dilatati, costulis transversalibus perobliquis 
confertis, interdum etiam suleulis longitudinalibus subtilibus ornati, ultimus */; omnis 
altitudinis aequat. Apertura piriformis, inferne late effusa, marginibus approximatis, 
tenuibus, acutis, columella vix inerassata, fere stricta, margine dextro subparallela. 
Die ziemlich diekwandige Schale ist eiförmig mit kurz 
vorstehender Spitze; sie wird von drei Umgängen gebildet, 
die wenig gewölbt, durch schmale Nähte von einander ge- 
trennt sind und rasch an Umfang zunehmen. Der letzte 
Umgang ist viermal so hoch, als die übrigen zusammen- 
genommen. Die auf dem letzten und dem vorletzten Um- 
gange vorkommenden Verzierungen bestehen aus sehr zahl- 


reichen und schiefen Anwachsrippchen, neben welchen öfters б Л 
Auch Längsfurchen in bedeutender Zahl vorkommen. Die  ,. 
Fig. 94 a, b. Succinea pe- 


ienförmige Mündung endet unten in einen breiten Aus- regrina Sandberger. 
Suss, ihre Ränder sind einfach und scharf, die kaum ver- ; 
dickte und fast gerade Spindel lauft dem rechten Rande nahezu parallel. 

Alt. 8—10'5 mm, diam. m. 4:5b—5'5 mm. 

Vorkommen: Tuchořic und Lipen, nicht sehr selten. 
T3 Die europaeische Succinea pfeifferi Rossm., mit der Reuss die Art identi- 
lizirte, unterscheidet sich von ihr leicht dureh diekere Schale und weit schwächere 
(rümmung des rechten Mundrandes und der Spindel, sowie den breiten Ausguss. 
ове Gründe führten Sandberger zur neuen Benennung der Art. 
; Ihre ähnlichste lebende Verwandte scheint S. peregrina in der ostindischen 
5. acuminata Blanf. zu haben, bei der aber der letzte Umgang sich zu den übrigen 
Wie 6%/,:1 verhält, also noch bedeutend höher erscheint. 


86. Succinea affinis Reuss. 


Succinea affinis Reuss, Palaeontographiea П. р. 18. Taf. 1. fig. 3. 
e —  Sitzungsberichte d. k. Acad. d. Wiss. Wien, XLII. 
p. 63. 
— Slavík, Archiv pro pffrodoved. prozk. Čech: T. 2. p. 240. 
- Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX p.296: 
Sandberger, Vorwelt p. 440. T. XXIV. fig. 21—21 b. 


7% 


| 
й 


100 


Testa solidula, ovata, apice mucronulata. Anfractus tres convexi, suturis 
linearibus disiuncti, rapide dilatati, ultimus caeteris omnibus quinquies altior, ¢0- | 
stulis transversalibus perobliquis confertis ornatus. Aper- | 
tura verticalis, ampla, piriformis, marginibus tenuibus, acu- 
tis, approximatis, columella vix callosa, paullo inflexa. 
| Die ziemlich diekwandige Schale ist eifórmig mit vor- 
stehender Spitze und besteht aus drei gewölbten Windungen: 
die durch schmale Nähte geschieden sind und so rasch all 
Umfang zunehmen, dass der letzte die vorhergehenden fünf- 
mal an Höhe übertrifft. Die Verzierungen bilden fast gleich- 
starke und sehr schief gelegene, nicht gedrängte Quer- 
rippehen. Die senkrechte Mündung ist weit geöffnet, birn- 
förmig und besitzt scharfe einfache Ränder. Die Spindel 
ist kaum schwielig verdickt, flach bogig. 
Alt. 6—10:5 mm, diam. m. 3—5'2 mm. 
Vorkommen: Tuchofic und Lipen, nicht sehr selten. | 
Nach Sandberger zeigt unter den lebenden Succinea tahitensis Dit, 
eine sehr grosse Achnlichkeit, die besonders in Bau der Mündung und in der 
Sculptur hervortritt; sie ist aber doch breiter und die Anwachsrippchen sind noch 
zahlreicher und feiner als bei S. affinis. 
Von der vorhergehenden Art unterscheidet sich S. affinis durch die schlan- 
kere, feiner gestreifte Schale und geringere Breite der Mündung; der untere The 
der Mündung ist bei ihr mehr gerundet. 


a b 


Fig.95 а, b. Succinea affinis 
Reuss. 


XXXI. Genus Carychiopsis Sandberger. 


87. Carychiopsis costulata Sandberger. 


Carychium costulatum Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 393. 

Taf. XXXV. fig. 19. 
Pupa Schwageri Reuss, Sitzungsber. d. К. Acad. d. Wiss. Wien. LVO. p. 82 

TOL b 
Jarychium Schwageri Slavík, Archiv f. naturwiss. Durchf. v. Böhmen Lë 
EN EE g 
— — — Archiv pro pfírodovéd. prozk. бе. L^ 
p. 205. T, IY 1280; 21. 

— costulatum Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 297. 
Carychiopsis costulata Sandberger, Vorwelt p. 371. Taf. XXII. fig. 9—9 


Typus : 
„Testa minuta, ovato-turrita, apice mucronata, basi rimata. Anfractus 
convexi, costulis transversalibus, acutis, distantibus, saepe bifidis et longitudinali 
subtilibus ornati, ultimus maximus caeteris omnibus tertia tantum parte humi 
Apertura verticalis, ovato-oblonga, marginibus expansis, nitidis, plicis binis p 
libus laminiformibus intrantibus e quibus infera maior, columellari unic 


tus 80Х 
bus 


Jior. 
arieta- 
a horizontall 


101 


item laminiformi et binis dentiformibus parte supera marginis dextri adnatis in- 
Structa. 

Die kleine Schale ist länglich eiförmig mit hervorragender Spitze nnd deut- 
lichem Nabelritze an der Basis und besteht aus sechs gewölbten Umgängen ; diese 
sind mit scharfen, öfter gespaltenen und von einander abstehenden Querrippchen 
verziert, welche von feinen Längsrippehen durchsetzt werden. Der letzte Umgang 
ist nur um ?/, niedriger als die vorhergehenden zusammengenommen. Die Mündung 
Steht senkrecht auf ihm und ist länglich eifórmig mit ausgebreiteten Rändern. Im 
Innen derselben sieht man auf der Mündungswand zwei schmale tief nach innen 
eindringende Falten, wovon die untere weitaus am stärksten entwickelt ist, eine 
ebensogestaltete Horizontale auf der Spindel und zwei zahnförmige auf dem oberen 
Theile des rechten Mundrandes“. (Vorwelt p. 371.) 

Die typische Form kommt im Landschneckenkalke von Hochheim sehr 
Selten vor; in Böhmen fehlt sie. 

Var. schwageri Reuss. 


Differt a typo testa paullo maiore, costis subtilioribus, columella non mu- 
сгопаќа. 

Unterscheidet sich von der typischen Hochheimer Form durch die ein 
wenig bedeutendere Grösse und durch die feinere Streifung. Die Spindel ist regel- 
mässiger, während sie bei der Hochheimer Form etwas stachelspitzig angesetzt ist. 
Die Spindelfalte ist bei böhmischen Stücken von der unteren Parietalfalte ein wenig 
mehr entfernt als beim Typus. 

Alt. 2.5 mm, diam. m. 1.2 mm. 

Vorkommen: Tuchofic und Stolzenhahn, sehr selten. 

Die Unterschiede zwischen der typischen Form und 
der bóhmischen Varietüt sind zwar sehr gering, aber beson- 
ders im Bezug auf die Streifung sehr deutlich. 


Die Gattung Carychiopsis wurde von Sandberger für 


diese und die untereoeänen französischen Formen errichtet ; 
Sie ist durch die spindelfórmige Gestalt, die starke Streifung Fig. 96. Carychiopsis 
und die grössere Zahl der Zähne charakterisirt. Carychiopsis costulata var. schwa- 
dohrni Desh. von Rilly ist mit C. costulata nahe verwandt. geri Reuss. 


XXXII. Genus Carychium Müller. 


88. Carychium minutissimum Al. Braun. 
at. Ver. zu Mainz 1842. 


Carychium minutissimum Al. Braun, Verh. d. N 
p. 149. 
Se nanum Sandberger, Conchyl. Mainz. Tert. Becken p. 64. T. VI. 
fig. 4. 
Sex Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 269. 
Taf. IV. fig. 22. 23. 
Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 297. 


|] 
P 
Ir 
5 
| 


102 


Carychium nanum Sandberger, Vorwelt р. 371. Taf. ХХП. fig. 10. 
— minutissimum Flach, Palaeontol. Beiträge p. 9. 


„Testa nano, ovato-turrita, apice obtusa. Anfraetus quinque perpaullo con- 
vexi, suturis distinctis disiuncti, subtilissime transversim striati, ultimus aperturam 
versus angustatus ?/, omnis altitudinis aequat. Apertura recta, ovato-oblonga, mat- 
einibus callo subtili iunctis, dextro crassiore, intus biplicata, plica compressa Dir 
rieti, altera crassiore dentiformi margine dextro adnata." 

„Die sehr kleine Schale ist länglich eiförmig mit 
stumpfem oberem Ende. Von den fünf sehr schwach 
oewölbten, durch deutliche Nähte getrennten, äusserst 
fein quergestreiften Umgängen nimmt der letzte "[, der 
Gesammthöhe der Schale in Anspruch. Die länglich e 
förmige Mündung steht senkrecht auf ihm und ist mit 
Fig. 91 o, 8, Öhryehioin mint: zwei Zahnfalten versehen, von denen die eine von agi 
tissimum Al. Braun. var. boett- Mündungswand, die andere stärkere aber von dem rech 

geri Flach, ten Mundsaum ausgeht, welcher etwas stärker verdickt 
ist als die gleichfalls umgeschlagenen übrigen Mün- 
dungsränder.* (Sandberger.) 


Var. boettgeri Flach. 

Differt a typo Hochheimensi testa maiore anfraetibusque minus convexis. 

Unterscheidet sich von der typischen Form von Hochheim durch die etwas 
bedeutendere Grösse und wenig gewólbte Umgänge. 

Alt. 1 mm, diam. max. 0:5 mm, longit. apert. 0'4 mm. 

Vorkommen: Die typische Hochheimer Form ist in Böhmen durch die Var. 
boettgeri vertreten, die in Tuchofie und Lipen nicht selten vorkommt. 

„Unter den lebenden Arten ist C. exiguum Say aus Vermont jedenfalls die 
ähnlichste, aber grösser und bauchig-eiförmig.“ (Sandberger.) 

jei einem von meinen Tuchoficer Stücken ist die Gaumenfalte sehr stark 
entwickelt und endet in zwei Spitzen getrennt. 


89. Carychium maius Boettger. 


Carychium nanum var. maior Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanstalt XX- 
p. 28/5 v walls ШО, 8 0. 0. 
— maius Flach, Palaeont. Beiträge p. 10. 


Es ist dies die von Boettger als var. maior vorläufig 
zu C. minutissimum gestellte grössere Form von Tuchofic. 
Weitere Stücke wurden zwar bisher nicht gefunden, die 
Unterschiede sind aber so gross, dass man sie wohl für 
eine selbstständige Art halten muss. 

C. maius ist L:3 mm lang, durch die einzähnige Mün- 


ie 


dung (nur der linke Zahn entwickelt, der rechte kaum an 


Fie.98 a,b. Carychium maius gedeutet), den geradlinigen Spindelrand, der sich winklig 
Boettger. (Copie n. Boettger.) an den Unterrand ansetzt und durch den stumpfen Mün- 


103 


dungsrand charakterisirt. Die Umgänge, besonders der letzte, sind mehr abgeflacht 
und der Mundsaum dementsprechend etwas nach innen zusammengezogen. 
Vorkommen: Tuchofie, von Dr. Boettger nur 1 Stück gefunden. 


XXXIII. Genus Limnaeus Drap. 


90. Limnaeus pachygaster Thomae. 


Limnaeus vulgaris Reuss, Palaeontographica IL. p. 37. Taf. vote. O 
== pachygaster Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. DS Dal VIL 
fig. 1. u. 4 
— Slavík, Arch. pro pffrod. prozk. Cech I. 2. p. 264. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 291. 
-— —- Sandberger, Vorwelt p. 494. Taf. XXV. fig. 18. 


„Testa tenuis, vix rimata, ovato-ventricosa, spira brevi, acuta. Anfractus sex, 
modice convexi, suturis linearibus disiuncti, initiali excepto striis transversalibus latis 
Obliquis et saepius etiam carinulis longitudinalibus eo 
modo ornati, ut areolae quadratae aut subtrapezoideae 
Ш Superficie quasi malleolata perspieiuntur, ultimus am- 
Plissimus, omnis */, altitudinis aequat. Apertura obliqua, 
Ovalis, marginibus callo iunctis, tennibus, acutis, colu- 
Mellari reflexo, columella crassa, depressa, bipartita, 
haud valde contorta. 

Die dünne bauchig-eiförmige Schale endet nach 
Oben in ein kurzes, spitzes Gewinde und zeigt an der fig. 99 а, 0. Limnaeus pachy- 
Basis einen deutlichen Nabelritz. Sie. besteht aus 6 gaster Thomae (Copie nach 
Mässig gewölbten, durch schmale Nähte geschiedenen Sandberger). 
Jmgängen, von welchen der geräumige letzte allein */; 
der Gesammthöhe in Anspruch nimmt. Ihre Verzierungen bestehen in breiten band- 
förmigen Anwachsrippchen, durch deren Combination mit den öfter ausserdem vor- 
andenen matten, stumpfen Längskielchen die Oberfläche in eine Anzahl quadra- 
lischer oder trapezförmigen schwach vertiefter Felder getheilt erscheint. Die weite 
Segen den letzten Umgang geneigte Mündung ist eiförmig mit scharfen Rändern, 
Nur der Spindelrand ist deutlich umgeschlagen, die dieke platte, auf der Mitte ge- 
theilte Spindel nicht stark gedreht“. (Sandberger). 

Alt. 125—17 mm, lat. C5—10 mm (nach Slavík). 

Tuchofie, Kolosoruk und Stolzenhahn, sehr selten. Weiter 
nois bei Pithiviers, 
Eekingen bei Ulm 


à Vorkommen : 
Wiesbaden, Weissenau und Mombach im Hydrobienkalke, Pontour 
Marigny, La Chapelle bei Orléans in Kalken analogen Alters, 
In Süsswasserkalke. 


Alle unseren Stücke sind schlecht erhalten. 


— 


Lm 


rc 


— at 


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B 


| 
| 


104 


91. Limnaeus subpalustris Thomae. 


Limnaeus acutus Reuss, Palaeontograph. II. p. 37. Taf. IV. fig. 3 a, b. 
-— subpalustris Sandberger, Conch. Mainz.Tert. Beck. p. 68. T. VII. fig. 2. 
— — Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 18. 
— Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech І. 2. p. 208: 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 291. 
— — Sandberger, Vorwelt р. 495. Taf. ХХУ. fig. 14. 


Testa vix rimata, ovato-oblonga, apice acuta. Anfractus 5'/, paullo convexh 
suturis linearibus disiuncti, primo excepto costulis transversalibus obliquis, latis 
obtusis, saepe fasciculatis ornati, nunquam malleolati, ultimus "/, omnis testae alti- 
tudinis aequat. Apertura satis ampla, ovalis, dimidiam omnis altitudinis partem 
aequans, columella paulum contorta. 

Die lang- und spitz-eifórmige Schale mit fast unmerklichem Nabelritze an 
der Basis wird von 5'/, mässig gewölbten und durch schmale Nähte geschieden" 
Umgüngen gebildet; ihre Oberflüche — die Embryonalwindung ausgenommen — ist 

mit breiten gebogenen Anwachsrippchen verziert; 
die oft bündelfórmig miteinander vereinigt erscher 
nen und besonders auf dem letzten Umgange schif" 
fer ausgeprägt sind. Längskielchen und vertieft? 
Fältchen fehlen auf der Oberfläche gänzlich. De 
letzte Umgang erreicht ?/, der Gesammthöhe de 
Schale; die Mündung ist lang eifórmig, oben 20 
gespitzt, halb so hoch wie das ganze Gehäuse, die 
Spindel ist schwach gedreht. 

Alt. 21°5 mm, lat. 10 mm. Alt. apert, 11:5 mmh 
lat. apert. 6 mm. 

Vorkommen: Gemein bei Tuchorie, Lg 
Kolosoruk, Waltsch, Wärzen, Stolzenhahn. Stein- 
kerne, die, wie es scheint, auch dieser Art gehöre 
kommen auch im Süsswasserquarz von ТАШ 
vor. Trotz der Gemeinheit dieser Art sind wohl 
erhaltene Exemplare überall sehr selten. Ausserdem kommt sie auch bei Wiesbade? 
und Weissenau bei Mainz im Hydrobienkalke vor. 

Die nächste lebende Form kennen wir nicht. Unsere Art steht zwar de! 
Limnaeus palustris Müll. sehr nahe, ihre Seulptur ist aber, wie Sandberger a. 2. 0. 
richtig hervorhebt, nie gehammert, und ihre Dimensionen stimmen nicht überein: 
dasselbe fand ich bei zahlreichen Exemplaren, die mir zugünglich geworden sind, 
bestätigt. 


Fig. 100 a,b. Limnaeus subpalustris 
Thom, Originalzeichnung nach einem 
8 
Tuchořicer Stücke. ?/, nat. Gr. 


92. Limnaeus thomaei Reuss. 


Limnaeus Thomaei Reuss, Palaeontograph. II. p. 36. Taf. IV. fig. 4. 
— — Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech I. 2. p. 264. 
— cretaceus Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX, p. 298. 
-— Thomaei Sandberger, Vorwelt p. 370. 


105 


Testa magna, imperforata, elongato-ovata, conico-turrita, striata; spira acuta, 
elongata, Anfractus 6 convexiusculi, ultimus ovato-ventricosus, apertura acute-ovata, 
superne acuminata, testae dimidio longior. Plica columellaris crassa, obtusa, callus 
parietis latus. 

Das grosse, verlängert-eiförmige Gehäuse ist konisch gethürmt, gestreift, 
ohne Spiralstreifung und narbenähnliche Vertiefungen. Das Gewinde kegelfórmig 
zugespitzt. 6 mässig gewölbte Umgänge, der letzte eiförmig, bauchig; die Anwachs- 
streifen werden auf der letzten Windung auffallend breiter und tiefer. Die Mündung 
ist spitz-eiförmig, stets höher als das übrige Gewinde, mit einfachen, scharfen Rän- 
dern. Auf der Spindel liegt eine sehr breite, sehr weit nach links im Bogen ge- 
krümmte Sehwiele, die von einer dicken, gerundeten Spindelfalte nach innen be- 
Srünzt wird. 

Alt. 28:5—31:8 mm (Reuss). 

Vorkommen: Tuchofie, Lipen und Kolosoruk, sehr selten. 
Hochheim, im Landschneckenkalke, auch sehr selten. Ich habe nur 
Schlechte Stücke gesammelt, muss mich also mit Anführung dessen, 
Was Reuss und Boettger von ihr geschrieben haben, begnügen. 
Den älteren Namen cretaceus Thomae will Sandberger der mögli- 
chen Verwechslung mit den Arten der Kreide-Formation halber 
Nicht behalten und zieht den Reuss’schen Namen vor. 


„Von grossen Exemplaren von L. palustris Drap. ist diese 
Art leicht zu unterscheiden. Das obere Gewinde ist spitzer und j 
kleiner als bei der lebenden Art, die Mündung stets höher als das rail 
übrige Gewinde. Von Längslinien, welche die Schale in gitterför- Beat teg 
mige Rechtecke theilen, ist keine Spur zu sehen. — Die Mündung bergen, Mainzer 
ist oben sehr spitz und etwas nach hinten eingezogen und steht Becken). 
vielmehr gerade auf dem letzten Umgang. Die Spindelschwiele ist 
Stärker umgeschlagen und diese Umschlagung reicht weiter nach unten als bei der 
lebenden Art.“ (Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 298.) 


93. Limnaeus minor Thomae. 


Limnaeus minor Thomae, Nass. Jahrb. IL. p. 157. 
— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 70. Taf. ҮП. 
fig. 6. 
— — Slavík, Archiv pro přírodověd. prozk. Čech I. 2. p. 264. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 298. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 447, 496, 582. 


А " А 91 " 
„Testa rimata, ovato-oblonga, spira brevi, paullo acuta. Anfractus 81, con 
Vexiusculi, ultimo satis amplo, omnium praecedentium altitudinem bis aequante. 


Anfractus primus glaber, ceteri striis transversalibus obliquis, densis ornati. Aper- 
tura acute-ovalis, columella paullo contorta, callosa, inferne subgibba, extus reflexa, 


Peristoma subcontinuum, subpatulum. 
Schale mit deutlichem Nabelritze versehen, länglich eifórmig, mit kurzem, 


106 


nicht sehr spitzem Gewinde. Der letzte der 3'/, ziemlich gewölbten Umgänge, 
welche ziemlich rasch an Höhe zunehmen, ist der gerüumigste und doppelt so hoch 
als alle übrigen zusammengenommen. Die Umgänge sind mit 
Ausnahme des ersten mit feinen schrägen Anwachsstreifchen be- 
deckt, welche namentlich auf dem letzten deutlich zu Bändern 
gruppirt sind. Mündung spitzeiförmig, die Spindel wenig үе!" 
dreht, aber verdickt und unten schwach stumpf-winkelig, deut- 
lich auswärts umgeschlagen. Mundsaum ununterbrochen fort- 
setzend, innen gelippt“. (Sandberger.) 
Fig-102,9.Lomnse. Alt. 8 mm, lat. 45 mm. 
ЖЫЙ dat бм Vorkommen: Selten bei Tuchofic, Kolosoruk und Wärzel. 
berger.) Ausserdem wird die Art von Tann im Rhöngebirge, von 
Lucbardez und von Wiesbaden (im Litorinellenkalke) angegeben. 


а b 


XXXIV. Genus Planorbis Guett. 


94. Planorbis cornu Drogniart. 


Planorbis cornu Al. Brogniart, Ann. du mus. XV. p. 371. Pl. XXII. fig. 6. 
—- solidus Sandberger, Mainzer Becken р. 71. Т. ҮП. fig. 8. 
— pseudammonius Reuss, Palaeontograph. П. p. 37. T. IV. fig. u 
— solidus Reuss, Sitzungsb. d. k. Acad. d. Wiss. Bd. XLII. p. 79 
= —  Slavfk, Archiv pro přírod. prozk. Čech I. 2. p. 261. 
— — Boettger, Jahrb. der geolog. Reichsanst. ХХ. р. 298. 
— cornu Sandberger, Vorwelt p. 347 etc., Taf. XVIII. fig. 12. 


Testa orbicularis, superne depressa, centro satis profunde excavata, inferne 
convexiuscula, umbilicata, umbilico pervio, haud profundo. Anfractus 6 sensim di- 
latati, suturis canaliculatis disiuneti, primi subteretes, Bt" 
quentes magis magisque inaequaliter depressi, ultimus pe“ 
nultimo bis latior. Anfractus initialis mamillatus, laevis, 
actori costulis transversalibus obliquis, inferne subrectis 
saepeque etiam .longitudinalibus plus minusve numerosis 
ornati. Apertura perobliqua, depresso-hippocrepica, marg 


b nibus callo distineto iunctis, intus labiatis. 

ee Die Schale ist von kreisfórmigem Umrisse mit abge 
Fig. 108 а, ^. Planorbis  Dlatteter, in der Mitte ziemlich tief triehterförmig einge“ 

cornu Brogn. senkter Oberseite und flach gewölbter, weit- und durch- 


gehend, aber nicht tief genabelter Unterseite. Sie besteht 
aus 6 allmählig an Breite zunehmenden und durch kanalartige Nähte von einander 
getrennten Umgängen, welche in der Jugend fast stielrund sind, später aber immer 
mehr und zwar oben stärker als unten abgeplattet erscheinen, der letzte ist doppelt 
so breit als der vorletzte. Verzierungen fehlen der zitzenförmigen Embryonalwindung 
noch ganz, auf allen anderen aber treten oben schiefe, bogige, auf der Unterseite 
fast geradlinig nach dem Nabel hin verlaufende Anwachsrippehen auf, welche öfter 


107 


von zahlreichen feinen Längsstreifen schräg durchsetzt werden. Die sehr schief 
gelegene Mündung hat die Form eines einseitig zusammengedrückten Hufeisens ; 
Ihre Ränder sind durch eine mässig dicke Schwiele verbunden und innen schwach 
Selippt. , 

Alt. 7'/, mm, diam. m, 20 mm. 
| Vorkommen: Tuchofie, Lipen, Kolosoruk, Mire&owic und Littmie. Ausser 
Böhmen hat die Art zahlreiche Fundorte, z. B. Cordes, Mas Stes Puelles, Ville- 
Neuve, Larrieg-Saucats, Hochheim, Delsberg, Fontainebleau u. s. w. Sie geht, fast 
Immer von Planorbis declivis Al. Braun begleitet, in verschiedenen Varietäten vom 

nteroligoeän bis in das Obermiocän herauf. 

Sehr ähnlich ist der vorliegenden Art der in Westindien und Mexico lebende 
Planorbis tumidus Pfeiff. 

Planorbis decussatus Reuss (Palaeontographica p. 39. Taf. IV. fig. 11.) hat 
Schon Boettger (1. c. p. 298.) als Jugendform von Pl. cornu eingezogen. 


95. Planorbis declivis Al. Braun. 


Planorbis declivis Al. Braun, Walchner's Geogn., 2. Aufl. p. 1134 
-— — . fandberger, Conchyl. Mainz. Tert. Beck. p. 73. Taf. VIL 
ШО; 
= applanatus Reuss, Palaeontographica П. р. 38. Taf. ТҮ. fig. 8. 
—  Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Wien, XLII. 
posco 
— declivis Slavík, Arch. pro prírod. prozk. Goch I. 2. p. 262. 
—— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 298. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 491 etc. Taf. XXV. fig. 9. 


Testa parvula, orbicularis, pagina supera paulum convexa, centro exe: wata, 
um infera subplana, umbilico lato, pervio sed paulum profundo subexcavata, angulo 
uto conuivente. Anfractus sex, sutura profunda disiuneti, 
ad exeavationem superam et inferam obtuse carinati, lente 
VCCrescentes, ultimus penultimo ter latior. Striae transver- 
Sales subtilissimae confertae superne oblique antrorsum in- 
exac, inferne subrectae, vix inflexae. Apertura obliqua tri- 
Mpularis, marginibus tenuibus acutis, callo subtilissimo 
Unetis, infero fere recto. 

Die kleine Schale hat einen kreisfórmigen Umriss ; 
Ihre obere Seite, die mit der unteren unter einem spitzen Fig. 104 а, b. Planorbis 
inkel zus ammenstösst, ist flach gewölbt und nur in der declivis Al. Braun. 

itte ausgehöhlt, ihre untere Seite ist fast eben und äusserst 
eicht, aber dur chgehend genabelt. Sie besteht aus sechs durch tiefe Nähte geschiedenen 
mgingen, die mit sehr feinen, gedrängten, auf der Oberseite schief nach vorn ge- 
"ümmten, auf der unteren aber fast geradlinigen Anwachsstreifchen verziert sind; 
Sie nehmen langsam an Breite zu, der letzte ist nur dreimal so breit als der vor- 
Hate Die dreieckige, auf dem letzten Umgange sehr schief stehende Mündung hat 


108 


scharfe, durch eine äusserst feine Schwiele verbundene Ränder; der Unterrand ist 


beinahe geradlinig. 
Alt. 15 mm, diam. m. D mm. 
Vorkommen: Tuchofic, Lipen, Kolosoruk, Stolzenhahn, häufig; Wiesbaden, 


Castel, Weissenau bei Mainz im Hydrobienkalke, Hochheim im Landschneckenkalk® 
Kleinkarben in einer Süsswasserschicht des Cerithienkalkes, Gusternhain bei Her- 
born im Basalttuff, Ulm, Burglengenfeld bei Regensburg, Rein in Steyermark Ш 


zahlreiche französische Fundorte. 
Sandberger bringt (Vorwelt T. XXV. fig. 9 e) eine Abbildung von einer 
dieser Art gehörenden Scalaride von Wiesbaden. 
Von lebenden Arten bezeichnet Sandberger den südamerikanisc 


kermatoides D'Orb. als die nüchstverwandte Art. 


hen Planorbi$ 


96. Planorbis ungeri Reuss. 


Planorbis ungeri Reuss, Palaeontograph. IL. p. 39. T. IV. f. 10. 

— — Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 79. 
— Slavík, Archiv pro přír. prozk. Öech. I. 2. p. 263. 
— Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 298. 

— Sandberger, Vorwelt p. 424. T. XXIV. f. 1—1 c. 


aequa 
tuli? 
falci- 


Testa lentiformis, depressa, margine acute-carinata, superne et inferne 
liter excavata; anfractus quinque supra et infra carinam convexiusculi, 00 
transversalibus distantibus in supera parte incurvis, 
formibus, in parte infera paulum obliquis ornati, ultimus prae 
cedenti fere bis latior. Apertura obliqua, compressa, lanceol& y 
Die kleine Schale ist flach linsenförmig, am Rande ge 
scharf gekielt und oben und unten fast gleichmässig, wett 
ausgehöhlt; sie besteht aus fünf Umgängen, die oben ші! 
sichelförmig gebogenen, ziemlich weit voneinander entfernten 
unten nur wenig schief gelegenen Anwachsstreifchen verzie 
sind; der letzte Umgang ist fast doppelt so breit als der YO" 
Fig. 105 a, b. Planorbis letzte. Die Mündung ist stark gegen ihn geneigt, gedrüc*^ 
ungeri Reuss, lanzettfórmig. 
Alt. 1—1:4 mm, latit. 4—6 mm. 
* Vorkommen: Tuchorie, sehr selten. 
Н. ungeri steht, wie Sandberger a. a. О. p. 424 sagt, in den meisten pe 
ziehungen dem Planorbis planissimus Mousson von den Fiji-Inseln nahe, ist à 


noch flacher und kleiner als dieser. 


97. Planorbis cognatus Reuss. 


Planorbis cognatus Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. Р. 1% 


Taf. IIL fig. 15. 3 
— — Slavík, Archiv pro přírodověd. prozk. Čech I. 2. P. E 
d — — Boettger, Jahrb. der geolog. Reichsanst. XX. р. ^' | 


109 


„Die kleine Schale ist auf der oberen Seite ziemlich gewölbt, in der Mitte 
vertieft. Die Unterseite ist etwas weniger eonvex und in der Mitte auch etwas 
schwächer concav. Auf dem Rücken des Gehäuses verläuft sehr wenig unter der 
Mitte ein sehr stumpfer, gerundeter Kiel. 3*/, durch tiefe 
Nähte gesonderte Umgänge, die langsam an Breite zu- 
nehmen, so dass der letzte nicht mehr als zwei und ein 
halbmal so breit erscheint als der vorletzte. Die Schalen- 
oberfläche glatt; unter der Loupe treten sehr feine ge- 
drängte Anwachsstreifen hervor, die auf der Unterseite des 
Gehäuses fast gerade zum Nabel verlaufen, auf der oberen 
Fläche einen schwachen, vorwärts gerichteten Bogen bilden. | 3 
Die Mündung wenig schief, breithalbmondförmig, höher als Fig. 106 a, 5, c. Planorbis 
breit, « (Reuss.) cognatus Reuss. (Copie n. 

Reuss.) 

Vorkommen: Selten bei Tuchofie und Lipen. Ich 
habe die Art nicht gesehen. 

,DPlanorbis cognatus unterscheidet sich von Pl. laevis v. Klein durch be- 
deutendere Höhe des Gehäuses und der Mündung, durch den Mangel des Basal- 
kieles, die stärkere Wölbung der Unterseite, und die weniger rasch an Breite zu- 
Dehmenden Umgänge“. (Reuss.) 


98. Planorbis laevis v. Klein. 


Planorbis laevis v. Klein, Würtemb. Jahresh. IL p. 79. Taf. I. fig. 26. 
== — Sandberger, Mainz. Tert. Becken р. 74. Tat, VIL 00. 10. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 298. 
= — Sandberger, Vorwelt p. 578. Taf. XXVIII. fig. 21. 
— exignus Reuss, Palaeontograph. II. p. 38. Taf. IV. fig. 9. 
-— — Slavík, Archiv pro přírod. prozk. Čech, I. 2. p. 262. 


Testa superne convexiuscula, centro modice immersa, inferne paulum de- 
Pressa, umbilico satis lato, haud profundo excavata. Anfractus 3'/, rotundati, suturis 
Profundis disiuncti, costulis transversalibus subtilibus, ob- 
tusis, paulum distantibus ornati, ultimus penultimo ter la- 
tior, Apertura ovato-cordata, marginibus tenuibus, acutis. 

' Die Schale ist oben sehr flach gewölbt und auf der 

Mitte mässig weit und tief eingesenkt, unten aber wenig 
abgeplattet und ziemlich weit, aber flach genabelt. Sie be- 
Steht aus 31/, rundlichen, durch tiefe Nähte getrennten D 
"nd mit matten, wenig von einander abstehenden Quer- Fig. 107 a, b, c. Planorbis 
Прреһеп verzierten Umgängen, deren letzter dreimal so laevis v. Klein. (Copie n. 
breit ist als der vorletzte. Die Mündung ist gerundet-herz- Reuss.) 
förmig mit einfachen scharfen Rändern. 

Vorkommen: Tuchofie und Kolosoruk, sehr selten. Die Art hat weiter zahl- 


reiche obermioeäne Fundorte: Steinheim, Undorf, Dürrenzimmern, Locle (Cant. Neu- 
Chatel) etc. 


Ob die böhmischen Stücke mit dem typischen Pl. laevis wirklich so völlig 


| 


110 


übereinstimmen oder ob sie nicht eher zu Pl. dealbatus Al. Braun zu stellen wären, 
kann ich wegen Mangel an Vergleichsmaterial nicht entscheiden. 


——ÓPáQ 


c e 


99, Planorbis hlazkai n. 


im Testa parvula nitens, convexa, superne excavata. Anfractus 4'/, suturis 
| profundis disiuneti, celeriter accrescentes (ultimus penultimo bis latior), striis trans“ 
il versalibus subtilissimis, superne valde obliquis, inferne subrecti 
| ornati. Apertura lunata, marginibus simplicibus, acutis. 

Die kleine, gewölbte, stark glänzende Schale ist oben ein- 
gesenkt und wird von 4"/, durch tiefe Nähte geschiedenen Um- 
gängen gebildet, die an Breite ziemlich rasch zunehmen, so das 
der letzte zweimal breiter ist als der vorletzte. Ihre Oberfläch® 


D 

| ist mit sehr feinen, auf der Oberseite ziemlich stark bogig ge 

| krümmten, auf der Unterseite aber fast geradlinig zum Nabel 

1 verlaufenden und sich dort theilweise vereinigenden Anwachs- 

M streifchen verziert. Die Mündung ist mondförmig, ihre Rände! 

D einfach und scharf. 

| Alt. 2 mm, diam. max. 6 mm. 

1 | Fig. 108 a, b. Planorbis Vorkommen : Sehr selten bei Wáürzen ; ich habe nur 3 Stücke | 
b blaZkai n. gesammelt, | 
" Ich erlaube mir die hübsche Art dem Herrn Fr, BlaZk* 

kr dem ich die Abbildungen zur vorliegenden Arbeit verdanke, zu widmen. 

| 

HN "an 

9 XXXV. Genus Ancylus Müller. 

bi 100. Ancylus (Velletia) decussatus Reuss. 


Ancylus decussatus Reuss, Palaeontograph. П. p. 17. T. I. f. 1. 

d —- — —  Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. 

Ki — — Slavík, Archiv pro pffrod. prozk. Čech I. 2. p. 264. 
3 —- —- Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. ХХ. р. 299. 
A — = Sandberger, Vorwelt р. 424. Т. XXIV. fig. 2. 


Testa ovalis, elatior, apice valde excentrico, rotrorso 
et sinistrorso, costulis concentricis et radiatis subundulosi? 
eleganter decussata. 

Die Schale ist von eifórmigem Umrisse, ziemlich hoch | 
mit rückwärts und nach links gerichteter Spitze und zie" 
licher, durch Durchkreuzung der Anwachsstreifen Of 
schwach wellenfórmig gebogener Radialstreifen erzeugte 


Fig. 109 a,b. Ancylus de- 


n cussatus Reuss (Copie n. 

E Sandberger); c) Sculptur,  gitterfórmiger Зешрбиг. í 

d vergróssert, Vorkommen: Tuchofie und Kolosoruk, selten, nur m 
festen Kalksteine; etwas hüufiger wird sie bei Stolzenhahn: 

1 von wo sich schóne, grosse Stücke in unseren Sammlungen befinden. Weiter kommt 


EW 


Sie noch bei Kaltennordheim und Dietgeshof a. d. Rhön in Braunkohlenmergeln, 
Sauerschwabenheim in Rheinhessen und Vilbel (bei Frankfurt a. M.) vor. 

Ancylus decussatus soll nach Sandbergers Vergleichungen mit keiner leben- 
den Art näher verwandt sein. 


XXXVI. Genus Acrochasma Reuss. 


101. Acrochasma tricarinatum Reuss. 


Acrochasma tricarinatum Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien 
ALI P: 50, ЖаШ Щй, 10 
— — Slavík, Archiv pro pfírod. prozkoumání Čech I. 
2. p. 265. 
— Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. ХХ. 299, 
Sandberger, Vorwelt p. 425. 


Reuss: „Das kleine, sehr dünne und zerbreehliche Gehäuse ist schief drei- 
Seitig-pyramidal, der kurze spitze Wirbel excentrisch nach hinten gerichtet. Die 
intere Seite des Gehäu- 
808 abgestutzt durch eine, 
sonders im unteren Thei- 
6, von einer Seite zur an- 
dern ausgeschweifte trian- 
Шахе Fläche. Am oberen 
"nde derselben, hart unter 


dem Wirbel, liegt eine a b в 
kleine, in senkrechter Fig. 110 a, b, с. Aerochasma tricarinatum Reuss (Copie n. Reuss). 


ichtung etwas verlän- 

Berte, von einem scharfen Rande eingefasste spaltenförmige Öffnung, von welcher 
êm schwacher, nach unten allmählig breiter werdender, sich aber zugleich immer 
Mehr verwischender Wulst bis fast zum unteren eingebogenen Rande des Gehäuses 
erabläuft. Im Innern des Gehäuses setzt sich die Öffnung als schmale Furche bei- 
Nahe bis zur halben Höhe herab fort.“ 

„Die beiden unregelmässig dreieckigen Seitenflächen sind nur in der Nähe 

des oberen Kieles, in welchem sie zusammenstossen, schwach gewölbt, sonst fast 
eben, unterhalb des Wirbels selbst etwas eingedrückt. Der eben genannte obere 
Kiel ist winkelig, aber nicht scharf, am schärfsten noch in der Nähe des Wirbels. 
ur Steigt von diesem in schwacher Biegung schräg herab.“ 
à „Mit der hinteren Fläche stössen beide Seitenflächen in einem scharfen 
Kiele zusammen, der sich unten in einen nach hinten vorspringenden Zipfel ver- 
gert und dadurch concav bogenförmig wird. Durch diese seitlichen Verlänge- 
"ungen wird auch die Concavität der hinteren Fläche und das Eingebogensein des 
"eren unteren Randes bedingt.“ 

„Das Gehäuse mündet in seiner ganzen Weite aus. Die von scharfen Rän- 


an umgrenzte Mündung ist daher dreiseitig, mit sehr schwach convexen Seiten 


112 


und eingebogenem hinteren Rande. Die unebene Oberfläche der glanzlosen Schale 
zeigt nur sehr unregelmässige und unterbrochene Anwachsstreifen, die auf der hin- 
teren Seite des Gehäuses noch am deutlichsten . hervortreten. Ursprünglich dürfte 
dasselbe wohl mit einer Epidermis überzogen gewesen sein.“ 

„Da der eben beschriebene Fossilrest in dem Süsswasserkalke von Lipen 
gefunden wurde, begleitet von einer grossen Anzahl von Land- und Süsswasser- 
conchylien, den Gattungen Helix, Bulimus, Pupa, Clausilia, Glandina, Acme, Li- 
mnaeus, Planorbis, Cyclas angehörig, sowie von sparsamen Resten von Landpflanzen; 
ohne jede Spur von marinen Resten, die überhaupt dem ganzen Gebilde vollkommen 
mangeln, so dürfte wohl der Schluss erlaubt sein, dass derselbe ebenfalls von keinem 
Seethiere abzuleiten sei, sondern offenbar von einem Süsswassergasteropoden ab- 
stamme. Aber weder unter den lebenden, noch unter den fossilen Formen derselben 
ist mir bisher irgend eine bekannt geworden, mit welcher sich das in Rede ste 
hende Fossil auch nur annähernd vergleichen liesse. Wenn es erlaubt ist, aus der 
Form und der Structur der Schale einen freilich unsicheren Schluss zu ziehen, 80 
könnte man, was hier auch vorläufig geschieht, das eigenthümliche Genus, dessen 
Typus unser Fossilrest bildet, zunächst an Ancylus anschliessen. Von der anderen 
Seite aber scheint es in Folge seiner Scheitelöffnung vielmehr in der Reihe der 
Süsswassergasteropoden jene Formen zu vertreten, die im Kreise mariner Gastero 
poden unter dem Namen Cemoria oder Puncturella begriffen werden.“ 

,Bisher sind nur zwei Exemplare von Herrn Schwager im mergeligen Süss- 
wasserkalke von Lipen entdeckt worden.“ — 

Seit der Zeit ist, soviel mir bekannt, kein anderes Exemplar gefunden 
worden; die sonderbare Form bleibt immer noch ganz isoliert und unerklärt, wenn 
wir nicht bezweifeln wollen, dass sie wirklich im Süsswasserkalke entdeckt worden ist: 


XXXVIL Genus Melanopsis Ferussac. 


102. Melanopsis boettgeri n. 


Testa conico-turrita, nitens, dense, subtilissime, ir- 
regulariter costulata. Anfractus 6 fere plani (primi ob- 
tusecarinati), ad suturam linearem impressi; ultimus 
convexior circiter ?/, omnis altitudinis aequat. Apertura 
piriformis, superne acute angulata. Peristoma vix incra 
satum, callus parietis columellaeque arcuatae tenuis. 

Die kegelförmige, hohe, glänzende Schale verengert 
sich schnell zur Spitze; ihre Oberfläche ist mit 5° | 
feinen, dichten und unregelmässigen Anwachsstreifehe! 
verziert, nur stellenweise sieht man breitere und stir" 
ker erhóhte Rippchen, die zwischen jene eingeschobe? 
d sind. Das Gehäuse besteht aus sechs sehr wenig ge 
Tig. sit iUd, oMelenopalé wülbten, fast flachen Umgüngen (die jüngeren sind stump” 

boettgeri n. ) gekielt). Die Naht ist sehr seicht, von einer müssle 


118 


breiten, flachen Rinde begleitet, die dadurch entsteht, dass die Windungen unter 
der Naht in mässiger Breite flach eingedrückt sind. Der letzte, gewölbtere Umgang 
erreicht fast ?/, der Gesammthóhe der Schale. Die Mündung ist birnfórmig, oben 
in einen scharfen Winkel auslaufend. Der äussere Mündungsrand ist ein wenig 
vorgezogen, wenig verdickt. Die die Mündungswand und die gedrehte Spindel be- 
deckende Schwiele ist besonders oben schwach, unten etwas stärker. Die Mündung 
iSt verhältnissmässig kurz, infolge dessen die Rinne in keine Spitze ausgezogen ist. 

Alt. 11—12 mm, diam. m. 7 mm. 

Vorkommen: Wärzen, im Kalktuffe; Bruchstücke genug häufig, ganze 
Exemplare jedoch selten; im festen Kalksteine von demselben Fundorte habe ich 
bisher kein Stück gefunden; ausser Wärzen habe ich ein, derselben Art angehö- 
rendes, schlecht erhaltenes Stück in Tuchofie gefunden und ein nicht ganz erwach- 
Senes, sehr schön erhaltenes Stück aus festem Gestein von Waltsch gekauft. 

Diese schöne und sehr interessante Art gehört in die Gruppe der Melano- 
DSis acicularis Fér. (Thermalwüsser bei Vöslau, Nieder-Oesterreich), die ihr von 
lebenden Vertretern dieser Gattung wohl am nächsten stehen wird. Mel. boettgeri 
Ist aber nie so schlank, der letzte Umgang ist bauchiger und die Mündung breiter. 
Die Umgänge wachsen viel schneller zu, so dass, wie schon oben hervorgehoben 
Wurde, der letzte Umgang im Verhältniss zu den übrigen viel grösser ist, wogegen 
bei M. acicularis der letzte Umgang etwa die Hälfte der ganzen Schalenhóhe er- 
reicht, Unter den fossilen Arten hat unsere Art — wie es scheint — keine näher 

9rwandte; eine Urform von ihr mag eine neue oligocaene Melanopsis-Art von 
Gross-Wardein (in Ungarn) sein, die ich beim Herrn Dr. Boettger vergleichen konnte. 


XXXVIII. Genus Euchilus Sandberger. 


103. Euchilus rubeschi Reuss. 


Pomatias Rubeschi Reuss, Palaeontographiea II. p. 40. Taf. IV. fig. 12. 
— —  Sitzungsber. d. К. Akad. d. Wiss. ХИП. p. 61. 
— — . Blavík, Archiv pro pfirod. prozk. Čech I. 2. p. 266. 
— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 299. 
qum — Sandberger, Vorwelt p. 423. 


| Testa turrita, apice acuto, basi perforata. Anfractus 
Sex sutura, tenui disiuneti, convexi, primus et secundus 
glabri, caeteri transversim costulati, costulis subtilibus 
obtusis, non numerosis. Apertura suborbicularis, superne 
angulata, obliqua. Peristoma reflexum, incrassatum, ex- 
tus obtuse-rotundatum. 

Das Gehäuse ist thurmförmig, mit zugespitztem 


Wirbel und durchbohrter Unterseite. Es wird von sechs a b 
Dich schmale Nähte von einander geschiedenen, ge- Fig. 112 а, b. Euchilus ru- 


ред Umgängen gebildet; der erste und zweite Um- beschi Reuss. 


8 


114 


gang ist glatt, die übrigen mit sehr feinen, abgestumpften, nicht zahlreichen An- 
wachsrippchen bedeckt. Die schiefe Mündung ist fast kreisförmig, oben winkelig; 
ihre Mundründer sind umgeschlagen, verdickt, aussen gerundet. 

Alt. 7 mm, diam. m. 3 mm. 

Vorkommen: Kolosoruk und Stolzenhahn, nicht sehr selten, aber nur als 


Steinkern. 


XXXIX. Genus Bythinella Tandon. 


104. Bythinella cyclothyra Doettger. 


Paludinella eyelothyra Boettger, Neue Conch. des Mainzer Tert.-Beckens in 
Palaeontograph. XIX. p. 35. Taf. ҮШ. fig. 6. 

Typus: 

„Testa minuta, oblique rimata, ventricosa, ovato-oblonga, spira subconich, 
apice obtusa. Anfractus 5 convexi, ad suturam profundiorem paullo depressi, priores 
sensim acerescentes, ultimus omnis testae saepe altitudinem aequans, ventricosus, 
aperturam versus deflexus nec non modice solutus, haud angustatus. Striae trans“ 
versales subtilissimae, subrectae. Apertura ampla, gubeircularis, superne vix апр 
lata, peristoma continuum, intus modice incrassatum. 

Die ziemlich dünnwandige, noch bräunlich gefärbte, mit engem, 
Nabelritz versehene Schale ist bauchig, lünglich eiförmig mit nahezu kegeligen 
Gewinde und stumpfer Spitze. Sie besteht aus 5 gewölbten Umgängen, die durch 
verhältnissmässig tiefe Nähte getrennt werden und mit Ausnahme des letzten all- 
mählig an Höhe zunehmen; dieser ist dagegen aufgebläht, etwas von dem vorletzten 
abgezogen und an der Mündung nicht verenet. Er erreicht oft die Höhe der 8% 
sammten übrigen Windungen zusammengenommen. Die wenig deutlichen Anwachs- 
streifen verlaufen regelmässig. Die geräumige, grosse Mündung ist fast kreisförmiß 
nur oben ein wenig stumpfwinklig; der Mundsaum ist ununterbrochen, innen etwas 


verdickt.“ (Boettger.) P. 
Vorkommen: Nur einmal vom Dr. Boettger im Cyrenenmergel von vilbe 


gesammelt. In Böhmen vertritt sie ihre 


schiefem 


Var. gracilis n. 

Differt a forma typica testa gracilioré 
ac crassiore. | 

Die böhmische Varietät ist konstant etwas 
schlanker und dickschaliger als die typische 
Form von Vilbel. 
T ug Alt. 25 mm, diam. max. 1—1:1 mm. 
Vorkommen: Häufig bei Würzen; einige 
Fig. 113 a, b, c. Bythinella cyclothyra Boettg. Stücke habe ich auch am nahen Velkaberge 
E aua und bei Waltsch gesammelt. 

Von lebenden Arten hat unsere 


Form 


* 


die meiste Ähnlichkeit mit D. lacheineri Küst. var. pupula West die ich in der 


115 


Boettger’schen Sammlung aus einer Quelle im Mühlbachsgraben (Steyermark) ver- 
gleichen konnte. 


105. Bythinella scalaris Slavik. 


| Bythinella scalaris Slavík, Arch. für naturwiss. Landesdurchf. v. Böhmen 

| I. 2. p. 269. Taf. IV. fig. 24. 25. 

mm — — Archiv pro pfírod. prozk. Cech I. 2. p. 267. 
T. IV, fig, 24, 20. 

—- — Boettger, Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XX. p. 29. 

—- — Sandberger, Vorwelt p. 423. 


„Testa umbilicata, eylindrica, apice obtusa, subtilissime striata, lutescens. 
Anfraetus 4, sutura profunda conjuncti, convexi, medio parum applanati, oblique 
Striati, Apertura oviformis. Peristoma rectum, simplex, 
margine externo protracto, margine columellari parum ex- 
tenso, 

Xehüuse klein, geritzt, cylindrisch, abgestutzt, fein ge- 
streift, dünn und zart, glänzend. Umgänge 4, durch eine 
etwas eingeschnürte Naht verbunden, sehr gewölbt, in der 
Mitte aber etwas gedrückt, so dass oben und unten eine 
| Bs ne к fein br ueni ey n Pi uou d Bub 
| er erst gang X; einen sehr st ` фе], der ЕТКЕ" | 
| letzte ist Pam. ени prier enel Co Ge и м Зена 

SU 7 ы j 'gend. ge 5» Slavik.) 
Sehr schwach winkelig. Mundsaum scharf, einfach und ge- 
rade. Äusserer Mundrand etwas vorgezogen, Spindelrand wenig umgeschlagen. 

Höhe 9:5 mm, Breite 0'75 mm. 
| Vorkommen: Sehr selten in den mergeligen Schichten von Tuchofic. Ich 
fand nur ein, jedoch wohlerhaltenes Exemplar. 

Unter den mir bekannten lebenden Formen von Paludinella (Litorinella) 
lässt sich diese Art am besten mit Paludinella cylindrica Partsch vergleichen. Diese 
hat jedoch oben abgesetzte, nach unten gedrückte Umgänge, so dass sie nur oben 
| Sekantet erscheint, ferner einen breiteren Nabel, grössere und oben deutlich win- 
kelige Mündung, endlich ist sie bedeutend kleiner.“ (Slavik.) 


XL. Genus Sphaerium Scop. 


106. Sphaerium pseudocorneum Reuss. 


Cyclas cornea Reuss, Palaeontograph. П. p. 41. Tat. ТУ. fig. 13. 
— pseudocornea —  Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. XLIL p. 82. 


Y. 


Sphaerium pseudocorneum Slavík, Archiv pro přír. prozk. Cech I. 2. p. 268. 
m- Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 299. 


б os Sandberger, Vorwelt p. 360. 
Die Schale ist im Umrisse herzförmig, bauchig, etwas ungleichseitig. Der 
Vorderrand ist viel niedriger, ein wenig ausgezogen und gerundet, der etwas höhere 


8% 


116 


Hinterrand bildet einen flacheren Bogen und unten einen undeutlichen, stark ab- 
gerundeten Winkel. Die mässig dünne Schale ist fein gestreift, mit einzelnen stär- 
keren Anwachsringen. Die Wirbel sind aufgeblasen, stumpf, wenig vorstehend, sich 
fast berührend. 

Alt. 7 mm, long. 8'5 mm. 

Vorkommen : Tuchofie, Тіреп, Stolzenhahn, Miresovie und Kostenblatt, nieht 
selten. aber fast immer nur als Steinkern; wir besitzen kein einziges loses Stück. 

— Sie kommt auch im Landschneckenkalk v0? 

Hochheim, im Braunkohlenmergel von Kaltennord- 
heim i. d. Rhön und im Rugulosa-Kalke von Oepfin- 
беп und Gamerschwang bei Ulm vor. — 

Das Schloss ist von keinem Fundorte geni 
gend bekannt. Eine kurze Bemerkung über die 
Schlossverhältnisse findet sich nur bei Reuss (Gr 
Fig. 115 а, b. Sphaerium pseudocor- — zunosber. XLII. p. 82.): „Der Bau des Schlosses, 
neum Reuss. (Copie nach Reuss.) das Vorhandensein eines dünnen kleinen Schloss- 

zahnes in jeder Klappe und eines einfachen platt 
förmigen Nebenzahnes auf jeder Seite der linken und zweier solcher auf jeder Seite 
der rechten Schalenklappe stimmt vollkommen (mit Sph. corneum) überein.“ == 
Die weiteren zwei von Reuss beschriebenen Arten, Sphaerium prominulum 
Reuss und seminulum Reuss, halte auch ich für Jugendformen der beschriebenen 
grossen Art. 


Auffallend ist, dass in Böhmen die grösseren Helix-Arten so selten sind 
und die grossen vollständig fehlen; die Formen mit tropischer Verwandtschaft 
überwiegen über die der gemässigten Zone. Fast alle bei Hochheim wiederkehrenden 
Arten sind Wasser- und kleine Landschnecken. Es scheint wahrscheinlich zu seil: 
dass die Tuchoficer Mulde doch ein wenig jünger ist, als die Ablagerungen ҮОЛ 
Hochheim, also unterstes Untermiocän. Für Böhmen eigenthümlich oder wenigsten® 
bis jetzt nur von Böhmen bekannt sind folgende Arten; Craspedopoma leptopomoides 
Reuss, Acme laevissima n., гісі Flach, callosa Boettg., limbata Reuss, Oleacina 
neglecta n., Vitrina intermedia Reuss, Archaeozonites explanatus n., Hyalinia ihli ЛЬ; 
bohemica n., vetusta n., mendica Slav., Strobilus elasmodonta Reuss, Patula friči 019 
stenospira Reuss, densestriata n., alata n., Helix tuchořicensis n., plicatella Reuss: 
devexa Reuss, zippei Reuss, wärzenensis n., homalospira Reuss, rarissima n., hir- 
sutiformis n., perfecta n., manca n., bohemica Boettg., robusta Reuss, papillifera D, 
Cochlostyla lemuziana n., Omphaloptyx bohemica n., Buliminus filocinctus Reus’, 
complanatus Reuss, Subulina nitidula n., Opeas corrupta n., Cionella dormitzer! 
Reuss, Azeca pumila Slav., monocraspedon Slav., vitrea n., Triptychia vulgata Reuss, 
Serrulina schwageri Boettg., polyodon Reuss, amphiodon Reuss, Clausilia uličnýi 0% 
tenuisculpta Reuss, perforata Boettg., filifera n., attracta Boettg., mira Slav., Tor 
quilla intrusa Slav., Negulus raricosta Slav., Coryna diezi Flach, Vertigo minor 
Boettg., mierostoma Reuss, Suceinea affinis Sandb., peregrina Reuss, Carychium 


117 


maius Boettg., Planorbis ungeri Reuss, cognatus Reuss, blaZkai n., Acrochasma tri- 
Carinatum Reuss, Melanopsis boettgeri n., Euchilus rubeschi Reuss und Bythinella 
Scalaris Slav., also im Ganzen 65 Arten von 106, die in Böhmen vorkommen. Dazu 
kommt aber noch eine Anzahl von Arten, die in Böhmen nicht in typischer Form, 
Sondern in ziemlich abweichenden Varietäten vorkommen; die Selbstständigkeit der 
böhmischen Ablagerungen ist also sehr gross, jedenfalls viel grösser, als man früher 
angenommen hat. 

Landbewohner sind 89 Arten, Süsswasserschnecken haben nur 17 Vertreter, 


Süugethiere sind in den beschriebenen Ablagerungen sehr selten. Es sind 
folgende Arten bekannt: Rhinoceros sp. von Waltsch, Aceratherium sp. aus dem 
Süsswasserkalke von Tuchořic und Waltsch, Palaeomeryx medius Meyer und P. 
Scheuchzeri Meyer, Choerotherium sansaniense Lart., Hyotherium meisneri Mey. und 
Amphicyon intermedius von Tuchofie, und endlich eine Arvicola ?-Art von Waltsch. 
icht besser steht es mit den Fischen, von denen wir nur drei Arten kennen: Leu- 
Ciseus stephani Mey. und Esox waltschanus Mey. von Waltsch und Aspius furcatus 
Reuss von Kostenblatt. Von Crustaceen kommen besonders bei Tuchofic drei Cypris- 
Arten (C. augusta Reuss, grandis u. nitida id.) und eine Candona (С. polystigma 
Reuss) nicht selten vor. Sehr selten dagegen ist der Isopode Archaeosphaeroma friéi 
Ovák, von dem bisher nur zwei Bruchstücke gefunden wurden. 

Auch Pflanzenresten begegnet man in den Conchylien führenden Schichten 
Dur selten, Am häufigsten findet man noch Holzstücke von Betulinum stagnigenum 
Ung. oder Früchte von der weit verbreiteten Grewia crenata Heer (= Pyrenella 
lacunosa Reuss, Celtis hyperionis Unger.) Viel seltener sind Juglans dilatata Reuss, 
Carex antiqua Slav., Chara sp., Arundo ? sp. 


KEGOGISTER 


Acme Hartm. . 

— banatica Dup. 

—  benekei Andr. . 

— callosa Boettg. . 

— costellata Reuss 

— filifera Sandb. 

— friči Flach. 

— fusca Walk. . 

— laevissima n. 

— limbata Reuss . 

— lineata Drap. .. 

— subfusca Flach 

—  gublineata Andr. . . . . 
Acmopupa subtilissima Al. Br. 
Achatina dormitzeri Reuss 

— inflata Reuss . 

== lubricella Al. Br. 

—- producta Reuss 

— sandbergeri Thom. 

— subrimata Reuss 
Acrochasma tricarinatum Reuss 
Ancylus decussatus Reuss 
Archaeozonites Sandb. ...... 

— algiroides Reuss. . 
a аврати 
— depressus Grat. 


“м euryomphalus Pfeiff. . 


— explanatus Klika 
— haidingeri Reuss . 


— semiplanus Reuss 
— subangulosus Benz 
— Subverticillus — 
EEN Kë a uc лу, 

e  paudoni Mich. Q6 „у ни 

— loryi Mich, . ... 

—  loxostoma Klein . 

— шопосгазрейоп Slavík 


|| 18; 


. 24, 


i 
. 24, 


„04, 


var. reussi Klika 


24, 


. 74 


Azeca pumila Slavík 


Seite 


73, 15, 76 


— tridens Leach AE 
— vitreg n. 16 
Buliminus Ehrenb. . . .. 66 
_ candidus Lam. . 70 


E complanatus Reuss 
-— filocinctus Reuss . 
-— raddei Kob. 
— turgidulus Sandb 
Bythinella M. Tand. 
Sé cylindrica Partsch 
— eyelothyra Boettg. . . . . . · 
— — var, bohemica n. 
—- PORTATI ТАУ AE ы 
Carychiopsis Sandb. ré 
— costulata Sandb. . 
var. schwageri Reuss 
— dohrni Desh. . . . 
Carychium AIO ӨЛ Н ov co OV NR 
— exiguum Бау 
— maius Boettg. . 
— minutissimum Al. Вг, 
var. boettgeri 
Flach. 
-- nanum Sandb. 
21086110. Је ven n 
— dormitzeri Reuss. . . . 
— lubrica Müll. KC 
w= | lubricela Al RR 459 з 
var. subrimata Reuss 
(IA Ge тар о ооо 
— abnormis Boettg. 4 s soe u © 
— amphiodon Reuss . 
— attracta Boettg. . 
— denticulata Reus8 |. «+ t 
— filifera n. . 
— kochi Boettg. . 
— medlycotti Tristr. 
— mira Slavík . 


H 


‚ 66, 69 
‚ 66, 07 


69 


. 66, 09 


114 
114 
114 
114 
115 
100 
100 
101 
101 
101 
102 
102 
101 


102 
101 
71 
71 
72 
12 
73 
81 
87 
80 
85 


| Selte 
Clausilia neniaeformis Boettg. 81 
pe paul. Mal." oou uda 87 
om perforata Boettg. 83 
тиш polyodon Reuss . RT 
e strangulata Fér. 83 
em SUMUR ETIN, Era, BB 
ES tenuisculpta Reuss in. 81; 84 
m thomasiana var. verbanensis Stab. 84 
шоуга. 81 
Tw vulgata Reuss e 

X wetzleri Boettg. 85 
Üochlostyla Fér. 65 
ovd fibula Fer. 66 

TW huegeli P. 66 

vu lemuziana D^ (vu 65 

" "i proserpina Oppenh. 66 
Туа West, 2, 94 
Ex diez Flach 94 
C p. d CT Flach.. i 94 
"àspedopoma Pfeif . . . . . . 15 
wi leptopomoides Reuss 15 

Ge lucidum Lowe 16 

6 м monizianum Lowe 16 
^yelas MS 115 
E. 5 00me8- is AN 115 
C 77  pseudocornea Roths i 115 
"Yelostoma, Montf. mis d 
a Вр 15 
Glandina 8евшш........ rit 
n cancellata Said: 20 

ung inflata Reuss 20 
Шр. truncata Gmel. 21 
М]. EA 48 
~ aculeata Müll. 42 
77  alauda Té: 58 
—  angigyra Ziegl. f үф? 
77 apicalis Reuss 55, 57 
77 bohemica Boettg.. . 57 
^7  eoquandiana Math. . 66 
77 eoreyrensis Ziegl. 40 
^7 deflexa AL Br.. HAN 
77  devexa Reuss 50, 54 
77 diptyx Boettg. quod 
77  disculus Al. Br. : 40, 41 
7  elasmodonta Reuss . 33 
B euglypha Reuss 37 
E expansilabris Sandb. 0.69; "00 
gregaria Ziegl. . 51 

7o dara Say. 44 
^ — hirsuta Say 55 
77 — hirsutiformis n. 54 
7  homalospira Reuss 53 
— hortulana Thom. . 59 


Helix 


Hyalinia Fer. 


involuta Thom. . . . 
e Фай, ШОО to 
— таг, hecklei n. 

kinkelini Boettg. . 

lamellata Jeffr. . 

lapieida L. 

lepida Reuss. . . 

macrochila Reuss 

О 

merguinensis Phil. 

multicostata Thom. . . 

nana Al Вг... + 

obtusecarinata Sandb. 


H 


— f. minima n. . 
— var. obesula n. . 


osculum Thom. . 


— mut, labiata n. . 


— var. ornata n. 
u "Yan, tenuis n. 
ovum reguli Lea . . . 
papillifera n. . 
perfecta n. 
phacodes Thom. . 
plicatella Reuss 
pulchella Müll. . 
rahtii Al. Br. 
rarissima n. 
robusta Reuss 
rostrata Al. Br. 
spinifera Mouss. 
trichophora Reuss 
tuchoficensis n. 
uniplicata Al. Br. 
würzenensis n.. 
zippei Reuss. . . . 


aequata Mouss. . 
bohemica n. 
cellaria Müll. 
crystallina Müll. 
denudata Reuss . 
diaphana Stud. 
elasmodonta Reuss 
fulva Müll. 

glabra Stud. 
hammonis Ström. 
iebusitica Roth 

ibli n. { 
inopinata Ону. 
mendica Slavik 
mingrelica Mouss. . 
nitens Mich. 

nitida Müll. . 


H 


SR 


80, £ 


44 


60 


89 


62 


68 


68 


49 


58 


56 


48 
44 


| 
| 
| 


120 


Hyalinia nitidula Drap. 

protensa Fer: „un. z 

= pura АЛОИ tion? е 

— selecta Mouss. 

— sicula Kob, . 

-— subrimata Reinh, 

== uniplicata Al. Br. . 
vetusta n. . . 


— ҮШ@@ Mont. o os vL 


— Zaika Dosb. WAN siar 
Isthmia Gray бм 
— claustralis Gredl. . 
— salurnensis Reinh. . 
— splendidula Валар. . 

Leucochilus Boettg. . . . 
— contractum Say 


— quadriplicatum Al, Br. . 
var. lamellidens 
Sandberger 


Limax crassitesta Reuss 
Limnaeus Drap. . 
— acutus Reuss 
— cretaceus Thom. . . 
— minor Thom. . 
— pachygaster Thom. . 
— palustris Müll. . .. 
— subpalustris Thom. . 
-— thomaei Reuss . 
— vulgaris Reuss. . 
MEIAHODBIS FOR. vis osea In 
— fu Ee a vio 
— boettgeri п... e 
Mogulus DOOUER. o . 5 1. de. ede 
E Iineolstus AT Br.: miese 
— TRTICOSUR. ДИУ ^u эрин 
— reinhardti Fick. 
— villafranchianus Sacco 
Oleacina Boettg. Leg 
— eburnea v. Klein. . .. 
— negldct Ho vue pn fife 
— producta Reuss 
Sandbergeri Thom 
— subulata Pfeiff. . 
Omphaloptyx Boettg. . 
— bohemica n. 


— supracostata Doettg. . 


Opeas Alb. Vë 
— corupiad s s 
race Ebenen adir 
— pyrgula A. Ad. 

Orcula Held. . . ER 
— сопіса Ros$m. . . ... 
=  gubconieca Sandb. 


. 104, 105 


SSC 


92 

20 

103 

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104, 105 
105 

108 


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ЫК р 

89 


"WES OV 


Paludinella eyclothyra Boettg. . 
Е Scalarıs, Slay, Де] 
АЦЕ Held, Zeene: Ae ро лут 
alata n. , 

— alternata Say x 

— densestriata n. 
erdeli Roth. 

-—  euglypha Reuss . . .. . « 

— falcifera Boettg. . 

— flavida Ziegel . 

— fin. Үз 

— _ gyrorbis v. Klein 

— lunula Thom. . 
minuscula Binn. . 

— multicostata Thom. 


wei — var, lacera n. . 


—  paludinaeformis Al. Br. 
— plieatella Reuss . 
— pusilla Lowe 
— rotundata Müll. . 
—  Stenospira Reuss . . . . 
— vetula Gass. А 
Pisidium prominulum Reuss 
— seminulum Reuss . 
ТАШОВ ОТОО u ee. к 
— applanatus Reuss . . . 
— blazkai n. A 
— cognatus Reuss . . . . 
— uge ДОШ, V nv eere 
— dealbatus Al. Br. 
— deelivis ALI Diois ake yi 
— decussatus Reuss . . 
— exiguus Reuss . . 
E kermatoides d'Orb . . 
— laevis v. Klein 
— planissimus Mons. . 
— pseudammonius Reuss 
— solidus Thom. . 
— tumidus Pfeiff 
— ungri Reuss bie oa 
Ptychospira deloplecta Slavík . . 
Pupa callosa Reuss . 
— flexidens Reuss . . 
—  intrusa Slavík 
—  ]lamellidens Sandb. 
—  ]ineolata Al. Br. 
— microstoma Reuss . . :. 
—  quadriplicata Al. Br. . . 
—  raricosta Slavík 
—  splendidula Бапа, 
— вирсоліса Sandb. . 
—  gubvariabilis Sandb. 
— turgida Reuss 


. 87, 


92 


Seite Seite 
Sansania crassitesta Reuss ....... 20 Torquilla intrusa Slavik. . . . . . . . « 87 
Berruina Mouss. .. diui Re c eO TN — subvariabilis Sandb. . . . . . 87, 88 
— Amphiodon Rouss sri, x9, 80 руса Sandi, о 
— ИШбШ ДИ Ж EN EE LOU == vulgata Rouss . «76 
vm polyodon Reuss . «s e. e. 77| Valvata leptopomoides Rouss . . . AC eis 9 
E Dtyeholanynz Нове а ВО Vertigo Müll reo Во 96 | 
E SCHWABEN. BOSUB. ^ vo Seet — antivertigo Drap. XE WEE | | 
Ere semilamellata Mouss. . . . . 78, 80 — — var. ovata Say ... 97 | 
р BOUPULIAUA АШОК Ss е ех ое SEH — - var. seminulum West. 97 | 
Sphaerium POODE AS E en Se E — — var. sexdentata Mtg.. 97 | 
"wm СОТ Q4 1 v5 o E ER e, — callosa Reuss . N IN EE 
m pseudocorneum Reuss . . . . 115 — — mut. allaeodus Sbgr.. . . 96 |] 
ENS GEL S. йлы т Т К — — mut. convergens Boettg. . 97 || 
"m СОВА Бра) v ev. ors, 8б — — mut. maxima Boettg. . . 97 || 
E Ж ОО ivo v e eg Ва — cappelinii: Басо v ors 96 T 
x olasmi donit: Reuso ^ E ov 11:08 E cardiostoma Sandb. . . . . . . . 96 ү 
E Aby MUS BAY ee rd — fotidons Renga i E Be YO | 
mg watt Aa АЕ E ао 8 — microstoma Reuss . . m 98 | 
ИЕ оо ы л IN ee Бб ЕП ИИ О dT 
mm SUM ho. s roa so 00.) Vit ag, «o» oe qud cH MM | 
Succinea Drap. . KE 99 еве Renis o nen MU | 
Tam accuminata Blanki . 25. 099 — puncticulata Sandb. 24 | 
"um afünis Rouss .. 0. o 7 99 | Zonites algiroides ReusB-. . . 5. ee | 
гар peregrina. Sandb. чиа eru HR — haidingeri Reuss. . . . . Bis 25 
С Ее ОШЫЙ, css оа 98 — gemiplanus Reuss .... 27 
E TRIGUSTISIS БЫШ. en e э La, — vérücillus Bere E | 
Torquilla АШ ҮК PESCA Te A PALA, ВЯ i 


—— 


y 1 | 

Corrigenda: | 

" : | 

Fig, 24 a und 25a sind miteinander verwechselt worden, indem tig. 24 a Strobilus elasmodonta | 

Bei Reuss und fig. 25 a Strobilus uniplicatus Al. Br. vorstellt. | 

eite 43 Zeile 8 von unten soll stehen: Patula statt Patulla. 

Ba Qo рулуу у a Testa statt Tasta. | 
О QU » LAHR P macrochila statt maerochila. 

DEO ao Tug S 5 ( Gattung statt Gattnng. | 

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2. 7679 SO | | 

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INHALI. 


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Kurze. Beschreibung der Pundorlb =... 4... у a TE AE 
| L ТОНЕ und. ООДО, ш. аре уы оа и 
ОООО EL. fa ОА Ier ORT Ee E. 
B ONDE Фано, айа tente C ee c EE MN 
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TE А р ка УШЫ 
BIER Шей AAA C IO ao oe a rc ДКК MN 


co s ANNI о и ne УИ | 


ИИ О а SE ov IS us TUNER A E S c EM 


II. Theil enthält: 


Dr. Em. Boficky: Petrographische Studien ап den Basaltgesteinen Böhmens 
КӨК P Me ar a ЖО P qu А fl. 3:50 


ZWEITER BAND. 
Zweiter Theil. 


II. Botanische Abtheilung. Dieselbe enthält: 
Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský (П. Theil) 
Preis DR NE e ok o ees A TW Me ИТ УКИ ACCU ао 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Prof. Dr. Ant. Friö: Die Wirbelthiere Bóhmens. 
у у» Mu ei Die Flussfischerei in Böhmen. 
BR a " Ж " Die Krustenthiere Böhmens. Preis... . . . +» f. 8'— 


V. Chemische Abtheilung. 


ёс ОР Ж О ж ЖЖ. 


DRITTER BAIN SD. 


I. Topographische Abtheilung. 

Verzeichniss der in den J. 1877—1879 vom К. К. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 
bestimmten Hóhen von Bóhmen herausgegeben von Prof Dr. Karl Kofistka und 
Major R. Daublebsky von БбетпескК............. ATA Maas fl. 1:80 

IL Geologische Abtheilung. 
I. Heft, Petrographische Studien an den Phonolithgesteinen Bóhmens von 


Prot Dr. Km. Boricky. PrO. ru E e ed fl. 1'— 
П. Heft, Petrographische Studien an den Melaphyrgesteinen Böhmens уоп 
U Prof. Dr. Em, Boficky. Preis ...... a ARE f EN mole 
I. Heft. Die Geologie des böhmischen Erzgebirges (Т. Theil) von Brot DN 
Gustav Шай уб. PROB S 01v. К ы Hs Met D f. 2'— 


III. Botanische Abtheilung. 


Prodromus der Flora von Bóhmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský. (Ш. Theil 
MES Р oU V Nemo re SERE ex uns ERRARE fl. 2:40 


IV. Zoologische Abtheilung. 
I. Heft. Die Myriopoden Bóhmens von F. V. Rosický. Preis. s. « . « . · 60 Et 
. Heft. Die Oladoceren Bóhmens von Bohuslav Hellich. Preis. . . . - fl. 1:60 
V. Chemisch-petrologische Abtheilung, 
Elemente einer neuen chemisch-mikroskopischen Mineral-und соса 


von Prot Di Borleky. Prom , «4o. EE 
vVIERTER BAND. 


: " M ; Rech ny m i i N eis - 
No, 1. Studien im Gebiete der bóhmischen Kreideformation. Die M 


berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton FM PME. ону ы wr 

No. 9. Erläuterungen zur geologischen Karte der Umgebungen von En 

: J. Erejéiund В. Hoimhackern: au aaa nr A RC molta bovis 

No. 3, Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav ume WT 

N (IV. Theil.) Nachträge bis 1880. Verzeichniss und KORTON QN окка. P £D 

о. 4. Petrologische Studien an den Porphyrgesteinen naue von fl. 180 
BON ВОО Qd ver cem an Кн WEN EM REM FRU. Ee) 

No. s, Flora des Yussgobietos der Cidlina und Mrdlina von Prof. Ed. Шен s 


No. 6, Der Hangendflótzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von Carl 
EE e H ШШ у vul v DD" QUTD CU aurum opos fl. 


Р A TNT 


No. 


bo E 


. Die Süsswasserbryozoen Bóhmens. Von Josef Kafka. AINE А 
. Grundzüge einer Hyötographie des Königreiches Böhmen. Von Dr. 3 Ч 
fü D 


. Prodromus der Algenflora von Bóhmen. I. Th. Forts. Von Prof, Dr. Anton 


FÜNFTER BAND. 


Erläuterungen zur geologischen Karte desEisengebirges (Zelezné hory) 
und der angrenzenden Gegenden im östlichen Böhmen von J. Krejčí pio 
R. Helmhacker fl. 2— 


. Studien im Gebiete der bóhmischen Kreideformation. Ш, Die Iser 


schichten. Von Dr. Anton Frič. . 


. Die mittelböhm. Steinkohlenablagerung уоп Carl Feistmantel ‚.В,‚ 120 
‚ Die Lebermoose (Musci Hepatici) Bóhmens von Prof. Jos. Dědeček. fl. 1— 
. Orographisch-geotektonische Übersicht des silurischen Gebietes іш 


mittleren Böhmen. Von Johann Krejčí und Karl Feistmantel.. fl. 


. Prodromus der Algenflora von Böhmen. I. Th. Von Dr. A. Honsgirg. fl. 140 


SECHSTER BAND. 


. Über die Torfmoore Böhmens in naturwissenschaftlicher und national 


ökonomischer Beziehung mit Berücksichtigung der Moore der Nachbar 
länder, Von Dr. Fr. Sitensky. I. Abth. Naturwissenschaftlicher Theil . . .fl. 221 


Studniéka 50 


. Geologie des bóhmischen Erzgebirges. II. Theil. Von Dr. Gustav o Lann 


. Untersuchungen über die Fauna der Gewässer Böhmens von Fr. Klap álo 


Kn EE К лд ТУ gs 


. 


SIEBENTER BAND. 


Die Flechten der Umgebung von Deutschbrod von Josef Novák. H. 17 
Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. IV, Die Teplitzer 
Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Frič . N e EE AE з 
Uber die chemische Zusammensetzung verschiedener Ackererden und 
Gesteine Böhmen’s und über ihren agronomischen Werth. Von Dr. 208 
Hanamann. 

Die tertiären Land- und Süsswasser-Conchylien des nordw. Böhmen v0? 
Gottlieb Klika. 


. Die böhmischen Myxomyceten von Dr. Lad. Čelakovský (Sohn). . .fl. = 
‚ Geologische Karte von Böhmen. Section VI. Entworfen von Prof. Joh. Fr p 


Mit Erläuterung von Prof. Dr. A. Frič. Preis . . . . .. 
H 


ACHTER BAN D. 


. Übersicht der Thätigkeit der naturw. Landesdurchforschung v. J. 186€ 


bis 1890 von Prof Dr. K. Kořistka .. кдр ү, . —90 


Untersuchung der Fauna d, böhm. Gewässer. II. Fauna d. bóhm. Teiche 
von Jos, Kafka. 


Druck von Dr. Ed. Grögr їп Prag 1891. — Selbstverlag 


MYXOMYC. 


BOHMENS. 


VON 


Dr LADISLAY CELAKOYSKY Sohn. 


DISSERTATIONSARBRIT AUS DEM BOTANISCHEN INSTITUT DER BÖHMISCHEN UNIVERSITÄT, 


(MIT FÜNF TAFELN.) 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL, LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÓHMEN 
VII. Band, Nro. 5. (Botanische Abtheilung.) 


PRA 6. 
In Commission bei FR. RIVNÄC. 
1893. 


DAS ARCHIV 


für die 
naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Böhmen 


I. bis V, Band: Redaktion von Prof. Dr. K. Kořistka und Prof. Ј, Krejčí, 
VI. Band u. s. w.: Redaktion von Prof. Dr. K. Kořistka und Prof. Dr. A. Frič, 


enthält folgende Arbeiten : 


ERSTER BAND. 


I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 
а) Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Mittelgebirges und des 


Sandsteingebirges im nördlichen Böhmen von Prof. Dr. Karl Kořistka | 


b) Erste Serie gemessener Hóhenpunkte in Böhmen (Sect.-Blatt IL) von Prof. 
Dr. Kofistka. 

с) Hóhenschichtenkarte, Section IL, von Prof. Dr. Kořistka. Preis fl. 4°— 
Proin’ der Karla app Eid d Ee Vnd nU P RU р fi. 160 


I. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhältnisse des nórd- 
lichen Böhmen von Prof. Johann Krejčí. у 
b) Studien im Gebiete der böhm. Kreideformation von Prof J. Krejčí. 
с) Paläontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der böhm. 

Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Frič. 
d) Die Steinkohlenbecken von Radnic, vom Hüttenmeister Кастет 
Ире нае ЛИЙ оа А ИЛИ AN ре EA IC Ei 


II. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Prodromus der Flora von Böhmen von Dr. Ladislav Čelakovský. (I. I1 
КҮӨН ovo EE SEDE WEST Did лл ERN . LE 


IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


a) Verzeichniss der Käfer Böhmens vom Conservator Em, Lokaj. . 

b Monographie der Land- und Süsswassermollusken Böhmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavík. 

c) Verzeichniss der Spinnen des nördlichen Böhmen vom Real-Lehrer 
Emanuel Barta.: Pres iir mhe a УЗУР Л М a г, PEDEM MGR уа fL x 


V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthält: 


Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. Preis, . ... 25 kr. 
ӨӨ des ganzen T Bandos CADO. T. bis Vy gebe ns. etre OS лл 8.9 


ZWEITER BAND. 


Erster Theil. 
I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 


а) Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Iser- und des Riesen 
gebirges und seiner südlichen und östlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kořistka. 

b) Zweite Serie gemessener Höhenpunkte in Böhmen (Sect.-Blatt IIL) von Prof. 
Dr. Kořistka. 

с) Höhenschichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Kořistka. ; 

d) Höhenschichtenkarte des Riesengebirges von Prof. Dr. Koristka Preis 
Че АРОН ou ел RR EN EN PUE fl. 4:50 


II. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. I. Theil enthält: 


a) Prof. Dr. Ant. Frič: Fauna der Steinkohlenformation Bóhmens. 

0) Karl Feistmantel: DieSteinkohlenbecken bei Klein-Piflep, Lisek, Stílec, 
Holoubkow, Mireschau und Letkow. 

c) Jos. Vála und R. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Beraun. 

d) В. Helmhacker: Geognostische Beschreibung eines Theiles der Gegend 
zwischen Beneschau und der Sázava. Preis ........ e E 


"MYXOMYCET 


BOHMENS. 


See, 


4 
pp 


VON 


DR LADISLAV CELAKOVSKY SOHN. 


DISSERTATIONSARBEIT AUS DEM BOTANISCHEN INSTITUT DER BÖHMISCHEN UNIVERSITÄT. 


(MIT FÜNF TAFELN.) 


ARC à D ч 
\CHIV DER NATURWISSENSCHAFTLICHEN LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 
ҮП. Band, Nro, 5. (Botan. Abtheilung.) 


PRAG. : 
DRUCK VON Dr. ED. GRÉGR. — IN COMMISSION BEI FR. RIVNÁC. 
1893. 


VORREDE. 


V ortiegende Arbeit hatte einen bescheidenen Ursprung. Der Autor der- 
selben beschäftigte sich schon seit mehreren Jahren während der Sommerferien in 
der Umgebung von Chudönic mit dem Einsammeln von verschiedenen Oryptogamen, 
Unter denen sich auch öfters Myxomyceten befanden. Nach und nach wuchs das 

aterial unter den Händen an, was Veranlassung gab die reich vorhandenen Myxo- 
Myceten zu bearbeiten und denselben fernerhin besondere Aufmerksamkeit zu 
widmen, Die Anfangs nur an die Chudénicer Gegend beschränkte Forschung wurde 
Später auch auf andere Gegenden Bóhmens ausgedehnt, was besonders wührend der 
Ommerbereisung zum Zwecke der floristischen Durchforschung Böhmens nebenbei 
leicht geschehen konnte. Da auch die Gelegenheit vorhanden war, die Myxomyceten- 
Sammlung im böhmischen Museum nebst einer Privatsammlung, die P. Peyl hinter- 
assen hatte, durchzusehen, so konnte die systematische Bearbeitung dieser so dank- 
Bs und bei uns bisher vernachlüssigten Cryptogamen- Gruppe unternommen 
erden. 


Der Grundstein zur Mycologie Böhmens ward schon in der frühesten Zeit, 
VO besonders eifrig auf allen Gebieten der Botanik gesammelt wurde, gelegt. Viele 
ammler, welche sich um die Cryptogamen Böhmens verdient machten, widmeten 
“uch den „Myxogasteren® ihre Aufmerksamkeit und brachten ein ansehnliches Ma- 
feria] zusammen, welches im Herbarium des Museums des Kónigreichs Bóhmen de- 
Donirt ist, oder theilweise auch in Privatsammlungen (der Herrn Peyl, Сепёк")) 
zerstreut sich befindet. 


Aus dem Museumsherbar schöpfte auch Rostafihski Beiträge zu seiner Mo- 
Ngraphie. Die meisten Species, soweit sie ihm zur Ansicht zugeschickt wurden, 
Wurden von ihm revidirt oder bestimmt und Standorte seltener Formen in seine 
»Bluzoweo« aufgenommen. Auf diese Weise hatte ich in dem Museumsherbar eine 
“war nicht umfangreiche aber doch sichere Basis, auf welcher weiter gebaut 
Werden konnte. 


4 *) Letztere Sammlung, die sich im Besitze der Pardubicer Realschule befindet, habe ich 
м gesehen. 


1* 


er 


08 


Die besten Myxomycetensammler aus älterer Zeit waren ohne Zweifel Peyl, 
Veselský, Opiz und Čeněk. Nur von Peyl und Veselský besitzt das Museums- 
herbar cca. 25 Arten sämmtlich aus der Gegend von Neuhof bei Kuttenberg. Auch 
Opiz und P. Čeněk haben manche interessante Art entdeckt; der erstere sammelte 
hauptsächlich bei Prag und im Erzgebirge, der andere bei Holic nächst Pardubic. 


Von anderen älteren Sammlern seien noch Forster (sammelte bei Prag), 
Jungbauer (s. bei Krummau), Karl (s. bei Schluckenau), Lorinser (s. bei Niemes), 
Roth (s. bei Prag), Siegmund (s. bei Reichenberg) erwähnt. 


Nach Corda blieb zwar ein Cryptogamenherbar zurück doch ohne jedwede 
Localitätenangabe und deshalb unbrauchbar. Ich konnte nur diejenigen Species 
aus seinen „Icones fungorum hucusque cognitorum“ (und ihre Localitäten) auf- 
nehmen, deren Natur aus den Beschreibungen und Zeichnungen sicher erkannt 
werden konnte. Die von Peyl hinterlassenen Cryptogamen sind im Besitze der 
Carolinenthaler Realschule, und wurden mir die diesbezüglichen Myxomyoetel 
Peyl’s zur Ansicht geliehen, wofür der bereitwilligen Gefälligkeit des Herrn 
Prof. Dědeček an dieser Stelle bestens gedankt werden möge. Die meisten Arten 
waren zwar schon im Museumsherbare durch Dupplikate vertreten, doch fanden 
sich auch etliche seltenere Formen unter ihnen, welche im Museum fehlten. 


Kleinere Beiträge lieferten neuerdings auch folgende Herren: Ргоѓевв0ї 
Dědeček (mit Arcyria Oerstedtii von Brnky nächst Prag), Prof. Dr. VelenovskY 
(mit Arcyria ferruginea, aus dem botanischen Garten am Smíchov), Dr. Karl ku 
(mit Badhamia panicea, vom ZiZkaberge nächst Prag), Dr. Ant. Stole (Einiges aus 
Běchovic, Kuchelbad und Stern bei Prag), Universitätsassistent Dr. Edvín Day? 
(einzelne Arten aus dem Böhmerwalde). 


Was meine eigene Sammlerthätigkeit betrifft, so habe ich in den ersten Jahre; 
wie schon erwähnt, mich nur auf die Chudenicer Gegend bei Klattau beschränkt 
Später sammelte ich bei Prag (Cibulka, Stern, Kuchelbad, Baumgarten, Kundratic) 
bei Dóhmisch-Skalie, bei Roudnic, Aussig an der Elbe, Teplic, Theussing, Franzens“ 
bad und bei Tábor (Thal der Pintovka, Pribönie). In der neueren Zeit brachte ich 
ein grosses Material aus dem Iser- und Riesengebirge mit, welches jedoch nur zum 
kleinen Theil bearbeitet und in diese Schrift aufgenommen wurde. Ebenso mussten 
die zahlreichen Myxomyceten unberücksichtigt bleiben, welche ich im vorigen Jahre 
und heuer gesammelt habe, da der deutsche Text dieser Arbeit keine Erweiterung 
sondern blos eine Uebersetzung des bóhmischen Textes aus dem Jahre 1890 geil 
soll*). Ich gedenke jedoch später das seit der Erscheinung der „České Myx 
mycety“ zusammengebrachte Myxomycetenmaterial zu bearbeiten und in diesem 
Archiv als Nachtrag zu veróffentlichen. 


Von den oben angeführten Gegenden wurde von mir die Chudenicer Gegend, 
was die Myxomyceten-Flora betrifft, am besten durchforscht. Die interessanteste 
Localität bei Chuděnic, wo die meisten Myxomyceten in den Sommermonaten an 
zutreffen sind, bietet die dortige Fasanerie. Es ist dies nicht zu verwundern, деш 


*) „Ceské Myxomycety" in diesem Archiv für die Landesdurchforschung Böhmen®. 


günstige Umstände für das Fortkommen der Myxomyceten gibt es daselbst zur 
Genüge. Wenn schon die Lage im tiefen Kessel, die hinreichende Feuchtigkeit 
Und der tiefe Schatten günstig wirken, so ist unter solchen Umständen desto eher 
ein Reichthum und eine Mannigfaltigkeit an Formen zu erwarten, als auch ver- 
Schiedenartiges Substrat dort angehäuft sich vorfindet. Fichten, Föhren, Lärchen, 
Eichen, Buchen, Hainbuchen, Birken, Espen, Haselsträucher, Erlen, Eschen u. s. 
W. sind dort reichlich vertreten. Die Erde ist bedeckt mit Waldstreu, abgestor- 
benen Zweigen, trockenen Laubblättern, hie und da auch mit Baumrinde, und 
überall verwittern und faulen Baumstümpfe, welch’ letzteren ein besonders ge- 
ĉignetes Substrat für die Entwickelung der Myxomyceten bieten. 


Unter solchen Umständen kann man im heissen Sommer besonders in den 

9naten Juli, August, manchmal noch September nach einem ausgiebigen Land- 

regen eine reiche Myxomycetenernte erwarten. Aeusserst günstig gestaltete sich 

das Jahr 1884. Ich erinnere mich niemals so viel Formen und in solcher Menge 

1 einem Orte gesehen zu haben, als damals. Wenigstens 30 Arten wurden blos 

auf einigen Ausgüngen nach der Fasanerie erbeutet und diese Zahl ist später bei 
eissigem Sammeln auf die Höhe von 49 Species gestiegen. 


Alle bis jetzt in Böhmen bekannt gewordenen Myxomyceten (speciell Eumy- 
ĉetozoa) belaufen sich, wie oben schon erwähnt wurde, auf 94 Arten, unter denen 
64 aus der Umgebung von Chudénie, 24 von Peyl, 10 von Čeněk enthalten sind. 

twa 90 Species gibt es, die nicht von mir gesammelt, sondern blos gesehen 
Wurden. Die Zahl der bis dahin beschriebenen guten Arten, soweit sie in der 
Onographie von Rostafihski und in einigen neueren zuverlässigen Quellen *) ent- 
alten sind, beträgt cca. 264. Somit entfällt auf die böhmischen Myxomyceten 
Ungefähr 35*/. Die 94 Arten sind etwa zur Hälfte selten und sehr selten (da- 
unter zehn Arten neu), zur anderen Hälfte verbreitet oder gemein. 


Neu beschrieben werden in der vorliegenden Arbeit folgende zehn Species, 

Welche meistentheils bei Chudönic und vorwiegend in der Fasanerie von mir gefunden 

Würden : Perichaena cornuvioides, Arcyria clavata, Trichia aculeata, Trichia Rosta- 

Je. Trichia pachyderma, Trichia intermedia, Comatricha dictyospora, Orthotricha 

aciborskii, Tilmadoche nephroidea und Badhamia citrinella. Beschreibungen der- 

Selben Arten finden sich am gehörigen Orte im Texte und Abbildungen von einigen 
*rselben auf den beigegebenen Tafeln. 


Bei meiner Arbeit machte ich, soweit es angezeigt war, Schnitte (besonders 
Längsschnitte) durch die Sporangien, Plasmodiocarpien und Aethalien. Die Objecte 
Wurden gewöhnlich in eine Mischung von gleichen Theilen Paraffin und Talg ein- 
Sebettet oder in seltenen Fällen in einer Mischung von Alcohol und Glycerin, in 
Welcher Glycerinseife aufgelöst wurde (Methode Pfitzer), eingeschlossen. Letzteres 

erfahren benutzte ich ausschliesslich nur bei den Gattungen Stemonitis und Co- 
Matricha, in anderen Fällen hat sich dieses Einbettungsmittel nicht gut bewährt. 
M ersten Falle wurde die Mischung von Paraffin und Talg am besten mittelst 


Му... 
nn 


*) Siehe das Litteraturverzeichniss ! 


Terpentin oder Citronenöl beseitigt, welche nicht so rasch verflüchtigen als Benzol 
oder Xylol, und überdiess am Objectglase haften, ohne davonzugleiten, wie е8 2. B. 
die abgerundeten Benzoltropfen zu thun pflegen. 


Wo die Sporen durch Wegblasen nicht entfernt werden konnten oder bei 
Benetzung mit Wasser aus den Schnitten durch künstlich verursachte Strömung 
nicht frei gemacht wurden, kamen Präparirnadeln zur Verwendung, und wenn dan? 
der mit Hilfe der letzteren ausgeübte leise Druck zur Beseitigung der Sporen nicht 
genügte, so setzte ich verdünntes Ammoniak zu, um die letzteren aus ihrer engel 
Haft zu befreien und nachher aus dem Schnitte wegzuspülen. Das kohlensauer® 
Caleium wurde zu dem Zwecke, um ein durch die Verkalkung verdecktes Detail 
sichtbar zu machen, mittelst stark verdünnter Salzsäure entfernt. 


Auf diese Weise erhielt ich im Verlaufe der Arbeit eine Menge von Dauer" 
praeparaten, von welchen manche besonders schón ausgefallen sind. Darnach wurde 
die Mehrzahl der beigefügten Zeichnungen angefertigt. Als Medium, in welchem 
meine Schnitte conservirt liegen, ist Glycerin angewendet worden. In diesem Falle 
müssen jedoch die Präparate beständig horizontal liegen, da bei anderer Stellung 
Sich manche zarte Objecte in dem flüssigen Glycerin verschieben und gar leicht 
an den Deckglasrand unter den Verschlussrahmen gelangen, aus welcher Lage 9? 
dann auch beim Umkehren der Objectglüser nur schwer wieder in die Mitte des 
Deckglases zu bringen sind. Aus Sicherheitsrücksichten habe ich später ausschliesslich 
Glyceringelatine als Einbettungsmedium für Dauerpräparate benutzt. 


Die erwähnten zahlreichen Präparate, sowie meine bereits recht ansehnlich® 
Sammlung von Myxomyceten Böhmens, welche einen ganzen Schrank einnimmt, 
sind als Geschenk für das neue bóhmische Museum bestimmt und stehen Jeder 
mann, der sich künftig für diese Cryptogamen interessiren will, zur freien Ansicht. 


Im Ganzen hielt ich mich, was die systematische Anordnung und Отирр!“ 
rung betrifft, an die mustergiltige Monographie Rostafinski’s. An den Eingang meine 
Arbeit stelle ich nun zunächst einen Schlüssel zur Bestimmung von Familien, U? 
ebenso lasse ich bei Behandlung der einzelnen Familien einen Gattungsschlüss® 
vorangehen. Die Arten sind in möglichst übersichtliche und nicht zu grosse Gruppe? 
gebracht, damit dem praktischen Bedarf möglichst Rechnung getragen und u 
kürzester Zeit das Ziel des Bestimmens erreicht werde. Ich weiss aus eigene 
Erfahrung, was für Plage damit verbunden ist, wenn der Bestimmende eine ganze 
Reihe von Diagnosen eine nach der anderen durchlesen muss, ehe eine einzige 
Species bestimmt wird. Als abschreckendes Beispiel können in dieser Hinsicht 
auch einige neuere die Systematik der Cryptogamen behandelnde Werke angeführt 
werden, so Rabenhorst's Cryptogamenflora in der Bearbeitung von Winter, wo el“ 
zelne Gattungen (z. B. Agaricus) eine logische Gruppirung und Eintheilung de 
Arten vollkommen vermissen lassen. Die diagnostischen Merkmale trachtete 16^ 
was überhaupt selbstverständlich ist, so zu formuliren, dass sie mit einander 001° 
respondiren und in gleicher Reihe folgen. Damit aber die Diagnose durch unte! 
geordnete, nebensüchliche Merkmale nicht gar zu grosse Dimmensionen annimmt, 
vereinige ich die ersteren mit verschiedenen gelegentlichen Bemerkungen in eine 


besonderen, kleingedruckten Absatze. Stellenweise, wo ich es für nöthig hielt, wurden 
Nach dem Behandeln einer Familie oder einer Gattung „kritische Bemerkungen“ 
beigefügt, Die Abbildungen auf den Tafeln sind nach meinen Präparaten verfertigt. 
Leider konnte ich aus Mangel an Zeit viele besonders neu aufgestellte Arten und 
Varietäten nicht mit Abbildungen versehen. Das hebe ich mir für eine spätere 
Gelegenheit auf. 


b Schliesslich fühle ich mich angenehm verpflichtet, Herrn Dr. Maryan Raci- 
orski in Krakau für die Revision einiger zweifelhaften Myxomyceten meinen ver- 
bindlichsten Dank abzustatten. 


Wichtigste Litteratur. 


De Bary. Die Mycetozoön. Ein Beitrag zur Kenntniss der niedersten Organismen. 
1864. 
Cienkowski L. Zur Entwickelungsgeschichte der Myxomyceten. Pringsheims Jahr- 
bücher der wissenschaftlichen Botanik, vol. III. p. 325, 1863. 
Corda A. J.C. Ueber Spiralfaserzellen im Haargeflechte der Trichien. 1837. 
erw Icones fungorum hucusque cognitorum. Vol. I—VI, 1837—1842. 
Opie Р. Lotos, Zeitschrift für Naturwissenschaften, 1855, p. 215. 
Raciborski M. Przyczynek do znajomości $luzoweów. Myxomycetum agri Craco- 
viensis genera, species et varietates novae. (Rozprawy i sprawo- 
zdania Akademii umiejętności w Krakowie, wydział matematyczno- 
przyrodniczy. Tom. XII. 1884, p. 69—86). 
Sluzowee (Myxomycetes) Krakowa i jego okolici. (Sprawozdania 
komisyi fizyograficznéj Akademii umiejętności w Krakowie. Tom. 
ХҮШ. 1884, p. 207—215). 
Bemerkungen über einige in den letzten Jahren beschriebene Myxo- 
myceten. Hedwigia, 1887, Heft Ш. 
» , Ueber einige neue Myxomyceten Polens. Hedwiga, 1889, Heft II. 
Tostafis spi J. F. Versuch eines Systems der Mycetozoén, 1873. 
» » » Stuzowee (Mycetozoa). Monografia. 1875. 
„ Dodatek I. do monografii Sluzowców, 1876. 


H 


» 


» 
Schroeter, Dr. J. Pilze, 1885 — 1886. (In Cohn’s Cryptogamenflora von Schlesien, 
| Band IIL, Heft 1. und 2.) 
Wigand. Zur Morphologie und Systematik der Gattungen Trichia und Arcyria. 
, Pringsheim’s Jahrbücher für wissensch. Botanik. Vol. IL, p b, 1805. 
"Pf W. Die Pilzthiere oder Schleimpilze. 1885. 


cum]: amem 


EINLEITUNG. 


Unter jene Organismen, welche von einigen an den Eingang der Crypto- 
Samenkunde, also in das Pflanzenreich, von anderen an die Grenze beider Reiche 
oder selbst in das Thierreich gestellt werden, gehören auch die Myxomyceten Wall- 
toth’s (Mycetozoa de Bary’s). Den angeblich pflanzlichen Charakter sah man 
Von jeher in der Ausbildung von Sporen in besonderen Sporangien, abgesehen da- 
von, dass der Habitus vieler Formen täuschend an gewisse echte Pilze erinnerte. 
Dagegen ist aber die Entwiekelungsgeschichte der Myxomyceten von derjenigen 
der echten Pilze grundverschieden, indem das vegetative Stadium eine nackte be- 
Wegliche Masse repräsentirt, also nieht aus Hyphen besteht, und sich in seiner 
ganzen Lebensweise den vegetativen Zellen der Protozoén anschliesst. Besonders 
nahe Beziehungen traten nach dem Vergleich der Myxomyceten mit den Mona- 
dineen zu Tage, die Zopf*) bestimmten, erstere mit den letzteren zu einer Gruppe 
Mycetozoa i. w. S. zu vereinigen. Ich will nieht entscheiden, inwieweit dieser 
Vorgang Zopf's richtig ist, und bemerke nur, dass meine Arbeit bloss die Myxo- 
Myceten im Sinne De Bary’s (Eumycetozoa Zopf's) umfasst, also die Monadineen 
ünberücksichtigt lässt. 


Was die Entwickelungsgeschichte eines Schleimpilzes betrifft, so sei die- 
selbe hier in knapper Weise wiedergegeben. Die Spore entlässt bei ihrer Keimung 
einen (selten zwei) Schwärmer, welcher unter günstigen Nührbedingungen sich An- 
fangs wiederholt theilt. Auf diese Art vermehren sich die Schwärmer und zer- 
streuen sich in dem flüssigen Substrat. Später gehen sie unter Verlust von Cilien 
in amöboide Formen über, die nach wiederholten Zweitheilungen schliesslich mit 
einander verschmelzen. So entstehen grössere Amöben, die sogen. Myxamöben Cien- 
kowski’s, welche wieder mit einander und mit einfachen Amöbenstadien verschmelzen, 
Wodurch immer grössere plasmatische Massen entstehen, die von Cienkowski Plas- 
Modien genannt wurden. Solche Plasmodien durchziehen das feuchte Substrat, wie 
Holz, Rinde, Blätter, und indem sie ihm allerhand Nährstoffe entziehen, wachsen 


Bi *) Zopf W. Die Pilzthiere oder Schleimthiere, 1885 (Schenk's Handbuch der Botanik, 
SA, 2.) 


gr er 


nn 


sie mächtig heran. Schliesslich bekommen wir einen ausgebreiteten Schleimkürper 
zu sehen, welcher auf einer flachen Unterlage baum- oder netzartig sich verzweigt, 
seine Gestalt zusehends ändernd und in bestimmter Richtung vorwärts strebend. 


Unter dem Mikroskop lässt das Plasmodium innerhalb seiner Aeste und 
Lappen einfache oder verschiedenartig verästelte Plasmaströmungen wahrnehmen, 
welche von Zeit zu Zeit umkehren, aber vor jeder Umkehrung eine Weile still- 
stehen, um wieder die entgegengesetze Richtung einzuschlagen. Auch können 
Strömungen stellenweise erlöschen, oder umgekehrt die vor einer Weile noch ru- 
hende Plasmapartie setzt sich auf einmal in Bewegung dem in Strömung begriffenen 
Protoplasma zustrebend. An der Peripherie der Stränge ist das Plasmodium relativ 
unbeweglich, d. h. es folgt den inneren Strömungen nicht; doch werden locale 
Blähungen und Schrumpfungen theilweise schon durch das innere Strömen verur- 
sacht. Das langsam kriechende Plasmodium treibt an seinen Rändern besonders 
an der vorwärts rückenden Seite breitere Fortsätze und stumpfe Ausstülpungen 
nebst den feinen Pseudopodien. Hinter ihnen rückt dann das übrige Plasma vol; 
indem auch die inneren Strömungen dorthin gelenkt werden. Kurz gesagt, es re 
sultirt das Kriechen der Plasmodien aus zweierlei Bewegungen: der am Rande 
thätigen, die Umrisse ändernden, und der strömenden inneren, von denen aber 
beide nicht immer von einander abhängig sein müssen. 


In der farblosen Grundmasse eines Plasmodiums, welche vorzüglich an der 
Peripherie und speciell am Rande rein zur Ausbildung gelangt, aber zeitweilig 
auch in der Mitte, besonders an dünnen Strüngen und Lappen als sogenanntes 
Hyaloplasma zum Vorschein kommt, sind im Innern zahlreiche Körnchen und 
winzige Trópfehen eingebettet, welche man mit einem Collectivnamen Mikrosomen 
(microsomata) belegte. Die durch dieselben getrübt erscheinenden Plasmapartien nennt 
man im Gegensatze zum Hyaloplasma Körnchenplasma oder Polioplasma (== graues 
Plasma). Es ist jedoch das Hyaloplasma vom Polioplasma nicht streng zu scheiden, 
denn aus dem ersteren kann durch Einwanderung von Körnchen Polioplasma und 
aus dem letzteren durch Zurückweichen oder dichteres Zusammenlagern der Körnchen 
Hyaloplasma hervorgehen. Die am Rande des Plasmodiums befindlichen Pseudo- 
podien bestehen gewóhnlich nur aus Hyaloplasma, da dieselben meist von dem mehr 
oder weniger breiten Hyaloplasmasaum hervorgestülpt werden, und nur seltener 
das Kórnchenplasma als feiner axiler Strang in sie hineinstrómt. 


Nebst Mikrosomen sind im Innern der Plasmodien kleinere oder gróssere 
Vacuolen enthalten, von denen manche pulsiren, andere aber lünger unverändert 
bleiben. Mittelst Reagentien lassen sich im Plasma auch zahlreiche Kerne (nuclei) 
nachweisen, welche ohne Zweifel aus den verschmelzenden Amöbenstadien ihren 
Ursprung nehmen. Bei der Familie der Calcariaceen enthält das Polioplasma dieht 
beisammen gelagerte Kalkkörnchen, abgesehen davon, dass wohl ein Theil do 
Kalkes auch in gelóster Form im Plasmodium sich vorfindet. Die Kalkkórnchen 
werden meist erst beim Fructificiren und zwar in den verschiedensten Theilen der 
Frucht abgelagert. Ein Farbstoff, der den Plasmodien ein besonderes Colorit ver- 
leiht, ist nicht selten vorhanden, doch sind auch weisse Plasmodien anzutreffen 


Zum Zwecke der Fructification kriecht das Plasmodium aus dem feuchten 
Substrat hervor und scheint trockenere Stellen aufzusuchen, worauf es sich im 
Ganzen, oder nachdem es in mehrere Portionen zerfallen ist, in Früchte umzu- 
Wandeln pflegt. Der wichtigste Theil derselben sind die Sporen, welche in der 
Regel von einer Sporangiumwand umgeben sind. Öfters wird ein Theil des 
lasmas zur Ausbildung eines besonderen Stieles verwendet, von welchem das 
Porangium getragen wird. Der genannte Stiel verbreitert sich zuweilen an 
der unteren Ansatzstelle in eine Haut oder eine mehrfache Lage von Häuten, 
den sogenannten Hypothallus, an dem zuweilen die Sporangien oder Verbin- 
dungen von Sporangien in Ermangelung des Stieles direct aufsitzen. Manchmal 
tagt als Verlängerung des Stieles in das Innere des Sporangiums ein cylinder-, 
kegel-, keulen-, scheiben- oder halbkugelartiges Gebilde, das sogenannte Säulchen 
(columella. Von besonderer Wichtigkeit für die systematische Eintheilung der 
Myxomyceten ist das Capillitium, indem es auch die besten generischen sowie spezi- 
fischen Unterscheidungsmerkmale liefert. Dasselbe besteht aus Fasern, Leisten 
oder Röhren, welche verschiedenartig den mit Sporen erfüllten Raum der Früchte 
durchsetzen (Endotrichae) oder die Innenfläche der Fruchtwand in Form von la- 
ternen-, netz-, gitterartigen u. a. Verdickungen auslegen (Peritrichae). Im ersten 
Falle sind die Capillitiumfasern entweder solid oder mit einem engen axilen Ca- 
nälchen versehen (Stereonemeae Zopf) oder bilden mehr oder weniger weite Röhren 
(Calonemeae Rostaf. — Coelonemeae Zopf). Selten sind die Capillitiumfasern isolirt 
(Trichia, einige Didymien), gewöhnlich sind sie zu knäuel-, netz-, strahlen-, strauch- 
oder baumartigen Gebilden vereinigt. Zwei Gattungen: Amaurochaete und Reti- 
Cularia (Platynemeae Schroeter) zeigen ein unten an der Basis merkwürdig verflachtes, 
Solides und nach oben hin baumartig verzweigtes Capillitium. Bei den Calcariaceen 
ist das Capillitium stellenweise knotenförmig verdickt und die Knoten mit Kalk- 
körnehen erfüllt. Manchmal ist. ein einzelner in der Mitte der Sporangien enthal- 
tener Kalkknoten stark entwickelt und möge dann einfach als Centralknoten be- 
zeichnet werden. 


Was die Früchte selbst anbelangt, so stehen dieselben einzeln oder gehen 
Vereinigungen ein, indem sie ihre Selbständigkeit theilweise oder fast gänzlich 
eInbüssen, Im ersteren Falle werden sie einfach Sporangien genannt (auch schlecht- 
hin Sporocysten bei Zopf), im anderen heissen sie Fruchtkörper oder Aethalien. 

u den letzteren werden zu Reihen innig verbundene oder zu Haufen verflochtene, 
nur mit ihren besonderen Umhüllungen versehene Sporangien gerechnet. Besonders 
Werden aber solche Verbindungen dorthin gezählt, die mit einer gemeinsamen 
Hülle bekleidet und in vielen Fällen ihrer speciellen Umhüllungen theilweise oder 
gänzlich beraubt sind. An der Grenze zweier Nachbarsporangien bleibt nämlich die 

andung gänzlich oder theilweise in Form von Oeffnungen und Perforationen aus. 
Bei weiter fortgeschrittener Zusammensetzung vereinigt sich das Capillitium der 
bereinander gehäuften Einzelfrüchte zu einem oben und unten verschieden gestal- 
teten Capillitiumsysteme, wie es z. B. bei den bereits erwähnten Gattungen Amau- 
Tochaete und Reticularia der Fall ist, wobei die Special-Wandungen unterdrückt 
leiben oder obliteriren. In solchen Fällen scheint ein Fruchtkörper im reifen Zu- 


wert: 


stande täuschend einem einzigen Sporangium zu gleichen, und nur Stadien, die sich 
eben formirt haben, bezeugen seine complieirte Entstehung. 


Schliesslich kann es oft geschehen, dass die zur Formirung sich anschik- 
kenden Plasmodien nicht in einzelne Portionen, die künftigen Sporangien, d 
fallen, sondern in einem Mittelstadium erstarren. Auf solche Weise resultiren die 
aderfórmigen, flach ausgebreiteten und am Rande ausgebuchteten Formen, welche 
übrigens am senkrecht geführten Schnitte dieselbe Structur im Innern sehen lassen, 
wie die einfachen Sporangien. Solche sozusagen durch beschleunigte Entwickelung 
entstandene Gebilde werden ob ihrer Ähnlichkeit mit einem in der Formung noch 
begriffenen Plasmodium passend Plasmodiocarpien genannt. 


Die eben geschilderten Verhältnisse sind jedoch nur den Kumyzomyceter 
der bei weitem grössten Abtheilung der Schleimpilze eigen. Ein wenig anders 8 
stalten sich aber die Verhältnisse bei den sogenannten Exosporeen (oder Ceraticaeen) 
wo schliesslich das dünn ausgebreitete Protoplasma in eine Schicht von soviel Por- 
tionen zerfällt, als Sporen entstehen sollen. Jede Plasmaportion wird dann al 
einem dünnen plasmatischen Stielchen in die Höhe gehoben, und einer Conidie 
ähnlich umgibt sie sich allseitig mit einer Membran. Die auf solch’ merkwürdige 
Weise entstandene Spore trennt sich zuletzt von dem starr gewordenen Stielchen 
und fällt ab. Aus einer Spore keimt eine Myxamóbe aus, deren weitere Entwicke- 
lungsgeschichte unbekannt ist. 


Viel eigenthümlicher ist aber die Natur und die Entwickelungsweise de! 
sogenannten Sorophoreen. Hier verschmelzen nämlich die bei der Keimung ent- 
standenen und wiederholt Zweitheilung eingegangenen Myxamöben gar nicht, sondern 
streben einander zu, legen sich aneinander und bilden ein unechtes, jedoch trotzdem 
ausgezeichnet bewegliches Plasmodium (sogen. Pseudoplasmodium). Dieses formirt sich 
dann zu Sporangien, wobei entweder alle Amöben sich in Sporen umwandeln, oder 
nur die meisten, indem eine Anzahl derselben vegetativ wird und einen gekam- 
merten Stiel oder sonst welche Unterlage des nackten Sorus bildet, Jede Spore 
entlässt bei ihrer Keimung eine Amöbe. 


Von den zwei zuletzt genannten Abtheilungen der Myxomycetenclasse sieht 
derweilen die vorliegende Schrift ab. 


FD 


I. Classe. Myxomycetes wattroth 
(Mycetozoa De By.) 


deutsch: Schleimpilze oder Pilzthiere, bóhmisch: slizovky, polnisch: $fuzowce. 


Aus den Sporen keimen direkt Amöben oder erst Schwärmer (Zoosporen) 
aus, welche sich wiederholt theilen und schliesslich in amöboid bewegliche Zellen 
übergehen. Diese Amöben verschmelzen entweder zu echten Plasmodien (siehe Ein- 
leitung), welche sich in Früchte umwandeln, oder aber sie treten nur in gegen- 
Seitige Berührung ohne zu verschmelzen, und bilden sogenannte unechte Plasmodien 
(Pseudoplasmodien), in denen entweder alle oder die Mehrzahl der aneinander ge- 
Sehmiegten Myxamöben zu Sporen wird. 


I. Endosporeae Rostaf. 


Das Plasmodium entsteht durch Verehmelzung von Myxamöben (echtes oder 
Fusions-Plasmodium) unb bildet entweder ein einziges Sporangium, oder gewöhnlich 
durch Zerfall in mehrere Portionen ebensoviel Sporangien, welche nicht selten zu 
Somplieirten Früchten (Aethalien) vereinigt bleiben. Oefters erstarren Plasmodien 
m dem den Sporangien vorangehenden Stadium zu besonderen Fruchtkörpern, den 
Sogenannten Plasmodiokarpien. Nach Aussen sind die Sporangien gewöhnlich von 
einer Membran umkleidet, wogegen die innere Plasmamasse in Sporen und Capil- 
litium zerfällt, welch’ letzteres nur selten (Protoderma, Licea) ausbleibt. Aus der 
Dore entschlüpft ein theilungsfähiger Schwärmer, der nach Verlust der Cilien in 
eine Myxamóbe übergeht. Verschiedene Vegetabilien bewohnende Arten. 


П. Exosporeae Rostaf. 


Das Plasmodium entsteht wohl durch Verschmelzung von Amüben (echtes 
Oder Fusionsplasmodium) und bildet schliesslich ausgebreitete Flächen mit säulen- 
artig emporragenden, hornartig verzweigten und innwendig hohlen Protuberanzen, 
Oder es bildet wabenartig gestaltete Ueberzüge. In beiden Fällen zerfällt das 
lasma in eine Schicht von soviel Kammern (Zellen), wieviel Sporen entstehen 
Sollen. Das plasmatische Inhalt jeder Kammer dringt aus einer Oeffnung nach 


—— 


14 egener А " á Um MENU ur 


Aussen hervor und hebt sich auf einem Stielehen empor, indem er zur Spore 
wird uud ähnlich wie eine echte Conidie abfällt. Die ganze Oberfläche der be 
sagten Fruchtkörper ähnelt schliesslich der eines Hymeniums und es wurden auch 
früher die hieher gehörenden Schleimpilze zu den Hymenomyceten gerechnet. AU 
einer Spore entsehlüpft gleich eine theilungsfähige Amöbe. Holzbewohnende Arten. 


Ш. Sorophoreae Zopf. 


Das Plasmodinm entsteht nicht durch Verschmelzung, sondern blos durch 
Aneinanderlagerung von Myxamóben (unechtes oder Pseudo-Plasmodium). Die 
selben kriechen zusammen und bilden schliesslich ein nacktes Häufchen von Spore? 
(sorus) Zuweilen wird ein Theil der Amöben zu vegetativen, membranumhüllten 
Zellen, welche mit einander fest verwachsen und einen einfachen oder verzweigten 
Stiel aufbauen, auf dessen Spitzen schliesslich die hüllenlosen Sporenhäufchen gich 
befinden. Aus jeder Spore entschlüpft eine theilungsfähige Amóbe. Auf Mist, 
verfaultem Holz und abgestorbenen leder- oder holzartigen Pilzen wachsende Arten. 

Bemerkung: Von den letzten zwei Gruppen der Myxomycetenclass® 
wird in dieser Abhandlung vorläufig abgesehen. 


Endosporeae, Rostaf. 
(Eumycetozoa Zopf.) 


Uebersicht der Familien. 


A. Atrichae. Im Innern der Sporangien kein Capillitium. Charakteristisch® 
Verdiekungen auf der Innenseite der Wandungen fehlen. Gemeinsame Scheidewänd® 
in zusammengesetzten Früchten (Aethalien) vollkommen ausgebildet oder inmitten 
zuweilen mit je einer grossen Oeffnung, wodurch die Sporangiumräume commu- 
nieiren. In diesem Falle wird der Aethalium- und Sporenraum von einem hät- 
tigen Geflecht, gewissermassen einem Pseudocapillitium — bestehend aus den Rand- 
partien der Wandungen — durchsetzt. 


1. Liceaceae (Rostaf.). Sporangien, Plasmodiokarpien und Aethalien: 
die beiden ersteren stets mit wohl entwickelter, überall gleich beschaffener Mem- 
bran. Aethalien hüllenlos, aus an einander gereihten, länglichen, mehr oder we 
niger hoch hinauf verwachsenen Sporangien, oder die letzteren neben und über 
einander gelagert, zu einem zelligen Gewebe (vollkommenes Aethalium) innig Үе! 
wachsen. Im zweiten Falle zuweilen eine gemeinsame Hülle vorhanden, wühren 
die inneren Scheidewände (Doppelmembranen) ununterbrochen oder inmitten mächtig 
perforirt erscheinen, so dass die Sporangienräume communiciren und die Aethalie? 
anscheinend von einem Capillitium durchsetzt werden, welches eigentlich ein DÉI 
flecht aus zumeist dreiflügeligen Häuten (Randpartien der Wandungen) vorstellt. 


B. Peritrichae. Im Innern der Sporangien kein Capillitium. Sporangio! 
wandungen auf der Innenseite charakteristisch (leisten-, knoten-, bandfórmig etc. 


15 


——— T e 


verdickt, aber dafür häufig überall oder auf bestimmten Stellen der Sporangien 
sehr zart entwickelt und obliterirend. In den übrigens seltenen Aethalien kommen 
die Wände der angrenzenden Einzelfrüchte gar nicht mehr zur Entwickelung, 
während blos die leistenfórmigen Verdickungen den Aethalium- und Sporenraum 
als falsches Capillitium durchsetzen. 


2. Clathroptychiaceae Rostaf. Aethalien sitzend, zuweilen von einer 
gemeinsamen Kruste umhüllt. Einzelsporangien prismatisch, senkrecht zum Sub- 
Strat in einer Reihe stehend, deren Seitenwände bald resorbirt, blos die col- 
lenchymähnlichen Verdickungen in den Winkeln zwischen je zwei Seitenwänden per- 
Sistent, ein falsches Capillitium aus langen dreiseitig prismatischen Fasern oder 
Strängen bildend, welches die persistenten, kappenförmigen Wandpartien am Gipfel 
und am Fusse jedes Einzelsporangiums verbinden. Die oberen und unteren Kappen 
zu je einer gefelderten Aethaliumwand verwachsen, zuweilen die obere Kappenreihe 
noch von einer besonderen Kruste umhüllt. 


3, Cribrariaceae Rostaf. Sporangien rundlich, sphäroidal oder birn- 
förmig, gestielt. Die Wand stellt eine durchaus feine und flüchtige Membran dar, 
oder sie ist am Grunde derber und ausdauernd, eine Scheibe oder ein sogenanntes 
Körbchen bildend. An die Ränder der beiden letzteren oder im Falle ihres Fehlens 
an die Insertion des Stieles setzen sich Verdickungen an, welche häufig stehen bleiben, 
auch wenn bereits die Wandung nicht mehr vorhanden ist. 


C. Endotrichae. Im Innern der Sporangien typisches Capillitium vor- 
handen, ebenfalls in den Plasmodiokarpien oder Aethalien. Im letzteren Falle durch- 
Zieht es den Innenraum der Einzelsporangien und ist sehr verschieden von dem 
Scheincapillitium der Aethalien der Atrichae und Peritrichae. 


I. Calonemeae Rostaf. (Coelonomeae Zopf). Capillitiumróhren meist dünn- 
wandig, breitlumig, auf der Aussenseite häufig charakteristisch verdiekt. Sporen 


hell gefärbt, niemals violett. 


a) Sporangien, Plasmodiokarpien. Capillitiumröhren ungleich wellig, 
weise plötzlich erweitert oder verengt, glatt oder unregelmässig warzig rauh. 


4. Perichaenaceae Rostaf. Sporangien oder Plasmodiokarpien, die 
ersteren meist sitzend, seltener gestielt. Wand gewöhnlich kalkhaltig, zuweilen 
Stark verkalkt. Das Capillitium netzförmig verflochten, fast knäuelartig gewunden, 
an die obere, häufig deckelartig aufspringende Wandpartie angeheftet, manchmal 
blos auf einige Fäden redueirt, oberseits glatt oder mit unregelmässigen Höckerchen 
besetzt; unter den letzteren zuweilen stumpfe Warzen oder blasenartige Aus- 
Stülpungen. 


stellen- 


b) Sporangien, Plasmodiokarpien. Capillitiumröhren nicht unregelmässig 
Wellig begrenzt, ihr Lumen fast überall gleich weit oder allmählich sich verengend, 
ihre Oberfläche mit verschiedenen, stets charakteristischen Verdickungen bedeckt. 
jen oder Plasmodiokarpien, die ersteren 


5. Arcyriaceae Rostaf. Sporang 
Imüssig oder mit einem Deckel auf- 


häufiger gestielt, seltener sitzend, unrege 


Springend. Capillitiumróhren zu einem Netz verflochten, selten isolirt und mit je 


=й 


eegen 


16 
zwei freien Enden (Oligonema), oberseits mit Warzen, Stacheln oder ganzen event. 
halbirten Ringleisten besetzt. Spiralverdickungen fehlen. 


6. Trichiaceae Rostaf. Sporangien oder Plasmodiocarpien, die ersteren 
sitzend oder gestielt, unregelmässig aufspringend. Capillitiumröhren zu einem 
Netze verflochten oder isolirt, mit je zwei freien Enden, oberseits mit schrauben- 
förmig gewundenen Leistenverdickungen versehen. Die letzteren sind zuweilen 
noch mit besonderen Stacheln besetzt. 


c) Aethalien. Capillitiumróhren sämmtlicher Einzelsporangien (deren Spe- 
cialwandungen nicht zur Entwickelung kommen) untereinander vielfach zusammen- 
hángend, strauchartig verzweigt, an die Fruchtwand angewachsen, bandartig vef- 
flacht oder zusammengedrückt, blos mit scheinbaren Verdickungen. 


7. Lyeogalaceae (el. #1. Aethalien sitzend, aus nackten vollkommen 
verwachsenen Sporangien zusammengesetzt. Aethaliumwand vorhanden, dick, papiet- 
artig, mehrschichtig. Mittlere Schicht von Röhren durchsetzt, welche stellenweise 
die innerste Schicht durchbohren und als Capillitium in den Innenraum des Леа” 
lium’s eintreten. Das Capillitium scheinbar der Quer nach treppenartig verdickt, 
in der That jedoch blos runzelig und am Rande gekerbt. 


П. Platynemeae Schroeter. Aethalien. Das Capillitium heterogen, zum 
Theil aus flachen, soliden Platten und Aesten (Columellen), zum Theil aus runden 
Fasern oder Röhrchen zusammengesetzt (das eigentliche Capillitium). 


8. Reticulariaceae Zopf. Aethalien sitzend, kuchenförmig, nackt oder 
eingehüllt, aus zahlreichen nackten Sporangien zusammengesetzt. Das Capillitium ist 
eigentlich ein zusammengesetztes System, an dessen Bau sich die in mehreren Lagen 
über einander gestellten Einzelfrüchte betheiligt haben. Es geht von einem ge 
meinschaftlichen Centrum am Grunde des Aethaliums aus, bildet zuerst hüutige 
Platten oder flache Stränge, die sich wieder als Platten oder Hautstrünge ver- 
zweigen, um schliesslich in glatte, runde, solide oder hohle, vielfach verzweigte 
Fáden zu übergehen, deren Endverzweigungen háufig anastomosiren. 


ПІ. Stereonemeae Zopf. Das Capillitium blos aus runden soliden Fasern 
oder aus diekwandigen Röhren bestehend; die Primärzweige selten ein wenig ver- 
flacht und in den Achseln schwimmhautartig erweitert, Zweige letzter Ordnung 
ausnahmsweise an den Vereinigungspuncten mit dreikantigen Knoten. 


9. Stemonitaceae Rostaf. Kalkablagerungen in den verschiedenen Frucht- 
theilen fehlen. Der Stiel setzt sich meist als Columella im Innern des Sporangiums 
fort, von dieser geht überall oder auf bestimmten Stellen das Capillitium aus, oder 
die Columella verzweigt sich in gewisser Höhe und bildet so die primären Zweige 
des Capillitiums. Alle Theile des Sporangiums, die Membran ausgenommen, braun- 
violett bis violett-schwarz. 


10. Calcariaceae Rostaf. Bei der Reife wird kohlensaueres Kalk in 
einzelnen Fruchttheilen abgelagert, am häufigsten in der Wand und im Capilli 
tium .nicht selten auch im Stiel, in der Columella, ansnahmsweise auch im Hypo- 


Tubulina. TT 


thallus. Capillitiumröhren entweder in ihrer ganzen Ausdehnung mit Kalkkörnchen 
erfüllt, oder auf mehr oder weniger zahlreichen Stellen blasige Auftreibungen von 
Mannigfacher Gestalt (sogen. Kalkknoten) besitzend, welche allein mit Kalk erfüllt 
Sind. Sporen stets hell bis dunkel violett. 


1. Fam. Liceaceae Rostaf. 
Uebersicht der Gattungen. 


1. Tubulina Pers. Sporangien deutlich, walzenförmig, senkrecht auf einem 
gemeinsamen Hypothallus stehend, dicht gedrängt, zu unvollkommenen Aethalien 
vereinigt, mit einer zarten, dünnen Wand versehen. 


2. Lindbladia Fries. Sporangien klein, unregelmässig, dicht beisammen 
und über einander gelagert, mit den Wänden verwachsen, vollkommene (mehr oder 
Weniger umfangreiche) Aethalien bildend. 


3. Enteridium Rostaf.  Aethalien mit einer gemeinsamen papierartigen 
Hülle bedeckt. Ihr Inneres wird von einem dichten Netz von Strängen oder von 
stellenweise hautartig berandeten, fast flügelartigen Leisten durchsetzt, welche eben 
von den zurückgebliebenen Wandverdickungen herrühren. An der Grenze zweier 
Sporangien entstehen nämlich grosse Oeffnungen, welche den Stellen entsprechen, 
WO die Wand nicht zur Ausbildung kam. 


1. Tubulina Pers. 


1. T. cylindrica DC. (Tubifera cylindr. Gmel)  Sporangien walsen förmig 
oder prismatisch mit abgerundetem Scheitel. Ihre Verbände ungleich umfangreich 
(bis 5 cm breit), auf einem zuerst flach ausgebreiteten, später in der Mitte von 
dem Substrat sich ablösenden und abhebenden Hypothallus. Die Sporenmasse rost- 
Selten kastanienbraun. Sporen fein warzig, 5 bis 6 u breit. 


Einzelne Sporangien sind 2 bis 5 mm hoch. Die randständigen pflegen ge- 
Wöhnlich noch vollständig eylindrisch zu sein, oder verbreitern sich oben ein wenig keulen- 
Örmig. Inmitten des Verbandes werden die Sporangien prismatisch, 4- bis 6seitig, 
Und ihre Nachbarwände verwachsen, wodurch ein tüuschend wabenartiges Geflecht ent- 
Steht, Jedes Sporangium endet oben mit einem runden Deckel, welcher ob seiner Zart- 
heit leicht lädirt wird und auch von selbst obliterirt. Länger leisten die Seitenwände 

iderstand, doch geben sie leicht dem vom Hypothallus ausgehenden ‚Drucke nach, zer- 
reissen besonders im oberen Theile der Länge nach, wodurch bald die wabenartige Ge- 
Stalt verwischt wird. Die Wände sind dann nur noch unten zur Hälfte bis zu zwei 
Dritteln mit einander verwachsen. Der Hypothallus besteht aus etlichen, über einander 
Seschichteten Häuten. 


l Auf verfaulten Baumstümpfen von Nadelhölzern häufig. S0 z. B. von 
mir bei Chudénie mehrfach gefunden: im Zdár; am Belt, Ríčej, Doubrava; in der 
"asanerie. 


Sem 


18 Lındbladia. REinteridiuxn. 


2. Lindbladia Fries. 


1. L. tubulina Fries (Licea effusa Ehrb.) Das Aethalium flach, kuchenförmig 
ausgebreitet, bis 10 cm breit und '/, cm dick, aus verlängerten Sporangien bestehend, 
welche sich wurmförmig in einander schlingen und ein sehr wnregelmüssiges Geflecht 
bilden. Hypothallus zart, häutig, farblos. Membranen und die Sporenmasse thongelb. 
Sporen 57 bis 6'8 u breit, glatt. 


Das Aethalium zeigt stellenweise Ueberreste von einer gemeinsamen Hülle in 
Gestalt von feinen glänzenden farblosen Häutchen. Einzelne Sporangien sind klein, denn 
sie erreichen kaum !/, mm Breite und 2 bis 1 mm Länge. Die Wand ist ein? 
homogene, mit feinen Körnchen durchsetzte Membran. Nach der Reife zerreisst 810 
stellenweise, wodurch die Nachbarsporangien mittelst mehr oder weniger grosseh 
unregelmässiger Oeffnungen mit einander in Communication treten. Dies erinnert schon 
ein wenig an die Verhältnisse bei Enteridium olivaceum Ehrenb., wo jedoch die 
Oeffnungen an grossen, rund umschriebenen, verdünnten Stellen in der Mitte aller 
Wandungen der Einzelsporangien durch Obliteriren entstehen, so dass schliesslich em 
aus schmalen dreiflügeligen Balken bestehendes Skelett zurückbleibt (unechtes Capillitium/ 


Dieser seltene Myxomycet wurde von mir nur ein einziges Mal bei Chu- 
dénie u. zw. unter dem Berge Ri@ej in einem jungen Bestande auf einem Fichten 
stumpfe (im September, 1887) vorgefunden. 


3. Enteridium Ehrenb. 


1. E. olivaceum Ehrenb. (Reticularia ol. Fr., Licea olivacea Fuck.) Де айе 
polsterförmig, etwa 1 cm breit und 0:2 cm hoch, oder halbkugelig, mit einer mem- 
branösen, hellbraunen, glänzenden Hülle zugedeckt. Mit derselben ist an der Innen“ 
seite überall ein unechtes braunes Capillitiumnetz verbunden, welches eigentlie 
aus Strängen und hohen häutigen Leisten, den einzigen Ueberresten der Binzer 
sporangien, besteht. Die Sporen auf den ersten Blick kugelig, in Wirklichkeit jedoc 
bilateral, mit einer stark gewölbten, grösseren, breite stumpfe Warzen tragenden 
und einer müssiger gekrümmten, glatten Seite. Die Grenze beider Flächen веат 
gekennzeichnet. Sporenmasse braun. Der grösste Diameter der Sporen beträgt 6 
bis 78 u. 

Aethaliumwand ist im Innern mit niedrigen senkrecht abstehenden hautartige? 
Leisten besetzt. Deren Insertionen bilden kleine unregelmässige Felder mit rundliche? 
Contouren. Ihr Durchmesser beträgt etwa 0'2 mm, und von ihren Rändern nimmt " 
Balkennetz oder das unechte Capillitium seinen Ursprung. Jedes Feld gehört einen 
Einzelsporangium an, und die von seinen Rändern sich erhebenden 3 bis 4 bandformige? 
Leisten sind eigentlich Ueberreste von 3 oder 4 Seitenwünden. Die geringste Breite 
der Leisten beträgt etwa 1 ш; es gibt jedoch viele, deren Saum hautartig erweitert 15 
und über 10 w breit erscheint. Doch werden die erwähnten zwei Extreme mit Ueber 
gangsstufen verbunden. Die Sporen haben im trockenen Zustande eine spindelfürmig? 
oder besser kahnfórmige Gestalt. Dieselbe rührt davon her, dass die dünnere gla 


Hälfte der Sporenmembran sich einsenkt und eine längliche Falte bildet, wogegen die 


andere warzige Hälfte sich noch mehr vorwölbt und an zwei entgegengesetzten e 
nigt 


sich etwas einknickt. Nach Rostafinski sollen die Sporen in kleine Packetchen vere! 
sein, doch sind sie an meinem Materiale durchwegs isolirt, frei. Mir scheint di t 
letztere Merkmal nicht entscheidend zu sein, um eine neue Species oder Varietät 9 


eses 


Olabhroptychiuın. 19 


stellen zu wollen, da auch anderorts bei der Badhamia hyalina Berk. sich das Merkmal der 
ereinigung von Sporen nicht als constant erwiesen hat. 

Diese seltenere Art fand ich nur einmal (August, 1884) in der Chudénicer 
"y H H d . nt CN. D 
Fasanerie, Sie war auf einem morschen Eichenzweige angeheftet. 


2. Fam. Clathroptychiaceae Rostaf. 


1. Clathroptychium Rostaf. Aethalien aus prismatischen, 3- bis mehrsei- 
tigen Sporangien zusammengesetzt, welche oben und unten abgerundet sind und 
daselbst verdiekte Membranen besitzen. Dieselben sind schüsselfórmig und am 
Rande gezähnt, mit soviel Zipfeln als das Prisma Kanten besitzt. Je zwei gegen- 
überstehende Zipfel sind mit einem einfachen (selten verzweigten) soliden und 
dreikantigen Strange verbunden. Die Seitenwände werden zeitlich zerstört und 
80 bleiben die Decke und der Boden des Aethaliums, beide aus den mit einander 
Yerwachsenen verdickten Kappen zusammengesetzt, mit der Sporenmasse und dem 
Senkrecht ausgespannten falschen Capillitium zurück. 


1. Clathroptychium Rostaf. 


1. C. rugulosum Rostaf. (Licea rugulosa Wallr.) Plasmodium lebhaft roth ge- 
färbt. Aethalium ‚flach ausgebreitet, polsterförmig, cca. 4 mm breit und inmitten nicht 
Mehr als 1 mm hoch, grauviolett, mit einer rauhen Oberfläche, welche bei einer 
Stärkeren Vergrössung fein runzlig erscheint. Im Wasser wölben sich zahlreiche 
Niedrige Warzen nach aussen vor, welche sich am senkrechten Schnitt als die kap- 
Penartigen Membranverdiekungen erweisen. Die Verdickungsstränge sind solid, drei- 
kantig, schmutzig gelb. Sporenmasse okergelb. Sporen dünnwandig, glatt, 3'5 bis 
94 u breit. 

Die kappenförmigen Sporangiumwand-Verdiekungen haben selten einen polygo- 
nalen Aufriss, gewöhnlich sind sie — von oben gesehen — mehr weniger abgerundet 
Und lassen zwischen einander Lücken auf Art der Intercellularrüume frei. Nichts desto 
Weniger sind sie mit einander fest verbunden, in der Mitte dünner und am Rande dicker, 
daselbst, auch dunkler braun gefärbt. Aehnlich werden auch die Zipfel am Uebergange 
m die Stränge dicker und gelber. Die Stränge selbst kehren die schmälere Seite nach 
Aussen, die anderen zwei Seiten ragen wie ein Keil in das Innere des Sporangiums. 

as Aethalium sitzt auf einem hellen Hypothallus, welcher aus einer grösseren Zahl von 
tei aufliegenden Membranen zusammengesetzt ist. Auf seinem Rande ragt der glänzende 
Jpothallus ein wenig hervor. 
j Auf einem Buchenzweige in der Chudénicer Fasanerie ein einziges Exemplar 
(im August, 1884). 


3. Fam. Cribrariaceae Rostaf. 


Uebersicht der Gattungen: 


1. Dictydium Schrad. Die Verdiekungen auf der Innenseite der Spo- 
làngiumwand in Gestalt von zahlreichen vom Stiele nach oben parallel verlaufen- 


DI 


20 Dicotydium. Cribraria. Sr 
den Rippen, welche mittelst dünner Fäden mit einander leiterförmig verbunden 
sind. Die Wand bleibt nur unten oberhalb des Stieles als eine kleine, runde 
Scheibe erhalten. 


2. Cribraria Pers. Die Verdickungen auf der Innenseite der Sporangium- 
wand in Gestalt von netzartig verbundenen Strüngen oder Leisten, welche an den 
Vereinigungsstellen erweitert sind und daselbst Knoten genannt werden. Gewöhnlich 
ist das untere Drittel oder die Hälfte der Sporangienmembran, das sogenannte 
Körbchen, verdickt und ausdauernd. 


1. Dictydium Schrad. 


1. D. cornuum Nees (D. umbilicatum Sehrad.). Sporangien kugelig, etw“ 
1, mm breit nach der Reife oben trichterförmig eingesenkt, auf schwarzem, pfriem 
lichen Stiele, nickend. Die Sporenmasse brüunlich purpurfarbig. Sporen 4:5 bis 58 
breit, glatt. (Taf. I. Fig. 1. und 2.). 


Hypothallus in Gestalt einer feinen Membran entwickelt, um die Ansatzstelle 
des Stieles aderig verschrumpft, rostroth bis purpurbraun. Stiel am Ende gewöhnliel 
bogenförmig gekrümmt, °/, bis 1'/, mm hoch. Sporangien Anfangs aufrecht stehen? 
später nickend. Einzelne Rippen nicht selten verzweigt, aber ihre Aeste parallel Wei 
laufend; manche gehen bis zum Scheitel des Sporangiums, andere enden in gewisse! 
Höhe des letzteren, in welchem Falle dann die Rippen entweder blind endigen oder aber 
mit je einer Nachbarrippe verschmelzen. Am Scheitel des Sporangiums bilden die Ripp?” 
ein kleineres oder grösseres unregelmässiges Netz, welches ein wenig auf die Anastomosen 
bei des Cribrarien erinnert. Auf der Basis des Sporangiums an der Ansatzstelle des 
Stieles macht sich eine kleine Scheibe bemerkbar, von deren Rande die Rippen ihren 
Anfang nehmen. Diese Scheibe erreicht etwa die Hälfte von der Sporangienbreite Ш) 
erscheint am Rande kleingezühnt. 


An allen möglichen Baumstümpfen in Nadel- und Laubwäldern häufig YO: 


kommend. So zum B.: Stern bei Prag, Senftenberg, Reichenberg, Neustadtl bel 
Friedland (Corda). Im Iser- und Riesengebirge! Chudénie, Schwihau ! 


2. Cribraria Pers. 


A. Sporangiumwand in ihrer unteren Hälfte in Form eines sogen. Kürbchen? 
verdickt, ausdauernd. Von den bezühnten Rändern des Kórbchens nimmt das netz 
förmige Capillitium seinen Ursprung; Anfangs wird dasselbe von einer feinen Wan 
bedeckt, welche jedoch bald obliterirt, während das Netz der Verdickungen e 
halten bleibt. 

а) Sporangien kreiselfórmig oder verkehrt eifórmig. Das Kórbche 
einem sehr scharf und regelmässig gezühnten Rande. Das Capillitium sehr rege" 
müssig ohne Knoten (oder hie und da mit einem vereinzelten). 


n mit 


1. C. rufescens Pers. Sporangien ziemlich gesellig, hell zinnoberroth in's 
Orangerothe, ?/, bis 1 mm hoch auf I'/,mal bis 3mal längeren, dunkeln, geraden 
Stielen. Das Körbchen trichterförmig, ein wenig glänzend, regelmässig und 8e 
ausgerandet gezähnt. Die Zähne 15 bis 25 an der Zahl verlängern sich in eb 
verflachte Stränge, welche zu einem lockeren, festen und regelmässigen Netze 8 


ich 
was 
ieh 


Cribraria. 21 


Verzweigen. Knoten fehlen oder nur ausnahmsweise schwach entwickelt, dreiseitig, 
Was besonders in abnormalen oder nicht genug reifen Sporangien vorkommt. 
Sporen röthlich, 5 bis 6'5 u breit, glatt. 


Nach Schrader und meinen eigenen Beobachtungen besitzen die Plasmodien 
milchweisse Farbe. Die Stiele erheben sich aus einem feinen, rostfarbigen, mit blasserem 
ande umgrenzten Hypothallus. Das Körbchen und das Capillitium ziegelroth. Auf un- 
vollkommen reifen, nicht von den Sporen befreiten Sporangien kann man unter einer 
Sürkeren Luppe sehen, wie das Capillitiumnetz in die Sporenmasse hineingedrückt ist, 
während in den Maschen die letztere sich ein wenig auswärts vorwölbt. Das Kórbchen 
186 mit Längsstreifen gezeichnet. Dieselben sind granulirt und dunkler und gehen nicht 
bis zum Rande des Körbehens. Die Stiele erscheinen unter dem Mikroskope schwarz 
mit roth durchscheinenden Falten. Das Capillitiumnetz locker, aus verflachten, überall 
Bleich breiten Strängen zusammengesetzt. Die Maschenräume recht regelmässig, vier- bis 
fünfeckig. Knoten nicht oder selten vorhanden, dann klein und dreiseitig, dort, wo drei 
Stränge sich vereinigen. Sehr selten fand ich besonders in nicht ganz entwickelten 
"xemplaren auch breite, flache, polygonale Knoten, deren Rand gezühnt war, oder breitere 
änder (verlängerte Knoten) mit seicht ausgebuchtetem Rande. 


А Diese sehr seltene Art fand ich mehrfach im nördlichen Böhmen vor. Es 
Sind folgende Anfangs August 1889 besuchte Standorte: Schluckenau, Klein Iser 
Im Isergebirge, das Mummelthal bei Neuwelt, Elbethal bei Spindelmühle und Jo- 
lannisbad : im Riesengebirge. Wahrscheinlich ist C. rufescens Pers. bei uns vor- 
"üglich eine Gebirgsform. 


b) Sporangien regelmässig kugelig. Das Körbchen mit einem genug regel- 
Mässigen Rande. Das Capillitium mit gleichmässig entwickelten Knoten. 


9. C. vulgaris Schrad. Sporangien zahlreich beisammen stehend, doch ein- 
ander nicht berührend, !/, bis 1 mm breit, gestielt, gerade oder seltener ein wenig 
liekend, nussbraun bis schmutzig okergelb. Der Stiel pfriemlich oder bei den 
langgestielten Formen fadenförmig, gerade oder leicht gebogen, dunkel, 2- bis 4- 
mal Jünger als das Sporangium. Das Körbchen tellerfórmig, höchstens einen Drittel 
der Sporangiumhöhe einnehmend, am Rande fast regelmässig gezähnt. Zähne zahl- 
teich (bis zwanzig). Das Capillitium bildet ein ziemlich dichtes Netz und 
besteht aus dünnen Strängen, die an den Vereinigungspuncten sich in flache, po- 
lugonale Bänder verbreitern, seltener aber schwache, dünne, fast rudimentäre 
т Noten entwickeln. Sporenmasse hellbraun bis rostbraun. Sporen hell braungelb, 
9 bis 6'5 u breit, glatt. 

Hypothallus schwach entwickelt. Wenn der Stiel kurz und dick ist, 80 pflegt 
E auch der Länge nach mächtig gefurcht zu sein, die dünnen und schlanken Stiele 
erscheinen nur fein gestreift. Das Körbchen besteht aus einer glatten Membran, welche 
Tit von der Insertion des Stieles radial verlaufenden Streifen versehen ist. Bei 
stärkerer Vergrösserung ist leicht zu ersehen, dass man 65 mit verdickten, vom Stiele 
aus immers chmäler werdenden Partien zu thun hat, welche schliesslich durch Reihen 
Von dunkel] Körnchen vertreten sind. Aehnliehe dunkle Körnchen bedecken oft auch 


16 Oberfläche der Capillitium-Verdickungen und treten bisweilen zu einer ununter- 
chsichtig wird. Die Knoten 


tochenen Schicht zusammen, wodurch das Capillitium undur i e 
"legen 30 u, manchmal bis 40 и, ausnahmsweise kaum 10 p breit zu sein (var. 
delicatula), 


Sen 


99 Cribraria. 


— 


а) gen uina. Knoten polygonal, 30 «æ breit, oft lünglich. Zähne des 
Körbchens 15 bis 20, tief eingeschnitten. 


B) delicatula Rostaf. Knoten schwach entwickelt, kaum 10 u breit, manche 
nicht breiter, als der Durchmesser von Sporen beträgt. Zähne des Kürbchens ge- 
wöhnlich weniger als 15. 


у) inconspicua Gel. #1. Sporangien mit blossem Auge kaum sichtbar, 
am Substrat sehr zerstreut, etwa 0:15 mm breit, licht braun, auf mehr- bis 10mal 
längeren, dünnen, hin und her gebogenen nussbraunen Stielen. Das Körbchen auf 
der Aussenseite schwarz oder braun körnig, seicht ausgerandet mit kürzeren oder 
längeren 6 bis 10 Zähnen, welche sich in dünne Fäden verlängern, die ihrerseits 
ein sehr lockeres Netz mit wenig Maschen bilden. Knoten dem entsprechend wenige; 
drei- oder mehrkantig, isodiametrisch oder einseitig verlängert, selten auch ZU 
zweien verbunden, auf der Aussenseite auch mit Kórnchen besetzt. 


Auf morschem Fóhren- und Fichtenholze. 


а) Prag: Zátiší bei Hodkovičky! Schluckenau! Haindorf im Isergebirge! 
Spindelmühle im Riesengebirge! Bei Chudénie mehrmals! Sooswald bei Franzensba 
B) Pribenice bei Tábor! y) Mummelthal bei Neuwelt im Riesengebirge! 


3. C. aurantiaca Schrad. Sporangien gesellig oder zerstreut, '/, bis 1 mm 
breit, rothbraun auf hellbraunen Stielen. Das Körbchen stark entwickelt, mehr als 
ein Drittel der Sporangiumhöhe einnehmend, am Rande genug regelmässig aus“ 
gebuchtet, mit kurzen, zugespitzen, gleich in das Capillitium übergehenden Zühnen. 
Knoten sehr stark entwickelt, verzweigt und fast alle mit seinen Ästen Ye 
rbunden oder wenigstens genähert und mit kurzen Verbindungsfüden zusam“ 
mengehalten. Sporenmasse orangeroth oder schmutzig gelb. Sporen gelblich 5 bis 6'5 # 
breit, glatt. 


Stiele pfriemlich, ungleich lang, gewöhnlich 3mal, zuweilen auch 5mal länger als 
die Sporangienweite oder selten kaum so lang. Sporangien denen der vorigen Art sehr 
ähnlich, gleichfalls kugelig, 1/, bis 1 mm breit. Das Körbchen immer glatt, schwach 
länglich gefurcht. Die Knoten auf der Aussenfläche nicht granulirt. 


Gfl. Lobkovie’scher Garten in Prag, Reichenberg (Corda, Icones fungorum, 
Tom. V., Tab. Ш., Fig. 35.). Berg Ridej bei Chudénie (1887)! 


4. C. tenella Schrad. Sporangien in lockeren Gruppen, 1/, bis 1/, mm breit, 
gerade oder etwas gehängt, nuss- bis kaffeebraun, auf dunkelbraunen, 11/,- bis 2mal, 
selten 4- bis 5mal längeren Stielen. Körbchen schwach entwickelt, kaum ein Drittel 
der Sporangiumhöhe erreichend, manchmal excentrisch am Stiel sitzend, am Rande 
unregelmässig gefranst, mit ungleichen, manchmal genug verlängerten Zipfeln- 
Knoten vollständig rund, ein wenig nach Aussen gewölbt, regelmässig von einander 
entfernt; von jedem gehen strahlenförmig 5 bis 7 dünne Fäden direkt zu den 
Nachbarknoten oder zum Körbchenrande. Sporenmasse licht braun. Sporen gelblich, 
5 bis 6'5 и breit, glatt. 


Hypothallus fein, dunkel rostfarbig. Das Körbehen glänzt manchmal; sein Rand 
ungleich ausgebuchtet und folglich auch die Zähne ungleich lang und oft bandförmig €" 


Cribraria. 23 


| tert. Ziemlich beständig und charakteristisch sind die runden, im Ganzen fast gleich 
stossen Knoten. Dieselben sowie das Körbchen führen auf der Aussenseite dicht ge- 
drängte, in zahlreiche Längsreihen geordnete schwarze Körnchen. Die Knoten sind von 
denselben oft ganz bedeckt und werden dadurch schwarz, undurehsichtig. Man kann 
zwei Formen unterscheiden: 


a) genuina. Sporangien etwa !/, mm breit mit dichten, stark entwi- 
ckeltem Capillitium. Stiele 11/,- bis 2mal länger als die ersteren. 


| B) gracilis Се], fil. Sporangien etwa 1/, mm breit, mit weniger stark ent- 
Wickeltem Capillitium. Stiele 4- bis бта] länger als die ersteren, dünn, schwach, 
hin und her gebogen. 
„Schöne Marie“ bei Haindorf im Isergebirge (c)! Berg Treboun bei 
Theussing (8)! 


C. Sporangien birnfórmig oder verkehrt eifórmig. Das Körbchen am Rande 
Unregelmässig ausgebuchtet und theilweise durchlöchert. Capillitium unregelmässig 
Mit ungleich grossen und geformten Knoten. 


5. б. macrocarpa Schrad. Sporangien mehr als 1 mm hoch, gelblich nuss- 
farbig, Stiel grob, fest, spröde, leicht hin und her gebogen, der Länge nach fein 
gestreift, gleich lang oder kürzer, als die Sporangiumhöhe beträgt, nussfarbig, 
Schwärzlich. Körbchen trichterförmig, ein Drittel der Sporangiumhöhe oder etwas 
darüber einnehmend, oft dem Rande entlang durchlöchert und unregelmässig 
Sezühnt, mit nicht selten im verlängerte flache Bänder übergehenden Zipfelm. Ca- 
Pillitium unregelmässig mit mehrmal längeren als weiten Knoten, welche sich 
» einfache oder wieder gabelfórmige Äste theilen. Sporen gelblich, 5 bis 65 u 
reit, glatt. 

Das Plasmodium besitzt eine bläulich graue fast schwarze Farbe. Hypothallus 
stellt eine feine, gelbliche Membran dar. Das Körbchen ist sehr unregelmüssig, worin 
ев dem Heterodyetion mirabile Rostaf. gleichkommt, Manche Zipfel sind bandfórmig 
verlängert, andere enden wieder spitz und gehen in dünne Füden über. Die Knoten 
Sind sternförmig verzweigt und mit den Nachbarknoten mittelst dünner Fäden verbunden. 


^ der Aussenflüche wird das Körbchen und die Knoten mit einer Körnchenschicht be- 
deckt, woraus sich eben die grosse Sprödigkeit dieser Theile erklären lässt. 


3d Bei Prag auf Coniferenholz selten (Corda, Icones, Tom. IV., Tab. VIL, Fig. 

n 4 s ^ E Y DH 
78... Die betreffenden Zeichnungen dieser und der früheren Art im Werke Corda's 
Sind во treu und klar, dass man über sie keineswegs im Zweifel sein kann. 


einem vom Stiele ra- 


B. Sporangiumwand farblos, an der Innenseite mit 
en Hälfte netz- 


dial ausstrahlenden Capillitium ausgelegt, welches erst in der ober 
artig anastomosirt. Das Körbchen fehlt. 


| 6. C. splendens Pers. Sporangien sehr zerstreut stehend, "|, bis "|, mm 
loch, kugelig, in der Regel etwas gehängt oder ganz nickend, liehtbraun, auf 


dünnen, pfriemlichen, 2- bis 6mal längeren, zikzakartig gebogenen oder geschlàn- 
E dunkeln, ein wenig röthlichen Stielen. 
"Auernd, glatt und glänzend, oder gänzlich unterdrüc 


Sporangiumwand entweder aus- 
kt, wobei nur die Verdickungen 


| 
| 
I 


24 Oribraria. el 
stehen bleiben. Vom Stiele gehen strahlig etwa 8 bis 15 zwischen einander völlig 
freie bogenförmige Rippen aus, welche schmal oder zuweilen oben bandförmig ver- 
flacht sind. Das übrige Capillitiumnetz aus ungleich grossen Maschen bestehend. 
Knoten entweder winzig klein, drei- bis vierseitig oder lünglich, schmal und damn 
oft vielfach fast geweihartig verzweigt, selten breiter, flach, vielarmig, mit em- 
wärts gewölbten Flächen. Gegen das Centrum der Maschen ragen oft einige blinde 
(einfache oder gegabelte) Auszweigungen. Sporzenmasse lichtbraun. Sporen 5 bis 
7 u breit, glatt. 


Hypothallus fast fehlend oder schwach entwickelt. Stiele schlank, 1 bis 11/„ mM 
lang, unter dem Mikroskope dunkel, mit braunroth durchscheinenden Falten. — Durch 
Mangel an Körbchen und Capillitium steht ©. splendens der С. argillacea verwandt- 
schaftlich am nächsten. Sie unterscheidet sich jedoch von der letzteren durch mindestens 
2mal längeren Stiel, als der Sporangiumdurchmesser beträgt, durch zahlreiche, unter em 
ander freie Rippen, durch deutliche, zuweilen stark entwickelte Knoten. Eine zur 0 
argillacea Pers. gehórende Form, welche von mir var. oligocostata benannt wurde, ähnelt 
in mancher Beziehung unserer C. splendens. Sie hat jedoch grössere Sporangien, gleich 
lange oder wenig längere Stiele als der Durchmesser derselben, stärkere Verdickung®d 
je zwei Rippen oft mit seitlichen Auszweigungen schief brückenförmig vereinigt, Knoten 
unentwickelt oder rudimentär, dreieckig. Die Form с) polybrachia nähert sich durch die 
verhältnissmässig grossen und vielseitigen Knoten noch mehr als a) gracilis Racib. Ш 
b) oligocostata Racib. zur С. microcarpa Pers., unterscheidet sich blos durch nicht gan“ 
farblose Oapillitiumfáden und durch Rippen, welche ganz wie bei C. splendens Pers. 
den dritten Theil der Sporangiumhöhe einnehmen und unter einander ganz frei sind. Viel- 
leicht wird es sich nächstens herausstellen, dass die beiden letztgenannten Arten zu einer 
einzigen vereinigt werden müssen, besonders wenn auch weitere Uebergangsformen con“ 
statirt werden. Die typische C. splendens Pers. mit ausgebildeter Wand wurde bei un8 
noch nicht gefunden, dafür kenne ich die beiden von Raciborski beschriebenen Ueber 
gangsformen, zu denen ich eine dritte neue: c) polybrachia hinzufüge: 


a) gracilis Racib. Sporangien 0'35 bis 0-5 mm breit. Stiele zweimal 
länger. Rippen 10 bis 20. Knoten deutlich, rundlich oder 3- bis 4seitig, mit abge 
rundeten Winkeln; 


b) oligocostata Racib. Sporangien etwa 0°8 mm breit. Stiele 4- bis 6mal 
länger. Rippen 8 bis 12. Knoten lünglich, von unregelmüssiger Gestalt, oft zU- 
sammenfliessend ; 

c) polybrachia Óel. fil. Sporangien 0'3 bis 0'4 mm breit. Stiele 3- bis 
бта] länger. Knoten genug gross, meistentheils isodiametrisch oder ein wenig V6!" 
längert, braun, 6- bis lOseitig, ausgerandet, mit ebenso vielen strahlenartig divel- 
girenden Auszweigungen. 


a) und b) bei Klein Iser im Isergebirge; c) im Mummelbachthale bei Neu- 
welt im Riesengebirge. 


1. C. argillacea Pers. (C. micropus Schrader.) Sporangien dicht gedrängt 
einander berührend, 1], bis 1 mm breit, unregelmässig kugelig, gerade, blass grau” 
braun, augenscheinlich sitzend, doch in Wirklichkeit sehr kurz gestielt. Sporangium- 
wand auf der Aussenseite schön glänzend, glatt, auf der Innenseite mit einem Netz 
von unten noch ziemlich breiten, flachen, zum Scheitel immer dünneren, fast faden- 


Cribraria. Perichaena. 25 


Förmigen Verdickungen. Auf dem Scheitel bilden dieselben Fäden breite, 4- bis 
Mehrseitige Maschen, in welche wieder dünnere, seitlich abgezweigte und getheilte 
Fäden hineinragen. Knoten unentwickelt. Sporenmasse thonbraun. Sporen hell, 5 
bis 6-5 u breit. (Taf. I., Fig. 3. und 4.) 

d Plasmodien fast schwarz, mit blaugrauem Anflug. Hypothallus verbindet alle in 
einer Gruppe stehenden Sporangien und ist eine feine, glänzende Membran. Stiele 
Schwarz, der Länge nach gefurcht; gewöhnlich zur Spitze pfriemlich verschmälert, kaum 
4 mm hoch. Die Sporangiumwand schillert besonders nach dem Wegblasen der Sporen 
Manchmal fast silberweiss. Vom Stiele strahlen auf der Innenseite der Sporangiumwand 
ache rippenartige Verdickungen aus, welche, je höher zum Scheitel, desto mehr an Breite 
Abnehmen aber dafür an Dicke zunehmen. Das Capillitium ist besonders in der oberen 
Sporangiumhülfte sehr zart und wird leicht durch stärkeres Blasen verletzt, wa auch 
m der Natur durch Wind geschieht, worauf die Sporen durch eine grosse Scheitelöffnung 
Weggeführt werden. In dem letzten Drittel der Sporangiumhöhe zwischen den Maschen 
Чез Capillitiums bleibt die Wand unentwiekelt; nur eine schmale, dünne Membran um- 
8166 die Ränder der leistenförmigen Verdickungen. 

a) genuina. Sporangien auf beträchtlich längeren, ausnahmsweise gleich 

langen Stielen. Das Capillitium fast vom Stiele aus netzförmig ; 


b) oligocostata Cel. fil. Sporangien auf gleich langen oder etwas längeren 
Stielen. Das Capillitium mit cca. 15 vom Stiele bogig aufsteigenden, etwa in das 
erste Fünftel der Sporangiumhöhe reichenden Rippen, deren je zwei oft durch ge- 
rade oder bogenförmige Verbindungsleisten zusammenhängen. 


| Ein ziemlich gemeiner altes, morsches Holz bewohnender Myxomycet. Ho- 
lice (Čeněk)! Aussig а. d. Elbe, Schlossberg bei Teplic! Chudénic, Švihov, Klattau, 
Und wohl auch anderorts. Var. b) bei Chudönie. 


4. Fam. Perichaenaceae Rostaf. 


1. Perichaena Fries. Sporangien oder Plasmodiokarpien gewühnlich am 
Scheitel deckelartig aufspringend. Capillitium entweder dicht knäuel- oder netz- 
artig, mit dem Deckel verwachsen, übrigens frei, oder nur rudimentär, aus einigen 
Röhrehen bestehend. Röhrchen mit unregelmässig welligen Umrissen, sonst ungleich 
Sranulirt oder glatt. 


1. Perichaena Fries. 


A. Sporangium mit flachem Deckel. 


j 1. P. depressa Lib. (Stegasma depressum Corda, Icon. V., p. 58., Taf. m., 
Fig, 84.) Sporangien öfters dicht gedrängt, vom gegenseitigen Drucke vieleckig, stark 
verflacht, braunroth. Die ganze obere Hälfte der Sporangiumwand als sogenannter 
Decke} abfallend mit glatt abgeschnittenem etwas blässerem Rande, mässig ge- 
wölbt oder flach. Capillitium dicht, sammt Deckel abfallend, goldgelb, aus fast 
Überall gleich breiten nur schwach welligen, beinahe glatten Röhren bestehend, 


LO bis 25 u (selten bis З u) breit. Sporen kugelig, 92 bis 10:8 u breit, fein 
Stanulirt, 


| 
| 
| 
| 


26 Perichaena. 


Charakteristisch sind für diese Art die niedrigen, flach gewölbten Deckelchen 
welche mit den Seitenwünden einen fast rechten Winkel bilden. Die Wand besteht aus zwei 
Schichten. Die äussere ist gefärbt, grob, derb und besteht aus schwammiger Mass®, 
welcher kleine Kalkkörnchen hie und da eingebettet sind. Die innere ist dünner, aber 
quillt im Wasser rasch auf, wodurch das Deckelchen die Tendenz hat nach Aussen sich 
hervorzuwölben und zusammenzurollen. 


Stern bei Prag auf Birkenrinde! Reichenberg, Senftenberg (Corda). 


B. Sporangien mit gewölbtem Scheitel (Deckel). 


2. P. corticalis Rostaf. (Lycoperdon corticale Batsch, P. marginata 82.) 
Sporangien kugelig oder halbkugelig auf einem engeren oder breiteren Grunde sitzend, 
braunroth oder graubraun, matt, auf einem gemeinsamen Hypothallus, gewöhnlich 
oberhalb der halben Sporangiumhóhe deckelartig aufspringend. Сар ит ent- 
weder aus einigen Röhrchen, die an der Innenfläche des Deckels befestigt sind, 
bestehend oder gut entwickelt, locker knäuel- oder netzartig. Röhrchen dünn, 1 08 
2'5 u breit mit unregelmässigen Körnchen bedeckt. Sporen 11 bis 12 u breit, 
fein warzig. 

Sporangiumwand aus zwei Schichten zusammengesetzt. Die äussere, wie im 
vorigen Falle, etwas schwammartig porös, von zahlreichen Kalkkörnchen oder lüngliche? 
Kalkkryställchen durchsetzt. Die innere gelblich, durchscheinend, homogen. Das Ver- 


kalken erreicht manchmal eine solche Intensität, dass zum braunrothen Grundton €? 
grauer oder milchweisser Stich sich zugesellt. 


Auf Rinden von Laubbäumen zum D. Pappel, Birke, Eiche ziemlich häufig. 
Bei Chuděnic an zahlreichen Standorten von mir vorgefunden und wahrscheinlich 
auch anderswo häufig. 

3. P. cornuvioides Cel. fil. Sporangien kugelig, zusammengedrückt, mit bre 
terem Grunde aufsitzend, kastanienbraun, röthlich, glänzend. Der Deckel grösser 
oder klein, reducirt, am Scheitel oder auch etwas seitlich gelegen, oder gänzlich 
unterdrückt, und das Aufspringen geschieht durch einen im voraus bestimmte! 
oder zufällig entstehenden Längsriss. Capillitium stark entwickelt, ein schönes Nel? 
bildend, goldgelb. Röhrchen am Rande unregelmässig wellig, verschiedenartig 8° 
wunden, 3'4 bis 5'1 u dick, oft im Verlaufe oder an den Verbindungsstellen blasen“ 
förmig angeschwollen, oberwärts granulirt rauh und mit zerstreuten Warzen oder 
geöffneten Bläschen besetzt, Sporen fein warzig, 9 bis 10:2 u breit. (Taf. I, FS 
6. und 7.) 

Eine mit P. variabilis Rostaf. verwandte Art. Sporangien sitzen gewöhnlich dicht 
beisammen und berühren einander sanft ohne ihre runde Gestalt und ihren runden Umriss 
einzubüssen. Oft verschmelzen je zwei Sporangien zu eigenartigen, bisquitt- oder niere!” 
förmigen Gebilden. Das Aufspringen geschieht in der Weise, dass eine breiter 0 er 
enger umschriebene Stelle deckelartig abspringt, oder dass am Scheitel eine als dunkler? 
Linie sich abhebende dünnere Partie zerreisst und so ein länglicher Riss entsteht. Selten 
erscheint die ganze Wandung gleich dick, homogen und ihr Scheitel reisst dann un“ 
regelmässig. Das Aufspringen mit einem Riss erinnert an Cornuvia. Allein der Unter" 
schied besteht wesentlich darin, dass bei unserer Art nach der Weise einer echten pv 
richaena das Capillitium an die innere Flüche des Sporangiumscheitels angewachsen 18 


Aroyria. 27 


und, wenn der Deckel entwickelt ist, mit demselben zugleich davon fliegt. Wegen der 
erwähnten Aehnlichkeit mit Cornuvia benannte ich vorliegende Species „cornuvioides“. 
ie Wand ist wie bei den vorigen zwei Species zweischichtig. Die innere Schicht be- 
Steht aus einer farblosen Membran, die äussere aus einer porös schwammartigen braun 
gefärbten Substanz. Die blasenförmig angeschwollenen Stellen der Capillitiumröhren sind 
8 bis 13 p, die kleinen aus der Oberfläche entspringenden Bläschen 2:6 bis 3*4 ш breit. 

le letzteren können am Scheitel geschlossen oder offen sein. 
In der Chudenicer Fasanerie auf Holz und Rinde von Hainbuchen, mit 


Trichia intermedia бе]. fil.! 


5. Fam. Arcyriaceae Rostaf. 


1. Arcyria Hill. Sporangien kugelig od erverlängert, gestielt, mit einer 
Quernaht oder am Scheitel unregelmässig aufspringend. Die abgeschnittene Wand- 
Partie zerfällt zuletzt und obliterirt, während der mit dem Stiele in Verbindung 
Stehende Rest als sogen. Kelch erhalten bleibt. Capillitium entweder mittelst zahl- 
reicher freier Enden mit der Innenfläche des Kelches verwachsen oder es sind 
einige Capillitiumröhren zwischen die Zellenelemente (vergrösserte, vegetativ ge- 
Wordene Sporen) des Stieles eingekeilt. 


A. (Clathroides Rostaf.) Zahlreiche Zweige des Capillitiumnetzes mit 
der Innenfläche des Kelches verwachsen. Capillitium blüht sich nach der Reife 
und Trockne nur mässig auf und behält die ursprünglichen Proportionen der 
Sporangien. 

I. Sporangien eiförmig oder verlängert elliptisch bis walzenförmig. 


1. A. punicea Pers. (A. vernicosa Rostaf.) Sporangien eiförmig, stark glänzend, 
auf einem gleichfalls glänzenden, gewöhnlich ebenso langen Stiele. Sümmtliche Theile 
besitzen eine rothe Färbung, doch ändert dieselbe ab: vom hell Rothen, Karmin- 
rothen in’s Rostbraune. Capillitium aus ziemlich stark verflachten, 3'3 № breiten 
Röhren. Verdickungen in Form von ganzen und halben Ringen, oder von Stacheln, 
Welche im Halbkreise stehen. Mittelpuncte der neben einander befindlichen Halbhreise 
"den eine steil gewundene Schraubenlinie. Sporen glatt, 6'7 bis 75 u breit. 

Stiel und Sporangium gewöhnlich 1 mm hoch. Kelch aus einer festen, glatten, 
ebenmässig abgestutzten Membran, fast ohne Längsfalten. Capillitiumnetz ziemlich dicht 
mit mannigfaltigen grösseren oder kleineren Maschen und dreieckigen Anastomosen. Leisten 
Cca. 0°8 w hoch, stumpf, gewöhnlich nur das Drittel, oft die ganze Hälfte u Faden- 
Umfanges einnehmend und stellenweise auch mit vollständigen, zerstreuten Ringleisten 
vermischt. Sporenmasse heller als die übrigen Sporangientheile. Die geschlossenen, 
reifen Sporangien sind um die Hälfte kürzer als die aufgesprungenen, weil sich das Capil- 
!tiumnetz erweitert und ausdehnt. 
| In Wäldern auf verschiedenen Hölzern, vorzugsweise auf SC OPNE: Ка- 
©ша bei Neuhof nächst Kuttenberg (Peyl, 1884)! Stern, Modfan bei Prag! Chu- 
Че bei Klattau! 


2. A. dictyonema Rostaf. Sporangien 1 bis 2 mm hoch, lànglich eifórmig 
Oder aus eiförmigem Grunde eylindrisch, auf bedeutend kürzeren, 0'4 bis Op mm 


| 
Ё 
| 


28 Arcyria. 


hohen, dunkeln Stielen. Capillitium fleischfarbig, rosenroth, manchmal mit einem | 
Stich iws Okergelbe oder Bräunliche. Sporenmasse lebhafter gefärbt. Capillitium | 
blüht sich nicht sehr stark auf (höchstens um die halbe oder ganze Länge des | 
Sporangiums). Capillitium verschieden gestaltet: das im Kelch eingeschlossene fast 
glatt, das übrige wieder heterogen; innere Partie desselben aus Röhren, deren eine | 
Seite nur stumpfe Stacheln, die andere ein unregelmässiges Netz von niedrigen Leisten | 
verdickungen trägt; äussere Partie mit mehr oder weniger deutlichem Leistennetet, 
welches ühnliche stumpfe, aber in eine langgezogene Schraubenlinie gestellte Stacheln 
trägt, übrigens jedoch überall dicht mit kürzeren spitzen Stacheln besetzt ist. Spore 
5 bis 6'7 u breit, glatt. 

Capillitium nicht gerade durch zahlreiche freie Enden mit dem Kelch ver 
wachsen. Rostafihski setzt A. dietyonema in die Section Arcyrella, und es ist nicht Un 
möglich, dass gerade unsere Species an der Grenze beider Sectionen steht und einma 
den Charakter dieser oder jener deutlicher bekundet. Röhren 2'5 bis 3'5 u breit. Die 
stumpfen Stacheln fast ebenso lang wie die Breite der Röhre, die spitzen beträchtlich 
kürzer, cca. 1 ш hoch. 

In der Chudénicer Fasanerie nur einmal an abgefallenen Eichenästen, ZU 
sammen mit Arcyria cinerea Schum. und A. incarnata Pers. (1889)! 


3. A. cinerea Schum. (Trichia cinerea Bull, A. albida Rostaf. Dod. I. 
do Monogr.) Sporangien eiförmig oder verlängert eifórmig, auf einem ebenso lange” 
Stiele, gewöhnlich gesellig oder gedrängt. Sporenmasse gewöhnlich lichtgraw, seltener 
gelblich. Capillitium dicht, fest geflochten: innere Partie aus 4'2 bis 5 u breiten 
warzigen oder glatten, äussere aus 2'1 bis 2'5 u breiten, stacheligen Röhren. Spore? 
6°6 bis 8'3 ш breit, glatt. 

Stiel und Sporangium gewöhnlich ähnlich wie bei vorhergehender Art, 1 mM 
hoch, seltener der Stiel höher oder kürzer. Kelch trichterförmig, niedrig, der Länge nach 
stark gestreift. Capillitium am dichtesten unter allen Arcyrien, nur wenig sich vergrüsserh | 
und fast vollständig die ursprüngliche Gestalt des Sporangiums behaltend. Auf Gru? | 
der Verdickungen kann man nach Rostafihski zwei Varietäten unterscheiden: 


а) genuina. Innere Partie des Capillitiums warzig, äussere stachelig ; | 
В) subleionema. Innere Partie des Capillitiums völlig glatt, äussere | 
fein stachelig. 


Eine auf verschiedenem Laub- besonders Eichenholze gemeine Art. Bei 
Prag z. В. im Baumgarten! Böhmisch Kamnitz (Adolf Graball, 1854)! Pintovka bei 
Tábor! Chudénie bei Klattau u. s. w. 


П. Sporangien kugelig. 


4. A. pomiformis Rostaf. (Stemonitis pomif. Roth., A. ochroleuca Fr., А. 


ochracea Opiz Негр. D Sporangien mehr oder weniger kugelig, auf einem gewöhnlich 
gleich langen Stiele sitzend, zerstreut oder nur einzeln am Substrate stehend. © 
pillitium gewöhnlich blass okergelb oder etwas grünlich. Röhren 23 bis 42 ш breit, 
manchmal ziemlich unregelmässig, auf ihrer ganzen Oberfläche dicht mit unreg 
mässig gestellten Stacheln besetet. Sporen glatt, 7:5 bis 8:3 u breit. (Taf. I. Fig. 5. 


Ca- 


Aroyria. 29 


Kelch nur mässig entwickelt. Auf seiner Innenseite befinden sich durch Leisten 
netzartig mit einander verbundene Warzen oder ein einfaches Leistennetz. Stacheln am 
Capillitium 0°4 u, manche bis 6°7 u hoch. Ausnahmsweise findet sich nach Rostafinski 
hie und da eine vollkommen in sich geschlossene ringförmige Verdickung. Mir gelang es 
Jedoch solche keineswegs aufzufinden. Das Capillitiumnetz ist sehr dicht und zart. Im 
Walde Ždár bei Chudénie fand ich eine abweichende Form, welche durch ihr Capillitium 
etwas an einen Lachnobolus erinnert; dieselbe besitzt unregelmüssige, bald breitere bald 
Schmälere Röhren und bildet manchmal kleine, runde Maschen, sowie zahlreiche freie 
Auszweigungen. Diese Form ist auf der Taf. L, Fig. 5. abgebildet. 


Zweimal in der Chudénicer Fasanerie von mir gefunden, einmal auf Rinde 
von Fóhren, das anderemal am Holze desselben Baumes. Im Museumsherbar liegen 
Belege von Opiz gesammelt, doch ohne nähere Standortsangabe. 


B. (Arcyrella Rostaf) Die unteren Zweige des Capillitiumnetzes sind 
zwischen die Zellenelemente (d. h. sterile, vergrösserte Sporen) in der Röhre des 
Stieles eingesenkt. Capillitium bläht sich nach der Reife und Trockne auf und 
Vergróssert sich vielfach. 


I. Meist leistenfömige Verdickungen beschreiben eine lang gezogene Schrau- 
Bone; die übrigen Stellen der Röhre besitzen unregelmässig zerstreute, niedrige 
tacheln 


5. A. incarnata Pers. (A. adnata Rostaf.) Sporangien gewöhnlich eifórmig, 
auf einem kurzen Stiel sitzend, dicht beisammen stehend, gesellig. Sporangienmasse 
und Capillitium gewöhnlich leischroth, seltener rosenroth oder umbrabraun, sehr selten 
okerfarbig oder karminrothbraun. Capillitium aus runden cylindrischen, 42 u breiten 
Röhren. Verdickungen in Form von ganzen oder halbirten Ringen, welch letztere 
80 geordnet sind, dass ihre Mittelpuncte vereinigt eine lang gezogene Schrauben- 
linie vorstellen. Statt einem Halbringe stehen öfters auf einer halbkreisförmigen 
Basis einige ziemlich spitze bis 0'8 ш hohe Stacheln. Sporen glatt, 6:6 bis 7:5 u breit. 


Sporangien Anfangs klein, kaum 1 mm hoch, auf einem etwa 1/, mm hohen 
Stiele. Nach der Reife und Obliterirung der Wände bläht sich das Capillitium stark 
auf und vergrössert sich besonders auch der Breite nach. Der das Capillitium fürbende 
Stoff ist sehr vergänglich, indem er besonders durch atmosphärische Eingriffe vergilbt 
"nd schliesslich sogar schmutzig brüunlich wird. Darum bestehen ältere Sammlungen 7. 
. das Museumsherbar nur aus solchen verfärbten Exemplaren. Das Capillitium fällt 
Schliesslich heraus und auf der Unterlage bleiben kleine dieht gedrängte, auf kurzen 
tielen emporgehobene schüsselförmige Gebilde, die sogen. Kelche. Die Röhren besitzen 
Nebst der Leistenverdickungen auch kleine warzen- oder stachelförmige, zerstreute Ана 
diekungen. Die unteren Aeste sind zwischen die Zellenelemente des Stieles Sea 
Senkt, ein wenig dickwandig, glatt. Die Kelchwand zart, mit Längsfurchen, übrigens 
Sewöhnlich glatt; selten wird sie aber auch mit Stacheln, welche am Grunde durch 
Schmale Leisten netzartig verbunden sind, bedeckt. 


Sine sehr häufig und oft mit A. cinerea zusammen vorkommende Art. 


Lebt auf verschiedenem Holze, am besten entfaltet sie sich jedoch am Eichenholze. 
? 


So z, B. bei Holic (Čeněk)! Chudénie, Schwihau! 


6. A. clavata Cel. fil. n. вр. Sporangien kreisel- oder heulen förmig, | bis 
11/„ bis 2 mm langen, schlanken, zum Niederliegen 


1 на аз шз 
U), mm hoch, allmählig in den 


30 Arcyria. 


hinneigenden, rubin- bis blutrothen Stiel verschmälert. Sporenmasse und Capillitium 
gewöhnlich kirschroth bis orangenfarben, seltener auch okergelb mit einem Stich ms 
orangegelbe. Capillitium beträchtlich an Länge zunehmend und herausfallend, aus 
zusammengedrückten, fast bandförmigen, 5 bis 6*5 u breiten Röhren bestehend. Ver- 
diekungen auf den verflachten Seiten treppenartig, mit dicht übereinander stehen“ 
den Leisten, welche allmählich gegen den Rand sich verschieben, denselben sattel- 
förmig umfassen, um schliesslich auf die gegenüber liegende flache Seite zu über- 
gehen und dort treppenartige Verdickungen zu bilden u. s. w. Flächenständig® 
Leisten mit scharfer die Breite der Röhren übertreffender Kante, randständige I 
einen Stachel ausgehend, an den beiden Seiten abgedacht. Sporen 93 bis 108 # 
breit, fein granulirt. 


Eine charakteristische und von allen anderen sehr abweichende Art. Durch die 
verflachten Capillitiumrühren der A. inermis Rac., dann auch der A. similis Rac. und A 
cornuvioides Rac., und besonders der A. irregularis Rac. ähnlich, von welch’ letzeren 810 
sich übrigens durch leistenförmige Sculptur der Röhren unterscheidet. Das Vorhanden- 
sein von Leisten bringt unsere Species der A. similis Rac. nahe. Ein Unterschied bo- 
steht bei A. clavata darin, dass dieselbe recht scharfe, ohne Unterbrechung zu eine" 
Schraubenlinie geordnete Leisten besitzt, und dass die übrige Röhrenfläche nicht wie 
bei A. incarnata warzig, sondern völlig glatt ist. Durch das letztgenannte Merkmal unter” 
scheidet sie sich auch von A. ferruginea Saut., wo die freie Röhrenfläche mit einen 
Leistennetze versehen ist. Schliesslich bleibt noch zu bemerken, dass die Sporangio” 
vor dem Oeffnen durch ihre Form (und manchmal auch Farbe) lebhaft an Hemiarcy™® 
clavata Rostaf. erinnern. Der Kelch ist besonders am Rande mit deutlichen Leistenver" 
diekungen versehen, welche unvollständige Maschen von 4—5 u Durchmesser bilden. 


Buchberg bei Klein-Iser im Isergebirge (1889)! 


IL Verdickungen sümmtlich oder grösstentheils in Form von Stachel; 
welche allseitig die Róhren umgeben. 


7. А. flava Pers. (A. nutans Grev.) Sporangien gewöhnlich cylindrisch 
augenscheinlich sitzend, jedoch auf kleinen Stielen stehend. Capiülitium bläht sun 
vielfach besonders der Länge nach auf und wird mickend. Sporenmasse und 0% 
pülitium in verschiedenen Nuancen gelb oder bräunlichgelb. Röhren 3'3 bis 42q 
breit, dicht mt Stacheln bedeckt, unter denen hie und da auch sehr dünne Leisten 
in Form von Ringen oder Halbringen zerstreut sich befinden. Sporen 7:5 bis 85" { 
breit, glatt. | 


Nach dem Oeffnen der kleinen eylindrischen Sporangien verlängert sich das Car 
pillitium bis auf 8 mm Länge, indem die ursprüngliche cylindrische Gestalt des Spore" | 
giums gewahrt wird. Der Kelchrand mit einem vollständig glatten Rande, aber m | 
Innern mit verschiedenen Verdickungen versehen. Oben sind es Warzen, etwas tiefer 
dieselben, aber mit feinen dünnen Leisten verbunden, ganz unten jedoch wieder Warze" 
von denen aber selten welche mit einander mittelst einer Leiste verbunden sind. ^ 
Stiel selbst besitzt keine ähnlichen Verdickungen, nur Furchen, welche fast allen Агеутіе? 
eigen sind. Die grössten von den Stacheln erlangen bis 1'7 ш Höhe, 


In Wäldern auf Baumstümpfen, besonders von Föhren. Heine’s Garten 
und Stern bei Prag! Raudnie! Aussig an d. E.! Soos bei Franzensbad! pei 
Chudénie einigemal ! 


A.royria. 31 


8. А. Oerstedtii Rostaf. Sporangien eiförmig, gewöhnlich auf gleich langem 
e mm), aber auch bedeutend kürzerem Stiel. Capillitium verlängert sich wie bei 
voriger Art und fällt heraus. Sporenmasse und das Capiülitium muss-, oker- oder 
karminbraun bis dunkel okergelb. Röhren 3:8 bis 5 u breit, oft plötzlich ver- 
Schmälert oder blasenfórmig erweitert, mit wngleichem Stacheln bedeckt. Sporen 
Srüsser, 8'3 bis 9:2 u breit, glatt. 

Sporangien wie bei der vorigen Art dicht am Substrate gehäuft. Kelche 
besitzen eine inwendig mit Warzen, ja sogar mit Stacheln besetzte Membran. Bei- 


derlei Verdickungen sind aber nicht so deutlich und ausgeprägt wie bei A. flava am 
tunde mittelst Leisten verbunden. Das Capillitium ist bei unseren Exemplaren karmin- 
raun. Die Stacheln messen grösstentheils 0'6 bis 1 u Höhe; ausnahmsweise findet sich 
hie und da ein stärkerer, gebogener, 2:5 bis 3 ш hoher Stachel. 


p Diese seltene Art fand Herr Prof. Dědeček beim Dorfe Brnky nächst 
rag, — 


III. Verdiekungen auf der einen Röhrenhälfte leistenförmig, auf der an- 
deren unregelmässig netzartig, schmal, niedrig. 


9. A. intricata Rostaf. (A. ferruginea Sauter, A. lateritia De By.) Spo- 
"angien eiförmig, auf einem gewöhnlich kurzen Stiele sitzend.  Capillitium nicht be- 
Sonders stark sich aufblähend, zuletzt fast rundlich, auf den Stielen ziemlich 
lange verbleibend. Sporenmasse und Capillitium ziegelroth, manchmal rostig, röthlich 
okergelb bis okergelb. Röhren scheinen stellenweise dreiseitig ги sein, doch nicht 
überall; auf der einen Seite sind sie der Quere nach mit parallelen Leisten, auf 
den beiden anderen mit einem unregelmässigen Netze von feinen, niedrigen. Leisten- 
verdickungen besetzt. Breite der Röhren cca. 5 u, doch schwanktdieselbe zwischen 
42 bis 8:3 ш. Sporen intensiv karminroth, derbwandig, 8'3 bis 11:6 и breit, glatt. 

Sporangien wie bei voriger Art dicht beisammen stehend. Kelche führen öfters 
auf der Innenseite warzenfórmige Verdickungen, welche unten durch zarte Leisten ver- 
unden werden und ein zierliches Netz darstellen. Capillitiumröhren scheinen dreiseitig 
"D sein, doch konnte ich mich überzeigen, dass dieselbe Eigenschaft nicht allen Exem- 
blaren im gleichen Maasse zukommt, und dass manchmal auch im Ganzen cylindrische, 
nur stellenweise mässig kantige Capillitiumröhren vorkommen. Die zwei gegentüberliegenden 

eiten der Capillitiumrühren sind etwas schraubenfórmig gedreht. Schrauben besitzen 
Slark auseinander gezogene Windungen. 

Dieser seltenere Myxomycet wurde bis jetzt an zwei Stellen in Böhmen 

Sefunden: bei Prag: im botanischen Garten (Velenovsky), und bei Niemes (Lorinser). 


6. Fam. Trichiaceae Rostaf. 


Uebersicht der Gattungen: 


1. Trichia Hall. Capillitium aus zahlreichen kürzeren oder längeren Fäden 
bestehend ; letztere einfach, selten einzelne unter anderen normal entwickelten (bei 
l. varia und T. fallax) zu zwei bis drei verwachsen, dann drei-, vierarmig п, ä, 
‘teie Enden konisch, pfriemen- bis geisselartig zugespitzt. 


39 Trichia. 


2. Hemiarcyria Rostaf. Capillitium aus einem Arcyria-artigen, locker 
knäuelförmigen Geflechte bestehend mit wenig oder zahlreichen Verzweigungen und 
Anastomosen und je nach dem auch mit seltenen oder zahlreichen freien, am Ende 
spitzen oder abgerundeten Seitenzweigen versehen. Das Netz frei oder durch sein® 
unteren Aeste an den Stiel angewachsen. Selten (bei H. rubiformis) kann das Net 
in mehrere nur lose zusammenhüngende Stücke getrennt werden, ja es zerfäl 
zuweilen stellenweise in einzelne einfache Fäden wie bei Trichia. 


1. Trichia Hall. 


А. Sporen mit Leisten bedeckt. 


1. T. chrysosperma DC. Sporangien kreiselfürmig, 1 mm hoch, oder kur? 
keulenförmig, fast cylindrisch, dicht am gemeinsamen Hypothallus gedrängt, mit 
den Seiten sich eng berührend, doch nicht verwachsen. Membran glänzend, ZU 
weilen so dünn, dass sie schön irisirt. Capillitiumfüden 83, zuweilen 67T 08 
5 u breit, beiderseitig in eine glatte, kaum die Breite des Fadens erreichend® 
Spitze ausgehend. Schraubenleisten 4 bis 5, wenig hervortretend, glatt oder zerstreut 
stachlig, durch höchstens zweimal so breite Zwischenräume getrennt. мй der 
Achse der Fäden und mit einander parallel verlaufen zwischen den Leisten dünne 
mehr weniger deutliche Verbindungsstreifen. Sporen mit engen, 1'7 bis 2'6 u hohen 
Leisten besetzt, welche zu einem aus mehr oder weniger regelmässig 5- bis 6kan“ 
tigen Maschen bestehenden Netze vereinigt sind. Grösse der Sporen schwank 
zwischen 10 bis 11 u. 

Nur ausnahmsweise kommen auch gestielte Sporangien auf die Art der Trichia 
varia var. nigripes vor, und dann sind sie lang keulenförmig; gewöhnlich sind sie sitzen 
kreiselförmig und dem Hypothallus etwas eingesenkt. Die Wandung ist eine einfachó 
dünne, gewöhnlich gelbliche, ausnahmsweise auch farblose Membran. Sporenmasse be 
sitzt eine lichtgelbe, fast goldgelbe Farbe, und ebenfalls das Capillitium. Letzteres über 
trifft, was die Breite der Röhren anbelangt, alle andere Trichien, indem es auch eine 8028 
nirgends vorhandene Eigenthümlichkeit besitzt, welche darin besteht, dass zwischen de 
Windungen mit der Achse des Fadens parallel 10 bis 16 dünne Verbindungsstreife? 
verlaufen, die nach Rostafinski verdickte Stellen (also Leisten) sein sollen. Das Enc? 
der Fäden ist gerade oder schwach bei Seite gekrümmt. An einer Form (var. 00" 
densata m.) vom Berge Ridej bei Chudönic fand ich die Fäden dünner, nur e" 
breit, die Schraubenleisten dichter gedrüngt und jene Verbindungsstreifen kaum e 


kenntlich. 
Cibulka bei Prag (Em. Vávra sec. Opiz)! Neudorf bei Kuttenberg (Poyl)' 


Holice (Čeněk)! Rtéej bei Chudénice! Wälder um Schattau im Böhmerwald (Edwin 
Bayer)! 


2. T. affinis De By. Sporangien rundlich, 1], bis 1/„ mm hoch, mit breiter 
Basis gesellig auf einem gemeinsamen Hypothallus sitzend. Wandungen der neb 
einander stehenden Sporangien am Grunde öfters ganz verwachsen, daselbst etwas 
derber. Capillitiumfäden 4 bis 5 u breit, beiderseits mit einer glatten, kaum oder 
höchstens so langen Spitze, als die Breite des Fadens beträgt. Schraubenleisten 3 bis 
(ausnahmsweise bei der var. Jackii 2 und bei der var. genuina 5), wenig hervor" 
stehend, glatt oder spärlich stachlig, durch gleich breite oder wenig breitere 


en 


'Trichia. 88 


Zwischenräume getrennt. Verbindumgsstreifen fehlen. Sporen mit niedrigen, 0:8 u 
hohen und genug breiten Leisten, welche senkrecht zur Oberfläche der Spore durch- 
löchert sind, versehen. Grösse der Sporen schwankt zwischen 11 bis 15 и. 


Die Wandung ist eine oben zarte, unten stärkere, öfters dem Hypothallus fast 
eingesenkte und mit ihm verwachsene Membran. Unter dem Mikroskope erscheint sie 
blass gelb, ohne Verdickungen, einschichtig. Sporen besitzen eine überaus variable 
Grösse und messen gewöhnlich 11 bis 12, aber einzeln bis 15 u im Durchmesser. 

ei Trichia affınis var. Jackii fand ich insoweit Uebergänge zur var. genuina, als an 
einigen Exemplaren von Neuwelt im Riesengebirge das Capillitium beinahe glatt war, 
indem nur nach längerem Durchmustern hie und da ein kurzer Stachel bemerkbar wurde. 

as einzig constante Merkmal scheinen mir die Verdickungen an den Sporen abzugeben, 
da sie bei var. œ) immer ein regelmässiges weitmaschiges Netz bilden, während sie bei var. В) 
Immer nur unregelmässige Figuren und Zeichnungen darstellen. Aus diesen Ursachen 
halte ich T. affnis und T. Jackii blos für Varietüten, oder wenn man will, für Rassen 
derselben Art. 


о) genuina. Schraubenleisten gewöhnlich 4, zuweilen 3 oder 5, niedrig, 
Tund, glatt, durch etwas breitere bis 2-mal so breite Zwischenräume getrennt. 
Bporen mit Verdickungsleisten, welche ein unregelmässiges, weitmaschiges Netz bilden. 


B) Jackii (Rostaf. spec.). Schraubenleisten gewöhnlich 4 oder 3, aus- 
nahmsweise auf einzelnen Fäden stellenweise zu 2 reducirt, niedrig, mit zerstreuten, 
höheren oder niedrigeren (0'8 bis 25 u hohen), zuweilen spärlichen Stacheln be- 
Waffnet. Zwischenräume ebenso breit wie die Leisten. Sporen mit breiten und 
niedrigen Verdickungsleisten, welche bald unregelmässig verzweigt sind, bald unregel- 
Mässige Flecke und Streifen mit welligem Umriss bilden. 


Eine Art, welche in beiden Varietäten oder Rassen bei uns gleich ver- 
breitet zu sein scheint, wie T. chrysosperma DC. Sie kommt auf morschem Holze 
vor. о) Stern und Cibulka bei Prag! Buchberg im Isergebirge! Mummelbach- 
thal bei Neuwelt im Riesengebirge (mit häufiger T. Jackii Rost. spärlich)! Fa- 
Sanerie bei Chudönice und Berg Bělč bei Švihov! f) Kundraticer Wald bei 
Prag! Bei Chudénie wiederholt! Mummelbachthal bei Neuwelt, häufig! 


B. Sporen stachelig, warzig oder glatt. 


I. Capillitiumfäden walzig, erst unmittelbar vor den Enden plötzlich kurz 

konisch zugespitzt, daselbst häufig noch mit einer blasenartigen Erweiterung 
Versehen. 
à a. Capillitiumfáden 4:5 bis 6 и breit. Schraubenleisten 3 bis 4 (nur bei 
T. aculeata Gel. #1. stellenweise 2), mit Stacheln bewaffnet oder glatt und dann 
Wenigstens die Sporangiumwand an der Innenseite unten mit stacheligen Aus- 
Wüchsen besetzt. Sporangien insgesammt sitzend. 


3. T. scabra Rostaf. Sporangien rundlich, rostgelb bis rostbraun, am ge- 
Meinsamen Hypothallus dicht gedrängt, mit breiter Basis sitzend, ?/, bis ?/, mm 
loch, glatt, glänzend. Membran oben dünner, unten mit dem Hypothallus ver- 
Wachsen, daselbst inwendig glatt, ohne besondere Zeichnungen, Gravirungen oder 
Stacheln. Capillitiumfäden 4:5 bis 6 u breit, beiderseitig in eine gleich lange, 
glatte, ein wenig seitwärts gekrümmte Spitze verjüngt, ohne eine blasenartige Er- 

Б] 


| 
| 
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| 


84. Trichia. 120 


weiterung am Anfang der Verjüngung. Schraubenleisten 8 bis 4, hervorragend, 
scharfkantig, bald mit zahlreichen, bald mit spürlichen, zerstreuten Stacheln be- 
waffnet, durch gleich breite Zwischenräume getrennt. Sporenmasse und das Ca- 
pillitium gewöhnlich dunkel- bis orangengelb oder rostbraun. Sporen mit einer 
ziemlich starken Membran, 8 bis 11 ш im Durchmesser, mit zahlreichen stumpfen 
Warzen besetzt. 

Diese Art ähnelt durch ihr Capillitium den beiden vorigen, besonders der Т. 
Jackii (Rostaf. sp.). Die Wandung ist eine lichtgelbe, dünne, glatte, einfache Membran: 
Nach Rostafihski können die Fäden auch zuweilen glatt sein. Ich habe letztere noc 
nicht angetroffen, sondern nur solche mit spürlichen, sehr kurzen Stacheln. Die Leisten 
springen zuweilen auf der auswürts gebogenen Seite des Fadens vor, doch nicht 10 
so auffüliger Weise wie bei der nächst folgenden Art. 


Auf morschem Holze besonders auf Baumstümpfen, bis jetzt seltener als 
alle vorhergehenden Arten. Neuhof bei Kuttenberg (Peyl)! „Schöne Marie" bei 
Haindorf im Isergebirge! Fasanerie bei Chudénice! 


4. T. aculeata Öel. fil. n. sp. Sporangien rundlich, lichtbraun, auf einem 8% 
meinsamen, dunklen (etwas röthlichen) und glänzenden Hypothallus gedrängt, mit 
breiter Basis sitzend, 1, bis 1/, mm hoch, an der Oberfläche zuweilen faltig, mat 
glänzend. Sporangiumwand oben dünner, unten grob, dunkel; die Innenfläche oben n 
ringfórmigen Zeichnungen versehen, seitwürts mehr weniger vegelmüssig getüp feli. un 
unten mit Weichstacheln besetzt, welche den Spitzen der Capillitiumfüden entsprechen 
und über der Ansatzstelle oft mit mehr oder weniger deutlichen Schraubenleiste? 
umwickelt sind. Capillitiumfäden 4:6 bis Dn breit, sehr dünnwandig, zwischen den 
Leisten uneben, am Ende ein wenig blasig aufgetrieben und nachher in einen 4- bI 
5mal längeren Stachel, als die Breite des Fadens beträgt, endigend. Schrauben 
leisten überwiegend 3, unregelmässig, hin «md her gebogen, rund, eng und. niedri 
durch 2- bis 3mal so breite Zwischenräume getrennt, auf der auswärts gebogenen 
Seite des Fadens zackig vorspringend. Durch die Verschmelzung eines Paar 
entstehen stellenweise 2 Schraubenleisten, und durch die Verzweigung einer 09 
den 3 normal vorhandenen 4 Schraubenleisten. Sporenmasse und das Capillitium 
rothbraun. Sporen dünnwandig, 11:5 bis 12 и im Durchmesser, fein warzig. 


Sporangienwandung zweischichtig ; die innere Schicht dünn, mit den Stacheln 
besetzt, die äussere dicker, besonders am Grunde des Sporangiums derb, nach aussen 
von adhärirenden dunklen Körnern etwas rauh, farbig. Die Stacheln sind von einance 
um cca. 50 u entfernt, 15 bis 40 u lang und am Grunde 4 bis 5 u breit. Kürzer? 
Stacheln sind vollkommen glatt und solid, lüngere besitzen dafür unten undeutlich? 
Schraubenleisten. Diese Beschaffenheit lässt auf eine Homologie mit dem Capillitium 
schliessen. Das letztere hat die Schraubenleisten wie bei Trichia varia Pers. (wennglel® 
nicht so scharf ausgeprägt) auf der auswärts gebogenen Seite vorspringend. Die Leiste? 
überziehen auch die blasenartige Anschwellung und gehen darüber hinaus fast bis 20 
Spitze. — Diese Art erinnert auffallend durch ihre Form, Farbe und durch ihr masse" 
haftes Auftreten an Trichia scabra Rost., von welcher sie sich übrigens sonst wt, 
zeichnet unterscheidet. Das Capillitium steht in der Mitte zwischen T. varia Pers. 00 
T. scabra Rostaf., hat jedoch wie T. varia Pers. keine Stacheln an den Schraubenleistel" 
Trichia inconspicua Rostaf. var. (?), die von Raciborski im Tatragebirge gesammelt wur 
und die ich vom Sammler besitze, erinnert trotz ihrer anderweitigen bedeutenden Ve 
schiedenheit in ihrem Capillitium etwas an unsere Art, nur besitzen dortselbst die Faden 


Trichia. 35 


viel unregelmüssigere Contouren und die Schraubenleisten springen auf der auswärts ge- 
bogenen Seite des Fadens kaum oder gar nicht vor. Sehr charakteristisch für T. acu- 
leata sind die Stacheln auf der inneren Flüche der unteren Sporangiumwand, welche 
zweifellos in morphologischer Hinsicht den Spitzen der Capillitiumfäden gleichwerthig 
Sind. Dieser Umstand, so sonderbar und merkwürdig er zu sein scheint und sonst 
Vielleicht allein dasteht, berechtigt doch meiner Ansicht nach keineswegs zur Aufstellung 
Ciner besonderen neben Trichia stehenden Gattung, und es muss abgewartet werden, ob 
überhaupt das Vorhandensein der Stacheln an der Innenfläche der Sporangiumwand sich 
als ein gut ausgeprägtes, constantes Merkmal erweisen wird. Ein Uebergang oder besser 
Өш Anlauf zur Gattung Prototrichia — wie H. Raciborski in einem Privatschreiben 
meint — würde eben in der Gegenwart von Stacheln zu suchen sein, welche übrigens 
auch als reducirte, an den Boden der Sporangiumwand angewachsene Capillitiumfäden 
betrachtet werden könnten. Sonst ist das Capillitium bei T. aculeata ganz normal aus- 
gebildet und besteht aus isolirten, an beiden Enden zugespitzten Fäden, während bei 
Prototrichia nach der Beschreibung bei Rostafiáski und nach der Abbildung in seinen 
Nachträgen alle Fäden mit dem einen Ende an den Boden des Sporangiums angeheftet 
Sind und mit dem anderen in einen pinselartigen Büschel von glatten zugespitzten Ab- 
"Weigungen auslaufen. 


Bad bei Chudénice (1883), an einem Eichenstumpf! 


b. Capillitiumfäden 4 и breit. Schraubenleisten 2, kahl, an der nach 
auswärts gebogenen Seite des Fadens stark vorspringend. Sporangien gestielt 
oder sitzend. 


5. T. varia Pers. Sporangien verschieden gestaltet, rundlich, sitzend bis 
deutlich gestielt. Capillitiumfäden zahlreich, dünnwandig, durscheinend, cca. 42 u 
breit, vor dem Ende gewöhnlich etwas blasig aufgetrieben, zuletzt in eine gewöhnlich 
Seitwärts gekrümmte, an Länge zweimal bis dreimal die Breite des Fadens über- 
treffende Spitze ausgezogen. Schraubenleisten stielrund, auf der convexen Seite 
des Fadens stark vorspringend, was durch die daselbst rinnförmig zwischen den 
Leisten eingesenkte Membran hervorgebracht wird. Sporen dünnwandig, 10'5 bis 
14 u breit, fein warzig. 


Die Sporangiumwand stellt eine im reifen Zustande glänzende, sonst matte oder 
Slanzlose, gelbliche, am Gipfel dünnere Membran dar, welche inwendig mit verschieden 
Sewundenen Zeichnungen und Verdickungen versehen ist. Auf den kaum gebildeten, noch 
nassen, oranggelben oder citrongelben Sporangien lässt die Membran drei Schichten er- 
kennen, Die äussere ist derb und setzt sich in die Aussenwand des Stieles fort, die in- 
Nerste umgiebt ringsum die Sporen- und die Capillitiummasse, und trennt dieselbe an der 

asis von dem dunkeln, körnigen Inhalt des Stieles, oben und an den Seiten von der 
Mittleren dicken gelatinösen Sporangiummembranschicht. Die letztere verklebt sich und 
verwächst nach der Reife mit den beiden anliegenden Schichten so vollkommen, dass 
kein Anfeuchten mit Wasser, ja nicht einmal ein längeres Liegen in alkalischen Lösungen 
die Schichten zum Zerfall bringt. Die Stiele können !/, bis !/, Länge der Sporangien 
*rreichen (var. nigripes); sonst sind sie kaum sichtbar, scheibenförmig, mehr oder weniger 
ick (var. sessilis), oder sie sind unterdrückt, wo dann die Sporangien mit mehr oder weniger 
breiter Basis dem Hypothallus aufsitzen (var. genuina). Schon Raciborski bemerkt, und 
Ich kann es aus Erfahrung bestätigen, dass man «), f) und у) nicht immer scharf 
Aus einander halten vermag. 


«) var. nigripes Rostaf. (Trichia nigripes Pers.) Sporangien vielge- 
Staltig, meist rundlich, auf einem dunkeln, fast schwarzen Stiele. 


36 'Trichia. 


В) var. sessilis Rostaf. (Trichia turbinata Wigand). Sporangien kreisel- 
förmig, zuweilen rund, bis 1 mm hoch auf einem undeutlichen, breiten und flachen, 
kaum '/, mm hohen Stiele. 


y) var. genuina Rostaf. (Trichia olivacea Pers., T. favoginea Schum., 
T. applanata R. Hedw.) Sporangien sitzend, rund, gewöhnlich etwas verflacht, oft 
von unregelmässigem, welligem Umriss, zuweilen paarweise verschmolzen. Der 
Stiel völlig unterdrückt. 


Auf veschiedenem Laubholze häufig. So bei Prag: Kuudraticer Wald (2, 
В, y), Stern (8)! Neuhof bei Kuttenberg (Del а, 6, y)! Holice bei Pardubic 
(Čeněk 6)! Schluckenau (у)! Buchberg im Isergebirge (8)! Riesengebirge: Mum- 
melbachthal (a, В), Weisswasserthal (f, у) und Elbethal bei Spindelmühle (6), Jo- 
hannisbad (В, y)! Tábor (8)! Bei Chudönice häufig (e, B, y)! 


c. Capillitiumfäden 2'5 bis 3:5 u breit. Schraubenleisten 3 bis 4, unbe- 
waffnet, wenig hervorragend. Sporangien sitzend. 


6. T. inconspicua Rostaf. Sporangien klein, ziemlich vielgestaltig, mit 
breiter Basis dem Substrat aufsitzend, einzeln zerstreut oder zuweilen gesellig, 
selten dicht gedrängt und dann stellenweise infolge der engen Berührung im Um: 
fange mehrkantig. Membran in verschiedenen Abstufungen braun, ausnahmsweis® 
auch gelb (v. lutea) gefärbt, glänzend. Die Sporangien am Gipfel unregelmässiß 
oder durch einen länglichen Spalt aufspringend. Capillitiumfäden mässig gahlyeich 
entwickelt, ziemlich lang, gewunden, cca. 3 u (zuweilen 3 bis 4 u) breit, am den 
beiden Enden etwas blasig aufgetrieben und dann in einen zweimal so breiten 
Stachel zugespitzt, als die Breite des Fadens beträgt. Schraubenleisten З bis 4, 
wenig vorspringend, durch etwas engere bis breitere Zwischenräume getrennt. 
Sporen 11 bis 13 u breit, zart warzig. 


Sporangien winzig klein, mehr oder weniger halbkugelig, oft unregelmässig, Ha 
weilen gedrängt und dann gegen die Basis hin vielkantig. Hypothallus fehlend oder vorr 
handen und dann matt glänzend, zahlreichen Sporangien gemeinsam. 


a) genuina, Sporangien im Umfange rund oder mehrkantig, mit bráun- 
licher Membran. Sporenmasse und Capillitium bräunlich. Capillitiumfáden aus 
dünnwandigen Röhren bestehend, mit drei bis vier Schraubenleisten, welche durch 
schmälere Zwischenräume getrennt sind. 


b) lutea Öel. fil. Sporangien einzeln zerstreut, im Umfange rund oder bis- 
weilen zu bisquittförmig eingeschnürten Gebilden zu zweien vereinigt, mit hellgelber 
Membran. Sporenmasse und Capillitium gelb. Capillitiumfáden aus dünnwandige? 
Róhren bestehend, mit nur drei Schraubenleisten, welche durch einmal bis zwei” 
mal so breite Zwischenräume getrennt sind, 


a) Fasanerie bei Chudönic! Weisswasserbachthal im Riesengebirge! b) 
Weisswasserbachthal im Riesengebirge [mit a)]! 


II. Capillitiumfäden walzenförmig, ein bedeutendes Stück vor dem Ende 
plötzlich etwas sich verschmälernd und dann in einen langen, kurz pfriemliche? 


No 


'Triohia. ; 87 
Stachel zugespitzt. Auf der Stelle, wo die Verjüngung anfängt, ist der Faden zu- 
Weilen auch etwas blasig aufgetrieben. 


7. T. Rostafinskii Cel. fil. Sporangien verkehrt eiförmig oder kreiselförmig, 
"A, bis 1 mm hoch, auf kurzen, cea. 1/, mm langen, aber einzeln bis über 1 mm 
Lünge betragenden Stielen, selten mit schmalem Grunde sitzend, in welchem Falle 
Sie dann gewöhnlich untereinander und mit dem stark entwickelten gleichfarbigen 
Hypothallus verwachsen sind und nach dem Zerfall der oberen Wandpartien wa- 
benfórmig aussehen. Die gestielten Sporangien verschmelzen nicht selten zu zweien 
Oder dreien mit ihren Stielen. Sporangienwünde braunroth, dunkel kirschroth bis 
Schmutzig olivenbraun. Stiel dick, runzelig, schwarz oder etwas róthlich, glanzlos. 
Capillitium und Sporenmasse orangegelb in's Rostrothe, vom Inhalte des Stieles 
durch eine besondere Membran getrennt. Fäden walzenförmig, 3 bis 45 u breit, 
vor den Enden häufig ein wenig blasig aufgetrieben, und dann plötzlich in einen 
8- bis 10mal so breiten Stachel zugespitzt, als die Breite des Fadens be- 
trägt. Stachel ziemlich spitz, von der Hälfte der Länge an glatt. Schraubenleisten 
3 bis 4, dicht nach rechts gewunden, wenig, aber noch deutlich ausgeprägt, 
durch gleich breite Zwischenrüume getrennt. Sporen 10 bis 11:5 и breit, mässig 
Warzig, fast glatt. 

Diese Art erinnert ihrem Oapillitium nach an T. intermedia Gel, fil. und T. 
fallax Pers. doch sind bei diesen die Fäden schmal spindelförmig, wogegen dieselben 
bei T. Rostafiiskii vollkommen walzenförmig sind und eher an Trichia inconspicua Rostaf. 
Oder T. contorta Ditm. erinnern. Ihrer Sporangiumgestalt und dem Capillitium nach 
kommt T. Rostafinskii der T. Decaisneana De By. sehr nahe, welch’ letztere Art bisher 
nur einmal in den Warmhäusern des Pariser botanischen Gartens von De Bary aufge- 
funden wurde. Wie dort, sind auch bei unserer Art die Stiele von einer protoplasmatischen 

ubstanz erfüllt und von dem Inhalte durch besondere Membran getrennt. Von T. Ro- 

Stafinskii unterscheidet sich T. Decaisneana durch okergelbe Sporangien, dunkel roth- 
braune Stiele, breitere, 5 bis 6'7 ш breite Capillitiumfäden, constant vorhandene viel 
breitere (bis 9-2 u) blasige Anschwellungen vor der Spitze des Fadens oder zuweilen 
in der Mitte desselben, durch fünf bis sechs Schraubenleisten und durch fein aber spitz 
Stachelige Sporen. Diese Unterschiede mögen wohl zur Aufstellung einer neuen Art be- 
techtigen, und ich benenne sie deshalb zu Ehren des Herrn Prof. Dr. Josef Rostafinski, 
es ausgezeichneten Bearbeiters der Mycetozoön auf moderner Grundlage. Man kann 
2wei Varietäten unterscheiden: 


a) stipitata. Sporangien auf у, bis 1 mm hohen Stielen, zuweilen 
letztere zu zwei oder drei miteinander verwachsen. 

b) sessilis. Sporangien sitzend, zuweilen mehrere miteinander verwachsen 
und nach dem Zerfalle der oberen Membranpartien wabenartig, am Rande gleichsam 
Wie abgeschnitten. 

Buchberg bei Klein-Iser (Wilhelmshöhe) im Isergebirge (August, 1889)! 


II. Capillitiumfäden spindelförmig, in die beiden Enden gleichmässig aus- 
Sezogen. Blasige Anschwellungen vor dem Ende des Fadens oder in dessen Mitte 
fehlend, 

a. Sporangien rundlich, sitzend oder kurz gestielt. Capillitiumfäden 3 bis 
4 u breit, spindelförmig, an den Enden nicht peitschenförmig. 


38 Trichia. 

8. T. pachyderma (еї. fil. Sporangien dicht gedrängt, mit den Seiten- 
wänden verwachsen, weshalb oft im Umrisse polygonal, !/, bis 1/, mm hoch, rund 
oder ein wenig zusammengedrückt. Membran dick, schmutzig braun, glanzlos, im 
Innern an der Basis des Sporangiums dunkel oder ganz schwarz, am Scheitel durch 
einen Spalt aufspringend. Sporenmasse und Capillitium rostbraun. Capillitium- 
füden sehr spärlich, kurz, 36 bis 4 u breit, von einem sehr engen Canülchen 
(Lumen) durchzogen, mit dicker undurchsichtiger Membran. Fäden zuweilen drel- 
armig, in einen ziemlich stumpfen, geraden oder gekrümmten, kaum die Breite des 
Fadens an Länge übertreffenden Stachel ausgezogen. Schraubenleisten drei nur als 
schwache Streifen angedeutet, dicht nebeneinander laufend und fast senkrecht eur 
Achse des Fadens gestellt; zu den Enden des letzteren hin werden sie imme! 
feiner und undeutlicher. Sporen 11 bis 13 и breit, schwach warzig. 


Diese unbedeutende und unansehnliche Art zeichnet sich aus durch kurze, dick: 
wandige, zu beiden Enden spindelförmige Capillitiumfäden und durch das Fehlen jedwe- 
der Anschwellungen am Ende oder in der Mitte derselben. Ein Sporangium im Alkohol 
tropfen mit Präparirnadeln zertheilt liefert eine Menge von Sporen, zwischen denen sich 
nur wenige Capillitiumfüden befinden — ein Verhältniss, welches in anderen Myxomy“ 
cetengenera z. B. bei einigen Perichaenaarten auch vorkommt. Die Fäden sind ge 
wöhnlich wellenförmig oder schlangenartig gewunden. Wegen der dicken Membran ist 
es unmöglich die schraubenförmigen Sculpturen auf der abgekehrten Seite des Fadens 
zu unterscheiden. Nur ein feiner axiler Hohlraum (Canälchen), der kaum 1 u breit 
ist, durchsetzt die Mitte des Fadens. Die Schraubenleisten treten in der mittleren Partie 
des Fadens ziemlich deutlich hervor und machen den Rand des letzteren wie gezäbnt, 
sie werden jedoch je weiter zu den beiden Enden desto undeutlicher, so dass der Ueber- 
gang in die beiden Stacheln ganz allmählich sich vollzieht. In der Sculptur erinnert 
unsere Art etwas an die Trichia contorta Ditm., und die Abbildung des Fadens von der 
letzteren in Rostafiüski's Siuzowce (Fig. 229.) entspricht ganz dem Faden unserer Art, 
wenn man sich die beiden Anschwellungen an den Enden wegdenkt und ferner aut 
die Schraubenleisten noch etwas deutlicher und ihre Windungen mehr senkrecht zur 
Achse gestellt werden lässt. Sonst steht T. pachyderma Oel. fil. nahe der T. inconspicu? 
Rostaf., T. contorta Ditm. und T. intermedia Oel. fil. 


In der Fasanerie bei Bóhmisch Skalitz nüchst Náchod (1887)! 


9. T. intermedia el. fil. Sporangien dicht gedrängt, sich beinahe be 
rührend oder in Gruppen von 2 bis 6, verschieden gross, '/; bis 1 mm hoch, ru? 
oder vollkommen kugelig, mit schmaler Basis angeheftet oder äusserst kurz gr 
stielt. Zuweilen verschmelzen theilweise je zwei Sporangien. Membran brau? 
(etwas in’s Rosenrothe oder Violette), matt glänzend, oder rothbraun und stark 
glänzend, unregelmässig aufspringend; untere Hälfte persistent. Stiele, falls vor 
handen, kurz, schwarz, rauh, glanzlos. Capillitium stark entwickelt, orangegelb, 
okergelb bis licht rostbraun. Fäden von mittlerer Länge, З bis 3'6 u breit, dünn" 
wandig, zu den beiden Enden allmählich spindelfórmig verschmälert, in einen 
glatten, in der Länge zwei- bis dreimal die Breite des Fadens überbietenden Stache 
endigend. Schraubenleisten З oder 4, deutlich vorspringend, scharf kantig, durt 
gleich breite oder wenig breitere Zwischenräume getrennt. Sporen 12 bis 1a 
breit, warzig. 

Sporangien in der Farbe etwas veränderlich, mit schmaler Basis angeheftet 0‹ 
kurz gestielt, in den sitzenden Formen sehr einer Perichaena cornuvioides Oel. 1" 


ler 


Trichia. 39 


Mee titii ИЕНЕН 


ähnlich. Stiele schwarz, glanzlos, rauh, nicht mit Sporenmasse oder mit Zellen (vergrös- 
serten, sterilon Sporen) wie bei T. fallax Pers. gefüllt, sondern durchwegs aus einer dunkeln 
kürnigen Substanz plasmatischer Beschaffenheit bestehend. Dieser Umstand weist auf 
eine nähere Verwandtschaft mit T. fragilis (Sow.), T. Decaisneana De By. und T. late- 
ritia Lév., sowie mit der bereits oben beschriebenen neuen Trichia Rostafifiskii бе]. fil. hin; 
doch bestehen Unterschiede genug, um die Trichia intermedia Cel. fil. als eigene Art 
gelten zu lassen. Die Capillitiumfäden verengen sich ein bedeutendes Stück vor dem 
Ende (etwa in der Länge der 6- bis 10fachen Breite des Fadens) allmählich und ohne 
Jedwelehen plötzlichen Uebergang in einen beträchtlich spitzigen Stachel, obzwar sie bei 
Weitem keine solchen peitschenfürmig ausgezogenen Enden besitzen wie bei T. fallax Pers. 
Demgegenüber besitzt T. pachyderma Oel. fil. Capillitiumfäden mit ziemlich stumpfen 
Enden. Im Ganzen nimmt T. intermedia, was die Form der Capillitiumfáden betrifft, 
die Mitte zwischen T. inconspicua und pachyderma einerseits, und zwischen T. fragilis 
andererseits, ein. Soviel zur Erklärung des Namens „Т. intermedia." 


a) genuina Gel. fil. Sporangien mit schmaler Basis sitzend oder kurz 
gestielt, !/, bis '/, mm hoch, in Gruppen, braun, mit einem Stich in's Violette oder 
Rosenrothe, unregelmässig aufspringend. Sporen- und Capillitiummasse braun, 
Okerbraun oder rostbraun. 


b) brunnea Oel. fil. Sporangien mit schmaler Basis sitzend, A. bis 1 mm 
hoch, dicht gedrängt, rothbraun, unregelmässig aufspringend oder mit einem 
Loch sich öffnend. Sporen- und Capillitiummasse licht orangegelb, letztere gtark 
entwickelt. 


а) Im Walde Zdár bei Chudénice auf der Rinde von Populus tremula! 
Weisswassergrund im Riesengebirge! 5) In der Fasanerie bei Chudénice ! 


b. Sporangien birn-, kreisel- bis fast keulenfórmig, deutlich und ziemlich 
lang gestielt. Capillitiumfüden 4 bis 6 ш breit, gegen die beiden Enden peitschen- 
förmig verschmilert. 


10. T. fragilis (Sow.) Rostaf. Sporangien birn- oder kreiselfórmig, ein- 
Zeln stehend oder zu mehreren vereinigt und mit ihren Stielen verwachsen. Die 
Membranen berühren sich oder sind höchstens unten etwas verwachsen, verschieden- 
farbig, meist rothbraun, seltener gelb.  Capillitium und Sporenmasse von dem In- 
halte des Stieles durch besondere Membran getrennt, schmutzig okergelb, zimmtgelb 
Oder selten rein gelb. Stiele gefurcht, dunkel, bald steif und gerade, bald gebogen 
Und bei Seite gekrümmt. Capillitiumfäden 5 bis 6 ш breit, in die beiden Enden 
allmählich verschmälert und mit einem glatten, an Länge zweimal die Breite des 
Fadens übertreffenden Stachel endigend. Schraubenleisten 3, rechts gewunden, stark 
Vorspringend, durch gleich breite oder etwas engere Zwischenräume getrennt. 
Sporen 10 bis 11 u breit, fein warzig. 

Stiel ist der Länge nach stark gefurcht, dunkelbraun, auf meinen Exemplaren 
bis braunschwarz. Die Furchen setzen sich auf der unteren Membranhälfte als Streifen 
fort, Sporangiumhöhle ist von dem dunkeln, körnigen Inhalte des Stieles durch mA 
besondere, gelbe Membran, die sich auf der Innenflüche der äusseren Wand ausbreitet 
und dieselbe auskleidet, getrennt. Die Zahl der unter einander verwachsenen Sporangien 

eträgt zuweilen bis 20. Die Form derselben schwankt zwischen zwei extremen Typen, 
nämlich dem birn- und kreiselformigen, und die Höhe derselben beträgt ?/, bis 1 mm. 
ie Stiele sind gewöhnlich !/, bis 3 mm, zuweilen auch über 4 mm hoch. 


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Li 
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40 Trichia. Hemiaroyria. 


a) genuina. Sporangien birnförmig, roth oder schwarzbraun, zuweilen 
schwarz. Sporenmasse und Capillitium zimmt- bis rostbraun, manchmal dunkel 
okergelb in's Blutrothe. Die Stiele stark, gerade. Kommt in zwei Formen vol: 
1. simplex mit einfachen unverwachsenen Stielen und 2. Botrytis mit büschel- 
artig verwachsenen Stielen. 


Auf einem modernden Baumstumpfe bei Klein-Iser im Isergebirge. 


11. T. fallax Pers. Sporangien kreisel- bis fast keulenförmig, einzeln oder 
gesellig, dicht gedrängt, auf mehr oder weniger langen etwas dunkleren Stielen- 
Membranen gelb in verschiedenen Nuancen, zuweilen licht braun, glänzend. Capil- 
litium und die Sporenmasse steigen ziemlich tief in die Höhlung des Giele hinab, 
während die zwei unteren Drittel derselben ganz mit unfruchtbaren, vergrüsserten 
Sporen, welche auf Art eines parenchymatischen Gewebes einander drücken u 
polygonal werden, erfüllt sind. Capillitium- und Sporenmasse okergelb bis licht- 
braun, selten rein gelb. Fäden 4 bis 5:8 u breit, in die beiden Enden peitschen- 
förmig verschmälert, und mit einem glatten, 4- bis mal längeren Stachel, als йе 
grösste Breite des Fadens beträgt, endigend. Schraubenleisten 3, wenig nach aussel 
vorragend, ziemlich flach, durch schmälere oder gleich breite Zwischenräume ge 
trennt. Sporen 10 bis 12:5 u breit, fein warzig. 


үе“ 


Der Stiel ist am Grunde kastanienbraun bis etwas schwärzlich braun, glatt, d 
ie- 


hältnissmässig dünnwandig, mit „Zellen“ d. h. sterilen, vergrösserten Sporen erfüllt. D 
selben gehen oben in normal grosse und fertile Sporen. Der Inhalt des Stieles ist kein" 
wegs wie bei Trichia fragilis von der Sporangiumhóhle durch besondere Membran ge- 
trennt, sondern die Höhlen communiciren beiderseits mit einander. Sehr oft kommen 
unter den normalen einfachen Füden auch gabelfórmig verzweigte oder dreiarmige vor 
(Trichia furcata Wigand). 


Eine auf moderndem Holze der Laubhólzer, z. B. der Buchen und дег 
Hainbuchen, gemeine Art: Kundraticer Wald und Hvézda (Stern) bei Prag! Holice 
bei Pardubice (Öen&k)! Reichenberg (Corda) Buchberg im Isergebirge! Riesenge 
birge: Mummelbachthal bei Neuwelt, Elbegrund und Weisswassergrund bei Spindel- 
mühle! — Fasanerie bei Chudénice! 


2. Hemiarcyria Rostaf. 


a. Capillitiumfüden mit zahlreichen scharfen Stacheln auf der Ober* 
fläche besetzt. 


1. H. rubiformis Rostaf. (Trichia rubiformis Pers.) Sporangien gewöhnt 
zw Büscheln vereinigt auf kurzen, der Länge nach verwachsenen Stielen, oft schön 
metallisch glänzend. Sporenmasse und Capillitium bräunlich dunkelroth. Capillitium 
rühren zu einem freien Netze vereinigt, mit nicht zahlreichen Anastomosen. Nur 
selten endigen einzelne Abzweigungen frei und laufen in ein abgerundetes, stumpfe® 
Ende aus, oder sind konisch zugespitzt. Die Länge des Conus beträgt kaum die ganze 
Breite des Fadens. Schraubenleisten 3 bis 4 (ausnahmsweise 2), schwach b 
springend, mit zahlreichen scharfen Stacheln besetzt, und durch einmal bis zwei? 


| Hemiarcyria. 41 


8 D D "m 1 1 1 

3 breite Zwischenrüume getrennt. Sporen 10 bis 11:6 ш breit, mit einer derben 

“ber glatten (ausnahmsweise stacheligen) Membran. 

LE. Hypothallus ist gewöhnlich in der Form einer rostbraunen Haut entwickelt. Spo- 

E 1 mm, ausnahmsweise 2 mm hoch, Stiele 1/, bis 1 mm hoch. Sporangium- 

Be Eth. oft stahlglänzend, unregelmüssig oder mit einem Deckel aufspringend, worauf 
apillitium sich vergrössert und schliesslich herausfällt. 

s a) genuina. Sporangien zu mehreren auf der Länge nach miteinander 

erwachsenen Stielen vereinigt. 


: b) Neesiana Rostaf. (Trichia Neesiana Corda). Sporangien gesellig, dicht- 
gedrängt, ohne Stiele. 
Eine ziemlich häufige Art. Bei Prag: Cibulka (Forster)! und Kundraticer 


Eu! Holice (Čeněk)! Nové Dvory [Neuhof] bei Kuttenberg (Peyl)! Berg Délé 
ei Svihov! 


Boss 2. M. serpula Rostaf. (Hyporhamma reticulatum Corda). Plasmodiokarpien 
H Bo еа kriechend, meist zu einem schónen Netze verflochten. Capil- 
Dido; rühren 42 u breit, sehr oft verzweigt und in ziemlich zahlreiche, freie, mit 
End anderthalbmal längeren Stachel, als die Breite des Fadens beträgt, versehene 
B s Schraubenleisten 3 bis 4, schmal, wenig vorragend, durch 3- bis 
SS reitere Zwischenräume getrennt und mit zahlreichen ungleich hohen Stacheln 
bu. Sporen, wie bei T. chrysosperma, mit leistenförmigen netzartig zu poly- 
Kr en Maschen zusammengeseteten Verdickungen versehen; die Breite derselben 
trägt 9-7 bis 10'6 u (sammt den Verdickungen). 
o ZEN ist eine einfache, licht gelbe Membran. Das Capillitium ana- 
Rhin m p ids auf den Sporen m an 0:6 u hoch, sehr dünn. Die 
den Leisten sind gewöhnlich 1'7, zuweilen nur 1, aber auch 3 u hoch. 
D Eine ziemlich seltene Art. Liegt bis jetzt nur von Kadina nüchst Nové 
Tory (Neuhof) bei Kuttenberg von Peyl gesammelt vor! Exemplare befinden sich 
theils im Museumsherbar, theils in dem von Peyl zurückgelassenen Privatherbar, 
Welches jetzt Eigenthum der Realschule in Karolinenthal bei Prag ist. Corda giebt 
а Fundort für sein Hyporhamma, welches jedenfalls hieher gehört, die Gegend 
On Prag an, wozu er jedoch die Notiz „selten“ hinzufügt. 


b. Capillitiumfäden ohne Stacheln auf den Schraubenleisten. 


^ 3. Н. clavata Rostaf. (Trichia clavata Pers.) Sporangien mehr oder weniger 
"мед örmig, gelb, glänzend, auf einem gleichfarbigen oder nur am Grunde etwas 
Öthlichen Stiele emporgehoben. Sporenmasse gelb, okergelb oder in’s Olivengrüne 
Oder Braune spielend. Capillitiumröhren 42 и breit, sehr oft verzweigt. Nur 


9e kleine Anzahl von Abzweigungen frei, mit runden, zuweilen etwas blasig aufge- 


t , y PNG f A Ы Y x 

Een Enden. Schraubenleisten 4 bis 5, sehr schmal, nach aussen deutlich vor- 

3 lingend, durch 2- bis 3mal breitere Zwischenräume getrennt. Sporen 8'3 bis 

72 M breit, fein warzig. 

Di Sporangiumwünde oben zart, blassgelb, un 

Mr Falten setzen sich in diejenigen des Stieles 
derjenigen des Sporangiums direkt in Verbindung, 


ten derber, dunkler und stark gefaltet. 
fort. Die Höhlung des letzteren steht 
auf dieselbe Art und Weise, wie 


gr 


—r 


1 


49 Hemiaroyria. 


ER, 


es bei Trichia fallax Pers. gefunden wird. Wie bei dieser Species sind auch bei H. 
clavata Rostaf. die Schraubenwindungen unter einem kleineren Winkel als 45° zu der 
Achse der Röhren gestellt. Ueberhaupt lassen sich gewisse Analogien zwischen einzelnen 
Arten der Gattungen Trichia und Hemiareyria nicht verkennen, Wie z. В. Trichia 
chrysosperma DC. (oder T. affinis De By. а) genuina) der Hemiarcyria serpula Rostaf. 
entspricht, so ist Trichia fallax Pers. in die Parallele mit Hemiareyria clavata Rostaf. 21 
stellen. Ob diese Analogien vielleicht auf fylogenetischen Beziehungen fussen, lässt 810 
bis jetzt nicht entscheiden. 


Auf Stümpfen von Pappeln in Krč und auf Hainbuchen im Kundratice! 
Walde nächst Prag! Kačina bei Nové Dvory (Neuhof) bei Kuttenberg (Peyl)! Buch- 
berg im Isergebirge! 


4. H. Wigandii Rostaf. Sporangien in kleinen Gruppen, unregelmässd 
rundlich, dunkelgrau, mit einer breiten Basis sitzend. Sporenmasse und Capillitiu™ 
hellgelb oder hell orangegelb. Capillitiumröhren 4'4 bis 5'2 u breit, mur selten ver 
zweigt, mit 2 Schraubenleisten versehen. Durch Verzweigung einer Leiste entstehen 
streckenweise 3 dichter gewundene Schraubenleisten, durch Vereinigung der 2 n0% 
mal vorhandenen entsteht eine dicke, stielrunde, sehr breit gewundene Schrauben“ 
leiste, welche stellenweise 4n ee sehr starke und dicke Ringverdichung übergeht: 
Zwischenräume, wo drei Schraubenleisten vorhanden, 1'/,mal breiter als diese, wo 
zwei, 3- bis 4mal, und wo eine dicke, 2- bis 3mal breiter. Freie Abzweigung? 
ziemlich häufig, entweder in emen stumpfen Stachel verschmälert oder mit einer 
dickwandigen, runden knopfförmigen Anschwellung endigend. Sporen 11 bis 195 Р 
breit, fein warzig. 

Diese Art ist durch recht verschiedenartige Verdickungen an den Gap 
röhren ausgezeichnet. Die Reduction auf eine einzige Schraubenleiste kommt häufig ap 
den Enden der freien Abzweigungen vor und gleichzeitig damit tritt auch die Verdickung de 
Leisten ein, in welchem Falle die Verdickungen die stärksten unter den aller Trichiacee! 
überhaupt zu sein pflegen. Kurz vor den Enden der Ausläufer kommen auch isolir 
Ringverdiekungen vor, welche zumeist 2 bis 2:5 ш hoch und desgleichen breit sind, WO 
gegen die Schraubenleisten höchstens 1 u Dicke erreichen. Die Sporangiumwan 
unserem Falle ist nicht hell, wie Rostafiüski angiebt, sondern dunkel gefärbt, auf der 
Oberflüche rauh. Unter dem Mikroskope sieht man zahlreiche dunkle Partikelche: 
welche die Membran bedecken und in dieselbe theilweise eingesetzt sind. 


Diese seltene Art fand ich 1889 im Weisswassergrunde des Riesengebirge? 
Sonst ist sie nur aus Thüringen und Breisgau in Deutschland bekannt. 


7. Fam. Lycogalaceae Cel. fil. 
Gattung: 


1. Lycogala Mich.  Aethalien rund, sitzend, aus aderigen Sporangiel 
zusammengesetzt. Sporangienwände nicht entwickelt, dafür die ganze Fruch 
mit einer Rinde umhüllt, an welche baumartig verzweigte und nicht gelten 
mit einander lose verbundene Capillitien (eigentlich Capillitiumsysteme) ange 
wachsen sind. 


Lycogala. 43 


1. Lycogala Mich. 


1. L. epidendron Fr. (Lycoperdon globosum Mich., L. pisiforme L.). 
Aethalien rundlich, gewöhnlich zu mehreren beisammen, in der Grösse eines Erbsen- 
Orns bis einer Haselnuss, mit einer zuerst deutlich warzigen, verschiedenfarbigen, 
Sewóhnlich sehmutzig nussbraun gefürbten Membran. Sporenmasse sehr verschieden 
Sefirbt: frisch nach der Reife etwas rosenroth bis fleischroth, später lehmgelb oder 
staubraun. Capillitium wenigstens an den seitenständigen, dünneren Zweigen mif 
“emlich derben, bis 0:8 u dicken, theilweise glatten Wänden, sonst unregelmässig 
Serunzelt, theilweise am Rande dicht und fein gekerbt-gesügt. Die correspondi- 
renden Einschnitte sind auf den beiden flachen Seiten des Zweiges durch zwei 
Furchen verbunden. Nur ein Theil der Zweige ist mit scharfen, bis 1 u hohen 
tacheln besetzt. Sporen 5 bis 9 и breit, glatt oder fein stachelig. 


Die Grösse der Fruchtkörper variirt ungemein, indem neben den typisch erbsen- 

Srossen auch winzige, kaum 2 mm breite, oder riesige, der Haselnuss in Dimensionen 
gleichendo Fruchtkórper vorkommen. Die Rinde zeigt sich am Querschnitt aus mehreren 
hichten zusammengesetzt. Die äussere Schicht ist dick und derb, auf zahlreichen 
tellen (wo die Warzen sich befinden) besitzt sie Duplicaturen linsenartiger Gestalt, 
ле mit einer farbigen Substanz erfüllt sind; dann folgt eine mittlere, ziemlich dicke, 
ро Schichtenlage, welche von zahlreichen dicht verfilzten Fäden durchsetzt 
in die hie und dort durch die dritte innerst anliegende Schichte hindurchgehen und 
die Capillitiumfüden ansetzen. Die letzteren entweder walzenförmig oder bandartig 


Verflacht. 

" Auf verschiedenen morschen Hölzern gemein. бо z. B.: Baumgarten, 
eizinsel, Roztoky und Stern bei Prag (Corda). Bei Chudönice häufig! Eisen- 
Stein im Böhmerwalde u. s. w. 


2. L. flavo-fusca Rostaf. (Diphtherium flavo-fuscum Ehrb.) Aethalien 
"dich, vereinzelt, von der Grösse einer Wallnuss bis einer kleinen Kartoffelknolle, 
mt einer glatten, rostbraunen, durch siberweisse, netzartig verbundene Adern gefel- 

Erten Membran. Sporenmasse grau lehmgelb. Das Capillitium robuster als bei 

Voriger Art, die Hauptfüden bis 0°1 mm stark, die Seitenzweige mit dünnen, kaum 
9 u dicken Wandungen, am Rande unregelmässig wellig bis seicht gekerbt, an 

ên beiden Flächen nicht runzelig. Das ganze Capillitium ist mit dicht stehenden, 

Scharfen, 0:6 bis O'8 u hohen Warzen bedeckt. Sporen unregelmässig warzig, 4'3 

I8 68 u breit. 

a Aethalien ausgedehnt, 2 bis 4'|, em breit und 2 bis 3 cm hoch. Am Grunde 
en befindet sich ein weisslicher, häutiger Hypothallus, der das Aethalium in Ge- 

alt cines schmalen Saumes umgrenzt. Soweit nach trockenem Material geurtheilt werden 


© entspringt das Capillitium nicht wie bei der vorigen Art aus der mittleren Mem- 
anschicht, sondern es setzt an die innerste Schichte an. 


Dieser seltene Myxomycet wurde in Böhmen bis jetzt nur von Peyl in Ka- 
à bei Kuttenberg gesammelt! Originale befinden sich in dem von Peyl hinter- 
aSsenen und nun im Eigenthum der Realschule von Karolinenthal (Prag) befind- 
Chen Herbar. Obzwar keine Etiquette beiliegt, wie das überhaupt bei allen im 


čin 


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44 Reticularia. Amaurochaete. 


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genannten Herbar befindlichen Mycetozoön der Fall ist, so ist doch über die Her- 
kunft der L. flavofusca nicht zu zweifeln, da Peyl anderorts als bei Kačina nicht 
gesammelt hat und alle von anderen, z. B. von Veselsky, gesammelten Schleimpilz® 
mit einer Etiquette bezeichnet hat. Uebrigens sind die Peyl’schen Myxomyceten 
(mit Ausnahme der Lycogala flavofusca und einiger anderen, die Peyl wahr- 
scheinlich nicht bestimmen konnte) in den böhmischen Museumssammlungen dureh 
etiquettirte Doubletten vertreten, die alle aus Kačina stammen. 


8. Fam. Reticeulariaceae Zopf. 
Gattungen: 


1. Reticularia Bull. Färbung aller Theile des Aethaliums (Wandung; ge 
pillitium und Sporen) licht braun. Sporen dorsiventral, auf der einen Seite ver 
dickt und warzig auf der anderen dünner und glatt. 


2. Amaurochaete Rostaf. Färbung aller Theile des Aethaliums schwarz“ 
violett. Sporen gleichmässig verdickt und an der ganzen Peripherie warzig- 


1. Reticularia Bull. 


1. R. Iycoperdon Bull. Die Aethaliumwand gewöhnlich umbrabraun, glatt 
zerbrechlich, zuweilen silberglinzend d. h. mit zahlreichen spinnwabartigel; e 
mehreren Schichten über einander liegenden und auf verschiedenen Stellen vor 
wachsenen Häutchen bedeckt. Desgleichen auch Hypothallus aus einigen Membran- 
schichten bestehend, deren oberste mit der Wandung fest verbunden ist. Sporen” 
masse und Capillitium braun oder rostbraun. Capillitium aus zahlreichen baumartig 
verzweigten Systemen bestehend, welche an verschiedenen Puncten an die Wandung 
angewachsen sind. Deren Columella zuerst röhrenförmig, dann bandartig, oder Die 
in umregelmässig serschlitzte, häutige Auswüchse übergehend. Seitwärts an die 2 
lumella schliesst sich das Capillitium an, welches entweder aus dünnwandigen, Л 
einem Netze verbundenen Röhren oder verflachten, zerschlitzten Zweigen pestelit 
Sporen eifürmig, 83 u lang, an dem schmäleren Ende glatt, an dem breiteren mr 
neteartigen Verdickungen bedeckt. 


Die Grösse und Form der Aethalien ziemlich variabel; die Breite beträgt 1 
8 cm (ausnahmsweise auch 2 cm), die Höhe 3 bis 4 cm (ausnahmsweise 1 cm). 


Wurde bei uns bislang selten beobachtet, obzwar sie ziemlich häufig ge 
soll. Nové Dvory (Neuhof) bei Kuttenberg (Peyl)! Soweit man blossen Angabe? 
trauen kann, so ist sie nach Corda bei Prag nicht selten, so z. B.: Вашае? 
Tuchomöfice, Závist; ich selbst habe sie weder bei Prag noch sonst wo gefunden 


2. Amaurochaete Rostaf. 


1. A. atra Rostaf. (Reticularia atra Fries, Lycogala atra Alb. et Schw." 
Acthaliumwand schwarz, gewöhnlich glänzend, glatt, papierartig, gefeldert und dan 


A.mauro ohaete. 


45 


gewöhnlich in zahlreiche mit dem Capillitium verbundene Schuppen zerfallend, oder 
Yon ungleich grossen Höckern wellig uneben und dann unregelmässig aufspringend ; 
Selten elanzlos und dann mit einer groben Schicht von farbloser körniger Substanz 
bedeckt, zerbrechlich. Hypothallus fehlend. Sporenmasse und Capillitium schwarz 
Oder violettsehwarz. Capillitium aus zahlreichen baumartig verzweigten Systemen 
bestehend, welche an mehreren Stellen an den Boden des Aethaliums angewachsen 
Sind. Deren Columella zuerst röhrenförmig, verzweigt, stellenweise verflacht, dann 
in unregelmüssig zerschlitzte, schwimmhautartige Auswüchse übergehend. An die 
letzten Zweige der Columella schliesst sich in grósseren und hóheren Aethalien 
ein dichtes und elastisches Netz von Capillitiumfüden, deren Vereinigungspuncte 
dreieckig verdickt sind. Sporen violett, 14 bis 15'8 u breit, stachelig. 
Die Grösse der Aethalien varüirt ungemein; bei den kleinsten beträgt sie 5 mm 
» Breite und 3 mm Höhe, bei den grössten dagegen kann sie mehr als 1'/, cm be- 
agen. In der Jugend besteht jedes Aethalium aus mehreren Schichten von länglichen, 
senkrecht gegen die Basis stehenden Sporangien. Die unteren und mittleren Schichten 
ilden die Sporangien der Länge nach durchziehende und ein verzweigtes Columella- 
System darstellende Achsengebilde, an die sich das in den oberen Sporangienschichten 
entstandene Capillitiumnetz anschliesst. Sind die Aethalien klein und bestehen sie nur 
aus wenig Schichten, so fehlt das Capillitium vollständig. Je höher die Aethalien sind, 
: h. je mehr Schichten sie ursprünglich besassen, desto schöner kommt dann das Са- 
Pillitium oben zur Entwickelung. 


An Kieferstümpfen nicht selten, jedoch bis jetzt bei uns wenig beobachtet 
und gesammelt. Die einzigen böhmischen Exemplare sah ich in der Mycetozoén- 
Sammlung nach dem verstorb. Peyl. Der Fundort kann wieder nur Kačina bei 

euhof nächst Kuttenberg sein. 


9, Fam. Stemonitaceae Rostaf. 
Uebersicht der Gattungen: 


А. Das Capillitium nimmt aus der ganzen Fläche der Columella seinen 
Ursprung. 

a. Im Verlaufe der Fäden oder an den Vereinigungspuncten mehrerer 
Zweige knotenfórmige Verdickungen. 


1. Jundzillia Racib. Sporangien walzenförmig, dicht beisammen stehend, 
mit dem Capillitium zu einem Aethalium vereinigt, nur die Stiele frei. Columellen 
Meist, stielrund, einfach oder gabelfórmig getheilt. Capillitiumknoten massiv, violett- 
Schwarzbraun. 


b. Verdickungen am Capillitium fehlend oder nur zufällig. 


9. Stemonitis Gled. Die letzten Zweige des Capillitiums bilden an der 
Peripherie des Sporangiums ein feines mit der Oberfläche des letzteren: paralleles 
etz. Sporangiumwand nicht entwickelt oder rasch vergänglich. Sporangien walzen- 
förmig auf kürzeren Stielen. 


| 


46 Jundzillia. Stemonibis. үт 


3. Comatricha Preuss. Das äussere Netz unentwickelt, oder vorhanden 
und dann entweder mit der Oberfläche parallel oder uneben, wellig. Sporangium- 
wand nicht entwickelt oder rasch vergänglich. Sporangien vielgestaltig, entweder 
walzenförmig mit undeutlichem äusserem Netze, kurz gestielt, oder rund bis länglich, 
auf bedeutend längeren Stielen. 


4. Lamproderma Rostaf. Das äussere Netz fehlt. Sporangiumwand me 
tallisch glänzend, an der basalen Partie persistent. Sporangien rundlich, auf kür- 
zeren oder längeren Stielen; Columella im Innern des Sporangiums öfters keulig 
angeschwollen oder walzenförmig, oben rundlich, seltener allmählich verdünnt (MP 
bei Comatricha). 

В. Das Capillitium entspringt nur aus dem Ende der zuweilen scheiben“ 
artig erweiterten Columella. 


5. Orthotricha Wing. Das Capillitium entsteht durch mehrfache Verzwei- 
gung der Columella. 


6. Enerthenema Bow. Das Capillitium entspringt aus dem Rande eine 
kleinen Scheibe (Papille) oder einer trichterförmigen Erweiterung am Ende der Colu- 
mella, Selten entspringen einzelne Fäden auch aus der Columella unterhalb der Scheibe: 


1. Jundzillia Racib. 1887. 


1. J. tubulina Racib. (Stemonitis tubulina Albertini et Schweinitz 1800) 
Sporangien auf einem gemeinsamen, glänzenden Hypothallus stehend, 1 bis 11/5 ^" 
hoch, walzenförmig, denjenigen von Stemonitis ähnlich, auf kurzen, ein wenig bo- 
genförmig aufsteigenden Stielen. Columellen öfters einmal bis mehrmals даће д 
getheilt, zuweilen (wie bei Amaurochaete), bandförmig verflacht. Das CapillitiuD 
sondert sich in kein inneres und üusseres Netz, wie bei Stemonitis, sondern bilde 
ein gleich dichtes Geflecht, welches aus Fäden besteht, in deren Verlauf oder Ve” 
einigungspuncten violette, spindel- bis knopfförmige oder drei- bis mehreckige Knoten 
sich befinden. Das Capillitium der Nachbarsporangien hüngt besonders an dere? 
Scheiteln zusammen, wodurch eine Art unvollkommener Aethalien gebildet 0" 
Sporen licht braunviolett, 6'5 bis 10 u breit, glatt. 

Die Sporangiumwand unentwickelt oder auf der Oberflüche der Scheinfrucht 
stellenweise in Gestalt feiner silberglänzender Hüutchen. Die Breite der Oapilitium“ 
Dden schwankt zwischen '/, bis 2 ш. Die Knoten messen 5 bis 10 ш an Stärke. — 
Diese Art steht an der Grenze zwischen beiden Gattungen Stemonitis und Amaurochaete 
Ich habe dieselbe lieber zur Gattung Stemonitis gestellt, weil der Stiel und die Сол 
mella meist vollkommen stielrund und seltener ein wenig zusammengedrückt, jedoch nie" 
mals so ausgesprochen bandförmig verflacht sind, wie bei Amaurochaete. 

Auf einem Kieferstumpf im Walde zwischen Roudnice (Raudnitz) und dem 
Berge Sovice (182,87)! 


2. Stemonitis Gled. 


A. Sporen glatt, unter dem Mikroskope hell gefärbt. 


1. S. ferruginea Ehrb. (S. typhina Willd., S. violacea Schum.). Sporangien 
walzenförmig, auf einem stark entwickelten Substrat dicht gedrängt, einander be 


Stemonitbis. 47 


rührend. Columella in der Achse des Sporangiums theilt sich unter dem Scheitel des 
letzteren in mehrere Capillitiumfäden. Seitliche Capillitiumzweige erster Ordnung mehr 
Oder weniger wagerecht von der Columella abstehend, oder bogig, unter spitzem 
Winkel getheilt; Verzweigungen je nüher der Oberflüche desto zahlreicher und 
feiner. Letzte Ausläufer haarförmig, äusserst zahlreich, schief oder senkrecht an 
das äussere Capilitium angeheftet. Letzteres aus kleinen, kaum die Breite der 
Sporen überbietenden Maschen bestehend. Aus den Ecken und Kanten der Maschen 
entspringen hie und da kurze trichomartige, recht zahlreiche, je hóher zum Spo- 
Tangiumgipfel, desto längere Auswüchse. Sporenmasse hell rostfarbig oder rostbraun. 
Sporen 53 bis 7:5 ш breit. (Taf. Ш. Fig. 5 und 9.) 

Was das Merkmal der Columella betrifft, so kann es als ein zuverlässiges gelten, 
Natürlich wenn man vollkommen reife Sporangien besitzt, deren Gipfel nicht verkümmert 
Und verdorrt sind, wie das oft zu geschehen pflegt. Anderenfalls kann schon die Farbe 
der Sporen und die Grösse derselben zur Bestimmung der Art dienen. Das äussere 

etz ist aus länglichen schmalen, mit der Achse des Sporangiums parallelen aber zu- 
Weilen hin und her gebogenen Maschen zusammengesetzt. Die trichomartigen Auswüchse 
aus den Fäden der Maschen sind kurz, meist 1/, bis !/, der Sporenbreite messend. Auf 
Jede Masche kommen cca. 2 bis 5 Auswüchse, welche meist in den Ecken, seltener in 
der Mitte der Seiten stehen. In dem obersten Zehntel des Sporangiums ist das äussere 
Netz an zahlreichen Stellen zerrissen und oben verliert es sich schliesslich vollständig, 
indem die Capillitiumfäden frei endigen. Plasmodien sind gelb und können sich auf 
Weite Strecken bewegen. 

Eine nicht gerade seltene Art. Plasmodien vegetiren in verschiedenem 
Holze, besonders Coniferenholze. Krummau (Jungbauer)! Holice (Čeněk)! Chu- 
dënice! u. s. w. 


2. S. fusca Rostaf. (S. fusca Roth p. р.) Wie die vorige Art, aber durch 
nachstehendes verschieden: Columella wnverzweigt, bis zum Scheitel gehend, sich 
allmählich verschmälernd. Das innere Capillitiumgeflecht locker, aus sparsamen, 
fast unverzweigten und selten anastomisirenden Fäden. Sporenmasse violett-braun- 
Irau bis violett-grau. Einzelne Sporen 6'6 bis 92 u breit. (Taf. Ш. Fig. 1, 2, 6, 
8,10, 11) 

Selten sah ich an einigen Exemplaren die Columella nahe unter dem Scheitel 
des Sporangiums in einige dünne Zweige sich theilen. Am meisten charakteristisch ist 
le Farbe und Grösse der Sporen. Man kann zwei gute Varietäten unterscheiden : 

a) genuina m. Peripherisches Capillitiumnetz besteht aus wenig brei- 
teren Maschen, als der Durchmesser der Sporen beträgt, und ist zuweilen mit 
Urzen, senkrechten Auswüchsen besetzt. 

b) pinnata m. Peripherisches Capillitiumnetz besteht aus drei- bis vier- 
Mal breiteren Maschen, als der Sporendurehmesser beträgt, und ist sogar an dem 
Scheitel des Sporangiums vorhanden. Senkrecht stehende Auswüchse fehlen. Aehulich 
er St. splendens Rostaf. 

Auf Baumstümpfen und verschiedenem alten Holz nicht gerade häufig, а) 
"nd фу bei Chudönie. 

B. Sporen mit leistenförmigen, öfters netzartig geordneten, aber auch re- 
Sellos vertheilten, selten zum Theil oder durchwegs warzigen Verdickungen, 


48 Stemonitis, Comabricha, 


— 


3. S. dictyospora Rostaf. Columella geht bis an den Scheitel des Sporan- 
giumws hinüber oder sie verzweigt sich nur ausnahmsweise unter dem Gipfel. Pe- 
ripherische Capillitiummaschen wie bei St. fusca. Das innere Capillitium bald 
locker bald dicht (wie bei St. ferruginea). Sporemmasse dunkelviolett, fast schware. 
Sporen 6:6 bis 9'2 u breit. (Taf. III. Fig. 3, 8) 

Das Hauptmerkmal liegt wieder in der Farbe und der Sculptur der Sporen. 
Zwischen den warzigen und netzartig verdickten Sporen existiren zahlreiche Uebergäng®- 
Ich fand z. B. Formen, deren Sporen zur Hälfte mit Warzen und zur Hälfte mit kurzen, 
gewundenen Leisten besetzt waren. In anderen Fällen war die eine Hälfte der Spore 


mit netzartig verzweigten Leistenverdiekungen versehen, wührend die andere Sporen 
hälfte, isolirte kurze Leisten und darunter hin und wieder einige Warzen besass. 


Bei Chudénie häufig auf morschen Eichen- und Linden-Zweigen! Auch 
einmal bei Roudnic! 


8. Comatricha Preuss. 


A. Sporangien walzig bis elliptisch, auf kürzeren Stielen. Columella. geht 
bis fast an das Ende des Sporangiums. Sporen glatt oder warzig. 


1. C. typhina Rostaf. (Stemonitis typhina. Roth, S. typhoides DC.) Spo" 
rangien gesellig, aber nicht dicht gedrüngt, walzig, auf kurzen Stielen, oder lünglich 
elliptisch, und dann 1 bis 14 mm hoch und 0'4 bis 0°5 mm breit, auf 0:6 mm 
hohen Stielen (var. pumila). Columella geht fast bis am den Scheitel und. zerfäll 
unter dem letzteren in mehrere Fäden. Zweige erster Ordnung zahlreich an die 
Columella ansetzend, wagerecht abstehend, gerade oder bogig, dann häufig V 
zweigt und bogig, ein zur Peripherie immer dichter und feiner werdendes Netz 
bildend. Die Zweige letzter Ordnung bilden besonders bei den lamggezogenen, war 
gigen Formen ein allseitig verflochtenes, doch keineswegs in einer Ebene liegende 
Netz, welches bei kürzeren Formen zuweilen stellenweise unterbrochen oder UD 
vollkommen ausgebildet ist. Auf diesem peripherischen Geflechte stehen senkrecht 
zahlreiche, 5 bis 10 и lange haarförmige Auswüchse. Die Sporenmasse und das 
Japillitium hell rosenrothbraun. Sporen 5 bis 7 u breit, glatt oder hin und wieder 
spärlich warzig (var. pumila). (Taf. II. Fig. 1. und 2.) 


er- 


Sporangien häufig von einer ziemlich starken Membran umgeben, welche öfter® 
in der unteren Hälfte oder in dem unteren Drittel verbleibt und eine Art von Schel f 
oder Kelch vorstellt. Diese Wand ist häufig glänzend, unter dem Mikroskop erscheln 
sie farblos. Primärzweige 2 bis 5 w stark (nicht zu Bündeln vereint), secundäre Zweig’ 
1'5 bis 2 u und die äussersten Ausläufer cca. 0°5 ш dick, eventuell noch dünner. 
pothallus ist bei den lang cylindrischen Formen stark entwickelt und verbindet die ne 
benstehenden Sporangien in der Form von dunkeln, starken Adern; bei der var. po 
mila ist er dünner, häutig, schwarz, an den Rändern braun oder röthlich, o3 08 
0'4 mm breit. 


a) genuina Rostaf. Sporangien sammt dem Stiele 2'/„ bis 4 mm hoch, 


Sporen 5 bis 6 и breit, glatt. 


b) pumila Rostaf. Sporangien kurz walzig, 1 bis 1:4 mm hoch, auf 


0*6 mm langen Stielen, Sporen D bis 7 w breit, hin und wieder spärlich warzig 


Comatricha. 49 


Auf morschem Holze. а) Bei Chudénie häufig! b) Schluckenau! Mummel- 
bachthal bei Neuwelt im Riesengebirge! Chudénic! 


2. C. pulchella Rostaf. (Stemonitis pulchella Bab.) Sporangien zerstreut, 
05 bis 0:7 mm hoch, elliptisch, auf kürzeren, 0'3 bis 0:5 mm hohen Stielen. Co- 
lumella reicht bis zum Scheitel. Primäre Seitenzweige zahlreich, wagerecht ab- 
stehend, oft zu mehreren unten in ein Bündelchen vereinigt, dann verzweigt, hin 
Und her gebogen, zur Peripherie des Sporangiums allmählich dichter werdend. 
Letzte Auszweigungen nicht allseitig vereinigt, sondern je zwei oder mehrere Aus- 
ldufay bogig verbunden nebst zahlreichen freien, einfachen oder gabelig getheilten 
Endigungen. Sporenmasse und Capillitium hell rostfarben. Sporen hell, 6°5 bis 
95 u breit, deutlich, aber stumpf wareig. (Taf. П. Fig. 3.) 


Sporangien sind nicht unterseits herzförmig, sondern abgerundet. Hypothallus 
00a. 0:95 bis 0:3 mm breit, schwarz, am Rande brüunlich oder röthlich. Stiel am 
Grunde 40 bis 60 ш breit, oben 25 bis 30 ш dick. Columella in der Mitte noch 20 
18 25 u dick und dann plötzlich verschmälert, bis zum Scheitel des Sporangiums ge- 
9nd. Primäre Zweige 25 bis 5, sekundäre 1'3 bis 2, letzte Auszweigungen Oh bis 
| D dick. Auf dem Grunde des Sporangiums bleibt ein kleiner Theil der Wandung, 
leiner als bei C. typhina Rostaf, in der Form eines Kragens zurück. 


Auf faulendem Stroh oder Mist. Bei Chudönie im Walde Žďár! 


B. Sporangien kurz walzig, auf einem bedeutend kürzeren Stiel. Columella 
Seht bis an das Ende des Sporangiums. Sporen mit einem zarten Netz aus schmalen 
Und niedrigen dunkeln Leisten besetzt. 


3. C. dictyospora Cel. fil. Sporangien in Gruppen stehend, aber keines- 
Wegs dicht gedrängt, kurz walzig, ?/, bis über 1 mm hoch und 1, mm breit, am 
tunde abgerundet, auf einem um die Hälfte oder um ganze zwei Drittel kürzeren, 
"ügeführ 0'3 bis 0-4 'mm langen Stiele. Columella reicht bis zum Gipfel des Spo- 
"angiums, wo sie entweder frei endigt oder in einige kurze Fäden sich theilt. Ca- 
Dillitium aus der ganzen Fläche der Columella ausgehend, gerade, wagerecht oder 
gig, und zu einem an der Peripherie nicht viel dichteren inneren Netze ver- 
SInigt Letzte Ausläufer bilden ein mit der Oberfläche genau paralleles üusseres 
elg, bestehend aus abwechselnd kleineren und grösseren (8 bis 50 u langen, zu- 
Wellen bis 70 u langen und 25 и breiten) der Längsachse nach verlängerten, un- 
"egolmässigen Maschen; letztere besitzen hie und da längere oder kürzere gegen 
“en Mittelpunct der Maschen gerichtete frei endigende Ausläufer. Ausserdem ragen 
Nach Aussen spärliche, 2 bis 5 ш lange, gewöhnlich stumpfe Auswüchse. Am 
Cheitel ist das äussere Netz nicht entwickelt oder blos hie und da angedeutet. 
Poren 6:5 bis 75 u breit, mit feinmaschigem Netze aus schmalen und niedrigen, 
"hkeln Leisten bedeckt. (Taf. П. Fig. 9.) 


kong Diese Art erinnert durch ihr lockeres Capillitium an C. laxa Rostaf. ue be- 
id ers C. affinis Rostaf., von welch’ letzteren sie sich unter Anderem durch Sporen 
durch das Capillitium, welches nicht an den Verzweigungspuncten dreikantig ver- 
p ist, sonders überall rund erscheint, unterscheidet. Primäre Zweige 1'5 bis 2'5, 
Undüre 0'5 bis 0'8 ш breit. 


| 
| 


H 
k 
I 


50 Comabricha. 


Auf abgefallenen, rindenlosen Zweigen von Pinus silvestris, bei pribénice 
nächst Täbor (1887)! 

C. Sporangien kugelig, eiförmig, verlängert eiförmig bis ellipsoidal, auf 
fach längeren Stielen. Sporen glatt. 

a. Sporangien am Grunde gestutzt oder eingedrückt. 


viel- 


4. C. Friesiana Rostaf. (Stemonitis ovata Pers., Stemonitis obtusata Fra 
Com. obtusata Preuss. Stem. Friesiana De By.) Sporangien kugelig, elliptisch bis 
verlängert eiförmig, am Grunde gestulzt oder eingedrückt (am Querschnitt her 
förmig), 0'2 bis O"7 mm hoch, auf schlanken, pfriemlichen, schwarzen, 1 bis д u 
(bei var. excelsa Racib. 5 bis 11 mm) hohen Stielen. Columella reicht gewöhnlie 
bis zu ?/, bis ?/, der Sporangiumhöhe, und dann theilt sie sich unter gpitz en 
Winkel in mehrere gleich starke Fäden, seltener geht sie, allmählich dünner 
werdend, bis zur Spitze. (Ausnahmsweise bei var. pachyderma endigt sie in. 
Sporangiummitte.) Capilitium innwendig und auswendig dicht, primäre Zwerg? 
über dem Grunde der Columella am zahlreichsten entspringend, daselbst ein went) 
strahlig geordnet. Secundäre Zweige gerade oder bogig, zu einem dichten innere? 
Netz verflochten. Die letzten Ausläufer gewöhnlich allseitig mit einander verbunden, 
zuweilen jedoch, besonders am Gipfel des Sporangiums, frei endigend oder zu zweien 
bis mehreren bogenförmig überbrückt. Freie Auswüchse aus dem peripheriso f 
Netzgeflecht fehlen, oder 1 bis 2 и lang, sparsam zerstreut. Sporen 8 bis 
breit, glatt. (Taf. II. Fig. 6.) 

Sporangien zuweilen in grösserer Zahl beisammen, nicht sehr dicht gedrängt 
zuweilen jedoch einzeln zerstreut. Frisch nach der Formung sind sie weiss, dann prau! 
endlich schwarz und glänzend, nach dem Austrocknen verlieren sie den Glanz und dit 
Farbe ist rostroth-violett, was hauptsächlich von den Sporen herrührt. Man kann mi 
Varietäten, wenn Jemand will, Rassen, unterscheiden: 

a) leptonema (el. fil. Capillitium und Sporenmasse bräunlich. Colu 
mella bis in zwei Drittel oder drei Viertel der Sporangiumhöhe, eventuell bi 
an den Gipfel derselben hinaufreichend. Capillitium sehr dicht (von allen Arte 
der Gattung Comatricha am dichtesten), entweder allseitig zusammenhängend, oder 
zuoberst einzelne Zweige letzter Ordnung frei endigend. Ausnahmsweise das8e he 
auch an anderen Stellen der Sporangiumoberflüche. Primüre Zweige 1:5 bis 2, 
kundüre 0'5, letzter Ordnung 0'5 bis 0'8 u dick; 

b) pachynema Cel. fil. Capillitium und Sporenmasse violett-schwal?" 
'olumella bis in die Hälfte oder drei Viertel der Sporangiumhöhe hinaufrag??" 
Capillitium lockerer obzwar noch ziemlich dicht, auf der Peripherie oft mit frei E 
digenden oder zu zweien bis mehreren bogig überbrückten Zweigen letzter or 
nung. Primäre Zweige 20 bis 3'4 џи, sekundäre 1'5 bis 2'5, letzter Ordnung 
bis 1:5 u dick. 

a) Kačina bei Neuhof nächst Kuttenberg (Peyl)! Buchberg im Isergebir£?' 
Fasanerie bei Chudönic! b) Berg Bélé bei Švihov (Schwihau)! 


Б. C. Persoonii Rostaf. (Stemonitis papillata Pers., S. oblonga Fries.) DE 
ron gien kugelig bis eifürmig, am Grunde deutlich genabelt (nur in abnormen Ville 


Comatricha. 51 


gestutzt oder abgerundet), 0'15 bis 0'4, in der Regel 0'25 bis 0'4 mm hoch, auf 
Schlanken, pfriemlichen, schwarzen, zweimal oder kaum gweimal längeren (0'5 bis 
08 mm langen) Stielen. Columella geht bis an den Scheitel des Sporangiums, zuweilen 
jedoch blos in die Höhe von zwei Dritteln oder drei Vierteln (selten blos in die 
Hälfte). Inneres Capillitiumgeflecht lockerer als äusseres; Primärzweige gleich- 
Mässig vertheilt, also nicht im unteren Theile der Columella dichter stehend (wie 
bei C. Friesiana). Secundäre Zweige gerade oder bogig, zu einem festen, inneren 
Gerüst vereinigt, dasselbe um den Nabel herum am lockersten. Die Zweige letzter 
Ordnung bilden in der unteren Hälfte bis in den unteren zwei Dritteln des Spo- 
tangiums ein äusseres, feines, zuweilen mit der Oberfläche des letzteren genau ра- 
ralleles Netz. Senkrecht stehende Ausläufer fehlen oder hin und wieder ein ein- 
zelner, 1 bis 2 u langer (am Gipfel des Sporangiums 5 p langer). Sporen 8 bis 
10 (ausnahmsweise auch 7 bis 8) u breit, glatt. (Taf. II. Fig. 4. und 5.) 
D Diese Art ühnelt der vorigen sehr, unterscheidet sich jedoch durch ihre Klein- 
WG und Zartheit, durch kürzere Stiele im. Verhältniss zur Sporangiumhöhe, durch ча 
às nissmüssig lockeres Capillitium und durch die nabelfórmige Einsenkung am Grunde 
s Sporangiums. Obzwar die übrigen Unterschiede sich nicht so leicht durch Worte 
ausdrücken lassen, so sind sie doch im Vereine mit den oben genannten Merkmalen 
Senug gewichtig, um das Aufrechthalten beider Formen als selbstständiger Arten 
Zu rechtfertigen. Analog wie bei C. Friesiana lassen sich auch bei С. Persoonii zwei 
Arietüten unterscheiden und daneben noch eine dritte mit sehr хамеш periphe- 
Tischen Netze: 


| a) leptonema Cef. fil. Columella erreicht zwei Drittheile der Sporangium- 
hóhe oder geht bis zum Gipfel hinauf. Capillitiumnetz dicht, auf der Peripherie 


allseitig geschlossen, blos am Gipfel des Sporangiums einzelne Füden frei endigend, 
übrige zu zweien oder mehreren am Ende bogenförmig überbrückt. Primáre Zweige 
l bis 2 u, secundäre 0°8 bis 1 u, peripherische 0'8 o dick. Auslüufer aus dem 
Deripherischen Netze 1'3 bis 2'5 u lang, am Gipfel zweimal länger. Sporangien 
025 bis 0-4 mm hoch, Stiele 0'5 bis 0'8 mm lang. Sporen 8 bis 10 и breit; 


b) pachynema el. fil. Columella erreicht einen Drittheil bis die Hälfte 
der Sporangiumhöhe. Capillitiumnetz im Ganzen lockerer, aus theilweise freien, 


eilweise zu zweien oder mehreren am Ende bogig überbrückten Fäden, zuweilen 


Mit einem Anfang eines äusseren Netzes, wie bei var. c). Primäre Zweige 2 bis 
35 и, sekundäre 1 bis 1'5 и, peripherische sehr ungleich, 0:8 ш bis 2 u dick. Aus- 
läufer fast fehlend, blos hin und wieder einzelne von 1 bis 2 u Höhe. Sporangien 
am Grunde schwach genabelt, 0'25 bis 0'4 mm hoch, Stiele 0'5 bis 0'8 mm lang. 
Sporen 8 bis 10 u breit; 

c) gracilis бе]. fil. Columella erreicht zwei Drittel der Sporangiumhühe 
Oder geht bis zum Gipfel hinauf. Inneres Capillitiumnetz ziemlich locker, äusseres 
dichter, mit der Sporangiumoberfläche genau parallel (wie bei Stemonitis), aus un- 
regelmässigen, meistentheils buchtigen, in einander verschiedenartig eingreifenden 
laschen bestehend, deren kleinere З bis 5, grössere 7 bis 40 u lang und 7 bis 
10 u breit sind. Von den letzteren besitzen viele 275 bis 5 m, aber selbst über 
Оа lange Ausläufer, welche gegen den Mittelpunct der Maschen gerichtet sind 
Und frei endigen. Senkrecht stehende Ausläufer fehlen. Primäre Zweige 1'5 bis 

4% 


| 
| 
| 
ji 


El 


— 


52 Comabricha. E 


2'0 u, secundäre 0'8 bis 1'5 u breit, peripherische Fäden 0:5 u dick. In dem 
oberen Drittel der Sporangiumhöhe verschwindet das äussere Netz, während die 
Zweige letzter Ordnung entweder frei endigen oder Figuren von der Form [^ ode 
"| bilden, welche wiederum häufig zu zweien oder mehreren verbunden sind und 
complicirtere Gebilde darstellen. Sporen kleiner, 7 bis 8 u breit. 


Auf abgefallenen Föhrenzweigen, oft mit Comatricha laxa Rostaf., Coma 
tricha Friesiana Rostaf. und Enerthenema papillata zusammen. a) und b) in der 
Chudönicer Fasanerie, c) bei Pfibénice nächst Tábor, und in weniger typischen 
Formen auch in der Fasanerie bei Chudénic. 


b. Sporangien am Grunde stets abgerundet. 


6. C. laxa Rostaf. Sporangien kugelig, 1/, bis 1/, mm breit, auf pfriemlichen, 
schwarzen, mehr als anderthalbmal längeren Stielen. Columella erreicht die Hälfte 
bis zwei Drittel der Sporangiumhóhe und theilt sich in 2 oder З starke, spreitzend? 
Zweige, welche sich oft unweit davon wieder in einige Zweige zweiter Ordnung 
theilen. Das Capillitium. sehr locker ; der äussere Theil aus sehr grossen, mit der Ober- 


Jläche fast parallelen Maschen, oder letztere fehlen; in beiden Fällen endigen viele 


Zweige frei und theilen sich zuweilen in kurze getheilte, spreitzende Aestehen, 
während andere zu zweien oder mehreren am Ende bogig überbrückt sind. Zweig? 
im Inneren des Sporangiums glatt. An der Peripherie des Capillitiums zerstreut 
3 bis 10 u lange, mit der Sporangiumwand parallele Auswüchse. Sporen 9 bis UP 
breit, glatt, derbwandig, fein granulirt. (Taf. II. Fig. 7. und 8.) 


à | Р ИШ { MEA run 
Stiel am Grunde netzartig faserig, bräunlich, auf einem membranösen, C? 


0:3 mm breiten, schmutzig braungelben, brüunlichen oder farblosen Hypothallus sitze i 
Primäre Zweige 3'5 bis 6'5 ш, secundüre 2'5 bis 3:6 u, üusserste 1:5 bis 2'5 u die 
Das Capillitium ist am lockersten unter allen Arten der Gattung Comatricha. 

Bisher blos in der Fasanerie nächst Chudönie, dortselbst jedoch auf Yo 
schiedenen abgefallenen Aestchen reichlich! 


1. C. macrosperma Racib. Sporangien '/, bis 1/, mm hoch, rund oder 
ellipsoidal, auf schwarzen, pfriemlichen, gleich langen oder noch um eine Hälfte 
längeren Stielen. Columella erreicht gewöhnlich zwei Drittel bis drei Viertel der 
Sporangiumhöhe und theilt sich schliesslich in einige dünne, bogige Zweige; guwoilen 
geht sie fast bis zum Gipfel des Sporangiums. In allen diesen Fällen entspring?" 
aus ihrer gangen Länge gleichmässig vertheilte, sparsame, gerade (nicht bogen 
förmige) primäre Capilitiumzweige, welche erst nahe der Peripherie sich weite! 
verzweigen und schliesslich zw einem mit der Oberfläche parallelen Netze sich vor 
einigen, dessen Maschen abwechselnd grösser und kleiner, 5 bis 30 u breit sind un 
aus bald dünneren, bald stärkeren Fäden bestehen. In dem obersten Drittel oder T 
oberen Hälfte des Sporangiums verschwindet das äussere Netz. Die Maschen 7 
sitzen zahlreiche, gegen den Mittelpunet derselben orientirte, 3 bis 10 u lang 
haarförmige Ausläufer. Sporen 8:5 bis 10 u breit, glatt, fein granulirt. 

Der Stiel unten netzartig faserig und bräunlich. Primäre Zweige 2 bis 4, 


i j f F . dont 
cundüre 1:5 bis 2, äusserste 0'8 bis 1 w dick. Das peripherische Netz ähnelt seht d 
jenigen von Comatricha Persoonii Rostaf. var. gracilis m. 


so” 


CSomabricha. Lamproderma. 53 


Blos einmal von mir in der Chudénicer Fasanerie gefunden! Die zerstreuten 
Sporangien sassen auf einem abgefallenen, rindenlosen Fóhrenaste. 


4. Lamproderma Rostaf. 


A. Capillitium aus dünnen, haarförmigen, flexilen, erst am Ende unter 
Scharfem Winkel verzweigten und mit einander verbundenen Füden. Columella er- 
reicht ungefähr die Hälfte der Sporangiumhöhe oder etwas darüber, sie ist walzig 
Oder keulenförmig, im letzten Falle kegelfórmig zugespitzt. 


1. L. columbinum Rostaf. (Physarum columbinum Pers., Ph. bryophilum Fr., 

Ph, bryophilum 8) melanocephalum Corda). Sporangien kugelig oder verkehrt ei- 

"Die, mit einer dünnen, irisirenden Membran. Stiele schwarz, glänzend, walzig 

oder pfriemlich, der Länge nach gefaltet. Columella waleig oder keulenförmig, kegel- 

"fig zugespitst. Capillitium aus dunkelbraunen, einzeln (oder seltener zu zweien 

Oder dreien in einem kurzen Bündel) aus der ganzen Oberfläche der Columella ent- 
"Pringend, Sporen fein warzig, 11:5 bis 14:5 u breit. (Taf. V. Fig. 6.) 

En Membran unter dem Mikroskop bräunlich, oft mit kleinen, farblosen, =. pt 

Schöne T нары runden Flecken, wo die Membran dünner ist. ‚Davon rührt éi 

risiren her. Unter den Farben, die das reflectirte Licht besitzt, ist besonders 

E Blau stark vertreten. Hypothallus ist schwächer entwickelt, als bei L. arcyrioides 

stellt eine kleine rundliche Scheibe dar. Der Stiel ist cca. 2- bis 5mal länger als 

as Sporangium und erreicht die Höhe von 4 mm. Das Capillitium erinnert ein wenig 


E: das Capillitium von Didymium squamulosum, wo auch die Fäden gerade und unter 
Charfem Winkel getheilt sind. 


| Stern bei Prag (Corda). Schon Rostafihski hat Corda's Physarum bryo- 
Dhilum В) melanocephalum als zu L. columbinum zugehörig erklärt, wozu ihn wohl 
^m meisten die Abbildung in Corda's Icones fungorum etc., Tom. L, Tab. IV. 
"IB. 287 bewogen hat. 


2. L. violaceum Rostaf. (Stemonitis violacea Fr.). Sporangien am Grunde 
Ach und rings um den Stiel nabelartig eingedrückt, sonst rundlich gewölbt, '/, bis 
4 mm breit. Membran oben sehr zart, unten persistent, irisirend. Stiele schwarz, 
S'ünzend, pfriemlich, bis zweimal so lang als die Sporangiumhóhe. Columella die 
; ltte des Sporangiums erreichend, walzig, am Ende gestutzt oder eim wenig anat 
undet, Capillitium aus sehr feinen, dünnen, hellbraunen oder fast farblosen Fäden, 
eletere von der Mitte an mehrfach getheilt und schliesslich in sehr dünne Ausläufer 
tUsgezogen, von denen nur wenige paarweise untereinander anastomosiren. Dem- 
zufolge hängt das zarte Capillitium nach der Aussaat der Sporen von der Colu- 
mella herab. Sporen fein warsig, 92 bis 10:8 u breit. 
Sporangiumwand erscheint uuter dem Mikroskop als eine hellbraune Membran. 


HYpothalus ist gewöhnlich stark entwickelt. Das Capillitium sieht nach der Sporen- 
"Saa weiss aus. 


Kolín (Veselský, 1853)! Die von Opiz „auf der Herrschaft Hauenstein“ im 


R 4 А P В 
echten: gesammelten und von Rostafihski als L. violaceum bezeichneten Mu- 
umsexemplare gehören nicht hieher, sondern zur folgenden Art. Offenbar hat 


fl 


3 


54 Lamproderma. Orthotriocha. 


sich Rostafihski aus einer Etiquette verschrieben, da er dasselbe Material von dem- 
selben Standort ein zweites Mal richtig mit: Lamproderma arcyrioides bezeichnet 
hat. Auch finde ich in der Rostafiáskischen Monographie den Standort ,Hauenstel 
bei L. violaceum nicht aufgeführt. 


В. Capillitium dicht, aus steifen, zerbrechlichen, von unten an häufig ver“ 
zweigten und untereinander überall vielfach anastomosirenden Zweigen. Die Haupt- 
zweige oft bandfórmig verflacht; die letzten Ausläufer bei weitem dünner, haar- 
fórmig. Columella von unten nach oben sich allmählich verschmälernd, die Hälfte 
der Sporangiumhöhe erreichend. 


3. L. arcyrioides Rostaf. (Stemonitis arcyrioides Somf., St. chalybea Pers.) 
Sporangien rundlich oder ein wenig verlängert, violett oder schön blau irisirent- 
Stiel sehr kurz bis cca. 1 mm hoch, schwarz, glänzend, auf einem stark entwickelten 
Hypothallus stehend. Capillitium ein überall dichtes, fest geflochtenes Netz bildend i 
Zweige bogig aufsteigend, braun. Sporen stachelig, 12:5 bis 165 ш breit. 

Hypothallus stark entwickelt in der Form einer breiten, braunrothen Membra! 
welche zuweilen mehreren in einer Linie oder in einer Gruppe stehenden Sporangie? 
gomein ist. Letztere überhaupt gewöhnlich dicht stehend. Rostafinski gibt bei den ku- 
geligen Formen eine walzige und gestutzte Columella an, doch sah ich an den von Ор! 
gesammelten Exemplaren durchwegs nur von unten nach oben verschmälerte (fast pfriemlich® 
Süulchen, wie dies bei der Gattung Comatricha die Regel ist. 

Hüttmesgrüner Forsthaus auf der Herrschaft Hauenstein im Erzgebirge 
(Opiz)! 

Kritische Bemerkungen: Alle drei zuletzt genannten Gattungen‘ 
Stemonitis, Comatricha und Lamproderma sind keineswegs scharf von einander £9 
trennt. So z. B. nühert sich Comatricha typhina in vieler Hinsicht einer echten 
Stemonitis-Art, bloss der Umstand, dass sie kein mit der Sporangiumwand genat 
paralleles äusseres Netz besitzt, erlaubt dieselbe noch zur Gattung Comatricha A 
rechnen. Wir sahen aber, wie sehr das Merkmal des äusseren, mit der Sporangium“ 
wand parallelen oder nicht parallelen Netzes innerhalb der Gattung Comatrichià 
[selbst bei einer und derselben Art (C. Persoonii)] variirt. Ferner besitzt Lam“ 
proderma arcyrioides eine Columella, welche für die Gattung Comatricha charakte- 
ristisch ist. Hingegen hat wieder Comatricha typhina eine Membran, welche 
ziemlich persistent ist, und dieserhalb an Lamproderma erinnert, blos dass sie nich! 
irisirt, wie es bei typischen Lamproderma-Arten die Regel ist. 


5. Orthotricha Wing. 
stielt, 


1. 0. Raciborskii n. sp. Sporangien dicht beisammen stehend, ge 
auf einem runden, braunen oder rostbraunen, am Rande lichteren (cca. 02 mm 
breiten) Hypothallus. Stiele pfriemlich, schwarz, matt glänzend, 0'5 bis UD 
lang, in eine 0'3 bis 0'4 mm hohe Columella übergehend, welche sich oben Jn 
bis 3 gespreizte, primäre Aeste verzweigt. Letztere wiederholt dichotomisch ve 
zweigt, fortwährend dünner werdend. Zweige letzter Ordnung nicht zu einem Ne | 
verbunden, sondern untereinander frei und in eine, selten zwei haar förmige Spite 


6 mm 


Orthotricha. Enerthenema. 


| €x 
| Or 


— 


з» Zuweilen sitzt unter der Spitze eines Endzweiges an der Seite ein 
kurzer, cca. 5 ш langer Auswuchs. Sporen 10 ш bis 11:5 & breit, fein granulirt. 
M Diese Art habe ich zu Ehren des polnischen Forschers auf dem Gebiete der 
CHARME M. Raciborski benannt, welch’ letzterem eben auch das Verdienst 
ommt, die bis dahin blos aus Amerika bekannte Gattung Orthotricha, zuerst auch in 
SC entdeckt zu haben. Von Orthotricha gracilis Bach, unterscheidet sich unsere 
5 Eod dadurch, dass die wiederholt dichotomisch getheilten Capillitiumfäden 
o mit einander anastomosiren. Auch ist das Capillitium bei О. Raciborskii stärker 
EN o see O. gracilis. Während erstere Art 2 bis 3 ш dicke Capillitium- 
: eige letzter Ordnung besitzt, sind diese bei der letzteren Art blos cca. 1 œ dick. — 
erübrigt mir noch zu bemerken, dass an der Grenze zwischen dem Stiele und der 
Olumella ein spürlicher Ueberrest der Sporangiummembran zu finden ist. 
Kuchelbad bei Prag, auf einem abgefallenen Aste, vielleicht von Hain- 


buche, 18891 
6. Enerthenema Bow. 


1. E. papillata Rostaf. Sporangien kugelig, nackt, vor der Reife schwarz 
nn glänzend, nach der Reife im trockenen Zustande dunkelbraunviolett, cca. */, mm 
ES it, Stiel wenig kürzer, unten dicker, zuweilen über der Basis aufgedunsen; in 
o Verlängerung eine dünne, pfriemliche Columella, welche bis an den Gipfel 
acht und daselbst zu einem kleinen, in der Mitte nabeligen Discus erweitert 
› oder in einen hohlen, trompeten- bis trichterförmigen Ansatz hinauslauft. Vom 
E der Scheibe oder des trichterförmigen Ansatzes strahlen nach allen Seiten 
Eiche, unter einander freie, zuweilen schon in der Mitte, gewöhnlich aber 
am Ende dichotomisch verzweigte Capillitiumfäden, deren letzte Auszweigungen 
unter der Spitze seitwärts je einen oder mehrere kurze Auswüchse besitzen. Sporen 
10 bis 13 p breit, glatt oder warzig, dunkelviolett. 
Grunde Hypothallus. existirt nicht oder er ist verschwindend N Der vm ist > 
Selbst Muse поо laxa oder С. ROBERT? 2 Win ares CR e to 
Schlanker ec) ki 2n ( Im Ser ist N, poe 5 E: er i ро ytri А 
Wandun pu E er. var. sparsa. Als wire e i ud m einer s ae 
Sehwell gu? ENN, сеш Stiele und zwischen S E a eine ring ies d 
h g oder ein niedriger kragenartiger Saum zu entdecken. Es lassen sich zwei 
arietäten unterscheiden: 
steh a) polytricha Cel. fil Sporangien in der Regel dicht beisammen 
sch end. Stiel und Columella schlank. Discus breit, flach oder in der Mitte 
de wach nabelig. Capillitium dicht, aus feinen, haarfórmigen, fast glatten Fäden 
stehend. Sporen hellviolett, 10 bis 12 ш breit, glatt oder fein punctirt. 


Si b) sparsa Oel fil. Sporangien in der Regel zerstreut. Stiel unten oft 
стопе, Discus eng, dafür jedoch trichter- oder trompetenförmig eingesenkt. 
po utum ziemlich locker, aus groben, unten bedeutend dünneren, sonst rauhen 
i» unebenen, stellenweise sogar gezähnten Fäden. Sporen dunkel-violett, 11 bis 
u (einzeln bis 15 u) breit, warzig oder fein granulirt. 
Bas a) Lodenicer Thal bei Prag! Zwischen Eger und Franzensbad, auf Pappeln! 
86 bei Schwihau! Schluckenau! b) Fasanerie bei Chudénic! Kuchelbad bei 


Prag (1889) 


56 Einerbhenema. 
Els 


Bemerkung. Ich muss hier noch einiger interessanten Abnormitüten godenken, 
die ich im August 1887 in der Chudenicer Fasanerie auf derselben Stelle und auf dem- 
selben Substrat gesammelt habe, wo ich vor drei Jahren typisch entwickelte E. papillata 
Rostaf. var. sparsa Oel. gefunden habe. Sämmtliche auf einem und demselben Ast ҮОЛ 
Pinus silvestris zerstreut oder locker beisammen stehende, vollkommen reife Exemplare 
bildeten eigentlich eine Reihe von Formen, deren Endglieder sehr von einander differire? 
und gleichsam als zwei Extreme aufzufassen sind. Das eine Endglied nähert sich aM 
meisten der typischen Enerthenema papillata var. sparsa, mit dem Unterschied jedoch, 
dass die Capillitiumfäden nicht sämmtlich aus dem Rande des trichter- oder trompeten 
förmigen Ansatzes, sondern zum kleineren Theil aus dessen äusserer Fläche entspringen. 
Diesen Formen folgen andere, wo die Fäden noch tiefer hinabsteigen und an die Spitze 
der Columella ansetzen. Ferner trifft man Exemplare, bei denen von einer Scheibe 001 
von dem genannten Ansatz keine Spur vorhanden ist. Vielmehr endigt die Columella 
mit einer scharfen oder stumpfen Spitze, wührend die Capillitiumfäden aus der ganzen 
Länge der Columella oder blos aus ihrem oberen Theil entspringen. Endlich — D 
das ist das andere Extrem — findet man Individuen, bei welchen die Columella mehr 
oder weniger (zuweilen bis zur Hälfte der Sporangiumhöhe) verkürzt und dick erscheint 
und wo dann die Fäden aus der Spitze oder aus der oberen Hälfte der Columella ent 
springen und (natürlich vor der Sporenaussaat) nach allen Seiten ausstrahlen. In diesen 
Falle beginnen die Enden der Capillitiumfaser in der unteren Sporangiumhälfte zu ana“ 
stomosiren und ein der Comatricha laxa ähnliches, lockeres Netz zu bilden. Die Fäden 
sind bei allen genannten Abnormitäten grob und dick wie bei E. papillat, var. sparso 
und wie bei dieser nicht zahlreich vorhanden. Auf eine abnorme Bildung lassen be 
sonders die Sporen schliessen, von denen einzelne 18 bis 24, zuweilen aber kaum 12 
breit sind, während sie im Durchschnitt 13 bis 15:5 u an Breite messen. Ihre sonstig? 
Beschaffenheit, Sculptur ist von derjenigen der Enerthenema papillata var. sparsa 210 
verschieden. 


10. Fam. Calcariaceae Rostaf. 
Uebersicht der Gattungen: 


I. Capillitiumfäden solid, netzartig verflochten oder strahlenförmig um em 
Centrum geordnet. In deren Verlaufe findet keine Kalkablagerung statt. 


4. Sporangien oder Aethalien cylindrisch, letztere corallenfórmig ve 
zweigt, beide mit cylindrischen, in den Aethalien auch entsprechend verzweigie? 
Süulehen (Columella). Capillitiumfáden violett, zu einem Netze vereinigt (OP! 
mariaceae Rostaf.). 


1. Diachea Fries. Sporangien einfach, gestielt, mit einem kreideweisse!» 
auf dem Querschnitt soliden Süulchen. 


2. Spumaria Pers. Aethalien verzweigt, corallenförmig, mit gleichfalls Ve 
zweigten, anf dem Querschnitt hohlen Säulchen. 


B. Meist gestielte Sporangien oder Plasmodiokarpien. Capillitium farblos 
oder violett, aus parallelen nicht oder nur wenig anastomosirenden Fäden zusammen? 
gesetzt, oder letztere etwas divergirend und dann strahlig um eine Columella 8€ 
ordnet, in diescm Falle auch öfters von unten nach oben in mehrere fast parallele 
Fäden getheilt (Didymiaceae Rostaf.). 


ж. 57 
Be 3. Didymium De By. Sporangiumwand einfach oder doppelt, aussen mit Kalk- 
iryställchen oder kleinen sternfórmigen Drusen von kohlensauerem Kalk bedeckt. 


E 4. Chondrioderma Rostaf. Sporangiumwand einfach oder doppelt, aussen 
E. Kalkkörnchen oder mit einer zusammenhängenden Kruste oder Schale aus 
Kalkkörnchen bedeckt. 


5. Lepidoderma De By. Sporangiumwand einfach mit auf- oder eingela- 
Serten Kalkschuppen. 


` ез 11545 А „ P ; ` . 
II. Capillitium aus deutlichen Röhren gebildet, netzartig verzweigt, im 
di HI uy 7 D H 3 m 
E Verlaufe oder stellenweise im Innern verkalkt. Im letzten Falle füllt der 
alk besondere blasenartige Anschwellungen, die sogenannten Kalkknoten aus. 


| | A. Das Capillitiumnetz lauft in zahlreiche freie, spitze Enden aus; 
ү Wenige Verbindungspuncte der Fäden aufgetrieben und von Kalkkörnchen er- 
üllt. (Cienkowskiaceae Rostaf.) 


P 6. Cienkowskia Rostaf. Aderig verzweigte oder kurze, lüngliche, einfache 
asmodiokarpien. Capillitium aus ziemlich derbwandigen, gefärbten Röhren, sets 
knoten flach. 


h. B. Das Capillitiumnetz ohne freie Endigungen, aus dünnwandigen 
| Öhren bestehend, welche durchgehends oder nur an einzelnen Stellen aufgetrieben 
nd mit Kalk erfüllt sind. Von Kalkknoten zuweilen einer der mittleren ver- 
Sróssert,) (Physaraceae Rostaf.) 


ER : a. Einfache gestielte Sporangien. Capillitium strahlenförmig- 
erra; Fäden von unten nach oben schmäler werdend, häufig dichotom ver- 
К SCH und zuoberst dicht netzartig verflochten. Kalkknoten nicht gross, spindel- 
Ormig oder rudimentär. 


7. Tilmadoche Fries. Sporangien unregelmässig oder netzartig aufspringend, 
Ohne Columella. Sporangiumwand einfach, mit Kalkkörnchen bedeckt, die letzteren 
an zahlreichen Puncten der Oberfläche dichter gelagert, mehr weniger deutliche, 
Zuweilen warzenartig vorspringende Häufchen bildend. Stiel gewöhnlich pfriemlich. 


i b. Einzelne Sporangien oder Plasmodiokarpien, selten auch ge- 
Stielte Aggregate von mehreren Sporangien, die auch zu kleinen, mit gemeinsamer 
Hülle umgebenen Aethalien verwachsen sein können. Capillitium netzartig. Kalk- 
Knoten rund, vielkantig bis unregelmässig, und dann mehr oder weniger verzweigt, 
Vielarmig, zuweilen fehlend, und dann alle Röhren aufgetrieben und gleichmässig 


mit Kalk erfüllt. 


a. Sporangiumwand gewöhnlich vom Scheitel unregelmüssig 


Aufspringend. 

j 8. Physarum Pers. Wand einfach oder doppelt. Süulchen nur ausnahms- 
Weise entwickelt (P. Schuhmacheri). An der Mehrzahl der Vereinigungspuncte 
Kalkknoten. 


RT 


*) Die sogenannte centrale Columella nach der Terminologie Rostafiüski’s. 


58 Diachoa. Spumaria. 


BENE 


9. Badhamia Berk. Wand einfach. Säulchen fehlt. Das ganze Röhren- 
system aufgetrieben und mit Kalk erfüllt. 


10. Leocarpus Lk. Wandung doppelt. Säulchen fehlt. Ungefähr die Hälfte 
der Vereinigungspuncte aufgetrieben und in Kalkknoten umgewandelt. Sporangle? 
gross, glatt. 


ß. Sporangien oder kleine gestielte Aethalien mit Deckel 
aufspringend, eventuell der Scheitel bis zu einer ausserhalb zu erkennenden Quer- 
linie obliterirend. Die untere Wandpartie als Kelch zurückbleibend. 


11. Craterium Trent. Wandung doppelt oder dreifach. Capillitium fest, 
nach der Sporenaussaat stehen bleibend. Neben den gewöhnlichen Kalkknoten апо 
zuweilen ein grosser Centralknoten. 


c. Aethalien zusammengesetzt aus verlängerten, vielfach inem- 
ander gewundenen Sporangien. Capillitium wie bei б. 


12. Fuligo Hall. Einzelsporangien in den oberen Schichten des Aethalium® 
entleert, steril, eine durchwegs verkalkte Rinde bildend. Sporangiumwände dünn, 
einfach. | 


1. Diachea Fries. 


1. D. elegans Fries. Sporangien walzig, beiderseits abgerundet, mit einer farb- 
losen, glatten, irisirenden Wandung. Stiel kurz, am Grunde dicker, schneewets5- 
In seiner Fortsetzung läuft durch die Mitte des Sporangiums, jedoch nicht bis zum 
Scheitel des letzteren, ein walziges, oft hin und her gebogenes, am Ende abge 
rundetes, schneeweisses, kalkerfülltes Säulchen. Capillitium dicht, netzartig, weisslich, 
unter dem Mikroskop hellviolett, sowohl an den Stiel als auch an die Wand dure 
verschmälerte haarfórmige Fortsätze angeheftet. Sporen glatt, T3 bis 8'5 u breit. 
(Taf. III. Fig. 4.). 

Stiel und Säulchen bilden eine einzige Röhre, deren Wandung dick, farblos und 
innwendig mit runden und ziemlich grossen Kalkkörnchen erfüllt ist. Das Capillitiun 
erinnert an dasjenige mancher Comatricha-Arten; es bildet vom Stiel wagerecht abstehende; 
oft bogig hin und her gekrümmte Aeste und anastomosirt häufig, wodurch ein dichtes, 
fest zusammenhüngendes Netz entsteht, welches nach dem gänzlichen oder theilweisen 
Verlust der Wandung und nach der Aussaat der Sporen sich dauernd erhält. Wie bei Ste- 
monitis sind auch hier die letzten Ausläufer dünn, haarförmig, spitz, zur Wandung senk- 
recht gestellt. Wandung ist, wie bei Lamproderma, ziemlich persistent, besonders ал 
dem unteren Theile des Sporangiums, doch bei weitem nicht so dauerhaft wie das Ca- 
pillitium selbst. Gewöhnlich bleibt im unteren Drittel oder Viertel der Sporangiumlüng? 
die Wand in der Form eines nicht glatt abgeschnittenen Kelehes zurück. 


Bisher blos an zwei Stellen: Neuhof bei Kuttenberg (Veselský)! Reichen“ 
berger Schlossgarten (Corda). 


2. Spumaria Pers. 


1. S. alba DC. Sporangien verbunden zu corallenartig verzweigten Де айе, 
mit einer gemeinsamen, weissen, starken, aus kleinen Kryställchen kohlensauere® 


Spumaria. Didymium. 59 


Kalkes bestehenden Kruste bedeckt. Die Mitte des Aethaliums durchzieht und alle 
Seine Verzweigungen verfolgt ein gleichartig verzweigtes, walzenförmiges, weisses, 
solides, durchaus mit Kalkkörnchen erfülltes Säulchen,; nach der Entfernung des 
Kalkes bleibt nur ein farblose Röhrenwandung zurück. Aus ihr entspringt ein 
dichtes Capillitiumnetz, bestehend, aus starken, dunkelvioletten Fäden, welche an den 
Vereinigungspuncten knotenförmig verdickt sind und sowohl zum Säulchen als zur 

andung schmäler werdende, farblose Ausläufer entsendet. Sporen dunkelviolett, 
stark stachelig, 12 bis 15 u breit. 

Nach der Entkalkung erscheint die Aethaliumwand vollkommen farblos. Die 
Säulchen gehen entweder nicht bis zum Ende eines Aethaliumzweiges, in welchem Falle 
Sie dann abgerundet sind, oder sie berühren die Wandung, und ihr Lumen mündet nach 
Aussen. Hypothallus stark entwickelt in der Form einer weisslichen oder gelblichen 
lembran, aus welcher einzelne häutige Emergenzen sich emporheben, worauf erst das 
eigentliche Aethalium ruht. 


Neuhof bei Kuttenberg (Veselský, Peyl)! Fasanerie bei Chudénie! 


3. Didymium De Bary. 


A. (Cionium Rostaf.) Sporangien mit einer einfachen Wand. Süulchen 
oder im Mangel desselben wenigstens der Stiel schwarz, seltener rostroth gefärbt, 
Schwach oder nicht verkalkt. 


a. Süulchen entwickelt und vom Stiel durch eine besondere Membran ab- 
gegränzt, oder direct von seiner dunklen Masse getrennt. (Selten ist diese Ab- 
Brenzung nicht deutlich, und der Stiel geht allmählich in das Süulchen über, be- 
Sonders bei D. microcarpum). 


1. D. microcarpum Rostaf. Sporangien klein, kugelig, (kaum 1/, mm breit), 
Unterseits schwach genabelt, in der Regel weiss bereift, rauh. Stiel dünn, pfriemlich, 
ganz oder blos am Grunde schwarz, dann höher braunschwarz bis rostbraun, selten 
ganz rostroth (D. xanthopus Fries), 2- bis 3mal so lang als das Sporangium. 
Säulchen klein, kugelig oder wenig von oben zusammengedrückt, selten kegelfórmig 
ugespitzt, höchstens zweimal so breit als der Stiel; am Querschnitt erscheint ез 
Sichelförmig, die beiden Enden zurückgekrümmt, also in Wirklichkeit eine Linse 
Mit einwärts zum Stiele gekrümmtem Rande. In diesem Falle ist das Innere des 
Süulchens durch spürliche farbige Membranen durchsetet, welche wenige, flache, mit 
grüsseren Kalbkörnern erfüllte Kammern bilden. Sonst ist das Säulchen blos eine An- 
Schwellung des Stieles, welche nur am Ende einzelne Kalkkörner enthält. Das Ca- 
Pillitium aus hellvioletten Fäden zusammengesetzt, welche cca. 1 ш dick, einfach 
Und wellig, seltener gabelig verzweigt, aber öfters schief oder senkrecht zu ein- 
ander anastomosiren, mit farblosen Spitzen. Sporen hell- bis dunkelviolett, voll- 
kommen glatt, in der Grósse üusserst schwankend, 7:5 bis 102 w breit (nach Ro- 


Stafifiski 5'8 bis 6'5 u breit). 
Sporangiumwand ist gla 


etwas dicker ist. Zwischen diesen Flecken spr 
chuppen zerfällt, welchen gewöhnlich je ein Kryst 


tt mit zahlreichen violetten Flecken, wo die Membran 
ingt die Membran auf, wodurch sie in 
all oder eine Krystalldruse aufsitzt. 


60 Didymium. 


Diese Drusen sind sehr charakteristisch, indem sie aus pyramidenförmigen, sehr scharfen 
Kryställchen bestehen und 10 bis 20 u an Breite messen. Der Stiel ist, was die Läng® 
betrifft, ziemlich veränderlich, meist länger als das Sporangium, nur ausnahmsweise kürzer, 
der Länge nach gefaltet und glatt wie bei D. farinaceum Schrad. Er besteht aus einer 
braunschwarzen oder rostbraunen Masse, in welch’ letzterem Falle der Stiel sehr schlank 
und förmlich hohl erscheint, oder wenigstens durch längliche Hohlräume durchsetzt ist. 
Hypothallus in Form einer rundlichen, ziemlich breiten, schmutzig gefärbten Haut ent- 
wickelt. Durch die nabelförmige Einsenkung auf der Unterseite des Sporangiums dringt 
der Stiel in das Innere eines kugeligen Hohlraumes ein, geht bis an das Ende des letz- 
teren und verbreitert sich daselbst in eine kappenartige, am Querschnitt halbmond- oder 
sichelförmige Columella, welche den Hohlraum umschliesst und an ihren unteren Rändern 
in die Membran des Sporangiums übergeht. In anderen Fällen, wenn die Columella 
kegelfórmig ist, erfüllt sie gewöhnlich den ganzen Hohlraum und ist auf ihrer Ober- 
fläche mit der Sporangiumwand eng umkleidet und mit derselben verwachsen. 


a) genuinum. Fäden ziemlich stark, wellig, ungefähr 1:0 bis 1'5 ш dick; 
hellviolett gefärbt. 


b) leucotrichum бе]. fil. Fäden dünn, fein, stark wellig gebogen, farb- 
los, cca, 08 и dick. Stiel schwarz, kurz. Säulchen schwach verkalkt. Membran 
gänzlich verkalkt. 


In Prag: in einem Privatgarten auf Ahornblättern, 1889 (a)! Bei Chudenie 
mehrmals gesammelt (a, b)! 


2. D. farinaceum Schrad. (Cionium farinaceum Lk.) Sporangien halbku- 
gelig, von oben zusammengedrückt, zuweilen bis zweimal so breit als hoch (1, bis 
?|, mm breit), am Grunde immer deutlich und stark genabelt, grau bereift oder 
dunkel, selten kahl, gestielt oder scheinbar sitzend. Stiel stark, dunkelbraun oder 
gänzlich schwarz, gleich lang wie das Sporangium oder kurz nnd im Nabel des 
Sporangiums fast versteckt. Sdwlchen gross, abgerundet, eusammengedrückt, ungefähr 
um die Hälfte weniger breit als das Sporangium und mehrmals breiter als der Stieli 
am Längschnitt erscheint es eigentlich als eine Scheibe mit verschmülertem, meh! 
oder weniger nach unten gekehrtem, jedoch den Stiel nicht berührendem Rande: 
Ihr Inneres ist von zahlreichen, dünnen, braumvioletten, verschiedenartig gewundenel 
Händchen durchsetzt, welche falsche mit weisser, Jeinkórniger Kalkmasse erfüllte Kam 
mern bilden. Capillitium aus hellvioletten, zu den Enden farblosen, 1 bis 17 # 
dicken, einfachen und gewöhnlich wellig gebogenen, selten gabelig gespaltenen 
Fäden. Sporen dunkelwiolett, warzig; 9:4 bis 12 w gross (nach Rostaf. 10'7 018 
12:5 u). Man kann folgende Formen unterscheiden: 


«) genuinum. Der Stiel um die Hälfte bis um zwei Drittel kürzer al$ 
das Sporangium. 


B) subsessile Rostaf Der Stiel sehr kurz, im Nabel versteckt, so dass 
das Sporangium fast sitzend erscheint. 


у) confluens Rostaf. Die Nachbarsporangien verschmolzen zu bisquitt- 
förmigen Gebilden, ebenso die Columellen vereinigt. (Taf. IV. Fig. 6.) 


Sporangiumwand wie bei der vorigen Art, nur die violetten Flecke grüsser und 
einander fast berührend, indem sie durch schmale, netzartig anastomosirende farblose 


Didymium. 61 


Zwischenräume getrennt werden. Auf je einer violett gefärbten Schuppe sitzen stern- 
förmige Krystalldrusen von 10 bis 20 u Breite, deren Einzelkrystalle nicht so scharfe 
“cken besitzen als diejenigen von D. microcarpum. Hypothallus wie bei voriger Art, doch 
Licht so breit. Durch die weite, trichterfórmige Oeffnung am Grunde des Sporangiums 
tritt der gefurchte und glänzende Stiel in das Innere eines Hohlraumes ein, geht bis 
Zum Scheitel des letzteren, sich daselbst in ein grosses, breites, hutpilzartiges, am Längs- 
Schnitt halbmondförmiges Säulchen verbreiternd, dessen obere Wandung an den Rändern 
in die Sporangiumwand übergeht. Die Columella ist ganz mit feinkörniger weisser Kalk- 
Masse erfüllt, welche von hin und her verschiedenartig gewundenen, faltenförmigen La- 
mellen durchzogen wird, wodurch unechte Kammern entstehen. Der Stiel unter der Co- 
lumella ist nicht von den Wandungen des Sporangiums eng umschlossen wie bei D. 
microcarpum, sondern geht vollkommen frei durch die trichterfürmige Oeffnung am Grunde 
des Sporangiums. Capillitiumfasern sind stark spiralartig gewunden und führen in ihrem 
Verlaufe hie und da ein Korn oder Krystüllehen von kohlensaurem Kalk, welehes im 
Innern oder auf der Oberflüche festsitzt, seltener besitzen einzelne Füden spindelförmige, 
ungefähr 4:5 ш breite Knoten. Anastomosen sind selten. 


Einer der gewöhnlichsten Myxomyceten. Auf Moos, Waldstreu, Gezweig 
V. 8, w. in Nadelwäldern gemein. 


b. Columella fehlt. 


3. D. hemisphaericum Wallr. (non Fr.) (Physarum Clavus A. et 5z., D. me- 
lanocephalum, В Clavus Fr, D. Olavus Rabenh.) Sporangien linsenförmig oder 
Scheibenförmig, öfters mit einem herunter gekrümmten Rande und dann unterseits 
Seicht ausgehöhlt, oben convex, grauweiss, gestielt. Der Stiel selten во hoch wie 
die Breite des Sporangiums, gewöhnlich kürzer, schwarz, glänzend, augenscheinlich 
Blatt. Columella fehlt, aber statt derselben die Wandung um den Stiel herum dicker 
m der Form eines dunklen, mit einzelnen Kalkkörnchen besetzten Discus, weiter vom 
Rande des letzteren ist die Wandung durchsichtig, violett-fleckig und mit scharf 
Sternförmigen Krystalldrusen von kohlensaurem Kalk bestäubt. Capillitium zu- 
Sammengesetzt aus meist einfachen, seltener gabelig verzweigten, hellvioletten, EE 
die beiden Enden schmäleren und farblosen, inmitten cca. 1:5 ш dicken Fäden. 
Sporen hellviolett, glatt, 6 bis 7 o breit. 

Diese sehr charakteristische Art zeichnet sich zunächst durch den Mangel eines 
Büulehens aus. An Stelle des letzteren ist nur die Wandung im Umkreise des Stieles 
etwas verdickt, undurchsichtig, braunschwarz und auf ihrer Aussenseite nicht mit Kry- 
Süllehen, sondern mit unregelmüssigen Kalkkörnern, welche theilweise etwas eingesenkt 
Sind, besetzt. Der Rand dieses rudimentären Säulchens geht in eine dünne, violett ge- 
fleckto Wandung über, welche mit Kalkkrystalldrusen besetzt ist, deren Einzelkrystallo 
Sehr scharfe Ecken besitzen. Der Stiel ist der Lünge nach gefurcht und innwendig mit 
einer braunen Masse erfüllt. 


Nur einmal bei Chudénie, in einem jungen Fichtenw 
Moderndem Gestrüpp. 

В. (Acioniseium Rostaf.) Sporangiumwand einfach oder doppelt, Columella 
Schneeweiss oder etwas bräunlich, ebenso Stiel, falls derselbe vorhanden. 


ald nächst Bad, auf 


a. Sporen gestielt. 


4. D. squamulosum Rostaf. (Diderma squamulosum A. et Sz.) Sporangien 
kugelig oder halbkugelig, zusammengedrückt, oder stets um den Stiel herum etwas 


62 Didymium. 


nabelig. Stiel schneeweiss, schlank, sáulenfórmig, durch den Nabel in das Innere 
des Sporangiums eindringend und daselbst in eine kugelige, weisse, inwendig hohe 
Columella. erweitert. Sporangiumwand farblos, an die ganze Oberfläche des Säulchen® 
angewachsen, am Scheitel öfters in mehrere eiförmige Schuppen zerfallend. Са- 
pillitiumfäden dünn, farblos, aus dem Stiele in Bündeln entspringend. Sporen hell- 
violett, glatt, 8:3 bis 10 u breit. (Taf. V. Fig. 5.) 


Sporangien gewöhnlich dicht beisammen stehend, cca. 1/, bis 1 mm breit. Hy- 
pothallus schwach entwickelt, woraus sich ein steifer und durchaus stark verkalkter Stiel er- 
hebt. Nach der Entkalkung durch schwache Salzsäure erscheint ein plasmatisches poröses 
Substrat, das aus lauter hyphenartig verflochtenen Fäden zu bestehen scheint. Columella 
ist rundlich, hohl und ihre Höhlung communicirt mit derjenigen des Stieles, wenn solche 
nach der Entkalkung vorhanden ist. Capillitiumfasern sind fein wellig gebogen. Die 
Schuppen, in welche sich die Sporangiumwandung schliesslich zu theilen pflegt, bleibe? 
jede an einem Paar Capillitiumfasern hängen. 


a) genuinum. Sporangien halbkugelig, unten verflacht und stark gena- 
belt, auf einem deutlichen, im Nabel versteckten Stiel sitzend. Columella gross, 
rundlich, schneeweiss. 


b) costatum Fr. Sporangien halbkugelig, zusammengedrückt oder linsen- 
förmig, unten abgeflacht, scheinbar sitzend, mit einem äusserst kurzen, über der 
Sporangiumbasis in ein kleines, mit Kalk erfülltes, linsenförmiges Säulchen sich d" 
weiternden Stiele. 


с) rufipes Gel, #1. Wie bei a), blos der Stiel rostfarbig oder rostgelblich, 
ein- bis zweimal so lang, als die Höhe des Sporangiums beträgt, fast ohne Kalk- 
körnchen. 


Bei Chudénie: im Walde zwischen den Bergen Zdár und Eugensberg @ 
b, c)! und bei Bad (b)! 


5. D. macrospermum Rostaf. Sporangien ausnahmsweise rundlich, gewöhnlich 
halbkugelig, zusammengedrückt, zuweilen planconvex linsenförmig, unterseits genabelh, 
grauweiss, gestielt. Stiel immer deutlich, länger oder kürzer als die Höhe des 5р0" 
rangiums beträgt, schneeweiss oder ein wenig gelblich, aus einem stark entwickelte? 
Hypothallus entspringend, allmählich sich verjüngend und durch den Nabel in das 
Innere des Sporangiums eindringend. Dort erweitert er sich in eine planconve#? 
bis scheibenförmige, weisse oder gelbliche Colwmella, deren Ränder im letzten ‚Falle 
mehr oder weniger herabgebogen sind. Sporangiumwand farblos, zuweilen etwas 
violett, am Grunde persistent, oben unregelmässig aufspringend. Capillitium farb- 
los oder hell braunviolett, aus einfachen oder gabelig verzweigten Fäden bestehent- 
(Taf. IV. Fig. 8.) 

Columella ist, was ihre Breite betrifft, sehr veründerlich, doch immer breiter als 
hoch, zuweilen mit stark heruntergebogenen Rändern und dann scheinbar kugelig. Co 
lumella und Stiel sind durchaus stark mit Kalk durchdrungen und manche Kalkkórncohe? 
erheben sich über die Oberfläche der beiden genannten Theile. Auch der Hypothallus 
in welchen der Stiel allmählich übergeht, pflegt stark mit Kalkkörnchen durchsetzt a 


sein, Stiel der Länge nach stark gefurcht, mit zuweilen flügelartig vorragenden Furchêns 
im unteren Theile innwendig mit einer kegelartigen Höhlung versehen, deren Spitze 


Didymium. 63 


ungefähr in der Mitte des Stieles endigt. Durch verdünnte Salzsäure wird Kalk aus- 
gelaugt und es bleibt nur eine poröse, mit länglichen gewundenen Fasern durchsetzte 
Masse zurück. Die Grösse und Beschaffenheit der Sporen schwankt je nach Individuen. 
Во fand ich einmal glatte 7'8 bis 10'2 u, das andere Mal 9:7 bis 12 u breite und 
fein stachelige Sporen. 

a) genuinum. Sporen dunkelviolett, stachelig, 125 bis 19:5 u breit. 
Capillitiumfasern selten verzweigt. Wandung mit wenig zahlreichen Kalkkry- 
Ställchen besäet. 


b) leiosporum (el. fl. Sporen dunkelviolett, glatt, 8'2 bis 97 ш breit. 
Capillitiumfasern unten farblos, etwas höher hellviolett, wellig gebogen, in der oberen 
Hälfte farblos und fast gerade, gleich unten gabelig verzweigt, 0'8 bis 1 w dick. 
Sporangiumwandung mit einer zusammehängenden Kruste aus scharfen Kalkkry- 
Ställchen bedeckt. 


Auf versehiedenartigen Blättern und dgl. а) Neuhof bei Kuttenberg (Peyl, 
Veselský)! und bei Bad nächst Chudönic. 5) Chudönicer Fasanerie, auf alten 
Blättern und Stengeln von Typha und Acorus (18°/,84). 


b. Sporangien sitzend, Stiel unentwickelt. 


6. D. effusum Fries. (Diderma effusum Lk.) Sporangien halbkugelig, ab- 
geflacht, oft in einer Richtung verlängert, bisquitförmig oder wurmartig gewunden, 
zuweilen (doch selten) zu grösseren buchtigen und verzweigten flachen Polstern von 
Schneeweisser oder gelblicher Färbung verschmolzen. Columella sitzend, flach und 
ühnlich verzweigt und gestaltet wie die Sporangien und Plasmodiokarpien, rosenroth- 


bräunlich (fleischfarbig) von schwammartiger, porüser Consistenz, verkalkt. Capil- 
litium farblos oder ein wenig violett, aus dünnen, welligen, cca. 0'8 и breiten, 
zuweilen verzweigten, überall gleich starken, zum Boden senkrecht gestellten 
Fäden. Sporangiumwand farblos, dünn, zuweilen violett gefleckt, auf der Aus- 
senseite mit Kalkkörnern besetzt. Zwischen den letzteren springt sie netzartig 
in lauter Schuppen auf, deren jede mit einigen Capillitiumfasern verbunden 
bleibt. Sporen dunkelviolett, derbwandig, glatt, 82 bis 92 (ausnahmsweise 10:2 
bis 12 u) breit. 


Jolumella sitzt dem dünnen Hypothallus auf und ist stellenweise demselben fest 

angedrückt, stellenweise von ihm abstehend. Sie hängt am Rande mit der Sporangium- 
Wand zusammen, ist grobporig und mit Kalkkörnchen durchaus durchdrungen. In ein- 
zelnen Fällen fand ich auch inmitten hohle Säulchen. Hypothallus ist eine Membran, 
die kaum an Ausdehnung die Breite eines Sporangiums übertrifft. Er ist mit Kalk- 
körnchen durchdrungen, in der Mitte am stärksten und daselbst auch mit dem Säulchen 
fest verwachsen. Die Sporangiumwand ist mit fein krystallinischen Kalkdrusen besetzt. 
Entgegen den Beobachtungen Rostafiiski’s, welcher die Breite der Sporen gewöhnlich 
Zwischen 10°5 bis 11'2 u und selten um 8'3 u angibt, fand ich an meinen ‚Exemplaren 
Sporen häufiger 8'2 bis 92 и, blos ausnahmsweise 1072 bis 12 ш breit. — Diese 
Decies ist nahe verwandt mit D. complanatum Schrader (D. confluens Rostaf.), ist je- 
doch durch das vom Säulchen bündelförmig ausstrahlende Capillitium, dessen Fäden an 
den beiden Enden dünner, hellviolett sind, und durch die stark stacheligen, 12°5 bis 
15:7 u, ausnahmsweise blos 10'5 w breiten Sporen verschieden. 


а) genuinum. Sporangiumwand farblos; 


Didymium. Ohondrioderma, 


B) maculatum. Sporangiumwand violett fleckig, ähnlich wie bei D. mi- 
crocarpum Rostaf. 


а) Bei Prag ohne nähere Angabe (Roth 1845 ! 5) In der Fasanerie bei 
Chudénie! Grafschaft Hauenstein im böhmischen Erzgebirge (Rostaf, Sluzowce; 
ist vielleicht D. dubium ?). 


С. Serpularia Rostaf. Plasmodiokarpien ohne Säulchen. 


1. D. dubium Rostaf. Plasmodiokarpien sehr ausgebreitet (einige cm? breit), 
flach, am Rande unregelmässig gebuchtet, in der Mitte oft durchbrochen, schnee- 
weiss. Wandung farblos, nach Aussen leicht mit einer ziemlich zusammenhängenden, 
aus sternförmigen, fest verbundenen Kryställchen zusammengeseteten Kruste bedeckt, 
die schliesslich in zahlreiche Schuppen und Blättchen zerfällt. Capillitium aus 
steifen, festen, bräunlichen, selten unter spitzem Winkel getheilten oder auf gleich® 
Art wieder oben vereinigten Fäden; am häufigsten zwei benachbarte Fasern durch 
wagerecht oder etwas schief verlaufende Verbindungsfäden überbrückt. Sonst sind 
die Fäden vollkommen glatt, blos hin und wieder mit kleinen, selten grösseren rund- 
lichen Knötchen versehen; ausnahmsweise kommt auch ein einzelner spindelfórmiger 
Knoten гит Vorschein. Sporen dunkelviolett, schwach warzig, 10 bis 11 ш breit. 


Für Rudimente eines Säulchens können die im unteren Theile der Sporangium“ 
wand selten vorhandenen Dupplicaturen der letzteren angesehen werden. Das Capillitium 
erinnert in seinem Aufbau auf dasjenige von Tilmadoche gracilenta, blos mit dem Hm 
terschiede, dass bei Tilmadoche gracilenta die Knoten umgekehrt spindelförmige Form be 
sitzen, und dass die Verzweigung des Capillitiums bei derselben Art reicher und die 
Anastomosen häufiger sind. Es kann kaum Zweifel sein, dass hier eine intermediäre 
Art zwischen Didymium und Tilmadoche vorliegt. Die flach ausgebreiteten Plasmodio- 
karpien besitzen oben runzelige, schneeweisse Membran, was von einer aufgelagerten, ZU 
sammenhängenden Kalkkruste herrührt, welche die ganze Oberfläche der Sporangiumwan 
sammt ihren runzelförmigen Einsenkungen lose bedeckt. Charakteristisch ist auch der 
Zerfall der Kruste in Schuppen und in unregelmässig umschriebene Plättchen. Zuletzt 
platzt auch die Membran und das ganze Capillitiumskelett bleibt nach der Sporenaus- 
saat bestehen. An der Basis des Plasmodiokarps ist die Wandung vermittelst zahlreicher 
parallel verlaufender Membranen mit einem dünnen, hautartigen, den Plasmodiokarp über- 
ragenden, kragenartigen Hypothallus verbunden. Diese Vereinigung hat zur Folge, das® 
man die Wandung vom Hypothallus nicht leicht trennen vermag. 


Diese seltene Art wurde von Rostafiáski in der Prager Museumssammlung 
gefunden und in seiner Monografie der Мухотусеќеп : Sluzowce zuerst beschrieben 
Der Originalstandort ist im Erzgebirge auf der Herrschaft Hauenstein bei dem 
Hüttmesgrüner Forsthaus (Opiz, 1836)! Die Plasmodiokarpien sitzen auf Blättern 
(von Ahorn ?). 


4. Chondrioderma Rostaf. 


A. (Monoderma Rostaf.) Sporangiumwand einfach, nur mit einzeln- 
stehenden Kalkkörnern oder mit zusammenhängender Kalkkruste aus Kalk- 
körnchen bedeckt. 


1. Ch. Michelii Rostaf. (Didymium Michelii Libert, D. hemisphaericum 
Berk., Physarum Michelii Corda). Sporangien linsenförmig, sitzend, oft zu gwei bis 


Ohondrioderma. 65 


fünf verschmolzen oder gestielt, schneeweiss, am Grunde öfters genabelt oder ge- 
buckelt und daselbst mit strahlenartig divergirenden und netzartig verflochtenen 
Adern versehen. Die Kalkschale in der oberen Hälfte des Sporangiums von der 
feinen aschgrauen Membran abfallend. Stiel weiss, gelblich, stark gefurcht. Colu- 
mella bei den sitzenden Formen linsenförmig gewölbt, fleischfarben, bei den gestielten 
Formen ziemlich flach. Capillitium aus wellig gekrümmten, farblosen, sehr dünnen, 
selten verzweigten und anastomosirenden Fäden zusammengesetzt. Sporen hell- 
Violett, glatt, 8'3 ш breit. 


Sporangien, welche in der Regel dicht gedrängt beisammen stehen, sprit 
der Peripherie auf, so dass zuerst die obere Kalkschalenhälfte ganz oder in Stücken ab- 
fällt. Nachdem auch die Membran zerstört wird und das Capillitium, sowie auch die 
Sporen hinausfliegen, bleibt die untere Hälfte der Wand in Form einer Schüssel stehen, 
Welche allseitig die in der Mitte befindliche Columella umschliesst. Das Capillitium be- 
Steht aus scheinbar violetten, unter dem Mikroskop farblosen, bald von der Wand sich 
trennenden Fäden, aus welchem Grunde ältere, aufgesprungene Sporangien kein Capil- 
litium und keine Sporen mehr enthalten. Stiel, wenn vorhanden, dick, glatt, fleischfarben, 
linwendig verkalkt. Hypothallus klein, rundlich. Im Falle dass eine überaus reiche Kalk- 
Ablagerung stattfand, sind die Hypothalli der Nachbarsporangien mittelst weisser Adern 
Mit einander verbunden. Rostafinski unterscheidet zwei gute Formen: 


igen an 


| а) stipitatum. Sporangien gestielt, linsenfórmig, mit scharfem Rande. 
Stiel stark, gefurcht; die Furchen übergehen von der Spitze des letzteren auf die 

üterseite des Sporangiums, daselbst strahlenfórmig divergirend und netzartig 
Verflochten. 


| ß) sessile. Sporangien linsenförmig, dicker, mit abgerundeten Rändern, 
Slizend und leicht verschmelzend. Columella stark gewölbt. 


Auf verfaulten Vegetabilien. Im Schlossgarten von Niemes und im Lob- 
kovie’schen Garten in Prag (Corda). Nach der ziemlich guten Beschreibung und 
der gelungenen Abbildung im fünften Theile der Icones von Corda kann die Zu- 
Sehürigkeit seiner Objecte zu der in Rede stehenden Art nicht bezweifelt werden. 


B. (Diderma Rostaf) Sporangiumwand doppelt, äussere mit Kalk in- 
ив und von der inneren, dünnen, nicht verkalkten, sondern oft, irisirenden 


embran abstehend. Der Zwischenraum mit Luft erfüllt. 


2. Ch. difforme Rostaf. (Diderma diff. Pers., Diderma Neesii Corda, Di- 
lymium Libertianum De By.) Sporangien gewöhnlich gesellig, mit breiter Basis 
Wufsitgend, zusammengedrückt, im Umrisse rundlich oder ellipsoidisch, zu zweien 
Oder mehreren verschmelzend und dann bisquitt-, nierenförmige oder andere Formen 
lldend. Aussenwand stark incrustirt, erst nach der Entkalkung deutlich, farblos, 
von der hellvioletten Innenwand mächtig abstehend, erst am Rande des Sporangiums ein 
Wenig über dem Grunde desselben mit der letzteren verwachsen, aber schon ein 
Wenig tiefer beide auseinandergehend, die äussere Membran dem Substrat frei an- 
legend, nur mit dem dicken Rande an das letztere angedrückt. Columella rudi- 
mentar, nur als ein heller verkalkter Fleck in der Mitte der Sporangiumbasis 
deutlich sichtbar. Capilitium schwach entwickelt aus violetten, spärlichen, unter- 
einander freien, an der Basis gewöhnlich einfachen, höher ein- oder zweimal ga- 


5 


66 Chondriodermoa. 


belig getheilten Fäden, die öfters in ihrem Verlaufe spindelfórmige oder rundliche | 
bis ringfórmige kalkfreie Verdickungen besitzen. Sporen dunkelviollet, glatt, 10:8 1 
bis 12:5 u breit. | 


Nachdem die äussere zerbrechliche Wandung abfällt, nachdem auch die Innen | 
wand obliterirt und das Capillitium sammt Sporen zum grössten Theil verloren geht | 
bleibt der Untertheil des Sporangiums in Form einer festen ziemlich resistenten seichten 
Schüssel übrig, welche blos vermittelst eines reifenartig vorragenden Saumes an das 
Substrat angeheftet ist. Diese Schüssel ist innwendig glänzend, nur zuweilen пекат 
gefaltet, inmitten oft emporgewölbt und dort stets ein wenig heller. Am Längsschnitt 
zwischen beiden so emporgehobenen Membranen wird eine Verkalkung sichtbar, welche 
von dem Mittelpunct gegen die Ränder zu abnimmt. Selten hängen beide Membrane 
vermittelst einer Kalkschichte zusammen, gewöhnlich sind sie durchgehends getrennt Ш 
an den gegen einander gekehrten Seiten mit Kalkkörnchen bedeckt. Die äussere Wandung 
ist in ihrer oberen Hälfte inn- und auswendig mit Kalkkörnchen incrustirt. Die äusser? 
Wand des Deckels ist nach der Entkalkung violett, dieselbe Wandung des Schüsselchen 
gelbbraun bis rostbraun; die innere Wand des Deckels und der Schüssel hellbraunviolet 


Einer der gemeinsten Myxomyceten, an faulen Stengeln und Blättern ver 
schiedener Pflanzen vorkommend. Hinter Bruskathor nächst Prag (Opiz)! W 
Neuhof bei Kuttenberg (Peyl, Veselsky)! Nach Corda soll diese Art bei Prag U? 
überhaupt in ganz Bóhmen verbreitet sein. 


3. Ch. testaceum Rostaf. (Didymium test. Schrad., Diderma tostaceuM 
Pers.) Sporangien sitzend, halbkugelig, etwas zusammengedrückt; deren äusser? 
Membran röthlich, nach Innen mit Kalkkörnchen incrustirt, nach der Entkalkuns 
unter dem Mikroskop oben fein, unten dicker, gelbbraun; die innere Membran 
fein, hellgelbbraun, durchscheinend, unterseits oft mit spürlichen Kalkkórnchen ber 
streut. Columella stark entwickelt, halbkugelig, abgeflacht, fleischfarben, nach der 
Entkalkung schwammartig porös, hell braunroth gefärbt. Capillitium augenscheinlich 
weiss, aus sehr dünnen, violetten, in der Mitte dickeren, nur an den Enden ү 
zweigten und daselbst netzartig mit einander verflochtenen Fäden, welche zahlreich? | 
dunklere Knötchen in ihrem Verlaufe besitzen. Sporen violett, 92 bis 10 y, bro 
fein warzig. | 


Plasmodien nach Schrader anfänglich milchweiss.  Capillitiumfáden воза) 
violett, einfach, frei, nur an den Enden gabelig verzweigt und daselbst öfters anastom® 
sirend, in der Mitte intensiv gefärbt, zu den beiden Enden verschmälert und in farblos 
Spitzen endigend. 


Nach Rostafiski in Europa nicht selten. Die einzigen Exemplare 808 
Böhmen wurden bei Reichenberg gesammelt (Wilhelm Siegmund, 1843)! und b 
finden sich dieselben im Herbar des böhmischen Museums in Prag. 

g yer” 


C. (Leangium Rostaf.) Sporangien mit einer einzigen krustenarti d 
ў р ju 


kalkten Wand, welche stark von der inneren Sporenmasse und von dem Capilliti ; 
absteht, Sporenmasse oft mit einer Schicht rudimentürer, leerer, abgeflachter, em 
ander berührender, im Umrisse polyedrischer Sporen bedeckt. Sporangien spring? 
oft sternförmig auf. 


4. Ch. Oerstedtii Rostaf. Sporangien mit dem Stiele bórnfórmig, bräunli® 
weiss, ohne Columella; nach der Reife am Scheitel in vier oder sechs ungleich 9" 


0556 


Chondrioderma. Lepidoderma. 67 


nach Aussen sich umbiegende Lappen aufspringend. Sporangiumwand aussen glatt, 
brüunlich weiss, innwendig warzig, glänzend, aus zwei Schichten zusammengesetzt: 
äussere Schichte steif, braun, innere dicker, farblos, von Kalkhäufchen durch- 
Setzt, welche nach Aussen in Form von Warzen vorspringen. Сар Ийип stark ent- 
wickelt, aus dunkelvioletten, stark verzweigten und durch senkrechte Verbindungs- 
füden netzartig verflochtenen Fäden gebildet. Sporen hellviolett, fein und zerstreut 
Stachelig, 11°6 bis 192 u breit. 


Eine für Böhmen zweifelhafte Art. Rostafinski führt in seinen: Sluzowce 
Tit Fragezeichen den Standort „Janernig in Böhmen“ an, mit dem Zusatz: Samm- 
lungen des Wiener Museums ohne Datum, Ortangabe und Sammler. 


5. Lepidoderma De By. 


1. L. Chailletii Rostaf. Sporangien halbkugelig, mit breiter Basis sitzend. 
Wandung schmutzig gelb, mit ein- oder aufgelagerten zahlreichen, nach Aussen ge- 
wölbten Kalkschuppen oder Kalkplatten, welche im Umriss abgerundet, meist länglich 
oder bisquittförmig sind. Columella zuweilen fehlend, sonst entweder in der Form 
emer schwach vorgewölbten, rundlichen oder verlängerten, dunkler gefärbten, glatten 
Scheibe oder eines stark gewölbten, ein ganzes Viertel bis ungefähr die Hälfte der 
Porangiumhöhe einnehmenden, faltigen, braunen Polsters. Hypothallus aus einer 
Oinzigen bis mehreren parallelen Membranen bestehend, welche auch stellenweise 
Tiufehen aus Kalkkörnchen oder rostrothe Farbstoffblischen führen. Capillitium 
Айз hellvioletten, geraden, sparsam verzweigten, aber häufiger durch schief ver- 
laufende Verbindungsäste vereinigten Füden bestehend, welche unten und oben 
farblos sind und kurze Verzweigungen bilden, von welchen die den Nachbarfüden 
“ugehörigen häufig mit einem gemeinsamen Ansatzfaden endigen. Sporen dunkel- 
Violett, stark stachelig, 10:8 bis 12:5 u breit. 

{ Die Kalkschuppen sind in besondere Dupplicaturen der Sporangiummembran 
Oingeschlossen, deren Aussenwand vorgewölbt und dünn, die Innenwand stärker, der 
brigen Wand, was die Dicke betrifft, gleichkommend, flach oder selten wenig vorge- 
Wëlt. Zuweilen ist die Aussenwand der linsenförmigen Dupplicatur nur am Rande 
der Linse kenntlich, sonst aber unentwickelt. Die Schuppe besitzt im letzteren Falle 
("asi eine Fassung, wie solche den geschliffenen Edelsteinen zu Theil wird. Gegen die 
asis des Sporangiums gehen die Kalkschuppen in stark (zuweilen auch nach Innen) 
Sewülbte Häufchen von Kalkkörnchen über. Die Columella erscheint am Querschnitt von 
zahlreichen Membranen durchsetzt, die ebensoviel zahlreiche, neben und übereinander 
Sehüufto Kammern bilden, deren Wandungen auf dieselbe Weise wie die Sporangiumwand 
Tit Kalkhüufehen versehen sind, welche in einzelnen Kammern sämmtlich nach dem 
nern der letzteren orientirt sind. Auch der Hypothallus ist in der Verlängerung der 
Bells gewöhnlich aus mehreren Häuten zusammengesetzt, welche auch Kalkhäufchen 
stellenweise rostrothe Farbstoffbläschen führen. 


: Von zwei Fundorten dieser ausgezeichneten und seltenen Art, gehört der 
ĉine Böhmen, während der andere in Schweiz liegt. Anlässlich der Durchmusterung 
er Myxomycetensammlung im böhmischen Museumsherbar fand Rostafihski unter 
en von Opiz gesammelten Exemplaren von Lamproderma arcyrioides Rostaf, auf 
9mselben Substrat sitzende (meist geöffnete) Sporangien der genannten Lepido- 


Б* 


68 Cienkowskia. Tilmadoche. 


derma-Art. Deshalb kann man für diese ebenfalls die Herrschaft Hauenstein iM 
Erzgebirge bei dem Hüttmesgrüner Forsthaus als Fundort bezeichnen. 


6. Cienkowskia Rostaf. 


1. C. reticulata Rostaf. (Physarum reticulatum A. et Sz., Diderma r. Fr.) 
Plasmodiokarpien wurmartig gekrümmt, rund, der Quer nach fein aderig, gelb, 
stellenweise gelbroth bis orangegelb (in’s Karminrothe). Die Adern vereinigen sich 
stellenweise zu quergezogenen Maschen oder Oesen. Wandung doppelt: inner? 
gelblich, mit weissen zu Häufchen vereinigten Kalkkórnchen durchdrungen, äussere 
ungleich gefärbt, stellenweise längs der Adern von der Innenwand abstehend und 
daselbst im Zwischenraume stark verkalkt. Сар фит hellgelb, zu einem Nett 
verflochten, dessen Maschen mehrkantig und dessen Fäden gerade und steif sind, 
und zahlreiche Seitenzweige besitzen, welche frei endigen und je eine scharfe Spitze 
besitzen. Länge der Seitenzweige 7 bis 18°5 u, Dicke 1 bis 1'7 ш betragend. Hin 
und wieder ist an dem Vereinigungspuncte mehr als zweier Fäden ein gelber pis 
milchweisser Kalkknoten vorhanden. Sporen dunkelviolett, scharf stachelig, 108 bis 
12:5 u breit. 

Sporangien springen unregelmüssig und nach Fries zaweilen mit einem Lüngsris? 
auf. Die Kalkknoten sind verflacht und im Umriss mehrkantig, öfters durchlocher! 
oder verzweigt. 


Bisher nur in der Fasanerie bei Chud£nice, einmal ein einziges Exemplar! 


7. Tilmadoche Fries. 


A. Sporangien grauweiss, Capillitium weiss. 

1. T. cernua Fries. Sporangien linsenförmig bis halbkugelig, am Grunde 
flach oder genabelt (selten einzelne unten ein wenig nach Aussen gewölbt ode! 
oben eingedrückt, was besonders bei minder schön entwickelten Formen vorkommt), 
grauweiss, gestielt, nickend. Stiele steif, pfriemenförmig, gerade, selten auch fadon” 
förmig, schlaff, dann gewöhnlich gebogen und niederliegend, der Länge nach ge 
furcht. Capillitium dicht, spinnwebenartig, aus farblosen von unten nach obe? 
wiederholt gabelig getheilten und mit einander häufig anastomosirenden Fäden, mi 
kleinen wnregelmässigen oder grösseren spindelförmigen Kalkknoten. Sporangic? 
springen am Scheitel entweder unregelmässig sternfórmig oder netzförmig auf, us 
die Ueberreste der Wandung bilden um die Sporen- und Capillitiummasse schliosslic? 
einen gezühnten Kelch. Sporen hellviolett, glatt, 9 bis 10'3 pn breit. 

Sporangien zusammengedrückt, in der Form sehr variabel. Die Wandoberfläch 
unter der Loupe fein granulirt, fast warzig. Unter dem Mikroskope erscheint die Wan 
als eine farblose nach Aussen theilweise mit zerstreuten, theilweise zu Häufchen d 
drängten Kalkkörnchen bedeckt. Diese Kalkhäufchen sind es eben, welche den 9р0" 
rangien fein warziges Aussehen verleihen. Der Stiel besteht immer aus zweierlei Sub“ 
stanzen: die eine befindet sich an der Peripherie desselben, besitzt gelbe Färbung) | 
oft unregelmässig verkalkt und geht in die Sporangienmembran über; die andere jst 1 
Innern des Stieles, dunkelbraun bis schwarz. Je nachdem diese letztere Substan. 
stärker oder schwächer entwickelt ist, geht sie in dem Stiele mehr oder weniger hoo 
hinauf, und hiernach richtet sich die Färbung des Stieles. Ausnahmsweise kann d" 0 


Tilmadoche. 69 


Sanze Inhalt des Stieles eine gelbliche Färbung besitzen, oder er kann selbst fehlen. 
ilmadoche gracilenta Rostaf., in Europa ziemlich häufig vorkommend, unterscheidet sich 
los durch rundliche Sporangien und grössere Kalkknoten. 


a) rigida Rostaf. Stiele fest, steif, pfriemlich, drei- bis mehrmals länger 
als die Höhe der Sporangien, vollkommen schwarz, oder blos zur Spitze heller und 
daselbst strohgelb. Die dunkelbraune Masse erfüllt nämlich die Höhlung des 
Stieles vollständig oder bleibt unter der Spitze des letzteren aus. Hieher gehört 
uch die Form В) lutescens Cel. fil. Sporangien grau mit einer gelblichen oder 
anscheinend grünlichen Wandung. Kalkhäufchen wenigstens zum Theil gelb gefärbt; 


b) deflexa бе]. fil. Stiele fadenförmig, schlaff, gewöhnlich niederliegend 
Und hin und her gebogen, strohgelb, längs der Achse mit einer gelben, bräunlichen 
Substanz erfüllt oder leer. Sporangien planconvex bis halbkugelig. Capillitium 
Mit kleinen, unregelmässigen Kalkknoten. — Diese Form erinnert einigermassen 
àn T. gracilenta Rostaf. 


Einer der gemeinsten Myxomyceten, meist auf morschem Holze von Coni- 
leren, z. B. auf alten Balken, Brettern, Leisten und dgl. vorkommend. Bei Chu- 
(ёпісе und bei Schwihau ist diese Art sehr häufig. Var. b) fand ich blos einmal 
am Berge réel nächst Chuděnice. Desgleichen wurde auch die Varietät aß) von 
Mir bisher blos einmal, und zwar in der Fasanerie nächst Chudénice gesammelt. 


2. T. nephroidea Oel. fil. Sporangien nierenförmig, fein, weiss bereift, 
Neht vollkommen gereifte warzig runzelig, gestielt. Der Stiel in der nach unten 
Sekehrten Bucht eingefügt, in der Regel nicht länger, als die grösste Breite des 

Porangiums beträgt, gerade, säulenförmig bis pfriemlich schwarz, der Länge nach 
Sefurcht, auf einem schwarzen aderigen Hypothallus sitzend. Capillitium dicht, 
Ws farblosen dünnen Röhrchen bestehend, mit zahlreichen spindelförmigen oder 
Walzigen, beiderseits abgerundeten (selten einzelnen eiförmigen, vielkantigen oder 
Tündlichen) Kalkknoten versehen. Sporangiumwand springt am Scheitel wnregel- 
Mässig oder mit einem der grössten Breite des Sporangiums parallelen Fiss 
uf. Sporen stets hellviolett, fast glatt, blos oberseits ein wenig körnig, 95 bis 
105 u breit, 


| Sporangiumwand oben farblos, am Grunde violett; oder durchwegs violett, oben 
teller, dick (am stärksten unter allen Arten der Gattung Tilmadoche), mit Kalkhäufehen 
setzt. Letztere springen in der Form niedriger, schwach gewölbter Warzen nach Aussen 
Und verleihen den Sporangien ein fein warziges Aussehen. Der Stiel ist wie bei der 
vorhergehenden Art bis oben hinauf mit einer schwarzen Masse ausgefüllt, während die 
üssere die Röhre bildende Schicht blass erscheint. Die Kalkknoten sind zum grössten 
‚Neil ähnlich denen, welche z. B. bei T. mutabilis vorkommen, zum kleineren Theil er- 
nern sie an Physarum nephroideum Rostaf., mit der Ausnahme, dass sie nicht 80 rundlich 
Sind wie dort, sondern meist verlängert. Ausserdem sind die Kalkknoten bei Physarum 
"éphroideum zahlreicher vorhanden, das Capillitiumnetz unregelmässig, wle das für die 
ао Physarum überhaupt charakteristisch ist, und die Sporen stachelig, während hier 
E T. nephroidea die Capillitiumfäden in der Richtung von oben nach unten strahlen- 
Tue geordnet, öfters gabelig getheilt sind, anastomosiren und erst oben ein minder 
"egelmässigos Netz bilden; ferner sind hier die Sporen nur unbedeutend granulirt. Nicht- 
?Stoweniger lässt sich die Aehnlichkeit von Tilmadoche nephroidea Cel. fil. und Phy- 


70 Tilmadoche. Physarum. 


M 


sarum nephroideum Rostaf. nicht bestreiten. Vielleicht werden sich künftig hin Zwischen“ 
formen finden, so dass eine Vereinigung der beiden in Rede stehenden Arten noth- 
wendig erscheinen dürfte. 


Blos einmal in der Chudénicer Fasanerie, auf Moos (1884)! 
B. Sporangien gelb bis orangegelb. Capillitium gelb. 


3. T. mutabilis Rostaf. Sporangien linsenförmig oder stark flach spheroidal, 
zuweilen am Grunde flach oder eingedrückt, gelb, grünlich gelb bis oramgegelb, 9% 
stielt, nickend. Stiele steif, aufrecht, pfriemlich, stark der Länge nach gefurcht, 
strohgelb, gelb, scharlachroth oder rostfarben. Capillitium augenscheinlich gelblich, 
dicht, aus farblosen Röhren bestehend, mit ziemlich grossen, spindelförmigen, im W- 
teren Theile des Sporangiums am besten entwickelten, gelben bis orangegelben Kalk- 
knoten. Sporangiumwand springt am Scheitel unregelmässig oder netzartig auf, 
indem zahlreiche Schuppen entstehen. Sporen hellviolett, glatt, T7 bis 8'5 ш breit 
(Taf. IV. Fig. 7.) 

Sporangiumwand farblos oder ein wenig violett, mit zahlreichen gelben bis 
orangegelben Kalkhäufchen besetzt. Bei den grünlich schimmernden Formen kommt das 
grünliche Colorit von den dunkeln, durchscheinenden Sporen her. Der Stiel ist wie bel 
der vorigen Art mit einer dunkelbraunen Substanz erfüllt. Seine strohgelbe oder rost- 
rothe Färbung verdankt er zahlreichen farbigen Kalkkörnchen, mit welchen die äusser? 
Schichte des Stieles durchsetzt ist; je nach der Stärke dieser Verkalkung kommt die 
Färbung der inneren Substanz des Stieles mehr oder weniger zur Geltung und davon 
hängt die verschiedenartige Färbung des Stieles ab. Man kann mit Rostafinski folgend? 
zwei Formen oder Varietüten unterscheiden: 


а) lutea Rostaf. (Physarum luteum Pers., Ph. viride Pers.) Sporangie? 
am häufigsten linsenförmig, in verschiedenen Nuancen gelb, zuweilen auch grünlicl 
gelb gefärbt, gewöhnlich unregelmässig, selten netzartig aufspringend. Stiel gleich“ 
farbig oder zuweilen rostroth. 


b) aurantiaca Rostaf. (Physarum aurantiacum Pers.) Sporangien am 
häufigsten flach sferoidal, orangefarben oder röthlich orangegelb, netzartig, manch“ 
mal nur unregelmässig aufspringend. Stiel seltener gleichfarbig , gewöhnlich 
dunkelbraun. 


Auf Rinde und auf modernden Zweigen und Baumstumpfen nicht gerade 
häufig: a) und 5) bei Bad und in der Fasanerie nächst Chudénice! 


8. Physarum Pers. 


A. Sporangiumwand einfach. 
I. Kalkknoten unregelmässig polygonal. 


a. Sporangien stets mit breiter Basis aufsitzend, unregelmässiß 
rundlich. Nach dem Obliteriren der oberen Wandpartie bleibt der untere Wandthe! 
mit unregelmüssig gezühntem Rande stehen. 


1. Physarum cinereum Pers. (Lycoperdon cinereum Batsch). романи" 
unregelmässig rundlich oder halbkugelig, abgeflacht, in der Grösse variabel, 


immer 


Physarum. 71 


Dee 


 Besellie, entweder frei beisammen stehend, oder dichtgedrängt und infolge des ge- 
Senseitigen Berührens im Umriss vielkantig. Sehr häufig verschmelzen die Nach- 

arsporangien zu zweien bis mehreren und bilden bisquit-, nierenfürmige oder 
langgezogene und aderig verzweigte, seltener ausgebreitete, polsterfórmige Plasmo- 
diokarpien. Sporangiumwand farblos, zart, sehr zerbrechlich, nach Aussen mit mehr 
Weniger dicht beisammen stehenden Kalkkörnchen bedeckt. Dem entsprechend Spo- 
"Angien schmeeweiss, grau bis bleigrau (in nicht vollkommen reifen Formen ein 
Wenig bunt angelaufen). Capillitium stark entwickelt, sehr dicht, aus farblosen 

Öhrchen bestehend; Kalkknoten zahlreich, meist verlängert, geweihartig verzweigt, 
Schlank, am Gipfel des Sporangiums polyedrisch, weiss. Sporen hellviolett, glatt 
Oder kaum warzig, 7:5 bis 13:3 u breit. (Taf. IV. Fig. 5.) 

Wandung vollkommen farblos mit kleinen, weissen, entweder dicht oder mehr 
oder weniger entfernt von einander stehenden Kalkkörnchen besetzt. Je nach dem Grade 
Soleher Verkalkung richtet sich eben die Färbung der Sporangien. Capillitiumrühren 
sitzen zuweilen schwimmhautartig umrandete Zwischenknoten. Sporen schwanken, was 
deren Grösse anbelangt, sehr beträchtlich, und es dürfte in dieser Beziehung keine an- 
ere Art so weitgehende Differenzen aufzuweisen haben. Plasmodien scheinen auf ab- 
Sefallenen verfaulten Nadeln der Coniferen zu vegetiren, woher sie spüter zum Zwecke 
der Fruetification auf verschiedene trockener gelegene Gegenstände, wie z. B. Aeste, 
^ub u dgl. hinüberkriechen. Man kann zwei Formen unterscheiden: 


а) genuinum. Capillitium verkalkt. 


В) ecalcaratum бе]. fil. Capillitium kalkfrei. Statt der Kalkknoten 
blos vergrösserte, flache Zwischenknoten. 


Eine anscheinend nicht seltene Art. Bei Chudénice überall sehr häufig: 
80 bei Bad, am Berge Říčej, in der Fasanerie u. в. w. £) Blos einmal am Berge 
Teboun nächst Theussing | 


2. P. virescens Ditm. Sporangien unregelmässig rundlich, ева. 3, mm 
breit, selten in mehreren Schichten über einander liegend und an den Berührungs- 
Stellen mit einander verwachsen, ein unechtes Aethalium bildend. Seltener sind 
"lle, dass mehrere Sporangien verschmelzen, dagegen fehlen aderige und polster- 
Örmige Plasmodiokarpien gänzlich. Wandung farblos, sehr zerbrechlich, gelb, bei 
Schwacher Verkalkung dem blossen Auge grünlich erscheinend, eventuell bei noch 
Mehr herabgesetztem Kalkgehalt grünlich grau, was von dem Durchschimmern der 
darunter befindlichen Sporen herrührt. Capillitium schwach entwickelt, minder 
dicht; Kalkknoten unregelmässig polygonal, stark, gelb, selten einzelne verlängert 
Oder verzweigt. Sporen hellviolett, glatt, Т5 bis 9 ш breit. 


Wandung mit gelben Häufchen von Kalkkörnchen bedeckt. Je nach dem Grade 


dieser Verkalkung richtet sich die Färbung der Sporangien. Das manchmal zu gen 
еу amende Aggregat von in mehreren Schichten über einander stehenden Sporangien kar 
Üglich für einen Anfang oder eine Andeutung eines Aethaliums gelten. 


P ; з] 
: Ein bei Chudénice sehr verbreiteter Myxomycet, und zwar 7. В. bei Bad, 
d be - m ту, n A no 
її Walde Zdár, in der Fasanerie und anderorts; Bergrücken Tfeboun bei Theussing! 
b. Sporangien gestielt (selten einzelne unter anderen gestielten 
Sttzend). 


72 Physarum. 


3. P. Schuhmacher! Spreng. Sporangien kugelig, gestielt oder selten em- 
zelne sitzend, citronengelb, nicht selten mit einem Stich iws Grünliche, Orangegelbe 
bis Rostrothe, warzig. Stiel kurz, höchstens so hoch wie der Durchmesser des 5р0" 
rangiums, in der Regel dick, walzig, säulenförmig bis verlängert kegelförmig, 20 
weilen über der Basis eingeschnürt, glatt oder der Länge nach gestreift, weiss, 
gelb bis orangegelb iws Rostrothe, durchaus mit Kalk inerustirt. In seiner Ver- 
längerung befindet sich eine schwach konische, auf der Oberfläche unregelmässi 
buckelige Columella. Das Capillitium vom Basaltheil des Sporangiums parallel aus 
gehend, oben zu einem dichten, unregelmässigen, weissen oder gelblichen Netze ZU“ 
sammengeflochten. Die unteren Kalkknoten verlängert, schlank; die oberen stärker, 
polyedrisch. Sporen hellviolett, glatt, höchstens ein wenig granulirt, 8 bis 10 # 
breit. (Taf. IV. Fig. 2.) 

Wand farblos mit Kalkhäufchen besetzt, welche als Warzen vorspringen, 9! 
Grunde um den Stiel herum dicker und kalkfrei, eine ziemlich scharf umschriebene 
kleine, dunkle mit radial divergirenden Adern versehene Scheibe bildend. Stiel und Co- 
lumella nach der Entkalkung als eine poröse, fast farblose Substanz erscheinend. Hr 
pothallus zuweilen entwickelt in der Form kleiner, rundlicher, farbloser Häutchen. Car 
pillitium unter der Loupe betrachtet weiss, fest, nach dem Zerstäuben der Sporen seine 
ursprüngliche Form behaltend, durch stärkere Fortsütze an den Basaltheil der Wandung 
und an die Columella festgebunden. Die Membran springt am Scheitel entweder ШУ 
regelmässig oder netzförmig auf, indem schliesslich nur die untere Hälfte derselben mi 
gezühnten und ausgefransten Rändern zurückbleibt, während sich am Grunde des Spo" 
rangiums eine nabelfórmige Höhlung bildet. Die zuweilen grünliche Färbung verdanke” 
die Sporangien den durch die dünneren Stellen der Membran durchschimmernden Spore? 
Columella kann in seltenen Füllen bei den gestielten Formen gänzlich unterdrückt sei 
Von mehreren Varietüten dieser Art wurden bisher nur folgende gefunden: 


a) melleum D. et Br. Sporangien gestielt, hell schwefelgelb bis honig“ 
gelb gefärbt, zuweilen mit einem Stich in's Grünliche. Stiele weiss oder weiss, 
mit einem strohgelben bis rostrothen Anflug. Zu dieser Varietät gehört auch dle 
Form: compactum (Ehrenb. sp.) mit sitzenden, oft zu zweien oder mehrere? 
verschmolzenen Sporangien, denen die Columella fehlt. 


In der Regel auf verschiedenen Blättern, meist Eichenblättern auftretend, 
gesellig aber nicht dicht beisammen stehend, zuweilen mit der Form: compa ctum 
Bei Chudčnice an mehreren Orten: nächst Dad im Walde, in der Fasanerie, unter 
dem Eugensberge. 


4. P. psittacinum Ditm.  Sporangien kugelig, cca. ?|, mm breit, gestielb, 
sammt den Stielen zu zweien, dreien oder mehreren verschmolzen, stahlgrau oder 
metallisch glänzend. Stiele fest, aufrecht, der Länge nach stark gefurcht, ziegelrotl, 
1, bis 1 mm lang. Capillitium sehr dicht, fest, ausdauernd, mit zahlreichen v% 
schieden grossen, polygonalen, unten grösseren, oben kleineren, orangerothen Kalk- 
knoten. Fäden farblos, überall gleich stark. Sporen hellviolett, glatt, 8'3 bis 92r 
breit. (Taf. V. Fig. 4.) 

Wand farblos, oben dünner, unten schwach gelb gefärbt und stärker. Sporangie? 
springen am Scheitel unregelmässig auf. Stiel hohl, der Länge nach stark gefaltet, In 


wendig schwach verkalkt.  Capillitium bleibt nach der Sporenaussaat als ein zierliches 
dichtes Netz bestehen und behält lange die rundliche Foim des Sporangiums. 


Physarum. 73 


Auf einem alten Strunke (vielleicht von Hainbuche) in der Fasanerie bei 
Chudönice nur ein einziges Mal, doch in zahlreichen Exemplaren (1884)! 


II. Kalkknoten mehr oder weniger rundlich. 


5. P. affine Rostaf. Sporangien nierenförmig, von der einen Seite stark 
eusammengedrückt, weiss, gestielt, oft mit einem Scheitelrisse aufspringend, Wand 
ziemlich steif, hell braunviolett, aussen mit zahlreichen Kalkhäufchen bedeckt. Stiel 
verlängert, cca. 1 mm hoch, dick, säulenförmig, spröde, stark der Länge nach ge- 
furcht, grauweiss bis dunkelbraun. Сар ит mit sehr zahlreichen, abgerundeten, 
kugeligen oder elliptischen Kalkknoten. Sporen hellviolett, dickwandig, stachelig, 
10:5 bis 19:5 u breit. 

Stiel nach Aussen mit weissen Kalkkörnchen bedeckt, im Innern mit einer 
dunklen Substanz erfüllt, wie es bei Tilmadoche der Fall ist. Wand brüunlich violett, 
mit rundlichen Kalkhüufchen bedeckt, welche die Grösse der Kalkknoten besitzen, und 
als Warzen stark vorspringen. 

Diese sehr seltene Art wurde vor Jahren von P. Det bei Kačina nächst 
Neuhof in der Kuttenberger Gegend gefunden! 


В. Sporangiumwand doppelt. 
I. Die innere Schicht dicker, Sporangien gestielt, Kalkknoten rundlich. 
6. P. didermoides Rostaf. Sporangien dicht beisammen stehend, ellipsoidal 


oder verkehrt eiförmig, grawweiss, auf einem gemeinsamen, grauweissen, häutigen 
Hypothallus sitzend. Stiele dünn, füdig, schlaff, zuweilen verzweigt, weiss, еш 


wenig gelblich. Wand zweischichtig: innere Schicht derb, violett gefärbt, verkalkt, 
äussere fein, farblos in den Stiel übergehend. Capillitium weiss, mit schneeweissen 
Kalkknoten. Sporen dunkelviolett, dickwandig, stark stachelig, 12:5 bis 142 u 
breit. (Taf. IV. Fig. 3.) 

Hypothallus trägt zahlreiche füdige, oft verzweigte Stiele, auf welchen ziemlich 


licht beisammen stehende, zuweilen schief gestellte oder liegende Sporangien aufsitzen, 


80 dass das ganze Häufchen ein traubiges Aussehen besitzt.  Stiele kalkfrei, glatt, der 
ünge nach fein linirt. Zwischen beiden Wandschichten befinden sich Kalkkörnchen 
oder Körner aus Kalkkörnchen. An den Enden sind die Capillitiumröhren wie die Wand 
violett gefärbt. Kalkknoten sind zuweilen zu zweien oder mehreren rosenkranzartig ver- 
bunden und theilweise verschmolzen; es kommen aber auch selten Vereinigungen von 
drei Kalkknoten, die eine Art von Dreieck bilden. Was den Bau des Stieles und eg 
Yandung anbelangt, erinnert diese Art lebhaft an Leocarpus vernicosus, dessen Capil- 
litium jedoch zur Trennung von Physarum berechtigt. 
Diese seltene Art fand ich bei der Durchsicht des Herbariumnachlasses von 
Dec, welches derzeit im Besitze der karolinenthaler Realschule sich befindet. Sie 
lag in einem Bogen mit Didymium macrospermum Rostaf. Der Standort ist zwei- 


felsohne Kačina bei Kuttenberg und der Sammler Peyl selbst. 
IL Aeussere Schicht dicker, Sporangien sitzend, Kalkknoten vielkantig 
oder verlängert. 


7. P. contextum Pers. Sporangien dicht gedrängt, einander berührend, 
"undlich, häufig im Umriss verlängert, ellipsoidisch bis nierenförmig, auch langge- 


74 Physarum. 


zogen und verschiedenartig in einander gewunden, ein wenig verflacht, sitzend. 
Wand doppelt: äussere milchgelb, okergelb bis eitronen- oder orangegelb, derb, 
aussen verkalkt, innere gelblich, dünn. Am Scheitel, wo beide Schichten nicht 
verwachsen sind, springt die äussere mit einer Lüngsfurche auf und fällt in Stücken 
allmählich ab, so dass die innere blasse Schicht erscheint. Schliesslich reisst auch 
letztere ein. Capillitium dicht, aus farblosen Röhrchen bestehend, mit grossen viel- 
kantigen, selten einzelnen verlängerten Kalkknoten von weisser oder gelblicher 
Färbung. Sporen dunkelviolett, stark stachelig, 9'5 bis 13:5 u breit (nach Rosta- 
fiński 11:6 bis 13:8 u breit). 

Sporangien in Gestalt ziemlich variabel, am häufigsten in einer Richtung der 
Quere nach verlängert, gerade oder gebogen.  Aeussere Membran dünn, hellgelb, nach 
Aussen stark verkalkt, innere farblos oder gelblich, mit winzigen Kalkkörnchen bedeckt. 
Hypothallus membranös, farbig, allen in einer Gruppe stehenden Sporangien gemeinsam. 
Selten entspringen aus dem Hypothallus kleine, häutige stielartige Fortsätze, denen die 
Sporangien aufsitzen. Nachbarsporangien berühren sich gegenseitig und ihre Seiten 
wände verwachsen mit einander zuweilen. Einer der mittleren Kalkknoten ist in der 
Mehrzahl von Füllen vergrössert und in eine sogenannte centrale Columella umgebildet. 
Das nahe verwandte P. conglomeratum unterscheidet sich durch schwach warzige, hell- 
violette, 8'8 bis 9:6 u breite Sporen. Ausserdem soll die äussere Membran aus wël 
Schichten bestehen und der Zwischenraum zwischen den letzteren durch quer verlaufende 
Наше in Kammern eingetheilt sein, die mit Kalk erfüllt sind. Obzwar P. conglomeratum 


nach Rostafinski ziemlich gemein sein soll, so habe ich dasselbe dennoch bis jetzt wede" 
bei Chudönice noch anderwärts gefunden. 


Auf verschiedenem Holze, auf Rinde und Moos, bis jetzt blos in der Ohu- 
dönicer Fasanerie, aber dort in den Sommermonaten häufig. 


8. P. bivalve Pers. (Reticularia sinuosa Bull, Angioridium sinuosum 
Grev., Р. sinuosum Rostaf.) Plasmodiokarpien von den Seiten zusammengedrückt, 
fast leistenförmig, verlängert, verschiedenartig gewunden oder verzweigt, öfters auch 
zu einem ausgebreiteten Netze vereinigt, 1 bis 1'/, mm hoch, mit schmaler Kante 
an das Substrat angeheftet, schneeweiss. Wandung doppelt: äussere derb, stark nach 
Innen verkalkt, zerbrechlich, innere dünn, hüutig, grau. Die äussere Membramschicht 
springt am Scheitel mit einem Lüngsriss auf, dessen Ränder sich lippenartig öffnen 
und die innere Wandschicht entblössen, welche endlich auch zerreisst. Capillitium 
stark entwickelt, aus farblosen Röhren zusammengesetzt, mit weissen, bedeutend 
verlängerten, zwischen den Seitenwünden quer horizontal ausgespannten Kalkknoten- 
Sporen braunviolett, derbwandig, glatt, 8:3 bis 9 u breit. (Taf. IV. Fig. 4.) 

Sporangien mannigfaltig gestaltet, entweder gerade oder verschiedenartig 807 
wunden, öfters mit wellig gekraustem oberen Rande (Scheitel), ausnahmsweise auch 
niedrig, rundlich, aderig, kaum '/, mm hoch. Aeussere Schicht nach der Entkalkung 
hellviollett gefärbt, innere farblos, nur an der Basis und an den Seiten mit der äussere 


verwachsen. Oben sind beide Schichten getrennt, frei. Capillitium regelmässig verzweigt 
Anastomosen sparsam. 


Einer der gemeinsten Myxomyceten, dessen Plasmodien im faulenden Laub 
vegetiren und daselbst auch häufig fructificiren, nicht selten jedoch auf ver“ 
schiedene andere Gegenstände hinüberkriechen und darauf Plasmodiokarpien bilden. 
Chudénice: in der Fasanerie, in einem jungen Walde nächst Bad und anderort#! 


Badhamia. 75 


а. 


Neuhof bei Kuttenberg (Peyl)! Niemes (Lorinser)! Schluckenau (Karl)! Reichen- 
berg (Siegmund)! 


9. Badhamia Berk. 


4. Wandung und Capillitium weiss. 


a. Sporen glatt. Capillitium dicht verflochten, nach der Sporen- 
aussaat ziemlich lange ausdauernd, weil die Fäden stellenweise verengt und. daselbst 
Nicht verkalkt sind. 


1. B. panicea Rostaf. (Physarum paniceum Fries.) Sporangien dicht ge- 
drängt, klein bis '/, mm breit, unregelmässig kugelig, etwas abgeflacht, zuweilen 
zu zweien oder mehreren verschmelzend, mit breiter Basis sitzend, grawweiss, nach 
der Sporenaussaat schneeweiss. Capillitium blos am Grunde des Sporangiums auf- 
gebläht und durchaus verkalkt, in der Mitte und oben häufig durch kurze dünne 
kalkfreie Verbindungsfäden getrennt. In der Mitte des Sporangiums öfters ein 
Knoten vergrössert (die sogenannte centrale Columella). Sporen hellviolett, glatt, 
9 bis 11:5 u breit. 

Wandung zart, farblos, nur schwach verkalkt, mit weissen Kalkkórnchen durch- 
drungen. Im auffallenden Lichte unter der Loupe betrachtet irisirt sie stellenweise und auf 
der Innenseite glänzt sie perlmutterartig. Nach dem Zerfall der oberen Wandpartie 
und nach der Sporenaussat bleiben schliesslich blos die basalen Membrantheile übrig, 
welche unter der Loupe netzartig runzelig erscheinen. Hypothallus stark entwickelt, ein 
etwas diekeres Häutchen, als die Wand selbst, bildend. 


Auf verschiedenen Gegenständen: Holz, Rinde, trockenen Grasblättern und 
dgl. Am Ziäkaberg bei Prag (K. Knaf)! Neuhof bei Kuttenberg (Peyl!) 


b. Sporen warzig oder stachelig. Capillitium überall aufgedunsen 
Und verkalkt, keine dünneren, kalkfreien Verbindungsfäden bildend. 


3. B. hyalina Berk. (Physarum hyalinum Pers., Physarum Botrytis Sommf.) 
Sporangien dicht gedrängt, rundlich, gestielt oder fast sitzend, grawweis, fein gra- 
nulirt, mit gelblichen oder blass rostrothen Stielen, öfters zw mehreren in ein Bündel 
vereinigt. Centraler Kalkknoten (Columella) fehlt. Sporen braun, in's Violette 
Spielend, oft dicht und gleichmässig stachelig, 10'2 bis 128 u breit. Im Uebrigen 
der vorigen Art ähnlich. 

Hypothallus stellt eine strohgelbe, öfters mehrere Sporangien aderig verbindende 
Membran dar. Stiele sind zuweilen schlaff und niederliegend; bei den anscheinend 
Sitzenden Formen sind sie noch als sehr kurze Ansätze vorhanden. Die Sporen fand 
ich an meinen Exemplaren entweder getrennt oder zu mehreren in kleine lockere 

allen vereinigt. 

a) genuina Rostaf. Stiele verlängert, bis 1 mm hoch; Sporangien locker 
Zusammenstehend. 

b) subsessilis Rostaf. Stiele sehr kurz; Sporangien scheinbar sitzend, 
Oft dicht gedrüngt und einander berührend. 


а) In der Fasanerie nächst Chudéniee (1884)! 0) Michle bei Prag (Opiz)! 
Unter. dem Berge DBélé nächst Schwihau (1884)! 


Badhamia. 


3. B. macrocarpa Rostaf. (Physarum macrocarpum Caes.). Sporangien dicht 
gedrängt, über 1 mm breit, entweder fast kugelig (etwas sferoidal), gestielt, mi 
gelben, in’s Rostrothe spielenden, festen, gebogenen, stark der Länge nach gefurchten 
Stielen; oder aber sitzend, halbkugelig, etwas wnregelmüssig, öfters die Nachbar- 
sporangien zu zweien oder mehreren vereinigt und bisquittartige oder verschieden- 
artig gewundene Formen bildend.  Capillitóum locker, zerbrechlich, dessen Röhren 
oben dichter vereinigt, mit grossen Kalkkörnchen erfüllt. Die Vereinigungspuncte 
dreier oder mehrerer Fäden etwas stärker aufgetrieben. Sporen dunkelviolett, stark 
und gleichmässig stachelig, 13:6 bis 15:3 (ausnahmsweisse 11:9) u breit. 


Hypothallus eine strohgelbe Membran darstellend. Stiel, wenn vorhanden, rost” 
bräunlich bis rostgelblich gefärbt, kürzer als das Sporangium. Wand farblos, stark mit 
kleinen Körnchen aus kohlensauerem Kalk incrustirt. Je nach der Stärke dieser Ver- 
kalkung erscheinen unversehrte Sporangien entweder rein weiss, oder in verschiedenem 
Grade grauweiss, weil im letzten Falle die Sporen durch die schwach verkalkte Membran 
hindurchschimmern. Nur ausnahmsweise besitzen Exemplare, welche bei ungünstigen Be 
dingungen zur Entwickelung kamen, eine sehr schwach verkalkte und deshalb irisirende 
Membran. In diesem Falle sind auch die Sporen blos schwach warzig und hell violett, 
wobei auch deren Durchmesser beträchtlich schwankt. Die Farbe des Stieles wird übrigen® 
noch einem kleinen Theil der Membran mitgetheilt, so dass rings um den Stiel herum 
eine kleine farbige Scheibe entsteht. Während und nach der Sporenaussaat bricht auch 
das spröde Capillitium in Stücke, und wird sammt den Sporen aus den Sporangien entleert. 


a) Stipitata Rostaf. Sporangien locker zusammenstehend, rund, eigentlich 
sferoidal, gestielt, grauweiss, nächst der Anheftungsstelle des Stieles gelblich 
gefärbt. 

b) sessilis Rostaf. Sporangien dicht gedrängt, sitzend, unregelmässig 
halbkugelig oder polsterfórmig verflacht, oft verschmelzend, grauweiss, 1/„ bis 1!/, mm 
hoch, ein wenig an das Physarum cinereum erinnernd. 


Auf morschen Eichklötzen in der Chudénicer Fasanerie (blos var. b). 


B. Wand sammt Capillitium mit gelben Kalkkörnchen incrustirt, derbe 
als bei den vorigen Arten. 


4. B. citrinella Čel. fil. Sporangien kugelig, cca. 1J, mm hoch, eitronengelb, 
unterseits dunkler (in's Róthliche), auf der Oberfläche deutlich warzig, deutlich ge 
stielt bis anscheinend sitzend. Stiel gewöhnlich länger oder gleich lang wie das 
Sporangium, schlank, gerade, eylindrisch, der Länge nach fein linirt, bräunlich 
rostroth. Capillitium überall gleichmässig zur ganzen Wand angeheftet, nach der 
Sporenaussaat ausdauernd. Röhren überall awfgetrieben und fast durchwegs ver- 
kalkt. Sporen hell violett, fein gramulirt, fast glatt, 9 bis 107 u breit. (Taf. 
IV. Fig. 1.) 


Da das Capillitium durchwegs aufgetrieben und verkalkt ist, so handelt es sich 
hier offenbar um eine echte Badhamia-Art und nicht vielleicht um Physarum citrinella 
auf welches sonst die Beschreibung bei Rostafihski passen möchte. Ich habe Längs- 
schnitte durch mehrere Sporangien geführt und mich von der Constanz der Capillitium- 
Form bei unserer Species überzeugt. Die Wand ist am Scheitel fast farblos, zur Basis 
allmählich gelblicher werdend, um den Stiel herum rostroth und daselbst auf eine runt 
umschriebene, ziemlich scharf abgegrenzte Strecke unverkalkt, so dass eine Art vol 


TLeooarpus. Craberium. trí 


Scheibe entsteht, in deren Mitte der Stiel inserirt. Sonst ist die Wand mit Häufchen 
von Kalkkörnchen bedeckt, welche nach Aussen als deutliche Warzen vorspringen. Bad- 
hamia citrinella schliesst sich in der Färbung des Capillitiums und der Wand an B. nitens 
Berk, B. Alexandrowiezii Rostaf., B. chrysotricha Rostaf. und B. ovispora Racib. an, 
von denen sie jedoch sonst verschieden ist. 


10. Leocarpus Lk. 


1. L. vernicosus Lk. (Diderma vernicosum Pers.) Sporangien gewöhnlich 
verkehrt eifórmig, selten fast rund, schmutzig gelb, kastanienbraun bis dunkel weich- 
Selroth, glänzend, sitzend oder seltener auf fadenförmigen, schlaffen Stielen. Wand 
doppelt, sehr zerbrechlich, unregelmässig aufspringend. Aeussere Schicht sehr stark, 
wieder aus zwei vollständig mit einander verwachsenen Membranen bestehend, 
deren äussere dünn, verkalkt und verschiedenartig gefärbt, innere dick und mit 
Kalkkörnchen durehdrungen ist. Innere Schicht membranös, farblos, woraus das 
Capillitium seinen Ursprung nimmt. Dieses bildet ein dichtes Netz, deren Knoten 
?wm grösseren Theil wenig aufgetrieben und kalkfrei sind (sogenannte Zwischen- 
knoten), zum kleineren aber zu polygonalen, weissen oder gelblichen Kalkknoten um- 
gebildet sind. Sporen dunkelviolett, stachelig, 12'3 bis 14:8 u breit. 


Farbe der Sporangien variirt sehr: am häufigsten ist sie rothbraun oder ka- 
Stanienbraun, weniger häufig braun oder dunkelbraun, ausnahmsweise schmutzig gelb oder 
selbbraun. Sporangien sitzen entweder dem lagerartig ausgebreiteten, gemeinsamen 
Hypothallus direkt auf, oder stehen mit demselben mittelst dünner, membranartiger 
Auszweigungen des Hypothallus, die füglich als Stiele betrachtet werden können, in 


Verbindung. 


Ein sehr verbreiteter Myxomycet, welcher besonders in Nadelwäldern vor- 
kommt und wohl auf Coniferentheilen (Nadeln, Zweigen) vegetirt, jedoch wegen 
der grossen Beweglichkeit der Plasmodien auf verschiedenem anderen Substrat 
fructifieirend vorgefunden wird. Zizkaberg und Závist bei Prag (Corda). Běchovice 
(Stolc)! Neuhof bei Kuttenberg (Peyl)! Senftenberg, Reichenberg (Corda). Bei 
Chudénice häufig, z. B. bei Bad, in der Fasanerie! Eisendorf bei Ronsberg! 
Böhmerwald (Corda). 


11. Craterium Trent. 


A. (Leioeraterium Rostaf.) Sporangien mit glatten, glänzenden Wänden, 
kelchartig, gleich vom Anfang an oder erst nach dem Abfall des Deckels ge- 
tade abgeschnitten. 


I. Kelchrand schon vor dem Abfall des Deckels glatt abgeschnitten. Deckel 
Zwischen die Wände eingeklemmt, erst nach der Reife des Sporangiums schwach 
Sewólbt und von der Sporenmasse abstehend. Wand dreischichtig. Innere Schicht 
Stellt eine farblose, zarte Membran dar, an welche sich das Capillitium anheftet ; 
Mittlere Schicht derb farblos, auf besondere Art verkalkt; äussere Schicht farbig, 
Zum Grunde des Sporangiums stärker, daselbst in den Stiel übergehend. Spo- 
Tangiumhóhle durch die zwei inneren Schichten von der Stielhöhle getrennt. 


Craterium. 
78 B 


1. C. vulgare Dit. (Crat. pedunculatum Trent.) Sporangien kelchförmg, 
glatt, glänzend, unten ein wenig radial gefaltet, dunkelbraun. Stiel ebenso hoch, 
hell rostgelb. Deckel in der Mitte hell braun, am Rande zimmtbraun, mit einem 
schmalen, weissen Rande, welcher nach dem Abfall des Deckels im Schlunde des 
Kelches als ein kragenartiger Reifen zurückbleibt. Sporen hell violett, glatt, 8 bis 
9:5 u breit. 

Die mittlere verkalkte Wandschicht ist durchgehends oder blos in die Mitte von 
kleine Kalkkörnchen enthaltenden Kanälchen durchsetzt. Nach dem Auslaugen des 
kohlensaueren Kalkes mittelst verdünnter Salzsäure, erscheint die Wand von der Ober- 
fläche aus wie getüpfelt (perforirt). Aeussere Schicht oben dünn, zum Grunde allmählich 
stärker und in den Stiel übergehend, wobei sie aderig gefaltet wird. Deckel setzt sich 
aus drei oder anscheinend aus zwei Schichten, welche fast in derselben Weise, wie bei der 
Wand, auf einander folgen und nämlich so gebaut sind. Doch ist die äusserste farbige 
Schicht schwach entwickelt und lässt sich zuweilen bis an den Rand des Deckels nicht 
verfolgen; demzufolge ist auch der Deckel im Ganzen heller gefärbt, da die mittlere 
weiss verkalkte Schicht besser hervorsticht.  Capillitium farblos mit zahlreichen, ро" 
lyedrischen, milchweissen Kalkknoten. 


Auf verschiedenen Aesten in der Fasanerie bei Chudönice 1884 von mir 
gesammelt, selten. 


II. Kelchrand mit dem Deckel zugedeckt, erst nach dem Abfall des 
letzteren glatt abgeschnitten. Deckel schon frühzeitig mächtig vorgewölbt. Im 
Uebrigen wie die vorige Art, doch die innere Wandschicht nicht farblos, sondern 
rein gelb. 


2. C. minutum Fries. Sporangien kelchförmig, mit einem erweiterten Schlund, 
oder fast glockenfórmig, schmutzig okergelb, am Grunde radial gefaltet, daselbst 
fast rostfarben, aussen um den Schlund herum bräunlich rostroth, gestielt. Deckel 
gewölbt, aussen wie der Kelch gefärbt, doch ein wenig blasser, nicht weiss berandel 
und im Ganzen abfallend. Sporen hellviolett, glatt, 8 bis 9 u breit. 


Der Deckel besteht wie die übrige Wand aus drei Schichten, nur dass bei ihm 
die äussere, farbige Schicht ein wenig dünner ist, so dass die mittlere farblose und 
verkalkte Membran deutlicher hervorsticht, weshalb auch der Deckel heller erscheint 
als die übrige Wandung. Der Deckel fällt in seiner ganzen Ausdehnung ab und hinter 
lässt somit keinen kragenartigen Saum am Rande des Kelches, wie es bei der vorige? 
Art zu geschehen pflegt. Die mittlere Schicht scheint aus einem feinen fädigen Geflecht 
zusammengesetzt zu sein, in dessen Maschen einzelne Kalkkörnchen eingelagert sind. Diese 
netzartige Structur erscheint besonders deutlich nach dem Auslaugen des kohlensauerel 
Kalkes mit verdünnter Salzsäure. 


a) pyriforme Cel. fil. Stiel fast ebenso lang wie das Sporangium- 
Letzteres verlängert, kelchartig, 1'/;mal länger als breit. Deckel mässig gewölbb, 
oft aussen etwas runzelig. 

b) campanulatum бе]. fil. Stiel erreicht nur das Drittel der Sporangium- 


höhe: Sporangien glockig, ebenso breit oder breiter als hoch, unter dem Schlund 
ein жеше eingeschnürt. Deckel breit, stark gewölbt, glatt. 


Diese anscheinend seltene Art fand ich bisher blos in der Fasanerie nächst 
Chudönice auf verschiedenen abgefallenen Aesten, und zwar im August 1884. Va 


Oraberium. 79 
tietät а) war im Ganzen seltener als b); zweimal wurden beide Varietäten jede 
für sich gefunden, das dritte Mal wurden jedoch Mittelformen und Uebergünge ge- 
sammelt. 


B. (Traehyeraterium Rostaf) Sporangien aussen mehr oder weniger 
weiss verkalkt, rauh, kreiselförmig oder verkehrt eifórmig, mit mehr oder weniger 
gewölbtem Scheitel. Obere zarte Wandpartie obliterirt und die untere kelchartige, 
am Rande rauh abgeschnittene bleibt stehen. Wand aus zwei mit einander voll- 
Ständig verwachsenen Schichten zusammengesetzt: innere farblos und äussere farbig, 
beide in die Röhre des Stieles übergehend, weshalb die Sporangiumhöhle mit dem 
Stieleanal communieirt. 


3. C. leucocephalum Ditm. (Cupularia leucocephala Lk., Craterium pruinosum 
Corda). Sporangien hreiselförmig, oben flach gewölbt, bis birnförmig, mit stark ge- 
wölbtem Scheitel (Deckel), in der unteren Hälfte rostbraun, nicht verkalkt, in der 
oberen bei schwacher oder bei fehlender Kalkauflagerung der Membran gelblich, 
bei deutlicher Verkalkung weiss bereift bis schneeweiss, nach unten allmählich im 
Kalkgehalt abnehmend und gelblicher resp. bräunlicher werdend. Deckel nimmt 
ein Viertel der Sporangiumhöhe ein, fällt entweder im Ganzen ab, oder wenn zart, 
verfällt er in Stücke (obliterirt) Capillitium, Columella und Sporen wie: bei den 
vorigen Arten. 


a) genuinum. Sporangien einzeln. 


Hypothallus klein, rundlich, aderig, runzelig. Wandung, falls schwach verkalkt, 
gelblich, selten rostroth. Verkalkte Formen oben mit weissen Kalkkörnchen besetzt, an 
den Seiten geringer verkalkt, unten kalkfrei, rostroth, glatt. Kalkknoten besitzen farb- 
lose oder milchgelbe gefärbte Kalkkörnchen. Stiel fast so lang wie das Sporangium GEI 
Dm die Hälfte kürzer, rostbraun, der Länge nach gefaltet. Falten an diejenigen des 
Kelches ansetzend, daselbst aderig. 


b) inclusum бе], fil. Mehrere, jedoch im Durchschnitt kleinere, ee 
Sporangien neben einander in einen gemeinsamen Becher eingeschlossen. Dal. Y. 
I 1, 2, 8) 


Diese sehr interessante Form stellt ein kleines, aus 6 bis 9 Sporangien е 
Mengesetztes Aethalium dar. Sporangien sind kleiner als beim Typus und in ipei Ae 
gestellt, indem sie entweder einen leeren Zwischenraum oder ein in der Mitte stehen o 

Porangium umgeben, und in eine gemeinsame, kelchartige Membran изар К 
Welche in den Stiel übergeht und der äusseren Wand der typischen Form in go e ve 
Verkalkung vollkommen gleicht. Einzelsporangien mit einander Pa R e "m "ud 
von einer farblosen Wand umgeben, welche mit dem äusseren Kelche verwachsen ist. Di А 

and gleicht der inneren Wandung der typischen Form. Jedes mem is 
durch einen besonderen Deckel auf. Capillitium und Sporen wie bei а). Die Ein den 
er Einzelsporangien in eine gemeinsame, kelchartige Wand ist sehr Bun. : gen 

Stempelt erst das Aggregat der Sporangien zu einem typischen ee эш ches 

ei Trichia fragilis Sow. und bei Hemiarcyria rubiformis Rostaf. nicht vorkommt. 


Form а) sehr gemein, auf morschen Blättern, Moos, verschiedenen abgefal- 
т D 4 ^ 4 p" 
lenen Zweigen, Nadeln auftretend. Form 5) kam mir nur einmal in der Fasanerie 
bei Chudénice im Jahre 1884 zu Gesichte. 


Fuligo. 


12. Fuligo Hall. 


1. F. varians Sommf. (Aethalium flavum Lk.) Aethalien verschieden gross 
nnd von verschiedener Farbe, unregelmässig, aus wurmartig verlängerten, mannig- 
faltig gewundenen Sporangien zusammengesetzt. Äussere Sporangienschicht steril, 
sporen- und kapillitiumfrei eine, durchwegs verkalkte Rinde darstellend, welche aber 
auch häufig fehlen kann. Innere, im letzten Falle sämmtliche Sporangien fertil, 
Sporen und Capillitium enthaltend. Sporangiumwände weiss oder gelb. Capillitium 
stark entwickelt mit wenig zahlreichen Kalkknoten, deren einige polygonal, andere 
wieder spindelförmig, wie bei Tilmadoche verlängert und ausnahmsweise auch knoten- 
frei sind. Sporen dunkelviolett, glatt, 75 bis 10 u breit. 


Sporangien entweder dicht gedrängt, oder locker, und dann einzelne unter- 
schiedlich. Aeusere Kruste, wenn überhaupt vorhanden, ist 2 bis 6 mm dick, aus ste 
rilen, stark verkalkten Sporangien zusammengesetzt, seltener bei dicht gedrüngten Spo- 
rangien blos 1 mm hoch. Die Breite der Einzelsporangien beträgt ungefähr '/, mm. 
Wand dünn, farblos oder gelblich gefärbt und mit Kalkkörnchen bedeckt, welche zu- 
weilen stellenweise dichter gedrängt sind. Kalkkörnchen sind an sich farblos, aber mit- 
telst einer organischen gelb gefärbten Substanz vereinigt. Die Grösse der Kalkknoten 
schwankt in verschiedenen Fällen, ebenso die Gestalt, welche bald polyedrisch, bald 
genau spindelförmig ist. 

Eine auf Lohe vorkommende Art, die aber sonst häufig in Wäldern auf 
morschen Stämmen und Strunken sowie auf angehäufter, abgefallener Rinde ZU 
finden ist. Da die Plasmodien sehr beweglich sind, trifft man Aethalien von Fu- 
ligo varians oft auch auf solchem Substrat aufsitzend, welches mit der Ernährung 
der Plasmodien nichts zu thun hat, so z. D. auf Gras, Blättern, lebenden Bäumen, 
ja sogar auf Steinen. Bei Chudénice häufig! 


Abkürzungen der 


A. et Sz. 
Alb. et Schw. 
Bab. — Babington. 

Berk, — Berkeley. 

Bow, — Bowman. 

Bull, — Bulliard. 

Caes. —  Caesati. 

Dei. fil. — Gelakovsky filius. 
D. ©. — De Candolle. 

De By, — Be Bary. 

Dit, 
Ditm. 
Ehrb. 
Ehrenb. 
Fr, — Fries. 

Gled. — Gleditsch. 
Gmel. — Gmelin. 
Grey. — Greville. 
Най, — Haller. 
Ley. — Léveillé. 


| Ditmar. 


| Ehrenberg. 


| Albertini et Schweinitz. 


Autorennamen. 


I ib. SC Libert. 
Lk. — Link. 
Mich. — Micheli. 


Nees — Nees ab Esenbeck. 
Pers. — Persoon. 
Rabenh. — Rabenhorst. 
Racib. — Raciborski. 
Rostaf. — Rostafihski. 
Saut. — Sauter. 
Schrad. — Schrader, 
Schum. — Schumacher. 
EE \ Sommerfelt. 
Sommf, Í 

Sow. — Sowerby. 
Spreng. — Sprengel, 
Sz. — Schweinitz. 


Trent. — Trentepohl. 
Wallr. — Wallroth, 
Willd. — Willdenow. 
Wing. — Wingate. 


FERD 
И" 


Verzeichnis der Arten, Gattungen und höheren Gruppen der Myxomycelon, 


Acioniscium Rostaf. 
Aethalium flavum Lk. . 
Amaurochaete Rostaf. . . 

ir atra Rostaf. . 
Angioridium sinuosum Grév. . 
Arcyria Hil .. . 
adnata Rostaf. 


HU 

3 albida Rostaf. 

y cinerea Schum. 
h clavata Cel. fil. . 


dictyonema Rostaf. 
A ferruginea Saut. . . 


^ Лата Pers. . 

» incarnata Pers. 

й intricata Rostaf. . 

n lateritia De Ву... 
н nutans Grév.. 


i ochracea Opiz (Herb.) . 


A ochroleuca Fr. 

ý Oerstedtii Rostaf. 

ii pomiformis Rostaf. 

ý punicea Pers.. . 

» vernicosa Rostaf. . 
Arcyriaceae Rostaf. . 
Atrichae . 


Badhamia. Ber... vv CN 
5 citrinella еі. fil. 
ў hyalina Berk. . 
macrocarpa Rostaf. 


» panicea Rostaf. . 
Calcariaceae Rostaf. 
Calonemeae Rostaf, . 
Chondrioderma Rostaf.. . . . 


^ difforme Rostaf. . 


. 16, 


Jhondrioderma Michelii Rostaf, . 
M Oerstedtii Rostaf. 
5 testaceum Bostaf. 
Otenkowskia Rostaf. . . . $ 
" reticulata Rostaf. . 
Oionium Rostaf. . . 
Olathroldos Rostat uw. 
Clathroptychiaceae Rostaf. . 
Nathroptychium Rostaf. . 


А rugulosum Ңов{аї, 


Comatricha Preuss. . . . . 
dietyospora Се]. fil. 
Friesiana Rostaf. 
P laxa Rostaf. 
» macrosperma Racib. . 
М obtusata Preuss 
Persoonii Rostaf. 
pulchella Rostaf. 
typhina Rostaf. . 
Craterium Trent. ES 
leucocephalum Ditm. 
minutum Fries . 
peduneulatum Trent. . 
it pruinosum Corda 
vulgare Dit. . 
Oribraria Pers... . . 

^ argillacea Pers. 
aurantiaca Schrad. , 
macrocarpa Schrad. 
ў micropus Schrad. 


b rufescens Pers. . 
" splendens Pers. 
» tenella Schrad. . 


» vulgaris Schrad. 


79 


EI 


~ aa earnen е ebe 


Seite Seite 


Cribrariaceae Rostaf. . 2 >: 2 22.0.1 Leio6raterium Kosten ur cn ne ЇЇ 
Cupularia leucocephala Lk. .......7 Léooanpus Ше... sen et 
We ER EE ht edit Í бетден. Like ov Шал a 
1 » elegana. Reg, wo eue oro 6 08 Lepidoderma De Ву, dt ama roe ОТ 
1 ШО КИН БОЛШН asinus c vs 19 5 Choilletit Rostah . . . « . . 67 
^ cernuum Neen, . . . . . . . .20 Lioeaoeae (Rostaf) ......... 14 17 
ý umbilicatum Schrad. . 4. 4.5.90 Licea effusa Ehrb. . . койы кое NA i 
nc ma Rosah s уык, vo 99 wr olivàcbn Fook: . уу. UNUS 
Diderma difforme Pers. ©... es . . «05 С TM Wallt.. woens o Ned e 
" БЕЙ ШИШЕ А aa Ca E Lindbladıa FRES e Us aapi daten ist 
h Ness О Mas enyan Ор M bubulina Prien. su ku hor AS 
к retis ula EN eae ндүн? 88 Буба Mich. оон 0 we еш, E 
^ squamulosum A. et Be, . . . . 61 n atrum Alb. et Schw. . . e . 4 
RER EXE EU nr amade о Об Я epidendron Fr... eene 48 
vernicogum, РӨ an aan. оТ » . flavo-fuscum Rostäf.. eysa» + + +43 
Кули» Dey Obs TN ions Cori 99 Lycogalaceae Oel Bl оион 10, 49 
» Glavni RADON u. arts. ме Lycoperdon cinereum Batsch ...... 70 
Ў Quom ROSAN: ri onest ‚©. бф e corticale Batsch. . . . . . . 26 
» Йигит ETIN eia 0 (eoo 08 5 globosum. Mich... . . . . . e 48 
^ farinaceum Schrad. . . (oo dU А pisiforme Liadan ee к 48 
IN hemisphaericum Berk. . . . .64 Qrihoimiaha ТҮШ С. эз да елын BEE 
» hemisphaericum Wallr. (non Fr.) 61 ў асро Oah M ase e ВА 
M Libertianum De By. . ....65 Perichaena Fries . nord eso ee, 
б macrospermum Rostaf. . . . . . 62 $ eornuvioides Gel. fil. . . . . 26 
m melanocephalum 5 Clavus EE a h corticalis Bostaf, aan voe 20 
n Сне Ee Week ee эле, ОШ ^ depressa Д1. eg enee ttt 25 
" microcarpum Rostaf.. . . . . . 60 b marginata BE. Anne tn 26 
^ squamulosum Rostaf.. . . . . .61 Perichaenaceae Rostaf . . . . Lë 25 
1 testaceum Schrad. t осока 66 Peritrichäe ... ыруны or 1d 
T Diphtherium flavo-fuscum Ehrb. .....48 Physamım PETRO Son ша ыз. dl 
Endosporeae Rosta£. . . . . . . . 13, 14 a we Бо ш e dE rro ТВ 
EBTOUSOHOO! CO oun ecu v3 10 к." RYAN BER ио, 
Fherthenema Вот... s s o nr 46 | А Bias BOIS! оиа ee db 
М papillata Baue E EE E d Botrytis Sommf. . . . . +...» 75 
ием Eihrend. .. e. eo #18 b bryophilum Fr. enee DÉI | 
olivaceum Ehrenb. . . . . . .18 » bryophilum ` d melanocephalum | 
Eumycetozoa KOO ee VD Oóhda o I VERI E I RUD | 
Exosporeae Ae TEE „ cinereum Perg. . . . . · or 
aena RE NEE RER » virOlavds Auch Би de el 
N banana: ОТЕ а er KEE п columbinum Рев........58 
Hemiareyria ROAR S qood ae EE » compactum Ehrenb. ..... ‚12 
k ФО ROETE EN el X contextum Pers. . · . · · · ‚78 
» rubiformis Rostaf.. . . . . .40 ў didermoides Rosta.. » + «18 
a serpula Rostaf. ex . 4 A hyalinum Pers. enen ‚15 
» Wigandii Rostaf. . . . . . .42 " luteum РӨ cu Moe e ern din 
Hyporhamma reticulatum Corda . . . . . 4 3 macrocarpum Caes. ......76 
ШООК Ө Rabbi cune EE 5 Micheli (Corda) . . . . « +. : DÄ 
| » tubus RAUD uv (o ao D paniceum Fries ...... .75 
1 Lamproderma ОШАК ua se NO m psittacinum Ditm. ....... 72 
| 5 arcyrioides hostaf. . . . . . 54 S reticulatum А. et Sz.. . . .68 
| " columbinum Rostaf. . КВ ^ Schumacheri Spreng. 72 
1 у violaceum Rostaf, . . . . .08 n sinuosum Rostaf. .. .. . . 74 
Leangium Rostat. . .- REI a o viresoene Ditm. een 


Physarum viride Pers. . . . . 
Platynemeae Schroeter 
‚Retieularia Bull. 


atra Fries . 
lycoperdon Bull. 
olivacea Fr. . . 
sinuosa Bull. . 


” 
Reticulariaceae Zopf 
Serpularia Rostaf, . 
Sorophoreae Zopf. . . . 
Spumaria Pers. . i m 
won Quei. 
Stegasma depressum Corda 
Stemonitis Gled. 


» 


arcyrioides Sommf. . 


chalybea Pers.. . 


dictyospora Rostaf. . 


ferruginea Ehrb. . 


Friesiana De By. 


fusca. Rostaf. 


fusca Roth 
oblonga Fries . 
obtusata Fries . 
ovata Pers. . . . 
papillata Pers. . 
pomiformis Roth . 
pulchella Bab. . 


tubulina A. et Sz. . 


typhina Willd. . 


typhoides D. С... 
ylolaceà Fr. 3 7... 


violacea Schum, . 


.. 


i 16, 44 


«48 | 


Stemonitaceae Rostaf. . 
Stereonemeae Zopf. . 
Tümadoche Fries . . . 


cernua Fries . 


mutabilis Rostaf. . 


nephroidea бе]. fil. . 


Z9toh8 ball ssi У 


H 


aculeata бе]. fil.. 
affinis De Ву... 
chrysosperma D. ©. 
cinerea Bull. . . 
clavata Pers. . . 


Jallax Pers. . . 


favoginea Schum. 


furcata Wigand 
inconspicua Rostaf. 


intermedia бе]. fil. . 


Jackii Rostaf. . . 
Neesiana Corda . 
nigripes Pers. . . 
olivacea Pers, . 
pachyderma Gel. fil. 
Rostafińskii Gel. fil. 
rubiformis Pers. . 


scabra Rostaf. . 

turbinata Wigand 
vama: Perg, ... 
Trichiaceae Rostaf. . . . 
Tubifera cylindrica Gmel. 
Ee 
cylindrica D, C. 


fragilis (Sow.) Rostaf. 


Ka 


ee 
Fig, 


Fig, 


Fig, 


‚0, 


Erklärung der Figurentafeln. 
Tafel I. 


Dictydium umbilscatum Schrad. Obere Sporangiumhälfte en face gesehen. 
Die reifenfórmigen Verdickungen vereinigen sich in der Mitte des Scheitels 
zu einem unregelmässigen Netz und sind mittelst feiner Fäden leiterförmig 
verbunden. Vergrösserung 145-fach. 

Dictydium umbilicatum Schrad. Blick auf die untere Seite des Sporan- 
giums. Der Stiel, von dem nur der oberste Theil gezeichnet ist, verbreitert 
sich in eine scheibenförmige Membran, an deren Rand die Reifen ansetzen. 
Vergrösserung 145-fach. 

Cribraria argillacea Pers. Ein Sporangium von unten und etwas von der 
Seite aus gesehen. Der kurze Stiel nicht gezeichnet; dessen Insertion be- 
findet sich an der Stelle, wo die dunklen Verdickungen zusammentreffen. 


Vergrösserung 70-fach. 

Cribraria argillacea Pers. Ein Sporangium von oben gesehen. Ver- 
grösserung 70-fach. 

Arcyria pomiformis Rostaf. Ein Theil des Capillitiums, dessen Unregel- 
mässigkeiten an Lachnobolus erinnern. Die stachelige Seulptur ist nur 
zum Theil durchgeführt. Vergrösserung 550-fach. 

Perichaena cornwvioides Gel. fil. — а. Theil des Capillitiums, welcher mit 


Warzen besetzt ist. — b. Uebergünge von einer Warze zu einer oben 
offenen Blase. — с. Sporen, links eine von der Oberfläche gesehen, rechts 


eine andere im Durchschnitt. Vergrösserung 550-fach. 


Tafel II. 


Comatricha typhina Rostaf. Ein Sporangium, oben im optischen Durch- 
schnitt: a Stiel, c Hypothallus, d Ueberreste der Wandung, b der unterste 
Theil eines demselben Hypothallus aufsitzenden Stieles. Vergrösserung 


50-fach. 


[ 


Fig. 


Fig. 


Fig. 
Fig. 
Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


(Fig. 
nata 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


2. 


ә 
o. 


1 und 10 Stemonitis fusca Rostaf. a) genuina; Fig. 2, 6, 7, 11 Stemonitis fusca Rostaf. 0) 


Comatricha typhina Rostaf. Sporangium ungefähr in der Hälfte seine! 
Länge der Quere nach durchschnitten. Vergrösserung 110-fach. 
Comatricha pulchella Rostaf. Längsschnitt durch ein Sporangium: o der 
oberste Theil des Stieles, b Ueberreste der Wandung, c zu kleinen Bündeln 
vereinigte, von der Columella horizontal abstehende Capillitiumfüden erste! 
Ordnung. Vergrösserung 110-fach. 
Comatricha, Persoonü Rostaf. var. gracilis бе]. fil. Ein Sporangium vol 
der Seite und von der Fläche aus gezeichnet. Vergrösserung 260-fach. 

D E an + а D X n D 1 
Comatricha Persoonii Rostaf. var. gracilis Oel. fil. Ein Sporangium IM 
optischen Längsschnitt. Vergrösserung 260-fach. 
Comatricha Friesiana Rostaf. Eine Sporangiengruppe auf einem Zwei’ 
stück. Natürliche Grösse. 
Comatricha laxa Rostaf. Sporangien von der Seite aus gezeichnet. DES 
üussere, vordere Partie des Capillitiums dunkel, die innere hell gehalten. 
Vergrösserung 145-fach. 
Comatricha laxa Rostaf. Sporangium im optischen Durchschnitt, mit einen 
besonders dichten Capillitium. Vergrösserung 110-fach. 

ës: М ре d элле, . 1 3 
Comatricha dictyospora Cel. fil. Aeusseres Capillitiumnetz in der Mitte 
eines walzigen Sporangiums; dahinter das durchschimmernde Säulchen 20" 
gedeutet. Vergrösserung 110-fach. 


Tafel ILI. 


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* " sab М ^ - Kä ғ H К гр. 
Cel, fil.; Fig. 3 und 8 Stemonitis dictyospora Rostaf, Fig. 9 Stemonitis ferruginea Thr?» 


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lig. 4 Diachea elegans Fr.) 


Stemonitis fusca Rostaf. a) genuina. Eine Partie aus der Mitte eine 


Sporangiums im optischen Längsschnitt: а Säulchen, b inneres Gan, 
netz, c peripherisches Capillitiumnetz am Durchschnitt, beiderseits als J 
eine parallele Linie markiert. Vergrösserung 140-fach. 


geit d T X, 9 М rn . " d VW 
Stemonitis fusca Rostaf. b) pinnata Üel. fil. Der untere Theil eines 500 
rangiums. Das äussere Capillitium gezeichnet, das innere Stiützgerüs 
desselben weggelassen. Vergrösserung 175-fach. 
Stemonitis dictyospora Rostaf. Eine Partie aus der Mitte eines Sporan” 
giums im optischen Längsschnitt: а, b, c wie oben. Vergrösseruß® 
140-fach. 
Diachea elegans Fr. Ein Sporangium: «a Stiel und b Columella von der o 
flàche aus gezeichnet; c Capillitium und d der untere persistente Theil de 
Sporangiumwand, beides im optischen Lüngsschnitt. Vergrósserung 100-1202 


(d 


Stemonitis dictyospora Rostaf. Ein Sporangium quer durchgesehnitte ' 
or L] ч D LI m 1 
а das hohle Säulchen, b das innere Capillitiumnetz, c das äussere Ca 


pil- 


litiumnetz als eine Kreislinie erscheinend mit seinen haarförmigen Aus- 
läufern. Vergrösserung 140-fach. 

Stemonitis fusca Rostaf. b) pinnata бе]. fil, Ein optischer Längsschnitt 
durch die mittlere Partie eines Sporangiums. Vergrösserung 145-fach. 
Stemonitis fusca Rostaf. b) pinnata Oel. fil. Ein Querschnitt durch den 
Mitteltheil eines Sporangiums. Vergrösserung 145-fach. 

Stemonitis dietyospora Rostaf. Sporen mit ihren charakteristischen Ver- 
diekungen. Die drei grösseren sind abnormal entwickelt. Vergrösserung 
800-fach. 

Stemonitis ferruginea Ehrenb. a üusseres Capillitiumnetz von der Ober- 
fläche aus gesehen, b eine Partie desselben Capillitiumnetzes senkrecht 
durchgeschnitten, um die Verbindung mit dem inneren Netze zu veran- 
schaulichen. Vergrösserung 350-fach. 

Stemonitis fusca Rostaf. a) genuina. Ein Querschnitt durch die Mitte 
eines Sporangiums: а die hohle Columella, b das innere Capillitiumnetz, 
c das äussere Capillitiumnetz mit den haarförmigen Auswüchsen. Ver- 
grösserung 140-fach. 

Stemonitis fusca Rostaf. b) pinnata бе]. fil. Das üussere Capillitium un- 
gefähr aus der Mitte eines Sporangiums, von der Oberfläche aus gesehen. 
Vergrösserung 240-(ach. 


Tafel IV. 


Badhamia citrinella Oel. fil. Ein Sporangium der Länge nach durch- 
schnitten: a der fein runzelige, inwendig hohle Stiel, b Ueberrest der ra- 
dial gestreiften Wandung, c Capillitium. Vergrösserung 70-fach. 
Physarum Schuhmacheri Spr. a) melleum В. et Br. Ein Längsschnitt 
durch ein Sporangium, а das Säulchen, links der zugehörige Theil des 
Stieles, der einem scheibenförmigen Hypothallus entspringt. Vergrösserung 
70-fach. 

Physarum didermoides Rostaf. Ein Längsschnitt durch ein Sporangium. 
Links ragt aus dem gemeinsamen, häutigen Hypothallus, dessen blos ein 
kleines Stück hier gezeichnet worden ist, die untere Hälfte des einem an- 
deren Sporangium angehörigen Stieles. Vergrösserung 70-fach. 

Physarum bivalve Pers. Ein Querschnitt durch ein Sporangium: @ Hypo- 
thallus, b die äussere verkalkte, c die innere feine Wandschicht, d das Ca- 
pillitium. Vergrösserung 70-fach. 

Physarum cinereum Batsch. Ein senkrechter Schnitt durch ein Sporan- 
gium. Vergrösserung 70-fach. 

Didymium farinaceum Schrad. Ein Längsschnitt durch zwei mit einander 
verwachsene Sporangien. Vergrösserung 40 fach. 

Tilmadoche mutabilis Rostaf. Ein Längsschnitt durch ein Sporangium: 
a die oberste Spitze des Stieles, b die Sporangiumwand mit nach aussen 


warzig vorspringenden Kalkhäufchen, с das Capillitium mit seinen spindel- 
förmigen Kalkknoten. Vergrösserung 70-fach. 

. Didymium macrospermum Rostaf. Ein Längsschnitt durch ein Sporangium: 
a Stiel, b Säulchen mit seinen Kammern, d Sporangiumwand, e Hypo 
thallus. Vergrösserung 100-fach. 


Tafel V. 


. Craterium leucocephalum Ditm. var. inclusum бе]. fil. а Blick auf ein 
senkrecht stehendes Aethalium, d Blick auf dasselbe, jedoch etwas nach 
Vorne geneigte Aethalium, c und d zwei Aethalien von oben betrachtet: 
Vergrösserung 50-fach. 

. Craterium leucocephalum Ditm. var. inclusum Gel. fil. Ein Aethalium in 
der Mitte quer durchschnitten: 5 gemeinsame Aethalium- und zugleich 
Kelehwand, с Specialwände der Einzelsporangien. Vergrösserung 110-fach- 


3. Craterium leucocephalum Ditm. var. inclusum бе], #1. Ein Aethalium 


der Länge nach durchgeschnitten: а der Stiel, b und c wie oben. Vor- 
grösserung 110-fach. 

. Physarum psittacinum Ditm. Ein Sporangium der Länge nach durch 
geschnitten. Vergrösserung 100-fach. 

. Didymium squamulosum Rostaf. Mehrere auf einem Strohhalm beisammen 
stehende Sporangien. Zwei von ihnen sind am Scheitel geöffnet, 80 dass 
die weisse, abgeflachte Columella sichtbar wird. Von derselben laufen 
strahlig nach allen Seiten die Capillitiumfüden aus, indem sie mit der SP 
rangiumwand in Verbindung stehen. Vergrösserung 20-fach. 


). Lamproderma columbinum Rostaf. Ein optischer Längsschnitt durch € 
Sporangium: a Ueberreste der unteren Wandpartie, b das am Ende koge” 
förmig zugespitzte Säulchen, c das Capillitium, Der Basaltheil des 5610169 
ist nicht gezeichnet. Vergrösserung 70-fach. 


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L. CeLAkovskÝ: BÖHMENS MYXOMYCETEN. Taf. 1. 


L. CELAKovskY: BónMENS MYXOMYCETEN Taf. 2 


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L. CELAKovskY; BÖHMENS MYXOMYCETEN 


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П. Theil enthält: 


Dr. Em. Boficky: Petrographische Studien an den Basaltgesteinen Böhmens 
Те сылак м a un O D ecd EE a fl. 3:50 
Preis der ganzen ersten Hälfte des zweiten Bandes (I. und II. Abtheilung zusammen) geb. fl. 10:— 


ZWEITER BAND. 
Zweiter Theil. 


Ш. Botanische Abtheilung. Dieselbe ent! At: 
Prodromus der Flora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský (II. Theil) 
Ж ФЕ DO A OM V o CONST DO en E А EU И la nn fl. 260 
IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe en ЛАН: 


a) Prof. Dr. Ant. Frič: Die Wirbelthiere Böhmens. 
b Die Flussfisch rei in Böhmen. 
Die Krustenthisre Böhmens. Dreis ..... fl. 3:— 


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куй n n n 


V. Chemische Abtheilung. 


Prof. Dr. Em. Boficky: Über die Verbreitung des Kali und der Phosphorsäure 
in den Gesteinen Böhmens. Preis SUNL TER RL Ый. ЄЗ TT Ve ids 60 kr. 
Preis der ganzen zweiten Hälfte des zweiten Band. 3 (TIL, IV. v. V. ; Abth. züsammen) geb. fl. 5'— 


DRITTER BAND. 


I. Topographische Abtheilung. 

Verzeichniss der in den J. 1877—1879 von k. k. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 
bestimmten Höhen von Böhmen herausgegeben von Prof Dr. Karl Kořistka und 
Major- R. Daublebsky von Bternack 4:538 4) ЛЛ WV „Йй, 1'80 

IL Geologische Abtheilung. 
I. Heft. P рыда, Studien an den Phonolithgesteinen Bóhmens von 


Pron De dm БОТО PES C. Qa V iEn e fl. 11— 
IL Heft. Petrographische Studien an den Melaphyrgesteinen "Böhmens von 
Prof. bz Em.bBoricky, Ртев о. fl. 1— 
ПІ, Heft. Die Geologie des böhmischen Erzgebirges (i. "Theil von Prof, Dr. 
GUSTAV Luder DEOS ИС ED Id ANO UE LC ор fl. 22— 


III. Botanische Abtheilung. 
Prodromus der Flora von Böhmen von Prof.Dr. Ladislav Соок оту. ar Theil 
БОША ТӨ. os E RC CLOS eM ai EEN ә «nena ve |) 
IV. Zoologische Abtheilung. 
I. Heft. Die Myriopoden Bóhmens von F. V. nt Prey iin LN E, 
II. Heft. Die Cladoceren Bóhmens von Bohuslav Hellich. Preis. ..... fl. 1:60 
V. Chemisch-petrologische Abtheilung, 


Elemente einer neuen chemisch-mikroskopischen Mineral- und Gesteinsanalyse 
VOR Prom О ОТТОО: PIOS. Qu QM A e e wA ue i. EE 


vVISRTER BAND. 
No. 1. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. Die bip pe e 


berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Frič. Preis. . . . fl. Bn 
No. 2, Erl sier ad Ac? zur guologischen Karte der Umgebungen von Prag von 


J.Krejorunu M. Holmhacker (1... fl. 4-50 
No. 3, Prodromus der Flora von Bóhmen von Prof Dr. Ladislav Čelakovský. 
(IV. Theil) Nachträge bis 1880. Verzeichniss und Register ....... . .fl. 2:40 
No. 4. En Bof Studien an den Porphyrgesteinen Bóhmens von Prof, Dr. 


fl. 
No. 6, Der Hangendflótzzug im Schlan-Rakonitzer WE am are eng von Carl 
Eois DOA CU C e eC! WERDE IO No HP ee $ed c 


FÜNFTER BAND. 


. Erläuterungen zur geologischen Karte des Eisengebirges (Zelezné hory) 
und der angrenzenden Gegenden im östlichen Böhmen von J. "m und 
R. Helmhacker . . .fl. 2— 
. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. IIL Die Iser- 
schichten. Von Dr. Anton Frič. . . . 8. 3— 
. Die mittelböhm. Steinkohlenablagerung von Carl Feistmantel s 1. AD) 
. Die Lebermoose (Musci Hepatici) Bóhmens von Prof. Jos. Dědeček. fl. 1— 
‚ Orographisch-geotektonische Übersicht des silurischen Gebietes im 
mittleren Böhmen. Von Johann Krejčí und Karl Feistmantel. . . .fl. 2— 
. Prodromus der Algenflora von Böhmen. I. Th. Von Dr. A. Hansgirg. fl. 1:40 


SECHSTER BAND. 


. Über die Torfmoore Böhmens in naturwissenschaftlicher und national- 
ökonomischer Beziehung mit Berücksichtigung der Moore der Nachbar- 
länder. Von Dr. Fr. Sitenský. I. Abth. Naturwissenschaftlicher Theil. . . . fl. 2:80 
. Die Süsswasserbryozoen Böhmens. Von Josef Kafka. .fl. 120 
Grundzüge einer Hyötographie des Königreiches Böhmen. Von Dr. F. J. 
Studniöka .. fl. 150 
. Geologie des bóhmischen Erzgebirges. IL Theil. Von Dr. Gustav C. eese 
. Z5 
. Untersuchungen über die Fauna der Gewässer Böhmens. I, d 
der Trichopteren. L Serie. Von Fr. Klapálek . .. 120 
. Prodromus der Algenflora von Böhmen, I. Th. Forts, Von Prof. Dr. pino 
ПАШАМ о ИК ОИ КӨ aes 


SIEBENTETR BAND. 


. Die Flechten der Umgebung von Deutschbrod von Jos. Novák (in Vorbereit.). 
. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. IV. Die Teplitzer. 

ошоо Von EPOR Dr. Ant ЕТИ ges H. 8— 
Über die chemische Zusammensetzung "verschiedener Ackererden und 
Gesteine Böhmen’s und über ihren agronomischen Werth. Von Dr. Jos. 

Hanamann . H. Bro 
. Die tertiären Land- und Büsswasser-Conchylien des nordw. Bóhmen von 
Gottlieb Klika 

. Die Myxomyceten Böhmens von Dr. Lad. б elakovsky (Sohn) 


6. Geologische Karte von Böhmen. Section VI. Entworfen von Prof. Joh. Krejčí. 


Mit Erläuterung von Prof, Dr, A. Етіё. Preis . . .. An eet tee И) 


ACHTER BAND. 


. Übersicht der Thätigkeit der naturw. Landesdurchforschung v. 
bis 1890 von Prof. Dr. K. Kořistka 


. Untersuchungen der Fauna d, böhm. Gewässer. TI. Fauna d. bóhm. 

von Jos. Kafka 

3. Monographie der Ostracoden Bóhmens. Von Wenzel Vávra 

. Prodromus der Algenflora von Bóhmen. Zweiter Theil. Von Prof. Dr. Anton 
Hansgirg i. il О 
i Untersuchungen über die Fauna der Gewässer Böhmens. 1. Metamorphose 
der Lrichöpteren IL Sene, Von Prot Fr. Klapalek |. i eoe fm 


Druck von Dr. Ed. Grögr in Prag 1893. — Selbstverlag 


kROLOGISCE KARTE VON BORMEN 


PUBLICIRT 


VOM COMITE FÜR DIE LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 


SECTION VI. 


UMGEBUNG VON KUTTENBERG BIS BÖHM, TRÜBAU. 


ENTWORFEN 
VON 


Prof. Dr JOH KBREJÓCÍ 


MIT ERLAEUTERUNG 
VON 


Prof Dr. A. FRIG. 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL, LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 
(VIL Band, Nro. 8 * ^ ш 


JP R A 6. 
In Commission bei FR. RIVNÁG. 
1891. 


GEOLOGICHE KARTE VON BÜHMEN 


PUBLICIRT 


VOM COMITÉ FÜR DIE LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. 


SECTION МІ, 


UMGEBUNG VON KUTTENBERG BIS BÖHM. TRÜBAU. 


ENTWORFEN VON 


Prof. Dr. JOH. KREJCI. 


MIT ERLAEUTERUNG VON 


Prof. Dr. A. FRIC. 


ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN 
(VII. Band, Nro. 6.) 


PRAG. 
DRUCK VON DR. EDV. GREGR. — IN COMMISSION BEI FR. RIVNÁC. 


1891. 


VORWORT. 


Dei der Gründung des Comités für die Landesdurchforschung im Jahr 
1864 wurde als eine der Aufgaben der geologischen Section die Herausgabe einer 
geologischen Karte von Böhmen bestimmt, und zwar sollte dieselbe auf Grund der 
hypsometrischen Karte, deren Herstellung sich die Section für Orografie zur. Aufgabe 
gemacht hat, durchgeführt werden. 

Eine lange Reihe von Schwierigkeiten war jedoch zu überwinden, bevor 
zur Realisirung dieses Projectes geschritten werden konnte. j 

Die geologische Manuscriptkarte von Bóhmen, welche seinerzeit von der 
К. k. geol. Reichsanstalt verfasst wurde, und welche als Grundlage der nun vom 
Comité veröffentlichten Karte diente, lieferte die Verbreitung der einzelnen Forma- 
tionen und Gebirgsarten vielfach mehr vom petrographischen als vom palaeontologischen 
Standpuncte. 

Deshalb wurde vor Allem Prof. Dr. A. Frié mit dem Studium der Sediment- 
Gesteine der Perm- und Kreideformation beauftragt, welcher ausgedehnte Einsamm- 
lungen von Petrefacten einleitete und zur monographischen Bearbeitung der einzelnen 
Gruppen dieser Formationen schritt. 

Mit grossem Eifer wurden die Eruptivgesteine studirt welche Forschungsrich- 
tung durch den vorzeitigen Tod des Prof. Dr. Воїіску ein beklagenswerthes Ende fand. 

Während Prof. Krejčí und Prof. R. Helmhacker sich dem Studium der 
Stratigraphie und besonders der speciellen Geologie des Eisengebirges hingaben, 
widmete sich Prof. Laube dem Studium des Erzgebirges und Riesengebirges, dann 
des Lausitzer-, Iser- und Jeschkengebirges. Unterdessen erschienen 3 Blätter der 
hypsometrischen Karte und es wurde mit deren geologischer Colorirung von Prof. 
Krejéf begonnen. Die Sache ging langsam vorwärts, denn der patriotische Eifer, 
mit dem alle an der Landesdurchforschung Betheiligten an die Arbeit gingen, reichte 
nicht aus die Schwierigkeiten zu überwinden, welche aus dem Umstande hervorgingen, 
dass keine Kraft sich der gegebenen Aufgabe ganz widmen und bei dem kargen 
Ersatz der Baarauslagen nur wenige Wochen der Ferien-Monate sich mit dieser 


Arbeit beschäftigen konnte. 

Dennoch brachte P 
der hypsometrischen Karte im Jahre 1887 zu stande, aber er 
die Erläuterung zu diesem Blatte schreiben konnte. 


rof. Krejčí die geologische Colorirung der VI. Section 
starb, bevor er noch 


1* 


Die Chlomeker Schichten (Grossskaler Sandsteine oder Oberquader 
der Farbenerklärung) sind im Bereiche dieses Blattes, so weit es Böhmen berührt, 
nirgend in Form von Quadersandsteinen vorhanden, aber die mächtigen Schotter- 
lager, die man überall als Hangendes der Priesener Schichten findet, mögen vielfach 
den zerfallenen Grossskaler Sandsteinen vom Alter der Chlomeker Schichten ihren 
Ursprung verdauken. 

Schichten, welche dem palaeontologischen Charakter der Chlomeker Schichten 
genau entsprechen und durch Cardium Ottoi charakteristisch sind, findet man erst 
in der Grafschaft Glatz unweit Mittelwalde bei der kleinen Ortschaft Kieslings- 
walde entwickelt. Es sind das die Ufergebilde des einst von dort nach Böhmen 
bis in die Gegend von Turnau und Böhm. Leipa sich ausdehnenden Meeres. Grobe 
Conglomeratmassen (die sieben Hirten) bilden hier den Schluss der Kreidebildungen. 


Die marinen Miocaen-Schichten gewahrt man nur an der Wasser- 
scheide zwischen Böhmen und Mähren in der Gegend von Landskron, Triebitz und 
Abtsdorf. Das Cerithium lignitarum und die Reste des riesigen Dinotheriums sind 
für dieselben bezeichnend. 

Von Diluvialgebilden sind vor allem die Schotterlager zu erwähnen, 
welche die Priesener Schichten überall bedeken und über deren Beziehung zu den 
Chlomeker Schichten schon weiter oben die Rede war. Dieselben finden wir auf 
der Sect. VI. quer über die Mitte des Blattes aus der Gegend von Elbeteinitz bis 
in die Gegend von Pardubitz, dann von Hohenbruck über Borohradek bis nach 
Chotzen entwickelt. 

Der diluviale Lehm füllt stellenweise die Niederungen aus, z. B. zwischen 
Kuttenberg und Óaslau; anderwärts trifft man ihn auf der Höhe des Plateaus bei 
NeubidZov bis Königgrätz. Zerstreut an verschiedenen kleinen Localitäten verräth 
sich dieser Lehm meist durch die Gegenwart von Ziegeleien, obzwar in dieser 
Gegend auch vielfach Ziegeln aus den Letten der Priesener Schichten gebrannt 
werden. Alluvialablagerungen kommen auf diesem Blatte nur in der Elbeniederung 
von Kóniggrütz gegen Pardubitz und von da bis gegen Elbeteinitz vor und begleiten 
ausserdem mehrere kleine Flüsse, deren Ufer flach sind. 

Eruptivgesteine. (Liter. Nro. 6., 32.) Im Bereich des Urgebirges kommen 
hier Eruptivgesteine in Form von Amphibolgesteinen vor. 

Sehr spärlich sind Basaltkegel, welche aber um so auffallender sind, wenn 
sie aus flachem Terrain sich plótzlich emporheben, wie der Kunétitzer Berg nórdlich 
von Pardubitz es thut, an welchem überdiess Schollen der Priesener Schichten 
in Form von feuersteinähnlichen Schiefern hoch emporgehoben wurden. Noch kleiner 
sind die Kegel bei Chrast und Kosumberg bei Luže, wo sie am letztgenannten 
Orte grosse Bruchstücke von Kreideplünern einschliessen. 


10 


17. 1869. Frič A. Dr. Palaeontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten 
in der bóhm. Kreideformation. I. Perutzer und Korytzaner Schichten. 
In: Archiv für naturwiss. Landesdurchforschung von Bóhmen Band I. 

18. Hauer F. von. Geologische Uebersichtskarte der oesterreichischen Mon- 
archie. Blatt I. und II. Böhmen. In: Jahrbuch der К. К. geolog. 
Reichsanstalt Dand XIX. pag. 1. 
19. Krejéí J. Vorbemerkungen und allgemeine und orographische Verhält- 
nisse, so wie Gliederung der bóhm. Kreideformation. In: Archiv für 
naturwiss. Landesdurchforschung von Böhmen Band I. 
) 1873. Krejčí J. Eine Mittheilung über die im sogenannten Urkalke bei Podol 
südl. von Chrudim zahlreich vorkommenden Crinoidenreste. In 
Sitzungsberichten der köngl. böhm. Gesell. d. Wissenschaften pag. 297. 
21. 1878. Frič A. Dr. Palaeontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten 
in der bóhm. Kreideformation II. Weissenberger und Malnitzer Schich- 
ten. In: Archiv für naturwiss. Landesdurchforschung von Bóhmen 
Band IV. 

22, Krejčí J. Ueber Conglomerate des sogenannten Eisengebirges zwischen 
Chrudim und Časlau. In: Sitzungsberichten der köngl. böhm. Gesell. 
d. Wiss. pag. 187. 


с, 


2 


28. — Železné Hory. Horopisny nástin ze středních Čech. In: Osvěta. 
24. 1882. — und Helmhacker R. Erläuterungen zur geologischen Karte des 


Eisengebirges In: Archiv für naturwiss. Landesdurchforschung von 
3öhmen, Band V. 

25. 1883. Frič A. Dr. Palacontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten in 
der böhm. Kreideformation III. Iserschichten. In: Archiv für naturwiss. 
Landesdurchforschung von Böhmen Band V. 

26. 1883./85. Poéta Ph. Beiträge zur Kenntniss der Spongien der bóhm. Kreidefor- 
mation. III Abtheilungen. In: Abhandlungen der köngl. bóhm. Gesell. 
der Wiss. VI. Folge Dand 12. und VII. Folge Band 1. 

27. 1882./85. Velenovsky J. Dr. Die Flora der böhm. Kreideformation. IV Theile. 
In: Mojsisowicz und Neumayr Beiträge zur Palaeontologie Oesterr.- 
Ungarns und des Orients. Band II. bis V. 

28. 1885. — Die Gymnospermen der bóhm. Kreideformation. Prag. 

29. 1887. Frié A. Dr. und Kafka J. Crustaceen der bóhm. Kreideformation. Prag. 

30. 1889. Frič A. Dr. Palaeontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten 
der bóhm. Kreideformation. IV. Teplitzer Schichten. In: Archiv für 
naturwiss. Landesdurchforschung von Böhmen. Band VII. 

gl; Počta F. Dr. O rudistech vymřelé čeledi mlžů z českého křídového 
útvaru. 

32. 1874. Bořický E. Dr. Petrographische Studien an den Basaltgesteinen Böh- 
mens. In: Archiv für naturwiss. Landesdurchforschung von Böhmen. 
Band II. 


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LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN. SECTION VI. Geologische Karte entworfen von Prof. I J. Кге 


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Kreideformation. Grossskaler 
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